1007 monatli ffti Die Heutige Yummer umfaßt 12 Seite» Renaults mit Zustimmung Siegels vorläufig zurückgestellt. Zu dem deutschen Zusatzantrag zu Artikel 6 betreffend die 2L0; durch roeigfleCte* Pf.; durch — viertel-- Verantwort! den polU. und srr. 153 Erscheint täglich außer Sonntag». Dem Gießener Anzeiger werben im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Kamillen dlätter viermal in d. Woche beigelegt um zweimal wöchentlich das Kreisblatt für de« Kreis Eiehen. Fernfprech-An- schluß s. b. Äebattion 112 Verlag u. Expedition 61 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. ch a f t e n der H o s P i t a l s ch i s f e zu ihrer eigenen Vereidigung bewaffnet sein dürfen, wird auf Antrag sienaults mit Zustimmung Siegels vorläufig zurückgestellt. Teil: P. Wtttk e (Stabt und L .... - chtstellung zu neun Expeditionen in Afrika seien sieben friedlich es im Interesse seiner Aufgabe lag, sei er friedlich durch nur wo es nicht anders möglich war, wie bei der @muL*%raia^ Expedition und am Kilimandscharo sei er kriegerisch vorgegangen. Der Angeklagte Redakteur Gruber von der „Münch. Post" erklärt, der Fall Peters erscheine noch jetzt in demselben Licht, wie Zeilenpreis: auswärts 20 Annabn Mr bte Tag bis vormitta 'n die rhser- vicht. sllte, blich Zost" und nne ikel en- on na tb ts Verwendung und den Schutz neutraler Handelsschiffe, Jachten und anderer Schiffe, welche auf Ersuchen eines Kriegführenden Verwundete aufnehmen, erklärte Siegel aus die Frage, ob es sich um das Recht der Requisition handle, daß lediglich an freiwillige Hilfeleistung gedacht sei. Artikel 6 wurde vorläufig zurückgestellt behuss genauerer Definierung des Schutzes dieser Schiffe. Die weiteren Zusatzanträge werden in der nächsten, wahrscheinlich übermorgen ftattfindenden Sitzung zur Erörterung gelangen. —t Dem Vernehmen nach haben die japanischen Delegierten einen Antrag unterbreitet betreff end die Behandlung der S ch i f f e Kriegs führender in neu* * traten Gewässern. Diese Schiffe sollen sich neutraler Häsen oder Gewässer zu keinem kriegerischen Zwecke bedienen dürfen. Sie sollen in ihnen nicht länger als 24 Stunden bleiben, außer wenn das Meer zu gefährlich ist. Es dürfen nicht mehr als drei Schiffe Kriegführender, die demselben Staate gehören, in einen neutralen Hafen ein- laufen, und es soll den Schiffen Kriegsührender streng verboten sein, ihre Streitkräfte in neutralen Häfen oder Gewässern zu vermehren oder gar Munition, Kohle und andere Vorräte einzunehmen. Kriegsschiffe, die diese Vor- chriften nicht befolgen, sollen von dem neutralen Staat entwaffnet und während der ganzen Dauer des Krieges interniert werden. tung und Ausführung der die Verhältnisse der gewerblichen Arbeiter betreffenden Gesetzgebung erforderlich werden. Sie hat die Aufgabe, auf Anordnung des Bundesrats oder des Reichslanzlers die Vornahme statistischer Erhebungen, ihre Durchführung und Verarbeitung, sowie ihre Ergebnisse zu begutachten und dem Reichskanzler Vorschläge für die Annahme oder Durchführung solcher Erhebungen zu unterbreiten. An Stelle dieser Kommission trat im Jahre 1902 die „Abteilung für Arbetterstatisttk" im kaiserlichen statistischen Amte, die zur Unterstützung der Erfüllung ihrer Aufgaben einen „Beirat für Arbeiterstatistik" erhalten hat. Unter dem Titel „Reichsarbeitsblatt" veröffentlicht jene Abteilung seit dem 21. April 1903 eine besondere Zeitschrift. Es liegt auf der Hand, daß aus dieser Abteilung für Arbeiterstatistik, die nur aus äußeren Gründen mit dem statistischen Amte des Deutschen Reiches vereinigt wurde, ein „Reichs ar beitsamt" wird, mag man es steichswohlfahrts- oder sozialpolitisches Reichsamt nennen, ßu seinen Aufgaben muß dann gehören alles, was Geoerbeordnung, Arbeiterversicherung und Ar - ^eiterschutz betrifft. Welch ein großes Gebiet das ist, braucht man sich bloß an den demnächst zu verwirklichen- )en Aufgaben des Reiches klar zu machen: Reform der Arbeiterversicherungsgesetze, Hilfskassengesetz, Arbeiterkam- nern, Rechtsfähigkeit der Berussvereme, Pensionsverfiche- 'Una, Witwen- und Waisenversicherung usw. Sodann ist )ie Teilung des Reichsamtes des Innern notwendig wegen )er übermäßigen Belastung mit dringenden Arbeiten. Die liegierungsmaschine funktioniert bei uns in Deutschland chnedies mit einer erschreckenden Langsamkeit. Der Geist, )en die meisten von dem neuen Leiter des Reichskolonial- imtes erhoffen, dürste nicht sobald Einzug in die übrigen steichsämter halten. Nun hat das Reichsamt des Innern n seiner jetzigen Zusammensetzung nicht nur die sämtlichen nneren Verwaltungsangelegenheiten des Reiches (außer Justiz, Finanzen und Kolonien), sondern es unterstehen ihm ruch eine Reihe von Behörden, von denen einige selbst vieoer von größter Ausdehnung sind. Erwähnt sei hier lur das statistische Amt, Vie ^tormaleichungstommission, ne