m. 271 Zweites Blatt L 3?. Jahrgang Montag IS. November 1907 tt1d)efnl tSgklch mit AuSnabme des Sonntags. De .Gletzeaer §q\. UtenblStter- werden dem „Anze-ger* viermal wöchentlich beigeJegt, das „Krdsblan für den Kreis Sieben" zweimal wSchenUlch. Der ..hessische £anöa»lrt" crscheml Otonatltd) einmal« General-Anzeiger für Gberhessen Rotationsdruck and Verlag der Brüh kochen UnwersttälS • Buch» and Steindrucke ret. R. Lang«. Gießen. Redaktion. Exvedittoa anb Druckers- Schul- stratze 7 S^peÖtlton ant Vertag L-SO bL Redaktion:1!2 rell-Adr^AneetgerGretzen. 2Vöcbc8ijd?att. Gießen, 18. November. Die große Herzlichkeit, mit der die Engländer das )eutf cf) e Kaiserpaar allenthalben empfangen haben, jat etwas Uebercaschendes. Eine so glanzvolle Aufnahme jat bei uns wohl kein Mensch erwartet. Man gab sich reilich m letzter Zeit der Hoffnung hin, daß die Zeit )cr ^Mißverständnisse und des Uebelwollens vorbei sei und raß die deutsch-englischen Beziehungen wieder normale Gestaltungen anzunehmen anfingen, man erwartete auch -inen freundlichen Empfang, trotzdem die englischen Sozia- iiten allerhand Demonstrationen gegen die deutschen Gäste Kanten, aber mau konnte es, wie gesagt, nicht vocaus- eijen, daß die große Masse der englischen Bevölkerung -em deutschen Kaiferpaare so freundlich und herzlich ent- ;egenrommen werde. „Blut ist dicker als Wasser" hat >er Kaiser bei der denkwürdigen Begrüßung in der Londoner Guildhall gesagt und damit einem alten, in den letzten fahren nur gar zu oft vergessenen Gedanken neue Geltung -erschafft. Bedeutsam ist auch, was der Kaiser einer Ab- »rdnung englischer Journalisten am Samstag gesagt hat. Die Abordnung überreichte dem Kaiser eine Glückwunsch- idresse. In seiner Antwort sagte der Kaiser: „Die Macht, wer die die Journalisten verfügen, ist groß und ihre Betätigung ist sehr wohltuend, wenn sie der Pflege der ceundschastlichen Gefühle zwischen den Nationen gewidmet st. Die Adresse, die Sie mir überreicht haben, beweist, ■ag Sie diesen Zweck verfolgen. Ich danke Ihnen infolge- essen für Ihren Besuch und bin hocherfreut, Sie begrüßen u können. Ich hoffe, daß Sie fortfahren werden, zu Gunsten der Förderung der freundschaftlichen Gefühle zwi- chen den beiden Nationen zu arbeiten, Gefühle, die für den frieden Europas so notwendig sind. Wir gehören derselben iajse, derselben Religion an, und diese Bande sollten e.iügen, um die Freundschaft und Harmonie zwischen uns u stärken." Will man das Ergebnis des diesmaligen Kaiserbesuchs n England kurz zusammenzusassen, so wird man sagen önnen: es besteht darin, daß die Monarchen Deutschlands nd Großbritanniens und die Kabinette dieser Länder sich ndlich gefunden haben. Inwieweit sich diese Annäherung uch aus die Völker beider Länder erstrecken wird, muß ic Zukunft lehren; ohne Einfluß auf die Beziehung beider Völker zueinander wird aber hoffentlich auch das nicht leiben, was der Kaiser, wie oben erwähnt, den englischen ,'ournalisten gesagt hat. Eine auftichtige und ehrliche »allung der Presse wird schließlich, so darf man hoffen, as Meiste dazu beitragen können, die Völker einander äherzubringen. Seit mehreren Jahren ist die Reichsregierung zu der Gepflogenheit übergegangen, die hauptsächlichsten Ziffern us dem Etat kurz vor dem Zusammentritt des Reichstages urch ihr offiziöses Sprachrohr weiteren Kreisen mitzu- nlen. Dieses Verfahren ist durchaus löblich, denn ein» ml wird der früher üblichen, mißlichen Verhökerung vor- ebeugt, wobei oft unrichtige Zahlen mit unterliefen, an- erfeits ist es auch für die nichtparlamentarischen Kreise ngenehm, beizeiten die hauptsächlichsten Ziffern kennen u lernen und etwaige Pläne der Negierung daraus zu rsehen, zumal ein genaues Studium des dickleibigen Ge- amtetats eine für den Laien nicht kleine Aufgabe bildet. Iber auch für die Abgeordneten selbst ist die frühere Vec- sjentlichung nicht unerwünscht, da sie sich so beizeiten über itandje Fragen informieren und aus der Preßkritik er- ennen können, wie manche Regierungsabsichten in der Öffentlichkeit ausgenommen werden. Der diesmalige Etat uft keine allzu großen Ueberraschungen hervor, nicht einmal bei dem Marineetat, da man ja seit langem weiß, sohin die Absichten der Reichsregierung mit ihrer Novelle rhen. Das gleiche gilt von dem Militäretat, da