I Nr. INS Zweites Blatt General-Anzeiger für Oberhessen Aie Lage in MaroLüo. 'M tt Aer Aaljer nnd der ^-oH^rzog i» Mainz. Ulf O Laubach, 21. Aug. Seit voriger Woche hat eine Ferienkolonie kleines Feuilleton. p1 e. in ; iüi> S. S Ä C. nT lL 11 157. Jahrgana IQ| 'c. Handelsoampscr dringen wollte, wurde der stutriti an Bvrd und die Abgabe des Briefes vtrbo t e n. ** Aus dem Manövergelände. Auf den Fluren and Feldern der Wetterau herrscht jetzt ein reges, emsiges Treiben, die Landwirte sind daran, ihre Felder abzuernteu nnd iverden mitunter durch Sollten unterstützt. In den Feldern des Uebungsgeländes ist noch viel unreife Frucht — besonders Hafer und Weizen — vorhanden. In Butzbach hat sich jetzt das Regiment 168 zusammengefunden. Allenthalben sieht man in der Wetterau jetzt Strohwiepen, Tafeln lind sch'.varze Flaggen, die entweder vor dem Betreten eines Grundstückes warnen, oder ain Rande eines Abhanges, eines Hohlweges, einer Grube oder eines Steinbruchs den Soldaten zur Vorsicht inahnen. An mehreren Orten werden Manüver- Proviantämter eröffnet, so eins zu Berstadt, das nächsten Montag eröffnet ivird. Heute tcchen die 115ec in Dorheim, Södel, Melbach und Schivalheini ein, morgen bei Rohrbach und Rodheiln die 41. Infanterie-Brigade (81er, Frankfurt, und 166er, Hanaii). Die 116er üben seit Dienstag bei Steinbach. Die einzelnen Regimenter haben ihre Scharfschießen beendet und das Regiments- und Brigadeexerzieren beginnt. Ko lassen in. Die Firma Schlesicky - Ströhlein- Frankfurt u. M. hat das Unmögliche möglich gemacht. Nach- deni Direktor Rappmann durch das mangelhafte Funktionieren eines engagierten Kinematographen in der größten Verlegenheit war, stellte die Firma auf telephonische Bestellung gestern nachmittag eine vollständige nnd vollkomniene Kinemato- graphen-Einrichtung auf, gleichzeitig mit einem Apparat zur Projektion von Licht- und Reklamebildern, dec ebenfalls das beste auf diesem Gebiete darstellt. Das Programin des Kine- matographen sand den vollsten Beifall des gestern gut besuchten Hauses. a ii s G i e ß e ii, bestehend aiis einen: Ans Sterbt LrsrS Lcrno. Gießen, 21. Aug. 1907. ** Hilfe für Herbstein. Tie Stadt Gießen hat zur Linderung der Not in Herbstein eine Gabe von 5 00 Mk. gespendet und bereits nach Herbstein abgesandü Bei uns gingen von gestern bis heute mittag ein: SW Haupt 3 Mk., A. Goldschmidt 5 Ml., Joh. Fr. Schaaf 5 Mk, Ungenannt 1 Mk., Apotheker Schmieder 1U Mk., N. N. 2 Mk', Büaing 80 9Jif., Karl Küchel, Weinhandlung, 25 Mk., Kommerziell rat Georgi 50 Mk., Fabrikant Karl Georgi 20 Mk., Steucrral Hunsinger 3 Mk., M. F. 5 Mk., Dr. Fayet 10 Mk, Frl K. Baur 5 Mk., C. S. 2 Mk., M. ST. 2 Mk., Frau Pf. H. 2 Mk., Frl. Landmann 3 Mk., R. 3 Mk., Ch. Büttner 2 Mk, A. Hocher 1 Mk., W. Kilbingcr, Drogist, 5 Mk., Wäscherei Albach 5 Mk., M. K. 1 Mk., Gesangverein Gemütlichkeit (gestern abend ber einem Fäßchen gesammelt — zur Nachahmung empfohlen!) 12 Mk., W. N. 3 Mk., H. S. 20 Mk., Obersteiger Medenbach-Wnigsberg 3 Mk., Dr. R. Koch-Nidda 2 Mk. Dr. Liebe, Waldhos-Elgershausen 5 .Mk., J>. L. 2 Mk, K F 2 Mk ' W. u. G. Schuchard 50 Mk., P. Lindenborn 5 Mk., Dr. Lejeune 6 Mk., W. 1 Mk., Union-Brauerei Gießen 25 Mk., E R 5 Mk Zusammen mit den bereits früher quittierten 640.95 Mk. bis letzt 103 1.95 Mk. Hiervon sandten wir gestern eine zweite Rate von 400 Mk. an das Hülfskomitee in Herbstein, zu Händen des Kreisrats v. Bechtold-Lauterbach, ab. Giue W o h l t ü r i g k e r t ö - B o r st e l l u n g zum Besten der Abgebrannten in Herbstein veranstaltet Fräulein Mrnuy dr C e r en o t t r-Str a u tz am Freitag abend rm Neuen Saalbau, der zu diesem Zweck unentgeltlich zur Verfügung gestellt wurde. Wer den Rezitationsabend der Künstlerin am vergangenen Donnerstag besucht hatte, wird auch dem neuen Vortragsabend mit Interesse entgegen^ sehen, da nach dem damals Gebotenen ein hoher künstlerü scher Genuß zu erwarten ist. Wir wünschen der Künstlerin um des wohltätigen Zweckes willen ein recht gut besuchtes Haus. Erschtini täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die Siebener Familienblatier" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kretsblatt für den Kreis Stehen" zweimal wöchentüch. Der „hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. Mittwoch ZI. August 1907 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen llniversitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: e^@51. Redaktion:^^H2. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen. Bingen Halt nmchl und nach der R o ch u s t a p e t l e wandert. Der Weg dahin führt an dem Kirchhofe vorbei, auf dem sich eine.