Nr. 43 Erstes Blatt 157. Jahrgang Mittwoch 20. Februar 1907 erf*ie Eröffnung des Aeichslags. . Berlin, 19. Februar. Während für die katholischen Abgeordneten GotteSdiensi in der HedwigSkirche um IO* 1 2/, Uhr ftattfand, versammelten sich von 9*/t Uhr ab in der Schloßkapelle die evangelischen Abgeordneten, bie hohen Militär- und Beamten; ferner ver« sainmeilen sich hier sämtliche Minister, Staatssekretäre und Mltglteder des Bundesrats, an ihrer Spitze der Reichs» kanzler. Am Altar stand die Hofgeistlichkeit. Während eines Gesanges des DomchorS zog der Hof ein, der Kaiser in der Uniform der Garde du CorpS mit dem Adlerheim und dem Band des Schwarzen AdlerordenS. Gr nahm vor dem Altar Platz, neben »hm der Kronprinz und Prinz Ettel Frtedrtch, denen sich recht» und link» die übrigen Prinzen ic. anschloffen. Nach dem Gesang der Gemeinde predigte General - Superintendent Faber über das Wort Iesaia^ ,Fürcht« dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein*. Den Schluß des GolteSdienste» bildete daS niederländische Dankgedet. Im Wellen Saale stellten sich von 10*/* Uhr ab die Reichstagsmitglieder gegenüber dem Thron auf. In der großen Loge nahm die Kaiserin, mit ihr di« Kronprinzessin und die anwesenden Prinzessinnen Platz. Der Weiße Saal war fest- ilch erleuchtet. Der Throndaldachin war mit schwarz-weiß- roten Straußfederbüschen geschmückt. Die Generalität, die Obersten und Regimentskommandeure traten an die Schmalwand des Weißen SaaleS; die Minister und di« Wirklichen Geheimen Räte nahmen gegenüber Aufstellung, die Mitglieder des BundeSralS links vom Thron, vor demselben Reichskanzler Fürst Bülow, der kurz vorher noch eifrig mit den Adgg. o. Kröcher, Bassermann unb Dr. Paasch« geplaudert hatte. Während deS Gottesdienste» waren die Reichsinsignien mach der Bildergalene geleitet worden. Nach Ordnung der Versammlung im Weißen Saale machte dem Kaiser der Reichskanzler davon Meldung. Unter lautloser Stille naht« von der Bildergalerie nunmehr der feierliche Zug, voran die Schloßgardekompagnie, dann zwei adelige Herolde, dann die Person de- großen Vortritts, dann die ReichSmsignicn, nämlich i da» Reich-siegel, getragen vom Generaladjutanten von Moltke, Lhef deS Generalstabes, daS entblößte ReichSschwert, getragen vom Kriegsminister von Einem, rechts davon der Reichsapfel, getragen vom Generaloberst von Lmdequist, das Zepter, getragen vom Generalfeldmarschall Grafen o. Haeseler, recht» davon die Krone, getrogen vom Generalfeldmarschall v. Höhnte, daS ReichSpanier, getragen vom General v. Kessel, welchen die Generalleutnants Loewenfcld und von Hoepfnrr begleiteten. Dann folgte der Kaiser, hinter ihm der Kronprinz, dann die Prinzen deS Königlichen Hause«, die Prinzen au- souveränen allfürstlichen Häusern, die Generaladjutanten usw. Dekan Lender brachte als Aeltester der anwesenden Abgeordneten daS Kaiserhoch auS. Der Kaiser nahm auf dem Throne Platz, der Kron- prinz trat recht» auf die unterste Stufe deS Thrones, bie Prinzen rechts bavon. Nachdem die Träger der Rcichtz- insignien u. s. w. ihre Plätze eingenommen hatten, nahm btr Kaiser au» den Händen deS Reichskanzlers das Manuskript der Thronrede entgegen und verlas diese bedeckten Hauptes mit ruhiger Stimme. Die Abgeordneten begleiteten die Rede mit Bravorufen, besonders bei Erwähnung der Tapferkeit unserer südwestafrikanlschen Kämpfer, ebenso bei dem Passus, der sich gegen die Sozialdemokratie richtet, bei dec Ankün- digung dec Fortsetzung der sozialpolitischen Gesetzgebung und am Schluß. Ter Reichskanzler erklärte den Reichstag für er- öffnet. Graf v. Lerchenfeld brachte ein zweites Kaiserhoch au». Der Kaiser verließ mit den Prinzen den Saal in gleichem feierlichen Zuge. Aie Thronrede und ihre Ausnaöme in der grtITe. Zm Großen und Ganzen klingt die Rede trotz des an einzelnen Stellen bemerkbaren Schwunges etwas nüchlern, wo man das Gefühl stolzer Genugtuung und den durch das Resultat gegebenen Anreiz zu frohem Schaffen hätte erwarten sollen. Ein gewlffeS Gefühl der Genugtuung blickt ja durch die Zeilen hindurch und den nationalen Wählern wird auch Anerkennung gezollt, daß sie diesmal kleinlichen Parieigeifl beiseite gelaffen haben, aber auf der anderen Seite soll doch eine Thronrede eine Art Programm der künftigen Politik entwickeln, und wenn dies je am Platze war, so war es biesmal. Indessen nach dieser Hinsicht versagt die Thron- ttbe säst gänzlich und wieder einmal tritt die leidige Ge- eoohnheit Bülows hervor, sich auch in dec inneren Politik alfl Diplomat aufzuspielen, der dem alten Satze Talleycands lulbigt, daß bie Sprache dazu da sei, die Gedanken zu verbergen. Es wird freilich erklärt, daß der Kaiser alle ver- ffffsungsmäßigen Rechte und Befugniffe gewissenhaft zu achten gewillt sei, ebenso auch wird angekündigt, daß bie Sozial- goliti* fortgeführt werden soll, in der Hoffnung, auf diese Weise dec Sozialdemokratie das Feld abzugraben, aber hatte wirklich jemand ernstlich an alledem gezweifelt? Welchen SiurS aber nu übrigen bad Reichsschiff steuern wird, davon chweigt des Sängers Höflichkeit. Eine Reihe von Borlagcn wird angekündigt, wie der ReichShauShalt und die NachtcagS- etatS, abermalige Forderung deS Kolonialamtes, der Bei- hülfen für die Ansiedler, Reform deS NlajestätSdeletdigungS- Paragraphen re., aber all daS ist nichts neues. Am meisten Aufsehen aber muß eS erregen, daß der Gegnerschaft der Sozialdemokratie gegenüber der RegierungSpoliltk gedacht wird, dagegen aber deS Zentrums, gegen welches doch m erster Lime ursprünglich der Kampf gerichtet war, mit keinem Worte, nicht einmal mit einer kleinen Andeutung Erwähnung geschieht. Dadurch wird der Eindruck erweckt, al» roenn Fürst Bülow alle» wieder beim Alten delaffen wolle, trotzdem er erklärt hatte, gern M't der bürgerlichen Linien zusammen- arbeiten zu wollen. Auf diese ist bie Relchsregierung aber tatsächlich in gewiffen Fragen burchauS angewiesen, ba nach dem Vorangegangenen ba» Zentrum in ber schärfsten Oppo- ilion verharren wirb. ES ließ sich nicht erwarten, daß die Thronrede bet den Organen Derjenigen Parteien Beifall finden uxtix, gegen die sich Die Auflösung des Parlaments richtete. Der sozialdem. „Bor- ivärtS" wird erst noch die kahernche Kundgebung m der herkömmlichen und bekannten Weise kritisch »ttpiUdcn. Wendet sich ik)d) die Thronrede in nrarkanten Worten gegen die Sozialdemokratie, von der sie sagt, die angeblich wahre Vertreterin der Arbeiterinteressen habe nichts für die wirtscyastlich