die Fest- egung durch das jüngste Quinquennat es nur gestattet, ie vorgeschriebenen Verstärkungen vorzunehmen und sonst ebiglich Einrichtungen zu trefsen, die technische Verbesseungen bedeuten. Des weiteren hat man sich darauf gefaßt emacht, daß die in Aussicht genommene Erhöhung der kamtengehälter gewaltige Summen erfordern wird, an eren Bewilligung durch die Volksvertretung nicht zu Inseln ist. Von den bisher veröffentlichten Etats inter- Ificrt am meisten derjenige der Kolonialverwaltung. Ta w es nicht ohne Jnterefse, daß der Reichszuschuß für ie Schutzgebiete sich beträchtlich ermäßigt, und zwar um ßst 24 Millionen, wovon allerdings etwas über 21 auf wdwestasrika entfallen, da die dortigen militärischen Aufwendungen infolge Niederwerfung des Aufstandes erheblich erabgesetzt werden können. Immerhin ist es erfreulich, aß eine Verringerung des Reichszuschusses, wenn es auch Ur 3 Millionen sind, zu verzeichnen ist, da dies beweist, aß unsere Kolonien in wirtschaftlicher Hinsicht vorwärts hreüen. An Zuschüssen erfordern Ostasrika 4,7, Kamerun '7, Süowestasrika 43,6, Kiautschou 10,6 Millionen, während er Zuschuß für die übrigen Schutzgebiete sehr gering ist, nd Togo nach wie vor als rühmliche Ausnahme gar 'inen bedarf. Allerdings sind in .dem Etat die neuen ^hnprojekte für Ostafrika noch nicht enthalten, und nur we Schlußrate von 8 Millionen figuriert darin für die ortführung der Bahn nach Keetmanshoop. Von allgemeiner Bedeutung ist die Absicht der Negierung, den Kolo- wlbeamten eine bessere wirtschaftliche Vorbildung zu eben; für diesen Zweck ist der hierfür zur Verfügung ehende Fonds von 42 600 Mk. auf 130 000 Mark erhöht 'vrden. Ein Teil der Beamten, resp. Aspiranten soll me Berliner Handelshochschule besuchen, ein anderer Teil W in Hamburg Spezialstudien machen, wo hierfür besondere Einrichtungen getroffen werden sollen. Eine derartige Ausbildung könnte nur von Nutzen sein und der Entwicklung unserer Kolonie zum Segen gereichen. Die sonst zur Veröffentlichung gelangten Etats sind nur von geringerer Bedeutung, höchstens daß die Reichseisenbahnen einen Ueberschuß von 23,5 Millionen bringen. Wie mag Herr von Stengel bedauern, daß nicht sämtliche Eisenbahnen in Deutschland dem Reiche gehören, dann hätte er nicht notwendig, jetzt immer und immer nach neuen Quellen für die Aufbringung der Mehrkosten zu suchen. Während bei uns das Reichsparlament erst im Laufe dieser Woche zusammentritt, ist die russische Reich s- duma bereits versammelt. Populär ist diese „Herrenduma" in Rußland nicht, denn man sieht sie als ein allzugefügiges Werkzeug dec Regierung an oder besten- falls als ein bloßes Dekorationsstück. Iculscher ^avaib amtcntag. S. u. H. Frankfurta. M., 17. Nov. . Fast alle Organisationen der Privatangestellten aus allen Teilen des Reiches hatten sich hier zusammengefunden, um zu der Frage einer staatlichen Pensionsversicherung Stellung zu nehmen. Auf der Tagung sollte Stellung genommen werden zu dem Entwürfe eines Privatverficherungsgesebes, das von einer Siebencrkonunission, die in verschiedenen deutschen Städten im Verlaufe der letzten Monate getagt hatte, ausgearbeitet worden war. Ueber den Weg, auf den man zu einer staatlichen Pcn- lionsversicherung gelangen könne, waren schon in dieser Kommission dü Meinungen sehr verschieden, und die Gegensätze platzten hart aufeinander. Es handelt sich vor allem üm zloei Grundfrageic. Die Majorität, die vor allem von den kaufmännischen Vereinen gebildet wurde, verlangte die Einrichtung einer Sonderkasse. Im Gegensatz dazu traten die technischen Organisationen mit aller Ent- !chiedenheit für den Ausbaubestehenden Jnval.dengesetzgeüung em. Auch in iocr Aus,chußsitzung, die bereits am gestrigen Sonnabend stattfand, gerieten die beiden Richtungen scharf aneinander. In stundenlangen Debatten wurden die einzelnen Möglichkeiten einer Pensionsoerficherung erörtert. Es wurde verschiedentlich hervorgehoben, daß es der Negierung nicht einfallen würde, eine Sonderoerstcherung der Privatueamten zu gell.at.en. Sie würde sich hüten, den vielen hunderttausend Privatangestellten zu gestatten, aus der Invalidenversicherung auszutreten, weil deren Rentabilität dadurch ernstlich in Frage gestellt werden würde. Von anderer Seite wurde wiederum hervorgehoben, daß die