- Anzahl schöner Denkniäler, darilnter solche für die Veteranen und für die 1870/71 gefallenen Krieger, befindet. Nahe dem Leichen- hailse erhebt sich der Tenkstem, der diese Inschrift trägt. Sie stellt die Klage eines Witwers dar, und ihr Verfasser rvar der Binger Humorist Faber, der sie im Jahre 1820 auf Bestellung schuf. Daß man e5 in der Inschrift nut einem Akrostichon von spöttischer Bedeutung zu tun halte, ivurde erst nach Jahren entdeckt. — Em Wettbeiverb um Vorentlvürse für das Empfangsgebäiide auf dem n e u e n H a u p t b a h n h o f i n D a r m st a d t wird unter den in Deutschland ivohneriden Architekten mit Frist bis zum 1. Januar 1908 eröffnet. An Preisen werden ausgesetzt: em 1. Preis von 5000 Alk., ein 2. Preis von 3000 Mk. und zwei 3. Preise voll je 2000 Alk. Außerdem bleibt der Ankauf von drei weiteren Entwürfen zum Preise von je 1000 Alk. vorbehalten. Als Preisrichter |inb u. a. m Aussicht genommen: Ministerial- mtb Wiesner in Berlin, Oberbürgermeister Mornewea m Tarmstadt, Geh. Otegierungscat Professor Dr.°J,ig. Messel in Berlin, Professor rZr. v. Thiersch in München, Professor Dr.-Jna. Bnuio e-chmitz in Berlin-Charlottenburg. Die Unterlagen sind von der^Elseiibahlidirektion in Alainz zu beziehen. — Dr. Paul K u h n, Hofopernsänger üi Dar m stadt, wurde nach erfolgreichen Gastspielen als Mime ulid David vom Jahre 1908 al) auf fünf Jahre an das Hoftheater in Al ü n ch e n verpflichtet, a- „ ,e?.l)..nrb Hauptmann ist laut „B. Z." mit einem ^extsiuck beschäftigt, in dessen Mittelpunkt Karl der Große steht. ZiusSonfc. Noin, 20. Aug. Das „Gwrnale d'Jtalia' verzeichnet unter Vorbehalt ein m Messina umlaufendes Gerücht, nach welchem König Eduard mit dem König Viktor Eu'ianuel während der Seemanöver in den Gewässern von Messina zusanimentreffen soll. — Hiesigen Blättern zufolge beabsichtigen im nächsten Jahre etwa 3 0 00 0 italieni sche Familien nach Chile a u 8 z ti w a n d e rn. 2)ie italienischen Behörden stichelt diese Masscnauswandcrungen zu verhindern. Es heißt sogar, daß für das nächstö Jahr besonder-gesetzliche Maßregeln getroffen iverden sollen, die der Auswandermig eine gewisse Schranke setzen. — Eine abessinische Mission ist hier eingetroffen, die sich nach Berlin und Wien begeben wird. Sie wurde vom Kaiser Menelik entsendet, uni den Besuch der österreichisch- ungarischen und deutschen Unterhändler zum Abschluß von Handelsverträgen zu erwidern. Der „Verl. Lokalanz." meldet aus Uesküb: Eine bulgarisch e Bande unter Führung desÄöoywoden Ap ostol, die einen reichen Spanier Baron Maluch gefangen genommen hat, verlangt für seine Auslieferung 100 000 Mark und droht mit der Ermordung des Gefangenen bei der Verweigerung des Lösegeldes. Das „Berl. Tgbl." meldet aus Chicago: Die Polizei hob eine Bombenfabrik von armenischen Erpressern auf, die seit längerer Zeit namentlich in Chicago und Rew-Pork zahlreiche Gewaltlaien verübten. 20 der gefährlichsten Mörder und Erpresser wurden verhaftet. Der mitverhaftete Rädelsführer sagte aus, die Bande hegte den Plan, den Sultan der Türkei zu ermordern. Zum Bibliothekar der Senckenberg'schen b l i o l h e k in Gießen follte, wie man aus einem in- , feilten Ausiatze von Karl Esselborn über .Karl Ludwig Wil° • n v. Grolman in Gießen" im neuesten Bande des „Archivs für 1 i$cbe Geschichte und Altertumskunde" erfährt, nad) dem Testa- "„des Frhrn. v. Senckenberg vom 22. August 1800 „jedesmal längste Profesior der Rechte oder der Geschichte genommen öen, welcher die beste Handschrist habe". Esselborn hält llir möglich, daß Senckenberg dabei an seinen Neffeii, öen cren Staatsminister v. Grolman, gedacht hat und dessen zierliche , deutliche Handschrift. Grolman war kiirz vor seinem 25. ©c- 41 :stage im Jnli 1800 znrn ordentl. Professor derRechte tsi nml worden mir einer Besoldung von 300 Gulden r l i ch. Tie Ernennung zum Bibliothekar im Jahre darauf Hte ihm eine jährliche Gehaltszulage von 200 Gulden und freie Eichenlaub dem Generalleutnant v. Str ann Stumm her 25. Tw - den Stern zum Roten Adlerorden 2. M ' bem Generalleutnant v. Wachter, General-Adjutant desGrvß- herzogs; den 8toien Adlerorden 2. Kl. mit Eichenlaub dem Generalmajor Stettler, Stommandant von Mai.NL' den Kronenordcn 2. Kl. dem Oberstleutnant Staabs erster Art.-Offizier vom Platz in Mainz; den Stronenordcn 3. stL mi.t der Schleife «d em Oberst v. Nn 0 ow, stonunandeur des 1. Nass. Jnf.-Negts. Nr. 87 und dem Oberst v. Dewitz Kommandeur des 2. Nass. Jnf.-Ncgts. Nr. 88, dem Hofmarschall Frhrn. v. Unger-Sternberg den Stronenorden 2. Klasse. Um 3 Uhr r eiste n der Kaiser und das Prinzenpaar Friedrich Karl von Hessen im Automobil nach Schlön Fried- richshof bei Stronberg ab. Das G r o ß h e r z o g l i ch e Paar fuhr mit dem groß Herzog gegen 4 Uhr nach Scyloß Wo lss-g arten zurück. den Herren der hunwristisch-ergötzliche Henkel des Herrn Jürgensen und der ritterliche Nalnrarzt des Herrn Böhnöe. Fräulein Hartmann war eine kaprizöse Ilka, Frau Bayr Hamme r war eine trefiliche Agn s- Alle Beteüigten können mit dem Erfolg zufrieden sein, oen sie errungen haben. Nach Schluß der Vorstellung entbot der St1 a t) e r einige Dnrfteller in seine Loge, um ihnen Dank und Anerkennung auszusprechen. Frau Bay r- hammer und Fräulein Hartmann erhielten