physikalisch-technische Neichsanstalt zu Berlin, das Ge- undheitsamt, das Schiffsvermessungsamt, das Kanalamt iU Kiel, das Auswanderungswesen, die technische Kom- nission für Seeschiffahrt, die Reichsschulkommission und der ^örseuausschuß. Auch find rechtsprechende Behörden diesem lteichsamt unterstellt, von denen namentlich das Bundes- imt für das Heimatwesen und das Reichsversicherungs- imt von größter sozialpolitischer Bedeutung sind. Welch in Koloß in dem letztgenannten Amte aufgebaut worden st, weiß jeder sozialpolitisch Interessierte. Auch das Pa- entamt mag hier noch erwähnt werben. Bei dieser Auf- ählung ist aber noch das Wesentliche, nämlich der Gc- amtiuhalt der inneren Verwaltungsangelegenheiten des ieiches, nur andeutungsweise zu seinem Rechte gekom- nen; es hier anzuführen, ist nicht angängig. Für die Sozialpolitik bedeutet aber diese Ueberlastuug des Amtes ine große Gefahr. Es wird kaum eine Persönlichkeit geben, ie in der Eigenschaft als Staatssekretär all diese Fächer u übersehen imstande fein würde. — Graf Posadowsky )ar eine überragende Ausnahme. Damit wäre ohne die Quälerei müde, davongelcmfen. Als sie wieder zurückkebrte, wur^e ste zum Tode verurteilt wegen Konspiration mit dem Feinde, Dr. Peters sagt: Das Todesurteil mußte vollzogen werden, weit auf der Entweichung von Kettengefangenen die Todesstrafe ruhe? J/1?1 Dr. Peters, seine Verurteilung sei zu Unrecht erfolgt' Die Richter, bte Über ihn zu Gericht gesessen, verstünden nichts von Kolonialpolitik. Wenn der Gerichtshof mit seinen Busenfreunden Leist, Wehlau und Friedrich Schröder besetzt gewesen wäre, so wäre das Tr. Peters allerdings lieber gewesen. Ich kann nun diese Fälle mit einem Zitat Sodens schließen, der sagt, daß das, was PLters^getan, ein Akt gemeiner Roheit ist und anderes hat die „Müncyener Post" aizch nicht gesagt! Der Tucker~ Untersuchung gar nicht hinein gespielt. Was den Arendt betrifft, so lege ich darauf nur ein geri Gewicht lege ich nur insofern darauf, als ich damit b daß die Gefahr, Peters wieder im Rcichsdienst zu se näher lag als viele Leute glauben wollten. Die „Mi erblickt in dem Wiederauftreten Dr. Peters in De den Versuchen, ihn wieder in den Kolonialdienst zu nationale Gefahr. Ich stehe auf dem Standpunkt, da eine fortgesetzte Beleidigung bilden, die aber durch den 193 gedeckt ist. Wenn Sie aber zu dem Schluß kon daß die „Münchener Post" zu weit gegangen sei, s» einer Freiheitsstrafe keine Rede sein, sondern hö mäßige Geldstrafe eintreten. Nach kurzen Erklärungen der Nechtsanwö Bernheim erklärt Tr. Peters, er habe am r seinen politischen Standpunkt vertreten. Se wesen, dort die deutsche Machtstellung zu begi_ Aer Ierers-Srozeß. VL München, 2. Juli. Rechtsanwalt Dr. Bernheim fährt in seinem gestern unterbrochenen Plaidoyer fort: Der Disziplinarhof habe die Hinrichtung Mabruks als eine willkürliche und eines deutschen Beamten unwürdige Tat angesehen. Genau so war es mit der Hinrichtung der Jagodia. Die Jogodia wurde ledeu Tag geprügelt und ist, her diePost fährt. ausscktz Bestell-. tzin Aeichsamt für Sozialpolitik. Seit der Entlassung des Grafen Posadowsky wird in der Presse bte Frage einer Teilung des Reichsamts des Innern mehrfach in der Erörterung gestreift, ohne daß, soweit ersichtlich, die ganze Tragweite der Aenderung übersetzen würde. Zunächst ist die staatsrechtliche Seite der Neueinrichtung eines Amtes nicht unbestritten. Insbesondere fragt es sich, ob Kaiser oder Bundesrat als solche berechtigt sind, ein neues Amt ohne Zustimmung des Reichstages zu schaffen. Es wird das jedenfalls nach der Richtung hin zu verneinen sein, daß die etatrechtliche Seite der Angelegenheit auf alle Fälle Sache des Reichstages ist. Es wird sonach die Teilung dann nicht ohne Zusttm- mung des Parlaments erfolgen dürfen, wenn finanziell Mehraufwendungen gegenüber dem jetzigen Stande notwendig sein werden, — und das ist doch jedenfalls anzunehmen. — Damit ist nicht nur die formellrechtliche Frage der Zuständigkeit zur Errichtung eines neuen Reichsamtes, sondern auch die der Errichtungszeit angegeben, da ja der Reichstag erst nächsten Winter zusammentritt, die Teilung also frühestens dann beschlossen werden kann. Was materiell rechtlich die Teilung des Reichsamtes des Innern erwünscht macht, ist zunächst die Verschiedenartigkeit der dem Amte übertragenen Funktionen. Es ist heute in zwei Abteilmigen gegliedert, von denen die eine, die sogenannte Zentralabteilung, die eigentliche Fortsetzung der ehemaligen Zentralabteilung des Bundeskanzleramtes bildet. Die zweite Wteilung für wirtschaftliche Angelegenheiten ist moderneren Ursprunges und hat die gesetzgeberischen Vorarbeiten auf wirtschaftlichem Gebiete, nament» nch Arbeiterversicherung, gewerbliche Angelegenheiten, Freizügigkeitsrecht und Armenwesen, ist also, wenn man die Fragen der Handelspolitik