wirtschaftlichen Verhältnisse der Privatange^etlten doch wesentlich anders seien, als die der Arbeiter, auf die unsere Invalidenversicherung doch einzig und allein zugeschnitten sei. Die Majorität im, Ausschüsse blieb trotzdem bei ihrer Forderung einer Sonder- itone bestehen. Eine geringe Minorität stiimnte gegen diese Sonder- wsse. Zugleich aber erklärte die Majorität, daß sie wohl die Etnrnchtung einer Sonderkasse für notwendig erachte, daß sie aber, falls die Regierung nicht damit einverstanden sei, sich sastießtich auch mit dein Ausbau der Invalidenversicherung zufrieden geben müsse. Für eine solche Ergänzungsoersicherung mußten aber damc folgeiwe Ätindeslforderungen gestellt toerden: a) dem Privatangestellten muß gegcmiucT den bisherigen Sätzen der Invalidenver,icherung eine höhere Rente bewilligt werden; bst das Alter für'das Recht des Rentenbezuges muß auf 65 Jahre seslgesetzt werden; c) eine Witwen- und Waisenversicherung i,t er- forderlich; d) die Berufsinvalidität muß eingeführt werden; e- fcn Versicherten müssen in der Verwaltung größere Rechte eingeräuml werden, als es in der heutigeir Jnvalwenoersicherung der Fall ist. — Für diese Mindestforderungen einer eventl. Ergänzungs- Versicherung Mid sich eine große Majorität. — Darauf wurde die ^iebencrkommijsion aufgelöst, )veil ihre Arbeit erfüllt war. Heute wurden die Beschlüsse der Ausfchußtagung einer großen Massenversammlung von Privatangesteckteii im Hippodrom vor- gelegt. Die Versammlung, die von Ehlers-Frankfurt geleitet wurde, war äußerst stark besucht. Es ging sehr stürmisch zu. Gleich zu Beginn der Verhandlungen kam es zu tumultarischen S k a n d a l s z e n e n, weil die Mitglieder der in der Minderheit befindlichen technischen Gruppe dagegen protestierten, daß nur drei Referate gehalten und in keine Diskussion cingetreten werden sollte. Sie stellten den Antrag aus Diskussion, den der Vorsitzende aber ablehnte. Darauf erhob sich ein furchtoarer Lärm, der erst sein Ende fand, als die technische Gruppe in Stärke von etwa 800 Mann den Saal verließ. U. a. trennten sich von der Kundgebung die Mitglieder d.s deutschen Werkmeister- verbandcs, des deutschen Gruben- mrd Fabrikbeamtenverbandes, des Bundes der technisch-industriellen Beamten, des deutschen Zuschneidcrvcrbandes, des deutschen Zeichnerverbandes. Nachdem die Führer der Minorität den Saal verlassen hatten, trat man in die Tagesordnung ein. Hiller- Leipzig vom Verbände Deutscher Handlungsgehilfen berichtete wie Fischer- Offenbach über die Arbeiten der Siebenerkommission der deutschen Privatangcstellten. Die Kommission wurde am 16. Juli d. Js. in Berlin gebildet. Sie ist seitdem in verschiedenen deutschen Städten dreimal zusammengetreten und hat die verschiedenen Fragen zur Sache der Pensionsversicherung der Privatangestellten eingehend erörtert. Sie ist schließlich zu dem Resultat gekommen, eine Sonderkasse für die Privatangestellten zu fordern. — Hans Bechly vom Hamburger deutsch-nationalen Handlungsgehilfen- verbande behandelte dann die Frage, ob für die Privatbeamtenversicherung eine Sonderkasse vorzuziehen sei, oder ob man sich mit dem Ausbau der bestehenden Invalidenversicherung begnügen solle. Er beantwortete die Frage dahin, daß die besonderen Verhältnisse der Privatangestellten die Einrichtung einer Sonderkasse rrotwendig machten, und daß man nur im Notfälle sich mit dem Ausbau der Invalidenversicherung begnügen solle. Er ging dann auf die Geschichte der Bestrebungen der Privatangestellten nach einer Pensionsversicherung ein. Schon im Jahre lb03 habe sich mit elementarer Wucht der Ruf nach einer staatlichen Pensions- Versicherung geltend gemacht. Bei einer solchen Pensionsversicherung müsse aber der Eigenart der Stellung der Privatbeamren völlig Rechnung getragen werden. Es müsse eine höhere Invalidenrente für sie gefordert werden, als sie für die Arbeiter bestimmt ist. Und diese Rente müsse auch bei der Berufsinvalidität gewährt werden. Die Altersgrenze für das Recht des Rentenbezuges müsse auf mindestens 65 Jahre abgesetzt werden. Alle diese Sonderwünsche der Privatangestellten könnten aber am besten nur durch eine Sonderkasse erreicht werden. Es bestehen zwei Möglichkeiten, um den Privatangestellten eine Pensionsversicherung zu schaffen. Entweder begnügen sich