Nr. 167 Zweites Blatt 157. S General-Anzeiger für Oberhejjen nur uns aber wir und Redaktion, Expedition and Druckevrir Sch ul - stratze 7. Expedition und Verlag i 6L Redaktion:HL Tel-Adro Freitag 19. Juli 1907 Rotationsdruck und Verlag de» Brühlachen UntverfttätS - Buch» und Greindruckeret. R. Lang«. Dietzen» München den Staatssekretär des yti’iajsjcljayaintcs Frei Herrn v. Stengel anläßlich seines 70. Geburtstages zum Ehrendoktor. Stuttgart, 18. Juli. Der Gemeinderat beschloß einstimmig die unentgeltliche Abgabe von warmem Frühstück an 2000 Volksschulkinder vom 1. Oktober ab. Die Jahreskosten betragen 41 000 Mark, Karlsruhe, 18. Illli. Der bisherige Leiter des badischen Schulwesens, Geheimer Rat Arnsperger, ist gestern einem Herzleiden erlegen. biejeiiigen öffentlichen Erklärungen und Ausführungen von stammen, welche ausdrücklich als authentisch bezeichnet oder mit unserm vollen Vlainen versehen sind. 7. Endlich bitten um positive Mitarbeit auf der bereits gewonnenen breiten stets kirchlich korrekt gebliebenen Basis. Münster den 16. Juli 1207. Justizrat Hellraeih. Assessor Dr. len Hompel. Professor Dr. Plaßmann. Schmedding, Atitglied des Hauses der Abgeordneten Professor vr. Schlvering. AuS dem Haag. Haag, 18. Juli. Die Unterkommission für Beschießung erörterte heute nachmittag verschiedene Anträge von Amerika, Spanien, Italien, Holland und Rußland. Ein von Japan unterstützter Ergänzungsantrag Englands, der eine Verpflichtung zur Benachrichtigung vor der Beschießung, auch zur Gewährung einer Frist, aus welcher der Feind Vorteil ziehen könnte, nicht zulasten wollte, wurde ab gelehnt mit 23 gegen 6 Stimmen. Alsdann wurden alle Artikel des gemeinsamen Antrages mit geringen Änderungen angenommen. Man sprach sich also dahin aus, daß eö verboten ist, nicht verteidigte Hafenplätze und Städte, Wohnhäuser oder Gebäude zu beschießen, ein Vorbehalt wurde nur gemacht bezüglich des Ausdruckes »nicht verteidigt", den man näher bestimmt wisten möchte. Auf Antrag der Türkei wurde noch beschlossen, einen zu ernennenden Ausschuß für die technische Redaktion als Notwendigkeit zu empfehlen, Bestimmungen über die Beschießung den Grundsatz anzufügen, daß die Einwohnerschaft nicht über ihre Leistungsfähigkeit zu Requisitionen herangezogen werden dürfe. — In der Unterkommission, die unter dem Vorsitze deS französischen Delegierten Bourgeois, die die Schiedsgerichtsfrage bearbeitet, hielt heute morgen der argentinische Delegierte Drago eine lange Rede, in der er seine Auffassung verteidigte und den amerikanischen Vorschlag bekämpfte. Spanien, Nicaragua und Columbia unterstützten die Ausführungen Dragos, während der amerikanische Delegierte Choate die Ausdehnung des Schiedsgerichts- prinzipS befürwortete. Der englische Delegierte Fry erklärte, daß die großbritannische Delegation den amerikanischen Vorschlag unterstütze, dec seiner Ansicht nach den Interessen der Schuldner und Gläubiger in gleicher Weise gerecht werde. Am Samstag wird eine Plenarsitzttng der Konferenz stattsinden. Die „Nationalztg." meldet aus dem Haag: Verstimmungen persönlicher Natur führten am 17. Juli morgens zu einem Zusammenstöße zwischen den russischen Delegierten Martens und Nelidow. Am 18. Juli morgens entstand wieder eine heftige Szene, worauf cm telegraphischer Bericht nach Petersburg abging. Der eine oder der andere wird abberufen werden, über dessen Qualitäten sich Martens wiederholt ungünstig geäußert hat. Die Franzosen und ihre englischen Freunde. Paris, 18. Juli. Der „Temps" kritisiert in überaus scharfer Weise die Erklärungen, welche Sir Edward Grey vorgestern im Unterhause über die Demission des französischen Direktors Lambert derRechtßschule inKairo abgegeben hat. Diese Angelegenheit, sagt das Blatt, sei eine Episode in dem Kampfe, welchen Lord Cromer gegen den französischen Schulunterricht in Egypten eingeleitet hat. Diese Politik widerstreite deut französisch-englischen Abkommen von 1904, welches den französischen Schulen in Egypten dieselbe Freiheit ivie früher gewährleistet. In Kairo allein iverden die französischen Schulen von 8000 Kindern befugt, deren Freiheit vergewaltigt werde; denn ihre Eltern sollen gezwungen werden, entweder auf den französischen Unterricht der Kinder oder deren Zulassung zu östentlichen Aemtern zu verzichten. Diese Politik, welche Grey mit solcher Ungeniertheit als durchaus korrekt bezeichnet habe, stehe in direktem Widerspruch zu dem Geiste des Abkommens vom 8. April 1904; denn sie sei unziveideutig gegen die französischen Schulen gerichtet, welche zu schützen England versprochen habe. Frankreich habe sich durch dieses Abkommen verpflichtet, jede antiengllsche Aktion in Egypten auszugeben. Diese Verpflichtung habe Frankreich sorgfältig innegehalten, aber auf wirtschaftlichem und intellektuellem Gebiete habe Frankreich keinerlei Verpflicht unterzeichnet und werde sich auch auf keinerlei Verpflicht einlassen. Hoffentlich werde die französische Negierung freundschaftlich das englische Kabinett daran erinnern. Clara pacta, boni amici. Gambetta schon habe gesagt, man wird von den Engländern nur dann geliebt, wenn man es versteht, ihnen Respekt einzuslößen. politische Lagesscharr. Eine Erklärung zu der Bewegung gegen den Judex. Die Verfasser der Bittschrift um zeitgemäße Abänderung der Jndexbestimmungen erlassen eine Erklärung, in der sie Öen Entschluß bekunden, trotz aller Angriffe von ultramon- taner Seite das begonnene Werk fortzusetzen. Die Erklärung lautet nach der Kölnischen Völkszeitung: Gegenüber den vielfachen Angriffen, die in verschiedenen Zeitungen, insbesondere auch int Osservcckore Romano letzthin gegen uns gerichtet wurden, sehen wir uns im Interesse der Wahr- heU gezwungen, folgende Erklärung abzugeben: 1. Aus den bisher veröffentlichten Schriitstücken und Erklärungen ergibt sich ohne weiteres, daß es eine Entstellung der Wahrheit ist, wenn man uns die Absicht einer Trennung von der Autorität der Kirche unter- schiebt. 2. Unsere Absicht, gemäß dem dringenden Nate wohl- unterrichtttcr Fachtheologen die Bittschrift nicht nur zunächst den Bischöfen, sondern gleichzeitig auch Er. Heiligkeit in Nom zu überreichen, kann um so weniger befremdlich erscheinen und ist um so korrekter, als a. der unmittelbare Weg zum hl. Vater bislang jedem Katholiken jederzeit von Rechts wegen zustand und b. angesichts der Beteiligung verschiedener Diözesen und Länder Nom als die einzige gemeinsame Instanz aller von vornherein notwendig mitberücksichtigt werden mußte. 