Nr. 117 Zweites Blatt 1S7. Jahrgang Mittwoch 22. Mai 1907 Grfcheinl täglich mit Au-nahm« be8 SvTmlagL. Di« „Gittznrrr LamlllevdlStter" werden dem ,Bnaetfler* otermal wöchentlich beigelegt, daS „Xrehblatl für den Ktds Sieben" zweimal wöchentlich. Der „hessische Landwirt" erscheint irwnathd) einmal. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gderhesjen Notatwnsdrnck and Verlag der VrühNchen Untncrfudlfl - v»zch- und BtetnbtudeteL 8L Lange. Lietzen. Redaktion. LxvedMon und Druckereir Schul- strotze 7. Expebttlon und Verlag i fcn.« 6L Redaktion: 112. Tett-Abu: AnzeigerGletzen. politische Lagesscha«. Nationalliberale Redaerschule. Die von der nationci(liberalen Partei im Wahlkreise Bochum geplante Rednerschule wird am 3. Juni inS Leben treten. Es hat sich bereits eine genügende Anzahl Schüler für den Kursus gemeldet und weitere Anmeldungen stehen bevor. Auch sind für sämtliche Lehrfächer der Schule Dozenten gewonnen worden, so daß auch in dieser Beziehung der Kursus gesichert ist. Wie eS bei einem politischen Untec- weisungSkursuS selbstverständlich ist, stehen in dem Lehrplan obenan Parteigeschlchte, Nationalökonomie, soziale Gesetzgebung. So wird ein Vortragszyklus die Grundzüge der Nationalökonomie behandeln, cm weiterer Geschichte und Programme der deutschen Parteien, unter besonderer Berück- sichtigung der nationalliberalen Parten Durch den ganzen Kursus hindurch soll sich eine VortragSfolge ziehen über Entwickelung und Wesen der liberalen Weltanschauung. Ferner werden besondere Unterrichtsstunden angesetzt für die Arbeiter- versicherungSgesetzgebung, Geschichte dcS Sozialismus und deS Kommunismus, preußische und deutsche Verfassung, Finanz- wirtschaft, Steuerfragen, die Industrien hes Weltmarktes, Gewerkschaftsbewegung, Kommunalpolitik und private Arbeiterfürsorge. Der Kursus wird drei Monate dauern, und zwar soll vormittags und nachmittags unterrichtet werden. Nebenher wird für Werks- und Zechenbeamte sowie für sonstige Herren, die zwar auch Unterweisung wünschen, sich aber nicht für die ganze Zeit frei machen können, ein Abendkursus laufen, in dem über die in dem HauptkursuS behandelten wichtigeren Fragen zusammensasiend referiert wird. Aus StaOi uno »uns. Gießen, 22. Mai 1907. — Ein pharmazeutisches Institut in Gießen. Auf der kürzlich abgehaltenen Hauptversammlung deS Apo- theker-Vereins im Großherzogtum Heften streifte der Vor- sitzende, Medizinalrat Dr. Vogt-Butzbach, in seinem Jahresbericht auch die Frage der Errichtung eines pharmazeutischen Instituts an der Landesuniversität. Es heißt darüber in dem Jahresbericht: In der Frage ist eS gerade in Hinblick auf die bevorstehende Dreihundertjahrfeier besonders zu bedauern, daß das altehrwürdige Laboratorinm Liebigs in so ttostlosem, verwahrlostem und verkommenem Zustand sich befindet. Seine (Dr. Vogts) in dieser Beziehung bei dem Großh. Ministerium unternommenen Schritte hätten bis jetzt noch keinen Erfolg gehabt. ** Eine Sitzung b e 5 Prooinzial-AuSschusses der Provinz Oberhesjen findet am 26. d. Alts., vormittags 9 Uhr statt mit 'olgender Tagesordnung: 1. Enteignung von Gelände zur Verbreiterung der Homburger Straße in Bad Nauheim. 2. Sitzung des Gemeinderats zu Büdingen am 3. August 1906. 8. Geinch des Heinrich Weil zu Langsdorf um Erlaubnis zur Errichtung eines leslstehenden TampikesselS. 4. Gesuch der Theodor Remartz Ehelrau zu Gießen um Erlaubnis zum Betrieb einer Schaukwirtschalt. M Die Arbeiten für die Wiederherstellung des neuen Schlosses schreiten, wie man iin8 mitteilt, rüstig vorwärts und werden aller Voraussicht nach Ende Juni beendigt sein. Vorige Woche fand die erste Probeheizung der von der Firma Käuffer u. Co. zu Mainz ausgeführten Zentralheizungsanlage statt. Die Verlegung der Fußboden- platten für den großen Saal im Erdgeschoß wird Ende dieses Monats durch die Firma Jean Dern u. Co. hier erfolgen, während die Anfettigung der fünf großen Beleuchtungskörper für diesen Saal der Firma Wigand u. Gräfe in Gießen über* tragen worden ist. ** Heimat pflege- und Volkstrachtenfest zu Butzbach. Mr sind in der Lage, nachstehend das oifigielle Programm mitzuteilen: Sonntag, den 16. Juni: Eröffnung des Heimat- und Dolkstrachtenmuseums durch den Historiscyen Verein zu Butzbach. Feier in der Festhalle: Preisverteilung an die Verfasser der von dem Verein für ländliche Heimatpslege, Wohlfahrt- und Kunstpflege preisgekrönten^Gedichte und Erzählungen (PreiÄrusschreiben vom 18. April 1907); Vocrrag der täei preisgekrönten Gedichte; Spinnstubenliedec; Blumeirreigen; Harmonika- Preisspiel (Preisausschreiben des Vereins für ländliche Heurutt- pflege, Wohlfahrt- und Lunstpflege vom 3. Mai 1907); Vortrag voy Gedichten in WettMuer Mundart^ Mukstücke. — Lonzett 2734 Mark. Das Gebäude besitzt jetzt Telephon und eine gute Wasserleitung, bauliche Vergrößerungen und Verbesserungen sind geplant; die Mitgliederzahl des Vereins stieg auf 1650. Nach der Rechnungsablage ergab sich für den Landeslehrerverein eine Gesamteinnahme von 13 426 Mark, Ausgabe von 10 465 Mark, das Vermögen beträgt 4961 Mark. Der Unterstützungsverem hatte eine Einnahme von 6782 Mark, Ausgabe 3434 Mark. Bei Beratung des Voranschlags für 1908 wurde auf Antrag, des Vorstandes beschlossen: „Vom 1. Januar 1908 ab erscheint der Lchul - bote wöchentlich, vorläufig in Stärke von einem Bogen, der Ausbau soll allmählich erfolgen." Tamtt ist eine Erhöhung des Jahresbeitrags von 3 auf 4 Mark erforderlich. Der Voran,ch.ag mit Einnahme und Ausgabe von 11975 Mark findet einstimmige Annahme. Mtt Bezug auf den Beschluß der hessischen Land- wirtschaststammer vom 8. Mai, Antrag Hensel, betreffend Unterrichtszeit in der Fortbildungsschule, wurde von den 800 Lehrern folgende Resolution einstimmig und mit Beifall angenommen: „Tie Vertreter-Derfammlung des Landes-Lehrervereins bebau ert den Beschluß der Lanow-irtschastskammer vom 8. Mai, weist den Vorwurf über den geringen Ersttg des J-ortbildungs- schulunterrichts entschieden zurück und hofft, daß die oberste Schulbehöroe auf eine Späterlegung der Unterrichtszeit von 5—7 auf 7—J Uhr abends nicht eingeht." Dann erfolgte die ui der Presse bereits vielbesprochene Obmanns wähl. Da Obmann Backes-Darmstadt wegen seines hohen Alters zurücktreten will, muß vteuwahl erfolgen. Die Wahl verlief sehr ruhig. Der bisherige Schriftführer Huff-Darm stadt wurde mtt großer Atajorttat gewählt. Zum zweiten Obmann wurden Kaßlick-Darm- ftabt wieder- und zum Schriftführer Krapp-Darmstadt neu Awählt. Da Backes in diesen Tagen fein 25 jahrigeS Jubiläum ais Leiter des Landeslehrervereinü feiert, so ernannte ihn die Versammlung zum Ehrenvorsitzenden und überwies ihm 500 Mark zu der Dackesstistung. Auf Wunsch des Vorstandes wird Backes die Obmannsgeschäfte noch bis 1. Januar 