wertvolle Broschen, Herr Jürgensen — ber seit langen Jahren eine hervorrngende stütze des Repertoirs biloet — und Herr Bohnäe kostbare Busennadeln. In einer Ansprache an das versammelte Personal sprach sodann auuj der Intendant seine volle Anerkennung aus- — Fran Elfriede Bayrhaninier ist das bisherige liebenswürdige talent- und temperamentvolle Alitglied unserer Gießener Bühne' Wir sahen die viel verheißende Künstlerin, die übrigens biefeii ; Sommer nach Englaiib, ii. a. auch an Shakespeares Grab, geführt hat, mit lebhaftestem Bebauern von uns gehen, zumal ihre Bühnen- gewaiibthest zuseheiibs wuchs und ihr heiß wallendes Theaterbliil i allniählich. auch bie rechte Zügelung erfuhr, freuen uns aber der ihr i durch den Kaiser nun zuteil geworbenen Auszeichnung. Jürgeiisen ' i|t ben Gießenern gleichfalls wohlbekaiint durch seine wieberholten ' hiesigen Gastspiele ui Kleist- nnd Moliere-Rollen. — Folgende Grabschrifl: „Wohl auch die stille Häuslichkeit , Ist eines Denkliials wert; ( I h e sei es hier von mir geweiht Und wer bie Tugend ehrt A u ch in dem eiiuachen Gewand, - ■ i s. 111 >lnen^ ^chu^rz ist er verwandt" kann jeder den Rhem Bereisenbe im Urbilbe erschauen, wenn er in 0: "3 Ernennung zum Bibliothekar im Jahre barauf jährliche Gehaltszulage von 200 Gulden unb freie )nung im Senckenberg'schen Hause. [ß.j Aus Kassel wird geschrieben: Inmitten der zahlreichen toi« lichtesten, die die diesjährige Anwesenheit der Majestäten iiiS Wilhelmshühe mit sich gebracht hat, nahm das.Thöatre pare 18. bs. Mts. eine hervorragende Stelle ein. Die neue aterleitung unter dem Grafen Bylandt-Nheybt hatte ihren C >en Tag. Gegeben würbe „auf Allerhöchsten Befehl": „Krieg ü-i Frieden". Cs ivurde mit Elan gespielt. Die größtenteils t m Strüfte bewährten sich vorzüglich neben den alten, sodaß Kaiser dem Jnterrdanlen seine volle Zusriebenheit aus- jf -i-eu konnte. Die Majestäten unterhielten sich ossenbar .. "g"ch und gaben nach jedem Attschluß Zeichen zum Bei- Ker.vLrMe.tzxK guZ der ReiA' tzzr LMeller M unter Mainz, 20. Aug. Gegen 12 Uhr erfolgte, wie schon kurz gemeldet wurde, der- Einzug des Kaisers in tue Stadt unterrn Geläute der Kirchenglocken und der lauten, lebhaften Begrüßung des in dichten Scharen die Trottoirs säumenden Publi- kuins. Ter Kaiser ritt zwischen dem Großherzog und dem konlmandierenden Generale an der Spitze der Fayncn- rompagnie, der Leibkompagnie des Jnf.-Regts. Nr. 116, Hauptmann Stephan. Im Vestibül des Palais erwartete Oberbürgermeister Dr. G o t t e l m a n nchen Kaiser, der ihn mit den Worten begrützte: „Tag, Oberbürgermeister, wie geht es Ihnen?" Ter Ooerbnrgermcister dankte und gab öe^ hohen Freude Ausdruck, daß der Kuifer die Stadt wreoer mrt seinem Besuch beehrt habe. Namens der Stadt entbot er dem Kaiser dann herzlichen Willkommen in der Stadt. Nachdem sich der staqer dann noch kurze Zeit mit dem Oberbürgemucisler unterhalten hatte, verabjchieoete sich der hohe Herr vom Stadtoberhaupte, das auch vorn Groß- Herzog überaus sreundlick begrüßt wurde. Dem Staiser lourden darauf sechs Mann vom Jn^.-Regt. Nr 116 durch zwcr Leutnants vorgestellt, bie eine neue Art von Gamaschen zur Probe trugen. Auch die beiden Ossrziere trugen die Gamaschen, die aus schwarzem Tuch gefertigt sind und vom Smochel bis unterhalb des Knies eng anliegen. Vor den Augen des Kaisers mußten dann die sechs Musketiere das Gepäck abtegen, den Wafsenrock aus- nnd eine neue Art von Winterlitewka anziehen. Längere Zeit ließ sich der Staiser vom kommandierenden General Vortrag über das Ergebnis des Probetragens der Gamaschen und der Litewken halten und mehrmals sprach er auch die Soldaten selbst an, sich Aufklärung von denselben geben lassend. Der Kaiser wurtete, bis fiep die Leute wreder angezogen hatten, und überreichte danach noch persönlich einem der anwesenden höheren Offiziere den stro- nenorden 2. Klasse. Danach begaben sich Kaiser und Großherzog in das obere Stockwert des Schlosses. Um 1 Uhr war Frühstückstafel mir folgendem Menu- Wemarlandjuppe, Hühner-Timbales, Rheinsalm, Lammrücken, gefüllte Feldhüner in Gelee, Swpaunenbraten-Salat Artischockenböden und Birnen nach Richelieu. Die Tafelmusik stellte die Kapelle des Regiments Kaiser Wilhelm Nr. 116, usikdirektor Krauße. Ter Kaiser verlieh u. a. folgende OrdenSauszeich- nungen: Tas Großkreuz des Noten Adlerordens mit Eichenlaub dem kommandierenden General v. Eichhorn- den Roten Adlerorden 3. Kl. mit der Schleife dem Chef des Generalstabes des 15. Armeekorps, Oberstleutnant I l fe den Kronenorden 1. Kl. Generalleutnant Frhr. v Guul' Komm, der 21. Tiv.; ben Roten Adlerorden 2. Kl. mit « roch Nicht fest, ob und wann diese Abordnung Fez verlassen A liird Es wird jedoch stark bezweifelt, ob! sie vom diplo- iratijchen Korps wird empfangen werden. ,, S^UÖ- Wie schon zweimal im Verlauf der ev^u, «ochs Monate wurde auch jetzt wieder von den Stam- Uumr ?.r ra k e sch dem Gouverneur dieser -tadt, aKuleh