Schrvachen und für den nultuTiortftbtdi geleistet. Die Verrcn vom „Bor- wärts" werben deut gegenüber vermutlich behaupten, datz die euizige kulturfordernde Partei die sojialdemolratische sei. Die „Germania" scheint glücklich darüber, daß in der Thronrede vom Zentrum nicht die Rede ist. Bielleiart dür>e man aus dem Schioeigen der Thronrede s^liegen, da» die Kriegs- erklarung gegen das Zentrum doch nicht überall al» klug und icgverheißend angesehen würbe, oder bay nach den Wahlen bereit- wieder die I5rtenntni4 9lau gegrusen habe, daß man ohne das Zentrum auf bie Dauer schwerlich aus kommen werde. Wenn ich die „Germania" nur nicht tauscht über die Stimmung! DaS Zentrumsorgan versucht einen Gegensatz zu konstruieren zwischen den Anschauungen des Kaiser» und deS Fürsten Bülow. GS glaubt, was cs wünscht: daß nach einer kleinen Säpnollzeit der Kanzler aus höheren Befehl mit dem Zentrum in aller Form Frieden schlieven und schließlich herzlich iroh darüber sein iverde, diese Mitarbeiter wiederzugewinnen. AuS der Bemerkung der „Germania" unb noch manujen anderen Anzeichen gehl hervor, daß das Zentrum sich in seiner ungenannten Opiwsiliousiiellung keineswegs behaglich suhlt uno viel darum gäbe, wenn es wieder in die alte Position als „Derlrauensparlei" der Regierung zurück, gelangen könnte. Das Beste aber ist, daß die „Germania" ertlärt, lit stimme m den Dank der Thronrede an unsere wackeren Truppen aus vollem verzen ein und sie teile ebenso die Befriedigung über bie Riebcriage der Sozialbcmokrotie. Tie wackeren Truppen in Südwest konnten doch nur mit Bitterkeit darüber erfüllt werden, daß ihre Sache von der Reichstagsmehrhest des 13. Dezember m Stich getanen wurde! 91och sonderbarer mutet die Befriedigung über bie Niederlage der Soziaioemokraue an, nachdem das Zentrum notorisch in zwölf Wahlkreisen der äußersten Suiten zum Siege verhalfen hatte. Die Organe der neuen nationalen Reichstagsmehrheit heben übereinstimmend bie Frische, bie Herzlichkeit des Tones der Thronrede hervor. Zn wärmeren Worten als sonst in Thronreden üblich ist, so schreibt die „Voss. Ztg.", wird dem deutschen Volk Anerkennung gezollt, daß es sich über kleinlichen Parteigeist hinweggesetzt habe. 'Mit Vertrauen wird der Zukunft dos Vaterlandes entgegengesehen. , Die agrarische „Tagesztg." hat die Empfindung — die wohl von vielen geteilt wirs — als seien Fürst und Volk em- ander näher geruckt. , yz _ In ähnlichem Sinne bemerkt bie „National ztg. : so hat der deutsche Kaiser schon lange nicht mehr zu den Erwählten feines Volles gesprochen. . Auf die Genugtuung über den Wahlausgang führt bie konier- vative „Kreuz ztg." ben zuversichtlichen und freudigen Grund- lon der Thronrede zurück. Tas Blatt kann aber zur Fortsetzung der Soziatresvrm den Wunsch nicht unterdrücken, daß man die llebergril^c des io-ialbenwkrauschen Terrorismu» in bie periönliche Freiheit tkr Arbetter durch Gesetze verhindere. Immer dasselbe X!icb: Tas Mittel wurde nur dazu aeeignet sein, bie neue Mehrheit des Reichstags zu sprengen und der Sozialdemokratie willkommene Gelegenheit zu geben, gegen eine Ausnahmegejetzgebung ju tämpfen Die „P o fM äußert auch ihre Zufriedenbeü, fügt aber gleichfalls hinsichllkch der Sozialpolitik folgende Mahnungen an: Wenn betont ist, daß bie Sozialpolitik sich in bem Geifte Kaiser Wilhelms L fortbewegen soll, so ist zu hoffen, daß es auch dabei bleibt, und man sich nicht durch heißspornige Wettläufer mtt der Sozialdemokratie in atavistische Bahnen drängen läßt Tie „T ägl. Rund s ch a u" bemerkt: Die Thronrede begnügt sich damü, ben kleinlichen Parteigeist und bie nationale Ehr- unb Pflickuvergessenheit des Zentrums festzunageln, ohne es birett ju nennen: eine Schonung, die auffallen müßte, wenn nicht Fürst Bülow noch unmittelbar vor dem ParlamentSbeginn durch die Prägung des scharfen Wortes von der „antinationalen Arroganz" die Zweifel an dem ehrlichen Willen der Regierung, eine antiklerikale Politik zu treiben, erneut zerstreut hätte. „Tas „L. T." benierkt: Was das Volk will, das ist eine von "freiheitlichem und sozialem Geiste getragene Politik. Lier liegt bie eigentliche Ausgabe der Zukunft. Des ewigen Zickzacks, des bänglichen Schwankens, der kutturellen Rückständigkeit, der „absolutistischen Veilletäten" ist das Volk aründlich müde. Tie Thronrede bekennt keine Farbe: diese Unterlassungssünde hat ber Reichskanzler gut zu machen, so schnell wie möglich und so gründlich wie möglich Dir erste A-ichstagssthung. R. Berlin, 19. Febr. Wie in ben denkwürdigen Dezembertagen, als bet Ko- (oniallonfliit zur Aufloi'ungskatallrophe führte, umdränglen auch heute zahlreiche Schaulustige daS ReichstagSgebäube, auf bein bie breifarbigen Fahnen im Winde flatterten. Nicht niinber reges Leben herrschte drinnen, auf den Tribunen des Sitzungssaales. Mit bem öffentlichen Interesse für jein erstes Erjcheuien kann der neue ReichLlag also zufrieden fern. Es waren noch nicht alle Eiwählten zur Stelle, einige bü Herren fehlten in ber Eröffnungssitzung, benn ber 9lamen6anfruf ergab die Anwesenheit von 36Ö Abgeordneten. Immerhin eine stattliche Präsenz. Aeußerlich flach das Bild von bem altgewohnten anffallenb ab. Es hat sich in ber Verteilung ber Plätze em Ruck nach links vollzogen. Die Fraktion ber Sozialdemokraten ist ganz an die Wand ber linken BunbeSratS- eitrabe zurückgediängt, einen Teil ihrer bisherigen Platze hat die bürgerliche Linke in Besitz genommen. Anbererseilö greifen die Parteien ber Rechten infolge ihres Manbat-gewinneS biS auf bie Bankrechen deS Zentrum- hinüber, bas sich roieber mehr nach link» auSbehnt. Nicht jeber fanb heute ohne weiteres den ihm jugemieienen Platz, bie »neuen IDtänner' zumal mußten sich von kundigen Kollegen informieren lassen. Im übrigen gab bie weiße Weste bem Bilb das Gepräge, em Reflex bes feierlichen EcüffnungSakteS im Königlichen Schloß. Arn Regierungstisch saß einsam unb roürbeooU Staatssekretär Graf PosadowSky, biS ihn im Lauf ber kurzen Sitzung bi« Abgg. Gamp (Rp.) unb Graf Stolberg (Kons.) zu einem Gespiäch aussuchlen. Die Unterhaltung im Saal war lebhaft, man besprach bie Thronrebe, erging sich in politischen Kombinationen, aber über bem Ganzen lag eine gewisse, burch bie Neuheit ber Situation gebotene Reserve. Beengt unb beklommen fühlte sich offenbar bie arg zusanimengeschmolzene, für bie Mehr- heitsbilbimg au-gefchaltete Fraktion Bebel. Nichts weniger als guter Dinge schienen auch bie Herren vom Zentrum. Dr. Spahn roanbert m