1908 führen. Die Anträge, betreffend Beseitigung der öffentlichen Kirchenprüfungen, der Beaufsichtigung der Schulkinder beim Besuch des Gottesdienstes durch den Lehrer, die Leichen- beglettung durch Lehrer und Schüler, wurden einstimmig angenommen; ebenso ein Antrag des Vorstandes, der eine Gleichstellung der Volksschule mit den höheren Schulen in Bezug auf Ferien und achttägige Pfingstferien fordert. Annahme fand ferner ein Antrag Hnngen, der fordert, daß die in die Schule au f z u n e h m e n d e n Kinder am L Jan. das 6. Lebensjahr zurückgelegt haben müssen. Es soll hierüber mit dem deutschen Lehrer verein verhandelt werden um eine einheitliche Regelung für ganz Deutschland herbeizuführen. Am Abend fand im Daalb au ein überaus stark besuchter Festkommers statt, an dem auch die Spitzen der Behörde und Vertreter der Stadt teilnahmen. Atusikdirektor Schmidt betonte, daß gerade Friedberg unter den hessischen Städten am innigsten mit der Lehrerschaft als erste Lehrerbildungsanstalt verbunden sei. Lichtbilder zeigten die Vergangenhett des Seminars, ihre früheren Letter und Lehrer, sowie die Vorkämpfer und Begründer des Landeslehrervereins unb zum Schlüsse Vater Backes. Bei dem Konzert des Kaiser Wilhelm-Regiments, hnmoristtschen Ansprachen und Vorträgen nahm der Kommers einen schönen Verlauf. Morgen tagt die Hauptversammlung. in der Festhalle, Ansprachen, Lieder. — 2lns dem Fmplatzc ane 16. und 17. Juni nachmittags: Bolksunterhaltungen verschiedener Art. Tanzboden. Wirtschaften. — Mtt dem Trachtenfest verbunden ist die Hauplveriammlung des Hessischen Vereins für ländliche Heimatpslege, Wohlfahrt und Kunstpflege, die am Montag, den 17. Juni, staMinder. Dazu ist folgendes Programm! vorgesehen: Oeffentticye Vonräge: 1. Pflege des Gai Waues, Blumenschmucks uno Vogelschutzes in den Volksschulen, sowie in besonderen Vereinen, Hauptlchrcr Swrcb-ButzMiai; 2. (Sin* schränknng und Verhütung der bei der Feidbereinigung^ sowie her Bach-Unterhaltung und -Regulierung enistehenden Schaden für das landschaftliche Aussehen der Gemarkungen, Rechtsanwalt Dr. v. Helmolt-Friedberg; 3. Transport von Kranken und Verletzten auf Straßen und in Häusern, Kreisarzt Dr. Nebel-Friedberg; gleichzeitig werden Tragbahren, Tragvorrichtungen, JUan- ken-Transportwagen, Verbandkasten, sowie Santtätsschränke aus- aeftelit und erklärt; 4. Verbesierung der Dauweije ui Dörfern, Projelsor Watbc-Darmstadl; truiwäftticher Teil: 5. '^eschäfte-bericht der Vorstandes; 6. Rechnung für 1906/07; 7. Voranschug für 1908 ; 8. Aendcrung der Statuten; 9. Stalrtt für die Bezirk Kpen; 10. Bestimmung des Orts der nachnen Hauptvcrsauun- Nach Schluß der Versammlung ! intet gemeinschaftliches Mittagessen im Hotel „Hessischer Hos" statt. -v Friedberg, 21. Mai. Die gestern hier geschlofteue Tilberkul ose-AuSftellung war von 4124 Personen besucht. Gewiß eine über Erwarten hohe Ziffer, die ein weitgehendes allgemeines Interesse bekundet. Auch auf sonstige Weise hat dieses Interesse sich noch bekundet, sei es auch nur durch einige spöttische Bemerkungen bei den Stammtischunterhaltungen über — inne illae lacrimae — Bierherz und Trinkerlunge. Die Ausstellung hat die wünschenswerte Beachtung gefunden und damit ihren Zweck erfüllt. R.-B. Darmstadt, 21. Mai. I. I. K. K. H. H. der Großherzog und die Großherzogin, sowie Prinzessin Dorothea von Solms-HohensolmS-Lich kehrten heute nachm. 6 Uhr mittelst Automobils auS Lich hierher zurück und wohnten am Abend der Schlußvorstellung im Hoftheater bei. Zur Aufführung kam die „Lustige Witwe" bei aufgehobenem Abonnement vor ausverkauftem Hause. Matnz-Mombach. 20. Mai. Als gestern früh 5 Uhr ein Schutzmann die Budenheimer Straße abpatrouillierte, bot stch ihm ein trauriges Bild ehelichen Zwist es zwischen zwei .fahrenden Leuten*. Im Straßengraben |aöt nur mit einem zerrissenen Hemde bekleidet, einer ,sahrenben SangerS" holdes Lieb, bitterlich weinend über des Ehemanns Lieblosigkeit. Dieser hatte sein EhegesponS aus dem Wagen geworden und ihrem Schicksal tn kalter 'Morgenstunde überlasten. Der Schutzmann eilte dem Treulosen per Rad nach und holte ihn vor Budenheim em. Da aber alle Vorstellungen den fahrenden Sänger nicht zur Rückkehr bewegen konnten, so mußte er sich damtt begnügen, sich wenigstens dre Kleider für die verstoßene Frau zu erzwingen und diese der Ver- lastenen zu überbringen. WormS, 21. Mai. Der Begrüßungsabend zu der Tagung der Deutschen Kolonialgesellschaft war außerordentlich gut besucht. Nach Ansprache deS VettreterS der Abteilung der Regierung, der Stadt und deS ReichStagSabg. Frhrn. v. Heyl zu Herrnsheim sprach Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg. Seine Rede, die mit einem Heil auf den deutschen Geist schloß, wurde mit stürmischem Beifall ausgenommen. Die Verkürzung der südwestafrikanischen Entschädigung erfuhr Mißbilligung. -k. Gleiberg, 21. Mai. Ein Unglücksfall, ber{ für eine ganze Reihe von Menschen hätte verhängnisvoll werden können, trug sich am ersten Feiertag am Fuße unserem Ruine zu. Ein Ziegelmeister auS Leihgestern fuhr mit zwei, Frauen und fünf Kindern in einem leichten Wagen vom PfingstauSflug nach Hause. Bei der bekannten Linde kam der Wagen den steilen Berg hinab ins Rollen und konnte nicht mehr gehalten werden. Die Frauen und Kinder retteten sich durch Abspringen, wobei eine der Frauen mit einem' etwa dreijährigen Kinde auf dem Arme vorn Kutschbock herunterspringen mußte. Sie alle sind unverletzt geblieben. Der Ziegelmeister, welcher ebenfalls absprang, erlitt dagegen einen schweren Beinbruch. ? Aßlar a. d. Dill, 22. Mai. Die Firma Berken- hoff u. DrebeS vergrößert gegenwärtig hier ihre Drahtzieherei bedeutend und die früher in Herborn beschäftigten. Arbeiter finden jetzt hier dauernden, lohnenden Verdienst., Im Ganzen sind z. Zt. an 200 Arbeitskräfte angestellt.. Im Laufe dieses Jahres soll noch eine Stahlhärterei erstehen. p Wetzlar, 22. Mai. Unser Säuturm und die anschließenden Stadtmauerteile sollen wieder hergestellt, werden. Der Staat, die Rheinprovinz und die Stadt Wetzlar werden hierzu je 1500 2)1. leisten. Der Regierungspräsident hat erklärt, daß bei aller Anerkennung der bisherigen Bestrebungen und Aufwendungen unserer Stadt auf dem Gebiete der Denkmalspflege er doch der Unterlassung der Unterhaltung deS für das Stadtbild Wetzlar so bedeutungsvollen Sau- turmS nicht länger zusehen könne. — Die Firma Friedrich Krupp hat durch die Bergverwaltung Weilburg vergangene' Woche für das hier zu errichtende Volks bad eine freie Beihülfe von 5000 Mark gewährt. Außer den bedeutenden Beträgen der BuderuS'schen Eisenwerke, der. Firma Ernst Leitz, der Mitteldeutschen Kreditbank und be§' Generaldirektors Kaiser sind neuerdings auch von der Gewerk-, schäft Raab und dem Vorsitzenden