L ■)' Mittwoch SS. Mai 1907 157. Jahrgang Erstes Blatt ltzei an. Der Landge Kopfe verwundet. D sprach Im Dorfe Kalatsch wurden am 18. d. M. 30 revolutionäre Sozialisten verhaftet. Am anderen Tage Deutsche» Reich. Berlin, 22. Mai. Kultusminister v. Studt hat, wie die ,93. N. 91/ erfahren, ferne Absicht, zurück zu treten, einstweilen vertagt, da er zunächst noch die Ausführungs- Bestimmungen zum Schulunterhaltungsgesetz und die Mädchen- schul-Reform zum Abschluß bringen will, Aufgaben, die vor dem Herbst Nicht beendet sein können. In unterrichteten Kreisen gilt nach wie vor Oberbürgermeister AdickeS als sein Nachfolger. Wildpark, 21. Mai. Der Kaiser ist heute nachmittag nach Alt-Ata blitz abgereist zur Pürsche. OuÄroäctl W 13ecant®ac'lt(t den poltL unb alldem» Tel! P. ilBtltto. lüx ,£taht unb VanbJ anö -GerrchlSsaaf i E «»st Heb. tüi den Än- zeigenteil: Hon» Beck obachten, Erklärungen erteilt. „Die Gestalten der deutsche:: Märchen und 'Sagen wirken doch mehr oder minder auf uns. alle ein, sie wirken so, wie die schlichten Klänge des Volksliedes, das Saiten in unserem Innersten &um Erklingen bringt, die sonst teilte, Musik in Schwingungen zu versetzen im Stande ist!" Das ist ein Ausspruch des Kaisers, den er während einer Oberonpause getan hat. Ueberhaupt — das entnahm ich dem Gespräch mit Herrn von Mutzenbecher — hat der Kaiser diesmal eine ganz besondere Anteilnahme an den Festspielen gezeigt. Nicht nur Prunk und szenische Pracht interessiert ihn, nein, er beschied wiederholt die Hauptdarstellerinnen und Darsteller zu sich ins Foyer und sprach mit ihnen als ... . Theaterkritiker, nicht als Kaiser, sprach von den ausgeführten Werken und ihren Schöpfern, sprach vom „tiefergreifenden Hebbelschen Geiste", sprach vom Spiet im Einzelnen und der Wirkung oer Werte auf die Menge, wobei ich besonders bemerke, daß der Kai,er Hebbel zur Po- pulariLüt zu verhelfen in Zukunft bestrebt sein will, vezag-pretSr mor ackich 7b VV, ertettek jährlich 'M LL0. butt* Adhole- u. Zweigstelle»» monatlich 66 Pt.; durch die Post TU. 8.— Dtert* jährt. auSlrhl Bestell-. Annahme m» Sn,et-« tut öte iaqbJnuinntex biS Dormlllag« 10 Uta, Damit die Maifestspiele nach ernster erhabener Kunst mit einem leichten, fröhlichen Akkorde abschließen, hat der Kaiser, nachdem das Feftspielprogramm bereits fix und fertig war, noch den tollen Schwank „Husaren fieber" zur Aufführung befohlen. Und an diesem Abende herrschte in der Kaiserlog^ die fröhlichste Stimmung. „Ter Kaiser hat so oft und so herzlich gelacht, wie ich es selten bisher bei TZajeftät bemerkt habe!" So äußerte sich Herr Intendant von Mutzenbecher. Von Lmiff über Gluck, Hebbel, Saint-Saens und Karl Maria von Weber zu Kadelburg und Lkowronnek! Fürwahr ein seltsam! verschlungener Pfad! Tie Maisestspiele „auf Allerhöchsten Befehl" sind zu Ende . . . Nun kommt für das Wiesbadener Hostheater wieder die werkel- tagliche Kunst zu ihrem Recht. Ohne Fanfarengeschmetter. Bis zum nächsten Mai. . . (Nachdruck verboten.) R.B. Darmstadt, 21. Mai. Hessische Laude sau s> stellung für freie und angewandte Kunst 19 08. Auf das Konkurrenz-Ausschreiben zur Erlangung von Entwürfen für die Platzgestaltung und die provisorischen Bauten der Landesausstellung 1908 waren im Ganzen 13 Entwürfe Dort im Großherzogtum Hessen geborenen oder hier,ansässigen Künst- lern eingelaufen. Von den zur engsten Wahl gestellten Entwürfen erhielt den ersten Preis (1500 Mk.) der Entwurf mit dem! Kennwort „Repräsentation" von Professor Albin Müller, den zwetten Preis (1000 Mk.) Kennwort „Mai I" von Bauinspektor Dr. Buxbaum und den britten Preis (500 Mk.) Kennwort „Hessenkunst" von Philipp Schäfer und Hans Hirth. Die Entwürfe gelangen in der Zentralstelle für die Gewerbe zur Ausstellung. — Das FV. Wormser Rosenfest findet am 15., 16. und 17. Juni statt und steht im Zeichen des deutschen Minnesangs (12. bis 13. Jahrhundert) und der sich hieran anschließenden Zeit der Meistersinger. Es finden zwei Fest-Veranstaltungen im Festspielhause statt, bei welchen die Dichtungen jener Zeit von berufenen Künstlern zu Ehren kommen follen. Der am 15. Juni stattfindende Minnesänge rabend steht unter Leitung des Dramaturgen Tr. Herbert Eulenberg-Düsseldorf. Mft- wirlende sind: das gesamte Kaimorchester, Elsa Laura Freifrau, von Wolzogen-Darmstadt (Lieder zur Laute-, Eva Martersteig- Berlin und Otto Stöckel^Lüffeldorf (Rezitation-, sowie Dr. Eulenberg . Am Sonntag findet volkstümliches Rosensest statt. Montag abend kommen unter Leitung des Intendanten Tr. Hagemann- Mannheim Fastnachtsspiele des ausgehenden deutschen Mittelalters (Hans Sachs, Jacob Ayrer) durch das Hof- und Nationaltheater Mannheim im Festspielhaus zur Darstellung. Tas Großherzogspaar wird voraussichtlich dem Feste beiwohnen. Karlsruhe, 21. IDlai Heute begann hier die 8. Versammlung des Deutschen Vereins fiir Schulgesundheitspflege. Nach Vorträgen, welche .ich mit der Frage der einheitlichen Löfung des Oberen Schulwesens befaßten, wurde ein Antrag angenommen, den Vorst-mb zu beauftragen, die Bundesregierungen zu ersuchen, eine Reichs-Schulkommisfion ein zuberufen, die die Frage der einheitlichen Ausgestaltung des Schulwesens in ganz Deutschland prüfen soll. Freiburg L B., 21. Mai. Hier fand die 15. Hauptversammlung des Allgemeinen Sprachvereins statt, welcher jetzt 305 Zweigvereine und 27 940 Mitglieder zählt. Die Versammlung beschloß, die nächste Tagung im Jahre 1910 in Dresden abzuhalten und damft das 25jährige Jubiläum des BeMens des Vereins zu verbinden. Maifestspielen entzückt und hat seiner Zufriedenheit reichlich Worte geliehen?" „Ja, sehr zufrieden!" lautete die Antwort des Intendanten. „Neu waren in Wiesbaden dem Kaiser „Gotberga", „Herodes und Mariamne" und „Samson und Dalila". „Husarenfieber" gehörte ja nicht mehr offiziell zu den Festspielen. Ich kann Ihnen versichern, daß der Kaiser tatsächlich für,Hebbel schwärmt. Ueber „Herodes und Mariamne" sprach sich Majestät schon nach der Generalprobe günstig und lobend aus! Der Kaiser hat zweimal bei dem Festspiel „Gotberga" Aenderungen angegeben. Und die sind sofort gemacht worden. Der Kaiser hat ein scharfes Auge für das szenische Bild. Selbst das Unwesentlichste entgeht ihm nicht. Die Aenderungen, die auf speziellen Kaiserlichen Wunsch bei „Gotberga" vorgenommen worden sind, haben dem Festspiel