Hafid, dem ältesten Bruder des SultauZ ie Sultans würde an geboten. Diesmal wird er 1Telllt^ier' lucf)t ablchnan können, weil sonst ein allerer Abkoililnnng des Propheten zum Sultan ausgerufen mrde und bie gc>amle regierende Familie cntthrout wer- ll e? 1yur^)e; französischen Regierungskreisen wird ver- ucj datz die Annahme der Sultaiiswürde durch Muley ch ^fto Frankreich iiicht zu einer Expedition bestimmen würde, ff . Köln, 20. Aug. Die „Köln. Ztg." meldet aus Tanger nterm 20. August: Sonderboten sind aus Marrakesch in ch'caza^gan eingetrosfen und bestätigen, daß der Bruder tlf es Sultans, Statthalter in Marrakesch, Muley ed1 a 11 v, sich zum Sultan ausrufen lieh. In Ma- rgan ift es ruhig. Aus allen Teilen Marokkos erging an idt'Lk -n Aufforderung, gegen Casablanca nnd $ rse,tnen Krieg s z u g zu unternehmen. J 4"e /er bald Trrallieure Hilfe brachten. Die an demselben odi ose gelandete französische Batterie beschoß die Araber e noch einen Angriff gegen die französische Westfront a» rfucyicn, aber von Tirailieuren und Fremdenlegionären - rnccgetriebeu wurden. Ta die Franzosen nur 3 Tote dib 6 Verwundete hatten, kann der Kampf kaum uu ernstlich bezeichnet werden. Die Spanier ei ühstückten während dieser Gefechte und er- M neuen erst, als alles vorbei war, auf dem Platz.' Eine ¥ Goigung der flüchtigen Araber unterblieb, doch brachten "en noch die Geschütze der Kriegsschiffe beträchtliche Ver- aui ste bei. 6iÜ uger, 20. Aug. (Seit dem 12. ds. ist man ohne ja; >e Nachricht über den Aufenthalt Macleans. Die Verden sind um die Sicherheit des Kaid sehr besorgt. auf; ^iazagan dauert die Abwanderung dec europäischen Beer. ikerung fort. Aus Tanger sind bisher 3000 Personew 3 gereist. - Hamburg,20. Aug. Ter Kapitän des aus Casablanca u Mmmenen D a m p f e r s „A r k a d i a" Hoopman teilt mit, iiii V)» wahreno zwischen den französischen Kriegsschiffen und M i aus der Ne ehe liegenden französischen Dampfern vor 1 Ereignissen ein reger Verkehr stattfand, der deutsche W rmpf er ignoriert wurde. Auch wurde er vom ^gum des Bombardements nicht unterrichtet, so daß ei' e9. . H^fen blieb, während die anderen fremden Dampfer -f die Hauptreede gingen. Dem rheinischen Fabrikanten W innesmann-^üsfeldorf, der iin Auftrage des als Flücht- L g an Bord der „Arladia" befindlichen Konsuls Baron | i Heemstra einen Brief mit einem Bericht über die Lage Lasablanca^an einen gerade angehenden französischen , . u 8 er, 20. Aug. Llus Mogador wird berichtet, daß die dortigen Stämme sich entschlossen haben, den h e i- L ligen Krieg zu Proklamieren. In Saffi ist die ^age unverändert, dagegen hegt man immer noch ernste 5 Befürchtungen für bie Zukunft. JnMazagan ist die Auf- K 9 unter den Stämmen unbeschreiblich. In Kckrraba % "ud 15 000 Mann Etitetruppen, die früher vom K a i d M a c - ^.ean beschligt worden waren, eingetrofsen. Diese Trup- jj ^en waren bestimmt, um mit den französischen Truppen t( " Casablanca gegen die Stckbylen vorzugehen, inzwischen P ledoch eut Gegenbefehl eingetrosfen und es ist wahrschein- ai la), daß diese Mannschaften zum Schutze der Euro- s- j aer nach Mazag an entsandt werden. In Fez verles der Jahrestag oer Geburt des Propheten ohne Un- uhen. Tie Entsendung von Ncotabeln ist vom Sultan ohne rgendwelchcn Truck selbständig verfügt worden. Es stebt Lehrer mit 13 Knaben aus den höheren Schulen Vieler Stadt, int Gasthause zum Solmser Hof einen längeren Ferienaufenthalt genommen. — Ein Waldfest, das der hiesige Gesangverein Harmonie auf unserem Namsberg Sonntag mittag abzuhalten gedachte, verregnete vollständig, so daß sich die Mitglieder der Harmonie zu geselligem Beisammensein int Gasthauje zur Traube dafür vereinigten. Der hiesige Musikverein sorgte für die Unterhaltung. — Am Samstag abend vereinigten sich die Veteranen, 13 an der Zahl, bei Gastwirt Högl) und frischten zum Andenken an die Schlacht -bei Gravelotte vaterländische Erinnerungen auf. — Atzenhain, 20. Ang. Die Buderus'schen Eisenwerke beabsichtigen, in der Gemarkung Atzenhain eine Erzwäsche mit Dampfbetrieb zu errichten. -m Friedberg, 20. Aug. Der gestern hier verhaftete Karl Vogt von Ober-Rosbach, der die Auguste Lerchs zu erschießen verjiichte, erhängte sich in einer Zelle des hiesigen Polizeigesängnisses. Er wurde von einem Schutzmann dent hiesigen Schöffengericht vorgeführt, von dem er wegen einer länger zurückliegenden Tat 3 Monate Gefängnis erhielt. Bei dem Rücktransport nahm ihui der Schutzmann vorsichtshalber seine Hosenträger weg. Als er nm Nachmittag zur Vernehmung wegen des Mordversuchs wieder vorgeführt werden sollte, hmg er tot an der Zellentüre. Er hatte eine Kolter zerrissen, die Stücke zusauunengedreht und sich daran erhängt. Die Leiche kam auf den hiesigen Friedhof. Vogt entstammt einer achtbaren Bauernfanulie in Ober- Rosbach. Daß die Affäre keine weitere Opfer erforderte, ist nur dem alten Revolver sowie der Unkenntnis des Schützen im Umgang mit Waffen