des AufsichtsrateS der Buderusschen Eisenwerke Kommerzienrat Wittekind erhebliche Summen gezeichnet worden; zusammen sind eingegangen 20100 Mark. )( Frankfurt a. M., 21. Matt Das englische Komitee zum Studium städtischer Einrichtungen, bestehend aus 47 Parlamentsmitgliedern, Bürgermeistern und städtischen Verwaltungsbeamren, traf heute Nachmittag im hiesigen Hauptbahnhof ein. Zum Empfange waren erschienen, der englische Generalkonsul Francis Oppenheimer, die Konsuln Schwarz und Gardener, sowie einige Vertreter der englischen Kolonie. In zwei von der Stadt gestellten elektrischen Sonderwagen wurden die Gäste naq dem Hotel Fürstenhof gebracht, wo sie Wohnung nehmen. Heute abend fand im festlich geschmückten Kaisersaale des Römer, auf dessen Tischen auch das Silber der Stadt Frankfurt prangte, ein Diner zu Mren der englischen Gaste statt. Heer und Flotte. — Von PriNwltz unb Gaffron, Vizeadmiral und Chef der Marmestation der Ostsee, wurde zum Admiral befördert. Von Ah le selb, Vizeadmiral, wurde zum Chef der Vlarmestatton in der Nordsee ernannt Von ® en bemann, Admiral und Chef der Marmestation der Nordsee, wurde zur TiSpositton gestellt — Der bekannte, in die TippelSkirch-Affäre verwickelt gewesene Major Fischer, tommanbiert zum Oberkommando der Schutztruppe, ist unter Gewährung der gesetzlichen Pension verabschiedet Vertreter- und Hauptversammlung deS hessischen Landes leh rcrvereiuö. L k- Friedberg, 21. Mau Heute begannen im Saalbau die Verhandlungen der diesjährigen Tagung des Landeslehrervereins unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung. Der Saal, der größte Friedbergs war überfüllt Zum letztenmal wurde die ordentliche Jahresversammlung von dem langjährigen Obmann „Vater" Backes aus Darmstadt geleitet, der mit lebhaftem Beifall begrüßt wurde. Er gab seiner Freude über den starken Besuch Ausdruck und stellte fest, daß 105 Vereine mit 170 Delegierten vertreten waren. Aus seinen Vorschlag wurde an den Bruderverein in Württembergs der heute in Stuttgart tagt, ein Begrüßungs- telegramm gesandt. Seminarlehrer Müller aus Friedberg begrüßte die Versammlung namens des Bezirksvereins Friedberg und wies auf die gut beschickte L e h r - Mittelausstellung in der Turnhalle des Lehrerseminars hin. Backes verlas hierauf ein Schreiben des Ministers Vr aun, der den Landeslehrerverein für 1908 aus Anlaß der in Darmstadt ftattfindenden hessischen Landesausstellung für freie uno angewandte Künste nach Darmstadt einlädt. Darauf beschloß die Versammlung ihre nächstjährige Delegiertenversammlung in Darmstadt abzuhalten. Dem vom Vorsitzenden verlesenen Rechenschaftsbericht sei folgendes entnommen: Das Vereinsjahr war infolge der Gehaltsbewegung eines der bewegtesten der letzten Jahre. Wenn auch manches erreicht wurde, so müssen die Lehrer doch stets dahin streben, mit den ihnen gleichkommenden Beamtenklassen gleichgestellt und in das Beamtenbesoldungsgesetz eingereiht zu werden. Die Anrechnung des Militärdicnstjahres als Dienstjahr wurde er* reicht. Es gilt eine bessere Regelung der Witwen- und Maisenversorgung herbeizuführen. Weiter sind in Vorbereitung eine bessere Vergütung des Lektorendienstes und des Unterrichts in den Fortbildungsschulen. Tas Vereins- vrgan, der „Schulbote", erscheint im 48. Jahrgang in 3450 Exemplaren. Tas Veremsoermögen beläuft sich auf 4961 Mark, von der Providentia erhielt der Verein 541 Mark. Die außerordentliche Versammlung am 2. Januar 1907, die sich mit der Gehaltsregulierung befaßte, verlief ernst und würdig. Backes kommt dann auf die äußerst günstige Entwicklung des Landeslehreroereins feit den 26 Jahren hin, die es ihm vergönnt war, den Verein zu leiten. Damals gehörten dem Landeslehrerverein 55 Bezirlsvereine mit 1100 Mitgliedern an, heute sind es 107 Bezirksvereine mit 3100 Mitgliedern. Auch im Hinblick auf das Volksschulwesen konstatiert er eine sehr befriedigende Entwicklung und zollt der Schulbehörde und ihren Vertretern Dank und Anerkennung. (Beifall.) Hessens Schulwesen könnte und sollte für andere deutsche Bundesstaaten vorbildlich sein. Der Landeslehrerverein ist ein Glied des allgemeinen deutschen Lehrerbunds, dessen Mitgliederzahl auf 112 768 Mitglieder an gewachsen ist. Lebhafter Beifall folgte den Ausführungen. Dem Jahresbericht des Unterstützungs- Vereins provisorisch an gestellter Lehrer sei entnommen, daß dieser 787 ordentliche und 200 außerordentliche Mitglieder zählt; an 13 Lehrer und Lehrerinnen wurden 3434 Mark als Unterstützung in Krancheitsfällen ausbezahlt. Der Verein besitzt 14 507 Mark Vermögen. Dern aus Ulfa berichtet über den Verein Lehrerheim Vogelsberg. Er betont, daß sich der Verein finanziell günstig entwickett hat, der Lassenvorrttt beträgt Oberbürgermeister Adickes empfing die Gäste und führte bei seinem Beqrüßungstoast, den er zunächst in deutscher Sprache hielt, etwa Folgendes aus: Es sei das erste Mal, daß man in diesem Saal ausländische Gäste -begrüße. Früher seien die Deutschen nach England gekommen, um dort die Gemeindeeinrichtungen zu studieren. Er sei erfreut, daß jetzt die Engländer hierher gekommen seien, um sich zu überzeugen, wie man das weiter gebildet habe, was man von ihnen gelernt habe. Diese gemeinsame Arbeit auf dem Gebiete des munizipalen Schaffens sei eines der besten Mittel zum gegenseitigen Verständnis der Nationen und zur freundlichen und verständnis- vollen Ausgestaltung der internationalen Beziehungen. Da Engländer und Deutsche in diesem Bestreben vereint seien, so schlage er vor, bei dieser Gelegenheit auf das Wohl der Monarchen der beiden Länder, König Eduard und Kaiser Wilhelm, zu trinken. Kurz darauf hielt Oberbürgermeister Dr. Adickes noch eine Rede, in englischer Sprache. Er erbat die Nachsicht seiner Gäste dafür, daß er ihre Muttersprache nicht vollkommen beherrsche, es käme ihm auch nur darauf an, ihnen einen recht herzlichen Willkomm zu bieten. Die munizipalen Wrperschaften in Deutschland wie in England hätten ein gemeinsames Ziel: den Kampf gegen soziale Schäden und für die Verbesserung des Loses der weniger begünstigten Klassen. In diesem Kampfe seien die beiden Völker Bundesgenossen und müßten fest zusammenstehen. Sein Toast gelte dem Wohle der englischen Gäste. Der Präsident des englischen Komitees, Lord Lyveden, bedauerte sehr, die Begrüßungsworte nicht in deutscher Sprache erwidern zu können. Er könne nur sagen, daß er und seine Landsleute mit großen Erwartungen hierher gekommen seien, daß aber die Aufnahme in Frankfurt alles übertroffen habe. Hierauf erhob sich der frühere englische Kultusminister, Sir John Gorst, der etwa folgendes ausführte: Die Bemühungen um die Vervollkommnung munizipaler Einrichtungen knüpfen ein enges Band zwischen den verschiedenen Nationen, aber das Ziel der gegenwärtigen