ein wirksames Bild zum Schluß hin gegeben. Bei „Herodes und Mariamne" hatte der Kaiser nichts auszusetzen, da gefielen ihm Spiel wie Szenerie vortrefflich!" „Gotberga" aber", so flocht ich ein, „hat doch wenig Anerkennung bei der Kritik gefunden. War denn der Kaiser mft dem Festspiel als solchem zufrieden?" Der Gefragte sagte ein unverhohlenes Ja und betonte, daß doch gerade „Gotberga" von dem üblichen Festspiel-Schema abweiche. Was mir Mutzenbecher verschwieg, das hatte ich bereits von anderer Seite erfahren. Wenn eines bei dem Festspiele dem Kaiser nicht rückhaltlos gefallen hat, dann war es das allzu unvermittelte, allzu plötzliche Eingreifen von Caesar Antonius Pius in die Handlung. „Tos kommt ohne jeden lieber» gang. Da hätte sitch eine Brücke finden können, um auf den Gipfelpunkt der Festspiele wirksam und spannend vorzube- reiten!" Man sieht aus diesen Worten, daß es dem Kaiser nicht fremd geblieben ist, daß unser Theater von heute in der Hauptsache der Spannung bedarf. „Armida" und „Oberon" waren dem Kaiser in der Wiesbadener Bearbeitung bereits bekannt!" erklärt« der Intendant. „Wenige aber," so fuhr er fort, „werden bemerkt haben, daß „Oberon" verschiedentlich szenische Aenderungen aufwies. Vor allem war bei einem Bilde Bayreuth und speziell Bayreuths Parctval maßgebend iAachener Kaisersaal). Auf die Initiative von Exzellenz von Hülsen sind diese Aenderungen zurückzuführen, die bereits voriges Jahr geplant waren. Entzückt war nicht nur der Kaiser, sondern die gesamte kaiserliche Familie, soweit sie „Oberon" beiwohnte, über die Aufführung." Der Dolmetscher und Berater der Heinen Prinzessin, die zur Rechten ihres kaiserlichen Vaters saß, war der Kaiser selbst. Er hat der 'Tochter, das konnte man vom Zuschauerraum aus ost be- Feuerwaffe Gebrauch zu machen. Mehrere Bauern wurden verwundet, unter ihnen zwei tödlich. Der Telegraph wurde zerstört. Der Gouverneur traf mit einer Abteilung Soldaten gestern dort ein. In O d e s s a wurden, als der Zug mit der Leiche des durch die letzte Bombenexoiosion gelöteten Polizeiaussehers P a n a s s i k sich der Kirche näherte, in der auch die Leiche des bei derselben (^p.osion umgelommcnen Revieraus- sehers ausgebahrt war, plötzlich auf die Menge zwei Schüsse abgegeben. Es entstand ein» Panik. Mehrere Frauen wurden ohnmächtig. Da man vermutete, daß die Schüsse aus einem nahegelegenen Hotel abgegeben worden waren, schossen eine Anzahl junger Leute auf das Hotel. Verletzt wurde niemand. In allen anliegenden Straßen sind die Läden geschlossen, das Revier ist von Truppen umstellt. Die Polizei veranstaltete in vielen Wohnungen $au^ suchung und nahm zahlreiche Bcrlxfttungen vor. politHd)e Lcrgesßcharr. Vom 'Jieidjetolonialamt. — Der Kaiser hat beim Reichskolonialamt, Zivilverwaltung, u. a. ernannt: den Gouverneur von Teutsch-Siid- lueitajtila v. Linbequist zum Untcriiaatsfetrerär, den Geh. Ober»Finanzrat Tr. Conze zum Direktor, den kommissarischen Lberrichter des subwestasritätnschcn Schutzgebietes, hamburgstchen Amtsrickster Tr. Meyer zum Geh. Regienmgs- und vortt. Rat, den Legalionsrat Tr. Hein le zum Geh. Regierungs- und vortr. Rat, die Regiermigsräte Oßwald uuo Brückner, sowie den Privatoozenlcn an der Universität Berlm Dr. Zöpfl zu Negierungsräten und staubigen Hülssarbeitem; in der Militärverwaltung u. a. den Kriegsgerichlsrat Dr. Ernst zum Geh. Regierung»- und vortt. Rat. ttußeroem hat der Mail er den bisherigen Geh. Legates ns- rat z. T. v. Schuckrnan n zum Gouver neurvon Deutsch- Süd westafr i t'a ernannt. Geh. Legationsrat v. Schuckmann wurde 1901 im Wahlbezirk Amewalde-Friedeoerg als konservativer Abgeordneter in das Abgeordnetenhaus gewählt, too er sich in diesem Winter durch seine Rede über das Berliner Nachtleben hervortat. 1886 trat er in den auswärtigen Dienst, war 1888 bis 1890 Vizekonsul in Chicago, 18‘JU bis 1893 Legalionsrat bei der Kvlonialabteilmlg und dazwisch.n steltvertretenber Gouverneur in Kamerun. Jit der Zeit von 1893 bis 1895 bekleidete er die Stelle eines Wirkl. Geh. Legationsrotes im Auswärtigen Amt und 5>et Kaiser als TyeatuLiULer. Ein Interview von Josef M. Jurinek-Frankfurt a. M. Das erste Mal wohl hat sich bei der diesjährigen Wiesbadener Kaisersestwoche Wilhelm II. in eklatanter Weise von zwei Seiten als jstritikcr gezeigt. Das eine mal, als er von „nord- und süddeutscher Kunst" sprach und den „Fall Fritz Erler" herausbeschwor. Mein Interview mit dem Erbauer des neuen Kurhauses, Professor von Thiersch, hat bargetan, daß wieder einmal das persönliche Temperament des Kaisers der eigentliche Grund des Zwischenfalles war. Aber — und das ist neu und wird mir von bestinsormierter Seite mitgeteilt, — der Kaiser war indigniert, als er hörte, daß man seine rein persönliche momentane Abneigung gegen die Erler'schen Freskogemälde als Trumpf seiner Gegnerschaft geaen die Moderne im allgemeinen ausgespielt hat. Unwillig soll der Kaiser in intimem Kreise gesagt haben: „Weil mir Erler in unfertigem Zustande nicht gefallen hat, bin ich auf einmal wieder als schroffer Gegner der modernen Richtung hin gestellt worden. Ich komme wieder nach Wiesbaden. Da wird sich das Weitere finden!" So bleibt also die Hoffnung, daß der „Fall Erler" feine zweite Auflage erleben wird. Und die wird fid)er die erste aus der Welt schaffen. Ueberraschend aber und interessant war es, daß sich der Kaiser diesmal während der Wiesbadener Woche von einer Seite gezeigt hat, von der er bisher fremd war. Wilhelm II. hat man neuerdings auch als Theaterkritiker kennen gelernt. Allerhand Episoden, Anekdoten uno Bonmots sind schon über Wilhelm II. als Theaterkritiker während der Wiesbadener Festwoche der Öffentlichkeit übergeben worden; aber sie trugen den Stempel: Si non e Dero, e ben ttovato! nur zu deutlich an sich. So wußte z. B. eine Anekdote davon zu berichten, daß der Kaiser bei der Generalprobe von Lauff's Festspiel „G o t b e r g a" den Regisseur gespielt und fast das gesamte Festspiel, soweit das szenische Arrangement in Frage kam, umgekrempelt habe. Er habe als Oberregisseur vor der Rampe des Orchesters gestanden und nach rechts und links Direttionen erteilt. Und als der Kaiser zur Generalprobe von „Herodes und Mariamne" sich begab, da wußte ein Blatt schon am Abend des gleichen Tages zu melden, daß der Kaiser an eigenem