Nr. 93 Zweites Blatt 157. Jahrgang Montag 22. April 1907 Trfcheinl täglich mü Ausnahme des Sonntag«. Die „Sitßtncr Famlltenblätter" werden dem „Qln.^tgcr* viermal wöchentlich beigelegt, daS „Ureisblatt fflr den Kreis Liehen" zweimal wöcheiulrch. Der „hesfilche Landwirt' erfchelnt monatlich einmal. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Rotationsdruck und Verlag der BrühlAche» UnwersuälS - Brrch- und Gteindruckerel. R. Lange. Dieben. Redaktion. TxoedMon und Druckerei: Bcfiul- strade 7. ExoedlNon und Verlag 61. Redaktion:^E NL r.eL-Adu. Anzeiger»,eben. Der schwarze Adler. Im König!. Opernhause in Berlin gab die Monte Carlo-Oper etwa ein halbes Dutzend Vorstellungen. Ebenso unerhört wie die Preise war die Rellame, Die man sonst sür Aufführungen in töniglichen Instituten nicht für angemessen erachtet. Darum blieb auch der große Riesensaal leer und es bedurfte künstlicher Mittel, einem Regen von Freibilletts, um ihn zu füllen. Man fabelt von ungeheuren Kosten, die dem Fürst Albert von Monako dieses Gastspiel kosteten. (Der preuß. Fiskus stellte nur die Musik und den Raum zur Verfügung und gab die Einnahmen noch zu wohltätigen Zwecken hin) — und wenn auch nur die Hälfte davon zulrifft, so haben die Vorstellungen doch dadurch den Lharal.er eines derartigen Gastgeschenks erreicht, baß wir uns nicht wundern können, wenn ernste Blätter von einem peinlichen Gefühl der Befremdung gesprochen haben, das über die Begleiterscheinungen des Gastspiels und des Besuchs des Fürsten von Monako Platz gegriffen hat. Freilich wird Fürst Arbeit von Monako geschildert als ein ernftec Charakter, als ein großdenkender Gönner und Förderer wissenschaftlicher und lünstlerischer Bestrebungen und seine Tiefseeforschungen zeugen von gewiß ungewöhnlicher Gelehrsamkeit. Soweit lvüre alles ja in schönster Ordnung. Aber Albert Honorius füllt gleichzeitig seine Taschen mit dem Blutzins von Monte Carlo; die hohen Pachtverträge der Spielbanken fließen in sein Portefeuille. Selbst so hochkonservative Blätter wie die „Hamb. Nachr." haben sich nicht enthalten können, Unwillen über die Art auszusprechen, wie man den Fürsten in Deutschland aufnahm und auszeichneie: Für die große Menge sei Albert von Monako der Spielhöllenfürst, und dies Impvnderabilc hätte nicht unbeachtet bleiben sollen. Man hat sich ja in den letzten l1/* Jahrzehnten an eine veränderte Praxis in der Verleihung des höchsten preußischen Ordens gewöhnt, und so würde es kaum ausgefallen sein, wenn Fürst Albert von Monako schon früher, etwa im Zusammenhang mit der Anerkennung seiner Verdienste um die Tiefseeforschung, mit einer Auszeichnung bedacht worben wäre. Unter Den jetzt obwaltenden Umständen aber kann diese Ordensverleihung in erster Linie nur als Dank für das in Rede stehende Gastspiel aufgesaßt werden. Was indes unsere Kunst durch dieses Gastspiel gewonnen haben tonnte, ist unerfindlich. Ganz abgesehen von dem Ordenssegen, der sich auf Komponisten und Sänger niedergelassen hat, wann haben wir es erlebt, daß auch nur die anerkanntesten Koryphäen des deutschen Schauspielertums sich bei Hofe einer Aufnahme zu erfreuen gehabt hätten, tote sie hier fremden Künstlern, die bis dahin in Deutschland den weitesten Kreisen nicht einmal den Namen n ach bekannt waren, in überreichem Maße zuteil geworden ist? Die Berliner Presse stellt fest, daß Verwunderung unter der Berliner Künstlerschaft Platz gegriffen hat. Das Sonderrecht der Krone bleibe iinangciajtet; aber der Mißstimmungen wird man sich doch nicht entziehen können. Fürst Albert Honorius von Monako soll der Vermittler, der ehrliche Makler zwischen Deutschland und Frankreich werden. Ob ein derartiger Zwischenträger dem Ansehen unserer Diplomatie nicht mehr schaden als nützen wird? — Ganz abgesehen davon, daß seine Verwendung zu solchen Zwecken den Leistungen unserer Diplomatie doch kein gerade glänzendes Zeugnis ausstetlen würde. • — Der Kaiser und französische Komponisten. Die französ. Komponisten Maffenet und Saint SaenS, die den Fürsten von Monaco und dessen Monte- Carloer Oper nach Berlin begleitet hatten, sind nun wieder nach Paris zurückgekehrt und geizen nicht mit Mitteilungen über den Empfang, den sie bei Kaiser Wilhelm sanden. Während Saint-Säens im „Figaro" erzählt, daß der Kaiser die Diolen nicht kenne und das Orchester nach dem Gehör dirigiere, berichtet derselbe Saint-Saens tm „Gau- lois", daß der Kaiser nicht nur über französische Musik, sondern auch über die Musik der Hellenen Bescheid wisse und sich mit ihm über die Hymne an Apollon unterhalten habe. — Während an einer Stelle der Monarch herzlich und offen über alle Gegenstände gesprochen hat, ist nach anderen Berichten die Politik das gefährliche Terrain, über das man in Berlin ebenso ungern spricht, wie in Paris. Von den mitgeteilten Anekdoten verdienen einige verzeichnet zu werden. Der Kaiser begrüßte seine Gäste mit den Worten: „Ich habe nicht geglaubt, daß ich einmal die E h r e h a b e n würde, solcheBerühmt- h eit en bei mir zu sehen!" worauf Saint-Saens antwortete: „Wenn wir die Alpen sind, ist Eure Majestät