nachbenklichem Ernst umher, zuweilen mit einem allen Kampsgenossen em Wort wechselnb. '21 bg. Erzberger faß ziemlich resigniert, von wenigen beachtet, auf semen, Platz. Roeren hielt sich ganz im Hinter- grunbe. Von Sieges st immung war jebensalls in ber Fraktion ber Mitte nicht viel zu spüren. Zunächst auch noch nichts von einer Annäherung zwischen Liberalen unb Konservativen. Die neuen Karlell- männcr waren einstweilen mit sich unb mit ihren politischen Freunden beschäftigt. Auf ber Linken siel bie markante Persönlichkeit beS Abg. Naumann sofort inS Auge. Er würbe von Dielen Seiten aufs freunblichfte begrüßt. Rechts bemerkte man bie schlanke Gestalt beS Erbprinzen zu Hohenlohe, ben feingeschnittenen Kopf beS Fürsten Ha tzfelbt unb ben Führer deS ReichSverbandeS gegen bie Sozialdemokratie, General v. Liebert, sowie bie Lanbbündler Dr. Hahn unb Dr. Noesicke. Die heutige Sitzung leitete in erfreulicher Rüstigkeit ber AlterSprasibent Abg. v. Winter- felbt-Menkm (kons.), morgen wirb bie Wahl ber brei Prästbenteu vollzogen werben. Ueber baß wahrscheinliche Ergebnis hörte man auch heute noch verschiebens QJlut» maljungen, unb eine bestimmte Auskunft barüber, wie daß Zentrum es mit ber Nominierung eines PräsibentichaftS- tanbibaten halten werbe, war von iDlitgltcbern dieser Fraktion biS zum Schluß der Sitzung nicht zu erlangen. Eine BerufsstatistU der Mitglieder de» Reichstages, sowett sie nach den bisher vorliegenden Angaben ausgemacht werden kann, ergibt folgendes Bild, das je nach der Auifassung der Zugehbrigkett der Abgeordneten zu einer Berufslategorie bezw. zu einer Partei kleinere Verschiebungen erfahren kann. In den Reichsiag sind gewähtl 8 Fürsten und Prinzen, 10 Grasen, Z'j Rittergiusbesitzer, 36 Guts-, Bofbesitzer unb Landwirte, 11 Amtmänner, Ccloiumiietute, Landwirtiuiasisräte usw., 4 Landrate ^auch solche a. T.), 4 frühere Müllars, 13 Regierungs- unb Geheimräte, 34 Gerichtsbeamte, 38 Rechtsanwälte, Zustizräte, 'Jlotatc, Syndici usw., 6 Aerzte, 6 Prioatveamte und andere Beamte, mit Ausnahme derjenigen in Kirche unb Schule, 45 Beamte an äircyen und llnterrichtsanstalten, 23 Kommunalbeamte, Bürgermeister, Siadträte, Senator usw., 33 Schriftsteller und Redakteure, 38 Gewerbetreibende und Aausleute, 7 Kommerzienräte und Kommissionsräte, 8 Remner und Privatiers, 24 Direktoren, Generalsekretäre, Verbandsoorsitzenoe und Arbeiter- sekretüre, 12 Abgeordnete ohne Berussangabe. Laßt man die naturgemäß auftretenden Schwankungen in der Zahlung außer Betracht aond -tcht die Grenzen für die verschiedenen Beruss- kategorien und Erwerbststände etwas weiter — beispielsweise unter Hinzurechnung der Prinzen, Fürsten und Grasen zu der Klasse der in der Landwirtschaft tätigen Abgeordneten oder der Abgeordntten „ohne Beruf" zu der Klasse der Schriftsteller und Redakteure, was in den meisten Fällen zutreffen wird — Jo zeigt sich, daß die Landwirtschaft mit 94, Industrie unb Lande! mit 89 (einschließlich 8 Privatiers), mtH- iärische Kreise mit 4, der Bearntenstand mit 56, Kirche unb Schule mit 45, ber Anwaltsta nd mit 38, ber Aerztestanb mit 6, der S chr ift ste tlerh eruI mit 45, bie Kommunen mit 23 Abgeordneten vertreten sind. * Luch bie berufliche Zusammensetzung ber einzelnen Parteien ist nicht ohne Interesse. Tie konservative Partei stelll 17 Ritterguts- und 11 Gutsbesitzer usw., 5 Amtmänner, Lekonomie- räte usw., 3 Gerichtsoeamte, 2 Anwälte, 3 Gewerbetreibende, 1 Militär, 1 Kommerzienrat, 1 Landrat, 7 Fürsten, Grasen und Eble, 5 Regierungs- und Geheimcätt, 1 Rentner, 2 Tirektoren, Generalsekretäre usw., 1 Bürgermeister. Ter Reichs Partei gehören an 1 Ritterguts- uno 5 Gutsbesitzer, 1 Amtsvorsteher, 1 Beamter, 3 Gerichtsbeamte, 3 Kirchen- und Schulbeamte, 1 Gewerbetreibende, 1 Militär, 1 Arzt, 1 Kommerzienrat,^! Fürit, 2 Regierungsräte, 1 Bürgermeister, 1 ohne Beruf. Tie Re- formvartei. Deutschsoziale und E h r i st l i ch s o z i a l e setzen sich zusammen aus 1 Gutsbckitzer, 2 Gerichts beamten, 1 ^x.e» diger, 2 Gewerbetreibenden, 1 Kaufmann, 3 Schriftstellern, 3 Parteisekretären. 1 Bürgermeister, 3 ohne Beruf Tie wirtschaftliche Bereinigung sendet 6 Guts-, -- '.&ec unb Landwirte, 2 Anwälte, 1 Tircktor, 1 Beamten und 1 beamten ut den Reichstag. D^rn Zentrum geboren an 2 Ritterguts-, 11 Gutsbesitzer und Lane wirre, 2 Amununn« u,w., 23 Kirchen- unb Tchulbeamte (einschr'.-ß-ich des Kaplans unb Buchdrucker erb es itzers Dasbach), 10 Gew erb ureib ende, 1 SRiluät, 1 Arzt, t Handeltreibende und Kaufleute, ö Schriftsteller und Redakteure, 2 Landräte, 1 Prinz, 3 Grafen (2 auch als Rittergutsbesitzer gezählt), 1 Geheimrat, 4 Rentner, 6 Direktoren, General- und Arbeitersekretare u. dergl., o Bürgermeister, 1 ohne Beruf. Die Fraktion der Polen erscheint mit 4 Rittergutsbesitzern, 3 Anwälten, 4 . .cm, 1 Gewerbetreibenden, 1 Fürsten, 1 Rentner, 4 Schristst . Redakteuren usw. und zwei Abgeordneten ohne Berus. Vo. den N a tio n a l lib er a l en sind 5 Rittergutsbesitzer, 3 Gutsbesitzer, Landwirte u. dgl., 1 Oekonomierat, 4 Gerichtsbeamte, 7 Anwälte, 6 Kirchen- und Schulbeamte, 5 Gewerbetreibende, 8 Kommunalbeamte, 1 Militär, 1 Arzt, 4 Kommerzienräte, 2 Landräte, 1 Prinz, 1 Graf, 4 Geheimräte, 1 Rentner, 2 Direktoren, Sekretäre usw. Die freisinnige Volkspa r t e i stellt 2 Gerichtsbeamte, 4 Anwälte, 8 Professoren, Lehrer und Schulvorsteher, 2 Gewerbetreibende, 6 Kommunalbeamte, 2 Aerzte, 1 Kaufmann, 1 Schriftsteller, 1 Kommerzienrat und 1 Rentner. Zur Freisinnigen Vereinigung bekennen sich 1 Bergrat a. D., 2 Anwälte, 1 Pfarrer a. D., 1 Gewerbetreibender, 1 Kommunalbeamter, 1 Arzt, 1 Schriftsteller, 4 Direktoren, Sekretäre usw., lohne Beruf. Tie süddeutsche V o l k s p a r t e i hat ihre 7 Mandate 3 Anwälten, 1 Kaufmann, 1 Schriftsteller und 2 Gewerbetreibenden übertragen. 