Regietischchen im Parkett gesessen und von da aus „mit Jntuivität" die Probe geleitet habe. Das sind die beiden markantesten Episoden, die man sich erzählte. Wie und von wem war nun wirklich Authentisches über das Thema „Der Kaiser als Theaterkritiker" zu erfahren? Sollte ich mich an den Generalintendanten Exzellenz von Hülsen wenden? Gerade wollte ich es tun, da erfuhr ich von direkt beteiligter Seite, daß der Herr Generalintendanr als Festarrangeuer gar autokratischer Natur sei. Erfuhr von dem brüsken Ton, den er Wiesbadens Stadtvätern gegenüber angeschlagen hat. Darum richtete ich meine Bitte um Gewährung eines Interviews an Herrn v. Mutzenbecher, den Intendanten des Wiesbadener Königl. Theaters. Siehe da: Mein Brief muß kaum angekommen sein, da erhielt ich bereits eine Depesche des Inhalts: „Stehe zwölf Uhr Theaterbureau zur Verfügung. Mutzenbecher." Herr v. Mutzenbecher machte auf mich keineswegs den Eindruck eines zugeknöpft-höfischen Mannes, als der er allgemein gilt. Die schlanke leicht vornüber gebeugte Gestalt mit einigen Schmissen auf der linten Wange läßt den schneidigen Cavalier viel eher als den kundigen Theatermann in dieser Figur vermuten. „Nicht toast', fo begmvr ich, „der Kaiser tpar doch von den Auch eine Nüstungssorge. Immer wieder fordern unerfreuliche Erscheinungen auf dem deutschen Anleihemarkt die öffentliche Kritik heraus. Nachdem im Zusammenhang mit der Emission der 4proz. Schatzanweisungen die Kurse der deutschen Fonds sür einige Tage ausstrebende Tendenz gezeigt hatten, ist der Rückschlag erfolgt und die Abwärtsbewegung in der börsenmäßigen Bewertung dieser goldsicheren Papiere an der Tagesordnung. Aus das Bedenkliche dieses Vorgangs wurde zwar im Reichstag hinge- ro.e,en. Doch es war mehr oder weniger Theorie, was dabei herauskam, unb von den dem Verivallungöfach angehörenden Herren läßt sich die Erfassung und Würdigung der praktisch-finanziellen Momente schließlich auch nicht erwarten. Kein Einsichtiger kann aber im Zweifel sein, daß von berufener Seile etwas Wirlsamcs geschehen muß, um größere Stetigleit in der Kursentwicklung der Reichs- und Staatspapiere herbeizusühren. Hier handelt es sich am Ende um die sinanzwirtschaftliche Rüstung des Vaterlandes, die derselben Sorgfalt und Pflege bedarf, Ivie die militärische. Es heißt, daß letzthin bei der Wahl von kurzfristigen Schatzatuveisungen an Stelle 4proz. konsolidierter Anleihen von Belang gewesen sei die Rücksicht auf das Anslanb, wo man einen schlechten Eindruck befürchtet hätte, wenn das Reich sich auf einen höheren Zinsfuß festlegte. Das mutet sozusagen kleinbürgerlich an. Viel nachteiliger ist es dock) ohne Frage für das Anfehen des deutschen Staatslredits im Auslande, wenn in der Börsenzentrale des Reiches die nachhaltige Befestigung der deutschen Anleihekurse als ein Ding der Unmöglichkeit erscheint. Wie die Pariser und Londoner, so sollte auch die Berliner Börse in erster Linie nationalen Zwecken dienen, und wenn diese Bestimmung in der Pflege der Finanzinteressen des Reiches nicht mft der wünschenswerten Klarheit zum Ausdruck kommt, so erwächst der Regierung die Pflicht, auf irgend einem zum Ziele führenden Wege den börsenmäßigen Hochftand des Reichs- und Staatskredits anzustreben. Crfdetnt täglich ypggray jTx außer Corodagk 'v sGietzener Anzeiger ZM General-Anzeiger sür Oberhessen «Id-«»- tüt Sepien: Rotationsdruck und Verlag 6er vrültl'schen llnw.-vuch. und Stetnönideret. n. fange. Heöatttei, «svkdttton unö Druderet: »chulstratze 7. Anzeiger toicycn. Ale heutige Kummer umfaßt 10 Seiten Am Vorabend der Nevotutioa? Die Feststellungen über das gegen den Zaren gerichtete Komplott zeigen, daß Rußland wieder am Vorabend einer ausgedehnten Erhebung zu stehen scheint. Die Petersburger Korrespondenten namentlich der englischen Blätter, die freftich nur allzuoft in Sensation machen, berichten übereinstimmend, die russische Regierung sei schwach und hilflos. Die Anarchie greise in allen Teilen des Reiches um sich. Das Land sehe einer neuen schweren Krise entgegen. Wie richtig aber immerhin die Auffassung ist, geht aus dem Umftani) hervor, daß der Terror wieder in einer Wildheit sein Haupt erhebt, wie es lanrh in den KonsliktStagen vor dem Erlaß des Konstitutionsmanifestes durch den Zaren der Fall war. Als Reaktion dagegen ist auch die Tätigkeit bed „Verbandes wahrhaft russischer Leute" eine intensivere geworden und in jeder Stadt, wo seitens der Revolutionäre ein Attentat aus Behörden ujro. unternommen wird, setzen Judenverfolgungen ein. Auch in der Duma herrscht wieder Konfliktsstimmung. Dom Präsidenten waren am Samstag drei Mitglieder der extremen Rechten von den folgenden Sitzungen der Duma ausgeschlossen worden. Dieser Anordnung zum Trotz drangen sie bei der nächsten Sitzung am Montag wieder in das Taurische Palais ein. Der Kommandant der Wache, der sie eiuließ, erklärte, er könne offiziell keine Befehle des Dumapräsrdenten Golowin anerkennen. Golowin sprach die Absicht aus, zu demissionieren, falls den Anordnungen deö Präsidiums durch den Palastkommandanten nicht Geltung verschafft werde. Unter solchen Umständen dürfte der Gegensatz zwischen Duma und Militärverwaltung bezw. Regierung seine schärfsten Formen annehmen. Inzwischen dauern die Verhaftungen in Zarskoje Selo fort. Die Polizei nahm in den letzten Tagen tvieder zahllose nächtliche Haus- sucyungen vor und holte die Verdächtigen aus dem Bette. Die Zahl der Teilnehmer an der Verschwörung gegen den Zaren soll 80 übersteigen. Große Bestürzung erregte die Auffindung einer Mine in Zars koje Selo, die mit Pyroxolin gefüllt war. — So befindet man sich in Rußland augenblicklich auf einem Vulkan, der jeden Tag eine gefährliche Eruption haben kann. Heute wftd gemeldet, daß der Rigaer Pfarrer der Luthertirche, Scheuermann, gestern von zwei jungen Burschen überfallen und durch Schüsse schwer verletzt wurde. Die Attentäter entkamen. widmete sich bann der Landwirtschaft. Ter neuernannte llnterflaatdienxtär im Reichskolonialamt v. £ i n b e q u i ft ist feit Ende v. I. in der Kolomalabteilung tätig unb hat bekanntlich die fein Schutzgebiet betreffenden Etatsvorlagen im Reichstag mu vertreten. Es verlautet, baß der Unterftaatdiefretär nochma.s auf kurze Zeit nach Südweft- afrita zurückkehren wird, i.m feinem Nachfolger die Einarbeitung in die Gouvemementsgeschäste zu erleichtern. Der tiortragenbe Rat im Reichskolonialamt Tr. Schnee ist mit der Wahrneh- v _ __ mung von Direktorialgeschaften beauftragt worben. Den färnt- kam es zu Ruhestörungen. Eine große Menge grtff die Po- lichen neuen Vortragenden Räten des greichskolonialamts unb lizei an. Der Landgendarm wurde durch einen Stein am den sämtlichen ständigen Hülssarbeitem stehen mehrjährige Ev- Kopfe verwundet. Die Polizei war gezwungen, von der sahmngen im Kolonial- bezw. im Auslandsdienst zur Leite. Utotjtt L /Ml> hmbgch.Mm ütinläirihLSlrbeitcu. Angebote unter bener Anzeiger erbet. iö^en oö.Saui= flefutfit im» _^wi9(tT«feer 965 [03505 lSM-chen «IÄÄk Fräulein 01 egenseitige Vergütung lel einer kleinen Stadt . das üochen erlernen. MeiWitb. ti.il. tisplatz üvmn ÄMM" :,u MereL Mmn. U rh.iu.iftedneünGv. eefutfiL “»atnäfl. s»«, * 55? hrthg lebencW •tör reisende Scbwesternhaus, so, loDanneutr. 