3. Jeder Katholik, der Geistliche und. auch der Laie, hat nicht nur Pflichten, sondern auch Rechn-, so ist jeder Laie unter an barem berechtigt, zu erlaubten Zwecken mit andern Laien zusammenzutreten, ohne grundsätzlichen Ausschluß des Klerus die Pflege des Laien-Apostolats zum Gegenstand ferner Pläne und Unternehmungen zu machen, als Sohn der heiligen Kirche vertrauensvoll Bittschriften an deil heiligen Vater vorzu- bereiten und durch Organisation das Gewicht der für seine Anliegen gesammelten Unterschriften zu erhöhen. Jede Verkümmerung dieser Rechte liegt der kirchlichen Autorität fern und widerspricht ihrem Lebensinteresse. Es muß also schon der Versuch, unser Vorgehen als unrechtmäßig hinzustellen, als ein völlig unkirchliches Unterfangen zurückgewiesen werden. Aus Anlaß des vatikanischen Konzils sagte der Bekenner-Bischof Mathias Eberhard von Sri er in seinem Fastenhirtenbrief von 1869 wörtlich, „daß in einem allgemeinen Konzil zwar nur die Bischöfe als die Nachfolger der Apostel entscheidendes Stimmrecht haben, daß aber nicht ihre, sondern aller Glieder der Kirche Erfahrung und Einsicht dort gehört und beachtet werde; daß nicht nur Priester, auch Laien, selbst in wichtigen Fragen Einfluß auf die Beschlüsse der Konzilien zu üben berufen sein könnten." (Zit. nach den Stimmen aus Maria-Laach, Einleckungsbaud I, Buch V, Seite 21.) 4. Aus der Geheimhaltung des ganzen Unternehmens kann irgend ein begründeter Vorwurt nicht hergeleitet werden, denn schon die bisherigen Folgen des unverantwortlichen, gewissen* und charakterlosen Venrauensbruchs müssen jeden Einsichtigen mit zwingender Notwendigkeit davon überzeugen, daß durch die Auslieferung an die Oeffemlichkeit eine schwere Schädigung kirchlicher Jmeresfen eingetrefen ist. 5. Jede sachliche Kritik ist unS in der vorhandenen verantwortungsvollen Lage besonders willkommen und wird der endgültigen Fassung der der Bittschrift zugute kommen. 6. Wir erklären uns m allen unternommenen Schritten solidarisch und bemerken, daß Zur Lage in Rußland. Petersburg, 18. Juli. Durch einen Beschluß des Mrnisterrates, der vom Kaiser genehmigt wurde, werden die Studenten der höheren Lehranstalten ermäch- ugt, Organisationen mit solchen Zielen zu bilden, die den beuchenden Gesetzen nicht widersprechen. Die Statuten müssen durch die Verwaltungsbehörden bet Anstalten genehmigt sein, widrigen- Iß“? bie. Organisationen als ungesetzlich zu betrachten sind. Oefsentlicge Versammlungen in Universitäten können nur statt- fmden, wenn sie einen wissenschaftlichen Charakter tragen. Die Polizei hat das Recht, Vertreter zu schicken, um sich über den Charakter der Versammlung zu informieren und ist er- machtigt, Maßregeln zu ergreifen, um die Ordnung wieder herzustellen, wenn es zu Unruhen kommen sollte, und gegen die Schuldigen vorzugehen. so cm" Astern sind 312 politische Gefangene, darunter oo Malrosen und Soldaten nach Sibirien in die Verbannung gesandt worden. ~ 7"! Das in der Regel gut unterrichtete „Slovo" meldet: Hartnäckige Gerüchte über bevorstehende Aenderungen r Verwaltung Finnlands finden jetzt anscheinend Bestätigung. In den nächsten Tagen wird die Ernennung des ehemaligen Generalgouverneurs von Kurland, Generals Beckmann, zum Generalgouverneur von Finnland anstelle Gerards erwartet. Zugleich soll dem Vernehmen nach der Rücktritt des Staatssekretärs von Finnland erfolgen. ia k k a, 18. Juli. Auf der Wolga wurden in der Nacht botn 17. Juli an Bord des Dampfers „Lubinow" auf der Fahrtzwischen Perm unp Ochansk von einer 12 Mann starken iRaüberbaute,zwei Soldaten und ein Polizeikommissar gebotet, der Kapitän und ein Passagier wurden verwundet, ^.urch eine in die Maschine geworfene Bombe wurde die Ma- fchine unbrauchbar gemacht und das Schiff zum Stehen gebracht. Räuber erbrachen darauf den Postraum, entwaffneten die Postbeamten, raubten 35 000 Rubel und suchten dann auf einem Boot das Weite. B r e s l a u, 18. Juli. Die „Bresl. Bta." meldet aus Soßno wi e e, daß gestern nachmittag der Musikalienhändler B o - tusch in feiner Wohnung während des Mittagsschlafes von Unbekannten e r^s ch o s s e n worden ist. Der Täter ist entkommen. Nasi. Abg-^rdnewn^Merlan; ^rösfentlicht eine Unterredung mit dem S^ eTtoerhP &r beJ-'^u Anwälten zählt. Merlani Verickleuderrw unmcyt schwer fallen, die Anklagen der Ö entkräften. Man beschul- fnSLrp? I faus den Mitteln des Ministeriums ein »6« bex Wi M -u b°bm. Tas sei "wahr Cr behielt das Service Nicht für sich, sondern ML?, hinein Diplomaten, der ihm wichtige Mitteilungen mmätbe Shnar^C ,9Cm.ad>t I,at> ~ Ein teuer bezaWeZ Oel- rnT «E p* .reme?t srvßcn Künstlers, das gleichfalls Mn,™ ®ünb«jregIfter stehe, habe der Minister zur Aus- L^Hfidn?r°^-bcl -driAktur Florenz gesandt, wo es indessen bis dato vergessen im Magazin stehe. Wenn man ferner die Auf- Mu"8 Nasis Munsterreisen bemängele, so möge man be- Mr L re - reaft jiei.DD1? alle möglichen Subfibien bestritt, üur dre Reue Rom-Turm berechnete Minister Nasi 3000 Franks, ■? JÄ1“01 -rie Dande über dem Kovs zusammen. Gleich- zettrg nnt Nase reist aber auch ein anderer Minister nach Turin und berechnet für ganz dieselbe Reise 20 000 Lire! Aber ntentanb suchet etwas daran auszusetzen. Nasi habe sich keineswegs bereichert, vielmehr sei er ein armer Teufel geblieben, der von der Mildtätigkeit seiner Landsleute lebe. Die Mit- tn.ungen des Abgeordneten Merlani Wersen zweifellos ein inte- reffante'j Sid)t auf den Fall Nasi wie auf die fortwährend hoch- gehende Nafi^Bewegung in Sizilien. Rom, 18. Juli. Wie aus Sizilien berichtet wird, nimmt dw Ausregung infolge der Verhaftung des frü- Ministers Nasi immer mehr zu. Es soll die Ab- sicht bestehen, das Beispiel der französischen Winzer zu befolgen unb bie ©teuer ja Hung z u verweigern, sowie das politische Leben zu unterbinden. Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. ’**k&encr ZamtNenblStter" werden dem »Anzeigei viermal wöchentlich beigelegt das „Ureisblatt für den Kreis Giehen" zweimal »Sdjenthcb. Der „hessisch, £anbroltf ertd)elJ monatlich einmal DerrtZehes ReLetz. Berlin, 18. Juli. Zttr Affäre CurtiuS erfahren die „Deutschen Slachrichten" von authentischer Seite, daß Präsident Eurtius nicht daran denke, zu demifsionieren. Auch sei es unrichtig, daß Prinz Alexander Hohenlohe nichts von dem Inhalte der Memoiren gewußt habe. Vielmehr habe et das ganze Werk zweimal eigenhändig durch- korrigiert, den letzten Teil sogar noch em drittes Mal, sodaß Präsident Eurtius dem Prinzen mehrfach erklärt hat, er, der Prinz, fei voll und ganz verantwortlich für den Inhalt und Eurtius nur für die literarische Form. Norderney, 18. Juli. Der Reichskanzler Fürst Bülow trifft morgen früh in Berlin ein, um sich einer Zahnoperation zu unterziehen.^ München, 18. Juli. Wie die Abeudblättcr me^?n, ernannte die staatswtffenfchastliche Fakultät der Univ-?ptät RrtzKLQsrS. Narvik, 18. Juli. 9flich den letzten Dispositionen wird der deutsche Kaiser auf der Rückkehr von der Nordlandsreife am 1. August in Swinemünde eintreffen und dort eine Flottenbesichtiguug vornehmen. Ischl, 18. Juli. Der Nlimster dc§ Auswärtigen Frhr. o. Aehrenthal ist gestern abend hier eingetroffen und heute vormittag vom Kaiser in längerer Audienz empfangen morden. Konstantinopel, 18. Juli. Die Untersuchung über daS Bombenattentat wird jetzt im Pildiz geführt. Es verlautet, daß auch Serben kompromittiert sind und daß das Attentat doch gegen den natürlichen Sohn des Königs Allilan, Georg Christie, gerichtet war. London, 18. Juli. Es heißt, daß Raisuli eine große Anzahl Soldaten, die im Auftrage des 'Maghzen abgefanbt wurden, um Malean zu befreien, hinrichten ließ.. Washington, 18. Juli. Hier geht das Gerücht, daß der Plan, die Schlachtflotte nach dem Stillen Ozean zu entsenden, aufgegeben worden fei. Es fehlt jedoch jede Bestätigung dieser Angabe. Die Lage ist äußerst sonderbar. Der llRarincfekretär ÜRetclaf hat die Vornahme der in Rede stehenden Flottenmanöver angekündigt. Den ihm unterstellten Offizieren ist jedoch noch kein Befehl zugegangen und eS sind von ihnen noch keine Vorbereitungen zu der Fahrt getroffen worden. Rian deutet diese Lage der Dinge dahin, daß sich Friktionen in den osfiziellen Kreisen eingestellt haben. San Franziseo, 18. Juli. Dr. Taylor-Deam ist anstelle des Herrn Schmitz, der jüngst zu 5 Jahren Ge- ; sängnis wegen Geldunterschlagung verurteilt wurde, zum : Bürgermeister von San Franziseo gewählt worden, London, 18. Juli. Privattelegramme hiesiger Zeitungen > aus Söul berichten, daß dort in den Straßen Dlauer- anschläge verbreitet worden sind, in denen zur Ermordung der japanischen Beamten aufgefordert i wird. Strenge Maßnahmen sind getroffen, um Unruhen zu 1 verhindern. Soeul, 18. Juli. (Associated Preß.) Tas koreanische Ministerium ist vom Amte zu rückgetreten. Ans Sraoe mio LE0. Gießen, 19. Juli 1907. ** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Pfarrverwalter Rich. Sittel zu Stadecken die evang. Pfarrstelle daselbst übertragen. Ernannt wurde G. D i st e l in Büdingen gum Schreibgehilfen bei dem Amtsgericht Büdingen. ** E i n i g e W in ke für Be sn chc r d e s n e ue n Stadl- th e,at er s. Ta die Eröffnung des neuen Stadttheaters vor der Türe steht, wird es für die Besucher desfelben erwünscht fein, näheres über die Einrichtung des Zuschauerhauses und die Zugänge zu demselben zu erfahren. In erster Linie ist den Besuchern pünktliches Erscheinen anzuempfehlen, da mit Beginn der Vorstellungen alle Türen zum Zuichauerraum geschlossen werden und zu spät Kommende erst in der nächsten Pause Einlaß finden können. Tie" strenge Durchführung dieser Maßregel erscheint durchaus nötig und gerechtfertigt, um all denen, die rechtzeitig erscheinen, den ungestörten Genuß der Vorstellungen zu sichern. Die Zufahrt für Wagen führt nur vorn Oktroi- häuschen am Neuwcgertor zu den drei mittleren Eingangstüren, wo zum Schutz der aus steigenden Personen eine Glasüberdachung angebracht ist. Tie Abfahrt von dort erfolgt nur in der Richtung nach der Bismarckstraße. Ter Wagenverkehr nach Schluß der Vorstellung regelt sich genau in derselben Weise. Ter von. der Tarmstädter Ban? in der Johanuesstraße abzweigende, nach dem Theater führende Fahrweg ist nur für die Kohlenzufuhr zum Theate^r bestimmt, und dessen Befahren im übrigen verboten, weil sonst die glatte Abwicklung des Wagenverkehrs an der Auffahrt gestört würde. Fußgänger benutzen von der Südanlage aus die stadtseitig neben der Auffahrt belegeuen Fußwege oder die anderen durch die Anlagen führenden Wege und treten durch die seitlichen Türen unter den Balkonanbauteu in das Theater ein. Auf diese Weise brauchen sie den Wagenverkehr nicht zu kreuzen. Von den genannten fünf Eingängen aus gelangt mam im die Vorhalle mit der Abendkasse, wo die Personen, die nicht bereits an der Tageskasse ihre Karten gelöst haben, eine solche erhalten. Von der Eintriltshalle führen rechts und links je eine Treppe unmittelbar nach dem zweiten Rang und gerade aus vier Türen nach dem Umgang des Pari-etts, wo rechts und links die Treppen; zuni ersten 9iang abzweigen. Es empfiehlt sich, schon von der Eintrittshalle aus — entsprechend dem Vermerk auf der Eirh- trittskarte — nach rechts ober linls abzubiegen. Um das Auf- finden der Plätze zu erleichtern, sind alle Türen zum Zuschaner- haus und alle Sitzreihen mit fortlaufenden Nummern versehen, die auf der Eintrittskarte vermerkt sind. Der betreffenden Türe gegenüber auf der anderen Seite des Umganges findet jeder Besucher einen Gardervbenhaken, der mit der Nummer seines Platzes versehen ist. Es wird gebeten, die Ueb er Keiber hier aufzuhängen, jedoch im eigenen Interesse daraus 'bedacht zu sein, daß 'die richtige Nummer und nur diese hierfür benutzt wird. Es ist dringend nötig, daß jeder Besucher Diese Anordnung befolgt, weil nur so die Unterbringung der Garderobe ohne besondere Bedienung und ohne besondere Kosten möglich ist. Tie Logen- chließer hoben die Garderoben zu überwachen, sollen aber wegen Unterbringung derselben nicht in Anspruch genommen werden, auch sollen ihnen keinerlei Trinkgelder verabfolgt werden. Tie Einrichtung ist "hier so getroffen worden, nachdem sie sich in einer Reihe anderer, auch arößerer Theater bewährt hat. Im F-oyer int ersten Rang befiiwct sich für die Besucher des Parketts und ersten Ranges eine Restauration, die der bewehrten Leitung der Gebrüder Tatz übertragen ist. Für die Besucher des zweiten Ranges ist eine besondere Resmnratwn im Umgang des zwecken Ranges unter derselben Leftung^ eingerichtet. Ditz Tretzpen in 1 i bic. r liche^ zu ihr: den Wu - oo.