ausscheidet, wesentlich sozialpolitischer Natur. Es liegt nichts näher, als daß die Zentralabteilung, welche als solche subsidiär alle Geschäfte erledigt, welche nicht einem anderen Reichsamte zugewiesen sind, zusammen mit dieser Handelsabteilung, gewissermaßen das Reichsministerium des Innern bilden sollte, während aus dem Rest der heutigen zweiten Abteilung dann ein sozialpolitisches Reichsministerium würde. Dies scheint um so näher zu liegen, als Ansätze hierfür bewußt geschaffen worden sind. Getrennt von dem kaiserlichen statistischen Amte bestand nämlich seit dem 1. April 1892 die Kommission für Arbeiterstatistik zur Mitwirkung bei den statistischen Erhebungen, welche bei der Vorberei- Die Friedenskonferenz. Haag, 2. Juli. Die zweite Unterkommission der Seekriegs ko mmysion beriet heute vormittag über die deutschen Zusatzanträge zur Konvention von 1899 betreffend die Anwendung der Genfer Konvention auf den ^.ece/pe6. Tornielli hob in seiner Ansprache den Einfluß der öffentlichen Meinung zu Gunsten des großen humanitären Grundsatzes auf die Entscheidungen der Regierungen hervor und wies auf die Schwierigkeiten hin, die sich der Anwendung der Genfer Konvention auf dem Lveekrieg entgegenstellten. So sei das Prinzip der Achtung vor dem Privateigentum, das im Landkriege ziemlich allgemein anerkannt werde, im Seekriege noch nicht in Geltung. Die Konferenz von 1907 werde hoffentlich die Resolution der ersten Friedenskonferenz verwirklichen können, -odaß die 1906 von allen Mächten mit Ausnahme Englands, Chinas und Japans ratisizierte Genfer Konvention betreffend die Anweiidung des Roten Kreuzes im Seekriege mit zweckdienlichen Abänderungen in Kraft treten könne, schließlich dankte Tornielli der deutschen Legation für die in den Zusatzanträgen zum Ausdruck gelangte hervorragende Mitwirkung des Kontreadmirals Siegel, hob die Bedeutung der Konvention von 1899 hervor und gab eine Zusammenfassung der deutschen Zufatzanträge, welche keineswegs em sch neiden der Natur seien. Der türkische Delegierte T u r k h a n verliest eine Erklärung, in der an den Vorbehalt der Türkei betreffend den Gebrauch des Halbmondes anstatt des roten Kreuzes erinnert wird, und äußerte den Wunsch, daß die Konferenz eine diesbezügliche Abänderung in die Konvention einbeziehe. Der persische Delegierte schloß sich dem Vorbehalte der Türkei an und wünschte die Anerkennung des persischen Wappens als Emblem der Genfer Kvllvention. Bezüglich des Zusatzantrages zu Artikel 3 betr. den Schutz neutraler Lazarettschiffe bemerkte der französische Delegierte Renault, im Landkriege gebe es keine Demarkationslinie. Siegel erklärte, das deutsche Amendement, wonach der Gegner von der Verwendung neutraler Lazarettschiffe rechtzeitig verständigt werden müsse, bezwecke, diese technischen Schwierigkeiten zu beseitigen. Auf den Antrag Torniellis wird das Amendement vorläufig zurückgestellt, bis eine entsprechende Formulierung gefunden ist. Der deutsche Zusatzartikel bezüglich möglichster Achtung und Schonung der Lazarette an Bord t)er, Kriegsschiffe veranlaßte eine Erörterung, an der Siegel, her englische Marinedelegierte Ottlay, Tornielli und Bernaert teilnahmen. Es wurde beschlossen, den Zusatzartikel behufs genauer Fassung vorläufig zurückzustellcn. Betreffs des deutschen Zusatz- artikels, wonach der Schutz der Spitalschiffe und Schiffslazarette aufhört, falls dieselben zu dem Feinde schädlichen Handlungen benutzt werden, bemerkte Ottlay, es sei ausgeschlossen, daß Lazarette derartig benutzt werden könnten und beantragt deshalb die Streichung des Wortes „Schiffslazarette". Siegel stimmte zu, worauf der Zusatzartikel angenommen wurde. Der deutsche Zu- atzartikel, durch den bestimmt wird, daß die Mann- bei Beginn der Verhandlung, lieber die Feststellung der Dis- ziplinarurteile, die im wesentlichen durch 'die Verhandlungen bestätigt worden seien, komme man nicht hinweg. Tie Artikel der „Münch. Post" seien zur Zeit des ichwersten Wahlkampfes zur j Abwehr politischer Gegner geschrieben. Eine Petersklique und eine Kolonialkamarilla existiere tatsächlich, sie habe Tr. Kayser gestiirzt und wolle Dr. Peters ins Amt bringen. Wie auch das Urteil ausfalle, der Fall Dr. Peters fei damit nicht aus der Welt geschafft. — Ter Gerichtshof zieht sich hierauf zur Beratung des Urteils zurück. Tas um 12 Uhr verkündigte (in einem Teil der gestrigen Nummer bereits mitgeteilte) Urteil lautete: Gruber wurde zu 500 Mark Geldstrafe oder 50 Tagen Gefängnis und zur Tmgung sämtlicher Kosten verurteilt. Tr. Peters wird von der Beschuldigung freigesprochem. Dem Kläger steht ferner das Recht zu, das Urteil in vier Münchener und Berliner Blättern auf Kosten deS Beklagten zu veröffentlichen. Die Begründung des Urteils besagt: Die Artikel von PeterK in den „Hamburger Nqachrichten" enthielten einen scharfen