Studienreise sei noch ein höheres, die B e f e st i g u n g d e s internationalen Friedens, der das höchste Ziel der Kultur sei. Weiter sprach der Sekretär des Komitees Dr. Lunn, der auf die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen England uno Frankfurt auspielte. Vor einem Jahre hätte das Komitee in der alten Kaiserstadt Aachen seine Studien betrieben; nun käme die alte Kaiserstadt Frankfurt, die ja auch auf literarischem Gebiete mit England in engen Beziehungen stehe. Er schloß mit einem Hoch auf den Oberbürgermeister Adickes, das von den englischen Gästen mit einem dreimaligen Hurra beantwortet wurde. An die offiziellen Reden schlossen sich noch einige Ansprachen an. ♦* Kleine Mitteilungen c n "S dessen und den Nachbarstaaten. .In Mainz trug sich am Samstag auf der Großen Bleiche ein Automobil-Unfall zu. Die Frau des Landwirts Schneider aus Budenheim befand sich mitten auf dem Fahrweg, als ein Awmobil daher kam. Der Chauffeur sah die Frau ,und bog vorschriftsmäßig rechts ab. Statt nun stehen zu bleiben oder nach dem Fußsteig der Schillerftraße zu gehen, schrie die Frau beim Anblick des Auws laut aus und lief seitwärts gerade gegen das Fahrzeug. Sie wurde von diesem umgeworfen und einige Meter weit geschleift und an Kopf, Brust und der einen Hand lebensgefährlich verletzt. Während man die Verunglückte unter dem Wagen hervorholte, wurde der Krankenwagen vom 4. Bezirk durch den Fernsprecher herbeigerufen und die Frau nach dem Hospital gebracht. Das Fahrzeug wurde von der Polizei beschlagnahmt. — In Gaualgesheim wurde ein Gendarm im Kampf mit Wilderern in vergangener Nacht erschossen. — In Frankfurt stürzte der Dachdecker Christoph Schmidt aus Offenbach vom Dach des Lokomotivschuppens auf dem Ostbahnhofe und erlitt so schwere Verletzungen, daß er alsbald starb. Er hinterläßt Frau und Kinder. — Als er sich gerade im Pfingsttrubel aus Frankfurt drücken wollte, wurde auf d»em Hauptbahnhofe der aus Kassel gebürtige Kaufmann Fritz Beck festgenommen, der seinen Prinzipalen 3000 Mk. unterschlagen hatte. Von dem Geld fand man nur noch 300 Mk. bei ihm, dafür aber zwei geladene Revolver. — In Höch st a. M. trat am 21. Mai der 8 Uhr-Ladenschluß in Kraft. Dort er- lstingte sich, weil er nicht Soldat werden wollte, der 20jährige Arbeiter Joseph Göller. — In Frankfurt ist der Aepfel- wein 2 Pfennige billiger geworden. Der Schoppen kostet wieder 10 Pfg. Vermischtes. * Die Korn- oder Roggenmuhme. Wenn das Korn in den Aehren steht, geht nach märkischem Volksglauben^in der Mittagsstunde heißer Sommertrage die Kornmuhme um. In leuchtendem weißen Gewände und flatterndem Goldhaar schreitet sie über die wogenden Saaten. Ihrer Obhut ist das Wachsen und Gedeihen des Kornes anvertraut und wehe dem Frevler, der ihren Feldern verwüstend sich naht. Kinder, die, nach Kornblumen suchend,, mutwillig die Halme niedertreten, lockt sie so tief in das Aehrenfeld hinein, daß sie sich nicht mehr herausfinden und umkominen müssen. Dem Bauern, der lieber ins Wirtshaus geht statt aus seine Felder und seine ganze Ackerschaft zu achten, streut sie Unkraut unter die Saat oder lenkt ihm Hagel und Wetterschlag auf das Feld. Anderseits hat aber der fromme und fleißige Bauer an ihr eine gute Helferin und Be- z schützerin; seine Felder bringen hundertfältige Frucht, und weder Mohn noch Rade blüht aus seinem Acker. Mit ihren Schützlingen, den „Heimchen", den Seelen der unschuldig gestorbenen Kindlein, sucht die Kornmuhme alles Unkraut aus dem Acker heraus. Die Kornmuhme ist eine speziell nrärkischc Sage und wahrscheinlich altwendischer Herkunft. Augenscheinlich hat man in der Gestalt eine Verkörperung der ehemaligen Erdgöttin vor sich: wie diese, spendet auch die Kornmuhme Leben und Wachstum und wie diese nimmt auch sie die toten Kinder in ihre Hut. * Kleine Tageschronit. Am 21. Mai ertranken beiIsmaning tn der I s a r infolge Umkippens des Kahnes der Vorstand des Straßen- und Flnßbauamtes, Bauamtmann Kahn, Bauamtsassessor Spiegel und zwei Arbeiter. — Amtliche Handausgabe des Urkundenstempelgesetzes. Soeben ist in amtlicher Handausgabe im Großh. Staatsverlag erschienen: Gesetz über den Urkundenstempel vom 12. August 1899 in der vom 1. April dss. Js. an gellenden Fassung. Ter Gesetzeslext ist im Auftrage der Großh. Mmisterien von Ministerialrat Lorbacher und Regierungsrat Graes mit Anmerkungen und Erläuterungen versehen worden. In einem Anhänge sind die zugehörigen Verordnungen und Bekanntmachungen enthalten. Sich dieses äußerst praktische Werkchen anzuschafsen, das alle einschlägigen Bestimmungen umiaßt, ist allen Behörden, Notaren u. s. w. sehr äh empfehlen. Tas Gesetz ist in sämtlichen Buchhandlungen zum Preise von 1 Mk. erhältlich. Universitäts-Nachrichten. M a r b u r g, 20. Mai. Wie man der „Oberhess. Ztg." auS Berlin mitteilt, ist der Leiter unserer medizinischen Klimt, Prof. K ü t t n e r, an erster Stelle als Nachfolger von Geh. Rat Garee m Breslau ausersehen. Kandel. Zur Geschäftslage der Fahrrad-Industrie. Aus Fachkreisen wird der F. Z. geschrieben, daß die ersten Monate des laufenden Jahres dem Fahrradgeschäft wenig günstig gewesen ind. Das ist in erster Linie auf den langen Winter zurückzuführen; infolge der Witterung war die Nachfrage recht gering, und da die Händler noch größere Lagervorräte hatten, waren sie doppelt zurückhaltend im Erteilen neuer Aufträge. Im April ist das Geschäft lebhafter geworden und zurzeit ist die Nachfrage recht flott. Ebenso hat es den Anschein, daß auch die nächste Zeit der Fahrradindustrie wieder lebhaftere Beschäftigung bringt. Der Bau von Motorrädern hingegen liegt unzufriedenstellend. Die Erwartungen, die manche Werke bei der Aufnahme dieses Zweiges gehegt hatten, finb nicht annähernd in Erfüllung gegangen. Tie Verhandlungen auf engeren Zusammenschluß der Fahrradfabriken werden fortgesetzt; bisher ist man aber zu keinem bestimmten Ziele gekominen. Die Berliner Börse war am Dienstag bei Eröffnung matt und weiterhin schwankend. In Newyork macht sich wieder Geldversteisung bemerkbar. Besonders scharf wurde der Banken- markt mitgenommen. Das Geschäft und bic Verdienstaussichten der Institute seien weiter verringert. Das Frühjahrsgeschäft kann als ganz fehlgeschlagen bezeichnet werden. Handelsanteile gingen 2°/0 zurück. Deutsche Bank bis 226,10, Dresdener Bank bi? 141,75 und Schaaffhausenscher Bankverein bis 140,70. Auch Montanaklien waren angeboten wegen neuer Streiknachrichten und auf die fortgesetzt widersprechenden Berichte über die Lage der Industrie. Schiffahrtswerte wichen auf Gerüchte über einen drohenden Seemannsstreik. Auch sollen die Anmeldungen für die Juliauswanderng recht gering sein. Privatdiskont 41/,°/0. Leipzig, 21. Mai. Ein Konsortium, bestehend aus der Allgemeinen