die Privatangestellten mit den Leistungen einer Arbeiterversicherung, oder sie treten für eine Sonderkasse mit höheren Beitrügen und höheren Leistungen ein. Der Stand der Privatangestellten sei eine bedeutende Gruppe, die viele Hunderttausend Mitglieder zählt. Sie habe das Recht, daß die Gesetzgebung auf sie Rücksicht nimmt. Mit theoretischen Phrasen könne man die Wünsche der Privatbeamten nicht unterdrücken. Es werde immer gesagt, die Einheitlichkeit der Versicherung werde bedroht, wenn die Privatbeamten sich zu einer Sonderkasse zusammenschließen. Durch solche Reden sollten sich die Privatbeamten nicht abhalten lassen, iüre gerechten Wünsche vorzubringen. Jbre Pensionsversicherung müsse den Verhältnissen angepaßt roeroen und dürfe nicht schematisch geregelt werden. Die Notwendigkeit einer Sonderkasse für sie ergebe sich ohne weiteres bei näherer Betrachtung der einzelnen Forderungen. Die Berufsinvalidität könne nicht gut auch für die Landarbeiter gefordert werden, sie eigne sich nur für Leute, die einen ausgesprochenen Beruf haben. Durch die Einführung der Berufsinvalidität würde eine Erhöhung der Beiträge saft um die Hälfte erforderlich sein. Zum Schluß wieS der Redner darauf hin, daß nach der ganzen Fassung der Denkschrift der Regierung es wohl möglich sei, daß eine Sonderversicherung gewährt werden könnte. Es sei kein Ziveifel, daß, wenn die Negierung sie fordere, auch eine große Mehrheit im Reichstage dafür zu haben sein würde. Tie Privatangestellten wären politisch unklug, wenn sie nicht nehmen würden, was sie bekommen. Die Zeit sei günstig, man dürfe sie nicht ungenutzt vorübergehen lassen. Hofsentlich werde auch die Minorität an dem großen Ziele Mitarbeiten. (Lebh. Beifall.) — Bei der Abstimmung wurden die Vorschläge des Ausschusses mit 502 000 Stimmen gegen 136 000 Stimmen angenommen. — Darauf wurde die Tagung geschlossen. uaiO Land. Gießen, 18. Nov 1907. ** Auszeichnung. Dec Lektoc dec französischen Sprache an der hiesigen Universität Lucien Paul Thomas hat in dem „concours interuniversitaire" eine goldene Medaille und einen Ehrexpreis für seine hervorragende Arbeit über den Culteranismus in Spanien erhalten. ** Eine Sitzung des Provinzialausschusses findet am Samstag, 23. d. M., Dornt. 9 Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Reklamation gegen die Bürgermeisterwahl zu Landenhausen, 2. Klage des Ortsarmenverbandes Friedberg gegen die Ortskrankenkasse Reichelsheim i. d. W. wegen Unterstützung des A. Pascolo von Venzone, 3. Beanstandung der Wühl eines Bürgermeisters zu Rödgen (Kr. Friedberg). ** Im Kolosseum hat sich am gestrigen Sonntag vor überfülltem Saale dec übliche vterzehntägige Programmwechsel vollzogen. Das neue Programm ist recht glücklich zusammengestellt. In solcher Reichhaltigkeit und Vielseitigleit wird es auch dec berühmte, geistreiche Otto Neutter, der sich morgen und übermorgen als Gast im Kolosseum hören lassen wird, nur in den großen Städten antreffen. Eröffnet wird das Programm von Mstr. Giggi, der aus einer etwa vier Meter hohen, senkrecht aufgestellten Stange balanzierend die gewagtesten Verrenkungen seiner Glieder vornimmt. Als schneidige Kostüm-Soubrette folgt ihm Fräw- lein Elsa de Sylvia. Das Ballett Barbarina besteht aus drei gar gewichtigen Damen, die indessen ihre schwierigen Spitzentänze mit viel Anmut und Schönheit der Bewegungen aussühren. Nach der Pause tanzten sie noch eine elegante mexitanische Matchich, die ihnen reichen Beifall eintrug. James Belli zeigt am Vertikalseil Proben von Kraft und Geschicklichkeit. In der dänischen Soubrette Elly Niggers begrüßte das Publikum eine Bekannte vom Sommerprogramm her. Sie hat inzwischen nichts an ReiA eingebüßt. Die akrobatischen Leistungen oer Dahlvedis wirten durch derbe Komik. — Der zweite Teil des Programms bringt eine Affengruppe von seltener Größe der einzelnen Tiere, deren Dressur hervorragend genannt werden muß. Sie stellen sich ats Zirtusreiter, Seiwänzer, Akrobaten und Fahrcadkünstler vor. Der Karikatur-Humorist und Parodist Hartley gewann im Fluge die Gunst seiner Zuhörer. Er bietet so ganz anderes als die herkömmlichen Lckomiker: viel originelleres. Sehr groß von Gestalt und von gewaltiger Stimme ist er mit einem Paar langer Fangarme ausgerüstet, deren merkwürdige Verwickelungen