der Himalaya." Später erzählte Wilhelm II., daß er nur auf der Hofbühne ein Stück aufführen zu lauen brauche, um sicher zu sein, daß die Kritik es verreiße; wenn er sich aber so stelle, als ob er ein Stück nicht kenne, so hebe es die Presse in den Himmel. Zu Massenet, der beim Hervorruf sür den Beifall aus den oberen Rängen sich bedankt hatte, sagte der Kaiser: „Ich sah Ihre Bewegung und freue mich, daß Sie an mein kleines Publikum gemacht haben/' Man vergißt es nur zu oft, fügen andere Berichte »och hinzu, daß der Kaiser sich als großer Bewunderer des französ. Bühnenroutiniers Sardou bekannt hat, und daß Saint-Saens, als ihm das Bild Wilhelms II. überreicht wurde, bescheiden äußerte: „Majestät kommen in gute Gesellschaft, ich werde Ihnen einen Platz an der Seite der Königin von Dänemark geben." _____________________ politische Tagesschau. Sqajkopf als Symbol oer Matfeter. Die »Leipz. Volksz." schreibt: .Was sich finbige Geschäitsleute schon für Mühe gegeben baden, um mit Arbeuenesten rc. Geschäfte w machen, ist hmläng- lich bekannt. Als em besonderes geeignetes Objekt zum Geschä'tchen. machen wird die Maneier benachtet. In diesem Jahre liegt uns bie Maikarte eines Privatunternehmers m Nerchau vor, die geradezu eine Verhöhnung der Arbeiter nnö der Maneter bedeutet. Als Symbol der Aianerer sieht man ani der Karte eine Gruppe Schal- fopi- und Skatspieler auf einer Wiese vor einem Favrikgebätide- otertel sitzen. Links oben sind m einem Kranze zwei ineinander, gelegte Hänüc, was wahrschemUch die Aroeiterverbrüderung ver- fiimbilblidien soll. Auf einer Falme fleht der Schlachirm: Arbeiter aller Länder vereinigt Euch 1 wodurch der Hohn arri die fchastopf- '.Hinten a i ö e > 11 o 11 f t v a i : c 11 nocb ur.t >o marer herum nut.“ parlamentarisches. Berlin, 2u. April. Die Kouiuuision dcS Abgeordneten- bariseS zur Vorberatung der Berggesetznooelle hat ihre Arbeiten beendet und die Vorlage angenommen. Dagegen haben gestimmt der freisinnige Vertreter unb drei von den vier nationalliberalen Vertretern. In der Hauptsache ist bie Regierungsvorläge angenommen woiden. Tas Resultat der Beratungen ist, daß es tatsächlich unmöglich gemacht ist, daß durch Schürfung noch Kohlenfetder in den Besitz von Privaten kommen könnten. Uebcc die gesamten Schätze an Kali und Kohle kann der Staat, zum Teil unter Mitionkung des Landtages, verfügen. Hinsichtlich der Kohle wurde beschlossen, datz 250 Viaximalsetder deut Staate zur Beifügung gestellt werden, aus denen er selb st den staatlichen Bergbaubetrieb auSüden kann. Alle übrigen Felder sollen nn Wege der Verleihung an private Unternehmer vergeben werden. — Auch die Vorberatung der PenjionSgesetze in der Budget-Kommission ist beendet worden. Alle Anlr'-ge auf Erhöhung der Bezüge uiid Erweiterung der Ansprüche einzelner Beamten- griippen iviirden adgelchnt. — Die Vorlagen wurden unverändert geuehniigt. — Tie Budgetkommission deS Abgeordneten- Hauses beendete die Beratung deS Pensionsgesetzes iind des ReliktengesetzeS. Ein RegiecungStommissar konstatierte, alle wohlerworbenen PensionSansprüche würden nicht gefüllt werden. Eine Neuregelung erfolge nur für Kriegsteilnehmer, deren Bezüge erhöht wurden. Ein anderer Negierungskomniisjar erklärte bezüglich der Pensions- verhältiiisse der Eisenbahner, daß es diesen jederzeit fiel- liehe, and den früheren Pensionskassen auszuscheiden und sich der gesetzlichen Pensionierung zu unterstellen, wo dies günstiger sei. Ter Staat habe nicht nur bie Verpflichtungen der PensionSkassen der Privalbahnen übernommen, sondern sogar eine Garantie. Ein Fonds von 56 Millionen fei geschaffen und leiste jetzt jährlich 111/, Millionen Mark Zuschüsse. Sodann wird das Fürsorgege,etz für bie Witwen und Waisen ohne Aenderungen angenommen. Deutsche» Reich. Verlin, 21. April. Ter russische Projejsor von Martens hat sich dem Petersburger Korrespoudenleu des Pariser „Temps" gegenüber dahin geäußert, er wäre auf seiner Reise überall sehr gut empfangen worden, nur in Berlin nicht, lieber diese Aeußerung soll, wie dem „B. T." aus guter Quelle mitgeteilt wird, der Kaiser seinen Unwillen in sehr drastischer Form geäußert haben. Professor von Martens habe sich denn auch beim deutschen Botschafter in Petersburg formell entschuldigt. — Zu einem glänzenden Erfolge gestaltete sich das Jahres- feUeffen der Mitglieder der deutsch-asiatischen Gesellschaft. Kvloniuldirekwr Dernbu rg wies daraus hin, daß der Wert der Aufklärungsarbeit, die die deutsch-asiatische Gesell-- schast und andere ähnliche Vereinigungen in Deutschland leisteten, ihm auss klarste vor Augen getreten wäre bei der Campagne, die er selber unternommen hätte, um ^coermann im Volke zu überzeugen, daß die Förderung unserer Interessen imAuslandewiezumalinunserenKolonien jedem Einzelnen zugute komme. Tatsachen, die allein sprächen und überzeugten, müßten dem Deutschen zu Gemüte geführt werden. Zn dieser Beziehung verspräche er sich das beste von der neuen Denkschrift über die afrikanischen Eisenbahnen. Unser Territorialbesitz in Afrika gebe unseren Interessen eine ganz andere Gestalt als