( Lri) 00- 00- gut. gro ein! 2?er Xe!1 gri vunki uns, des si »etst hin »Itli utih Inuit! mit 1907 UW jöfien: beiu das i | in b lege hwet Pcrmijd?to. "Ein dreifacher Selbstmord ist in dem Hannoverschen Vlllenoct Kleefeld aufgedeckt worden. Die Familie des Privatiers Ranzow, bestehend oii§ dem Vater und zwei erwachsenen Töchtern, hatte dort eine Villa bezogen zwecks Errichtung eines Pensionats. Infolge Nahcungssorgen haben lich alle drei mittels Kochgases vergiftet. Die Tat muß schon vor 14 Tagen erfolgt sein, da die Leichen schon stack in Verwesung übergegangcn waren. * Schwere Bootsunfälle. Drei Bootsunfälle ereigneten sich nm 17. Juli an dec irischen Küste 17 Personen büßten dabei ihr Leben ein. Ein Boot ging üon. Creland unweit von Belfast mit einer Familie von fünf Personen und einem Steuermann an Bord in See. Bei Donaghaden kippte das Schiff um und alle ertranken.' Von der Küste aus wurde das Unglück bemerkt, cs fehlte aber an Booten, um eine Rettung zu versuchen. —- Bei Car nq (Grafschaft Galway) kippte ein anderes Boot mit 28 Personen an Bord um, von denen 8 ertranken. — Außerdem ertranken 4 Personen bei einem Bootsunglück in dec Nähe von Eonnenifara. ** Konzert. Am Dienstag, 23. Juli, gibt die hier bestens bekannte Kapelle des Thüringer Ulanen-Regiments Nr. 6 aus Hanau unter Leitung des König!. Musikdirektors Urbach ein Konzert im Neuen Saal bau. ^Teuerungszulage. Die vom preußischen Landtage bewilligte Teuerungs-Zulage für die preußischen Ellenbahnbeamten mit je 100 Mk. wird gegenwärtig im Eisenbahn- Direktionsbezirk Frankfurt ausbezahlt. ~-sd. Darmstadt, 18. Juli. In der heutigen S'tzung der Stadtverordneten wurde eine Stiftung des verstorbenen Kaufmanns Hu blitz bekannt gegeben, wonach die Zinsen von 13 OOO Mk. teils an junge Handwerker, die das beste Meisterexamen machen, teils an unbemittelte Schüler des Realgymnasiums, teils für Weihnachtsgeschenke in dec Klein- Ünderschule verwendet werden sollen. = Ehringshausen, 17.' Juli. Der 28jährige Schmied Heinrich Diehl von hier verunglückte heute nachmittag in der Jung'schen Eisenfabrik. Dec Riemen, der den Lufterneuerer zum Schmiedefeuec in Bewegung setzt, hing an einer Stelle fest und Diehl wollte den Fehler beseitigen. Dabei muß er der Triebwelle zu nahe gekommen sein. Der linke Arm wurde mehrmals hecumgeschleudert und brach dreimal. Den Verunglückten trug man sofort in das Privat- Krankenhaus, in dein Sanitätsrat Dr. Stein eine Ampiitation vornahm. gingen neue schwere toerotncr nieoer. Del epruncm tTrrb bei Oberleschen hat der Bober ebenfalls den Da>nm durch, brachen. Aus Myslowitz wird gemeldet, daß durch einen wolkenbruchartigen Regen, vermengt mit Hagelschlag, auf den Feldern großer Schaden verursacht wurde. In Mysloww selbst wurden in mehreren Straßen Keller und tiefer gelegen? Wohnungen unter Wasser gesetzt. In Hernals (Oesterreich) ist die Hauptstraße noch über, schwemmt. Tas Rathaus, die Sparkasse iind der Feuerwehr, schuppen standen unter Wasser. Niemand konnte die Ein. gänge passieren. In Ottakring drangen die Fluten, die sich auf dem hochgelegenen Schmelzer Exerzierplatz ange. sammelt hatten, in die Stallung der dortigen Feuerwehr Fünf Pferde ertranken. Im neugebauten Bezirk Gersthoß wo das Waffer von den beivaldeten Höhen bei Dörnbach und bei Neuivaldegg zusammenströmte, in die Filiale der LandeSfindelanitalt, in der sich auch geisteskranke Kinder befinden, ganz von Waffer eingeschlossen, da cS nicht mehr möglich war, die Abflußschleuse im Garten zu öffnen Die Nonnen, die den Dienst dec Pflegerinnen versehen, die Wöchnerinnen und Kinder sind in großer Gefahr. Mehrere Feuerwehrleute drangen in das Gebäude ein und retteten 26 Frauen und zahlreiche Kinder. ^bd^'eii.r Br alter: Er sei ständiger Korrespondent der //Newyork ^un in Kvnshantinopel. Er wohne augenblicklich vorübergehend in Berlin. Er habe den Angeklagten in Konstantinopel fennen^geremt. ^er Angeklagte der sich einfach „Herr Hau", Doktor ^nannte, habe in Konstantinopel mit den höchsten türkischen ^nrdenrvagcrn unb Vertretern großer europ^.chcr Zeitungen verkehrt. Er habe angeblich für eine amerikanische Reederei und Jul; emc^ Gesell schäft Geschäfte zu machen gesucht, Pl.c ,mitr .^ckneßveroe,jerungen beschäftigte. Er habe erzählt: sein Vater fei em steinreicher Vanvier, seine Mutter oder Stief- mutter eine geborene Gräfin. Seine Stiefmutter sei eine bild-, yirt. bre er sich schon als 14jähriger Knabe verliebt. A (.Heiterkeit im Zujchauerraum.) Seine Schwiegermutter fei ^et!lrKtCQe EU von Molitor. Er habe gesagt, ^chtsbeivat der türkischen und chinesischen Botschaft in Nechtsanwalt und UniversitätSprofessor BmihlNMvn. \^ctn Gesamteinkommen betrage 250 000 W rjj? for Svoße Vorliebe für Edelsteine, daß er (Z.) zu der Ansicht gekommen jei, Hau sei pathologisch zu beurteilen. Er habe soviel von sexuellen Ausschweifungen L zahlt, die er schon als Student getrieben, daß er das für Uebeo- tteibung geholten habe. Auch von sexuellen Ausschweifungen die er ni Kon,.antinopel getrieben, hab. der Angeklagte ungeheuerliche ^ringe erzählt. 1 Die Uebcrschwemmungen irr Schlesien und Oesterreich. Die „Schles. Ztg." meldet über den Taschenberger Dammbruch: Dec Damm ist auf eine Strecke von 25 m gerissen. Vorläufig ist es unter großen Schwierigkeiten gelungen, weitere Brüche zu verhindern. Jenseits der Löwener Brücke find die Häuser vollständig von Wasser umgeben, das weithin einen wogenden See bildet. Dec Verkehc ist nur mittels Kähnen möglich. Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen besuchte gestern von Kamenz aus das Uebecschwem- mungSgebiet von Frankenberg bis Plottnitz und begibt sich heute nach Seitenberg, um die Windbrüche zu besichtigen. Wie die -Schles. Ztg." weiter meldet, ist der Boberdamm! bei Ober-Leschen zwischen Liegmtz und Sagan gebrochen, tiaut „Schles. VolkSztg." erklärte der schlesische Bauernverein, daß er den durch daS Hochwasser geschädigten Besitzern durch Verlängerung der Zahlungsfristen für Lieferung von Futter, Saat und Düngemitteln zur Hilfe kommen werde. \ JScc befürchtete Dammbruch bei Kantersdorf, der Stadt Löwen an der Neisemündnng schwer bedrohte, ist eingetreten. Das Dominium Kantersdocf, oas dec Stadt Brieg gehört, steht unter Wasser und von Löiven an bis I lauste bildet die ganze Gegend einen großen See. Heute vormittag fiel das Wasser der Neiße und die Gefahr darf vorläufig als beseitigt angesehen werben. In Brieg hat die Oder die gesamte Aue überschwemmt. In Breslau regnete es wahrend der ganzen Stacht und über den Kreis Brieg L. * ?j-fVuÄtbarc§ Eisenbahnunglück. Nach einer telegraphischen Meldung ausNewyork hat infolge Uebersülluna emes Zuges nachts ein f u r ch t b a r e r Z n s a m m e n st o ß aus «der Mtrb Avenue Elevated Railway ftattgefunden. Bei der 106 S- '^Lcrlrn ^g in einen anderen hinein, der von einer mit Messern wütend um ihre Plätze kämpfenden Italienern | knüllt war Die Wagen wurden bei dem Zusammenstoß über das erhöhte Gleis gelegt und die Passagiere, welche jeden Augen- stürz auf die Straße erwarteten, kämpften in wilder Panik um den Ausgang aus dem Wagen. Männer warfen Frauen und Kinder rücksichtslos zu Boden. Tie stromleitenden Schienen setzten die Zugtrümmer in Brand, wodurch das grausige der Szene noch erhöht wurde. Etwa 60 Verletzte wurden nach dem Hospital geschasst. Viele liegen im Sterben. Der Zug, sührer wurde verhaftet. * öcrlin,, 18 Juli. In dem Hause Dieffenbacherstr. 18 XvLarAu eute srüh ein etwa 35j ä hr ig er M a nn bei bent ^lchhandler Werner cm und sand dort nur das 6jährige Töchterchen, das noch in tiefem Schlafe lag. Das Kind vergewaltigt e er, nahm 10 M a r k in Bar und zwei schwarze Kammgarnanzüge mit und verschwand. Die Nachforschungen nach dem Täter waren bisher erfolglos. — Auf der Chaussee zwischen Teltow und Groß-Lichterselde wurde gestern auf einen oeuyuu. , -02 aurer lehrlIn g aus Groß-Lichter selde ein schwe- — .~...v.. Sie aber alsdann auf I • a ü-, S' averübt. Drei unbekannte Männer, die er geistig nicht normal ist. — Zeugin: 'JL? Chaussee graben verborgen gehalten hatten, sprangen . - - -- I plötzlich auf den mit einem Zweirade des Weges kommenden ^.hrlmg, riffen ihn vom Rade herunter und knebelten ihn. Tie Wegelagerer raubten ihm dann das acht Mark enthaltende Portemonnaie, nahmen dann das Fahrrad an sich und ent- fernten sich schleunigst mit ihrer Beute. Tie Nachforschungen der Polizei nach den Tätern hatten bisher keinen Erfolg. N • r ni i c.fc 6 e t r t e 6. Llus dem Essener H,andelskammev< bericht sind ewige Traten über das bedeutendste deutsche industriell^ lttiternehmen von Interesse. Ter Gesamtverbrauch der Kruppschen Werke ,an Kvhlen, soweit sie von der Gußstahlfabrik versorgt ! wurden, betrug 1906 (ohne Eigenverbrauch der Zeche) 1 285 310 Tonnen, .an Kvks 751810 Tonnen, an Briketts 23 581 Tonnen. Ties ergibt, Kvks und Briketts in Köhlen umgerechnet, einen Gesomtverbrauch der Kruppschen Werke, soweit sie von Essen versorgt wurden, von 2 361425 Tonnen. N^ach der Ausnahme vom 1. Januar 1907 Betrug die Gesamtzahl der auf den Krupps scheu Werken beschäftigten Personen einschließlich 5739 Beamten 64 3o4 (1. Apnl 1906 62 553 einschließlich 5065 Beamte). Von diesen entfallen auf die Gußstahlfabrik Essen mit den Schieß- Plätzen 35 745 (35 377), das Gnrsonwerk in Buckau 4768 (4603h ^o^rmaniawerst in Kiel 3510 (3961), die Kohlenzechen 9302 (8864), die Hüttenwerke 5006 (4286), Stahlwerk Annen 891 (8'0), die Eisensteingruben 4638 (3823). Tie prozentuale Stei-, gerung des Arbeitslohnes vom Jahre 1906 betrug gegenüber denjenigen von 1879 77 Prozent, der Durchschnitt der auf der Gutzftahlfabrik pro Kopf und Tag bezahlten Löhne betrug 1902 4,o2 Mk. und 1906 5.35 Mk. •c J'tJT . -vUKU I LL VLC.4.1VIUJI UU| | IC ClIUCS eifersüchtig gewesen, irgend ein sachlicher Grund zur Eifersucht habe nicht vorgelegen. ' J ^uf wetteres Befragen bemerkt die Zeugin: Ihre Schwester habe^stch vor einigen Wochen im Pfäffikoner See bei Zürich ertrantt. ^hre Schwester habe ein Testament Unterlassen und sie m Cintin ^anö??eH Brief gebeten, sich ganz besonders ihres Kindes anzunehmen. Das Kind solle einfach aber fein erzogen werden. ^Au? Befragen des Verteidigers bemerkt die Zeugin: ^hre.Schwejrer Lina habe in^Paris zu ihrer Mutter gesagt: „Weißt ^ItlkI?Lr ni5t ^sbn, ich bin auf „Ogeli' eifersüchtig." c-kS1 bemerkt: eie hatte die Empfindung, daß, wenn das gefälschte Telegramm nicht vorgekommen, Z-rl. Olga noch einige Zeit in P-ins gebüeben wäre. — Frl. Olga Molitor stellt das mit Entscyiedenycit in Abrede; sie habe Leinerlei Ve- taiinte in Pams. I Homburg o. d. H., 18. Juli. Die Stadtverordneten gatten beichtosien, daZ Äild des trüheren tDbcrbtirgerineitterd Maß im Sitzungssaal dec Stadtvcrordneten-Vcrsaminlung anbringcn zu lassen. Als Herr Matz dann in Görlitz, wo er jetzt als Zureiter Bürgermeister wirkt, von dem „Flitter" und „falschen Glanz' in Homburg sprach, stellt- man den Antrag, das Bild vorerst nicht anzubringcn und beschloß, den früheren Oberbürgermeister zu ersuchen, den Wortlaut fcmcc Rede zu übermitteln. Das ist nun geschehen. Zn der Stadtverordnetensitzung am Mittwoch wurde die Rede kritisch geprüft. Danach hat Maß wörtlich gesagt: „Auf den Glanz und Flitter m Homburg verzichte ich gerne zu Gunsten einer ne- biegenen gründlichen Arbeit, wie ich si- auch schon anderswo m Homburg aber nicht in dem Maß gesunden habe, daß es mich dauernd hätte fesseln können." Nach heftiger Debatte beschlossen die Stadtverordneten, den ersten Beschluß umzu- stoßen und von einer Verewigung des Oberbürgermeisters Ab stand zu nehmen. 9 a J)umna/S der gerichtliche Schreibsachverständige S ä n g e n 6 r u ch -Berlin vereidigt. Als Langenbruch feinen Vvr- trag beginnen will, bemerkt der Verteidiger R.-A. Tr. Dietz- Dec Angeklagte gibt die Erklärung ab, daß er das Pariser! Telegramm geschrieben habe. (Große Bewegung.) — — J^n?e-5-nterV ivoHen biefe Erklärung selbst abgeben? Angekl.. ^zch gebe zu, das Panier Telegramm geschrieben zu öabm. - Von.: Hat Ihre Frau davon Kenntnis gehabt? - — An-M.: -rarüber gebe ich feine Erklärung ab. — Bors.: Sie geben aber zu, das Pariser Telegramm an Ihre Schwiegermutter I geschrieben und es auf dem Telegraphenamt in Paris aufqe- ßeben zu haben? — Angekl.: Ich habe nur erklärt, daß ich das Telegramm geschrieben habe. - Vvrs.: Und wer hat es aufs Telegraphenamt beordert? ~ Angekl.: Darüber will ich keine Erklärung abgeben. — Mit Genehiniguiig aller Prozeßbeteiligten 5^ darnach aus die Vernehmung der Schreibsachvm'tändbgen Langenbruch-Berlin ^unb zr. Popp-Frankfurt a. M. verzichtet. < x ü'rau Dr. Müller-Linz vernommen' Sie habe ftüher in Trier gewohnt, ihr Neffe sei, als er in Trier das Gymnasium besuchte, fünf Jahre bei ihr in Pension gewesen Oie habe ,hn gewisterm-ßen fünf Jahre lang erzogen Er Le! °L?