Deutschen Kreditanstalt Leipzig, der Leipziger Filiale der' Deutschen Bank, sowie den Leipziger Bankhäusern Bruhm und Schmidt, Hammer u. Schmidt, Mayer n. Co. und H. C. Plaut übernahm fest vom Rate der Stadt Leipzig 8 Millionen Mark vierprozentige Leipziger Stadtanleihe, Serie 1, unkündbar bis 1912 und wird dieselben am 29. Mai zum Kurse von 99*/2 zur öffentlichen Subskription auflegc . — Heldburg-Gesellschaft und Darmstädter Bank. Der Abschluß dieser Gesellschaft ist nun erschienen und weist einen bilanzmäßigen Verlust von 412 334 Mk. auf, der aus dem Rerservefonds gedeckt werden soll. Für 1905 ergab sich ein Betriebsverlust von 160 252 Mk., um den er später aus dem Buchgewinn der Sanierung gedeckte Gesamtverlust auf 7 254 639 Mark anwuchs. An Reserven stehen dem Unternehmen jetzt zur Verfügung als Rückstellung gegen die Verpflichtung des Gründers Ribbert bezw. als ordentliche Reserve 1,8 Mill. Mk. Ferner ist vorhanden eine Schachtbau-Reserve Wilhelmshall mit 2V2 Millionen Mark und eine allgemeine Effektenreserve von ca. V2Mill. Mk. Wegen der Ergebnisse des laufenden Jahres wird darauf aufmerksam gemacht, daß das 1. Quartal 1907 für die Kaliindustrie aus mannigfachen Gründen recht ungünstig verlief. Die Rekonstruierung der Heldburg-Gesellschaft durch die Darmstädter Bank, die bekanntlich noch unter der Leitung des jetzigen Staatssekretärs Dernburg im Mai 1906 vor genommen wurde, war ungenügnd. Dies zeigt schon die Kursentwicklung der Aktien. Diese, für die die Darmstädter Bank im Mai 1906 1071/2 Proz. bezahlt hat, und die zu 115 Proz. den Besitzern der alten Aktien zum Bezüge angeboten werden sollen, sanken zeitweise bis unter 60 Proz. und halten sich gegenwärtig auf einem Niveau von .70 Proz. Es ist denn auch, wie das B. T. bemerkt, ein öffentliches Geheimnis, daß bei gelegener Zeit der Versuch gemacht werden wird, die Verhältnisse der Ribbert'schen Gründung einer definitiven Gesundung zuzuführen. — Konkurse in Hessen, lieber bas Vermögen der Georg Kneib Witwe, Handelsgärtnerei in Laubenheim, wurde am 8. Mai vorm. 11 Uhr das Konkursverfahren eröffnet. Anwaltsgehilfe Peter. Fr ei t a g in Mainz wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 31. Mai bei dem Amtsgericht Mainz anzumelden. —"lieber das Vermögen der offenen Handelsgesellschaft in Firma Robert Bleidt in Mainz, Zweigniederlassung in Düsseldorf, wurde am 11. Mai vormittags V2IO Uhr das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Dr. G a ß n e r in Mainz wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 15. Juni bei dem Amtsgericht Mainz anzumelden. — Heber den Nachlaß von P h. Hammer II. von Wackernheim wurde am 7. Mai nachm. 4 Uhr das Konkursverfahren eröffnet, da der Nachlaßverwalter die Eröffnung beantragt und die Ueberschuldung des Nachlasses glaubhaft gemacht hat. Notariatsgehilfe Emil G ö t t l in Ober-Ingelheim wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 27. Mai bei dem Amtsgericht Ober-Ingelheim anzumelden. Spielpla« drr vereinigten Frankfurter Stadttheater. Opernharts. Donnerstag den 23. Mai*): „Violetta/ Freitag den 24. Tlai, abends halb 8 Uhr: „Die Fledermaus." Samstag den 25. Mai, abends halb 8 Uhr: „Salome." Sonntag den 26. Mai, abends 6 Uhr: „Die Meistersinger von Nürnberg." Montag den 27. Mai, abends halb 8 Uhr: „Die lustige Witwe." Schauspielhaus. Donnerstag den 23. Mai, abends halb 8 Uhr: „Husarenfieber." Freitag den 24. Mai: „Fiorenza." Samstag den 25. Mai: „Ein Wintermärchen." Sonntag den 26. Mai: „Ein Winter- inärchen." Montag den 27. Mai: Gesamt-Ga st spiel des Deutschen Theaters zu Berlin: Zum ersten Male: „Das F r i e d e n s s e st." Dienstag den 28. Mai: Gesamt- Gastspiel des Deutschen Theaters zu Berlin: Zum ersten Male: „Frühlings Erwachen." Mittwoch den 29. Mai: Gesamt-Gast spiel des Deutschen Theaters zu Berlin: Zum ersten Male: „Der Gott der Rache." *) Anfang, wenn nicht ander? bemerkt, abends um 7 Uhr. zu so früher Stunde — es wird schon um SA7 Uhr und früher geweckt — noch nicht ausgeschlafen, man muß fortwährend in das Kind hmeinsprechen, damit es sich nicht wieder im B ttchen umlegt und fest weiterschläft. Wenn man das so sieht und miterlebt, da fragt man sich unwillkürlich, ob es denn unbedingt nötig sei, diese jüngsten und meist zarten. Schulkinder so früh aus ihrem besten Schlafe zu stören und sie des noch so guten Morgenschlafes der Schule wegen zu berauben. Könnte man denn auf diese kleinen Mädchen nicht die gleiche Rücksicht nehmen, die vor etwa 8 oder 9 Jahren in der Vorschule des Gymnasiums auf die jungen Knaben genommen wurde, die damals auch um Vi>9 Uhr im Mai zur Schule kommen sollten. Damals wurde es auf erhobene Reklamation von feiten einer Anzahl Väter hin eingerichtet, daß die kleinen Knaben erst um 9 Uhr zu kommen brauchten, was durch Andersgestaltuug des Stundenplans ganz gut möglich war. Was aber bei den Knaben angezeigt erschien, das scheint mir von noch größerer Bedeutung bei den kleinen Mädchen zu sein. Diesen härteren Geschöpfen sollte man erst recht die so notwendige, längere Morgenruhe gönnen. Ich glaube, daß es nach den bis jetzt gesammelten Erfahrungen nur dieser Anregung bedarf, um die maßgebenden Kreise auf den bestehenden und unliebsamen Mißstand aufmerksam zu machen. Sie werden sicherlich einmütig und gerne dazu mithelfen, daß unsere lieben, kleinen Mädchen auch nach Pfingsten den so benötigten, stärkenden Morgenschlaf noch etwas länger in Ruhe genießen können. • Einer für Viele. Ein beim Thenterbau beschäftigter Arbeiter hat vor einigen Tagen folgendes Göttergespräch belauscht: Thalia: Du, Melpomene, sie kratzen ja um unfern Tempel endlich alles schön sauber, aber ich sehe da in der Ecke immer noch den alten Steinklumpen. Was ist denn das eigentlich? Sieh' dich mal um! , Melpomene: Ich kann mich nicht umdrehen, ich habe mir hier oben bei dem elenden Frühling einen steifen Hals geholt. Mer ich weiß schon, das ist das Torhäuschen. Apollo schimpft und flucht in einem fort darüber, weil sein Gaul davor scheut und seine Karre nächstens umschmeißt. Thalia: Ja, warum reißen sie denn die Bude nicht ab? Mir verdirbt sie auch die ganze Aussicht. Melpomene: Das verstehst d lyncht, das ist das „Wahrzeichen von Gießen", hat der Stadtverordnete Ebel gesagt. Thalia: I wo! ich denke, unser Tempel ist das Wahrzeichen des Geschmacks und Bürgersinnes von Gießen. Melpomene: Du hast Recht, aber das Ding,da unten ist ein „Denkmal", es ist „gesetzlich geschützt". Die Heiner sollen schon von Jugend auf lernen, wah scheußlich ist, damit sie es wissen, wenn sie einmal Stadtverordnete werden. Apollo: Was schwätzt Ihr da für dummes, freches Zeug, Ihr unangezogenen Weiber. Es handelt sich hier um die „Erhaltung des historischen Stadtbildes". Mit 500 Mk. soll das