die in Asien. — Zu den Entrev ues in Cartagena und Gaeta schreibt die Nordd. Allg. Ztg. in ihrer Wochen-Rundschau: Wir brauchen uns über die Fülle freundlicher Gefühle, bereit wir uns im Auslande erfreuen, keinerlei optimistischen Täuschungen hinzugeben, aber noch weniger haben wir Anlaß, ob der mehr ober minder offenen Feindseligkeiten, deren wir hie und da im Auslande unb namentlich in einem Teil der ausländischen Presse gewürdigt werden, in nervöse Unruhe zu geraten. Mit dem guten Gewissen, seit einem Menschenalter unsere nationale Entwickelung Niemand zu Leide geführt und gefördert zu haben und mit dem Bewußtsein, unsere Wehrkraft nach Maßgabe unserer Bedürfnisse und der den verbündeten Regierungen zu Gebote gestellten Mittel ausgebaut zu haben, vermag Deutschland auch fernerhin seines Weges zu gehen, ohne ängstlich nach rechts und nach links auszuschauen, ob die Schritte unseres Volkes von irgend jemand scheelen Blickes verfolgt werden. Daß es unseren maßgebenden Persönlichkeiten nicht an der Wachsamkeit gebricht, die sie als Vertreter der nationalen Interessen dem Volke schuldig sind, bedarf keiner näheren Darlegung. Tie Zwickauer Stadtverordneten hatten beschlossen, dem neun Jahre an der Spitze der Stadtverwaltung stehenden Oberbürgermeister Keil neben seinem Gehall von 12 000 Marr eine jährliche pensionsfähige Zulage von 3000 M k. zu gewähren und dem Bürgermeister Münch zu seinem Gehalt von 8ö0u Mk. eine solche von 750 Mk. Ta Oberbürgermeister Keil ^die Zulage abtepnte, trat der Rat auch dem Beschluß der.Stadtverordneten betreffend die Zulage für den Bürger- meister Münch nicht bei. Heer unO Flotte. Köln, 21. April. Nach Meldungen aus Altenrath, in dessen Nähe die Artillerie Schießübungen abhielt,' herrschte große Aufregung, als eine Granate inmitten des Dorfes explodierte und eine Menge Sprengslücke gegen die Häuser geschleudert wurde. Als ein zweites Geschoß niederging, flohen die Bewohner in wilder Hast. Tas Schießen wurde sofort eingestellt. Ter Offizier ertläde, daß die Granaten nur mit Uebungsmunilion geladen gewesen wären. Bei voller Ladung würde die Wirkung furchtbar gewesen sein. Ausland. London, 21. Aprn. 2)ie brujdje Ko l o n i a l - K o n f e- r en 8 beschloß die Errichtung eines Zentral ft abes für die Angelegenheiten der Reichsverteidigung. Pans, 21. April. Aus Liberia drangen nach einer Mewang uc» ,,-L.emps "* ln.auDCUHUU.cH ui uiUjn.it .nLi.ic von Guinea ein. Ter wichtige französische Posten j'vuaiÜL.i war durch Ansammlung jener Horden ernsthaft bedroht. 2er Postcn- kommandant Garnier, der iin Februar eine ernste Schlappe erlitten hatte, erhielt auf dringendes Verlangen aus dem Hauptquartier Geschütze uib bombardierte das Dorf Luifedu. Der Aufstand der sogenannten Thomans, eines sehr lapieren Volksitammes, dauert fort. Unter ihnen soll sich ein Europäer, angeblich cm Deutscher, befunden Haven, dessen Leichnam den Franzosen in die Hände fiel. Nach einer Version ist er durch einen Granatsplitter, nach einer anderen von den Thomans, die sich verraten glaubten, getötet worden. — Ein aus Senegambien tonunenber Offizier bestätigt, daß die französische Binion Mourin während einer Expedition nach Lbergumaa von Eingeborenen angegriffen worden in und f ch w e r e V e r l u st e erlitten hat. Ter Kommai2ant Mourin selbst wurde schwer verwundet. Lyon, 21. April. Unterstaatssekretär Sarraut rechtfertigte in einer Rede bei einem Festmahl der Lehrer die Hauung der Regierung gegenüber geioificn widerspenstigen Beamten unb tagte, daß man, wenn man die Anarchie in der Verwaltung Piay greisen ließe, die Durch«ührung der d e m o k r. N e f o r m e n verhindert würde. Ein L c h r e r st r e i k würde verhängnisvolle oolgen haben, und die Cionieberation du travail, die vergeblich versuche, den Patriotismus zu töten, sei aufs schärfste zu verurteilen. Madrid, 21. April. Aus Barcelona wird gemeldet, daß dort bei der Zählung der abgegebenen Stimmen zu den Parlameiits- wahlen ein Tumuit ausbrach, bei dem eine Person g c t i) t et und aroei Personen verwundet wurden. Sofia, 21. April. Eine griechische Bande griff das mazedonische Torf Vatscho, welches von Bulgaren betont ist, an und richtete großes Unheil an. Der Priester des Dorfes, sowie zahl' reiche timiuuijner wurden getötet, viele Häuser würben niedergebrannt. Eine serbsiche Bande griff das mazeboiuichc Dorf ■ööüot, ebenfalls von Bulgaren bewohnt, an unb schlachtete ben größten Teil der Einwohner ab. Die Häuser wurden ausgeplündert und verbrannt. Neues aus Rußland. Die Petersburger uulitärmedizinische Akademie ist auf Anorbnung des Direktors wegen Abhaltung unerlaubter Verfammlungen zeitweilig geschlossen worden. Dessenungeachtet hielten die Studierenden eine Versainmlung ab und nahmen eine Resolution an, die folgende Forderungen Hellt: Wleüerauinahme der relegierten Studierenden; Relegierung derjenigen Studierenden, die dem Verbände der wahrhaft russischen Leute angehören, Anerkennung des Chargiertenraies,. sofortige Entfernung zweier Stabsoffiziere von dec Alademie. Solange diese Forderungen unerfüllt