1 Gutsbesitzer, 1 Rechtsanwalt und 1 Fabrikbesitzer bilden die Gruppe der Lothringer. Der einzige Däne im Reichstag ist Redakteur. Von 43 Sozialdemokr aten bezeichnen sich nicht weniger als 18 als Schriftsteller und Redakteure: außerdem gehören der Fraktion an 1 Privatbeamter, 2 Anwälte, 8 Gewerbetreibende, 1 Stadtverordneter, 6 Kaufleute, Geschäftsführer u. dgl., 1 Rentner, 4 Verbandsvorsitzende. Sekretäre usw., 2 ohne Beruf. Unter den Wilden, die sich den konservativen und liberalen Gruppen zurechnen, ist 1 Prinz, 1 Graf und 1 Rektor. Airche und Schule. — Das Staatsministerium in Oldenburg hat der Realschule Ober st ein-Idar den Slaatszuschuß (jährlich 18 500 Alk.) entzogen und die Aufnahme neuer Schüler in Sexta untersagt, bis die erforderlichen Räume beschaffen und die Lehrergehälter neu geregelt sind. Au» Stadt und Land. Gießen, 20. Februar. — Prinz Ludwig von Battenberg, Großbritannischer Konteradmiral, ist, wie die Dacmst. Ztg. mitteilt, von seiner bisherigen Stellung als Chef des zweiten Kreuzergeschwaders entbunden und unter gleichzeitiger Beförderung zum überzähligen Vizeadmiral zum zweit- kommandierenden Admiral der Mittelrneer-Flotte ernannt worden. Der Prmz-Admiral wird seine Flagge auf dem Linienschiff „Venerable' hissen. — Geh. Obermedizinalrat Dr. Karl Neidhardt in Darmstadt feiert, wie die N. H. V. hören, heute seinen 7 0. Geburtstag. Dem ausgezeichneten Beamten, der sich als Vorsitzender des Hessischen Landesverbandes gegen den Mißbrauch geistiger Getränke als Mitbegründer der Darmstädter Volksküche und der Hessischen Trinkerheilslätte um das Gemeinwohl noch besondere Dienste erworben, wird es an herzlichen Glückwünschen zu diesem festlichen Tage gewiß nicht fehlen. — AiiS dem Militär-Wochenblatt. Befördert: zu Lts. der Res.: Werth (Halberstadt), Nierhaus (Elberfeld), des Großh. Art. Korps, 1. Gcoßh. Hess. Feldart. RgtS. Nr. 25, Glimm (Danzig), des Großh. Hess. Tcarn- Bats. Nr. 18, Edler (II. Darmstadt), des Inf. Leibrgts. Großherzogin (3. Großh. Hess.) 9lr. 117, Maercks (Friedberg), des 5. Großh. Hess. Inf. Rgts. Nr. 168, Schm i tz ('Mainz), des Garde-Drag. Rgts. (1. Gr. Hess.) Nr. 23, Konrad (Worms), des 2. Gr. Hess. Feldart. Rgts. 9lr. 61, Schmitt (Mainz), des 2. Nassau. Feldart. Rgts. Nr. 63 Frankfurt; Vonnegut (Mainz), zum Lt. der Ländw. Inf. 1. Aufgeb., Otto (Hanau), des Garde-Schützen-Bats. Der Abschied bewilligt: Eller ('Mainz), Hauptm. der Res. des 1. Nassau. Inf. NegtS. Nr. 87, Pfeiffer (Gießen), Oberlt. der Landw. Feldart. 1. Aufgeb., Secker (Mainz), Lt. der Landw. Pioniere 2. Aufgeb., Dr. Klein (I. Darmstadt), Oberarzt der Landw. 1. Aufgebots. — Befördert zum Asslst.-Arzt: Unterarzt der Res. Dr. Birkenholz (Friedberg). •• Wohltätigkeits-Konzerte der Gießener Militär-Vereine am 28. Februar und 3. März in Steins Saalbau. Am verflossenen Sonntag hat der „Engere Ausschuß' alle auf die Konzerte bezüglichen Fragen geregelt. Von Freunden und Gönnern der Vereine sind für den edlen Zweck bereits namhafte Spenden eingegangen. Die aus früheren Hoboisten und Musikfreunden gebildete Kapelle ist fleißig an dec Arbeit, ein schönes Gelingen des musikalischen Teiles also gesichert. Nun ist es aber auch eine Ehrenpflicht der Militär-Vereine, auö ihrer Mitte dazii beizutragen, daß eine stattliche Zuhörerschar alter Soldaten den Saal füllt. Aber auch auf weitere Kreise muß unbedingt gerechnet werden, löenn alles wohlgelingen soll. Wenn die Militärmusik ertönt, wenn die Fahnen wehen, strömen Hunderte nach dem Paradeplatz oder dem Manöverterrain, wenn nur ein kleiner Teil dieser „Schlachtenbummler' der Alten von 1866 und 1870/71 gedenkt, muß das schöne Liebeswerk gelingen. — Künstlerkonzert. Die Besucher des, ruie bereits mitgeteilt, am Sonntag, den ö. März in Steins Saalbau stattfindenden Klavier-, Lieder- und Duettabends dürfte eS interessieren zu hören, daß die beiden auftretenden Sänger, die Herren Theurer und Zimmermann unlängst in Stuttgart in einem Konzert auftratcn, dem auch die Königin von Württemberg beiwohnte. Nach Schluß des Konzerts konnten die beiden jungen Künstler von der Königin sehr anerkennende Worte hören. Das .Stickig, Tagebl." äußerte sich über die beiden Sänger folgendermaßen: Herr Zimmermann bekundete in Liedern von Schildert und Schumann ein kräftiges, biegsames und gediegene Schulung verratendes Organ. Der Vortrag selbst zeugte von Tiefe der musikalischen Auffassung. Von Herrn Theurer rühmt dasselbe Blatt die kräftige, außergewöhnliche klangschöne Stimme verbunden mit einer sehr wohltuend berührenden Wärme des Vortrags. — Gegen namenlose Mitteilungen (anonyme Denunziationen) wendet sich in dankenswerter Weise folgende amtliche Bekanntmachung des KreisamteS Bingen: Die nie aufhöcenden, neuerdings sich noch mehrenden Mitteilungen ohne Namensnennung (anonyme Denunziation) veranlassen uns, immer wieder erneut darauf hinzuweiien, daß derartige Zuschriften gar keine Berücksichtigung finden, daß unS aber sedermann vertrauensvoll seine Wünsche, Klagen und Beschwerden offen Vorbringen und versichert fein kann, daß ihm Im Falle der Begründung keinerlei Unannehmlichkeiten irgend einer Art daraus erwachsen sollen. — Heimarbeitausstellung zu Frank f it r t a. M. Der Ausstellnngsvorsiand, dem satzungsgemäß die Leitung sämt- ltchee das Ausslellnngsunternehmen betreffender Geschäfte obliegt und der das Unternehmen nach außen vertritt, hat seine Aemker in folgender Weise verteilt: 1. Vorsitzender Fabrikant I. H. Epstein, 2. Voilitzender Professor Tr. Pl). Stein, 3. Vorsitzender Sladto. Rechtsanwalt Tr. L. Brrtck, Kassensührer Prokurist der Teutfchen Bank E. Simon, 1. Schriftführer Geschäftsführer Dr. Pelrenz, •2. Schriftführer Gewerkschaftssekrelär L. Torschu. Zur Erledigung der vorhegenben Arbeiten hat der Ausstellungsvorstand drei Sonderausschüsse geschaffen, einen Finanzausschuß, dessen Vorsitz Kommerzienrat ^adenburg übernommen hat, einen Preßans - schuß, den Direktor Th. Eurti leitet und einen w t s s e n s ch a f t l. Ausschuß, dem Professor Tr. P. Arndt vorsteht. Dem letztgenannten Ausschuß wird insbesondere die Leitung der wissen- schaillichen Arbeiten und die Bildiing von Fachausschüssen für die verschiedenen Ziveige der Heimarben obliegen. Was durch Selbsthülfe erreicht werden kann, zeigen die Emrichtiingen des Deutschnationalen Hand- lungsgehülfen-Verbandes. Ter Verband, der Ende 1893 gegründet wurde, zählte am 1. Januar d. I. 90413 Mitglieder und die Abteilung für Lehrlinge 5174. Ter Verband, der dec größte kaufmännische Verein dec Welt ist, besitzt in Hamburg ein eigenes Verwaltungsgebäude und unterhält Geschäftsstellen in Berlin, Leipzig, Köln, Mannheim, Breslau, Chemnitz, Dresden, Hannover, Stuttgart, Magdeburg und Wien, in denen ec 143 Angestellte beschäftigt. Tie Unter- stützungskassen verausgabten im letzten Geschäftsjahre 78 341,20 Maik, wovon 60 352,40 Mark auf die Versicherung gegen Stellenlosigkeit entfielen. Das Vermögen dieser Versicherungs- kasie betrug rund 310000 Mack. Dte Kcanken- und Begräbniskasse hatte 15 280 Mitglieder und ein Vermögen von rund 230000 'Mark auszuweisen. Lehrergehälter in Offenbach. Die Nachricht aus Offenbach, daß der