historische Stadtbild sogar ftisch lackiert werden. Thalia: Na dafür hätten sie dir lieber ein zweit e s Roß für deine Droschke laufen sollen. Aber wieso ist denn das Torhäuschen eigentlich ein Wahrzeichen von Gießen? Melpomene: Es ist das Wahrzeichen für die vielen Thor—heften, die hier mit einer Stimme Majorität durchgehen. Apollo: Na, wartet Ihr zwei Steingötter, wenn ich erst mit meinem Roß fertig bin, will ich Euch Heimleuchten! Die Musen: Ha, ha, ha! bis du mit deinem Roß fertig bist, ist die Bude längst weg! Wie aus den Verhandlungen der 2. Kammer hervorgeht, wurde die N e b e n b a h n f r a g e für Hessen gründlich bereiten und die Abgeordneten, soweit ihre Kreise dabei interessiert sind, haben sich an der Debatte sehr rege beteiligt, um die Verkehrswege ihrer Wahlbezirke dem allgemeinen Verkehr zu öffnen und besser zu gestalten. Dies kann nnr mit Freuden begrüßt werden. Bedauerlich ist es aber, daß die in unserer Stadt, schon so lange erstrebten Bahnlinien gar nicht zur Rede gekommen sind. Von Gießen hat man leider nichts gehört. Das einzige Projekt, das für Gießen wohl etwas Vorteil hätte, ist die Strecke Mücke -Ulrich st e i n und diese wird nun bald ihrer Vollendung entgegen gehen. Wie ist es mit Bahnen nach Laubach durch da? SolmSbachtal, nach Usingen und Bischoffen? Diese Linien würden der ©tobt außerordentlich von Vorteil sein und gerade das Hinterland hätte keinen sehnlicheren Wunsch, als mit Gießen verbunden zu sein. Es dürste doch im Interesse unserer Stadtvertretung liegen, für unsere liebe Vaterstadt in dieser Beziehung mehr zu tun! Man sollte weder Zeit noch Opfer scheuen; denn e5 erscheint als ganz notwendig gerade jetzt, wo man alle Einwohner so stark belastet, daß man auch der Stadt mehr Verkehr zuführt, der nutzbringend wirkt, damit die Steuerzahler ihren auferlegten Verpflichtungen nachkommen können! Wenn man nun die Verhandlungen der Kammer verfolgt, so kommt man zu der Ueberzeugnng: wer fortgesetzt arbeitet und nicht ruht, erreicht sein Ziel. Ich möchte als Beispiel anführen, daß unser Finanzminister in einer der letzten Sitzungen dem Abg. Joutz mitteilte, daß bezüglich der Projekte Butzbach—Usingen sind Butzbach—Wetzlar Verhandlungen in die Wege geleitet seien und diese werden wohl auch von Erfolg sein. Wo steckt da Gießen? Ebenso arbeitet Wetzlar mit Biedenkopf um die Bahn von Wetzlar durch das Artal nach dort zu bauen. Unter diesen Umständen wird für uns nicht viel mehr übrig bleiben. Aber ich hoffe, daß sich unsere Stadtvertretung und die Handelskammer mit diesen Angelegenheiten für die Folge mehr beschästigen werden. ' 1 ' 1 I '!! ■ 1 111 ■) Briefkasten der Redaktion. (Anonyme Einsendungen bleiben unberücksichtigt.) S. hier. UnS ist davon nichts bekannt. Für Ermittelungen der fragt Art ist genauere Zeit und Ortsbestimmung unerläßlich. Arbeiterbewegung. 91110 n a , 21. Mai. Eine heute abend abgehaltene Versammlung der organisierten Seeleute von Hambnrg-Altona, die von etwa 500 Personen besucht war, beschloß einstimmig, sofort in den Streik einzutreten. Der Ausstand umfaßt das gesamte Deck- und Maschinenpersonal mit Ausnahme der Mannschaften der Fischdampfer und der Schlepp- und Leichterfahrzeuge. Tie Streikenden fordern die einheitliche Regelung der Stauersätze und Erhöhung bezw. einheitliche Festlegung des Ueberstundenlohnes, sowie die einheitliche Regelung der Kündigungsfristen, des lieber- stundenwesens, des Wachesystems und des Äufneuerungswesens. Sie fordern weiter, daß ihnen Gelegenheit gegeben wird, Klagen über die Behandlung und Beköstung bei den Reedern selbst vornehmen zu können. München, 21. Mai. Auf dem gestrigen K 0 n g r e ß der deutschen SOtetallarbeiter sprach sich der Referent Schlicke- Stuttgart bei Erstattung des Jahresberichts ganz entschieden gegen den politischen Massen st reit aus und erklärte, der Verband wünsche nur, daß man in Zukunft die deutschen Arbeiter mit so unerquicklichen Erörterungen verschone. Lingejandt. (Für Form und Inhalt after unter oiefer Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion bem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Unsere lieben kleinen Mädchen sind nach Ostern in die Schule gefommen und mußten um 9 resp. 10 Uhr in den Unterricht. Die 9. Stunde des Morgens als Schulbeginn, besonders wenn man einen Weg von etwa 1/2 Stunde von zuhause bis zur Schule hat, ist den Kleinen manchmal recht schwer geworden und die Mütter werden zur Genüge davon erzählen können. Aber nun ist seit 1. Mai noch eine schlimmere Wandlung eingetreten: Die kleinen Mädchen müssen jetzt schon um 8 resp. 9 Uhr in der Schule fein, und zwar viermal in der Woche um 8 und zweimal um 9 Uhr. Aus dem besten Schlafe müssen die Kleinen morgens geweckt werden, nur schwer hält es, sie einigermaß n munter zu bekommen und den meisten Müttern tut das Herz weh, daß sie ihre kleinen Lieblinge so früh aus dem besten Schlummer tzöreg mch Winter rngchey Msses. £&£ Kind hat Telefonisches des Giessener Anzeigers, mitge und Industi Frankfurter ttiir«- 3H°/o Reichsanleihe . . 94.10 3% do. . . 83.50 3X°/0 Konsols .... 94.10 '6% do.....83.70 3^°/0 Hessen . . . 93.40 8%e/0 Oberhessen . . . 94.00 4?ä Oesterr. Goldrente. . 99.30 4l/8 % Oesterr. Silberrente 99 40 4% Ungar. Goldrente . . 93.95 4% Italien. Rente . . . 102.55 3% Portugiesen Serie I . 67.70 3-6 Portugiesen „ III 68.30 4%°/0 russ.Staatsanl. 190o 91 25 4%°,n Japan. Staatsanleihe 93.40 4 ?6 Uonv. Türken von 1903 93.90 Tttrkenlose.....139.50 4-6 Griech. Monopol-Aul. 50.10 4-6 äussere Argentinier 84.00 3°/o Mexikaner . « . 65.10 4>6o/9 Chinesen .... 96.70 Aktien: Bochum Guss..... 223.80 Buderus E. W .... 118.80 Tendenz: schwach. Berliner Börse, 2 Cauada EL B. . • . . • 169.40 Darmstädter Bank . . . 130.20 Deutsche Bank .... 225.40 Dortmunder-Union C. . . 74.50 Dresdner Bank .... 141.50 Tendenz: schwach. Kursberichte teilt von der Bank für Handel ie, ftiessen. e 22. Mai. 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmeyer . . . 126.50 Elektriz. Schuckert . . . 108.50 Escbweiler Bergwerk . . 224.40 Gelsenkirchen Bergwerk . 195.90 Hamburg-Amerik. Paket?. 129.00 Harpener Bergwerk. . . 205.80 Laurahittte...... 224.00 Nordd. Lloyd.....116.00 Obeischles. Eisen-Industrie 110.00 Berliner Handelsges . . 152.00 Darmstädter Bank 130.00 Deutsche Bank . . 225.80 Deutsch-Asiat. Bank . . 169.20 Diskonto-Kommandit. . . 169.00 Dresdner Bank . . . 141.50 Kreditaktien..... 206.10 Baltimore- und Ohio- Eiseulahn . . . 94.70 Gotthard bahn . . . . —.— Lombard. Eisenbahn . . 2210 Oesterr. Staatsbahn . . . 144.60 Prinee-Heuri-Eisenbahu . 136.00 I. Mai. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . . 205.60 Laurahiitte .... 224.00 Lombarden E. B. ... 