Dieser Lage versammelte sich der Finanzausschuß der ersten Kammer unter dem Vorsitze des »weiten Vorsitzen* )en Freih. Hcyl zu Herrnsheim, um mit der Negierung die pruchreifen Gegenstände zu beraten. Neben mehreren Vor- 'tellungen und Anträgen wurden auch mehrere von der politische Lagerscha«. Frhr. von tzeyl als Nachfolger des Grasen PosadowSky. Wie der „Hess. lib. Wochenschr." aus Berlin geschrieben wird, zirtulierre dort gegen Schluß der Reichstagstagung in parlamentarischen Kreisen das Gerücht, daß Frhr. v. Hehl zum Nachfolger des Grafen Posadowsky als Leiter der Sozialpolitik des Reiches ausersehen sei. Eine Mise, die Frhr. v. Hehl kürzlich nach Homburg während der dortigen Anwesenheit desKaise r s machte, soll mit diesem Plane in Verbindung gestanden haben. Das genannte Blatt hält indes diese DdeÜmng, ebenso wie wir, für einen schlechten Witz. habe man Jahrzehnte gebraucht, sie zu regeln, das sei cm be- cheidener Weg, aber er führe zum AicL Wenn dazu ein offizielles Organ der Kadetten, die „Rietsch , bemerkt, in der Agrarfrage 1 »rauche das Land keine Reden, sondern Taten, so klingt das zwar sehr sicher. Aber uns scheint, die Duma hat bisher nur geredet, und gehandelt bisher nur die Regierung. Trotzdem aber wird den konstitutionellen Demokraten nichts übrig bleiben, als entweder das Prinzip der ZwangSentcignung aufzugeben, oder ick darin zu finden, daß die Regierung an eine neue besser gesinnte Duma appelliert. Und davor fürchten sich die Kadetten. Das Land ist der Deklamationen müde. Erfolgt eine Neuwahl, peziell unter dem Eindruck, den die noch ausstehenden Ent- lstlllungen über die Teilnehmer am Komplott gegen den Zaren bringen müssen, so hat die Regierung alle Aussichten, eine Volksvertretung zu gewinnen, die ihr mehr Verständnis entgegen* bringt. — In Marokko scheint eine Wendung zum Besseren ein* zutreten. Einmal hat der Sultan die französischen Entschädi- aungsforderungen anerkannt, dann aber die Niederwerfung des Aufstandes in Marakesch selbst in die Hand genommen. Bisher haben seine Truppen, wenn der Telegraph recht berichtet, mit Glück gefochten. Die Nachrichten besagen sämtlick, daß die Sin* Hänger dcS Sultans in allen Gefechten siegreich gewesen sind, weshalb der Sultan sich entschlossen hat, einen großen Schlag auszuführen. Er Hot reiche Zufuhr von Munition nach dem Kriegsschauplätze abgehen lassen. Alan erwartet, daß die Askaris, die seit fünf Monaten von englischen und französischen Jnstruk* toten täglich gedrillt worden sind, wesentlich zu der Leistimgs- fähigkeit der Streitkräfte des Sultans beitragen und die ent* gültige Niederwerfung des Prätendenten ermöglichen werden. Dem sranzös. Ministerrate hat der französische Gesandte in Tanger berichtet, daß die Durchführung der von der marokkanischen Sie* gierung als Sühne für die Ermordung des Dr. .Mauchamp zu* gestandenen Maßregeln in befriedigender Weise durchgeführt werden. _______________ Parlamentarisches aus Heften. Von der Ersten Kammer. liche Jagden, in denen wilde Kaninchen, wenn auch nur veremzell, vorkommen, durch fortwährende Beunruhi- pingcn von Kaninchennachstellern gestört und dadurch min* »erwertia würden; 5. der durch die wilden Kaninchen an >en Wäldern verursachte Schaden durchaus gering ist, usw. Eine Anfrage des Abg. Noack berührt eine seltsame Ungleichheit bei der Preußisch-Hcss. Eisenbahngcmeiilschaft. Einer Zeitungsnachricht zufolge sollen hessische In- duftrielleundLieferanten, welche Lieferungen an die Preußisch- Hessische Eisenbahn gern ci n* chaft auszuführen haben, Stempel zahlen, während ireußische Hersteller von dem S l e m P e l b e f r e r t in d. Dies soll auch der Fall fein, wenn die Lieferung an Eisenbahnbehörden in Helsen geschieht, sofern die Aus* chreibung von einer in Preußen gelegenen Direktion erfolgt. 5s besteht, so sagt auch der Abg. Swack sehr richtig, in den Kreisen hessischer Industrieller und Gc.rerbetreibcnder die Ansicht, daß die ungleichartige Behandlung der hessischen und preußischen Hersteller bei Lieferungen für die Preußisch- Hessische Eifenbahngemeinschast den hessischen Interessen ebenso nachteilig als dem Geiste des Geineinschafts-Ver- träges widersprechend ist und daß daher eine andere Handhabung oder eine Acnderung des preußischen Stempel* steuerzesetzes unerläßlich erscheint. Er fragt daher bei der Großh. Regierung an, welche Schritte sie zu tun beabsichtigt, um eine ungleichartige Behandlung hessischer Interessen*, ten gegenüber den preußischen Staatsangehörigen innerhalb der Preußiscy-Hessischen Eisenbahngemeinschaft zu verhindern. gleichen Inhalts der Fall war, der im Jahre 1905 die Stände beschäftigte. Die vorliegenden Vorlagen glaubte der Ausschuß vorwiegend unter dem Gesichtspunkt betrachten zu können, ob sie der Unterscheidung zwischen dem handelsmäßigen Gewinn aus der Grundstücksspekulation dem sozial berechtigten Vermögenszuwachs bei Veräußerungen älteren Eigentums hinreichend Rechnung tragen. Ta der neue Entwurf durch die Bestimmungen über die Höhe der Steuersätze diesem von ihm früher vertretenen Prinzip eine gewisse Anerkennung habe widerfahren lassen, so glaubte der Ausschuß sich nunmehr auf den Boden der Vorlage, deren Grundgedanken er ja schon früher als berechtigt anerkannt habe, stellen und sie einer wohlwollenden Beurteilung durch die erste Kammer empfehlen zu können. Ta von mehreren Mitgliedern der Kammer verschiedene Abänderungsvorschläge zu dem Entwurf, überwiegend juristischer Art, vorgebracht wurden, glaubte der Ausschuß im Einverständnis mit der Regierung, die Vorlage mit den hierzu gemachten Vorschlägen in einer weiteren Ausschuß- sitzung einer nochmaligen Beratung unterziehen zu sollen. Bon der Zweiten Kammer. Ein sehr langatmiges Schriftstück hat der Abg. Köhler »um Druck geben lassen. Ter langen Rede kurzer Sinn ist, daß er wiederholt anregt, die Großh. Regierung möge im Bundesrat die Anregung geben, daß fakultativ den Mannschaften und Unter-Offi zieren ein» bis zweimal wöchentlich landwirtschaftlicher Unterricht erteilt werde: 1. im allgemeinen in geeigneten Garnisonen im ganzen Reiche, 2. im besonderen zu Gießen, im Anschluß an die Lehrmethode Prof. Gisevius und Leidich- Langsdorf. Eine Vorstellung der Herren Stummel und Genossen geht dahin, das Gesetz über die Jagd Artikel 31 betr. wilde Kaninchen in der seitherigen Fassung zu lassen und nicht nach dem Beispiel Preußens und Badens zu ändern, da: 1. durch die Freigabe der wilden Kaninchen die Begierde zu wildern im Volke angefacht würde, worüber die Vergleichsziffern wegen Vergehens der Wilddieberei zwischen Hessen und den oben angeführten Ländern hinreichend Aufschluß geben dürften; 2. sich hierdurch die Fvrst- beamten, durch die Nebeneinnahme verlockt, in zu hohem Grade der Jagd widmen würden, wodurch leicht der Dienst beeinträchtigt werden könnte; 3. der Abschuß von Kaninchen entgegen dem in Artikl 31 Gesagten dem einigermaßen eingeübten Jäger durchaus keine besondere Schwierigkeiten bietet; 4. der Schaden durch Ausfall von Jagdpacht für die Gemeinden ganz erheblich fein dürfte, weil sämt- Aie englischen Journalisten in Deutschland. Am Samstag früh begaben sich die englischen Journalisten von Berlin nach Dresden, wo einige von ihnen alsbald vom Königvon Sachsen empfangen