Antrag der dortigen Lehrer auf Teuerungszulage abgelehnt worden sei, bedarf der Richtigstellung. Die Lehrer hatten nicht den Antrag auf Teuerungszulage gestellt, sondern um eine Neuregulierung ihrer Gehaltsskala gebeten. In dec Stadtoerordneten- liijung vom 28. Januar 1907 wurde der Beschluß gefaßt, die Bürgermeisterei möge sich mit dem Vorsitzenden des Lehrer- verems in Verbindung setzen und anfragen, ob die Lehrer eine Teuerungszulage wünschen, wie sie den städtischen Beamten gewährt worden ist, oder ob sie eine Neuregulierung ihrer Gehallsvcrhältmsse vorzichen. ** Sektion deutscher Platzholzhändler. Am 11. d. Mts. lsand in Franksurr a. M. eine-' Versammlung von Platzholzhäiidlerit des Großherzogtums Hessen, der Provinz Hessen- Nassau und des Regierungsbezirks Cobleuz söatt. U. a. wurde ein Beschluß gefaßt, der das Verhältnis der Platzholzhändler gegenüber ihren Lieferanten berührt. Eine Resolution lautete dahin, daß die Lieferanten, die als solche gleichzeitig Stontimxnten sind, aus das Unnatürliche des Verhältnisses hiiigewiesen und unter Zusicherung tunlichster Zuwendung von Au,trägen dahin ver- pslichtet werden, ihre direkten Lieferungen an Konsumenten zu unterlassen. Des weiteren wuroc zur Frage der Sicherung der Bauforderungen beschlofsen, dem Reichstag in einer Eingabe und unter ausführlicher Begründung des in Aussicht genommenen Gesetzes die Annahme des Gesetzes dringend zu empfehlen. Werdorf, 19. Febr. Ist das schon Herdors? fragte kürzlich ein Herr seine Mitfahrenden, als der Schaffner imsere Station ausrief. Schon mehrmals solls vorgekommen sein, daß ziim erstenmal nach Herdorf reisende, unkundige Leute hier aiisgestiegen sind, weil sie sich verhört hatten, zumal die Flamen Wecdorf und Herdorf (Sieg) zum verwechseln ähnlich klingen. Wir möchten deshalb eine Namens- abändernng und zwar die Bezeichnung Werdorf-Dill oder Werdorf-Berghausen Vorschlägen. Letztere Benennung ist um so zutreffender, als die Dorfschasten Werdocf und Berghausen fast gleichweit von unserer Eisenbahnhaltestelle entfernt liegen. A Frankfurt, 19. Febr. In der vergangenen Woche hielt der Demokratische Verein seine Generalversammlung. Den Vorsitz führte Abg. R. Oeser, der allen Dank sagte, die in der Wahlbewegung rege mitgearbeitet haben, und die Notwendigkeit des Fortbaues der Organisation betonte. Zur Zeit zählt der Verein nahe an 1200 Mitglieder. Rege Tätigkeit entwickelte der Verein bei den Stadtoerordnetenwahlen und der Neichstagswahl, die erfolgreich durchgeführt wurden. Nach 22 Jahren ist die Demokratie wieder in den Besitz des Reichstagsmandats gelangt. Nachdem der Kassenbericht erstattet und Decharge erteilt war, entstand eine lebhafte Diskussion, in der hauptsächlich Anregungen gegeben wurden, wie man die neugeschaffene Organisation in Zukunft noch stärken könne, und in der man auch der eifrigen Mit- ar beit'bei: Frauen gedachte. Einstimmig wurde folgender Antrag angenommen: ,Der Demokratische Verein erklärt sich mit der Bildung eines gemeinsamen Komitees, bestehend aus je drei Mitgliedern der demokratischen, Fortschritts- und national-sozialen Partei, ein» verstanden, dem die Vorbereitung der politischen Wahlen zu übertragen ist. Dieses Komitee soll zugleich den geschäftsführenden Ausschuß für das Parteisekretariat bilden." Ferner fand mit allen gegen drei Stimmen em Antrag Annahme: „Der Demokratische Verein spricht sich grundsätzlich für die Errichtung einer Auskunft st ellefürBürgerangelegen- Heiken aiis und beauftragt den Vorstand, nut den zwei anderen befreundeten Parteien deswegen iu Verbindung zu treten.' X Wetzlar, 19. Febr. Dec Tombauverein hielt am Montag a.benb in der „Dvmfchenke" seine Generaloer- sammlungj *Jb. Landrat Dr. Sartorius gab als Vorsitzender zunächst ein Bild über die Rechnungsiagc. Nach Aufführung der Einnahmen und Ausgaben vervleibt ein Bestand von 377 735,49 Mark. Tie Rechnung wurde von einer Kommission geprüft tumb für riastig befunden. Bei der nunmehr erfolgenden Ersatzwahl für den verstorbenen Kaufmann Ad. Becker, wurde Kauimann H. Engel gewählt. Leider ist die Mitgliedcrzahl von 830 auf 770 gesunken; der Rückgang ist wohl daraus zurückzuführen, daß beide Kirchengemeinden, um ihren Beitrag zu den itol’tat des Tombaues decken zu tonnen, eine besondere Steuer ausgeschrieben haben. — lieber den Fortgang der Wiederhec- stcltungsarbeiten berichtete Kreisbauinspettor Stiehl. Danach lüerben der Ausbau des nördlichen Seitenschiffes und des südlichen Quergebäudes int Aeußeren die Ausgabe des lausenden Baujahres bilden. Was das zukünftige Forticpreiten des Baues betrifft, so wirb im nächsten Jahr die Westfront und das nördliche Querschiss in Angriss genommen, sowie die Erneuerung des gesamten Kirchenoaches, das sehr baufällig ist. Für das fünfte Baujahr, dsts Jahr 1909, bleibt die Fertigstellung der Westfront nbrig. — Wie der Vorsitzende bekannt gab, findet in diesem Jahre in Anbetracht der vielen anderen Lotterien keine Dombaulotterie statt. Erlebnisse eines AfrikakämpserS. Aus Dalle a. S. wird geschrieben: Vor dem hiesigen Kriegsgericht der 8. Division hatte 'ich der frühere Soldat der Schiw- ttuppe, der jetzige Invalide Qtto Hübner von Bernburg zu ver. antworten. Hübner war wegen Beleidigung eines Vorgesetzten. Ungehorsams und Achtungsverletzung angeklagt. Er soll am Mor gen des 11. April vorigen Jahres im Truppenteil des Frhrn. o. Stein-Kesselbrunn in Beziehung auf diesen Vorgesetzten die Aeußerung getan haben: „Das wäre ja noch schöner, glaubt der Kerl, daß wir verhungern sollen: ich nehme mein Kochgeschirr mit hinaus und will nicht verhungern/' Dann soll der Angeklagte nach einem Anruf des Frhrn. v. Stein respektwidrig mit Den Händen in den Hosentaschen zurückgetreten fein und bei seiner Festnahme — Anbinden an einen Qchsenwagen — die Worte gerufen haben: „Schon wieder einer." Der Angeklagte war auf Qchsenwache kommandiert worden und wollte fia>, weit cr um 6 Uhr noch teilten Kaffee getrunken hatte und die Wache 24 Stunden dauern sollte. Kochgeichirr, Wasier und Proviant mitnehmen. Ties verweigerte man ihm, weshalb et in grüße Erregung geriet. Nach diesem Vorfall wurde der Angeklagte traut und war monatelang in den Etappenlazaretten von Windhuk, Ketmannshoop und Swatopmund an Fieber, Bluthusten und der Ruhr behandelt, bis er nach 'Deutsch.and als Invalide ab- geschoben wurde. Der als Sachverstandtge geladene Stabsarzt tagte, daß in SüdwesiUsrika „allerhand Dinge" passierten, und MB der Angeklagte, wie