22.20 Nordd. Lloyd.....115.80 Türkenlose . ... — Wasser- Derleibanftalt dichte Sundheimer&StrQpp pro qm und Woche 10 Pf. Frankfurt aUbv«/ Ni ich, mir i Di sein, mei 12. Ziehung Zitbang Kar die Gewinn Kamm (Ohne Gewäh I» 454 MO ic «44 151 Mi 2183 Kl 81 821 910 4 11 6(04 16 868 404 518 IM 25 9 10018 13 8 456 811 11061 173 413 it 518 ! 14193 304 532 ' 16185 203 341 Iw] 90 416 51 M 920 32 (5001 93 613 60 ' 20051 102 f7 iMOl 347 [3( 500 | 700 £4-14= (MO) 970 98 2 6 Ml n 28404 97 30134 242 3 83 3 2043 48 177 W 449 63 617 6 35186 536 83 69 N 14 988 370 39009 10 109 23( ... 40012 323 4i 8U 110 45 995 4 «39 849 931 44 46on 80 411 ! 48130 325 454 9 110 »23 830 50131 3’3 | ®15 812 1500] 5; ’ 1 ?HW°1 536 n 576 191 57.» ÜWO] »6 435 72 ... 6 0028 146 8'0 479 607 H (sot :W AD W ti3U JjUioft 519 IW 881^ 87c 18000] ffjn 7i 083* <21^ ” * °2 Ai 11 r. 'M 70 c,1 I sK 5*3 97 ]->p3 863 1 .. 140nt39|58 0, Statt besonderer Anzeige Frau Elise Lebner aus Wien 8466 Giessen, 22. Mai 1907. WW ■ 92^-*-***®***^ 1 Moritz Hilie. Dresden-Löbtau (O. m. b. H.) Tharandteretraeee No 30. Familie Richard Wallenfels Familie Oscar Graef. Apfelwein Garant, naturrein stets im Zopf, «uw] Peter Berg, Bahnhosstr. li Heute früh 8 Uhr entschlief sanft an einem Herzschlag, unsere auf Besuch weilende liebe, gute Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter Filialbureau: Ingenieur P. Schneider, Frankfurt a. M. Günthersburg-Allee 76. Bettfedern - Neimgung. Die Federn werden gewaschen, getrocknet und desinfiziert. Konkurrenzlos am Platze. Jedermann kann beim Reinigungsprozeh zugegen sein. Waschen des Drells (Barchent) auf Wunsch. Freies Abhole« u. Rücklieferung durch eigenes Fuhrwerk Dampiwaschanstali „Edelweiss“ Telephon 487 [1716] Krosdorser Strafte 12 Billigste toetrieDskratt der Gegenwart^ ^^^^****^ 99=T _______—' mit Sauggas J ii aus Anthrazit, Koka, Braunkohle, Hole etc. Geschäfts-Verlegung. Meiner wetten Kundschaft, sowie einer verehrlichen Einwohnerschaft von Giesten und Umgegend zur gesälligen Nachricht, daß ich mein Zigarren- und Schreibwarengeschäft von Grüubergcr Straße 4 nach meinem Hause KisMikstliißc 16, Ecke MuiWraße verlegt habe. Für das mir seither erwiesene Wohlwollen und Vertrauen bestens dankend, bitte ich, mir dasselbe auch fernerhin bewahren zu wollen. Durch Führung von nur guten Waren bei reellen Preisen werde ich stets bemüht sein, meine werten Abnehmer in jeder Hinsicht zufrieden zu stellen. 3463 Hochachtungsvoll Gg. BCarl Volk. Prima gewaschene Nußkohlen , , Authrazitkohle« , Nußkoks , Union-Brikett» empfiehlt [49 I. Happel, Holzhandlung. 12. Ziehung 5. KL 216. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 11. Mal 1907, vormittag«. Nur dlo Gewinne Uber 140 Mark lind den betreffenden Nummern In Klammern betgcfUgt. (Ohne Gewähr.) (Nachdruck verboten.) 76 454 690 701 43 846 64 911 1041 [3000] 83 197 663 «46 757 967 2183 455 628 3057 [1000] 125 817 423 81 648 741 87 827 910 4124 69 897 400 67 5046 200 7 7 5 621 720 97 0 404 16 968 83 7 098 102 547 988 8068 [500] 80 295 406 518 708 25 931 80 96 9154 845 63 1O018 73 81 121 44 48 244 84 [ 600] 94 309 [1000] 60 456 841 11007 803 15 71 452 77 89 732 892 12040 [ 500] 178 413 7 4 578 90 95 633 783 1 3323 69 482 697 607 760 967 14 193 304 582 710 80 1 63 1 5 180 294 430 612 32 761 867 906 16185 203 847 [3000 ] 634 602 836 921 17122 75 203 66 [1000] 90 416 657 69 90 96 670 753 811 18056 810 646 750 893 920 82 [5000] 19050 155 211 [600] 49 [3000] 418 40 55 612 93 613 60 7 85 1500] 2O051 102 216 4 6 35 3 638 69 815 973 [3000] 21215 66 97 [500) 347 [3000] 625 22160 77 400 769 886 987 2 3309 [500 ] 706 24-H8 2 5036 11000] 177 [3000] 277 510 62 779 [500] 970 98 2651« 33 85 653 803 2 7005 273 808 42 435 911 17 28404 974 29243 827 64 69 11000] 503 86 990 30134 242 811 547 610 57 723 3 1 019 45 4 683 [ 500 ] 916 83 32043 48 177 360 67 433 70 729 876 33145 52 82 243 304 449 63 617 806 [1000] 951 3 4 294 533 606 760 863 75 35186 536 83 696 732 78 802 3 6097 297 322 449 611 706 802 14 986 37042 47 77 281 38126 73 93 236 394 635 3 9 009 70 109 236 811 499 608 840 919 49 4 0012 328 48 431 [500] 669 933 [500] 87 56 41415 578 641 720 45 995 42118 277 745 840 [ 500] 61 901 43160 262 639 849 931 44159 45014 265 428 [ 500] 665 [500] 821 4 6012 80 417 69 609 617 818 41 943 4 7 652 [500] 846 48130 225 454 93 [1000] 637 748 310 85 4 9051 [1000] 105 210 50 828 860 [ 500] 50137 323 1500] 679 604 917 5 1 090 167 201 19 438 569 615 912 [ 500] 5 2026 81 101 27 203 429 41 [1000] 83 89 660 77 737 [500] 336 975 53044 IM 811 [600] 745 933 5 4038 243 [8000] 427 603 751 5 5 265 358 487 854 59 5 6055 [500] 77 676 791 5 7 251 847 58 677 764 866 917 71 58184 95 97 [1000] 216 435 723 [1000] 5 9 000 15 28 200 313 2 3 449 [10001 6O028 146 97 249 895 638 9 6 855 [5001 61038 167 370 479 607 14 859 62113 [500] 293 533 662 723 33 910 [600] 35 [500] 63 77 63319 [3000] 52 460 606 663 [ 3000] 713 805 13 99 [ 80001 963 6 4013 92 [3000] 97 169 91 [3000] 210 326 467 [3000] 722 869 6 5419 74 619 82 611 6 6055 96 357 84 863 952 67114 208 6« 839 695 [500] 767 854 66 910 30 6 8057 170 862 933 90 69143 293 70328 61 597 612 [8G00] 80 763 6 4 71136 346 416 661 674 801 9 7 7 7 2035 264 667 801 [1000] 915 88 7 3123 62 313 78 424 607 054 94 74022 143 292 376 456 894 7 5 062 286 417 67 80 632 [500] 75 [500] 79 930 [1000] 97 76055 225 [500] 96 379 479 705 [3000 ) 965 6 7 82 7 7 008 133 204 840 63 493 682 895 939 7 8051 163 214 [ 600] 70 413 613 732 887 79214 [500] *3 63 351 568 921 [600) 8 0 473 [500] 655 759 867 990 81816 750 [ 600] 817 95 82 472 650 869 8 3 067 252 [500] 828 479 [1000 ] 654 656 84039 214 861 [1000] 450 87 [500] 516 651 811 990 8 5 202 68 343 464 77 [ 3000] 937 69 61 86126 [500] 239 97 431 99 629 72 869 939 37032 52 152 490 646 [1000] 803 78 [ 500] 88129 217 39 93 [ 500] 353 [500] 629 76 773 89025 187 261 323 62 4 624 991 9 0044 253 64 366 75 509 659 767 [500] 860 66 91209 433 574 617 722 79 996 92027 208 49 [ 80001 409 [600] 78 [3000] 527 92 663 869 93u37 [500] 88 62 [1000] 416 619 776 972 9 42,0 416 633 98 711 95483 67 700 24 96034 161 226 827 452 665 794 915 19 [1000] 87 9 7071 207 890 498 9 8325 496 777 803 983 [1000] 9 9038 814 15 71 536 962 100122 295 453 741 855 929 1 01215 4 38 638 763 850 998 1 02035 578 795 973 95 1 03141 353 427 950 1 04118 62 225 61 346 83 413 21 90 [1000] 539 641 935 105351 [1000] 409 48 57 703 83 843 [ 8000] 50 1 0 6042 [500 ] 486. 656 763 79 825 [3000] 984 1 07022 108 641 769 1 0 8003 [3000] 181 [50C| 583 56 706 41 831 [500] 914 [1000] 109071 233 115000J 34 319 462 500 700 11 967 110315 69 90 471 578 602 790 870 111205 17 427 [500] 57 699 853 995 112175 [10001 200 11 54 454 783 817 81 113110 94 230 622 735 [500] 114013 46 157 516 673 948 115003 [1000] 21 63 362 405 571 779 81 116174 673 117110 65 403 12 [1000 ] 63 568 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374 415 30 Im Gewinnrade verblieben: 1 Prämie A 800 000, 1 Gewinn A 500000,1 * 200000. 