bleiben, beschloßen die Studierenden zu streiken. In Lodz wurde auf offener Straße.em Lehrer deS polnischen Gymnasiums erschossen. Es heißt, daß in den letzten Tagen außerdem noch mehrere Personen teils ermordet, teils verwundet worden sind. Aus Tambow wird gemeldet, daß der Seminardirektor Obermönch Simon auf dem Nachhauseweg von der Kirche durch einen Revolverschuß schwer verwundet worden ist. Der Täter entkam. Bei der Ueberfahrt von einem Ufer der Newa zum andern ist in Petersburg infolge eines Zusammenstoßes mit Eisschollen der alle Dampfer »Archangelsk- mitten im Flug gekentert und schnell gesunken. An Bord befanden sich 6U Personen, meist Arbeiter. Von den Passagieren kannten nur 1 5 gerettet werden, da der starke Eisgang, die schnelle Strömung und bie Dunkelheit die NettungS- arbeiten erschwerten. Bis jetzt sind zwei Leichen geborgen. Zwischen der Station Sowlino und Dobrornino der Rjasan-Ucalbahn entgleisten von einem gemischten Zuge die Lokomotive und zwei Passagierwagen. Fünf Personen kamen um und sechs wurden verletzt. In Zuchthaus unö Ktjänglns. (Der Schluß deS Snternationalea Kurs für gerichtliche Pfycho- logie unö Psychiatrie.) _ _ Gießen, 22. April. Am Samstag mittag \ Uhr nahmen die Vorlesungen und Demonstrationen des Kurses in dem Horsal der Klinik ihr Ende und schon um 2 Uhr versammelten sich die Teilnehmer unter Führung der dozierenden Prosessoren am Bahnhof, um nach Sußbadj $u fahren zur Besichtigung der Strafanstalten Lutz- bach unb Rockenberg. In den beiden Anstalten sino sämtliche männliche Strafgefangene Hessens seit der Dieorganiiation des Heimchen Strafvollzugs untergebracht, jedoch befinden sich noch einige weibüche Gesungene in Diedenberg. Sie werden aber voraus- lichtckch im Sommer nach Mainz m bie Frauenstrafanstalt gebracht werben. Um brei Uhr trafen etwa 65 Herren vor dem Haupttor der Zellenstrafanstalt Butzbach ein, wo sie von Direitor Element in (Empfang genommen würben. Tas erste hohe Elfen- tor würbe erschloßen und in bem geräumigen Gefangnislwf gab Direktor Klement ausführliche Erklärungen über Bau, Einrichtung, Verwaltung usw. ber Anstalt. Davon fei folgendes mit» geteilt: Nachdem Graf Görtz zu Schlitz in der Ersten 3täni» lammer für bas panoptische System bes Gefängnisbans eingetreten roar, würbe 1882 mit dem Bau begonnen. 1894 war er soweit vollendet, daß der Verwaltungsbau und ein Seifen* flügel in Benutzung genommen werben tonnten. Die Anstalt würbe mit 334 Gefangenen eröffnet. Der dritte Flügel ivurbe am 1. Oktober 1896 vollendet unb bamit war die Anstalt fertig. Die Neuorganisation bes hessischen Strafvollzugs bestimmt mbes, daß Butzbach ausschließlich bie Gefängnis-Gefangenen, Marienschloß bei Butzbach bagegen die Zuchthäusler von ganz Hessen aufnehmen soll. Am 2. Aprll mürbe zum größten Teil bie Dislozierung der Gesungenen von Mainz unb Darmstadt nach Butzbach und Rockenberg vollzogen, nur in Darmstadt verblieben noch etwa 60—70 Mann, die am 1 Augu,c ebenfalls nach Butzbach kommen. Bis dahin soll der jent im Bau befindliche neue nordwestliche Zellenflügel vollem.: sem. Er enthuu 125 Schlaszimmer unb ad)t große Arbeit- - fäle unb ist für Gemeinschaftshast eingerichtet, wahrend in anderen Tellen der Anstalt ftre-.ge Einzelhaft sogar an per Arveir emgesuhrt ist Nach ber Vollendung bieses Flügels kann He Anstalt 62o Gefangene a ufnehmen; gegenwärtig finb 501 £cui: bort untergebracht. An ber Anstalt wirken außer bem Tiretwr eui Arzt zugleich auch für Marienschloß—, ein evangelischer unb ein katholiicher Geistlicher, zwei Lehrer, ein Rechnungsoeami em Letonomicbeamter, zwei Lber-Anfieher unb 32 Auf।eher, iie Gefangenen haben zehnstünbige Aroellszeit; bis zu 3U Pfennig “nnen ben Gefangenen tagllch gutgeschrieben werden. Tia Arr- .t geicyieht auf eigene Rechnung bes Staates. Di- Anstalt um. faßt em Lazarett, einen Wirtschaftsban, einen Werkstättenbau, Vihtite Bäckerei und sechs Hektar bebautes Land. D UUUJ 'Jtdö. Ludwigstr. 56, III. Beiltchgn. I Täglich frische Maibowle werden auchZangen. Schlohgane IQ 1 M Ausschank. 2867 imLaden u-Löwenaaife 27 t. Laden. 5. 6. I. A.: Rohrer Kreisstraßenmeister. Dachdeckerarbeiten, Wetgbinderarbeiien, ©ebiete der Dog. Anrechts. Genannt ,TaS Wesen Gegenwart', ,Eoan. 9 zum Piarramt der uZgeber der,Studien beiter der Monats, itschrist für Theologie Das Fahren der großen mecharmcvcn Leiter der freiwilligen Feuerwehr gelegentlich der Uebungen und eventuell auch bei Bränden soll für die Zen bis Ende 'Diar* 1908 vergeben werden. Entsprechende Angebote, worin der Preis für die Arbeitsstunde anzugeben ist, sind bis zum 25. ds. Mts. bei der unterzerch- »eien Behörde einzureichen. (Sieben, den 17. April 1907. ___ Großherzogllche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Gerichtssaal. W Wien , 20. April. Heute sand vor dem hiesigen Handelsgericht die Verhandlung über die Klage des sruheren Unwer- silälsprosessors Adcnnkreivicz nud Krakau gegen die Firma E. Ai e r ck ui Dar,nsladt statt. Professor Adamtiewicz halte im Jahre 1891 sein Kre bsheilm ittel ,Eancroi n^ der genannler, r-sirma überlassen und mit