wurden. Sie begaben sich dann nach Pillnitz. Auf dem Schiffe hielt der Dresdener Oberbürgermeister Beutler eine Ansprache, in der er die englischen Gäste begrüßte. In Pillnitz nahmen sie im Kuppelsaale des königlichen Schlosses den Lunch ein und kehrten nm Nachmittag, nach Dresden zurück. Am Abend wurde den englischen Gästen zu Ehren im Opernhause „Salome" von Rich. Strauß ausgeführt und daun fand im Belverdere ein Festbankett statt. Zunächst sprachen Oberbürgermeister Deutler und Rechtsanwalt Tr. Schiebler. Nachdem dann der Chefred. und Verl, der „Dr. N. N.", Wolff, die englischen Journalisten begrüßt hatte, hielt Me Kin- non eine Rede in deutscher Sprache, in der er ausführte, Deutschland und England sollten sich nicht darüber streiten, welche von beiden Nationen die größere und fähigere sei, sondern froh sein, daß es zwei solche Nationen auf der Welt gäbe. Sodann sprach Sir Element Kinloch-Cooke („Empire Review") den Dank für den Empfang Durch den König aus. Hierauf begrüßte Kommerzienrat Dr. Reichardt, der Verleger der „Dr. Nachr.", die englischen Gäste in Sachsen als dem Lande, in dem die deutsche Gemütlichkell in erhöhtem Maße typisch zum Ausdruck komme, und ließ jedem eine Mokkatasse aus der königl. Porzellanmanufaktur in Meißen als Andenken überreichen. Thompson („Reynolds Newspaper") bedauerte sodann u. a., daß es in der Presse beider Länder Zeitungen gebe, die von politischen Senfationen leben. Zwischen Deutschland und England solle nur ehrliche Rivalität obwalten. Es folgte noch eine große Reihe weiterer Trinksprüche, unter denen besonders der von Stead mit größter Heiterkeit ausgenommen wurde, der sein Glas den Tarnen weihte, als deren Vorbild er die Sixtinische Madonna bezeichnete. Gegen 11 Uhr brachen die englischen Gäste auf und fuhren nach München. Für die Fahrt von Dresden nach München hatte die Internationale Schlafwagen-Gesellschaft einen Sonderzug zur Verfügung gestellt, der aus Schlafwagen gebildet war, welche für Die demnächst ins Leben tretende direkte Luxuszugverbindung Berlin-Kopenhagen zur Verwendung kommen. Am Sonntag vormittag begann im Künstlerhause zu München der Empfang der eng ft ich en Gäste. Im künstlerisch geschmückten Hofe des Künstlerhauses waren außer dem Münchener Empfangsausschuß auch anwesend der Minister Frhr. v. Podewils, sowie eine Reihe bekannter Münchener Künstler und Schriftsteller. Bei Musik und Reigentanz vollzog sich die erste Begrüßung. Beim Frühstück hieß Reichsrat Frhr. o. Wuertsburg die Gäste willtommen. Sidebotham („Manchester Courier") feierte München als Hauptkunststadt in Deutschland. Es folgte ein in feiner künstlerischen Eigenart allerliebstes Festspiel, in dem die Haupttypen der bayerischen Bevölkerung uuftraten, und in dem schließlich das Münchner Kindl den englischen Gästen eine dauernde Erinnerungsgabe überreichte. Prof. Gabriel Seidl, der Erbauer des Künftlerheims, betonte, da; die Münchener Architekten die englische Baukunst hoch verehrten, und das englische Haus, das dem Eharakter der englischen Bevölkerung entspreche, als vorbildlich anfeije. Redner widmete den Gästen eine Festschrift über das zweiten Kammer verabschiedete Regierungsvorlagen einer Beratung unterzogen. So wurde u. a. bezüglich der Vorlagen, die Aktiengesellschaft „Mainkette" betr., die Beschickung der Hessischen Landesausstellung für freie und angewandte Kunst, Tarmftadt 1908 betr., Veräußerung der sog. Markwiese in den Gemarkungen Bauernheim und Ossenheim betr., die Automobilverbindung Bensheim-Lindenfels betr., die Herstellung mehrerer Nebenbahnen betr., sowie bezüglich des Antrags des Abg. Dr. Weber, die Gewährung eines Zuschusses aus der Staatskasse zur Beschaffung von Saatgut für dieLand- wirte in den höheren Lagen des Vogelsberges betr., beschlossen, dem Plenum Beitritt zu den Beschlüssen der zweiten Kammer zu empfehlen. Nur die Beratungen über die Regierungsvorlage, den Gesetzentwurf, die Wertzuwachs st euer betr., konnten noch nicht zum Abschluß gebracht werden. Der Ausschuß er Härte sich einstimmig mit dem Grundgedanken des Gesetzentwurfs einverstanden, wie dies ja bereits mit dem Entwurf Nr. 127 Erstes Blatt 157. Jahrgang Montag 3. Jnni 1907 Erscheint täglich Ä mon"ick75Pst,oiettel- außer Sonntag«. AKÖ» V FW ■ ▼ jährlich Mk. 2.20: durch EEmi OkOH 01* 71 die »Icfcaicr ZamMem ■ ■ ■ ■ Mr Kj■ H M Bf ® äti ■ sxiVIVlIvllVl’ 4^11 JVIHV«,«“SS zweimal wöchentlich da« BJf WM auswärts 80 Pfennig. Kreisblatt für Kreis w 9 * ww /Ja ■< < ** Verantwortlich tite SS General-Anzeiger für Oberheffen Wßtz ST «Ot-Nonrdruck und Verlag der vrllhl'ichen Unio.-Vuch. und Lt-Indruckerel. & ränge. Redattlan. «rpedMon und vruckerei: schulpr-d« 7. Are heutige Yumrner umfaßt 10 Seiten. Politische Wochenschau. Tie letzte Woche hat einem verwaisten deutschen Bundesstaat wieder einen LandeSvater gebracht: Herzog Johann Albrecht hat sich bereit erklärt, die auf ihn gefallene Wahl rum Re- genten Braunschweigs anzunchmen. Am 1. Juni begab sich eine braunschw. Deputation noch Schloß Willigrad, wo sie von dem Her,og empfangen wurde. Der braunschweigische Staatsminister v. Otto wieS auf die einstimmige Wahl des Herzogs rum Regenten hin. RegentschastSrat, Landesversammlung und Regierung würdigen die Bedeutung deS Opfers, das der Herzog bei der Erfüllung der Bitte zu bringen haben werde. Der Herzogregent dankte für die ihm cntgegengebrachten Gesinnungen. Tas ihm auö weiten Kreisen des Landes entgegengebrachte Vertrauen, das am 28. Mal in der Landesversammlung einstimmig Ausdruck fand, habe ihn bewogen, dem Ruse des deutschen Bruderstammes zu folgen. Er nehme die Wahl zum Regenten des Herzogtums Braunschweig an und hoffe, daß es ihm vergönnt fein möge, mit Gottes Hülfe die Regierung zum wahren Segen des Landes zu führen. — Tie Wünsche aller deutschen VateAandsfreunde werden sich nt der Hoffnung vereinigen, daß eS dem neuen Regenten gelingen möge, das Gespenst der Reichs- verdrossenheit aus allen Winkeln des schönen Ländchens am grünen Harz zu oerbannen. Die Deutschlandfahrt der englischen Jour na* listen hat ihren programmäßigen Fortgang mit Banketten und Bierreden, mit Rundfahrten und Gruppenaufnahmen in schönster Eintracht genommen. Lieben Städte Griechenlands stritten sich um die Ehre, der Geburtsort Homers zu fein; sieben Städte Posens sind sich heute noch nicht einig darüber, in roelcher von ihnen die Wiege Laskers gestanden bat; sieben deutsche Städte haben die Ehre, den englnchen Journalisten ihre Pforten zu offnen und ihnen ihre Herrlichkeiten zeigen zu dürfen. Ob es was nützt, muß der Zukunft überlassen bleiben. Jedenfalls hat der Besuch der deutschen Journalisten in England bisher den gün- sttasten Eindruck hervorgerufen. Spezialberichte der engl. Presse 6eben insbesondere die Liebenswürdigkeit des Kaisers und der Minister hervor. £er Korrespondent deS „Daily Chronicle" berichtet, Füllt Bülow habe ihm gesagt: „Wohin Sie in Teutsch- land gehen, überall werden Sie von hoch und niedrig herzlich i-willkommt werden." „Moming Staber'' bezeichnet die Herzlichkeit des Empfanges seitens der Regierung als das bemerkenL- werteste Charaktcristikum. Ter Kaiser habe mit seinem gewöhnlichen Geschick einen dramatischen Augenblick für die Begrüßung gewählt. Die Siede Mühlbergs