1 WM rfie Angebote unt. 3320 ;ener mrzeiger erbeten. 1111. könn. ganz o. ge!. MK. aus 2. Hypolb.cl mden. S-hrA An'r. n den GichLnz^n. fiedaillo» mit Kette os' inäffiberäief Verein. u , M«««,16(111 «hr -b jjt Ausland. Brüssel, 21. Mai. Das Bureau der interparlamen- tarischeu Vereinigung trat heute im Senatspalaste zusammen. Als Vertreter Deuschlands nahm der Abg. Eickhoff an der Sitzung teil. Auf Antrag des deutschen Delegierten beschloß das Bureau, die nächste Konferenz int September 1908 in Berlin crbzuhalten.' — In der Nachmittagssitzung wurde der Wortlaut eines an alle Regierungen der Welt zu richtenden Aufrufs festgestellt. In diesem Aufruf werden die Beschlüsse und Wünsche der Londoner Konferenz vom Juli 1906 den verschiedenen Regierungen unterbreitet. — Wie aus guter Quelle berichtet wird, wird der Gesetzentwurf betreffend Angliederung des Kongo st aates an Belgien Ende Juli int Parlament eingebracht werden. Paris, 21. Mai. Englische Universitätsdele- gierte wurden heute bi der Sorbonne empfangen. Minister Briand hielt eine Ansprache, in der er die englischeii Gäste will- koimnen hieß, hieraus begaben sich diese in dos Rathaus, wo zu ihren Ehren em Frühstück stattfänd. Während desselben hielt der Minister des Auswärtigen Pichon eine Rede. Wien, 21. Mai. In dem Steirischen Wahlbezirke Lobnitz-Wildon kam es zu einem heftigen Konflikt zwichett Ehristlichiozialen und Deutschnationalen, wobei der frühere christlichsoziale Abg. Wohlmeyer durch einen geschleuderten Bierrcug am tzinlerkops schwer verwundet wurde. Die Christ- lichso z ia l en und die F r e i a l l d e u l s ch en schlossen einen Kompromiß zwecks gegenseitiger Unterstützung bei den Stichwahlen. . ~ Auf dem heute eröffnetest internationalen landwirtschaftlichen Kongreß hielt der ehemalige französische Mtntsterprchtdent Meline einen Vortrag über das Thema „Z u- x ll e". Der Vortragende warf zunächst einen Rückblick aut die Erfolge der früheren Kongresse und erörterte sodann eingehend die Ursachen, aus denen die Arbeiter zur A" r-lK drän g t en. Er drückte die Ansicht aus, daß die ArbeUer wieder mehr Anschluß an Die Landwirtschaft suchen werden. Aehnlich sprach sich atuch Hofrat Schullern aus. Dieser erörterte ledoch iroch insbesondere die Schritte, um die soziale Lage der landwirtschastltchen Arbeiter zu verbessern und ste ^zu der Landwirtschaft heranzuziehen. — Don d ü l o w hat am Semmering für den Sommer Wohnung bestellt und dürfte dort die Zusammenkunft mit Frhr. v. A e h r e n t h a l haben. _ dapest, 21. Mai. Die Polizei beschlagnahmte tausende von Ausrusen an die .landwirtschaftlichen Arbeiter der sozialistischen Partei, m welchen dieselben wegen der neuen Gesindevorlage zum Streik aufgefordert werden Konstantinopel 21. Mai. Tie Verbannung Fehtm Paschas von Brus,a nach Aleppo steht bevor. Man keniert, dem Sultan unterbreitet zu haben, daß Fehim an der ßprtze ernes Regiments nach Konstantinopel marschieren wolle Hamburg, 21. Mai. Der Präsident de§ englischen Handelsamts, Lloyd George, der, begleitet von dem parlamentarischen Sekretär des Handelsamts, Kearley, und dem Sekretär der Abteilung für die Regulierung des Themse- flusieS, Philipson, gestern hier eintraf, wurde heute mittag vom Bürgermeister Mönckeberg empfangen. Preußen uud der „neue Kurs". R. Berlin, 21. Mai. Die parlamentarische Arbeit ist in Preußen dem Abschluß nahe. Damit erreicht eine Session ihr Ende, die durch die Reichstagslvahl unterbrochen, dem Anschein nach -ader wenig von ihr beeinflußt war. Die Blockbildung hat snoch nicht zurückgewirkt auf das preußische Abgeordnetenhaus. Liberale und Konservative flehen dort nicht enger in Fühlung als vordem, von einer Entfremdung zwischen .Zentrum und Regierung in Preußen war wenig zu spüren. Der Ministerpräsident Fürst Bülow fühlte sich nicht bewogen, im Landtag zu erscheinen und ettvaS verlauten zu lassen von Zugeständnissen an den Liberalismus auch in Preußen. Nahnt er Abstand vielleicht in Rücksicht auf die Konservativen, die von einer Kursänderung üt diesem Ginzelstaat so wenig wissen wollen, daß im Reichstag ihre Wortführer gekränkt protestierten, als von süddeutscher Seite eine volkstümlichere Politik auch für Preußen gefordert wurde? Den konservativen Standpunkt, daß der die preußischen Verhältnisse kritisierende Mchtpreuße sich in Unkenntnis über die Dinge befinde, dürfte indessen Fürst Bülow nicht teilen. Zwischen dem agrarischen Reichskanzler und den preußischen Agrariern ist wohl immer noch ein Un rer schied. Wir möchten bei näherer Betrachtung auch meinen, die zu Ende gehende Land tags session verschließe nicht jede Aussicht auf Abweichung von der reaktionären Regierungstendenz, vielmehr eröffnet sie gerade auf dem für den modernen Geist bisher unzugänglichsten Gebiete der Schulpolitik die Möglichkeit baldiger Reform. Herr v. Studt, dessen Ministertage gezählt sind, hat nicht nur die Umgestaltung der Mädchenschulbildung, sondern, was wichtiger ist, und offenbar im Auftrag des Ministerpräsidenten geschah, die beschleunigte Revision des Lehrerbesoldungsgesetzes angelündigt, sodaß der Landtag zweifellos schon im nächsten Winter sich mit der Angelegenheit befassen wird. Wenn Fürst Bülow als leitender «Äaatsmamt, wer immer Studt's Nachfolger sei, in dem Entwurf des betreffenden Gesetzes die Wünsche des Liberalismus, die zugleich die Wünsche der Lehrer sind, berücksichtigt, dann erwirbt