Angriff gegen die sozialdemokratische Partei und Bebel. Letzterer hätte Klage stellen können, aber nicht Redakteur Gruber. Tas Beweis- material, das dem Gericht vorlag, war nicht ganz lückenlos. Es fehlte:: die zur vollständigen Beurteilung notwendigen Akten und; einige Zeugenaussagen. Tas Gericht matzt sich kein Urteil darüber an, ob Peters mit den beiden Hinrichtungen eine Maßnahme traf, welche den damaligen Umständen angemessen war oder nicht. Tas Gericht erachtet aber für festgestellt, daß Peters die Hebern zeugung von seinem Recht hatte. Bei'der Hinrichtung der Ja-- gab ja spielte kein geschlechtliches Dcotiv mit. Bei der Hinrichtung' Mabruks mar der Umstand, daß Mabruk ssch an ein DUidchen heran- schleichen wollte, mitbestimmend. Tie Artikel der „Münch Post"I enthalten objektiv beleidigende Ausdrücke, welche über die Wah»^ rung berechtigter Interessen, an welche Gruber glaubte, hinausgehen. Straferschoerend gilt die aroße Zahl und die Schwere der Beleidigungen; strafmildernd ist Dagegen, daß dieselben Angriffe schon ein Jahrzehnt lang oft erhoben wpcdelt sind, daß die Wahlbewegung die alte Gereiztheit ttoch gesteigert hatte, und daß Peters in den „Hamb. Nachr." die Sozichdemottatie scharf angriff. * Tr. Karl Peters hat teilweise erreicht, was er erstrebte: der Däünchener Prozeß ist das Mittel geworden zu seiner Rehabilitierung in der öffentlichen Meinung Deutschlands. Er sollte es dabei bewenden lassen und Abstand nehmen von der Einlegung der Berufung, weil sein Beleidiger, der Redakteur Gruber, nicht zu Gefängnisstrafe verur- teitt worden ist (s. u.). Ueberall in Deutschland folgte man £>en Prozeßverhandlungen mit dem größten Interesse, ^>ch jetzt besteht wohl auf feiner Seite das Verlangen, die wenig erfreulichen Bilder aus der afrikanischen Vergangenheit nochmals vorüberziehen zu sehen. Als Folge des Münchener Prozesses^ steht ohnehin eine Reihe von Beleidigungsklagen und Ehrenhändel in Aussicht. Daß es ihrer nicht noch mehr geworden sind, ist der mufierhaften Leitung der Schöffengerichtsverharidlung zu danken. Es ist 'wohl eine Stimme der Bewunderung für den Virsitzenden, den menschlich-gemütvollen und klug begütigenden Oberlandesgerichtsrat Mayer. Auch von der Urteilsbegründung des bayrischen Gerichts hat man den Eindruck, daß sie die Regeln des Rechts und dev Menschlichkeit nach Gebühr berücksichtigt. Tie Verhandlungen unh Urteile der Disziplinarbehörden in Potsdam und Leipzig hebens sich nicht eben vorteilhaft dagegen ab, und insofern bedeutet der Ausgang des Münchener Prozesses eine Genugtuung für Tr. Peters. Der Ausgang wäre aber für ihn noch würdiger, wenn er es ab lehnte, sich von seinen Freunden überschwenglich feiern zu lassen * München, 2. Juli. Tie „Allgemeine Zeitung" kann mit-) teilen, daß von feiner Partei gegen das Urteil Berufung eingelegt werden dürste, und erflärt ferner, daß die Münchener Künscket>Gesellschast „Allotria", auf deren Mitgliedschaft sich Eugen Wolff berief, Tr. Roscntl)al, dem Rechtsanwalt Dr. Peters, mitgeteilt habe, Eugen Wolfs fei von nun an nicht mehr Mitglied der Gesellschaft „Allotria". Augsburg, 2. Juli. Tie „Augsb. Abendztg." hött, daß Tr. Ro s en t ha l, dev Anwalt von Dr. Peters, ßhgeit die „Mün- ch e n e r P o st" o f f i z i e l l e S t r a s v e r s a h r e u beantragt habe wegen Beleidigungen, welche die „Mimch. Post" iDäljrenb der Ver- handlungen des Peters-Prozesses gegen Rosenthal ausgesprochen hat. ‘Statt 1S7.Jerfprtten' Der von dec Königs. Staatsanwaltschaft Düsseld orf steck- s bic ibir 3u bicfer festlichen Stunde hier versammelt ricflich verfolgt wurde. ,»sursÄS “ss ta I „u™t? i 2. Juli. Aus Guatemala treffen Nachrichten ein, daß Präsident Eabrera 160 Personen verhaften ließ, unter der Anklage seien Mitschuldige an dem jüngst gegen ihn gerichteten Mordversuche. Unter den schon verhörten, zum Tode verurteilten Verhafteten befinden sich viele bekannte Persönlichkeiten. Das diplomatische Korps mit Ausnahme des amerikanischen Geschäftsträgers reichte einen Protest em, dec feine Berücksichtigung fand. Der britische Gesandte l,t mit Abfassung einer Note betraut worden, welche die näheren Umstände schildert und welche an die Mächte gesandt werden soll. Amerika und Japan. Emem Telegramme aus Tokio zufolge befürchtet man, daß ine guten ic jungen zwischen ben Vereinigten Staaten unö jagan lei ben werden, obgleich an einen Krieg nicht gedacht wirb. Tie Gefühle ber Freunbschäft unb bes guten Willens würden aber emHItd) -Mährbet, wenn nicht prompte Maßregeln getroffen wurden, um die Entrüstung, welche durch die antijapanischen Maßregeln in San Francisco hervorgerufen wurden, zu beseitigen. New-Bork, 2. Juli. Telegramme des „New-BorkHeralb" „d^ew-Bork Sun" aus Washington melden, es sei bei Beschluß gefaßt morden, 16 Schlachtschiffe nach bem stillen Ozean zu entsenden. Sie fügen