lei ein politisches Dokmnent ersten Ranges. „Tribüne" bespricht den Blluch gleichfalls sympathisch und führt aus, die Reden bewiesen die friedliche Gesinnung dec deutschen Regierung. In dem allgemeinen Chor guter Kameradschaft fei keine falsche Note angeschlagen worden. — Am 1. Juni wurden einige der englischen Herren int königl. Schlosse zu Dresden vom König von Sachsen empfangen. Der König unterhielt sich sehr liebenswürdia mit jedem einzelnen der Herren, crfimbigte sich nach ihrer Tätigleit und nach bent Charakter ber von ihnen vertretenen Blätter. Zum Schlüsse gab er seine Be- tüiebigung über den Besuch der englischen Gäste in Dresden Ausdruck. In Pillnitz empfing sie dec sächsische Minister v. Metzsch. — Gleichzeitig bereist zurzeit eine englische Kommission zum Studium der städtischen Einrichtungen die rheinischen Städte. Sind) offiziöser Tarstellung ist auch diese hoch- befritbigt von dem Besuche in Deutschland. — Im Anschluß daran fei auch der ungarischen Landwirtschafts- ko m Mission gedacht, die zum Studium ber deutschen Land- willschast unterwegs ist. Lebhaftes Interesse erwecken wieder die Nachrichten, die aus Rußland eintreffen. Die Duma, die sich so lange gesträubt hatte, den politischen Mord zu verurteilen, nachdem das glücklich vcrettelte Attent at gegen den Zaren und die Kaiserliche Familie nicht mehr als Tatsache bestritten werden konnte, gab der Entrüstung Ausdruck, die durch die ganze Welt ging. An der Beratung einer entsprechenden Interpellation beteiligten sich außer den revolut. Parteien auch einige Popen, die der heilige Syttod infolge dieser antimonarchischen Demonstration auf* gefordert hatte, entweder ihre geistliche Würde oder ihr Mandat niedcrzulcgen. Rach der Erklärung Stolypins war dann ein Beileids- und Huldigungstelegramm an den Zaren beschlossen worden, gleich danach ging aber das wilde und aufgeregte Reden und Zanken über wirkliche oder vermeintliche A^achtüberschreitungen der Beamten an, welchen die Gesängnisausticht unterstellt ist; dabei ist zu bedenken, daß Gesängnisrcvolten augenblictlich in Rußland die Regel sind und daß die Beamten, meist alte Soldaten, oft um ihr Leben kämpfen, ivenn sie den revoltierenden Ge- fangenen mit der Masse in der Hand entgegentreten müssen. — Aus Moskau kam die sreilich mit großer Vorsicht auszunehmende Slachricht von einem Anschlag gegen den Großfürsten K o n st a n t i n. Dem Sewastopoler Schnellzug, mit Dein der Großfürst reiste, wurde von verbrecherischer Hand von Örel eine bereitstehende Lokomotive ohne Bemannung entgegen» geschiät. Tie führerlose, zudem recht langsam sahrende Lokomotive wurde von einem Bahnwärter abgefangen. — Ein weiteres wichtiges Ereignis war die Programmrcde Stolypins in der Agrarfrage. Er kritisierte erst das Programm der äußersten Linken, danach das der Kadetten. Die Anerkennung der Nationalisierung des Grund und Bodens, wie die Sozialdemokraten sie erstreben, gleichviel ob mit oder ohne Entschädigung der Eigentümer, würde zu einem sozialen Umsturz, zu einer Umwertung aller Werte, und zu einer solchen Wandlung aller sozialen, rechtlichen und bürgerlichen Beziehungen führen, wie die Well ähnliches nicht gesehen habe. Das wurde dann im einzelnen ausgefuhrt und durch Zahlennachweise belegt. Ans dem Wege der Expropllarion und Verteilung des Vrivatgrundbesitzes sei die Agrarfrage nicht zu lösen. Das Programm der Kadetten käme schließlich aus dasselbe hinaus, nur feien diese weniger klar und aufrichtig als i)ie_ Sozialdemokraten. Dagegen sei das Ziel der Regierung, ben bäuerlichen Grundbesitz zu heben und den Bauer wohli)abend zu machen. Ter sleißige Bauer müsse daher von den Fesseln befreit werden, die es ihm unmöglich machen, dahin zu gelangen. Vor allein also sollte der Besitz festgelegt und — erblich gemacht werden, und einem solchen bäuerlichen Grundbesitzer wurde die Regierung mit Rat, Kredit und Geld helfen. Wie das geickehen sollte, wurde dann weiter ausgesührt: Ein L'andfonds, l'.'ieliorationskcedite, eine durchdachte Uebccsicdelungs- pulitir, nt gewi' 17N-Ausnahrnesällen auch Erpropriierung wie sie auch nt anderen Staaten geschieht, aber nicht als Regel, und nur auf Grund klarer gesetzlicher Bestimmungen, sonst schaffe man nur noch die neue Klasse der ruinierten Gutsbesitzer usw. ^n (Summa: -Lic Agrarfrage lasse sich nicht mit einem öauberfajlage, sondern nur allmählich lösen. Im Abendlande Künstlerhaus. Gar bin er („Daily Sterns") dankte mit einem Hoch auf die Münchener Künstler. Am Nachmittag empfing der -P r i n z r e g e n t im Resi- benzschlosse die englischen Journalisten und ließ sich im Beisein des engl. Ministerresidenten Cartwright mehrere vorstellen. Später wurde noch dem Prinzregenten vor- pestellt Chefredakteur Dr. Diez-Stuttgart als Führer der württembergischen Begrüßungsdeputation. Danach fand im Prinzregenten-Theater eine Festvorstellung statt. Gegeben wurde Wagners Tannhäuser. Während der Pause wurden Erfrischungen gereicht, wobei Obersthofmarschall Graf Seinsheirn die Honneurs machte. Prcßstimmeu. „Tribüne" schreibt: Die großartige Begrüßung der engl. Journalisten erreichte den .Höhepunkt, als der Kaiser seine Gäste willkommen hieß. Seine Ansprache und persönliche Unterhaltung, die er mit einzelnen Herren pflog, sind charakteristisch für einen derglänzendsten Monarchen der neuetdr Zeit, typisch in ihrer tatsächlichen und augenscheinlich aufrichtigen Art für den Geist, in dem die Ausnahme stattfand. Es ist gut für England, eine Negierung und eine Partei am Ruder zu haben, gegen deren friedliche Absicht eine verhetzende Politik nicht aufkommen kann. Freilich gibt cs Liberale, die, obwohl weit davon entfernt, Argwohn oder feindselige Gesinnung zu hegen, Reden, wie die v. Mühlbergs mit etwas Kühle und Zurückhaltung ausgenommen haben, in Erinnerung an den Gedanken Bismarckscher Politik, aber ohne zu bedenken, daß gerade durch den fetzt herrschenden Kaiser der Sturz Bismarcks herbev- geführt worden ist. Andere denken mit Unmut an den deutschen Einfluß in Konstantinopel, und daß^eben erst Deutschland gegen eine internationale Lösung war. Das, was v. Mühlberg fordert, bildet ein Unterpfand für Deutschlands künftige Politik, welche die Engländer nur mit Genugtuung begrüßen können. Des Kaisers Willkommen war auf einen leichteren Ton gestimmt, aber hinter diesen geinütlichen Aeußerungen steckte augenscheinliche offene Freude, die viele offizielle Bankette und Veranstaltungen aufwiegt. Rur ein sehr beschränkter Leser wird tn diesen Vorgängen nicht das Aufschlagen eines neuen Blattes in unscrenBe zieh ungen zu Deutschland sehen. In dem Chor der Kameradschaft war keine einzige fauche Note. ..., Ter „Daily Chronicle" schreibt: JSte englischen Journalisten verleben eine königliche Zeit . . . Herr v. Mühlberg hat gegen die Annahme protestiert, daß die Vergrößerung der deutschen Marine gegen England gerichtet 'sei, es ist daher kein Grund vorhanden, weshalb die englischen Journalisten und Politiker von einer solchen Annahme ausgehen sollten. Wenn wir immer davon reden, daß Deutschland uns feindlich sei, so gibt ein solches Gerede Deutschland dasselbe Recht zu sagen, England ist Feind. Ter „Morn in g Leader" sagt: Eine solche Entfaltung von Gastfteundschast und freundlicher Gesinnung beweist, wie grundlos die argwöhnische Erregung war, womit gewisse Kreise von dem Besuch sprachen. . Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Der bisherige Verlaus ihrer Reise und die von den Vertretern der englischer Presse in Deutschland empfangenen Eüidrücke bestärken uns in der Hoffnung, daß der Aufenthalt so zahlreicher angesehener britischer Männer der Feder in Deutschland nach beiden Seiten dahin wirken wird, die Verständigung von Volk zu Volk zu fördern und in* Zukunft vorzubeugen, die während der letzten Jahre mehrfach diÄ Stimmung hüben wie drüben verbittcriid beeinflußt haben. Wir hoffen, daß die englischen Herren, nachdem sic gewissermaßen im Fluge Einblick in das" deutsche Leben gewonnen haben werden, mit dem Wunsche nach ihrer Heimat zurückkehren, je nach Zeit und Gelegenheit unser Land zu längerem Aufenthalt aufzusuchen und die deutschen Verhältnisse näher kennen zu lernen. Die Gauturrrsahrt des Gaues Hessen. Die Turner des Gaues Hessen, der sich über den größten Teil Oberhessens, über die Kreise Marburg, Wetzlar, Kirchhain, Frankenberg und den südlichen Kreis Biedenkopf erstreckt, waren gestern in R o d h e i tn a. Bieber zusammengeströmt, um hier nach „sauren Wochen" harter turnerischer Arbeit ihr Können zu zeigen und „ftohc Feste" mit den Turngenossen zu feiern. Aufs eifrigste hatte sich der Männerturnverein Rodheim bemüht, die Turner würdig zu empfangen, und die gesamte Einwohnerschaft ist mit ihnen in diesem Streben einig gewesen, prangte doch das ganze Torf im schönsten Feftschmucke und mehrere Ehrenpforten waren vor dem Torfeiugang und am Festplatz errichtet. Doch der Simmel war dem Feste nicht hold, denn es regnete mir kurzen Unterbrechungen in Strömen, wodurch das Fest sehr gestört, das Wetturncn verzögert und die turnerischen Leistungen ungünstig beeinflußt wurden. ■ ■ Ein Festkommers eröffnete am Samstag abend die Feier, bei dem der Vorsitzende des Männerturnvereins I. C. Teuckcr die Begrüßungsrede hielt; die Gesangvereine trugen mehrere Chöre vor. Am Sonntag vormittag trafen die Turner in dem Festorte ein und das „Bieberlieschen" hatte viel Arbeit, um all die Gäste zu Berg zu bringen, die die Mittagszüge füllten. Waren doch allein 564 Turner erschienen, die an dem stattlichen Festzug teilnahmen. Als dieser sich in Bewegung setzen wollte, brach wieder ein Regenwcttcr los und erst um 2 Uhr konnte der Umzug statt- sinden. Voraus gingen ca. 30 Festdamen in der schmucken Volkstracht des Biebertals, ihnen folgten der Gau- und Turnausschuß, der Festausschuß, Kampfrichter, Wetturner und ca. 25 Turn- und Ortsvereine. Lehrer Freitag hielt die Fest- und Begrüßungsrede namens des Männerlurnvereins. Er gedachte der Männer, die auf dem Gebiete der Turnsachc bahnbrechend gewirkt haben, Jahn, Friesen, Guthsmnths, Spieß u. a. und verglich mit der frühen Vergangenheit die Gegenwart. Unter lebhaftem Beifall schloß er mit einem Hoch auf die deutsche Turnerschaft. Der erste Gäuvertreter, Stadtv. Helm aus Gießen, wies auf das nationale Streben in der deutschen Turnerschaft hin und gedachte des Kaisers durch ein dreifaches „Gut Heil". Hierauf traten 132 Turner zum Stabturncn an. Geleitet von Gaururnwart Will aus Gießen wurde ein Aufmarsch vorgesührt und bereits hatten die gut eingeübten Stabübungen begonnen, als ein schwerer Gewitterregen niederging. Die Disziplin der Turner war bewunderungswürdig, sie hielten im Regen so lange auü, bis der Befehl zum Wiegtreten erfolgte. Auf dem allmählich nässer und nässer werdenden Festplatz begann nun das Welturnen, zu dem sich 191 Turner gemeldet halten. Es bestand in den volkstümlichen Hebungen Hangeln, Stabhochspringen, ^teinstoßen und Freiweitsprung. Tas Turnen mußte wiederholt wegen des Regens abgebrochen und eingestellt werden; „alles rennet, rettet, flüchtet" in Zelte und Häuser. Doch ein biederer Rodheimer, zu dem ein Fremder unwillig äußerte: „Aber ihr habt scheußlich 2£etrer", verlor den Humor nicht und sagte: „Es is besser, wäi goar kans, die Betzberger harre joa entöl 8 Toag goar ka Wearrer." Bereits um 7 Uhr drängte alles nach den Zügen, um heimwärts zu eilen, Kampfrichter und Berechnungsausschuß aber waren noch 'bis zum spölen Abend an der Arbeit, um das Ergebnis des Wetturnens festzuftcllen. Bemerkt sei noch, daß trotz des ungünstigen Wetters verhältnismäßig gute Leistungen erzielt wurden. Folgende Turner wurden durch Preise ausgezeichnet: 1. Preis mit 35 Punkten Hermann Stulz-Wetzlar, 2. Pr. m. 34 P. Gottl. Kujus-Marburg (T.-V.), 3. Pr. m. 31V. P. Jak. Otto- Wetzlar, 4. Pr. m. je 30 P. Ludw. Kaber-Gießen (At.-T.-P.) und Gg. Dickhaul - Alsfeld (T.-V,), 5. Pr. m. 29 P. Christ. Schmidt- Alsfeld (T.-V.), 6. Pr. m. 28 P. Hch. Schneider-Wetzlar, 7. Pr. in. 27 P. Hch. Hahn-Großen-Buseck, 8. Pr. m. 26*/, P. Hch. Rohrbach-Lollar, 9. Pr. mit je 26 P. Karl Bcnder-Wctzlar und Hch. Wagner-W' >>-?.r, 10. Preis mit 25'/, P. Karl Möller-Lauterbacy, 11. Pr. i. ■ -5 P. Hch. Hamel-Gießen (T.-V.), 12. Pr. m. 24'/, P. Herrn. '2h'.::! - Schotten, 13. Pr. mit je 24 P. Friedr. Schwarz- Lollar und W:!h. Volk-Großen-Linden, 14. Pr. mit 23'/, P. Emil Bürk-Gießc-.i und Lud. Lenz-Gießen (beide M.-T.-V.), 15. Pr. m. je 23 P. Jul. Trapp-Friedberg, Fritz Hille-Lich und Otto Hertel- Laubach, 16. Pr. m. je 22*/r P. Hch. Erhardt-Gießen (T.-V.), Joh. Gries-Dad-Rauheim und Lud. Zecher-Stainenberg, 17. Pr. m. ie 22 P. Konr. Krausgrill-Nieder-Weisel, Wilhelm Svamer-Lchotten und Lud. Grölz-Daubringen, 18. Pr. m. je 211/, V. David Otto- Wetzlar und Friedr. Schmidt-Marburg (T.-V.), 19. Pr. m. ie -1 P. Will). Leib-Krofdorf und Herm. Ludoli-Naunheim, 20. Pr. m. je 20'/, P. Wilh. Heß-Gießen (T.-V.), Hch. Scharmann-Wetzlar und Karl Bormann-Wetzlar, 21. Pr. m. je 20 P. Hch- Becker-Bad-Nan- beim, Hch. Engelmann-Wetzlar, Karl Glaser-Bad-Nauhetm und Ferd. Kiinster-Nieder-Mörlen, 22. Pr. m. je 19'/, P. Karl Mnller- Rieder-Wöllstadt, Karl Schrnidt-Grünberg und Karl Spanier- Schotten, 23. Pr. in. je 19 P. Engelb. Bürk-Gießen (M.-T.-Vsi, Adam Spamer-Schotten, Hch. Zecher-Staufenberg und Rchd. Gries- Bad-Nauheim, 24. Pr. m. je 18'/, P. Wilh. Schmidt II.-Rodhenn, Eduard Ebeling-Alsfeld und Gg. Reinhardt-Gießen (T.-V.), 2o. Pr. m. je 18 P. Wilh. Bender-Marburg (T -V.), Herrn. Levi-Neustadt und Beruh. Wack-Bad-Nauheiin. Aus Sta&t und (and. ** D i e Einweihung des S t a d t t h e a t e r s soll bekanntlich nm Dienstag den 2 3. Juli erfolgen. Das Programm dieser Feier ist jetzt folgendermaßen festgesetzt: 1. Prolog. 2. „Vorspiel auf dem Theater" von Goethe. 3. „Der zerbrochene Krug" von Kleist. 