^mtlcher, sleißrger und gutherziger Mensch gewesen. irgendwelche Sorgen gemacht. Er sei steto freundlich und zuvorkommend gegen sie und ihre Einher gewesen. Am Tage nach der Ermordung bet TOeb&Siättn )ei Jie mit lhrem Schwager, dem Vater des Angeklagten, m London gewesen. Der Vater habe heftig geweint. SsL ^er ^a!er ^^en dem Angeklagten ins Gewissen geredet, ihnen, zu sagen, ob er der Täter sei. Sie fragte ihn - ft>rn bir ^^en? Ec antwortete: Mir tarnt niemand Oelfcn, kann nur versichern, daß meine Hand rein ist, ich ®ie battc ben Eindruck, als ob der Angeklagte geistig nicht normal sei. — Vors.: Hatten Sie die Ueberzeugung, daß Ihr Nesse unschuldig sei? — Zeugin- Die volle Ueberzeuguna. - Vors.: Wie kamen Si ' den Gedanken, daß er geistig l|U — ntumn- ^r maßte wirklich den Eindruck eines Geistesgestörten. — Vors.:'Sie I scheinen bezüglich seiner Schuld doch einigen Argwohn gehabt Ich sagte mir nur: Wenn er es wirklich getan hat, dann hat er es m nicht normalem Zustande getan ton ^kuellen Ausschlveifungen des Angeklagten nichts wahrgenommen Nach abgelegtem Abiturimtcn-Examen unter« nafrn er eine Vergnügungsreise nach Metz. Von dort kam er Geschlechtskrankheit behaftet zurück. In der s.toar uc - AngeNagte aufsallend apathisch,- sie hatte die Empfindung daß der Angeklagte geistig überangestrengt war. hat gesagt: Ich kann an die Schuld meines .Nannes nicht glauben; wenn er es getan hat, dann ist er I Ach fragte einmal Frau Hau: Ist es wahr, daß Ihre ^chwefter^Olga ul ^hreii Mann verliebt ist? Frau Hau ant- leitjer wahr. Haben Sie das nicht >zhier Mutter erzählt und Ihre Schwester zur Rede gestellt, fragte ich tftau Hau versetzte: Ich habe es meiner Mutter erzählt und auch meine Schwester zur Rede gestellt. Der Angeklagte habe sich einmal zur Fastiiachtszeit, als er noch das querer Gymnanum beachte, einen falschen Bart angesteckt und rn Trier begeben, in dem keine Die nächsten Angehörigen des Angeklagten seien an Tuberkulose gestorben. Wenn der Angeklagte in Geldverlegen- hfa /SinAnnm??rC' r^tten von seinen Anverwandten bis 50000 ML. zur Verfügung gestanden. — Der Angeklagte bemerkt auf Befragen des Vorsitzenden: Es haben keinerlei S8me» hM^^zchischen .ihm und seiner Schwägerin Olga bestand en. * Kleine Tageschronik. Die Rettungsstation Ziegenort der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphiert, daß am 18. Juli durch ein Rettungsboot der £on dem im Stettiner Haff geftranbeten Kahn des Schiffers Stein, der mit Kohlen von Swinemünde nach Stettin bestimmt war, zwei Personen gerettet worden sind. — 1 a b e 1 1 a c tourtieit infolge der hohen Temperatur 2 500 Personen, die einem Festzug beiwohnten, von der Hitze überwälttgt. Die Hospitäler sind überfüllt. — In Sigma r i n g e n ist Donnerstag nachmittag eine Feuersbrunst ausgebrochen, ©egen 6 Uhr abends waren 10 Häuser und Speichet den Flammen zum Opfer gefallen. Der Schaden ist bedeutend. — Auf der Feuerwehr-Hauptwache in Chemnitz stürzten beim Manöverieren mit der großen Leiter drei Feuenvehr« leute in die Tiefe. Ein Oberfeuerwehrmann namens Weber erlitt so schwere Verletzungen, daß er sofort starb. Ein anderer erlitt einen Schädelbruch. An seinem Aufkommen wird ge^ > zweifelt. Der dritte erlitt eine Verletzung am Bein. — Pastor K i r ch b e r g - B ü d d e n st e d e (Braunschweig) ist wegen sittlicher Verfehlungen verschwunden. Man vermutet, daß er Selbstmord verübt hat. — Gegen den in B u d a p e st nach Kronstadt abgelassenen Schnellzug wurde in der Nähe von Branvicska ein D y n a m 11 - A11 e n t a t verübt, wobei jedoch nur die Lokomotive leicht beschädigt unb mehrere Schienen aufgerissen wurden, i Dte Täter sind unbekannt. — In Sachen des angeblich unschuldig HL, Hingerichteten Martin Dee pe (F l en s b u r g) ist das vom I ^zustizminister angeordnete Ermittelungsverfahren zur Wiederaufnahme des Prozesses negativ verlaufen. Es haben sich keinerlei Anhaltspunkte für die behauptete Unschuld des Deept ergeben. — In Odenkirchen wurde ein Dienstmädchen, nach« bem der Begleiter, ein Kutscher niedergeschlagen worden war, von acht Burschen überfallen und vergewaltigt. Vier der Täter sind verhaftet worden. — Durch Explosion einer umgefalleuen Petroleumlampe entstand in Hamburg ein gewaltiger Spei- NMWWLWsSSSWsS mo wie auch an den Ausgängen etwas über erhöhe.mU einem Griff versehen, durch dessen Hei:unter- ziehen wach innen beide Türflügel geöffnet werden. Es ist aber ianzunehmen, daß es bei den vorzüglichen Einrichtungen im ganzen Theater niemals nötig werden wird, von dieser ft'ir den Swtmll getroffenen Einrichtung Gebrauch zu machen. Es können aber auch im ^chlimmjten Falle Menschenleben kaum gefährdet Nieten, Pa alle Türen, Gange, Treppen und Ausgange ganz bc# wnders breit angelegt sind, um eine schnelle Entleerung des Hauses zu ermöglick>en. H. F. Karlsruhe, den 18. Juli. _ _ . Zweiter Verhandlungstag. .ter Andrang des Publikums ist auch heute sehr stark. Die Zeugenvernehmung wird fortgesetzt. Kaufmann Uhlig: Am 6. Nov 1904 mittac^ habe er einen jungen Mann mit f^Jbart auf dem Hauptbahnhof in Frankfurt gesehen. Tas Ge- öu dem Bart. Bei nährerer Bettachtung sah er, daß der Bart nur angesteckt war. Er sagte sich: das muß ein steck- ^^wlgber Hochjrppler oder ein Manu fein, der die Ab- ftcht Hai, ein verbrechen zu begehen. Ter Mann stieg in den Schnellzug, der nach Karlsruhe ging. — Der Angeklagte muß sich hieraus den Bart an,tecken. Tanach erklärt der Zeuge, daß dies der von chm beobachtete Mann sei. - Die folgende Zeugin ist die frühere Bonne des Angeklagten, Anna Lerch: Sie sei seit ^geklagten gewesen. Tie ehelichen Bei> hchttii se der Familie Hau waren die denkbar besten, oie liaüe ErsersuEzene zwischen den Eheleuten wahrgenom- men. Beide Eheleute hmgen an ihrem Kinde mit großer Liebe (Zeugin) wuroe sehr gut behandelt. Das Verhältnis öu )einer Schwiegermutter und seinen Schwägerinnen 5?