hinzu, ber Beschluß entspreche Dem Plan, ber schon lange bevor bie San Francisco- Gelegenheit eniichieben war, jeboch zurückgcstellt würbe, als die ^-chul frage austauchte, ba man es für unklug hielt, Japan zu bcimrufugen. Tie amtliche Bestätigung bes Beschlusses stehe noch aus. . Anklagekammer lehnte ben Antrag auf vor- lanfige Jnfre ,h eitsetzung FerroulS, Alberts sowie ber Mitglieber bes Komitees von Argelliers ab , Perpignan 2. Juli. In Trouillot fand eine Winzerversammlung statt, an ber sich über 300 Win,er beteiligten. ES würbe beschlossen, bte Demission bei Bürgermeister aufrecht zu erhalten, ebenso die Steuer. Verweigerung. Neues aus Rußland. r ~ D« russische Minister des Aeußern, Jswolsti, wird sommers eine Auslandreise unternehmen und dabei Ber 11 n, London, Paris und Wien besuchen. bCT Un?ul}eu hlt Leibgarde - (sinnlandischen) Reqimenl swurde der Kommandeur, Generalmajor Sama i n ver- übe %a^t o ? C^n töcnLeme rcuti)en während der letzten Tage **■ "u Kriegsnunislerium etngeüaiiqeneit nchten s-nb m den letzten Tagen m verschiedenen Städten Vel^ hallimgen zahtretcher Mitglieder des revolutionären Militärverbandes a rasch cingegange» I Serbien ft nm diese schöne Entwicklung ber Anstalt haben. Vor - £ - f . allem gebührt unser Dpnk ber Stadtveroibnctew-Versammlung i welche bie erheblichen Kosten einmütig bewilligte: er gebührt bei - ^taatsregicrung, welche bie Schule in jeber Beziehung fördert' , er gebührt in erster Linie auch dem Tirekwr und bem Lehrer- folkgium, bie mit Gewissenhaftigkeit unb Verständnis ihr Leben der Anstalt unb ihren Schülerinnen widmen Dank endlich auch den Bauleitern, den Herren Stadtbaumeifter Gerbel, Architekt Meyer und Bauführer Nolb, ihren Mitarbeitern und den Werk- 1 leuten, die sich m diesem Hause ein dauerndes Denkmal ihres LZirrens unb Könnens gesetzt haben. Jnbem ich diesen Tank namens des Kuratoriums allen Beteiligten, wie Gönnern unb tz-reunden ber schule hiermit ausspreche, bitte ich Sie, Ihr In- terepe derielben auch ferner~ zu erhalten; nur bann kann ihre tDCitere Cntroiäclung, unterüützt durch bie neuen, fchönen Lehv- raumn?' .^ue ebenso glückliche und segensreiche sein wie bisher. r ^Ain ^Z^^^ümliches Gefühl, mit dem wir ein neues Hautz betreten ^ie Wandellprkeit und Kürze unseres Lebens tritt uns neben der Bestimmung des Werks für Jal-rhundertc recht vor bie Lele. An einem Bauernhause fand ich dieses Gefühl mit ben ichlichten Worten ausgedrückt: Dies Haus i,r mein unb auch nicht mein; Dem Nächuen wirb es au,ch so sein; Ten Tritten bringt man auch hinaus; Nun lagt mir, wem gehört dies Haus. Ter Wandel in einer Schule ist noch viel rascher als im Leben; noch viel ichneller fließt ber Strom hmburch, unb das Baus bleibt. Unb banin^bürfen wir wohl fragen: Wem gehört dies Daus? Nun, hebe 5hnen bas Bewußtsein, an einer Schule zu wirken, die in so hervorragenber Weise bte Förderung und Unterstützung ber staatlichen und Itadtuchen Behörden gefunden hat, neue Freuöigkci^ in Ajmer ichonen und ichweren Tätigkeit verleihen. Unb so mögeid denn Lehrer unb Schülerinnen in schönem Verein bahin mirtenl daß dies H^us m unserer Stadt recht vielen zu eigen wirb als i h r Haus, ihr yau5, bas viele teure Jugenberinnerungen birgt und TDrtroirfenbe Anregung für bas ganze Leben gibt. Möge aus btefem Haufe ein reicher Strom bes Segens in viele ^Hauser unsrer ^tadr sich ergießen; möge dieser Strom des hegens wieder zurückfließen auf unsere Gemeinbe, unb bte 5>wule ,o ihre Aufgabe erfüllen, an ihrem Teil mitzuwirken an der Hebung und Lta.kung unseres Bürgertums." Der Chor aus dem Oratorium ,Die Schöpfung^ von Haydn: Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, führte weihevoll über zu einer Ansprache des Direktors Dc. Stör ick o.' Ec entwickelte in großen Zügen ein Bild des Werdeganges der Schule und führte aus, daß die Anstalt hauptsächlich ihre Besucher für das praktische Leben vorbeceiten soll, damit sie dereinst ihren Beruf als Mütter und Hausfrauen ganz erfüllen könnten. Des weiteren wies der Redner die Ansichten dec Fcauenrechtlerinnen in padagogischec Hinsicht zurück, die von ihnen an die höheren Mädchenschulen gestellten Ansprüche würden, wenn man ihnen nachkonnnen rvolle, doch nur dem Bedürfnis Einzelner und nicht dem dec Mehrheit der Schülerinnen entsprechen. Anknüpfend daran legt Dr. Störicko barÄ in welcher Weise in der Zukunft unsere höhere Mädchenschule weiter entwickelt werden könne. Den Schluß des Festaktes^ bildete eine Rübezahl-Legende von Klara Fechncr- Leyde für Solostimmen, weiblichen Chor, Pianoforte und Deklamation, komponiert von A. Krause. Als Solisten wirkten dabei mit: Fräulein Ida Stammler Sopran, Herr Konimerzienrat Schirmer Tenor, Herr Rechts- -----Dr. Spohr Bariton, Klavierbegleitung Herr Einweisung des Meuöaues der Köycrcn und Hrweiiekten Mädchenschule. Gellern vornnttag gegen 10 Uhr füllte sich der Jestsaat.