4. „Wallensteins Lager" von Schiller. Für das Lager ist eine besonders prächtige Ausstattung vorgesehen, die im Atelier des Professors Lütkemeyer in Coburg hcrgestetlt wird. Diese Vorstellung wird Mittwoch den 2 4. Juli unverändert wiederholt. Als dritte Eröffnungsvorstellung wird am Freitag den 2 6. Juli ein Gesamtgastspiel des Frankfurter Opernhauses stattfinden. Zur Aufführung gelangt, genau in der Frankfurter Besetzung und Ausstattung, „Figaros Hochzeit" von Mozart. Da in der Oper allein 11 Solisten mitwirken, auch Chor und Orchester von Frankfurt mitkommen, und weiter noch zahlreiche Dekorationen dazu von Professor Lütkemeyer gemalt werden, so ist diese Opernaufführung mit außergewöhnlichen Kosten verknüpft, zu deren Tragung sich der Theateroerein verpflichtet hat. ES ist das erste Mal, daß in Gießen eine Oper durch ein auswärtiges Ensemble aufgeführt wird. ** Der Athletenklub „Einigkeit" veranstaltete gestern nachmittag auf der Puloermühle an der Lahn ein Preisstemmen und Preisringen. Dabei errangen folgende Herren Preise: 1. K. Martin, 2. O. Fourier, 3. K. Luch, 4. K. Weber, 5. PH. Gregorius, 6. Chr. Lanio, 7. L. Fischer, 8. W. Lippart, 9. E. Wittmann. Die Preisverteilung wurde von dem ersten Vorsitzenden, A. Weber, vorgenommen. Nächstes Jahr kann der Verein sein lOjähriges Bestehen eiern. -i-. Aus der Wette rau, 2. Juni. Gestern vollzog ich die Inbetriebsetzung der Bahnstrecke Vilbel — Helden berg en —Wind ecken. Die Erbauung dieser Strecke hat einen seit Jahrzehnten gehegten Wunsch der Bevölkerung von Wetterau und Vogelsberg zur endlichen Er- üllung gebracht. Die Bahn ist das letzte Bindeglied des chon in den 70er Jahren zwischen Vogelsberg, Wetterau und Frankfurt entlang dem Niddertal geplanten Schienengeleises, ras jetzt von Lauterbach über Herbstein, Grebenhain, Gedern, Stockheim, Heldenbergen-Windecken, Büdesheim, Vilbel nach Frankfurt führt. Seit 35 Jahren beschäftigt man , sich mit dem Projekt Vilbel—Stockheim und vor fast zwei Jahren konnte der Teil Stockheim—Heldenbergen eröffnet werden, während der letzte Teil Vilbel—Heldenbergen unter mancherlei Schwierigkeiten zu leiden hatte, sodaß fast 3l/2 Jahre an der nur 16,5 Kilometer langen Strecke gearbeitet werden mußte. Die Geländeschwierigkeiten waren durch die Höhenzüge des Vogelsbergs und die Windungen der Nidder nicht gering, mußten doch bei Windecken vier größere Brücken erbaut und bei Büdesheim ein Tunnel gegraben werden. Stationen erhalten Heldenbergen, Windecken, Büdesheim, Kiljanstädten, Dorfelden, Gronau und Vilbel. Bemerkenswert ist, daß bei dem Bahnbau drei Baufirmen in Konkurs gerieten. Viel bemängelt wird von der Bevölkerung der Fahrplan, der nur je vier Züge vorsieht und schlechten Anschluß an die Strecke Hanau—Friedberg—Heldenbergen—Gedern und Main—Weserbahn vorsieht. Die Gemeinden wollen Beschwerde führen, um einen besseren Fahrplan und je fünf Züge täglich zu erwirken. Die Bahn ist für die zahlreiche Arbeiterbcvölkerung und für die Landwirtschaft von gleich hoher Bedeutung. Darmstadt, 1. Juni. Staatsminister Ewald hat sich, wie die „Darmst. Ztg." meldet, zur Teilnahme an den im Neichsjustizamte stattfindenden Beratungen über die Strafprozeßreform nach Berlin begeben. — Das Großherzogl. Polizeiamt veröffentlicht eine Bekanntmachung, welche allgemeinen Beifall finden dürfte. Diese richtet sich gegen die anonymen Anzeigen bei der Behörde und macht in dankenswerter Weise zugleich auf die Straffälligkeit falscher anonymer Anzeigen aufmerksam. Das Polizeiamt gibt weiter bekannt, daß es künftighin anonyme Anzeigen unbeachtet lassen werde. (fb.) Darmstadt, 2. Juni. S. K. H. bei Großher - zog machte gestern einen Besuch in ber Maschinenfabrik von Opel in Rüsselsheim. I. K. H. die Groß Herzogin fuhr mit bem Erbprinzen Georg unb ber Prinzessin Franz Joseph von Battenberg nach Seeheim, wo bie Herrschaften beit Tee entnahmen unb bann im Auto zurückkehrten. — Tie 1. Kammer toirb am nächsten Freitag zur Crlebigung einer Reihe durch bie Ausschüsse beratener Gegen- stänbe sich versammeln. Auch wirb ber Sonberausschuß für bie Beratung des Wahlgesetzes gewählt werben. — Der zweite (Gesetz gebungs-)Ausschuß setzte am Samstag feine Beratung über bas Bachgesetz fort unb man hört, daß eine Reihe neuer Anregungen (jettenb gemacht würben, bie voraussichtlich eine ganze Umwälzung ber Vorlage zur Folge haben werben. Ter Ausschuß beschloß bie Regierung zu ersuchen, baß sie in einer Reihe anberer Staaten Erhebungen machen unb diese bem Ausschuß mitteilen möge. Der Ausschuß vertagte sich bann bis Freitag. — Der Verein Hessisches Lehr er innen heim hielt am Samstag unter bem Vorsitz ber Frau Lili Wolfskehl seine Generalversammlung ab. Aus bem Kassenbericht ist zu ersehen, daß bie Einnahmen im vergangenen Jahre 7589 Mark unb bie Ausgaben 7568 Mark betragen. Die Einnahmen des Lehrerinnenheims betragen 1-1110 Mark unb bie Ausgaben 13 046 Mark. In den Vorstand wurde an Stelle des auf eine Wiederwahl verzichtenden Professors Volkmann-Osfenbach Frau Rotschild-Offenbach gewählt. — Wegen bestialisch roher Behandlung seiner Frau, mit der er erst feit 190) verheiratet ist, wurde gestern der 25 Jahre alte Maurer Konrad N o d n a g e l in Griesheim durch die .Gendarmerie, verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Aus unbegrßn- )eter Eifersucht hat er das schon zweimal in einer Lungen. Heilanstalt gewesene unscheinbare Frauchen häufig so geschlagen, daß es bewußtlos zu Boden stürzte oder zwischen )ie Betten sank. Mit seinen herkulischen Fäusten hat er las Nasenbein entzwei- sowie einen Backenzahn abgeschlagen. Als sein Hausherr einnral ber armen Frau helfen wollte, verletzte er , biefen mit einem Knüppel schwer am Auge. Dann schlug er, als seine Frau entwischte, mit einem schweren Prügel sämtliche Fenster an der Straßenfront unb im Hofe ein, sobaß ein Menschenauflauf von mehreren hunbert Personen entstaub. Er ging bann durch und wurde jetzt erst verhaftet. Frankfurt a. M., 1. Juni. Der Vorsitzende deL Neeb'schen Männerchors, Architekt Heinrich Bechtold, wirkt in diesen Tagen seit 25 Jahren als Vorsitzender dieses Vereins. Seit 32 Jahren ist er Mitglied, feit 29 Jahren sitzt er im Vorstand. Bechtold ist ein geborener Hesse. — Die Aussperrung in den Adler-Fahrradwerken ist gestern erfolgt. Die Zahl der Ausgesperrten beträgt 5000 bis 6000 Personen. In der Kleyer'schen Fabrik arbeiten vorläufig noch 1000 Mann. Doch steht noch nicht fest, ob ich der Betrieb aufrecht erhalten läßt. Die Offenbacher Ver- )andlungen stehen noch auf dem toten Punkt. Nirrveriitäts-Nachriehteir. — Wie uns aus Marburg berichtet wird, ist der Privatdozent flir deutsches und bürgerliches Recht, sowie Zivilprozeßrecht an der dortigen Universität, Proiessor Dr. jur. Paul Meyer zum außerordentlichen Professor daselbst in Aussicht genommen. — Tcr bekannte Leipziger Philosoph Geh. Rat Prof. Dr. Wilh. W u n d t (geb. zu Neckarau 1832), Leipziger Ehrenbürger, ist anläßlich der Mannheimer Jubcltage zum Ehrenbürger der Stadt Mannheim ernannt worden. — Der Wingolf feierte, so wird uns geschrieben, vom 21. bis 23. Mai fein 28. Wartburgfest in Eisenach. Von den Universitäten Berlin, Bonn, Breslau, Erlangen, Gießen, Göttingen, Greifswald, Halle, Heidelberg, Kiel, Königsberg, Leipzig, Marburg, München, Münster, Rostock, Straßburg, Tübingen, sowie von den technischen Hochschulen Charlotten- burg, Darmstadt, Karlsruhe, München, Stuttgart waren gegen 300 Studenten, außerdem zahlreiche Vertreter der Philisterverbände erschienen. Den Höhepunkt des Festes bildete ber Festzug, der sich unter klingendem Spiel und wehenden Fahnen vom Kärlsplatz nach der Wartburg bewegte, in deren Hof der Vertreter der Argentina Straßburg, stud. Hirtzel, nach dem gemeinsamen Gesang des Lutherliedes „Ein feste Burg" eine Rede auf den Wingolf hielt. Die festlichen Tage erzielten je länger je mehr eine große Einmütigkeit junger und alter Wingolsiten bei aller