seine spätere Krankheit ergab, schon bei der Tat unter dem Tropenkoller gelitten haben tonne. Er sei für seine Vergehen nicht verantwortlich zu machen, da er in einem Zustande gehandelt habe, durch den seine >r2ie Willens- beftimmung i.JU5gefa)lofien gerne, en sei. Ter Ankläger'setzte sich aber üver das Gutachten des Arztes mit den Worten hinweg, „man tonne doch nicht alles mit dem Tropenkoller entschuldigen", und beantragte zwei Monate und drei Tage Gefängnis. Tas Gericht erbliutc m dem damaligen Zustand des Angeklagten nur einen Mild-rungsgrund und verhängte gegen den Invaliden eine Strafe von 22 Tagen strengen Arrest. * Kleine Tageschr a n । ■ In Berlin ist auf entsetzliche Weise dec Chemiker Felix O s s y r a ums Leben gekommen. Als er tm Begriff mar, sich schlafen zu legen, wurde er plötzlich uon Asthma heimgesucht. Er itürzte zu Boden und riß beim Fallen die neben dem Bett stehende Nachttampe um. Wahrend Offyra besinnungslos auf dein Fußboden lag, geriet seine Kleidung in Brand und bald verbreitete sich das Feuer über den ganzen Körper hinweg. Tie Wirtin, die spater das Znnmer betrat, fand ihren Herrn tot auf; die linke Körperseite des Unglücklichen war vollständig verkohlt. — Ter wegen 'Mordes verhaiiete Arbeiter Koichitzkt aus Ren- kramzig gestand, mit dem Arbeitgeber Porawsky auch die Familie Greiser m Wiebelshos bei Bomst (Posen- ermordet zu haben. Po- raiosfi wurde verhaftet und dem Ai e s e r i tz e r Gefängnis zugeführt. Beide 'Mörder kamen nachts zur Familie Greiser unter dem Vorwande, Vieh zu füttern, das am solgenden Tage von Häitdlern ab- geholt werden sollte. Die Tochter Greifers begleitete sie in den Stall. Porawsli entfernte sich und ermordete mit einer Axt das hochbetagte Greisersche Ehepaar, während Kojchitzki die Tochter int Stalle abjckstachtete. Ten 'Mördern fielen gegen 300 'Mark als Beute zu. — Unter dem Verdacht, ihr sechs Jahre altes Kind zu Tode mißhandelt zu haben, ist die 28 jährige Fran des Kaufmanns Stlberstein in Ai a n n h e i m verhaftet worden. Die Anzeige erfolgte durch den Atzt und den Toletibeschauer, die das Kind über und über mit schweren Wunden bedeckt landen. Märkte. th Gießen, 20. Febr. Ter gestrige R i n d v i e h m a rki hatte einen Auftrieb von ca. 900 Stück Großvieh, etwa 100 Stück Jungvieh zur Zucht und 200 Kälber. Tas Geschäft am Vormailt war m Milchkühen recht schleppend; aUerömgä waren schwere oft- friesische Kühe stark gefragt und wurden sehr .hoch — bis über 600 Alk. das Stück — bezahlt. Arn Markt selbst fehlten diesmal die Handelsleute vorn Rhem, die gute Preise anzulegen pflegen, fo daß gute mittlere Milchkühe schwer unierzubringen waren, wenn die Verkäufer nicht Geld beilegen wollten. Tie 2age des Tlüdj- viehhandels ist eben jo, daß die Tiere im Ankauf noch zu l/vch sind. Ta nur Bedarf für die großen Stücke vorliegt, gewinnt, lyeim dieser einmal ausbleibt, der Handel nichts. Er legte vielfach noch Geld zu, entweder durch längeres Auiheben und von 'Markt zu 'Marli schleppender Tiere, wodurch erhebliche Spesen entstehen, oder durch Verlaufen mit Verlust. Eine Gesundung dieser Verhaltniffe kann erst eintreten, wenn sich die Produzenten an die zu Gunsten eines Preisabschlags eingetreienen Lage gewöhnt haben. Junge Rinder und Stiere für Zuchtzwecke sowie Fettvieh war nicht hoch int Preise und wurden recht flott gehandelt. Aus den Handel in ietten Rindern und Kühen tvirken die Preisabschläge der 'Marlte von Frankfurt a. 9)1. und Köln auch auf unsere Märlten preisbilbenO cm. Der 'Markt in Kälbern ioar nicht sehr lebhaft, weil die Kimd- schäft vom 9)lam und Rhein fehlte, sodap unsere heimischen Metzger Niid die der umliegenden kleinen Städte ihren Bedarf zu angemessenen Preisen decken konnten. Der Handel in Fahrochseit war nicht sehr lebhaft, obgleich das kommende Frühjahr dies hätte erwarten lassen. Es fehlten auch hienür die Reslelianten vom Sliederrhem und aus Nassau, die wegen der dort herrschenden Seuche kein Gangvieh zuführen. 'Mehrere allerdings recht schwere Paare Sim'menthaler Fahrvieh wurden zu Preisen nach Lbechessen an- gefanft, wie sie so hoch selten auf unseren 'Märkten bezahlt werden. Liese Einkäufe beeinflußten auch die Preise für minder schwere Ochsen überaus günstig. Gehandelt ivurdeti 9)littelkühe pro Stück I. Dual. 500-450 Mk., II. Qual. 425-375 Mk., III. Qual. 330 bis 275 'Mk. Junge Rinder und Stiere zur Zucht l^jäbrig 250 bis 200 9)1 L, */4—ljähng 220—170 Mk. das Stück. Verkauft wurden der Zentner Schlachtgewicht: fette Rinder L Qual. 74—72 Mk., II. Qual. 71-69 Mk., leite Kühe I. Qual. 69-68 9)1 f., II. Qual. 67-66 Mk., Kälber I. Qual. 74-69 9)ik., II Qual. 66-64 Mk, III. Qual. 62—58 Mk. Gangvieh ging pro Paar ab I. Qual. 1050 - 950 Mk. (einzelne Paare bis 1200 'Mk.), IL Qual. 900 — 850 Mk., III. Qual. 800—750 'Mk. Ter Markt war spat zu Ende, aber ohne erheblichen Ueberftanb zu lassen. Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. Giessen. Frankfurter Börse 3%e/o Reichsanleihe . 97.70 3% do. . . 86.30 3Jtie/e Konsole .... 97.50 3% do. .... 86.20 3>j°/0 Hessen . , . . 96 40 Oberhessen . . . 95.50 4 % Oesterr. Goldreute. . 99.65 4l/e "6 Oesterr. Silberrente 100.10 4% Ungar. Goldrente . . 95.65 496 Italien. Rente . . . 108.45 396 Portugiesen Serie I . 69.30 396 Portugiesen „ III 70.35 4 % °i0 rnss.Staatsanl. 1905 91.45 4J$°,o japan. Staatsanleihe 93 95 4 96 Couv. Türken von 1KU3 96.10 Türkenluse ... . . 146.60 196 Griech. Monopol-Aul. 5.200 4 96 äussere Argentinier . 88.25 3°/0 Mexikaner . . . 66.75 4>sv/0 Chinesen .... 98.00 Aktien: Bochum Guss 243.10 Buderus 11 W . . . 125.00 Tendenz: schwach. Berliner Börse, 19. Cauada E. B 188.80 Darmstädter Bank . . . 138.00 Deutsche Bank .... —.— Dortmunder-Union C. . . 85.90 Dresdner Bank .... 158,10 Tendenz: ruhig. 19. Februar, 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmoyer . . 141.00 Elektriz. Schachert . . . 117.25 Eschweiler Bergwerk . . 251.10 Gelsenkirchen Bergwerk . 215 00 Hamburg-Amerik. Paketf. 151.30 Harptner Bergwerk. . . 22L50i Laurahiitte Nordd. Lloyd 131.50 Obeischles. Eiseu-Iudustrie 121.25 Berliner Haudelsges . . 172.00 Darmstädter Bank . . . 187.80 Deutsche Bank . . . 243.10 Deutsch-Asiat Bank . . 172.90 Diskonto-Kommandit. . . 184.80 Dresdner Bank . . . 158.-- Kreditaktieu 215.25 Baltimore- und Ohio- Eisenlahn . . . 117.40 Gotthard bahn Lombard. Eisenbahn . . 32.30 Oesterr. Staats Dahn . . . 146.W Pnnce-Henn-Eisenbahn . 147.0) Februar. Anfang sktirse. Harpener Bergwerk. . 