zu verdanken. X Altenstadt i. d. Welterau, 21. Aug. Beim Bau der Wasserleitung stieß man auf Reste eines Rö mer- kastells. Die Spuren an verschiedenen Stellen ergaben, daß seine Lage eine ganz andere war, als von A. Koster festgestellt, bezw. angenommen wurde. Zurzeit verweilen mehrere Altertumsforscher, u. a. Oberleutnant Gieß aus Heppenheim, hier, um Aufnahmen zu machen. Gefunden wurden bis jetzt römische Silbermünzcn ails 192, der Regierungs- zeit des Kaisers Pertinax, ferner eine Schale aus teu a sigulata mit dem Eindruck: Lossa fecit. Man hofft bei den beabsichtigten weiteren Ausgrabungen noch weitere Fundftücke zu erbeuten. -1- Ober-Mörlen, 21. Aug. Heute feiert Pfarrer Tobias T h a l e r hier sein 5 0 j ü h r i g e s P r i e st e r j u b i l ä u in. Sämtliche katholische Geistliche des Dekanats waren zu der Feier erschienen. Aus Nah und Fern, insbesondere aus Ober-Mörlen, wurde der Jubilar mit Geschenken bedacht. Er feierte am 21. August 1857 in Ockstadt bei Friedberg seine Primiz. Sein 25 jähriges Priestcrjubiläum feierte er in Schwabenheun a. d. Selz. Auch in Mombach war er jüngere Zeit als Pfarrer tätig. Geboren wurde der Jubilar auf dem Hofgut Hasselhek der Freiherren von Ritter wo sein Vater Pächter war und das zu seinem jetzigen Pfarrsprengel gehört. Seine Jugendjahre verlebte er in Friedberg. Er steht im 76. Lebensjahr, und erfreut sich noch einer großen Frische des Geistes und Körpers. -sd. Darmstadt, 20. Aug. Der durch das Automobil dieser Tage verunglückte Fuhrmann Gölz wurde heute nachmittag unter zahlreicher Beteiligung auf dem hiesigen Fried- Hofe beigesetzt. Als Vertreter des Generalobersten v. Lindequist wohnte Oberstleutnant v. Jlfemann, der Kommandeur des Leib-Dragoner-Regiments Wr. 24, der Beisetzung an. Er hatte auch vorher der Witwe das Bedauern der bet dem Unglück anwesenden Herren ausgedrückt. h. Frankfurt a. M., 20. Aug. Die Koblenzer Staatsanwaltschaft hat vorgestern die Verhaftung des Chemikers Dr. Scriba abermals angeordnet, trotzdem er 30 000 Mk. inicht 20 000 Mk., wie es früher hieß) Kaution gestellt hat. w Kronberg, 20. Aug. Der Kaiser ist mit dem Prinzenpaar Friedrich Karl von Hessen um 3 Uhr 50 Min. auf Schloß Friedrichsruh eingetroffen. Die Herrschaften begaben sich um 6 Uhr mit dem Prinzenpaar Friedrich Kart von Hessen zum Bankier Carl von Grunelius und nahmen in dessen Villa den Tee ein. Auf Schloß Friednchshos fand nm Abend Galatafel zu 30 Gedecken statt, an der der Kaiser, das Prinzenpaar Eitel Friedrich von Preußen, Prinz Ernst von Sachsen-Weimar, Botschafter Sir Francis Lascelles, Regierungspräsident von Meister und Geiiiahlin, Landrat von Marx und Gemahlin, Gräfin Alexander Münster, Karl von Grunelius und Gemahlin, Dr. Spielhagen, sowie Hauptmann Graf von Soden teilnahmen. X Hanau, 20. Aug. In der letzten Zeit wurden in verschiedenen Orten der Umgegend Motorzweiräder gestohlen, so in Offenbach, Frankfurt rc. Jetzt ist es gelimgen, den Dieb in der Person des Dachdeckers Karl Hupfeld aus Oberrad zu verhaften. 2(uf eigenartige Weise gelangte man auf die Spur des Diebes. Vor wenigen Tagen erfolgte in Hanau zwischen einem Automobil und einem Motorzivei- rad ein Zusammenstoß, wobei das letztere stark beschädigt wurde. Der angebliche Besitzer des Motorrades gab es in eine hiesige Reparaturwerkstätte und bot am anderen Tage dem Inhaber der Reparaturwerkstätte ein Fahrrad als Zahlung gegen die oorgehommene Reparatur an. Dieses Fahrrad war, wie das Motorzwewad gestohlen. Jedenfalls hatte der Dieb Kenntnis davon erhalten, daß man auf seiner Spur war, denn er schickte sich nicht an, wiederzukommen, um das reparierte Motorzweirad abzuholen. Gestern gelang es, ihn in Frankfurt zu verhaften. Ium Auüc Kau. Die Familie Molitor hat, wie wir gestern bereits mitgeteilt haben, einige Briefe der Qeffentlichkeit übergeben, aus denen hervorgehen soll, daß sowohl Frau Lina Hau, wie insbesondere auch der Verteidiger Haus, ,Dr- Dietz, von der Schuld Karl Hau's überzeugt gewesen waren. Tie in Frau Linsts Testament ausgesprochene Verwahrung, daß niemand aus ihrem Verhalten einen Schluß ziehen dürfe, der irgendwen in dem Prozeß Beteiligten belaste, verbietet jedoch u. E. die Folgerung, daß der jetzt verössentlichte Brief für die Schuld Hau's zeuge- Die Achtung vor der in diesem Testament enthaltenen bestimmten Willensäußerung gestattet niemand, aus einem in einem früheren Zeitpunkt der Affäre geschriebenen Pri- patbrief der gequälten fjruu Schlüsse zu ziehen- Die „Neue Bad- Landes-Ztg.st erfährt authentisch, daß die Rücksicht auf Fräulein Olga Molitor zur Veröffentlichung der Briefe geführt habe wegen der gegen sie gerichteten Angrisse in der Qesientlichkeü- Die Familie Molitor glaubt die Feststellung der vollkommenen Integrität des Fraulein Olga Molitor in der Hau- Afsäre durch die Veröffentlichung der zitierten Briefe herbeigeführt zu haben-. i i .i t. i c t r t Zucht 140—160 Mk., schwere Tiere bis 190 