Verschiedenheit des individuellen Charakters der einzelnen Verbindungen. und Wifjenicbaft — Infolge von Differenzen in der Frankfurter Künstlerschaft, die durch Streitigkeiten der älteren Richtung mit dem jungen Nachwuchs hervorgerufen wurden, ist eine Spaltung eingetreten. Es steht die Gründung einer neuen Frankfurter Rünstler° Colonie bevor, die bereits am Jahresende mit einer Ausstellung vor die Oeffentlichkeit treten will, in der Architektur, Malerei, Plastik und die Innendekoration vertreten sein sollen. Arbeiterbewegung. Offenbach a. M., 1. Juni. Der Metallarbeiter-Ver bandskasse wurde zur Durchführung der Streikbewegung von unbekannter Seite eine Million Ma r k gespendet. — Die organisierten Putzer imd P u tz e r t r a g e r Groß- berlins beschlossen gestern in Versammlungen, die Arbeit ein- zustellen. Der Kampf im Berliner Baugewerbe erfährt dadurch eine neue Verschärümg. Geriehtskant. Hirschhorn am Neckar, 1. Juni. Ein weite Kreise inter- essierentcr Prozeß hat letzte Woche sein Ende gefunden. Der Lehrer B r e i tb a ii p t in Heddesbach stand vor der Strafkammer. Es war ihm zur Last gelegt, daß er während des Unterrichts den Schüler n Beisel und Weber mit einem '/, Pfund schweren Hammer vorsätzlich auf den Kopf geschlagen habe. Der Angeklagte bestritt, den Hammer zu dem Zwek verwendet oder überhaupt sein Züchtigungsrecht überschritten zu haben. Als Zeugen war eine große Anzahl von Personen, meist Schüler und Schülerinnen vor- geladen, darunter auch Weber, während Beisel an Lungen- und Gehirnentzündung gestorben ist. Von den Kindern erklärten die einen auf das Bestimmteste, daß der Angeklagte in der ihm zur Last gelegten Weise mit bem Hammer verfahren sei, andere wollten jedoch hiervon nichts gesehen haben. Der Ortspfarrer schilderte den Angeklagten als einen eifrigen Lehrer, der allerdings dem T r u n k'e ergeben sei, er glaube jedoch nicht, daß dies sein dienstliches Verhalten beeinflusse. Die Strafkammer kam aus Grund dec Beweisaufnahme zu der Ueberzeugung, daß der Angeklagte fein Züchtigungsrecht erheblich überschritten habe. Mit Rücksicht auf seine Erregtheit wurden ihm mildernde Umstände zugebilligt und er zu einer Gefängnisstrafe von zwei Monaten verurteilt. (Mainzer Anz.) Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen. Frankfurter Börse. 3. Juni. 1.15 Uhr. 3%°/0 Reichsanleihe . , 93.95 3% do. . . 83.80 3^7O Konsols .... 93.95 ‘6% do. .... 83.70 3x°/o Hessen . . . 93.10 3%°/0 Oberhessen . . . 94.— 4% Oesterr. Goldrente. . 99.05 4'/b % Oesterr. Silbenente 99 20 4% Ungar. Goldrente . . 93.60 4% Italien. Rente . . . 103.20 356 Portugiesen Serie I . 67.60 3-6 Portugiesen „ III 68.10 4’4°/o russ.Staatsanl. 1905 90.75 4>a“ o Japan. Staatsanleihe 93.00 4?6 Conv. Türken von 1903 93.60 Türkenlose.....—.— 4-6 Griech. Monopol-Anl. —♦— 4-6 äussere Argentinier — 3°/0 Mexikaner . . 64.50 4>i°/0 Chinesen .... 96.60 Aktien: Bochum Guss..... 228.— Buderus E. W ... 117.— Elektriz. Lahmeyer . . . 122.25, Elektriz. Schuckert . . . 109.25 Eschweiler Bergwerk . . 224.50 Gelsenkirchen Bergwerk . 195.50 Hamburg-Amerik. Paket!. 131.40 Harpener Bergwerk. . . 206.75 Lanrahütte...... 225.70 Nordd. Lloyd . . 118.60 Oberschles. Eisen-Industrie 107.40 Berliner Handelsges . . 151.25 Darmstädter Bank 129.80 Deutsche Bank . . . 223.50 Deutsch-Asiat Bank . , 155.00 Diskonto-Kommandit. . . 168.90 Dresdner Bank . . . 141.40 Kreditaktien..... 266.90 Baltimore- nnd Ohio- Eisenlahn . . . 92.75 Gotthardbahn . . . . —.— Lombard. Eisenbahn . . 2510 Oesterr. Staatsbahn . . . 144.50 Prince-Henri-Eiseubahu . 134.20 Tendenz; behauptet. ISerliuer .Börse, 3. Juni. Anfangskurse. Canada E. B......165.10 Darmstädter Bank . . . 129.50 Deutsche Bank .... —.— Dortmunder-Union C. . . 75.50 Dresdner Bank . . . 141.— Tendenz: unentschieden. Harpener Bergwerk. Laurahtitte . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . . Türkenlose . . . 206.20 . . 225.90 . . 25.10 . . 118.70 . . 139.60 Säuglinge sollen nur schreien, wenn fte hungrig oder naß sind. Anhaltendes Schreien findet üch meistens bei Stuhlveritom- urtß, welche durch die Ernährung nut „Kufeke"-Kindermehl mit oder ohne Milch verhindert wird. „Kufcte"-Klndermehl macht die Milch leichter verdaulich, erhöbt durch seinen Gehalt an Mineral- und Eiweisstoffen auch ihren Nährwert. Grosse Gelegenheitsposten Valenciennes-Spitzen z Serie V Serie IV Serie III Serie II Serie I 1.35, 1.85, 2.50, 3.50 bis 15.- Valenciennes-Spachtel- und Tüll-Stoße ü Meter Mk. L—, A. Holterhoff Söhne hv3lt 03947 Albert Rappmann. ö G28 86 159037 130 910 402 610 403 6ÖU 852 16333 493 7dl 840 [500J 489 542 810 041 15004 819 960 1500] 168004 483 734 82 937 97 1 69020 151 208 172095 237 441 9-1 705 21 624 72 174227 825 165 [500] 429 33 535 061 933 413 733 833 61020 [3000] 96 730 63001 20 JGü 203 66 211 726 631 021 492 833 930 94 83? k-35 142 80f, 3 3i>5 SSI 86 279 07 in 417 [5001 522 674 901 37 110 335 634 772 409 ISO 730 837 631 317 642 618 58 67 75 895 8.00 P14 160 302 598 192 812 582 034 670 169 16 2225 65 318 838 958 [1000| 320 540 1 6 6211 113 967 514 549 875 610 760 849 184231 65 186164 577 roc 919 26 [3001 288 14 315 [500] 654 832 936 502 286)12 61 912 446 249152 267 92 901 251132 42 286 320 493 538 594 20 518 752 845 926 442 226 915 974 857 469 334 873 780 [1000] coo 77 1 73016 669 724 60 642 SH 481 60 342 472 499 La Bella Rita und Karras H. Ferry 711 [1000] 46 847 [ 5001 53 63 9L3 61 45 92 ?01 410 521 603 23 73 806 954 704 503 909 68 73 810 62041 73 92 142 60 [XliOO] 68 400 617 89 719 65110 6 3 [1000] 66813 136 50 [300] 57 436 533 Les Daymlcrs Donatos. in. j,15 Uhr* 847 906 1 76194 523 91 644 07 822 25 40 52 77 512 43 64 676 700 24!) [500] 64 824 76 401 614 714 342 895 [600] 205 235 714 46 sieter 50 pfg. t-in [3000] 12 115049 67 73 130 281 158172 73 76 485 015 87 863 341 475 539 812 45 57 100913 161178 595 76" 817 58 341 21O0fS?209C[1000] 39 292 857 447 76 C50 810 26 011 04 21126- -Hl 71 507 693 80G 212105 S1 25!I M 83 09 [ 30001 313 401 2 23 605 «17 02 [ 1000] 98 011 213020 [.00] 037 [301'01 «17 OSs 214l°6 [1000 ] 539 «80 1.6001 70 St 919 00 215076 24ß [500 ] 3Ü 417 525 78 [500] 615 27 74 6 = 1 (500] 928 2 1 6111 317 435 l-rOO] 569 749 83 94= 217109 81 247 470 722 [10001 902 2180jR [5M] 75* 352 425 77 (500) 645 806 922 76 2 1 9216 86 480 SSO 60094 127 60 266 71 327 S4 6117.' 213 848 [5001 424 531 GOO 376 52S [500] 42 6 3095 145 227 72 648 62 91!) 61 64373 544 [500] s. 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Kaiser Kreton und 3IIbb JEarta Die 4 Es ladet ergebenst ein •RpFtod, Stratzburg' Mn etatati» Tydn waren qeaen 410 873 502 462 509 84 1 44362 1 45 350 814 73 1 4 6083 121 827 457 [1000] 88 G12 832 1 47601 150001 748 307 913 148003 78 211 Gl 84 555 78 90 734 68 850 1 49176 240 653 54 742 813 150017 [500 ] 31 01 220 [500] 445 533 [3090] 708 53 85 884 033 1 51116 03 633 1 52187 526 68 70 040 Der Vorstand des Vereins der Hnndcfreunde E. V. Mst. linder Kiinsllerjchasl. iq mit dein jungen Spaltung eingtireteii ; littet Künstler. mit einer Ausstellung Architektur, Malerei, sollen. 