215.00 Laurahiitte • • • • i.oinbarden E. B. ... 31.9* Nordd. Lloyd l ürkenlose . . - , 14«.v- w und Kofi Donners Mimend, wer Satte ve L^lli. Lucke ZMN'Reifig- Die Hnmelvwiese. 'Men,d (i) H der M Dienötai an den Hirsche Büche Dhn-ifW p Mündige 'l üii üfpenprüi [ag» 9,14 ü äeÄ U(78 stut 20 tiud A Buchenjovi tzescholz H Freitag soll im t)ie‘ psuhl und werden: 70 E Schni! 1 La, stangl 4,80 Knüp Welle 34 911 M, Der (äro* Ä Aus . llohlkante bem Subni 2 a 277 Familie 6 Stü 15 f ca. 180 Die W Teil noi Tas Ho. Mreimt und 2o* Februar alsdann t Öffnung, j>t ^lisindet. 9] "Onborf, von wird. Esselbach ( halothb,tun! '>«' ""-tz-»! gl «n i>en glt S'nfaü« $lt iu ol % ’0“'» 76t zu a. ? it i W\>« >. v ^Unheil C? fü/,.bl,vfi ‘SeiJ V in allen modernen Geweben, trotz grosser Preissteigerung zu alten billigen Preisen n 7.....\ 1. 2. | in der Körngröße 40 60 mm B“/, GaSkokS Stcmkohlen (Nußkohlen I) und ä ver- IB “/, Je“ P 1132 B-°/, Fstm. von 40—49 cm Durchmesser Stück 91 277 , 12—19 , , w 69,23 , Sämtliches Holz hat eine Länge von 6 biS 19 Meter. BmlMklWtkll = Üinijuijt von MM! Bester Mülleimer ui» 1180 Ausschuss tiir Volksvoriesungen [1152 2 13 31 4000 600 3. 4. 6. Bürstenwaren und Kämme, 6. Porzellan u. GlaSwaren und & ä 30—39 25—29 20—24 verursacht Verstopfung I 2 Losen, ea. 8000 Ztr. Hüttenkoks Die Lieferung von Fleisch- u. Wurstwaren in 2 Losen, Spczereiwaren, Kaffee, Süßrahmbutter, Eier, Milch u. Backwaren — letztere in q c - Kuhwarme Atsa-Magcrvrttch ist rein, süß u. gesund: Mehr Butter, bessere Butter gewinnt der Alfa! Anton Volk, Schloffer, PoblgöuS, Ber^Bern. des Alfa-lLavabSeparator. 20 Rm. Tannenscheitholz, Kernseife, Schmierseife (weiße u. gelbe) und Soda, Putzlumpen und sonstiges Reinigungsmaterial, 1ÖU Buchenzovirelser. HeietioU stachenwetse. Lloji' llvi8- ' Neber 550000 Stück Alfa-^ava!-. Separatoren find verkauft Frische kuhwarme Magermilch, die durch den Alsa-Lnval- Haudicvarator gegangen ist, ist am vorteilhaftesten für die Aufzucht von btalbern und Ferkeln. L1U7» Lauere Magermilch • Sterilisierte Magermilch verursacht Durchfall'. Stock. Der Anfang ist an der Dorfwiese. Großen-Buseck, den 16. Februar 1907. Großh. Bürgermeisterei (Äroßen-Buseck: Schwalb. 1007, vorm. 10 Uhr auf dem Vccivaltungsbureau einzu« reichen, woselbst auch die für die Lieferung geltenden Be- stiminungen an den Wochentagen von 3—5 Uhr nachmittags eingesehen werden können. Der Zuschlag erfolgt innerhalb 3 Wochen. Gießen, den 15. Februar 1907. B"/, Verwaltung der Provinzial-Sicchcnanstalt Oberheffen. r- r- — “ ? t = G y B 3 & ? Die von unserem Ausverkau, noch vorrätigen > besseren Gegenstände roie: 1 eleg. Rohrsessel mit Plüsch beschlagen, eine Anzahl Stühle (auch beschädigte von 95 Pfg. an), 1 Tisch, 2 Servier-Tische, mehrere eleg. Auustfigureu mit Läufen, einige Aufsätze, 1 Fell, pferd, Phonographen und Grammophons werden zu äußerst billigen Preisen abgegeben. ***/» ( L. Gerolstein & Co. Seltersweg 2. mit 2.49 „ 15,05 , 27,92 , 50,02 7. verschiedene Materialien für Kleider pp. Versiegelte Offerten und mit entsprechender Auffchrift sehen sind bis zum EröffnungStermin Montag, d. 11. März Turn-herein Giessen gegr. 1846. Die regelmäßigen Turnstunden finden statt: Dienstag und Freitag: Riegenturnen. Mittwoch: Männcrturnen. Donnerstag: Tamenturueu. Beginn regelmäßig abends 8 Uhr. Anmeldungen werden auch an den Turnabenden in bet ■ Turnhalle, Steinslraße 3, entgegen genommen. Der Vorstand. G. C Holzversteigerung im Gießener Stadtwald. Verdingung. Für die Provinzial-Sicchenanstalt Obcrhcssen zu Gießen sollen für die Zeit vom 1. April 1907 bi» 31. März 1908 tm SubmlssionSwege vergeben werden: Die Giessener Klinikerschaü. I. A. der derzeitige Dekan Fr. Sch.2Hitz, cand. med. Stammholzversteigernng. Freitag, den 1. März 1. Qd., werden versteigert: 1. aus den DomanialwatddNtriklen Horfarler u. Zchnrutocu 3 45 Fichtcustämuie — ZOZ ft ft ul und zwar 4 Stämme von 80 cm und niehr Mitlendurchmefscr — ö (viiui., M deögt. von 25—2D cm Atdchm. -= 5b er>nn., Up debgl. von 20—24 cm iRdchm. = 82 Fstm., 148 deögl. von 12 19 cm Mdchin. — ö7 Fstm. m t _ ,, . 2. aus den Domaniatwalddistr. Horfacker u. Vorderst. Jgellrmn: 5 ist der Waschtag von der Beit ab, wo die beliebte OrlgÜlLl- Riffel - Dampf - Waschmaschine in Gebrauch ist. Auf Wunsch eine Maschine zur Probe. 514 J. Hauser, Neustadt 56. und Freitag den 22. cm öncntuches Gesangfest in den Räumen der Stadnniinou, Löberstraire 14, stau, A^rrUr Bucher aus Frankfurt und andere werden mluoirken. jti>en Änb 8'/, Uhr. - tSmrrrtt völlig treu - zeigt wird. Kesselbach, am 19. Februar 1907. Großh. Bürgermeisterei Keffelbach. Stein. Holzversteigerung der l^räflutten Cbtrfxnttcrei Laudach. DienStaa, den 20. Februar nach Zusammenkunft 10*/« Ubr an den Hirjchrüler Wiesen aus 1. Hir,chrot und l.'cnzcsberg: Buche ötm.: 400 Scheiter I. und II. ÄL, 300 Stamm- und Äswrüget, 40 abitchidige Prügel. 100 Stocke, lLO Zovs- unb Astretser, 65 Grche- und ttfpenp rüget. Fichte: 39 Stanune 12—19 cm Luu 12—17 m lang - 9,14 Fm, 7 Lervsiangen 10—U cm Tm., 10—14 m lang ßletdi 0,78 Für. L Hubdcra u. «teiutuorr uuvorgczeigt: Prügel ytut: 20 Buche abüändig, üO lLiche, 4 Ficht«, 20 Fichtenswcke, empfiehlt billigst (430 Ludwig Kröll flies- l fflrbeagerile-Iifuii Plocketraene 10. TonnerStag, den 21. Februar 1907, vormittags 9*. Ubr beginnend, werden in den Waldungen der Stadt (ließen im Tiitrrtt Qochtvartc versteigert: 147 Rm. Buchen-Schetchotz, 15 Rm. lLtchen- Schettbolz, 47 Rm. Buchen-Knuvpelbolz, 11 Wm. Eichen-'.tmivpctvotz, 31 3tul Bucheil-Stockbol», 9 tHm. iLtchen-Swckholz, 1090 Wellen Buchen-Reiitg, 150 Wellen Eichen-Reistg. Tie Zusammentunsr ist an der Straße nach Grünberg an der Happe lowlese. Gieven, den 16. Februar 1907. Grodberzogltche Bürgermeisterei Gießen. , F. B.: (Lur>chmann. Die Giessener Wersciaft beehrt sich hierdurch, ihre früheren Angehörigen, sowie bte in Gießen und seiner Umgebung weilenden Herren Aerzte zu dem am Freitag, den 1. März, abends 81/, h. s. t im Neuen Saalbau (Stein* Garten) sratlfindenden Kommerse ergebenst einzulaben. »Wen. J'« Wito, 1 Jtntl &".?? ne. 6t fnii 9’l*nteii J; mein ix*1 > <°.nn t°ll kt* ‘ Krd Maß , ' SÄ, ^kbril -tgeb uJ l«n haben lonn.-H J H machen, tu 1 wn Äonen L ^,an9ni5- 2 I Nethpttn L-l n Siwaitotn L: I 19 Duchenfiämme = 1b Fstm. Zusammenkunft um 10 Ubr vormittags aus der Kreiöstraße Betzenrod-Altenhain am (Lingang in den DlUrlkl Horiacker. — (Snt sernung der Holzichiage von Station -Lchouen 5—7 km, von Station Verzeichnisse deö Stammholzes werden bei frühzeitiger Anmel- dlmg von der unterzeichneten Oberförslerei unentgeltllch abgegeben. Scholten, am 17. Februar 19u7. Großherzogliche Lbersürsterei Feldkrucken. Diesenbach. Holzsubmission. 