Mk. Verkauft wurde der Ztr. Schlachtgewicht Fettvieh: Rinder 1. Qual. 78—80 Mk 2. Qual. 73—75 Mk. Kühe 1. Qual, 69—71 Mk., 2. Quai' 63—66 Mk. Kälber 1. Qual, (über 50 Pfd. schwere Tiere) 76—80 Mk., 2. Qual, (zwischen 40 und 50 Pfd. schwer) 69—73 Mk„ 3. Qual, (leichtere Tiere) 60—65 Mk. Gangochsen wurden gehandelt pro Paar 1. Qual. 900—1000 Mk., 2. Qual. 750—850 Markt, leichtere Paare fehlten am Markt. Der Handel war rüh zu Ende und der Austrieb wurde in allen Viehgattungen geräumt. , W Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hefte» am Donnerstag bcn 22. August: Wolkig, doch trocken. Kühl. Leichte westliche Winde. Die>Tragweite bet Briefe Es kann nicht ausbleiben, daß die Briefe, besonder der des Vert- Dr- Dietz, Aufsehen machen werden. Man darf jedoch ihre Tragweite keineswegs überschätzen, zumal eine authentisch unterrichtete Seite darauf hinweift, daß diese Briefe schon während der Hauptverhandlung bekannt waren- Sie sind bereits im April geschrieben- Zu dieser Zeit hatte Tr. Dietz Frau Lina Hau noch gar nicht persönlich gesprochen- Er riajtete seine Verteidigung nach dem Material ein, das ihm bis zu jener Zeit vorlag. Zum erstenmal hatte am 13- Mai Tr. Dietz eine lange (vier- Uündige) persönliche Besprechung mit Frau Lina Hau in Karlsruhe und hierbei und bei ihrem zweiten Besuch am 5- Juni, zwei Tage vor ihrem se!bssi;ewählten Tode, gab sie ihm diejenigen Tatsachen in der Hand mit der Ermächtigung, im äußersten Notfälle davon nach ihrem Tode den erforderlichen Gebrauch zu machen, durch welche die Verteidigung auf ei ne ganz andere Basis gedrängt wurde- Solange von dieser Tatsache kein Gebrauch gemacht werden konnte, war die Sache als solche bei dem Schweigen des Angeklagten selbst mehr oder minder „aussichtslos"- D __ Demnach also ändern die Briefe tatsächlich die Situation nicht im mindesten und tilgen ebensowenig den Verdacht, der nach wie vor auf einer frei sich bewegenden Person lastet- Keines^- wegs wird bureb diese Briefe etwa bewiesen, daß Dr- Dietz noch während der Hauptverhandlung an die Schuld Haus ge- glaubt habe- Arbeiterbewegung. Frankfurt a. M., 20. Aug. In Versammlungen btt Schlossermeister und der Gehülfen wurde die Aussperrung und der Streik der Schlosser nach fast sechswöchiger Dauer für beendigt erklärt. Den Arbeitern wurde eine halbstündige Verkürzung der täglichen Arbeitszeit und eine Lohnerhöhung von 7Vs v. H. bewilligt. 91 ü r n b e r g , 2u. Aug. Ende voriger Woche hatten 1 00 Säurt r b e 11 e r Oer Firma Frisch die Arbeit niedergelegt, weil die Firma sich geweigert hatte, zehn Nichtorganisierte Arbeiter zu entlassen, die sie seit 15 Jahren beschäftigt. Jetzt hat darauihin bei Handel und Verkehr, volk»wirtjchaft. — Einnahmen deutscher Eisenbahnen. Die deutschen Eisenbahnen vereinnahmten im Juli aus dem Personenverkehr 72 483 969 Mk. (— 3 576 694 Alk.), aus dem Güterverkehr 133 083 069 Alk. (4- 11812 630 Mk.). Tie Bahnen mit dem Rechnungsjahr April— März vereinnahmten vom 1. April bis Ende Juli ans dem Personenverkehr 219 242 689 Mk. (— 3 287 504 Alk.), ans dem Güterverkehr 462 787 380 Alk. (+ 36 351 110 Alk.), und die Bahnen mit dem Rechnungsjahr Januar—Dezember m der Zeit vom 1. Januar bis Ende Juli aus dem Personenverkehr 52 527190 Alk. (4- 490 574 Alk.) und aus dem Güterverkehr 98 431 187 Aik. (+ 7 662 615 Mk.). Märkte. th. Gießen, 21. Aug. Der gestrige V i e h m a r k t hatte einen Auftrieb von ca. 1000 Stück Großvieh, 100 Stück Jungvieh für Zuchtzwecke und 150 Kälbern. Beim Vorhandel wurde nur schwarzbunte Milchware zu 'hohen Preisen gehandelt. Der Markt zeigte in Milchkühen einen recht flotten Handel, so daß in dieser Viehgattung die Preise wieder etwas anzogen. Der schwache Auftrieb von Milchkühen genügte nicht, um den Bedarf für die zahlreich von Main, Rhein, Nahe und Mosel gekommene Kundschaft zu decken. Ebenso wurde der kleine Vorrat von Zuchtrindern und Stieren glatt verkauft. Am Handel in Fetlvieh beteiligten sich nur Käufer aus Ob er Hessen und aus den Lahnstädten. Sie legten verhältnismäßig gute Preise au, so daß unsere Gießener Metzger sich nicht am Geschäft beteiligten. Auf dem llälbermarit fehlte es an besserer Ware, die besonders für Wiesbaden, Mainz und Frankfurt vergeblich verlangt wurde und deren Vorhandensein aber auch auf die Preisbildung sich steigend bemerkbar gemacht hätte. Trotzdem waren die gezahlten Preise für die Zeit recht hoch. Gangochsen waren nur m wenigen Paaren am Wtartt und tonnten zu guten Preisen an den Mann loniincn. Gehandelt wurde das Stück Kühe, frischmelkend und tragend 1. Qual. 450—500 Mk., 2. Qual. 350—42U Mark, 3. Qual. 280—320. Mk, Junge, Sichre mch Müder zur Griginai-DrshtmeLdungeu. Koblenz, 21. Aug. Heute nacht kurz vor 12 Uhr stießt! ein Güter zug und ein Personenzug auf der Streckt Koblenz—Bingen zusammen. Einzelheiten fehlen noch London, 21. Aug. Nach Zeitungsrneldmigen au- Tanger forderte der Maghzen die Konsuln und alle übrigen Europäer auf, die Hauptstadt zu verlassen, da Ruhestörungen befürchtet werden. 