^ 1 ^ut. Auch -wischen Frau Tr. Hau und ihrer Schwester Olga habe das beste Einvernehmen geherrscht. Nachdem die alte l^rCT Dochttr Olga wieder von Paris nach Bad ,i-Baden gereist war, uhr die Herrschaft mit ihrem KAid mtb 7°rnbon- Tr. H^u erhielt sthr bald ein fcjort nach Berlin kommen. Dr. Hau reifte Tage später traf von Baden-Baden an hKtbiat1" e'S’ iK i>ein cä 6:c&: --Maina wird wwÄÄi'i fe N Ä grarnm, m dem Dr. Hau feine Ankunft anscigte. Wenige Stunden naj feinem Eintreffen in London wurde Dr. Hau vÄha tell k^T’ ^au. darüber ungemein bestürzt. Frau Dr Hau Emde unverzüglich nach Baden-Baden. ^ie ll^ube nicht, daß Fran Tr. Hau das Telegramm von Paris an ^sandt fywt. Frau Dr. Hau jagte aber in Paris »’ L & elferfuchtig: Düs ihre Schwester Olga unb habe .... Wunsch, daß )te abgeruren werde. Auf Befragen des Ver- H a n a u, 18. Juli. Heute kann da§ hiesige Kgl. Gymnasium auf ein 3 00 jähriges Bestehe n zurück- blicken. Zwar erließ schon am 5. Februar 1607 Graf Philipp Ludwig II. von Hanau eine Sudsidien-Ordnung, welche die Gründung dec hohen Landesschule vorbereitete, aber die eigentliche Stiftungsurkunde datiert vom 18. Juli 1607, sodaß also heute dec eigentliche Jilbiläumstag wäre. In jener Subfidien-Ordnung wurden die Abgaben bestimmt, welche zu Gunsten der Schule anfjubringen waren. Am Jubiläumstag des Erlasses der Subfidien-Ordnung (5. Febr.) wurden bereits die Einzelheiten jener Vorgänge näher dar- gestellt. Da der eigentliche Gründungstag in die großen Sommerserien fällt, so hat man von einer Feier an diesem Tage abgesehen und es wird am 27. September, am Schluß des Sommerhalbjahres, eine würdige Feier von feiten der Anstalt gehalten werden. ^lnz.) ** Kleine DJt 111 '• i ■ n n c n aus H esse n und den N a chb a r st a a t en. Mit der Postagentur in Lardenbach ist nanstalt nebst öffentlicher Sprechstelle und Uni all melde stelle vereinigt worden. — Ein S i t t l i ch t e i t s - ch e n wurde am Sonntag nachmittag in dem Lohwald- ^öer-Erlenbach unb Holzhausen an einem 12jähc. ^^chen begangen Das Madchen soll schwer krank darnieder liegen. Der mutmaßliche Tater ist abends in Ober-Erlenbach vor- haftet und iwch Vilbel transportiert worden, Aas Arama eines KechtsanrvaNs. (Unberechtigter Nachdruck verboten.) Todes - Anzeige -M •'"W i s K' ?4 ■•' I ■fe^, »TÄtiSÄ’fi ItfSÄÄÄA*» uerge^en ”ec^'ungguntcllMen liegen während der Dienststunden W E WrWnder Aufschrift versehen nn uns einzure.chen. Anschlags,rist 3 Wochen BU/, Gt-b-". den 17. U-E $iefBauQmt Braubach. Statut die Zusammensetzung der StadtverordncLcn-Vcrsammtung der Stadt Giessen betreffend. Auf Grund der Bestimmungen in Artikel 11 der SAdteord- nung und des Stadloerordueteu-Äeschlusses vom 4. April 1907 wird mir Genehmigung Grotzh. Ministeriums des Innern vom 3. Ium 1907 zu Nr. M. d. I. 21305 folgendes Ortsstatut erlassen: Einziger Paragraph. Die Stadtverordneten-Versammlung der Stadt Gießen wird in der Weise auf 36 Mitglieder verstärkt, daß bet den . nach,ten regelmäßigen Ergänzungswahlen (1907, 1910 und 1913) redesmal zwer wertere Mitglieder auf je neun Jahre gewählt werden. Gießen, den 17. Juli 1907. . Großherzogliche Bürgermeisterei Gretzen. ___________________ Mecum. _______________B18/7 Oefsentliche Bekanntmachung. Zn unser Genossenschaftsregister wurde zur landwirtschaftlichen Bezugs- und Absag-Genossenschaft Eberstadt, G. m. u. H., als weiteres Vorstandsmitglied eingetragen: Wilhelnr Schneider, Schneider in Eberstadt. Lich, am 17. Juli 1907. L"/r Grobherzogliches Amtsgericht._____________ SfrothiiQ von Pflaster- aast Khaussittarbeit. Die'Pflaster- und Ehaussierarbeit für den Ausbau des Mittelwegs zwischen Erednerstratze.und Wetzlarer Weg soll Montag den 29. Juli d. I., vormittags 11V- Uhr, Öfient$1eto?binÄun?erlaßcn liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht auf. Angebote auf vorgerchrrebenem Formular, das daselbst erhältlich, lind svälestens bis z^ llor^enannten Zett- vnnkt verschlofjen und mit entsprechender Umschrift verletzen an Ulis ein-ureichen. "7-Zuschlags frist 3 Wochen. Gietzen, den 17. Juli 1907. Städtisches Defbauamt. Braubach.___H- Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die schmerzliche Nachricht, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, heute vormittag 10% Uhr unser e liebe und unvergessliche Gattin, Mutter, Tochter, Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin und Tante Bekanntmachung. Das Pachtgeld von Triebviertelu und anderen städtischen Grundstücken, sowie das Schulgeld vom 1. Vierteljahr 1907 von: 1. der höheren und erweiterten Mädchenschule, 2. der Gymnasialvorschule und 3. dem Realgymnasium und der Oberrealschule sind innerhalb 8 Tagen bei Vermeidung der Beitreibung zur hiesigen Stadtkasfe zu bezahlen. Gietzen, den 17. Juli 1907. B!8/7 Doevfer, Stadtrechner.___________________ Bekanntmachung. Für unsere neue Anstalt soll die Lieferung des Bedarfs an Weißzeug-, Bettzeug- und Kleidungsstücken, die Lieferung von neuen Roßhaar- und Kapokmatratzen sowie das Aufarbeiten von gebrauchten Roßhaarmatratzen auf dem Wege öffentlicher Ausschreibung vergeben werden. Die besonderen Bedingungen und der Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 sowie die Muster liegen zur Einsichtnahme nachmittags von 3 bis 5 Uhr auf dem Verwaltungsbureau offen. Angebote, versiegelt und mit der Aufschrift »Angebot auf Weißzeuglieferung" oder »Angebot auf Lieferung von Matratzen" versehen, sind mit den Mustern bis zum 29. Juli 1907, vormittags 11 Uhr, auf unserem Verwaltungsbureau abzugeben. Die Zuschlagsfrist beträgt 14 Tage. Gießen, den 18. Juli 1907. . B18/T. Großherzogliche Direktion der chirurgischen Universitätsklinik. P o p p e r t. Kratz. Kirschen Ät mo»en- Schwitzen Sie leiden Sie an Fußschweiß, so brauchen Sie doch (4247 Fadol ä 60 Pfg., 1 und 2 Mt. allem echt bei Adolf Bieter Bictoria-Droaerie, Marktstr. 5 tehhh Jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag von morgens 9 Uhr an frischer ZwiebeÜuchen. [4439 B. Schomber, gg Kopfläuse [4525 Wanzen, Flöhe vertilgt radikal »k- Kratei "W Fl. 50 Pf. A. Noll, Drogerie, Bahnhosstr. Giekener Wetterdienst. 