51 113 02 £07 506 65 SIS 912 136068 [1000] 133 [ 3000] 303 111 06 510 841 137195 [590] 261 5G0 [500] 663 981 13 8 023 ISO 3S3 [1000 ] 531 600 [lOOO] 53 837 139 11 85 133 297 492 543 46 719 817 912 71 14O0S3 4S3 535 623 55 [lOO] £6 714 8G1 14 1 040 48 [3001] lil 533 52 G71 SG 02 778 1 42311 503 83 [19001 143022 639 86 [500] 144073 [ICO!.] 423 C2I 52 733 145228 576 64 562 G13 [.'00| 146028 126 240 [5001 361 611 717 614 [1000] 99? 147029 [300] 155 253 [ 500] 605 Meter 5 Pfg. 90210 350 487 [30 000] 572 703 8G3 90’. 91595 (1000] 917 50 90 9 2 079 80 175 415 635 032 [1000] 93079 135 820 51 973 94136 [500] 33S [500] 51 1 53 72 93 in beten Los der virhel, nach dem 1 fgte Burg" eine ".Tage erzielten je junger und alter individuellen Cha- 934 77 7131 837 [500] 407 15 53 63 505 51 674 726 8458 597 703 802 914 [3000] 9077 82 287 &>3 805 [500] 10032 151 .500] 282 [500] 419 [500] 49 [30ü0] 526 903 11135 72 2C0 [500] 515 702 14 806 97 1220.’ 335 700 [600] 92 874 [1000] 974 1 3015 78 850 71 14020 36 84 211 04 391 471 13000] 175155 285 580 908 CS 177.33« 421 116155 272 S2I 516 697 917 1 17033 456 59 64 31 565 702 '3000] 118142 293 99 [1000] 325 60 73 119139 232 b«2 613 748 847 129103 37 275 629 [1000] 778 121049 [500] 54 4-2 56 632 995 122022 146 482 746 823 67 123015 1'27 82 M3 93! 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Jiuii 1907, 2)ht ber Bitte um Nennungen teilen wir mit, datz der Melde- schlutz auf 5. Juni verlegt morden ist. ... o .. , Auch hat Die hiesige König!. Poltzeidirernon unS die Genehmigung erteilt, das; Hunde aus Lperrgcbicten cinpcfulirt und ausacstcllt werden diirscn, sobald die Beuver eure kreionerar-ttiche Bescheinigung über den Gcsundbeitözustand ihrer Hunde betbrmgen. Geschäftsstelle: 31. Lipprandt, Cassel, liahnhofsir. 15, Fernsprecher 889. Bieter 20 Pfc. Serie VIII Meter 15 PIg. Serie VII 250077 262 6.37 97 [15 0061 721 2r-5 56 314 713 25200'. (5^)1 35 171 !■> 755 58 72 819 033 253037 2G3 826 77.1 Ff 916 ZA 2540-1- -.11 431 -1 7 . 255'/.'. 620 77 24673! 803 23 8 4 2 571-0 073 4C.1 '13 752 «) 812 929 54 r,') 258049 [500] 64102 42 97 273 3j3 511 [1000] 17 0221 329 619 730 1 7 1 313 633 1.100] 8-3 94 1 132 •> 329 512 1500] 13 41: 78 324 .... 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Ziehung 5. KL 216. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vorn 1. Juni 1907, nachmittags. Nur die Gewinne Uber 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. [Ohne Gewähr.) (Nachdruck \erböte».) 16 122 505 [1000] 31 69 654 700 933 1025 72 467 79 562 0-5 905 [1000] 30 [1000] 2026 156 203 [500] 314 [500] 422 01 561 85 645 828 88 3146 53 316 438 569 921 33 4260 93 [500] 423 91 075 755 83 [lOOO] 832 93 [8000] 5115 424 55 837 983 6074 84 166 [500] 434 75 615 65 840 [5O0] 100 6 34 51S 53 71 [500] SJO 113049 117 20 23 65 253 361 §39 [500] 90-1 51 C6 114210 304 [500] 411 563 633 --- 512 26 790 [5901 43 127039 5T 495 971 1281-7 2-2 3-0 501 [500] 737 [1000 ] 953 120027 735 49 [1000] 931 43 130013 126 227 Di 30.i 19 71 441 813 36 131011 91 [1000] 69 S47 0 9117 865 1-500] 8t 465 733 100'12 273 310 88 531 [50u] 707 62 85) 9-0 [500] 101171 468 631 714 346 919 10 2022 255 335 511 So 946 47 66 103016 41 184 562 651 751 956 9. 104217 3.3 753 893 i 1] 10 5 317 802 929 1 0 6011 155 6?7 742 801 6 1 69 952 1 07135 55 433 650 701 945 43 6.' 87 1OB001 5 71 225 45 363 757 [500] 903 26 49 [3000] 1O01S3 [1000] 275 - 17 87 929 110;:; 41 274 358 407 32 32 98 081 7.8 69 76 961 67 111110 25G 425 685 724 6.4 75 852 61 923 1 12-48 493 787 803 977 50094 262 319 72 425 707 22 75 872 51193 [ 500] 233 337 680 811 922 [3000] 52075 233 [3000] 390 439 [500] 552 633 95 889 943 5 3019 70 [ 500] 101 [lOuU] 211 093 823 5 4 085 450 80 504 85 659 894 [500] 5 500'3 110 [3000] 817 636 901 56107 77 [500] 87 416 85 501 7GS [500j 81 b-iS 263 88 LOS 835 951 85 50204 260329 721 C3 79 OGG 77 261015 23 9" 27? 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[500] 78 437 55G 713 [500] 174"78 220 804 15 418 8G3 81 175103 244 340 498 ( 3000) 801 176 GL 260 750 82 933 177006 203 [lOOO] 346 570 665 792 13 905 178174 220 560 CGI 841 70 965 [600] 170158 161266 8G9 644 704 58 03 162100 219 395 400 588 62 89 [ 300 ] 657 717 1 63 054 103 4 7 867 078 96 164091 285 313 69 421 929 165213 [1000] 61 403 56 777 1'3 166244 75 430 [500] 51 [500] 694 671 784 879 167461 23 40 859 bericht der Bank st- 22. Ziehung 5. KL 216. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 1. Juni 1907, vormittags. Nur die Gewinne Uber 240 Mark sind den betreffenden Hummern In Klammern bcigefUgt. (Ohne Gewähr.) (Nachdruck verboten.) 46 86 206 [1000] 349 652 831 [5000] 93t 91 1371 449 617 40 C09 83 2191 266 78 SO [500] 89 476 543 3010 136 339 -1.1.' 010 803 4 3 923 99 4010 [500] 225 461 031 702 853 06 I5UUI 5079 97 101 [1000] 23 [lOOO] 71 683 821 993 6001 323 404 09 93 523 85 789 853 903 7l20 70 81 [1000 ] 97 709 810 948 8207 332 702 826 43 909 0008 27 255 72 369 93 42.3 [500] 89 648 708 lOOUG 47 03 [1000] 811 427 846 916 11051 400 [500] G7 573 820 1204S 213 78 [ 500] 467 072 830 99 997 13021 133 217 56 382 456 857 977 14'209 404 531 [1000] 619 765 60 '.'7 810 15023 157 231 [1000] 337 84 490 513 090 813 16065 132 [500] 245 318 Gl 074 702 00 818 81 031 [500] 17130 212 32 695 723 851 [1000] 931 59 87 18026 118 571 693 1007.3 102 459 543 6ü9 700 8 8 2 20213 469 684 724 53 81 933 21211 [500] 492 531 38 713 !'U2 37 2 2 434 605 72 97 712 883 23420 570 745 928 87 24091 Ito [500] 434 864 993 25187 237 323 53 90 571 632 eil UL 000] 933 [1000] G3 20270 [3000] 413 533 [3u0o] Gui 62 783 818 913 64 73 27210 33 [3000] <10 632 945 28452 -1 83 820 900 2 0105 808 307 36 931 30213 639 76 939 31145 71 200 CO 74 [500] 737 97 927 32066 193 195 607 70'7 21 53 887 900 G 16 31 52 91 33110 200 551 55 60 607 53 87 832 34186 480 501 8117 974 35133 413 86 585 9U9 [1000] 28 36l>69 133 282 3:1 75 78 502 [3000] 796 37110 45 [S0u] 263 465 83 523 733 800 24 38693 810 30599 65 616 18 711 800 21 923 4 0037 317 535 702 55 877 41240 412 79 703 35 910 42103 [500] 240 320 27 33 90 530 33 90 6.4 904 43217 61 405 25 723 44039 101 27 62 97 219 131100] 71 317 560 104 61 45599 [ 500] 1.05 833 989 4 6016 838 711 984 4 7398 5ÖL 94 [10 000 ] 731 [lOOO] 97 900 48 '21 62 [1UOO| 213 412 503 22 30 643 79 090 40016 113 90 270 535 [3000] 829 75 - Ä». 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Juni Erstes Abonnements-Konzert 709 9S100556 723 95 927 1O1W0 433 CM 85 159 102123 694 777 903 103215 23 400 76 liu) 1U1 00 [1000] 340 549 [10Cu] 732 E73 83 1ÜC.C22 C-G [^uOj 106017 282 91 784 00 849 lOTui'J Ito 46 51 913 108074 145 203 477 [5U'I 610 [liTJUj tt 38 [500] 761 813 47 50 917 47 70 1G91LÜ 2-9 76 Slora m 1.0=1 07 =3 .92 755 872 909 82359 875 83109 232 412 87 524 [30U0] 70 [509] 673 835 84 [500] 94 84063 103 31 [500 ] 291 ^,‘1 649 7OS 85'217 [1000] 62 431 716 819 86ü24 2'0 353 ui 4.1 33 669 8 7034 195 820 467 607 902 8 8-56 i IC. 0] 213 [3000] 311 27 443 779 89130 271 [30C01 »5 466 663 672 763 91 90191 519 32 45 789 873 9 1 078 1^00] v.-l 037 i-OO] 700 0 2 022 135 93 863 510 64 614 9.9 [300d] 0J573 137 66 [1000] 451 606 705 804 94187 217 81 423 74 5<1 74 751 877 979 0 5029 243 1500] 243 [ 500 ] 63 613 i-i vj 820 45 80 [1000] 84 [3000] 0 6089 105 51 69 I3CUL'] 409 513 97005 143 344 72 660 08441 931 [500] 39 80053 1UL -j 57 61 283 526 C27 72 96 092 - 2300*8 163 93! 