ihr einen Vertrag aus 25 Jahre abgeschlossen. Tie Firma sollte jedoch das Recht haben, vom Vertrage zuruckzu- treleu, wenn der Vertrieb oes Eancroins nach 5 Jahren keinen Reingewinn abiverieii sollte. Für den Fall der urigerechtfertigleu Lösung des Verhältnisses sollte der schuldige Teil eine Konven- tio u al st rafevon 250000 Mark bezahlen. Prozessor Adam- kiewicz verlangt nun aus dem Wege der Klage die stipulierte Konventionalstrafe indem er behauptet, die Firma habe mehrfach vertragswidrig gehandelt und den Vertrag im Jahre 1896 rechts- widrig T’.e Perhandl'Mg n^r im Mai vorigen Jahres behusS "Vernehmung ücn Saaiverständigen über daS Heilmittel vertagt worden. Zu der heutigen Verhandlung erschien der Beklagte, Geheimrat Dr. Louis Merck, sowie als Sachverständige die Prosessoren Effelsberg und Neußer. Beide Sachverständige sprachen sich scharf gegen das Eaneroin als Heilmittel aus. Der Beklagte wies nach, durch dasselbe geschäftliche Verluste erlitten zu haben. Der Gerichtshof wies schließlich die Klage k o st e n p s l i ch t i g ab mit der Begründung, daß das Eaneroin den Gutachtern zufolge teilt gegen Krebs dienliches Heilmittel sei, und daß der Beklagte nicht gezwungen werden tönnne, ein solches Mittel in Vertrieb zu setzen.__ und Lieferungen sollen im Wege des vergeben werden und zwar: Voranschlag und Bedingungen liegen auf Großh. Bürgermeisterei Watzenborn zur Einsicht offen und sind Angebote bis Freitag, den 26. April, nachmittags 2x/8 Nhr daselbst emzureichen. Gießen, den 19. April 1907. Fremdsprachlicher Unterricht in der Kaufmännischen Fachschule. Der Unterricht im Französischen und Englischen wird an der Kaufmännischen Fachschule abends von 8x/2 bis 10 Uhr erteilt. Junge Leute, die gewillt sind, sich m die modernen Sprachen einzuarbeiten, können sich in den nächsten acht Tagen an jedem Montag und Donnerstag abend in dem Kaufm. Vereinshause — Nord-Anlage 15 — anmelden. DaS Schulgeld beträgt für jede Sprache 20 Mk. pro Jahr. Gießen, den 18. April 1907. v18/4 Die Schulkommission. Bekanntmachung. Dir haben die Wahrnehuiung gemacht, daß paufig Personen, die den von der Dstanlage nach dem Philosovbcuwald führenden Fußweg begehen, diesen Weg verlassen und auf den angrenzenden Wiesen weitergeben. Wir machen darauf aufmerksam, daß das Betreten der Arbeitsvergebung. Die im alten Schulhause in Steinberg nötigen Arbeiten schriftlichen Angebots Bekanntmachung. Betrifft: Feldbereinigung in der Gemarkung Giegen links der Lahn. Die nachstehende Bekanntmachung bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 19. Avril 190/. . Grohherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Vergebung non Maurer- uui> Überarbeit. Die für die Neubesestigung der Moltkestraße zwischen der Wieseckbrücke und der Grunbergerstraße erforderlichen Maurer- und Pslasterarbeiten sollen Montag, dcu 29. dieses Monats vormittags 11 Ubr öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen wahrend der Dienflsainden bei uns zur Einsicht auf. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. — Zuschlagsiriit 3 Wochen. Gießen, den 19. Avril 1907. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Wiesen überhaupt verboten ist und daß das Feldschutzversonal angewiesen tfc das unbefugte Betreten der Wiesen unnachsichllich zur Anzeige zu bringen. Glegen, den 20. Avril 1907. GrotzherzogUche Bürgermeisterei Gießen. Eurschmann. MrigUeal-Orahtttielöuttgen. Berlin, 22. April. Der nahenden Entscheidung über den Riesen kamps im Berliner Baugewerbe ist ein Vorspiel vorangegangen. In einer start besuchten Ver- sammlung der Zimmerer wurde der Schiedsspruch des Einigungsamt es des Eewerbegcrichts einstimmig verworfen und au, der Forderung der Ver tür zung der Arbeitszeit bestanden. — Der Generalstreik d e r D a ch 0 e ck e r ist auf gehoben. Tie streikenden und ausgesperrten Dachdecker bescht0i,en, bie, Resolution der vorgieu Versammlung, welche besagt, daß alle Dachdecker die Arbeit niederzulegen hätten, dahin abgeändert werde, daß die bis jetzt noch in Arbeit stehenden Kollegen weiter arbeiten. Die Betriebe, in de.ien die Arbeiten für Geschäft« ausgesührt werden, wo die Arbeit ruht, bleiben nach wie vor gesperrt. Paris, 22. April. Aus parlamentarischen maßgebenden Kreisen berichtet „Petit Parisien", daß man dort der Möglichkeit des Zustandekommens eines deulsch-sran- zösischenSchiedsgerichlsvertrages nicht so sehr wegen der zu erwartenden praktischen Bedeutung, als wegen der unzweifelhaft für beide Staa.en vorteilhaften moralischen Wirkung lebhaftes Interesse entgcgenbrtnge. Doch müßte die Gunst von Zeit und Umständen hierbei das beste tun. Hervorhebung verdiene, daß Leon Bourgeois und Estournalles nicht aufgehört haben, für eine friedliche Politik der Voraus,icht, wie sie in dem SchiedsgerichtÄ- vertrage zum Ausdruck gelangen würde, ihren Einfluß auszubieten. Doch würde in Regierungslreisen als luün- sehenswert erachtet, dag Deutschland zunächst die von Frank« rein) 1904 abgeschlossenen Verträge nachträglich als eine der Notwendigkeiten jür die Lebensinteressen der Republik anerkenne. . Ä 'Rom, 