^^ des an der Nordanlage neuerbauten Schulpalastes nut froh- arlmalt Dr. Spohr Bariton, jmuviciucamiuna uecr r ^korierte Raum wirkte Mulch. Der verbindende Text wurde wechselweise von ' d"^ Architektur überaus vornehm und 110 Schülerinnen im Lllter zwischen 8 und 12 Jahren Viertel würdigen Rahmen ab. Etwa ein recht hübsch und ausdrucksvoll gesprochen. Das ganze Viertel des Raumes lvac von den weißgekleideten Schülerinnen Werk, wie überhaupt der gesangliche Teil der Feier spielw oer Anstalt gefüllt, die erwartungsvoll der Dinge harrten, sich in dem im Hochparterre des Gebäudes befindlichen^ die ba kommen sollten. Immer dichter füllten sich bie Reihen ^sangssaal ob, der an die im Festsaal der Schule befind- der Fesigasle, bis endlich kein Stuhl mehr frei war. Unter ^olerie angrenzt und gewissermaßen mit dieser zu-! Innehaltung des akademischen Viertels, begann die Feier niit )ammenOängt.. so daß die im Saale befindlichen Zuhörer -. den Rednerpult: er dankte den Fcltteil. keinem zweiten Saal Unserer Stabt. Man konnte bte« netjtuctii für ihr Erscheinen und sprach sein Bcdancrn aus, besonders bei ben Solls unb der bem Geisterchor bemerken k datz wegen Raunimangcl leider nur ein beschränkter Kreis Lange iroch als bie letzte Note des RubezahlmärcheiiF von Eltern dec Schülerinnen mit einer Einladung zu derstdrmzefsin Ilse" verklungen war, faßen die Festgäste still Feier habe bedacht werden können. Der Redner iveist auf unb ^ig, wie wartend, baß man ben Sang noch das rege Interesse hin, das mit vollem Rechts untere Bürger- eUtn^ ^erholen möge. schall dieser Schule, wie der Schule überhaupt entaegenbrmat LJ?QraUf- ^ne Besicht ign >7 g des Hauses und fährt fort- emgegenoringi dez,en Be,chreibung wir uns tu einem besonderen Artikel V1 L . „r vorbesialten. . ,,^e meyi ivir^uberzeugt )mb, daß bem foltben _ Dreier gefunöeften stütze jebes Gemeinwesens, bie Zukunft gehört, m... ! umiornehr verlangen wtc^von jeder einsichtigen Bürgerschaft, baß StOOt IttIO £6°/o Chinesen . . . Aktien: Bochum Guss .... Buderus E. W ... Tendenz: fest. lCird?Hd?e Nachrichten^ Evangelische Gemeinde. i Markusgemeinde. Ausflug nach Staufenberg Donners^ tag, den 4. Juni. Abfahrt nach Lollar 2 Ubr 3 Min. nachm. Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schuckert . . . Eschweiler Bergwerk Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. Paket!. Harpener Bergwerk. . . Laurahütte ...... Nordd. Lloyd..... Obersehles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges . . Darmstädter Bank Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat. Bank . , Diskonto-Kommandit. . . Dresdner Bank . . . Kreditaktien..... Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . Gotthardbahn . . . . Lombard. Eisenbahn . . Oesterr. Staatsbahn . . . Prince-Heuri-Eisenbahn . 27.40 139.70 131.10 4% Oesterr. Goldrente. . 4l/6% Oesterr. Silbenente 4% Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Bente . . . 356 Portugiesen Serie T . 356 Portugiesen „ III 4 >4°l0 russ.Staatsanl. 1905 4/6% japau. Staatsanleihe 4 % Gonv. Türken von 1903 Lebendgewicht 00-00 Psg., 2. Qual. 00—00 Vfg., U-dgewubt 00—00 Psg., Schlachtgewicht 00—00 Psg. Schass ualität 00—00 Psg., 2. Qualität 00—00 Pfg, Geschäft be weinen: gut, Ueberstand unbedeutend. ihm der Gewährsmann Bebels, der diesem gefälschten Tuckcrbrief gegeben habe, bekannt sei. Paris, 3. Juli. Verschiedene Blätter melden Holz-Versteigerung im Martwald der Gemeinde Lützellinden Montag, den 8. die«. Mts. Zusammenkunft vormittags 9 Distrikt Eichelsstuck, Straße Gießen—Frankfurt. Eichelriobholz: 250 Stück Stangen und 9950 Stuck Die Stangen eignen sich zu Baumstützen und Wagnerholz«. Groß-Rechtenbach, den 1. Juli 1907. Das Bürgermeisteramt. Aufgebot. Der Schlosser Friedrich Wilhelm Schnabel in Lich hat als Abwesenheitspfleger beantragt, die verschollene Johannette Albertine Sophme Schnabel, geb. am 15. Oktober 1815 und die verschollene Marie Philippine Schnabel, geb. am 16. Januar 1820, zuletzt wohnhaft in Lich, für tot zu erklären. Die bezeichneten Verschollenen werden aufgesordert, sich spätestens in dem auf den 22. April 1908, vormittags 9 y2 Uhr vor dem unterzeichneten Gericht anberaumten Ausgebotstermin zu melden, widrigenfalls die Todeserklärung erfolgen wird., An Alle, welche Auskunft über Leben oder Tod der Verschollenen zu erteilen vermögen, ergeht die Aufforderung, spätestens im Aufgebotstermine dem Gericht Anzeige zu machen.) 047761 Verschließt). gr. Holzkiste. Wer Rriefmarken-Album f. Betten. Mottens, re., Kuchenbank, kaust 1 l^LUIU1 Linol.-Luufer und anderes zu ucr aus 186b? Offert. unL^Album W i kaufen. Frankfurter Straße 27,1. hauptpostlagernd Gießen. 104768 Arbeiterbewegung London, 2. Juli. In B e l f a st, wo To und Kärrner streiken, beschloß bin Stad'vertretu den bereits anwesenden 500 Fußsoldaten noch Kriescht (Neumark), den 2. Juli 1907. 