395 453 5-5 R.52 231 OCR 14» f3000] 289 434 87 7 95 232131 221 375 87 48- 614 7.39 233013 131 239 ['.on] 50 [ 3000] 99 [1000] 525 65 648 75 716 23414 rA |10U01 207 19 (iconl 852 *r»o 987 23dI'2 240 '.3 357 465 [5001 6°1 8-38 9 t 023 238^6- 7->- S<>7 13 CG 237071 202 (500] 458 «1 5t» rot PH .37 92- 71 238000 211 421 (SCO) 507 651 71 780 [500] 039 40 206.2° ' 22 ' 25J0 ' 118.$ ' 139.^ 312 509 613 844 907 26 65 ----- - 605 0 [1000] 16 74 793 8'9 71 65013 [ 500] 1'5 ^3 291 507 73 612 27 67 809 50 6 6311 36 406 8i»L 953 67116 625 94 717 810 [ 500] 909 68130 390 537 [500] 753 849 921 60017 80 [10001 85 109 [1000] 253 82 78) 65 73 70036 166 363 472 613 14 41 714 22 23 <2 [ 9000] 71133 243 303 53 451 531 37 38 93 760 72 72055 677 967 73397 461 84 [3000] 617 83 842 [1000] 74oi7 [8000] lei 83 227 396 594 660 836 [500] 7 5044 61 189 337 411 19 60 534 58 703 54 7 6 215 31 539 621 731 -.'9 7 7ü52 94 413 675 826 93 78012 273 327 454 93 613 841 923 41 70119 ausgeführt von der Kapelle des Inf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Gr. Hess.) Nr. 116 unter Mitwirkung des Cornet- und Piston-Virtuosen Herrn L. Kümmel vom Grossh. Hoftheater in Darmstadt. Direktion Grossh. Musikdirektor C. Krausse. Anfang präzis 8 Uhr. 3707 Einzelkarten im Vorverkauf in der Challierschen Musikalienhandlung' V,'. Rudolph Nchf. ' "» Pfg., Abends an der Kasse 1.—Mk. Die Abonnements-Liste zirkuliert und liegt an der Kasse offen. | Mitglied der Handels-Centrale deutscher Kaufhäuser Berlin und Chemnitz " . - - - ■, ■■ - - - ? - „ . . .. .. 2601 2 87 r.-.COl 2452 .11 773 _ 270 ; - Hl 5 53 275 (8'jncJ 06 578 75 602 853 271090 [5CO] r . . 71 272013 ei 111 71 201 332 7j [500] ... 993 273235 1.00] :S6 274012 121 208 81 99 38, 493 887 2 7 5' 9 114 73 5C4 605 57 731 27 6124 15901 95 [509] 376 462 ['. 00] 79 277031 11000] 840 lltT)"] 83!) 41 937 [32OC] 7C 278379 82 700 831 83 905 8, 270'07 111 267 371 412 15 (30001 524 010 HW'I 280124 361 171 573 80 281174 224 69 282116 130001 339 4 3 453 571 616 34 283071 201 77° 2842*6 37« 41 > 59 510 l500] 50 79 i route inltt- Mmdm. Der Lehm Lttalkammer. Es war richts den Schi'lern ten Hammer vor- jabe? 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Mai 1903 betr. die elektrische Anlage der hiesigen Hauptsynagoge waren verlangt: a) für die Schalt- u. Leitungsanlage von 95 Glühlampen Mk. 509.57 b) für einen elektrischen Orgelantrieb nebst Zuleitung Mk. 578.80 c) für die Beleuchtungskörper und Aeuderung der vorhandenen Lüstres Mk. 1220.— in Summa Mk. 2308.37 Eine Vergebung des Objektes erfolgte erst, nachdem aus meinen Antrag eine öffentliche Ausschreibung stattgefunden hatte, im August 1905. Um diese Zeit wurde der Firma Schuckert die Installation der Schalt- und Leitungsanlagc für 145 Glühlampen zum Preise von Mk. 1069.37 übertragen und zwar auf Grund der von dieser Finna auch nach der öffentlichen Ausschreibung aufrechterhaltenen oben erwähnten Offerte vom Mai 1903. Hierbei ist zu beachten, daß von der Einführung des elektrischen Orgelantriebes überhaupt Abstand genommen und die Lieferung der Beleuchtungskörper sowie die Aenderung der vorhandenen Lüstres zum Betrage von Mk. 1653 einer Spezialfirma übertragen wurde. Vergleicht man also nach Ausscheidung der Positionen für den Orgelantrieb und die Beleuchtungskörper die von Schuckert verlangten Beträge für Installation von 95 Glühlampen von Mk. 509.57 im Jahre 1903 bezw. 145 „ „ 1069.37 „ „ 1905 so kann von einer durch die öffentliche Ausschreibung erzielten Ersparnis keine Rede fein. Es bleibt also das Geheimnis des Herrn Pfeffer, in welcher Weise bei einem so kleinen Objekt „die Gemeinde tatsächlich um Mk. 1500.— geschädigt worden wäre, falls man das Schuckert'sche Angebot vom Mai 1903 von vorne herein aceeptiert hätte". 2. Ich habe mich mit Rücksicht auf die Stellung meines Sohnes bei der Firma Schuckert bei der Beschlußfassung über die ftagliche Angelegenheit der Abstimmung enthalten. 3. Wenn ich seiner Zeit gegen Herrn Pfeffer keine Klage erhoben habe, so geschah dies, weil der Gesamtvorstand in einer Sitzung, an der auch der verstorbene Herr Rothschild teilnahm, mein Verhalten als durchaus korrekt anerkannt hat. Sollte nach dieser Aufklärung, von deren Richtigkeit sich jedermann durch Einblick in die Akten und Protokollbücher überzeugen fcrnn, Herr Pfeffer immer noch der Ansicht sein, ich sei meiner Sache nicht sicher, so soll er den gegen mich erhobenen Vorwurf nicht umwunden und versteckt, sondern frank und frei aussprechen. Dann wird ihm, da er sich dann nicht mehr auf den Schutz der Wahrung berechtigter Interessen berufen kann, die gebührende gerichtliche Zurechtweisung zu teil werden. Auf die übrigen, wenig geschmackvollen Aeußerungen des Herrn Pfeffer einzugehen, habe ich keine Veranlassung. 3704 Gießen (Nordanlage 13), den 2. Zuni 1907. Blathao Stamm. t MU- IX Mter WM» m U di« I. Zeichnungen auf obige Anleihe zum Kurse von 99°/o nehme bis zum 5. Juni entgegen. Die Stücke lauten auf Mk. 2000, 1000, 500 und Mk. 200. Die Coupons sind am 1. Januar und 1. Juli fällig. Bis zum Jahre 1912 ist jede Verlosung oder Gesamt- Kündigung ausgeschlossen. 3705 Joseph Herz Bankgeschäft, Sommer-Unterkleider mit Brut vernichtet radikal Rade- machen; Cfolßgretet. • Patentamt!, gcsch. No. 76193. Geruch- u. farblos. Reinigt d. Kopfhaut von Schuppen, befördert den Haarwuchs, verhütet Zuzug von Parasiten. Wichtig für Schulkinder. Flasche 00 Pfe. I bei C. Seibel, Drog., Frankf. Str. | ’W-- Klavier- Stimmen Reparieren Polieren in tadelloser Ausführung durch [D7i Wilh. Rudolph Großh. Hess. Hoflieferant Pianohandlg. u. Reparatur- werkstatte, Seltersweg 91. Maceohemden mit farbigen Einsätzen Poröse Hemden, Kosen und Jacken Strümpfe und Socken Korsetten, Handschuhe, Gürtel Kragen, Manschetten, Shlipse etc. empfiehlt zu billigsten Preisen ulius Isehnls® Kreuzplatz. c”/, 1000. Pianinos 380. Pianola Söltersweg auch Harmoniums. — Monatliche Mietpreise 2-12 Mark Jede Reparatur an Pianos und Harmoniums wird in eigener. 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[1416 BV« Meldungen sind bis fvätesteuö 16. Ium d. I. beim städtischen Armenamt, Neuen Baue 25, mündlich einzureichen. Gießen, den 31. Mai 1907. . Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V-: Curschmann. - Bekanntmachung. Aus der Stiftung der Eheleute Karl und Emilie fcettfcl qt alsbald eine lebenslängliche Pfründe sin Betrage von Mpr- lich 175 Mk. an einen Gießener ohne Unterschied der Kousesswv Tiwater ®Werein Spitzen —. cx sjX Spitzenstoffe empfehlen in grosser Auswahl Ein tadellos erhaltenes, 4sitzig. Automobil Opel 8/12 HP. nebst allem Zubehör u. Reserveteilen ist weg. Anschaffung eines stärkeren Wagens „äuö freier Saud" zu Mk. 8600 unter Garantie [hv31/6 zu verkaufen. Zahlung nach Uebereinkunst. Gest. Anfragen befördert die Annoncen-Exvedition v. Haasen- sieiil & Vogler A. G., Frankfurt a. M. unt. U. 6027. Die ordentliche Generalversammlung findet Mittwoch den 5. Juni, 8-/, Uhr abends im Gesellschaftsoerein mit folgender Tagesordnung statt: 1. Kassebericht. t 2. Vorlage und Beratung der neuen Statuten. 3. Vorstandswohl.___ Streichfertlge Oelfarben, Leruoelfir Siccativ, '^arkettwachS, Stablfval Ofenlack, wohlriechend, empsehlen bti Gebr. Michel 2538 Drogerie, Walltorstrasse 2V. Wiesbaden MW MaschiüeriWfabrikS ;iir Kunstschmiede arbeit en in allen Stil-u. h^erall arten