2 Scherife werben die Abreisenden nach der Küste begleiten. London, 21. Aug. Im Auswärtigen Amt werden die Gerüchte von einer im September geplanten Mittel- meerreise König Eduards entschieden bernetu ti e r t. Paris, 21. Aug. Die 4 wichtigsten Stämme von Südmarokko, die Whilai) Hagis zum Sultan ausgerusen haben, befinden sich auf dem-Marsch nach Casablanca. Links vom Lager General Drudes wird fortwährend ge* kämpft. Der General hat Blättermeldungen zufolge 23er» Arbeitgeberverband für das Baugewerbe in Mittelfranken beschlossen, \ die sozialdemokratische Organisation der Baiiarbeiler auszilsordern, *= bis Donnerstag die den ausdrücklichen Bestumnungeii des un vorigen ' Jahre abgeschlosseiien Tariwerlrages entgegen verhängte Sperre 1 über die Bauten der Firma Frisch a u f 5 u l) e 1) e n, andern- falls dürften nächsten Sonntag sämtliche frei organisierte Arbeitei J im Baugewerbe Nürnberg-Fürth entlassen werden. B e l f a ft, 19. Aug. Neue Unruhen sind gestern ausgebrochen. J T r u p p e n v e r st ärk u n g e n sind bereits eingetroffen. A n t w e rp e n, 20. Aug. Der Aus stand der Hasen- j a r b e i t e r nimmt z u; heute arbeiten nur etwa hundert Manir : Die Arbeitgeber beschlossen neue englische Arbeiter auzuwerbeii Der englische Abgeordnete Wilson versuchte in einer Bersaimn. J luug die englischen Arbeiter zii überreden, daß sie die Aui- - werpeuer Hafenarbeiter nicht ersetzen; Wilson ist lüieber nach Eng« * land abgereist. Antwerpen, 19. Aug. 700 Dockardeiter sind aus ' Hamburg zum Ersatz der Aiisstäudigen hier eiugetroffen. Ein 1 Teil der englischen Ersatzleute ist wegen Rebellion nach - England zurückbeiördert worden. I GeröchtssacrL. R- B. Darmstadt, 20. Aug. Drei Jahre Z u chthauz und fünf Jahre Ehrverlust verhängte heute die Strafkammer über den schon vielfach mit hohen Zuchthausstrafen vorbestraften Kirchenräuber Michael Jörg aus Gaibach in Bayern- Er war in der Nacht zum 18- Dezember vor. Jahres in die alte katholische Kirche in Offenbach durch ein gewaltsam zer- törtes Kirchensenster eingedrungen, und hatte dann aus einem verschlossenen Schrank den Inhalt dir Opserbüchlfei, 6 bis 8 Mark, geraubt, die .übrigen Opferstöcke aber vergeblich aufzubrechen versucht- Man fand bei dem Verhafteten nacht nur eine auffallende Menge Kupfergeld vor, solidem auch viel Tiebeshand- werkzeug, und die vom Sachverstäiidigen Dr- Popp-Frankfurt vorgenommene Untersuchung ergab, daß die an dem Werkzeug zurückgebliebenen Bleiipuren genau Die chemische Zusammensetzung zeigten wie die Bleieinfassung des Kirchensensters, ebenso das bei ihm vorgefundene Stearinlicht mit den abgetropften Licht» spuren in der Kirche- Tas Hauptbeweismoment aber bildete der Umstand, daß man auf. einem ganz in der Nähe befindlichen Kothaufen, wie ihn viele Diebe aus Aberglauben als Schutz gegen Entdeckung zu hinterlassen pflegen, eine Anzahl Blätter aus einem Verbandsbuch der Bauhaiidwerker fand, dessen Besitzer der Verhaftete war; genau Me)eiben nummerierten Blätter, dir aus dem Buch herausgerissen waren, hatten die Schutzleute an der bezeichneten Stelle vorgefunden und als Beweismittel aufbewahrt. Trotz der erdrückeiiden Beweise leugnete der Angeklagte hartnäckig und benahm sich während der ganzen Verhandlung frech, daß wiederholt mit feiner sofortigen Abführung gedroht werden mußte- In Rücksicht auf die vielen Vorstrafen und das Benehmen des Angetlagteii, sowie auf den besonderen Schutz, den das Gesetz den Kirchen an geb eiben lassen müsse, wurde der Augetlagte zu vorerwähnter Zuchthausstrafe verurteilt- Stockholm, 20. Aug. Zwei Deutsche, namens Scholke- meyer und W i n t h e r , die vor einiger Zeit den Geldbriefträger Olsson ermordeten und ausraubten, wurden heute zum Tod e v e rurteil t.J Vermischt«». * lieber eine T 0 de sfahrt im Automobil, bei welcher der amerikanische Millionär Noot und seine gaiize Familie ums Leben gekommen ist, wird aus Massachusetts berichtet: Root und feine ganze Familie ist vollständig taub. Während einer Automobilfahrt überkam ihn plötzlich die unglückliche Idee, mit einem Eilzuge um bi e Wette zu fahren. .Plötzlich kam das Automobil an eine scharfe Kurve, wo die Eisenbahn die Straße überschreitet, was Root nicht zu wissen schien. Da Root, der das Automobil selbst lenkte, die Warnungssignale des Lokomotivführers nicht hörte, machte dieser den letzten Versuch, indem er mit Volldampf die kritische Stelle früher zu erreichen suchte, als das Automobil. Als Root dies bemerkte, gab auch er feinem Wagen die größte Geschwindigkeit und es erfolgte der unvermeidliche Zusammenstoß. Das Automobil wurde vollständig zertrümmert. Root und sein Sohn kamen unter die Lokomotive und wurden sofort getötet, die Mutter und seine Schwester wurden weit ins Feld geschleudert und waren ebenfalls tot. Eine Tochter Roots ist lebensgefährlich verletzt. * Kleine Tageschronik. In