9A Witterung für Heffen nm Samstag den Meist bester Trocken. Nach kühler Nacht am Tage etwas warmer. Nördliche Winde. Vkiglnal-DrahtmeldungeNch Berlin, 19.Juli. Wegen anarchist ischer Gesinnung llt dieser Tage der Buchbinder Lustig nach Oesterreich ab geschoben worden. Unter polizeilicher Eskorte wurde er nach Oderberg gebracht, wo ihn die österreichische Polizei in Empfang nahm. .Posen, 19. Juli Nunmehr läßt die Regierung au alle Diejenigen Schulvater, deren Kinder am Schul streik unbeteiligt gewesen sind, die gezahlten Mehrbeträge für Schulsteuern. zurückerstatten. „Göttingen, 19. Juls.. In der hiesigen Irrenanstalt verübte em G e r i ch t s-a sj e s j o r aus Hamburg, der demnächst .als gehellt entlasten werden sollte, Selbstmord, indem er sich vor den Augen der Aerzte erschoß. Zittau, 19. Juli. Bei einem in dem Dachgeschoß eines in der Neusalzer Straße gelegenen Hauses ausge- brochenen Brand wurde einem Feuerwehrmann durch einen herabsallenden Gesimsstein die Schädeldecke zertrümmert. Sein Zustand ist hoffnungslos. — Im benachbarten Stein- b a.ch stürzte sich eine 21jährige Fmuensperson mit ihrem einjährigen Kinde in die hochgehende Trebnitz. Beide ertranken, r i ? a" h e, 19. Juli. Ter G r o ß her zo g vonVaden Ijat dem Verleger August che r l das Kvmmandeurkreuz 2. Klasse des Ordens vom Zähringer Oöwen verliehen. Stuttgart, 19. Juli. Zwei in dem Schorndorfer Steinbruch beschäftigte Arbeiter wurden durch eine Dynamitexplosion sehwer verletzt. . 19- Juli. Das neuerdings verbreitete Gerücht, m Desto sei der englisch-fvanzösisch-spanischen Entente eine Maritim - Entente Oesterreich - Ungarns und vZ.tali:us im östlichen Mittelmeer gegenübergestellt worden, wird fcmpecenterseits .als willkürliche Kombination bezeichnet, wobei .abermals betont wird, daß für Aehrenthal und Trttoni feinerlei Anlaß zu neuen Abmachungen vorhanden gewesen ser. G l a tz, 19. Juli. Aus allen Kreisen treffen jetzt Hiobs- Posten ein. In der Graffchaft Glatz haben die Fluten drei Menschenleben gefordert. Besonders hart betroffen wurde die Umgebung von Mittelwalde. Bergabhänge sind in den Fluß gerutscht, große Stücke aus den Dorfstraßen weggerissen, sämtliche Wehre zerstört. Das Wohnhaus des Direktors der Baumwollweberei von Wolff in Proschnitz wurde von den Fluten gänzlich zerstört und fiel in sich zusammen. Erheblich gelitten hat. die Papierfabrik Mühödorf. In dem zum Kreise Glatz gehörigen Dorfe Wiltsch ist ein neuer Wolkenbruch niedergegang n. In der ohnehin armen Ortschaft ist jeder Berühr unterbunden. Hülfsmannschaften werden sofort an die gefährdeten Stellen entsandt. Im Gegensatz zu den Ueberschwemmungen früherer im 35. Lebensjahre nach langem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden in ein besseres Jenseits abzurufen. Um stilles Beileid bitten Alb ach, den 18, Juli 1907. Die Beerdigung findet Samstag den 20. Juli, 21/, Uhr nachmittags, statt. Frau Philippine Wagoei geb. Lenz Die trauerndem Hinterbliebenen. D13/, Feine Leöemaceii Neism'tikel Jagd- uni Spockrtikel Pöckfeniilewiittn Uagen uni) Geschirre Zliite!, Reit- n. Fahr- ntenfliieil Anfertigung aller Artikel nach Angabe [4590 in eigenen Werkstätten. Reparaturen sofort u. billigst. Äug. Kiibinger Seltersweg 79, Neubau. Svezialgeich. feiner Lederwaren. 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Tie Tarifverhandlungen der st u n ltichlosse r mit ihren Prinzipalen haben sich zerschlagen. Jnsolgedehen find heute früh SCO Schlossergesellen in den Ausstand getreten. Jö e I f a ft 18. Juli. Der Docke raus st and dauert an. Drei große Firmen mußten bereits wegen Rlohlenmciugel den Betrieb kinstellen. Tie tllusständigen beschlossen in einer gestern abgehaltenen Persammlung, den Konflickl einem Schiedsgericht zu unterbreiten. 91 e iü - 9) o r f, 18. Juli. Tie Verhandlungen zwischen den Telegraphen-Gesellschaften und ihren Angestellten sind, wie letztere bekannt geben, gescheitert. Alan erwartet daher, daß der g r a p h i st e n - S t r e r k nn aanzen Lande aiisbrecheu wird. tnäaLr--—-- tm Februar b 60 ®lf' i>,eslge Schöffengericht. F. war schchtsknnnner^ der EKnrhelsischen'^Lnndlvin- '''"b-'ftidinender'Form beiproche,Chatte!'Der nack^daft 'er ^-bl'k->!>o>>sbcfugnis kam er in bei Weile u il'rfie SiMrnrf,? 1 ICI oerbffentlidjte unb fileid)3titig Innqere lilstcbe Betrachtungen daran knüpfte. Tas Gericht verurteilte um de-tzalb ,« 20 Mk. Gelbs,rase. - Baid damit, brach" F in l1'1?11!“ kmen Artikel betitel, ..Erlebnisse ans dem fti Bauerbach' d" bchfl.nn!e.f,d’ l,ienriibev bcn H0‘- Förster Kaufmann ■Jhennin In' bcl irder I'nlsenden Gelegenbeit ihn und seine ^heorien herabsetze und zil schädigen versuche. K. habe sogar ein° •’ii /v als er (F.) bei einer Ausstellung gemogelt haben wllle, die Unwahrheit durch einen Eid bekräftigt. Auch bei seiner .lleichsiagskanditatur hätte K. feinem Gegner Liebermann v. Sonnen- i'eig -vtaterial gegen seine Person verschafft. Wahrend mehrere bienentechnische Sachverständige ihre Anssagen machlen, nannte F. sorlwahrend Beugen, mit deneii er in allen ihm ziir Last gelegten ('.ragen jederzeit den Wahrheitsbeweis antreten könne. Das Gericht r>einrteilte ihn jedoch zu 14 Sagen Gefängnis und zur Publikmion des Urteils. Jahre ift diesmal die Allgemeinheit nicht sonderlich betroffen; worden, londern nur die einzelnen Besitzer. Palermo, 19. Juli. Gestern nachmittag wurde in ber Universität eine Versammlung abgehalten, in der gegen Ra f ls Verh aftung protestiert wurde. Rach Schluß der Versammlitng zogen die Teilnehmer lärmend durch die Straßen. 2(benb§, nachdem sich den Demonstranten eine große Volksmenge angeschlossen hatte, kam es zu Ruhe, störungen. Mehrere Polizisten wtlrden durch Steinwürfe verletzt, auch wurde auf die Polizei aus einem Hause ge- schossen. Von den Demonstranten wurde einer getötet unb mehrere verletzt. Paris, 19. Juli Der bekannte Romanschriftsteller Hektor Ma lot ist im Alter von 77 Iabren gestorben. des Handel 4 % Öesterr. Gold reute. . Portugiesen III . 203.50 . 95,70 Pnnce-Henn-Eißenbahu . 174.10 Tendenz: ungleichmässig. 222.70 67.80 137.20 194.60 21650 28.30 115.70 141.70 190.— 28.30 140.20 132.50 Can ad a E. B. . . Darmstädter Bank Deutsche Bank . Dortmunder-Union C Dresdner Bank 97 50 98 30 93 10 103 30 6640 67 50 91.70 90.25 95.00 142.00 Berliner Handelsges Darmstädter Bank DeutsQhe Bank . Deutsch-Asiat Bank Diskonto-Komm andit. Dresdner Bank Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . Gotthardbahu . . Lomoard. Eisenbahn Uesterr. Staatsbahn . f/« 4°6 3 96 3% *6 Oesterr. Silberrente Untrer. Gold reute . . Italien. Rente . . Portugiesen Serie I . Harpener Bergwerk. Laurahtttte . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . . Türkenlose . 3^6/c 3% 3^°/c 3 % 3%°ft Reichsanleihe do. Konsols . . do. . , Hessen Oberhessen Elektriz. Lahmeyer . Elektriz. Schnckert . 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