er sich ein Verdienst, um dessentwülen mancher Winter des politischen Mißver- gnuaens in Preußen sich vergessen ließe. Bekanntlich wird im nächsten Etatsjahr eine allgemeine Gehaltsaufbesserung der Beamten erfolgen. An sich können davon die preußischen Lehrer nicht ausgeschlossen sein, doch die Wohltat kommt ihnen erst in dem Maße wie den anderen Beamten zugute, wenn sie als Gesamtstand, also ohne Ausnahme, in die Besoldungsördnung der mittleren Staatsbeamten eingereiht sütd. Es ist ein Unding, daß Leute von gleicher Vorbildung ganz verschieden entlohnt werden. Hier muß einheitliche Grundlage wie tunlichst gleichmäßige Steigerung der Gehaltsätze festgelegt werden. Niemand, der die neueren Lehrpläne der Seminare kennt, dürfte außerdent im Zweifel darüber sein, daß 'das Seminarabgangsz-eugnis die Gleichstellung der jungen Lehrer mit der Staatsbeamtenklasse rechtsertigen würde, für welche die Prinuireife Eintrittsbedingung ist. Wenn junge Lehrer, die ihr Militärjahr nebst Hebungen absolvierten, zu Reserveoffizieren gewählt worden sind, so erhellt daraus wohl auch ihre Zuge- l-örigteit zur mittleren Beamtenschaft auf Grund der sozialen Stellung und der wissenschaftlichen VorbilDung. Daraus jst die Konsequenz zu ziehen bei Einreihung der Lehrerschaft in die Besoldungsordnung der Staatsbeamten. Das große Werk der Hebung dieses Standes wird nicht leicht durchführbar sein, aber es ist in Preußen die „Forderung des Tages", der gegenüber wohl keine Partei die Mithülfe versagen wird. So erscheint gerade diese Angelegenheit geeignet, zum Ausgangspunkt für einen neuen Kurs in der preußischen Politik genommen zu werben. In der nächsten Landtagsscssion ist die Sache schnittreif. Ter Liberalismus wird bei der Erntearbeit hervorragend beteiligt sein. Es bann nicht fehlen, daß aus feinem Zusammenwirken mit der Regierung Ausstrahlungen auch auf aridere Gebiete des innerpolitischen Lebens in Preußen, nicht zuletzt auf das der Wahlrechtsreform, sich ergeben. Nur Schritt vor Schritt freilich wird den Verfechtern reattwnärer Tendenzen Terrain abgeiwmmen werden können, aber die Mehrheit des preußischen Volkes steht hinter den Kämpfern für zeitgemäße Polttik. Lahore (Britisch Indien), 21. Mai. Prndi DaeS, Redakteur und Eigentümer der Zettung „JndicL" in Gujranwala, ift verhaftet, nach Lahore gebracht und dort sogleich vor das Bezirksgericht unter der schweren Anklage gestellt worden, Unzufriedenheit gegen die Regierung erregt und die eingeborenen Truppen zur Meuterei aufgefordert zu haben. Washington, 21. Mai. Die Kommission für den Handel der Bundesstaaten untereinander begann mit der Untersuchung über die Frachtsätze auf Petroleum und andere Boden- produkte im Gebiete der Zentralfrachtvereinigung. Die National- Pettoleurn-Assoziation in Cleveland (Ohlio), von der die Beschwerde angegangen ist, behauptet, daß eine Vorzugsbehandlung z u g unsten der Standard Oil-Korn pa gute vorliege. Aus Stadt und Land. Gießen, den 22. Mai. "Auszeichnung. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog hat dem Ministerialrat und Vorsitzenden der M'nisterialabteilung für Finanzwirtschaft und Eisenbahnwesen, S ü f s e r t zu Darmstadt, die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des Fürstl. Schwarz- burgischen Ehrenkreuzes 1. Klasse erteilt. ” Evangelische La ndesfyn ode. Nachdem der seitherige weltliche Vertreter der Großh. Hessischen Division in der evangelischen Landessynode, Oberstleutnant von Böck- mann, zum Chef des Generalstabes des 14. Armeekorps ernannt worden ist, wurde an seine Stelle für den Reit der laufenden Synodalperiode Oberstleutnant v. Eckartsberg im Leibgarde-Regiment Nr. 115 von der Division zum weltlichen Abgeordneten in der Landessynode bestimmt. " Die „Hessische Rechtsprechung" hat als Beilage zu ihrer Nr. 4 in Form eines Festblattes zum 300jähr. Jubtläum unserer Universität eine kurz gefaßte Abhandlung über Die Geschichte der Gießener Juristensakultät erscheinen lassen. •* Im Kolosseum findet am Freitag eine große Wohl- tätigkeitsvorslellung zum Besten des Beteranen-und Kriegerverems „Gewässerte Milch/ Tie gestrige Notiz unter dieser Spitzmarke sei dahin ergänzt, daß der Händler von dem Produzenten "die plombierten Kannen in Empsang genommen hat, er selber also an der Verwässerung keine Schuld tragt. R. B. Darmstadt, 22. Mai. (Tel.) Dr. Italiener, ein Hannoveraner, wurde zum Rabbiner der hiesigen israelitischen Religionsgemeinschaft gewählt. sd. Darmstadt, 21. Mai. Eine vieles Aufsehen erregende Ansprache hielt kürzlich bei der Feier anläßlich des Semesterschlusses des Akademischen Vereins der Rector magn. der Technischen Hochschule Geh. Baurat Prof. Dr. Guler- muth, der auch schon im vorigen Jahre durch seine Stellungnahme zu den konfessionellen Verbindungen von sich reden machte. In einem Hinweis auf den erfreulichen Aufschwung, den die Technische Hochschule in den letzten Jahren genommen, wies er darauf hin, daß man diese besonders dem außerordentlich guten Besuch der Ausländer zu verdanken habe. Diese Ausführungen wurden von dem größten Teil der anwesenden Akademiker mit Widerspruch aufgenommen, denn von den Ausländern könnten nur die Russen mit 419 Studierenden in Betracht kommen, welche mit 57 Oesterreichern zusammen den vierten Teil der ganzen Studentenschaft ausmachen, während im letzten Wintersemester nur ca. 17 Norweger, 15 Schweizer, 13 Engländer rc. die Hochschule besuchten. Der Rektor machte dann der deutschen Studentenschaft den Vorwurf der Unduldsamkeit und Unverträglichkeit gegenüber diesen Herren, die eine freundliche, liebenswürdige Aufnahme verdienten. Diese Rede wurde mehrfach von Zischen unterbrochen. — Unerklärliche Gründe haben gestern die ca. 21 Jahre alte bildhübsche Elisabeth Dammel in Bischofsheim, die in bestem Rufe stehende Tochter eines sehr vermögenden Landwirtes, in den Tod getrieben. In einem kleinen Teich hinter dem elterlichen Anwesen fand man sie als Leiche. — Ihr Arbeitsoerhältnis kündigten am Samstag eine größere Anzahl von Metallarbeitern in der Maschinenfabrik von Gandenberger, weil die Fabrikleitung zwei renitente Arbeiter entlassen hatte und noch weitere Kündigungen in Aussicht stehen sollen. Nach der Sachlage glaubt man, daß sich eine Verständigung bald herbeiführen lassen wird. Frankfurt a. M., 21. Mai. Bei Aufgrabungsarbeiten