4403 r e i zum Schutz der Arbeitswilligen zu ve Die Militärbehörden haben diese Forderung bewilll vegen Transportschwierigkeiten leider nicht zur bestimmten 3eft eintrefifu und mußten dafür telegraphisch Les volles, deutsch-franz. Sänger und Tänzer, engagiert werden, w auch gestern austraten und sehr gefielen.' (Das dem- 'ächstige Auftreten von Ohms-Dressurnummern wird noch )urch Inserate bekannt gegeben.) ** E i n unliebsamer Druckfehler, der durch unbeut- iche Schriit bervorgeruseir wurde, ist in dem gestrigen Artikel ,Zum Universitätsjubiläum" zu berichtigen. Es muß in der 1 Zeile der 1. Spalte von unten „Irrtum" statt „Irrsinn" »eißen. cP K'l e i n -§ i n d e n , 2. Juli. Verflossene Nacht wurde der Wirtschaft zur Burg ein Eindruck verübt, 'ie Diebe drangen durch das Küchenfenster in Küche und : irtszimmer. Sie stahlen Geld, Wein, Speisen und einen neuen Anzug. Bon den Leuten fehlt noch jede Spur. H Obbornhofen, 2. Jun. Unser Kriegerver- ? i n feierte am Sonntag sein 25 jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlaß wurde dem Verein durch K'reisümtmann Dr. Lang ermann-Gießen die Kaiserschteife überreicht. >V Gettenau, 2. Juli. Ein 16jähriges Mädchen aus Bingenheim, daß vom hiesigen Kriegeriest am Sonntag nacht 12 Uhr nach Haufe zurückkehren wollte, wurde kurz hinter Gettenau non einer bis jetzt unbekannten Person a n g e s ch o s s e n. Die Kugel drang dem Mädchen durch einen Arm, sodaß sofortige ärztliche Hilfe notwendig wurde. Hoffentlich gelingt es, den frechen Patron, nach dem eifrig gefahndet wird, ausfindig zu machen. Darmstadt, 2. Juli. Das Ministerium des Innern hat nunmehr auch der Wahl des sozialdemokratischen Beigeordneten Reifert in Hechtsheim die Bestätigung versagt. Kempten bei Bingen, 2. Juli. Im Reblausherd Kempten sind nach den bisherigen Untersuchungen als von der R e b l a u s b e f a l l e n festgestellt 263 Rebstocke; das bisher ermittelte Verseuchungsgebiet umfaßt 300 Quadratmeter, dem Spitalgut Bingen gehörig. Gewann: „Langer Grün". (Darmst. Ztg.) Frankfurt, 2. Juli. Der Schneidermeister I. E. Jureid, Inhaber eines der größten Herrenkonsektionsgeschäfte Frank,urts, hat es vom e i n f a ch e n Sch n e i berge selten bis zum Millionär gebracht. Er feierte heute sein 50 jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlasse schenkte er 250000 Mark für verschiedene wohltätige Stiftungen in Frankfurt a. M.: außerdem spendete er für die Kranken-, Witwen- und Waisenkasse seiner Arbeiter den Betrag von 100000 Mark. X. Hanau, 2. Juli. Auf tragische Art und Weise verunglückte der 70 Jahre alte Privatier und frühere Zigarren- mbrikant Jean Pinore N e s s e l t r ä g c r. Am Fenster seiner im ersten Stockwerk gelegene Wohnung flehend, wurde er plötzlich von einem Schwindelanfall betroffen und stürzte hinunter, wodurch er einen Schädelbruch erlitt. Emige Stunden nach dem Unfälle verschied er. x F r a n ken b er g, 1. Juli. In Somplar brannte gestern das Schneider'sche Anwesen nieder. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten Tie in Nr. 151 gebrachte Notiz über Blitzschlag in Bttrkhards ist unzutreffend. Dort hat der Blitz am verflossenen Freitag nicht eingeschlagen. Es handelt sich um eine Verwechselung mit Gedern. Grigtnnl-Drahtmeldungen. \ Berlin, 3. Juli. Tas Urteil gegen Peters findet ' in den hiesigen Zeitungen je nach ihrer Parteistellung geteilte Ausnahme. Die rechtsstehenden Blätter halten es für eine Kopenhagen, der König von Dänemark werde während seines Besuches auf Island den Wunsch der Bewohner erfüllen und die Insel zu einem mit Dänemark verbundenen Königreich erheben. Rom, 3. Juli. Anläßlich der Jahrhundertfeier des Geburtstages Garibaldis plant die Regierung den Erlaß einer Amnestie für politische und Preßvergehen. Anarchisten sollen jedoch von dem Gnadenakte ausgeschlossen sein. Messina, 3. Juli. Ein furchtbarer Orkan hat hier und in der Umgebung gestern stundenlang gewütet. Bäume wurden entwurzelt und Dächer abgedeckt. Der an- gerichtete Schaden ist enorm. Die Ernte ist völlig vernichtet. Moskau, 3. Juli. In Gartagajew griff die Bevölkerung eine Abteilung Kosaken an und erschlug den Hetmann und drei Kosaken. Eine Strafexpedition ging dorthin ab. Cincinnati, 3. Juli. Ein fünfstöckiges Wohnhaus ist gestern e i n g e st ü r z t, während zahlreiche Arbeiter an dem Bau beschäftigt waren. Es heißt, daß 12 Arbeiter umge- kommen seien. Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen. Frankfurter Börae, 3. Juli, 1.15 Uhr. Erdbeeren Erdbeeren Verkaufe morgen Donnerstag auf dem hiesigen Wochenmarkt am Braud eine große Sendung Erdbeeren und saure Kirickcn zum billigsten Tagespreis. Mache die geehrten Käufer darauf auftnersam, daß tutr frisch gepflückte Ware zum Berkaus kommt. Frau H. Klees, Elberfeld. 