9(u8 den Waldungen der Gemeinde Keffelbach Distrikt Kohlkante unb Schiffelbach soll nachverzcichneteS Holz auf dem Siibnlissionswege vergeben werden: A. kiefcrnstämmc. e Rindviehmall ovvieh, eliva 100 Li Wejdjäit am Äomci uigs ivaren (djroetf. - jehr .hoch - bü lä : jelbft jehlten bitic je anzuiegcii pfleg- ubvingen waren, Tie l'age bei- ,«kauf noch zu - )!, gewimri, r»n , •jit vietiachaach - : von W »u i'M n enljiek oder bii:. ieser Wllnche lL m °°; hak; 3W Äxv" I eh mir nicht hoch I hiitoi Pandel in iu-1 läge der 'Jlävtie Bärtle« pwwbdoj lebljaii, wed bicy jete l)eiuuid)en hren Bedarf Wyal)xod)|enn>arn- hr dies haM ^ inten I rächenden i recht ttwj* en nad) Cber^; : jjlärftcn beM^' >ije iur mu'dtt ^, •*Ä n.£ uaL^r "pro , i^hnieyer • • , u’il "sebockert • • I \ . ßer^werK ■ 1 yj „Anienh- rtt > tW“. '■ 'S tte> ' . ,.‘iji£ SU’**.® i.pr • ik'.J wi U 0$ r - u Aufforderung. Forderungen und sonstige Ansprüche an den Nachlatz des Johannes Molch er von Lardenbach lind innerhalb 10 Tagen bei dem unterzeichneten Nachlatzpfleger geltend zu machen; gleichzeitig werden alle Personen, welche noch etwas an den genannten Nachlaß verfchlllden, ausgesoiderl, umerhalb gleicher Frist an den Unterzeichneten zu bezahlen, widrigenfalls gerichtliche Beitreibung erfolgen mutz. Tie zu obigem 9iachlatz gehörige Wirtschaft neb^t Grundstücken sollen Montag, den 25. l. Mtö., ^uachmittagö 2 Uhr zu Lardenbach versteigert werden, -tie Utn cp fi, welche seit 1831 betrieben wird, ist bte einzige am -plage und ca. 10 Minuten vom Bahnhof Weickdrtsham entsernl. Der Bierverbrauch betrug seither ca. 4 Öeflo pro Woche u. der jährliche Umsatz von Spirituosen ea. 3000 All dem Hause sich befindliche Postagentur kann u. U. beibehallen werden. Da sich in dem Orte weder Metzgerei noch Backerei befinden, dürfte hier für strebsame junge Leute bie Gelegenheit für eine sichere Existenz geboten fein. Angebote nimmt der Unterzeichnete zu jeder Zeit entgegen. Laubach, den 18. Februar 1907. [114* Lotz, Bezirkssparkassenrechner als 3iachlaßpfleger. "lin ist auf enii» uns Leben ßetonur/ en, wurde er pio? '• 11 und rch beim £ um. während Cj» une Kleidung in !Ö;c- ganzen Körper hinir-. 'and ihren heim. 'QvuoHiiänbifl verte :r iioichigtl aus 9h °sky auch bte '«amv nordcl zu haben. t>. i r lLeiäugms jugeiüu "Her unter dein -aqe von hmtdlem d i begleitete sie in K >cte nut einer Art m iojchthki die lodjier:: gegen 300 'Hart d Jahre altes Rmb J lährtge Fratt des RdI liiet worben. Xie 11 bejdjaucr, bte bas f.l :t landen. e £ = 'S - LaN § LZ 5^5 £ s c £ = ■* Holzversteigerung Freitag, den 22. d. DtlS., vormittags von 9 Uhr an soll im hiesiaen Gemeindewald in den Distrikten Enten- psuhl und Dorfwiese nachverzeichnetes Holz versteigert werden: , ... 70 Eichen-Stämme mit 21,90 Fstm. (wöbet einige Schnittstämme), 8 Buchen-Stämme mit 1,82 Fstm., 7 Lärchen Stämme mit 1,66 Fstm., 7 Fichten-Derb- stangen mit 0,83 Fstm., 520 Fichten-Reisstangen mit 4,80 Fstm., 146 Rm. Buchen-Scheit, 69 Rm. Buchen- Knüppel, 14 Rm. Eichen- und Fichten-Knüppel, 2600 Wellen Buchen-Reiser, 3300 LLellen Fichten-Reifer, 34 Rm. Buchen-Stock, 39 3im. Eichen- und Fichten- Verzinkte Wannen oval und rund Waschkessel Italiu • ’ . • J: S-K S»"*"' c - 6t *7 B. Fichteustämme. 5 Stück von 30—39 cm Durchmeffer mit 6,56 Fstm. 25-29 , , „ 13,26 „ ca. 180 w , 12—24 „ r 50/— - Tie Flchtenstämme von 12—24 cm Durchmeffer werden zum Teil noch gefüllt, alles übrige Holz ist aufgearbeitet. Das Holz ist mit Rmde gemessen und find d,e Gebote getrennt und verschlossen bis spätestens Montag, den 25. Februar 1907 nachmittags 2 Uhr mit der Anschrift Holzsilbmission^ bei der unterzeichneten Stelle emzurelchen, wo alödann unter Bekanntgabe der allgemeinen Seömgiingen, Eröffmma, zu bet sämtliche Submittenten cmgelaben find, stattfindet. Nähere Auskunft erteilt Forslwart Kämmerer zu Londorf, von welchem auch auf Verlangen das Holz vorge- Brennstolzverfteigcrung TicnStag, d. 26. Fcbr^im Fürst! Slolbera'Wernigerödi'chLii Försterbezlrk tiianitabt, Disrrikt b'urchwaw, yiublomQlb und FnUen- loch: Buchen Rm.: 23Ö Scheit l.SIL, 314 Schcil 2J1L, llü ftnuypcl, W3Stammreiscr,784Aftrcifer. wichen:c.Rm.:8Scheu,L>Knüppel, 96 Aftreifer. 8ufainmentuntt 10 Uhr oormUtags un Gmihaus von Peter öung, Rausiadt. oOriier Semper, Ranstadt, erteilt weitere Auskunft. Gedern, den 18. Februar 1907. Der Oberiorfter: Klingelhüsier.B ■’S- Kleiderstoffe Mittwoch, öcu 20. Februar 1907, 8l, Uhr abenos Privatdozent l>r. Chr. Bauch: vie/i Wühriiisii in öic deutsche KucheWte 1H. Aus Anlaß des Tirigenteukuries, den der christliche Säuger bnud ueranitaltei, findet am Mittwoch den 20. eine_________ FQr Konfirmanden empfehle und Kommunikanten Oafe Ebel. Ansscbank des weltberflhmtee Salvator aus der Paulanerbrauerei zum Salvatorkeller, München. un Wohltätigkeits - Konzerte im Neuen Saalban (Steins Saal) am Donnerstag, den LT. Februar, abends 8 ühr am Sonntag, den 3. filärz, abends 5 Uhr zum Besten hilfsbedürftiger Veteranen der Feldzüge 1856 und 1870 1871 ^veranstaltet von den vereinigten Militär-Vereinen Giessens ausgeführt von ehemaligen Mitgliedern der Militärkapellen und Musikfreunden. h?inh)iHokarfan 1 kUr den 28. Februar ä Mk. 1. lür den 8. März ä Mk. 0.50 Kind in der Illllll lllMdl ICH • Musikalienhandlung Ernst Challier (Rudolphs Nachf.) und abends an der Kasse zu haben./» Adler- Drogerie Firma Otto Schaaf, Seltersweg 39 ältestes Drogen-Spezialhaus am Platze. ..........— Gegründet 1883 ■■ En detail u Fabrikation :: En groa Medicmal- und technische Drogen, Chemikalien, Farben, Lacke, Materialwaren, Parfümerien und Toilettenmittel, bjedicin. Verbandstoffe, Chirurgische Gummi-Instrumente, ■ ■ ■ ■ Bedarfs-Artikel für Photographie, ■== ■ 80 j Inventur-Ausverkauf. I Bis zum I. Mavz gebe auf sämtliche Waren |[ -™™—XO°/o Hdbuft , 8 Knopf= und Vesatzartikel wegen Aufgabe derselben für die Hälfte des Einkaufs Ein Posten zurückgesetzte II @ Herren-, Damen- und Kinder-wafche rK (etwas trüb) i Strümpfe, Socken, Handschuhe und Krawatten ■■ bedeutend unter Preis. ....... I io 5. "Kaan jr., Aveuzplatz. F b n Sc* Ochsenfleisch 60 Pfa. (B30/, Schweruesteisch^50 Pfg. 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OrtSgewerbevereiu. in und