22. April. Beim Stapellauf des Kreuzers „Roma" hielt König Viktor Emanuel eine An- spräche, in der er aus führte: Er überreiche eine Flagge, welche die Königin für das Schiff gestiftet habe. Diese Flagge solle an Bord des Kriegsschiffes an dem Tage flattern, an dem es die Aufgabe erhalten werde, mit den übrigen Schiften, wlche den Schwester-Nationen gehören, zur Verteidigung der Ehre Italiens zu kämpfen. Er hoffe aufrichtig, daß dieser Tag noch recht lange fern bleiben möge, aber er müj (e einmal kommen. Er sei sicher, daß die Flagge der italienischen Nation Glück bringen werde. Verdingung. Die in 4 Lose geteilte Lieferung vonlOOOcbmkleingefchlagenen Basaltfteinen in die 4 Straßenwartvezirte der Stadt soll Freitag, den 26. dieses Monats vormittags 11 Ubr öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen während der Dienftsmnüen bei uns zur (iinficht auf. Angebote am Vordruck, der dafelbft erhälllich, find späteftens bis zum oorgenaiuiten Zeitpunkt verfchtofien und mit entsprechender Aufschrift versehen an unS einzureichen. — ZufchlagSfrift 14 Lage. Gießen, den 19. April 1907. Städtisches Tiefbauamt. Arbeitsvergebung. Nachstehende Arbeiten und Lieferungen zur Aussührung eines Anbaues am Gießener Volksbad und des HauvtzugangSwegeS daselbst sollen in öffentlicher Bewerbung vergeben werden. ' Maurerarbeiten, on seit dem voiyrr ersuchung gegen ta hier, der in Öm [rat B. Mamjir, seit nebenbei anscheinend ie im vorigen Hahn Dechstl einjulaiheten btm bet SUettftl bei bafi ein Protest et« m, eine Qbebiü)t rt aniet Protest, b:; eß erfolgte bie ffiigte sich mit bei von verschiebttiin und Anjeigm, sodaß gung führte, irische- wachsen snd, die nun Maurer sich einer 4ng, Betrügend mg verdichteten, die gor der hiesigen bkc^' inb durch den W zu denen voraus^' igung geladen roetfe Zeugen geladen. » 7. Gtaserarbeiten, 8. Ptauenarbeiten, 9. Schtosserarbeiten, 10. Wegebauarbeiten: a. Liefern und Verlegen von gekuppten Zementvlatten, b. Bordstemtieferung. Pläne und Bedingungen liegen im Bureau des Architekten Hans Meyer, Wesianlage ti, zur Einsicht offen. Die Angebote sind bis zum 26. d. Al. morgens 11 Uhr an den Unterzeichneten, mit entsprechender Auffchrist versehen, portofrei einzureicben. . . h Der Vorsitzende der A.-G. Gießener Volksbad. Herrn. Eichenauer, Aucesttaße 13. Mann wurde auf bet Stelle getötet, der Chauffeur lrtcht verletzt, ebenso der andere junge Mann Die Mädchen trugen feine Verletzungen davon. Das Automobil wurde zertrümmert. -- In einer Berliner Maschinenfabrik sind der Direktor Blum, ein Baurat und ein Polizeileutnant infolge Einsturzes einer großen eisernen Schiebetür, die polizeilich obgenommen werden sollte, schwer verunglückt. Ter fieutnant wurde so schwer an seinem Kopfe verletzt, daß an seinem Auskommen gezweifelt wird. — In W i e n kam cs zwischen deutsch-nationalen und klerikalen Studenten zu einer Schlägerei, weil die Deutsch-Nationalen einen von den Klerikalen geplanten Umzug der Korporationen nicht dulden wollten. — Aus Ungarn, Südböhmen, Tirol und Steiermark werden schnee- sturme gemeldet. Auf dem Semmering herrscht bei drei Grad Kälte ein Schneetreiben wie zur Weihnachtszeit. Zahlreiche Traht- ieitungen sind zerstört. — Ziemlich heftige Erdstöße smd in verschiedenen Teilen Portugals verspürt worden. —Sn Berlin hat sich eine blutige Familien-Tragödie abgespielt. Der pensionierte Feuerwehrmann Landeseld erschoß in seiner Wol-nung nach einer erregten ©jene s c iu e S ch wiege r m u t t e r und verletzte seine in Scheidung mit ihm lebende Frau und seine zukünftige Schwiegertochter io schwer, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Landefeld, der nach Verübung der Tat davongestürzt war, stellte sich später der Polizei. Als Motiv gibt er Eifersucht auf die Frau an. — In Dresden überfuhr ein Automobil das Ehepaar Becker. Leide wurden schwerverletzt nach dem Johann- städter Krankenhaus geschasst, wo die Frau inzwischen gestorben ist, und bet Mann in bedenklichem Zustande darnuderlicgt. — In Leipzig verstarb an Fleischvergiftung die Ehefrau eines Trichincnbeschauers. Die Herkunft des Fleisches, nach 1 dessen Gcnß die ganze Familie erkrankte, ist noch unaufgeklärt. — Mehrere Erdstöße wurden in verschiedenen -teilen des . Staates Massachusets verspürt, indessen ist der verursachte Schaden ziemlich gering. Sport. Berlin, 20. April. In der Ausstellungshalle am Zoologischen Garten fand heule die E r ö s i n u n fl d e r I n t e rn a t i o n a l e n Sportausstellung statt m Anwesenheit des Kronprinzen und der Kronprinzefsiu. Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg begrüßte däs Kronprinzenpaar in längerer Rede, in der er die JioUe des Sports als Kullnriatior und als Mittel, das lorpcrllche Wc- deihen lind die materielle Wohlfahrt breiter Volksfchichten zu heben, betonte. Ter Kronprinz ertläite daraus die Ausstellung für eröffnet und brachte ein Hoch auf den Kaffer ans. Palermo, 21. April. Benn gestrigen Proberennen zu einem A u t o m o b i l r e n n e n ereigneten sich schwere Unglücks- fälle. Ein englischer Ingenieur wurde aus dem Automobil geschleudert und z e r ni a I m t. Tas herrenlose Automobil überfuhr noch vier Personen. Em zweites Automobil überiilhr auf der Straße ein spielendes Kind. Ter Vater eilte herbei und wollte den (SbQufieux töten, der mir nut Mühe der Wut des Vaters entging. Endlich wurde eine drille Person überfahren und gelötet. * Kleine Tageschronik. In Weißenfels hat sich der Besitzer der Thüringer Maschinenfabrik Scheitenbcrger ans dem Friedhof an der Famlliengruft erschossen — In der ötlMlut Roitzsch bei Halle venvundcte ein Landstreicher den ibn verfolgenden Gendarm durch einen Revvlverschuß sowie einen Genossen, der ihm die Waffe entreißen wollte, und tötete sich bann selbst durch einen Schuß in den Kopf. —» In Le' p Z ' 'J süiv einer geschiedenen Frau namens Preller ihre beiden Kinder, ein elfjähriger Knabe und eine zehnjährige Tochter 'entführt worden. Vermutlich ist der Täter der Ehemann, der die Frau verlassen hat und dem daS Recht auf die Kmder abgesprochen worden ist. Preller wird Übrigens wegen Betrügereien von den Behörden gesucht. — In Chemnitz wurde der Arbeiter Schilling, der e in 13 jähriges Mädchen bei 'Schandau ermordete, in dem Gefängilishos hingerichtet. — In Stuttgart fuljr auf dem Schtoßplatz ein Automobil, in welchem zwei Männer und drei Mädchen saßen, an einen La- tcrnenmast. Tie Insassen wurden herausgeschleudert. Ein lunger nun auf dem Saalbnrgkastell selbst Unterkunft gefunden, zu : einem großen geräumigen und Hellen Lesesaal imiznändern ist Fast das ganze Kurhaus wird neu möbliert. Em elegantes Weinzimmer wird, ebenso wie eine deutsche Bur- siube Gelegenheit zur Restauriernng, sowie zu gemütlichem Aufenthalt bieten. Im alten Sp.elsaale steht em Pferdchen» spiel zur Benutzung; daneben tonpie hollandaise, em Kartenspiel bei welchem letztgenannten Spielen Jeder ohne irgendwelche Vorkenntmffe sem Glück versuchen kann. Heute Vormittag nahmen beide Majestäten mit der Prinzessin Vik- tocia "iiise an dem Gottesdienste in der Schloßkirche teil. Buc Frühstückstafel bei Ihren Majestäten waren geladen Geb Baurat Prof Jacobi unnd Major von Unruh. sb) Sichertshausen b. Fronhauscn, 20.April. Unsere me-mcinde hatte heute einen denkwürdigen Feiertag, den ^nnge und Alte in gebührender Wei.e begmgen, das bOlähr Tienstjubtläum unseres langjährigen allver- chrten Lehrers .Harne l. Tas Torf trug allgjincincn Fe,tes- fdiinucf. Um 11 läuteten die Glocken zum FLstgottesdienft, wobei der Geistliche in seiner Feslpredigt in beredter Weise der Verdienste des Jubilars gedachte. Nach dem GoUev- dienst, der von einer dicht gedrängten Menge von Teilnehmern besucht war, sand im Schul^aal eine besondere Vegcüßunasjeier statt, wobei nach einem einleitenden Ehocgesang eines Lehrcrchors der Kreisschulins^ktor, Pfarrer Werner-Cappel nach einer herzl. Begluckwun- fchung dem Jubilar den ihm von S. M. dem Könige verliehenen Orden, den Adler des Inhabers des hoffenzoll. . ausordens überreichte. Hierauf spracl)en unter Ueber- icidimiß schöner Geschenke der Lokalschultnspektor, das Presbyterium, der Gemeindevorstand, die Lehrerbezirke Ebsdorf und Fronhausen, die Schulkinder und andere ihre Glückwünsche aus, denen nachher der Jubllar in beweg.en Morten dankte. Am darauf folgenden Festessen bet Gastwirt Bingel, der eine ausgezeichnete Taset hergerichkek hatte, nahmen etwa 100 Personen, teils aus der Gemeinde, teils aus der näheren oder sereneren Umgebung teil. Ansprachen und Gesänge des Lehrerchors ließen den Teilnehmern die Smnden schnell verfliegen und trugen zur Verschönerung des Tages bei. Am Abend brachte der Gesangverein dem Jubilar, der nahezu 40 Jahre seiner Dienstzeit hier zugcbracht hat, einen Fackelzug. Möge dem Jubilar, cwr sich bis in sein hohes Alter hinein vollkommener Gesundheit erfreut und wie er selber hervoroob, in seiner ganzen Dienstzeit noch keine acht Tage den Unterricht aussetzen mußte, ein langer schöner Lebensabend beschert sein. )( Erda (Kreis Wetzlar),- 21. April. Vor zwei Jahren sielen einer Typhusepidemie in unscrm großen Dorfe vieyrere Menschenleben zum Opfer. Trotz strikster Beobachtung der polizeigesundhettlick)en Bestimmungen wurde der Maurerlehrling W. Ullrich vor wenigen Tagen von derselben Krankheit bejallen. Man brachte ihn zur Gießener -tzlinik, wo Typhus festgestellt wurde. — In der heutigen Sonnlagsnachmiktagsstunde segelte über unsere Häuser in geringer Höhe und mit mäßiger Fluggeschwindigkett em Luftballon in der Richtung nach Arnrburg. Mürrr». fc. Frankfurt a. M., 22. Avril. (Orig.-Tekegr. brf „Gießen. Anz/) Slmtliche91olienumeii der heutigen Fruchtmarktpreise. Welzen Alk. 19.50—00.00, Kurbessffcber ü^k. 1!'.50—00.00, La Vlaia Alk. 20.25—20.75, KaiffaS All. 20.25—20.75, Roggen (l)ieugev) Mk. 17.50—17.75, Geiste (Metteraners Alk. 18.25—1^.50, Frarnen- felder ü'.k. 18.75-19.-, Hafer 19.00—20.00, MaiSMk. 14.25—14.50, Weizemiiebl 27.50—28.25, 2)1. 00-00, 2. Cudlilät Alk. 25.25 biS All. 20.25, 3. Lualität All. 23.25—23.75, Sioggenmehl 0 Mk. 26.25—27.00,1. Dualität All. 25.50—26.00, Weizenkleie All. 10.25 bis Alk. 10.75, SioMcnllcie All. 11..5—11.50, Alaiskeune Alk. 11.00 bis Atk. 11L0, Fraiüen, Pfälzer, Ried Ack. 16.75—19.00. Alles per 100 Kg. ab Hiev. . ;c. Frankfurt a. M.,22.April. (5elegr. Orig.