4389 Vermischtes. * Kolberg, 2. Juli. Die heutige Jubelfeier der Stadt K o l b e r g, die durch mehrstündiges heftiges Gewitter fast in Frage gestellt schien, wurde heute früh durch ent Wecken zu Pferde ein- geleitet. Um 10 Uhr vormittags fand Festgottesdienst statt, woran Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen, der kurz vor 8 Uhr früh, Don der Bevölkerung lebhaft begrüßt, eingetroffen war, sowie alle in Kolberg anwesenden Ehrengäste, Offiziersdeputationen und Gäste teilnahmen. Superintendent Matthes hielt die Festpredigt. Nach dem Gottesdienst begab sich der Prinz mit den Herren des Gefolges zum Pretlßenplatz, wo em Festgottesdienst stattgesünden hatte und wo der Prinz nun die Parade über die Truppen abnahm. Um 12 Uhr fand im städtischen Strandschloß die offizielle Begrüßung des Prinzen statt. Bürgermeister Kümmert hielt die Festrede, bat den Prinzen, dem Kaiser den Dank dafür ztt übermitteln, daß er dem heutigen Feste seine Aufmerksamkeit schenkte unb den Prinzen mit seiner Vertretung betraute, und dankte dein Prinzen selbst für fein Erscheinen. Der Redner gedachte des T a g e s vor hundert Jahren, wo nach schwerster Belagerung nachmittags durch Letttnant v. Solleben bte Nachricht von dein bereits längere Zeit abgeschlossenen Waffenstillstand gebracht wurde. Redner gab cm Bild der Entwicklung der Stadt bis zu ihrer jetzigen Blüte, toozu auch das Bad ein gutes Tetl beitrage. Schließlich gedachte der Bürgermeister des großen Aufschwunges Deutschlands unter dem jetzigen Kaiser, der die Wissenschaft und die wirtschaftlichen Li raste zu ersprießlicher Tätigkeit anzuregen verstanden habe. Mit Smenswunfch und mit einem dreifachen Hoch auf den Kaiser schloß der Bürgermeister. Anschließend hieran fand eine gemeinsame Sitzung der städtischen Kollegien statt, worin beschlossen wurde, 15 0 0 9 0 Mark zur Errichtung eines st ä d t i s ch e n Volks- Hauses und 300 000 Mk. für eine neue Schule zu verwenden. Kleine Tages chrontt Bei Rhenegge (Waldeck) luurbeii drei Personen vom Blitz getroffen; ein Mädchen wurde ertötet, die zwei anderen Mädchen wurden schwer verletzt. — Die 'uu.s dem Schnellzug bei Melsunge n in die Fulda gesprungene junge Dame »vurde von bem Weichensteller Engelhard aus Mel- fungen, der den Vorfall beobachtet hatte und ihr in die Fulda nachsprang, den Fluten entrissen. — Bei einem Zusammenstoß Les der Gasmotoren-Fabrtk Deutz gehörigen Motorbootes MWer ArbcüsNchiseis 8ieße«. GarteuÜraßc 2, Zimmer 2. Es könne« eingestellt werden: . 5 Ziegelarbetter «auswärts«, 2 lanürvtrtschastl- Arbeiter, 1 Lecker tauswärts), 1 Schmied , 3 Bauschlosser, 1 Vlaschinen- schlofser, 2 Installateure, 1 Schlosser elt ba*etmf: Kühe, frischmelkend und tragend, 1. Oktal. 475 biß o50 Mk. (etn- ;eine besonders schwere Tiere bis 600 Mk.), 2. Qual. 400 bts 450 Mk., 3. Qual. 300 bis 360 Mk., junge Rinder und Sttere zur Zucht, 3/4-bis 1' tjährig, 130 bis 170 Mk., IVö- bis Ljährig 180 bis 250 Mk. Gangochsen wurden verkauft bad Paar 1. Qual. 1000 bis 1100 Mk., 2. Qual. 800 bis 900 Mk., leichtere Paare billiger. Fettvieh wurde gehandelt der Zentner Schlachtgewicht: Ochsen 1 Qual. 82 bis 84 Mk., 2. Qual. 78 bis 80 Mk. Rtnder 1 Qual. 78 bis 81 Mk., 2. Qual. 73 bis 76 Mk. Kühe 1. Qual 73 bis 75 Mk., 2. Qual. 70 bis 72 Mk. Mlber 1. CuaL 69 73 Mk., 2. Qual. 61 bis 66 Mk., 3. Qual. 54 bis o9 Mk. tc. Frankfurt a. M., 3. Juli. (Crig.-Selegr. des Meß. Anz ") Vieh m arkt. Zum Verkarste standen 00 Kälber, 00 Schafe u. Hümmel, 1533 Schweine, 0 Ziegen. Schweine: L £^6 60—61 Pst, Lev-udq-wicht 47-47.00 W., 2. Qual. 00-00 Sebwbgenncftt 00.00—00 Pfg., 3. Qual. 53—55 Pfg. Kalber 1. Qual. 00—00 Ps. Kirschen-Versteigerung. Freitag, den 5. Juli, nachmittags 4 Uhr, sollen die der Gemeinde Bettenhausen zustehenden Kirschen auf dem Qberholz, zirka 50 Bäume, verkauft werden. Freitag, den 12. Juli, nachmittags 4 Uhr, sollen die der Gemernde Bettenhausen zustehenden Kirschen an der Straße Bettenhausen—Muschenhetm versteigert werden. Bettenhausen, am 1. Juli 1907. Großherzogliche Bürgermeifleret Bettenhausen. Roth. 4383 in k Enorm billiges Angebot Seltersweg fghMjg^ggg OfsgllbgUllös lklIöMlKN. 8e,te£SWe« R< Loeb. 4393 empfiehlt Kari Jekel, Giessen Marbnrgerstrasge 25. K. Jung Witwe Neustadt 50. Giessen. Packung ä 9 Mk. Ctto Ludlofi, au Vertreter aus allen Ständen überall gesucht. as Gebrüder Berdux. Seltersweg 12 3017 Nur hva/6 Die Direktion. m^ Garantirt chlortrei'3M ss-V, aus letzter Saison 4145 Telefon 367. Brennstoffe. Ergh?; Acetylen etc. Ecke Plockstr. 2 und Seltersweg. J. Happei Klinikstr. 22 Telephon 337 Anzeigers. apeten! Leuchtgas, Benzin, Benzol, Spiritus, Henkels MrichEM ä 60 Ma., 1 unb 2 Mk. allein echt bei Adolf Bieter Victoria-Drogerie, Marktstr. S Gasmotorenfabrik Deutz Zweigniederlassung Frankfurt a. ffi. 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