auf dem Nömerberg fanden Arbeiter römische Ziegel, Tongefäße, Nägel, Hufeisen, Holzteile und andere Gegenstände. Die Fundstücke wurden dem städtischen Archiv übergeben. — Eine 55 jährige Lehrerin aus Heddernheim wurde am San,stag in der Nähe von Heddernheim als Leiche aus der Nidda gelänget. — Auf den Pfingst- verkehr im Hauptbahnhof hat das kühle Wetter während der Feiertage kaum einen Einfluß ausgeübt. Am Sonntag wurden 22 Sonder-Vor- und Nachzüge vom Hauptbahnhofe abgelassen und 14 Sonderzüge trafen hier ein. Von Samstag mittag 1 Uhr bis 6 Uhr nachmittag wurden schon 40000 Personen von hier befördert. Auch die ankommenden Schnell- und Personenzüge waren überaus stark besetzt. Die Pfingst- einnahmen zählen in Frankfurt allein nach Hunderttausenden. Im preußisch-hessischen Eisenbahngebiet werden es diverse Millionen sein, die aus Anlaß des Pfingstfestes in die fiskalischen Kassen geflossen sind. Eltville, 21. Mai. Zu dein Eisenbahnunglück auf der Kleinbahn Eltville-Schlangenbad ist noch zu berichten: Zwischen 5 und 6 Uhr abends fuhr ein vollbesetzter Zug von Schlangenbad nach Eltville ab. In der Nähe von Nendorf an Der Klingmühle befindet sich eine scharfe Kurve, die stets nur mit Vorsicht befahren wird. An dieser Stelle nun riß die Lokomotive sich los und die Wagen kamen ins Gleiten. Da sie mit drehbaren Achsen versehen sind, schlug, da sie feine Führung mehr hatten, einer der Wagen um. Von den ca. 50 Insassen wurden ungefähr 15 schwer, zum Teil auch sehr schwer verletzt, 32 haben leichtere Verletzungen erlitten. Die barmherzigen Schwestern aus der Nähe legten die ersten Verbände an. Ein Teil der leichter Verletzten Passagiere ist in einem Eltviller Hotel untergebracht, die Schwerverletzten liegen in Neudorf. — Zu dem Eisenbahnunglück bei Schlangenbad wird noch gemeldet, daß der verunglückte Wagen von 50 Personen besetzt war. Das Unglück isl leichter verlaufen, als es zuerst den Anschein hatte. Die meisten Passagiere kamen mit leichten Verletzungen davon. Schwer verletzt wurden nur zwei Wiesbadener. Lebensgefahr ist bei Niemandem vorhanden. Der Lokomotivführer, der das Unglück verschuldete, wurde vom Amte suspendiert. — Ein Fahrgast, der im katholischen Schwesternheim Klostertiefenbach untergebracht ivordeu war, ist seinen Verlegungen erlegen. * Kleine 5Jt i 11 e i 1 n n g e n a u s H e i i x n und den Nachbarstaaten. In W o r m s wurde aus dem Rheine die Leiche der seit dem 1. Dezember v. I. verschwundenen 80jährigen' Frau des bayerischen Oberlandesgerichtsrats Weitzel aus Frankenthal q e ( ä n b e t. Vermischtes. ♦ Berlin, 22. Mai. Unter den Nachwehen des Prozesses gegen Den Redakteur Karl Schneidt, bei dem es sich um angefa lichc Ausschreitungen der Sittenpolizei handelte, hat der als Zeuge vernommene Kunsthändler Max Neumann schwer zu leiden. In Dem Prozeß war zur Sprache gekommen, daß Neumann durch einen Beamten der Kriminalpolizei erfahren haben sollte, daß Sittenbeantte in einer Wohnung nicht korrekt verfahren seien. In bem darauf vom Polizeipräsidenten ein* geleiteten Disziplinarverfahren gegen Unbekannt weigerte sich Neumann unter Berufung auf sein gegebenes1 Wärt, seinen Gewährs-. mann zu neunen. Er wurde deshalb zunächst in eine Geldstrafe von 20 Mk. genommen. Da dies' aber an seinem Standpunkt nichts änderte, so wurde die Z en g n is-Z w an g s ha ft über ihn verhängt. Der Haftbeschluß soll in Den nächsten Tagen vollstreckt werden und Die Haft nötigenfalls auf sechs Monate ausgedehnt merben. Gegen diesen Beschluß hat Neumann zunächst Beschwerde eingelegt. * Furchtbares Unglück auf den Karolinen. Nach Sydney ist die Nachricht gelangt, daß ein Orkan und eine Flutwelle Die Karolineninseln am 30. April heimgesucht und großen Schaden angerichtet haben. Es sollen 200 Einge-, boten c nm gekommen sein. * K l e i n e Tages chrouik Zu dem Grubenarbeiter und Hausbesitzer Okampfer in Gaibuika (Oberschlesien) kam ein galizischer Schmuggler und bot Frau Okampfer Spiritus zum Stauf an. Bei der Bezahlung kam eS zwischen beiden zum Streit. Ter Schmuggler tief zur Polizei und wollte Frau Okampfer wegen Spirituskaiifes zur Anzeige bringen. Voller Angst warf die Frau den Behälter mit dem Spiritus in den breimenben Küchenherd, worauf eine Explosion erfolgte, durch die bas Haus in Flammen aufging. Zwei Kiiiber der Okampserschen Eheleute verbrannten, Frau Okampfer erlitt lebensgefährliche Brand- wiinben. — Jil grauen ft ein bei Freiberg i. S. versuchte die Frau bes Ausiehers Groß in einem Anfalle von Wahnsinn ihren beiden Kindern, Knabe und Mädchen sowie ihrem Mann mit eineni Messer die Kehle zu Durchschneiden. Der Mann wachte zum Glück auf und überwältigte die Wahnsinnige. Diese sowie das Mädchen wurden schwer verletzt nach dem Krankenhause gebracht. Vater unb Sohn sind leicht verletzt. — In dem lothringischen Orte K n e n t t i n g e n wurde ein ital. Arbeiter aus bem Hinterhalte erschossen. Ter eigene Bruder des Ermordeten wurde als Täter verhaftet. Als Beweggrund Der Tat wird Eifersucht angenommen. — Der Hauptgewinn Der Freiburger Geldlotterie von 100 000 Mark fiel in eine Kollekte nach Rheydt. Ter Besitzer des Looses hat sich noch nicht gemeldet. Universitäts-Nachrichten. E i s e n a ch , 20. Mai. Der 26. o rdentl i ch e Burschentag ist in Den Pfingsttagen in der Wartburgstabt zusammengetreten. Sämtliche 62 bentsche Burschenschaften haben zu Dieser Tagung Vertreter abgeorbnet, sodaß im ganzen 200 Burschenschafter hier anwesend jein mögen. Die Verhandlungen sind vertraulichrr Natur. Unter den Aur Beratung gelangenden Anträgen befindet sich ein solcher, welcher eine Reform bes Ai e n s il r w e s e n s anfirebt. Das Präsidium führt gegenwärtig bieBurschenschaft„Gerrnania"-Breslau. Neu aufgenommen würben zwei Burschenschaften, nämlich die Burschenschastliche Derblnbung ^Holzminba"-Göttingen unb die sreischlagenbe Veibinbung „Norinanma"-Leipzig, sobaß ber Burschen- schastliche Verbanb nunmehr auf 64 Verbindungen angewachsen ist. 9 leb en den aktiven Burschenschaften hält auch Die Vereinigung alter Burschenschafter z. Zt. hier ihren Jahreskonvent ab. Zur Teilnahme an demselben sind etwa sechzig alte Herren erschienen. Prag, 21. Mai. Der Altmeister Der österreichischen Veterinär^ Medizin, Hofrat Professor Dr. Roll, ist gestorben. Gerictzts-aaL. — Das Schöffengericht in