allein ihm schon den Lachersolg erzwingen. Es folgt noch eine geschickt pointierende Vortrags-Soubrette, Fräulein Titti P o st i n i und die !d r e i S i l b e r ft e r n e, wie sich ein ausgezeichnetes Turnertrio nennt, bilden den Schluß des sehenswerten Programms. B. □ Klein-Linden, 17. Nov. Dem Lehrer Ehr. Eß wurde eine Schulstelie zu Darmstadt übertragen. Herr Eß hat über 15 Jahre hier gewirkt und man sieht den beliebten Lehrer nur ungern von hier scheiden. ? Klein-Linden, 17. Nov. In der hiesigen Ortsgruppe des deutschen Flotten Vereins hielt gestern abend Lehrer Keil einen Vortrag über ,Die deutsche Lehrerfahct nach der Wasserkante, die Bedeutung des Hamburger Welthandels und des Kieler Kciegshafens". Als Gäste waren von Gießen erschienen Regierungsrat Dr. Welcker und Telegraphist Schad. Negierungsrat Dr. Welcker wies auf die Wichtigkeit des Flottenverems hin, und Telegraphist Schad gab Auskunft über den Stand des Vereins. Die Redner ernteten lebhaften Beifall und der 2. Vorsitzende PH. Neuschling sprach den Dank des Vereins aus. Im Winter soll ein weiterer Vortrag über Helgoland und seine Bedeutung folgen. + Ettingshausen, 17. Nov. Gestern abend hielt Lehrer Volt, Verbandsredner des Hassia-Kriegerbundes, auf Einladung des Kriegervereins einen Vortrag über den ruhmreichen Anteil der hessischen Division im deutsch-französischen Krieg. Der Saal des Gastwirts Ph. Keil war von den Mitgliedern des Vereins gut besetzt. Präsident I. Keil dankte dem Redner für seinen lehrreichen Vortrag. + Hattenrod, 17. Nov. Eine schwere Ziege schlachtete heute dec Schneidermeister und Nachtwächter H. Hahn von hier. Das Tier wog ausgeschlachtet 78 Psd. und hatte 12 Pfund Fett. Handelsleute boten ihm vorher 15 Mk. dafür. g. Bad Nauheim, 17. Nov. Ans Antrag des Militär- veceins Hassia hier wurde in dec letzten Stadtverordneten- Versammlung dec Beschluß gefaßt, gelegentlich der Feier des Geburtstages Sc. Kgl. Hoh. des Großherzogs, von dem bisher üblichen Geburtstagsessen abzusehen und einen allgemeinen Kommers zu veranstalten. Mit großer Sympathie wurde dieser Beschluß von dec Bevölkerung de- grüßt. Am Abend des 25. November findet also diesmal m^Sprudelhotel Langsdorf die Feier statt, zu der an alle hiesigen Vereine Einladungen ergangen sind. Dec Gesang- Vermißtes» 93.25 Elektriz. Lahmeyer . 82.50 Elektriz. Schlickert Ter in der Geschäftsordnung Den 59.50 81 Bierliner Mörse, 18. November. Anfangskurse. Canada E. B. . . 141.40 . 224.20 . 138.10 140 196.25 111.50 91.90 86.90 92.00 140.30 46.50 80 75 61.30 93.20 93.65 82.50 91.60 92.40 96 60 96.60 92 00 97 152 124 224 136 168 138 196 . 27 . 139 . 115 do. Konsols . . . do. . . . Hessen . . . . Oberhessen . . 3% 3M 7( 3% 3*7. . 114 . IOC . 203 . 191 193 216 Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat. Bank . Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . , Kreditaktien . Baltimore- und Ohio- Eisentahn . . . . Gotthard bahn . . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staats bahn . . Prince-Henri-Eisenbahn Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . Tendenz; fest. -GN der Harvard-Universität in Cambr idge im brach im Festraume die N e d n e r t r i bü n e und. die anstoßende Plattform zusammen, kurz ehe Präsident drooievelt dort emtraf, um die Amtseinführung des neuen Präsidenten der Universität vorzunehmen. Dabei st ü r z t e n 5 0 P e r - sonen etwa aus einer Höhe von 15 Fuß herab. Die meisten von ihnen erlitten Verletzungen. Unter den Anwesenden entstand £ln.e Aroße Panik. In diesem Augenblick traf Roosevelt ein. Erscheinen erleichterte die Wiederherstellung der Ordnung. Präsident ließ es sich angelegen sein, für die Fortschaffung und Pflege der Verwundeten.zu sorgen. sverem „Frohsinn", sowie der Turnverein werden den Abend durch Gesangsvorträge und turnerische Auffühnrngen verherrlichen. r. Aus der Wetterau, 16. Nov. Der Gießener Anzeiger bringt in seiner letzten Niunmer einen Aufsatz über eine üppige Bauernhochzeit aus dem Hannöverischen. Ein Rind, 4 Schweine, 200 Kuchen u. s. w. wurden daselbst vertilgt. Wenn es bemerkenswert ist, die Statistik einer solchen -üppigen Hochzeit vorzuführen, so darf wohl auch eine Wette rauer Durchschnittshochzeit beschrieben werden, bei der keine Festhallen gebaut werden, die Hochzeiten werden vielmehr im Bauernhaus gehalten, woselbst allerdings der Raum nicht hinreicht, um mehr als 200 Personen aufzunehmen. So fanden vorigen Sonntag zwei Hochzeiten mittleren Stils statt. Es wurden bei der einen, zu der ca. 200 Gäste Harpener Bergwerk Laurahütte . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Tiirkenlose . . . — r ““W U'-gi.llUULL ICUL'lJt 1Cl Stammesgeuossen, habe ich niemals gebraucht. Die Pers ue_' Herrn H. ist mir unbekannt und fcfycibet für mich ganz a 3. Die „Bekämpfung" meiner Ansicht durch Herrn Le war weniger „>chars", wie unpassend. $>err Seibel hat water bei mir zu entschuldigen gesucht, wurde aber auch i n d 4-ers ammlung schon von anderer Seite zurückgewiesen. * Dr. F. Werner. als der Löwe verendet war. —Der Phönix-Park in Dublin war der Schauplatz einer aufregenden Jagd. Bei der Ueber- führung eines Puma gelang es diesem, aus dem an den Park anstoßenden Zoologischeir CJartcn zu entkommen. Tas Tier setzte mit einem gewaltigen Sprung über das Umfriedigungsgitter des Zoologischen Gartens. Im Purk begegnete es auf der Hauptstraße einet Abteilung des 11. Husarenregiments, stutzte beim Anblick der Soldaten und schlug sich dann seitwärts in das Gebüsch. Eine Schar von Wächtern des Zoolo- schen Gartens hatte sich inzwischen an die Verfolgung gemacht, und es schlossen sich viele Freiwillige an, um an der Jagd teilzunehmen. Ter Puma wurde aufgestöbert, war aber auf das höchste erregt, kauerte nieder und fletschte die Zähne. Tie Haltung des Tieres war so drohend, daß, niemand sich heranwagte. Schließlich faßten zwei Wärter! Mut und packten es beim Halse. Ein aufregender Kampf entstand, bei dem die beiden Männer schwere Verwundungen erlitten. Obgleich sie stark bluteten, ließen sie den Puma nicht los, und es gelang schließlich, ihn durch ein Netz und mehtere Schlingen einzufanaen. Kleine Tageschronik. Parfümerie- und Seifenfabrik Wolff u. Sohn in Karlsruhe giftete anläßlich ihres 50jährigen Geschäftsjubiläums 50 000 Mark für Wohlfahrtseinrichtungcn und verteilte außerdem 30 000 Mark an ihre Beamten und Arbeiter. In Berlin wurde bei einem Brande der Reserveleutnant Krause schwer verletzt, der mit zwei Feuerwehrmännern das bejahrte Ehepaar Kraut aus Lebensgefahr rettete. Ein Oberfeuerwehrmann mußte infolge von Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden. 4% Oesterr. Goldrente 47b % Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Rente . . . 3-o Portugiesen Serie I . 3% Portugiesen „ HI 4 >2 7» rnss.Staatsanl. 1905 4/^°y0 Japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Tiirkenlose...... 426 Griech. Monopol-Aul. . 4% äussere Argentinier . 3°/0 Mexikaner . . . . 4>$7o Chinesen . . . . Aktien: Bochum Guss..... Buderus E. W..... Tendenz: fest. eingeladen waren, verbraucht: 1 Rind, 3 Schweine, 1400 Liter Bier, 2 Ohm Wein, 200 Kuchen, 1/i Zentner Kaffee, 40 Flaschen guter Schnaps, Likör, Torten it. s. w. Die Beköstigung fand im Haufe statt, später spielten 8 Mann Musik zum Tanz. Die Vereine, welche den Hochzeitszug begleiteten, wurden in Wirtschaften extra bewirtet. Wenn der Bräutigam dem Kriegerverein angehört, dann wird er mit Trommeln und Pfeifen und der ganzen Mannschaft zur Kirche geleitet, Ehrensalven werden gegeben. Lustig ist es zuzusehen, wenn bie Schulbuben, die gehemmt haben, auf einen Hausen fallen, um die Handvoll Kleingeld, das der Bräutigam unter diese Menge geworfen hat, aufzulesen. Vielfach werden alle Hochzeitsgäste mit einem Sträußchen geschmückt. -r Büdingen, 16. Nov. Am 14. November 1907 brannte in Hitzkirchen eine zu der Fürstlich-Jsenburgischen Verwaltung zu Birstein gehörige Scheuer nieder. Tie in derselben befindlichen Vorräte an Heu und Stroh, sowie landwirtschaftlichen Geräte, Hitzkircher Einwohnern gehörig, sind sämtlich ein Raub der Flammen geworden. Das dicht -neben der Scheuer stehende Wohnhaus wurde nur am Dachstock beschädigt. Man vermutet Brandstiftung. 8 W e tz l a r. _ Der in diesem Herbste für die Lehrer des Lingesandr. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Art übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keine! Verantwortung.) Zur Stadtverordnetenwahl. Fonds betragen Mk. 107 560 347, die zu denselben Zwecke \n Vereinigten Staaten dcvonierten 299 223 Dollars, so daß sich Gesamtbetrag von 77 554 561 Goldviastern ergibt. Der Mini erklärte, Chile habe in Europa die Summen vorrätig, die nohuci seien, um den Vervfiicküungen des laufenden Jahres, sowie ersten Quartals des nächsten Jahres nachzukommen. * Von wilden Bestien. DmnPublikum, das die Schönbrunner Menagerie in Wi en besuchte, bot sich dieser Tage vor dem Raubtier hause, in dem ein Löwenpaar mit lef^enm$c< jungen untcrgebracht ist, ein schauerlicher An- hhet. Als der Wärter den Tieren die Mahlzeit in den Käfig Warf, stürzte sich der männliche Löwe „Azur", eines der prächtigsten Lüwenexemplare des Schönbrunner Tiergartens ^geworfene Fleischstück. Mit einem Griffe Fleisch und schob es hastig in den Rachen. Plötzlich begann der Löwe an dem Bissen Zn würgen • man merkte, wie er die furchtbarsten Anstrengungen machte, ihn trngen, doch vergeblich. Immer entsetzlicher wurde das Ringen des Raubtiers. Wütend vor Schmerz peitschte Schweife den Boden, immer wilder rollten ferne Augen, bis es mit einem Male — die ganze Szene bauerte nur wenige Augenblicke - leblos zusammenbrach, „a^ur war erstickt. Innige Wärter und der Schloßtierar/t waren zur stelle ooch war jede Rettung ausgeschlossen Em Bediensteter oer mit einem Revolrer erschienen war MN „Azur" den Änadenschuh zu geben, kam gerade dazu^ s Zw b- Mts. ereignete sich abermals ein Unfall der Einmündung der Schützenstraße in die Rodhea Das Werd «Iws Fuhrmanns von Frankenbach sche Uhr m Gietzen abfahrenden Zuge der Biel talbahn und beide stiehcu zu>ammen. Der Fuhrmann siel o erlitt eine erhebliche Kopfwunde und nw ?.rötttche Hck.e m Anspruch nehmen. Die übrigen Insassen, ci Neben Persorwn, schwebten in größter Lebensgefahr, kamen n nnt dem Schrecken davon. Es ist überhaupt ein reger Fu ^er?l)e?e^r ovengenannter Straßeneinmündung. Die Fu nfS* na^ leder Richtung, und es ist nur t LWll zu verdanken, daß dem starken Verkehr noch keine M en f ^1,m befallen sind. Kann hier von zuständi Behörde keine Abhilfe geschaffen werden? .£>u dem Berichte über die Versammlung der „sog Mit! standsveremigung" gestatte ich mir einige Glossen zu machen 1. ^ch stehe auf dem Standpunkte, den die große Mehr I deutschen Volkes offen oder doch im Herzen vertritt, Leute indischen Stammes in den Richter-, Offizier- Lehs I und den ganzen Beamtenstand nicht hineingebörem daß aus allen gesetzgebenden und Verwaltungskörpern fernzuhal smd. Auf Grund hie) er Weltanschauung konnte ich den übertragenen einen Schriftführerposten im Wahlausschüsse n ntehr langer verwalten, nachdem Herr Homberger weseni JXufgehot der „Wanderer", des „Hundesport", „Geflugelzuchtvereins" re. auf die Kandidatenliste kam Mein Rücktritt fand die offene Billigung aller Man der Versammlung, denen politischer Charakter noch n fremh apmmrhPn vnnr. Ich mußte zur Begründung auf I Oer (Ano»rhmc Ansragcu bleiben unberücksichtigt.) K. in G. Angenommen. Honorar 6 Mk. — Breviere ausländischer Denker und Dicht Herausgegeben von Dr. Carl H a g e m a n n und Dr. E1 Regener. BandV. Worte Tolstois, geb. Mk. 2.50, Band Worte Carlyles, geb. Mk. 2.50. I. C. C. Bruns' Ver Minden i. W. — Diese Breviere sollen rechteigentlich ihrer dienen, dadurch, daß sie alle jene, die in der Hast des \ dernen Lebens teilnahmlos an den Werken der Dichter Denker Vorbeigehen, auf diese und ihre Schöpfungen aufmerk machen, sie auf deren Bedeutung Hinweisen. Die Breviere w nicht etwa die Originalwerke ersetzen, sondern sie sollen auf d hinleiten und euren Ansporn zum Schöpsen an der Quelle fc geben. Als das wollen und sollen diese Bände genommen i Die beiden neuen bedürfen keiner Rechtfertigung. In ; Kultur- und Geistesleben unserer Zeit nehmen Tolstoi und C lyle einen breiten Raum ein. Beide haben tiefe Svuren st Geistes gezogen, beide müssen jenen Persönlichkeiten zuae-. werden, die dauernde Werte geprägt haben, in deren Wei Worte von köstlichem Gehalte verborgen liegen. Ta lohnt c Dürfen und sie aneinanderzufügen. Carlyle zeigt sich in' Sammlung in der Kraft und Tiefe seines Geistes; bei To! lst es weniger der Dichter, als der Ethiker, der aus Y Bremer hervortritll Es ist ein Charakter- und Geistesbild Umripen, was diese , Breviere vor dem Leser entrollen, bi Bücher dürfen als innerlich wertvolle Erscheinungen anaeic werden. y' — Das Klaub uch, Wochenschrift für öffentliches