-Bericht des .Gieß. 9(ng.e). Anitt. 9ioucrungcn der heutigen Viehmarktpreife. Zitm Verkaufe standen: 583 Cd)fcn, 135 aus Ceiiexxcicy, 60 Buuen, 0 aus Ceflcuad), 0 aus Tanciuark, 805 Kliffe, Ferfeu, Stiere und Rinder, 0 ans Tänemark, 288 slulbcr, 221 Lrffafe uub Hämiiiel, — Schafe auS Ceiterreni), 0 Ziegen, 17t3 Scyweuie. VezahU wurde nir lOOPjnnd <.chtack)tgewick)t. Cct)fcnl. Üuahtül 77—81 DIC^ 2. Qual 70—73 2)1 f., 3. Quäl. 65-68 All.; Bullen 1. CuaL <2 biS 74 Mk.. 2. Qual. 08—70 Mk.; Kühe 1. Qual. 72—74 Ack^ 2. C.uaL >9—71 'Dir., 3. Qual. 60- 61 2) t, 4. Qi,al. 00-00 2)IL, 5. Qual. 00—00Alk. Kälber : l.Qual.100—104V^g., Lebendgeivicht 60—62 Pf^ 2. Qual. 92—95 Pfg., Lebendge>vlckil 54—55 Pfg^ 3. Qual. 00—00 'V g., Schlachtgeivichl 70—73 Pig., Schafe: 1. Qual. 80—00, 2. Qual. 76—78 Pig., 3. Qual. 00—uu Pig.; Schweuie 1. CuaL 53—54 Pfg., Lebdgeiv. 42.00—41.00 Pfg., 2. <-11.51-52'5,0., tebenb- geiv. 40.30—41 Pig., 3. Qual. 42—44 Pfg. Lebeudgeiv. 00 Pfg. Geicha't: bei Hornvieh gut, Uebcrflanö unbedeuiend; bei Kleinvieh gilt, kein Uebeiftanb. 2. Vimuierarbeiten, 3. Svenglerarbeiten, . V - * - — 1 4 — - Bekaummuchmig. Betrifft: Wie oben. Ä , Ich bringe hiermit zur Kenntnis, datz Dienstag, den 23. ds. Mts. nachmittags 2'/- Hbr bei Gastwirt Dorfeld auf der Karlsruhe an der Atarburgerstraße, die zwischen der Lahn, der alten Atarburgerstrahe und dem neuen Friedhof gelegenen Massengrundstücke zum zweitenmal öffentlich versteigert, werden. Gleichzeitig gebe ich bctannt, dag dte übrigen Manengrundstücke Mittwoch, 24. dS. MtS. auf ein Jahr an Ort und Stelle öffentlich verpachtet werden. . §usainmenkunft hierfür, vormittags 9 Mr am neuen onedhos. riebberg, den 18. Avril 1907. . . Der Großherzogliche Feldberemtgungskommiffar. gez. Schnillspahn, Kreisamtmann.DK/< Bekanntmachung. ium “l SHrPURCIt titt^ schwerer f biD1; n 3«! mobil dn V" . 0 001, Vs «uii«»«* '»'"2 SÜ-ÜPKi* boL^iiioni« > ,t @fj. 8*L i(l"ä L bi-ZL S'8"'9 '«) Iw li«® 4e m "he d°i Ä ffi SÄn ! 1 Gebiet? ■ "d-r i 1 !n unseres tzesi. " obetbefi mn; "en' em fUr'/0,(Ulnen. ' /^grannn ent. ^wundervoller, .^«ehenswürd,^ X’^^rnien. ^/chlutifeier. All • ^pril wurde, ""9 “'kn »roieij, . fc", Äatl 6gec “m.®9mnaiium Ju . ®leBen' Leipzig u!b b 1890 die Ober- * ®letien zum Lic. • GWnasiallehrerawt! Im Sommer 9 des Prosesfors in t ;ü* Milin, betraut Ritter Professor am K Dr. Flönng für Ollern 1904 zweit» ; llt- Katechik, Kirchen. - lorwürde ward ihn, eßener Fakultät ver. ! Amtlicher TeU. Gießen, am 20. April 1907. Beir: Statistische Nachweisungen über das BotrsschuiweiQi. Tie b)totii).MKi6ffl)Ulfommiifioii Gieren an die Schulvorstände und die Vorsteher von Privatfchulen des Kreise». Soweit Sie mit Erledigung unserer Auflage vorn 23. März lausenden Jahres (Kreisblatt 9tr. 20) noch im Rückstände sind, werden Sie hieran erinnert ___________________I. V.: Weicker.____________________ Bekanntmachung. In der Zeit bom 13. bis 20. April 1907 wurden in hiesiger Stadt ' gefunden: 1 Säckchen mit Inhalt, 1 Brosche, 1 Armband und 1 Ring. verloren: 1 dreieckige Brosche mit 3 Anhängsel, 1 silberne Damenuhr, 1 Portemonnaie mit 4 Mark und 1 Siegelring Inhalts, 1 Manschette mit Knopf und 1 Portemonnaie mit 30 Mark. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Grotzyerzogu^)larburg.Str.7. Schlafstelle zu vermieten. 0275Ä Neuen Bäue 7. Bergstr. 1, p. 6 Zimmer, Badez., Stall, per 1. Juli zu vcrm. (247G Schön möbl. Simmer sofort zu verm. Gr. Steinweg 6, H. [02747 Schöne 4-Zimmer-Wohnung in meinem Neubau 3. Stock per sofort an ruhige Familie zu verm. [2692 A. Ktlbinger, Seltersweg 79. Schön mövl. Zimmer zu verm. 02617]Roonstratze 28, L Frau Louis Katz, Plockuratze 8, II. 2832] Anstand., jung. Laufmädchen gesucht. BiSmarckstrage 40, 111. Junger fflauu, 15 I., möchte sich als Kaufmann in größerem Geschäft weiter auö> bilden,- seitherige Stelle d. 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Abzug, gegen Belohnung. 102834] Löberohof 6. Tüchtige Waljmn für dauernd gesucht. [2826 C,arl Stückrelh, Möbelfabrik. Gesucht auf sofort 2 Küchcn- mävchen. liobii uwnatl. 20 wtt. Im Herbst ca. 6 Wochen Urlaub mit Kostvergütung. Zum Dienstantritt rileisevergutung IV. Klage. Junger Mann mit guten Zeugn. sucht Stelle als Herrschaftokutscher oü. Hausdieii. 'Nah. Frau Burrn, Prima Kogre^.Ik Gpeztalurarke, garalrtiert franz. Verschnitt, ärztlich euwsohlen, per Literslasche 2Mk., ist der preiswerteste und beliebt wegen seines vorzüglichen Geschmackes. Ferner gelten melne französischen Koglmls unter Originalverschlub als die besten, welche der iVtartt bringt. , E. Dort, Walltorstr. 45. (1416 Ludwigstraße 26 vla-ä-vi« der Aula Besserer Privat-NittagsW [von 12—2 Uhr) 1 Gang 70 Psg., 2 Gänge 90 Pfg. Ubeudt isch (von 7—0 Uhr) ä Portion 60 Psg. ftörbe n. Stühle werden schnell "j u. billig geflochten. F.Glöcklc SelterSw.vl. vorm. Parthier. Versteigerung. DirnStag dcu 23. dS. 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