Mühlhausen i. S. verurteilte den Redakteur Jean Martin von der sozialdemokratischen „Volkszeitung" wegen Beleidigung des katholischen Jünglingsvereins in Hueingen zil 2 Aionaten Gefan^nis^ Kandel. Die neue 4 pvoz. Gießener Stadtanleihe von nom. Mk. 3 000 000 wird in Gießen bei der Mitteldeutschen Creditbjankfiliale ä 99V2 von heute biÄ zum 28. er. inkl. zur Zeichnultg aufgelegt. Tie Zinsscheine, sowie die ausgelostrn unb geEünbigten Schulbverschreibungen sind kostenfrei in Berlin, Frankfurt a. M., Gießen, Wetzlar und Marburg zahlbar. Die Schulbverschreibungen können im ganzen Deutschen Reich zuv Anlage von Mündelgeldern verwandt werden. Die Einführung Der Atlleihe an Den Börsen von Berlin und Frankfurt p. M. soll demnächst erfolgen. . , Märkte. k. Schotten, 21. Mai. Am dritten Pfingsttag findet hier alljährlich ein Prämiierungsmarkt statt, welcher eine Art Volksfest bedeutet. Die Beschickung des Marktes war heute keine allzu große, es waren aufgetrieben 60 Bullen, 96 Külhs und Rinder, 511 Schweine und Ferkel. Mehrere Kühe und Bullen für Gemeinden wurden zu ansehnlichen Preisen verkauft, während das Geschäft in Kühen unb Rinbern gering war. Dagegen wurde der Schweinemartt fast geräumt zu mittleren bis niedrigen Preisen. Die Tendenz am Schweinemartt ging aus von einem .Händler aus Sterb fr itz, der feine aufgetriebenen 74 Stück von! Anfang zu guten Preisen aosetzte, später aber, um alles zw verkaufen, im Preise herunterging und Den Rest mit 35 Mk. bet' Paar abgab. Tie Prämiierung des Rindviehs hatte folgendes Resultat: Bullen: 1. W. Künkel, Eschenrod, 2. Hch. Wolf 111,1 Eschenrod, 3. Karl Müller, Betzenrod, Th. Fischer, Hof Zwiefalten^ 4. Adolf Becker, Wingershausen, Bürgermeister Weber, Eschenrod/ Anerkennungen: Joh. Wolf IV., Eschenrod, Hch. Öofmann V., Wohnfeld, Zimmer, Bingmühle, Bürgermeister Weber, Eschenroch Karl 5)ofmann, Besenrod, Hch. Bechtold, Uchenrod, Konrad Adolf, Herchenhaiu. Kühe und Rinder: 1. Karl Lenz, Betzenrod, 2. Heinrich Strauch, Busenborn, 3. Joh. Hch. Repp, Nudmgsham, Karl Merz II., Betzenrod. Anerkennung: Joh. Me^, Betzenrod. Die Sirnrnenthaler Rasse war vorherrschend. — Während bis zum Mittag der größte Teil des kaufenden und verkaufenden Publikums den Markt verließ, traf am Nachmittag dre Äugend der Umgegend ein, um sich zu amüsieren, wozu reichlich Gelegenheit vorhanden war. t , ic. Frankfurt a. M., 22. Mai. lOng.-Telegr. beS »Gieß. Anz.") Viehmarkt. Zum Verkau'e ftanben 00 Kalber, 00 Schafe u. Hammel, 809 Schweine, 0 Ziegen. Schweine: 1. Qual. 55—00 Pf., Lebendgewicht 43.00-00 Pf., 2. Qual. 54-00 Pf., Lebendgewicht 42.50-00 Psg., 3. Qual. 00—00 Pfg. Kälber 1. Qual. 00—00 Pf. Lebendgewicht 00-00 Pfg., 2. Qual. 00-00 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 00—00 Pfg. Schafe 1. Qualität 00 | 00 Pfg., 2. Qualität 00—00 Pfg, Geschäft bei Schweinen: Markt lebhaft, Ueberftanb unbedeutend. Während bes Atarkles liefen nach 5 exira Waggons Schweine ein. Meteorologische Beovacht»«se» der Stati»» Gieße». Mai 1M7 varometer «ui v° reduziert 6 der Luft Absolut, Feuchtigkeit Nelasive Feuchtigkeit K X < jQ 8 •5 MB «- jQ K s 21. A 744,0 13,5 6,2 54 s 2 Bew. Himmel 21. v" 743,2 12,3 7,7 72 SSW 2 Bed. Himmel 22. 7" 745,8 11,4 8,9 89 SW 2 Bew. Himmel Höchst« Temper« ut «n t 21. i)lai — + 14 6' C. ■ 21. . —+ 1.7' v. 9 für Säuglinge, Reconvalescenten, Magenkranke. Straßburg i. E., 22. Mai. Ein neuer Kirchhof- Nach langen Verhandlungen Garspach im Kreise Altkirch Gießener Wetterdienst. voranssichtliche Witterung für Sellen am Donnerstag den 23. Mai: Wechselnde Bewölkung, geringer Regen, mäßig warm, schivgebe (übliche Winde. streit ist ausaebrochen. wurde in der Gemeinde Briefkasten oer Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) r LU r Tie Derstigung vom 14. Septbr. 1875 Ul maßgebend, (fine allgemeine Regelung im Sinne der Anfrage besteht nicht, da die örtlichen «erhällnisse verschieden sind. Tie U-bernahme er- iolat aemäb vos.l V ans Grund einer BereUerklärnng deS Geutlichen oder einer Vereinbarung zwischen der obersten Schul- und Ktrchen- behörde. Wegen Aufnahme nichtgeimpften Kinder ist keine neue Veriugnng ergangen. Vrlglnal-Drahtnieldurigerr. Verlrn, 22. Mai. Die freie Vereinigung der Bäckermeister von Berlin und Umgegeird hielt gestern abend eine nut besuchte Versammlung ab, in der Herr Fischer namens des Vorstandes und der Vertrauensmänner des Vereins über die Verhandlungen vor dem Einigunasamt und den Schiedsspruch aussührlich berichtete. Dieser wurde von der Versammlung einstimmig abgelehnt, sodaß ein B ä ck e r- streik in Aussicht steht. Stettin, 22. Mai. Bei einem Einbruch in das Schulbaus zu Fritzow wurde der Einbrecher von dem Schwiegersohn des Ortslehrers erschossen und der Bruder des Einbrechers schwer verletzt. Elb in g, 22. Mai. Der von 700 Lehrern besuchte w e ft* preußische Provinzial-Lehrertag sprach sich sür Die Errichtung einer Reichsbehörde für Volks-Bildungs- undBolks-Dchulwesen aus. Dieses Reichsschulamt müsse insbesondere eine Vermittelungsstelle der Schulangelegenheiten für die deutschen Bundesstaaten sein. Es soll durch sie eine Zentral- und Äuskunftsstelle ür das gesamte deutsche und ausländische Unterrichtswe en geschaffen werden. Ferner soll sie eine Sammelstelle ür Unterrichtsmittel und statistisches Rtaterial und eine Beobachtungsstelle aller Volksbildungs- und Bolkserziehungs- bestrebungen sein. ein neuer Friedhof angelegt, dessen Weihe die katholische Kirche verweigerte, solange die konfessionelle Trennung nicht durchgeführt fei. Das protestantische Konsistorium erhebt aber gegen eine Trennung energischen Einspruch, und so ist das Ende des Streites vorläufig nicht abzusehen. Dublin, 22. Mai. Agrarunruhen in Irland nehmen immer größeren Umfang an. In der Gegend von Ballmaahere sind große Waldbrände angelegt worden. Maldbestände von 7 Kilometer Ausdehnung sind zerstört worden. Rom, 22. Mai. Der Korrespondet der Turina Stampa, Novard, hat einen anderen Journalisten erschösse n. Rivalität zwischen Beiden soll den Anlaß hierzu gegeben haben. 3454 Bormann. 3464 Heuchelheim, den 20. Mai 1807. Für de« Aufsichtsrat: Schleenbecker. Bekanntmachung. Der Credit-Bercin Heuchelheim, E. G. m. u. H., hält nächsten Samstag den 25. d. Mts., abends 9 Uhr, bei Wirt Ferdinand Kreiling dahier eme Generalversammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Abhör der Rechnung aus 1906. 