B e r l i n hat sich Unterschlagungen in Höhe von 27 000 Mark der 33 Jahre alte Buch- Handlungsgehilfe Johann Klein zuschulden kommen lassen. Seit dem Jahre 1903 vernichtete er Abschnitte eingegangener Postanweisungen, steckte das Geld in seine eigene Tasche und verdeckte die Unterschlagungen durch falsche Buchungen. — In Köln wurde ins Bürgerhospital ein junges Mädchen eingeliefert, das in einem Hause mit der brennenden Lampe hinuntergefallen war und sich dabei schwere Brandwunden am ganzen Körper zugezogen hatte; sie starb bald darauf. Bei der weiteren Untersuchung des Falles ergab sich, daß lt(ie Verstorbene sich mit der Hausbesitzerin in Streit befunden hatte, als der Todessturz erfolgte. Es ist deshalb nicht ausgeschlossen, daß ein Verbrechen vorliegt. — In Feldgeding (Bayern) wurden drei Soldaten des 4. Ehevauxlegers-Regirnents, die • zurzeit dort einquartiert sind und in der Wirtschaft des Wirts Wächterrieder gezecht hatten und in Streit geraten waren, von dem Wirt, der ihnen nachging, niedergefcho ssen. Der eine von ihnen wurde ins Äuge getroffen und kämpft mit dem Tode. Die beiden anderen wurden leichter verletzt ins Spital nach München geschafft. — Dem „Schwöb. Merkur" zufolge ist im Pfarrdorf Darmsheim bei Böblingen Großfeuer ausgebrochen. Der Brand griff infolge Sturmes so rasend um sich, daß 68 Gebäude niedergebrannt sind, darunter die Gasthäuser, das Haus des Bürgermeisters und das Pfarrhaus. Die Kirche, von der bereits der Turm brannte, das Rathaus und das Schulhaus konnten gerettet werden. 58 Familien sind obdachlos. — In Wien sind nach amtlichen Meldungen vom 10. bis 17. August sechs Erkrankungen an Blattern vorgekommen. Die Zahl der Erkrankungen beträgt seit dem Frühjahr 30 Fälle. — In Holouaza (Ungarn) hat der elfjährige Baueruknabe Stephan Kertes seinen eigenen Vater mit einer scharfen Hacke erschlagen. Das Motiv der Tat war, daß der Vater die Mutter oft schwer mißhandelte. — In Budapest haben der Generaldirektor der Zentral-Vorschuß- bant Dr. Rügen Heltai und der Direktor Amigel Szende 400 au Kommittenten der Bank gefälschte Wechsel im Betrage von einer halben Million Kronen in den Verkehr gebracht. Durch Reeskompte sind sechs hauptstädtische Finanzinstitute geschädigt. Die genannte Bank kämpfte schon lange mit Schwierigkeiten. — Infolge der schwachen Ernteaussichten wird erwogen, die diesjährigen Manöver in Schweden einzustellen, um bei eintretender Trockenheit genügend Arbeitskräfte zu haben. — Aus Song Island (Nordamerika) wird berichtet, daß in der Nähe des Ufers ein ungeheurer Meteor niedergegangen sei. Tie durch den Fall verursachte Welle riß mehrere am Lande stehende Zelte mit sich fort. Eine große Anzahl von Personen konnte nur mit großer Mühe vor dem Ertrinken gerettet werden. — In Berlin verübte gestern abend der 35jährige Geisteskranke A. Baumecker ein blutiges Attentat auf seinen 60jährige n Vater. Als die Mutter au kurze Zeit fortgegangen war, stürzte sich der Sohu plötzlich ohne jeden Anlaß mit einem dolchartigen Messer auf feinen Vater und brachte ihm mehrere Stiche im Gesicht und zwischen den Rippen bei. Ob der alte Mann mit dem Leben davonkommen wird, steht noch dahin. — Vom Steinjöchel im Lechgebiet (Oberbayern) sind zwei, Herren namens Hertwig, die bei einer Familie in Stanzach auf Besuch weilten, abgestürzt. Beide erlitten fchwere Verletzungen. | moderne Verlobte Biöbel B kaufen keine Einrichtung 0fine vorher das grosse DjauptauHstellungshaiiN der Darmstädter Jlöbci- Siabrik, llcidclberser-Strasse, welches als .Sehenswürdigkeit 1. Ranges und bedeutenstes Haus seiner An bekannt ist. besichtigt zu haben. Man verlange 11 erliste mit Abbildungen. (Perspektiv-Aufnahmen von kompi. £1 zännnern). 10jährige Garantie, freie Lieferung, bonntags ■ von 11—1 Uhr geöffnet. stärkungen verlangt. Paris, 21. Aug. Man behauptet in politischen l Kreisen, die bevorstehende Zusammenkunft Cambons mit, dem .Fürsten Bülow in Norderney bezwecke die 5)erbeifüls ‘ runss eines gegenseitigen deutsch-französischenEnl/ gegen kommens in Bezug auf Marokko und auf die. Bagdadfrage. San S e b a st i a n, 21. Aug. Amtlich werden du. Gerüchte dementiert, wonach zwischen dem König vorc Spanien und dem König der Belgier anläßlich einen Kreuzfahrt des Letzteren im Mittelmeer eine Zufammen« hi n f t stattsind en werde. .( Lüttich, 21. Aug. In der Steingrube von Hogch r erfolgte ein Erdrutsch, wobei 5 Arbeiter verschüttet wurden' Zwei wurden als Leichen geborgen, die übrigen drei habe, $ jchwere Verletzungen erlitten. _ X Magenkranke und schwächliche Kinder bedürfen einer kräftiger / aber dabei leicht verdaulichen "Nahrung. Am besten eignet NW oa altbewährte Nestle'fche Kindermeht, welches mit Gaffer gekocht, e - vollständige Nahrung ergibt. Benutzt man das Nestle-Mehl a Zusatz zur Mitch, fo macht es letztere leichter verdaullch, und M den hierdurch im Sommer die so häufig auftretenden Magen'^ln-, Darmtmarrhe verhütet. __f