1 A 75000. 2 ä 60000, 1 A 50000, 1 A 40000, 5 A 80000, 15 A 15000, 47 A 10000, 76 A 5000, 1141 ä 3000, 1818 A 1000, 2948 A WO 12. Ziehung 5. KL 216. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 2L Mal 1907, naebmtt'aga Nur die Gewinne Uber 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern belgefUgt. (Ohne Gewähr.) (Nachdruck verboten.) 18 35 203 492 549 92 94 634 91 733 [500] 810 10’1 137 220 98 580 69 [ 3000] 86 96 874 949 [500] 60 2'177 [30001 173 200 418 512 31 53 683 738 3294 854 95 413 673 760 4117 283 43 74 301 87 453 800 13 5139 851 931) 6007 99 [1000] 179 531 91 7136 803 533 [1000] 8033 371 5’6 626 751 9 6 806 962 9 1 88 4 4 1 734 11000] 10029 [3000] 224 409 [ 3000] 11012 153 215 [ 1000] 815 470 686 [500] 12106 249 355 97 465 551 610 1 3075 91 159 279 672 [1000] 945 1 4126 265 [500] 313 6C5 603 733 070 15037 112 (54 [SOHO] 261 616 721 893 027 16266 319 [8000] 85 515 777 99 [1000] 820 23 1 7000 24 [3000] 147 215 551 [3000] 75 7 93 8 2 4 9 8 1 8026 107 2 2 255 [500] 90 [500] 863 1500] 489 [500] 763 [1000] 910 19113 51 63 273 439 90 916 20174 274 427 519 796 990 2 1 025 168 213 16 7 5 616 709 939 53 2 2 496 750 822 87 53 90 [ 500 ] 09 23379 778 956 24108 18 27 [1000] 37 60 249 318 562 11000] 63 93 762 8ü2 922 25182 264 [500] 72 356 [1000] 465 512 69 627 45 26050 47 201 24 78 123 576 686 725 31 27 251 [1000] SO 368 28331 80 [3000] 29103 291 [1000] 323 461 611 19 040 30 '80 323 34 06 [500] 586 95 822 63 31167 2u8 463 [500] 553 [500] 661 803 915 3 2 029 106 10 90 [500] 488 673 98 719 803 983 33220 [500 ] 43 813 20 783 876 93 926 3 4082 276 468 79 90 688 985 3 5 301 770 [ 500] 834 [3000] 59 966 36049 72 !17 513 702 973 37224 [500] 51 922 97 38213 387 493 588 7« [500] 39072 145 619 79 754 40113 315 593 787 811 74 82 4 1 338 449 [30001 610 80 773 805 4 2 222 67 89 864 433 919 4 3181 85 811 44028 41 65 58 171 807 [1000] 630 759 847 96 985 86 58 4 5 087 116 420 633 802 49 001 [500 ] 46l87 75 510 653 603 910 4 7053 80 822 45 457 93 624 796 943 4 8 098 [500] 283 89 311 91 601 82 775 4 9152 216 [ 3000] 80 [500] 871 442 58 83 519 623 818 33 951 50252 886 602 08 [1000] 51281 407 577 651 820 69 5 20.-1 63 155 236 388 533 61 965 5 3 210 60 9 4 724 86 036 54015 220 510 78 790 SOI 920 37 55073 156 [1000] 63 82 217 68 359 96 563 79-3 [500] 5 6004 213 93 866 431 [8000] 500 [3000] 30 814 [3000] 947 57015 97 114 63 99 261 896 535 40 [1000] 747 957 5 8169 672 780 822 88 947 5 9058 135 63 61 2 48 451 577 621 [8000] 756 874 945 60294 300 [ 500] 25 7 9 45 1 742 6 1 029 56 1 644 776 622 919 62008 [500] 82 380 413 48 50 [500] 86 534 609 700 63017 [500] 41 177 828 481 606 84 713 891 [1000] 95 6 4379 [3000] 422 510 [1000] 855 6 5011 425 718 837 6 6164 (3000) 340 447 629 857 63 971 [500] 67075 96 281 [1000] 379 487 505 662 911 6 8 063 [500] 103 50 214 89 416 81 [500] 52 513 30 53 [500] 55 733 53 911 69050 65 157 237 74 481 (8000) 523 860 934 7O0U0 5 542 618 88 [1000] 725 35 36 835 67 7 1 030 606 (500) 73 93 [1000] 970 [1000] 99 7 2805 [5001 440 73260 371 417 [1000] 89 591 748 943 74'67 214 502 5 607 929 75043 325 463 617 87 765 76176 313 88 400 42 6’1 880 77085 [500] 127 262 441 634 876 926 90 78011 91 267 403 10 89 [3000 ] 589 622 743 814 80 59 7 9089 187 232 528 55 [1000] 801 23 [1000] 80066 86 109 59 402 599 615 980 [500] 81261 658 91 889 93 8 2 058 437 [ 5001 600 [500] 80 8 3190 312 50 51 615 87 [10001 832 90 906 45 8 4532 954 8 5(03 2 7 505 87 618 772 671 86305 928 1500 ) 67 8 7163 S7 293 93 88110 17 20 92 300 20 [ 500 ] 33 48 58 92 912 89'09 553 610 90105 309 631 85 84 69! 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TeSephon 399 Kaplanagasse 18 Einrichtungen oder einzelne Möbel, welche für später lieferbar gekauft werden, können bis dahin an meinem Lager verbleiben. Frankolieferung durch eigenes Fuhrwerk. Gewerbebank zu Giessen e. G. m. u. H. In der ausserordentlichen Generalversammlung unserer Bank vom 14. Mai er. wurde der Beschluss gefasst, den Betrag des Geschäftsanteiles von Mk. 500.— auf Mk. 1000— zu erhöhen. Wie bisher wird die entfallende Dividende auch auf die Geschäftsguthaben von mindestens Mk. 500.— in bar ausgezahlt und bleibt es dem freien Ermessen der Mitglieder überlassen, das Geschäftsguthaben über den Betrag von Mk. 500.— hinaus bis zum festgesetzten Betrag des Geschäftsanteiles von Mk. 1000.— zu ergänzen. Indem wir diesen Beschluss zur allgemeinen Kenntnis unserer Mitglieder bringen, bemerken wir noch, das# Volleinzahlungen der Geschäftsanteile, die noch vor dem 1. Juli er. an unserer Kasse geleistet werden, ausnahmsweise schon an der diesjährigen Dividende und zwar vom 1. Juli er. ab teilnehmcn. Giessen, 21. Mai 1907. Der Vorstand der Gewerbebank zu Giessen. Loos. Walther. Moese r. D"/s Gasmotoren Fabrik Oontz Zweigniederlassung Frankfurt a. M. Börsenplatz 7. BHotoreoi für alle Brennstoffe, Deutzer- Sauggas - Anlagen. Kostenanschläge und Projekte gratis. Ueber 81000 Motoren in Betrieb. Leuchtgas, Benzin, Benzol, Spiritus, Ergto, Acetylen etc. SMsr Brüder Schmidt 5elterswe£ 83. I. Spezialgeschäft in Hans- u. Küchengeräten Kochgeschirre, rein Nickel, Aluminium u. Emaille in garantiert haltbaren Qualitäten. Solinger Stahlwaren, Berndorfer Alpaka u. Alpaka-Silberwaren. 1827 Komplette Kücheneinrichtungen Haushaltungs-Maschinen, Holzwaren grosse Auswahl praktischer Geschenkartikel. Empfehle mein ''tosSlSS* reines klares Mein Eiswagen führt jetzt täglich. Für Kranke wn.ü Eis zu jeder Tages- und Nachtzeit abgegeben. Hochachtcud 3166 Wwe. Jaik. Helfenbein, Marburgerstrasse. 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Der Äbolmementspreis für 6 Konzerte beträgt: Ein Jamillenüillet für 4 Personen.....Dkk. 8.— " Personenbillet.........» 2.40 Kassenpreis........... 0.75 Die Liste zirkuliert. Der Anfang der Konzerte wird im „(Siebener Anzeiger" bekannt gegeben. C. Krausse, Großh. Musikdirektor. Karten im Vorverkauf sind bei Herrn Ernst Challier, Neuenweg, und beim Vorzeiger der Liste zu haben.___________ Geschäftsverlegung. Meiner werten Kundschaft, sowie dem geehrten Publikum von Metzen und Umgegend hiermit die ergebene Mitteilung, datz ich mein Matz- und Reparalurgtschäft von Marktplatz 23 nach Kirchcnplatz 6 (neben Hotel Einhorn) verlegt habe, woselbst ich noch ein Lager int fertigen Schuhwaren von den geringsten bis zu den feinsten Qualitäten errichtet habe, aer Solide Preise. Wie seither, so wird es auch fernerhin mein eifrigstes Bestreben sein, meine Landschaft in bekannter Weise reell und prompt zu bedienen. Um geneigten Zuspruch bittet L. Wiedmkyer, Schuhmachermeister, 03389 Kirchcuvlatz 6. 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