2. Beschlußfassung über Verwendung de§ UeberschusieS. Bekanntmachung. Wegen Anlegung der Wasserleitung in Treis-Horloff ist die Ortsdurchfahrt am 23., 24. und 25. Mai gesperrt. Großh. Bürgermeisterei Treis-Horloff. TMischer Arbeitsnachweis Wehen. Gartenstrakc 2, Zimmer 2. Es können eingestellt werden: . 1 laitbiö. Arbeiter (auswärts), 4 Zieaeleiarbetter, 4 Erdarbeiter, 20 Spengler, 4 Schmiede, 1 Wagenlackierer, 4 Bauschtosser, 2 Sattler, 1 Wagner (auswärts), 1 Tapezier. 2 Holzdreher, 1 Mühlenarbeiter, v Schreiner, IWaschfrau, 1 Flicksrau, 2Schneider (auswärts), 6 Schuhmacher, 1 Friseur, 28 Jmtaüaleure, 2 Hanab arbeitet, 1 Wärter, 1 Fahrburiche (für einen Arzt), 1 Fuhrknechl, 7 jüngere Haus- und Fahrburschen, 4 Laufsrauen, 2 Laufmadchen, 1 jüngerer unverheirateter Diener, 5 Dienstmädchen, 1 Kutscher. Lehrlinge: 1 Vtechaniker, 1 Schneider, 1 Installateur, 1 Friseur, 1 Schreiber, 1 Glaser. Es suchen Arbeit: . . B 2 Buchbinder, 1 Friseur, 1 Näherin oder, Flickerm, 2 Äuticher, 1 Buchdrucker, 11nstallateur, 1 Lagerarbeiter oder Packer, 2 Erdarbeiter, 1 Tapezier, 1 Dienstmädchen oder Kindermädchen, 1 Kinderfräulein oder Stütze in besseren Haushalt, 2 Arbeiter (leichtere Beschäftigung)^ Lausirauen, 3 BureaugehUsen, 2 Haus- burschen, 1 Fahrbursche. Lehrlinge: 1 Elektromonteur, 1 Friseur, 2 Mechaniker. Mingung von Vachregniierungsarbeiten. Die Arbeiten zur Regulier«,rg einer Teilstrecke der Horloff m Gemarkung Ruppertsburg, veranschlagt zu rd. 780 Mk., sollen auf dem Wege schriftlichen Angebotes vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen auf Großh. B ü r g e r m e l st e r e i Ruppertsburg offen. Die Angebote haben in Prozenten des Kostenanschlages zu erfolgen und sind verschlossen, postfrei und mit entsprechender Aufschrift versehen bei Großh. Bürgermeisterei Ruppertsburg einzureichen, woselbst deren Eröffnung am Samstag, den 1. Funi d. Fs., vorm. 10y2 Uhr, in Gegenwart erschienener Bieter slatlfindet. Zuschlagssrist 3 Wochen. Gießen, den 17. Mai 1907. Großh. Hulturinspettion Gießen. Wlßmann._______________B ”4 Ljm-Leihkasse Watzenborn-Lteinberg, A.-G. Dienstag den 11. Funi l. I., nachmittags 3 Uhr, findet die diesjährige ordentliche Generalversammlung im Saale des Konrad Ruhl zu Watzenborn statt. Tagesordnung: 1. Berichterstattung, Vorlage der Bilanz, Gewinn- u. Verlustrechnung für 1906 mit Bericht deS Aufsichtsrales. 2. Beschluß über Festsetzung der Dividenden. 3. Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrates. 4. ErgänzungSwahl des Aufsichtsrates und der Revisionskommission. 5. Uebertragung von Aktien. S459___ Der Borstand. Geschäfts-Empfehlungen üei«i billig,, örühl'jche llniverfitälr-Druckerei. Sieben. Subscription auf nom Mk. 3000000 47° Schuldverschreibungen der Stadt Giessen 6917 ausgeschlossen, am Die Zeichnung findet statt: Giessen Mitteldeutschen Creditbank Filiale Giessen bei der a. M. Berlin, Frankfurt, Giessen, Marburg, Wetzlar, im Mai 1907. Mitteldeutsche Creditbank Ii. & E. Wertheimber. der der der der Mitteldeutschen Mitteldeutschen Mitteldeutschen Mitteldeutschen Creditbank Creditbank Creditbank Creditbank Depositenkasse und Wechselstube. Depositenkasse und Wechselstube Leo L Co. Wertheimber in in in in in bei bei bei bei und dem Bankhaus Delbrück und dem Bankhaus L. L E. Berlin Frankfurt Marburg Wetzlar Wir machen hiermit die ergebene Mitteilung, daß unser BCopierbäatt „Hassia“ T. R. G. M. R». 296 337 bei Herrn Ernst Baiser, Giessen, Mäusburg 5 zu haben ist. Unser Kopierblatt Maffia" fertigt bei einmaligem Anfeuchten co. i)U feine, saubere Kopien. 344« Alleinige Fabrikanten Schneider & Wertheimer, Heldeubergen-Franksurt a. M. gußbodenanstrich Berntteiulacksarbe, über Rächt trocken lose gewogen 90 Psg. per Psd. Oelfarben, Lacke, Pinsel Autzbodenöl [taubfrei in Liter-Llrügen ä 1 Mll lose büliget 12984 Gast. Walter Mäusburg 13 Telephon 386 zum Kurse von 9^/2% zuzüglich 4% Stückzinsen vom 1. April 1907 bis zum Tage der Abnahme. Den Stempel der Zuteilungsschlussnote trägt der Zeichner. Die Bezahlung der Stücke hat in der Zeit vom 5. bis 25. Juni d. J. zu erfolgen. Die Zulassung zum Handel und zur Notiz an den Börsen in Benin und Frankfurt wird beantragt werden. Verstärkte Tilgung und Gesamtkündigung bis zum I. April Dienstag, den 28. Mai 1807. Delbrück Leo & Co., Diejenigen, denen Forderungen । gegen den verstorbenen Herrn Dr. in ed. Jlarkwald zusteheii unö alle diejenigen, die Herrn Dr. med. Markwald etwas verschillden, werden aufgefordert, ihre Forderungen anzuutelden beziehungswelfe die schuldigen Betrage zu zahlen. Anmeldung und Zahlung lärm an Fräulein Anna Bormann in Giegen, Selrersweg 58 ll, oder an den unterzeichneten Testamentsvollstrecker erfolgen. J3423 Jusnzrat Kaufman, Wetzlar. Ä Empfehle mein Lager in Fahrrädern Marke Wartburg, sowie aüc Zubehörteile —: zu den billigsten Preisen. = vlcuaratureu werden in eigener Werkstätte schnellstens und billig auSgeuihrt. 7««. . Ludwig Birhmau». Grotzen-Lmden, WKL Eisen- und Fahrrad-Handlung. Gebrauchte Fahrräder werden bet Kauf eines neuen tn Zahlung genommen. Adler» Drogerie r En gros 89 6 Zimmer Kluß- und Seefische Uscrye Slhubkarrell Niansarden-Wohnung xu verm. 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Gleichzeitig wird dem Beleidigten, Studenten Paul Lahm in Gießen, die Befugnis zugesprochen, die Verurteilung des Angeklagten auf deffen Kosten innerhalb zwei Wochen, von Zustellung eines Urtellsauszuges an, in dem Gießener Anzeiger durch einmaliges Einrücken öffentlich bekannt zu machen. Die Richtigkeit der Abschrift der Urteilsformel wird beglaubigt und die Vollstreck- barkeü des Urteils bescheinigt. Gießen, den 17. Mai 1907. gez. Dosch, 8467 Gerichtsschreiber des Großherzogl. Amtsgerichts. F. d. A. Klarenaar, Rechtsanwalt. Versteigerung. Freitag, den Jl. Mai 1VU7, pachmittags 3 Uhr versteigere tch ^eltersweg 11 im städtischen Pfandlokal dahier gegen Bar- sahlung die wegen Rückständen an 4 Zielen Gemeindesteuer, Ortskrankenkasse, Sttomgeld, Beerdigungskosten u. Oklroistrafen gepfändeten Gegenstände: mehrere Kassenfchränke, Sofas, Vertikows, Kommoden u. sonst. Mobilien. [3443 Löber, Pfandmeister. In meinem Neubau Stephan- straße 45 ist die Beletage u. 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