Lei Literatur und Kunst, begründet bon Albert Kalthvff, herau- geben von H Jlgenstein u. H. Kienzl. (Concordia, Deu: ^?rlags-Anstalt, Hermann Ehbock in Berlin W. 30.) Einzel Mk. 0 30, vierteljährlich Mk. 3.50. — Inhalt der Rummn Inhalt: „Ter arme Narr" von Justus. „Die Wertzuw^ steuer von Albert Meyer. „Das Drama der Reue" von 5- mann Kienzl. „W ilhelm H o l z a m e r" von Heinrich tmg. „Die Erzählung von Jedem" von Ludwig Bauer amtenverbände" von Simson. „Neue Bücher". — OJerum---Heitere Erinnerungen eines o. ar Studenten. Von Adolf Stier. Gotl)a lq tfnebnd) Andreas Perthes, Aktiengesellschaft. Preis broicrr Fremide feuchtfröhlichen Humors werden d Skizzen studentnchen Lebens und Treibens, denen übrigens o ein n^t unbedeutendes kulturgeschichtliches Interesse innewvl willkommen heißen. Namentlich in studentischen Kreisen wer die sprühenden Schilderungen Anllang finden. In Liverpool hat am 16. Nov. der Dampfer „Maure t a n i a" seine Jungfernreise nach Newhork angetreten. An Bord befinden sich über 3000 Personen. Unter der Ladung ist auch eine Summe von 34 Millionen Mark in Gold. In Schiffahrtskreisen glaubt man, daß die „Mauretania" gleich bei ihrer ersten Reise den Rekord der „Lusitania" schlagen wird. »vwvy, ±u. ycw. In der Klage der sogenannten Ansbachergruppc gegen die Bayerische Bodenkre- ditanstalt-Wurzburg wegen Aufhebung des letzten General- K$batte die Kammer für .Handelssack)en des zunächst em Zjyrschcnurteil dahin erlassen, daß die Klägerin eine Sicherheit in der Höhe von einer Million habe, xu Kammer hat sodann ein Endurteil dahin Klage für zurückgenonimen erklärt werde, weil die Klägern die Sicherheit nicht geleistet habe. .Das Ober- landevgericht Baml^rg verkündete heute als Berufungsiwtanz das solgende^ Urteil: Das Cmdurteil, sowie das Zwischenurteil der Antrag der beklagten: Partei auf Sicher- Zugerin wird abgewiejen. Im übrigen wird! verworfen. Die Entscheidung über den Kostenpunkt wird dem Endurteil Vorbehalten. Paris, 16. Nov. In Paris wurde unter dem Titel " k- orM1?es niarocaiues“ eine Aktiengesellschaft gegründet ivelche die Ausbeutung von Bergwerke.! m Marokko und dämst Industriezweige bezweckt. Dem Verwaltungsrate gehören außer Franzosen, Spaniern und Engländern zweideutsche Ingenieure an, G. Flehlmgshai.s und Fritz Thyssen. 5 W hielt in."Senat 8dt« Webe6 äbti bie F i n a >^7a Di-" JRitrftnnf von Papiergeld bestimmten nnd in Dcnlfchland deponierten I Fmkfnrter iirse, 18. November. 1.15 Uhr. Beichsanleihe . , 93.251 Elekt.ri,. Am 15. Nov. wurde in Torr entes (Spanien) ein heftiger E r d st o ß verspürt. Die Einwohner verließen ihre Wohnungen und brachten den Tag unter freiem Himmel zu. Bei seiner Ankunft in Neapel teilte der Kapitän des Dampfers „Schleswig" mit, daß während der Fahrt von Alexandrien der Brüsseler Rechtsanwalt Home Wright nachts de^ Seminarlehrer Gern nach Bochum einstweilen verschoben schwundenen vermutet, ihr Gatte habe in Alexandrien sein Ver- lwerden. Der Kursus, zu deut zahlreiche AnmeldiMgen Nnögen verspielt und Selbstmord begangen. ergangen sind, soll nunmehr in den nächsten Osterferien m ® 0 ^rde ein 15 Kilogramm schwerer abgehalten werden. Herr Gern, früher Lehrer der Kaiserlichen hv . 0 0 0 Fran ks, die für die National-Bank be- 3n Budapest fand wegen einer parlamentarischen Ehren-! affare zwischen den Abgg. Sandor und Szilassy ein Säbel- * F. A. Krupp-Denkmal in Essen. Am 17 Nov I -(U ^att. Letzterer erhielt eine schwere Kopfwunde. livurde m Gegenwart des Generals v. Scholl als Vertreter des Sturm, her an der portug. Küste herrschte, hat Kaisers, des Ministers Freih. v. Nheinbaben, des früheren Mini- f s u n f a l l e verursacht, u. a. ist ein Fischer- ftvrs v Studt rc. in Essen die Enthüllung des von dem BiL- ?er1oncn ^fünfen, 12 Leichen sind ans Ufer ge- hauer Hugo Lederer geschaffenen F. A. Krupv-Denkmals Vvrae- wt worden, nommen. Die Weiherede hielt das Mitglied des Direktoriums der ' Firma Krupp,. Finanzrat Klüpsel, der F. A ' St-aate Nachfolger seines Großvaters und Vaters feierte. Nachdem die DenkMalshulle gefallen war, sprach Oberbürgermeister Holle, der die Verdienste feierte die der Verblichene um seine Vaterstadt Ejsen gehabt und hie mannigfachen Beziehungen, die zwischen dem beispiellosen Aufschwung der Stadt Essen und der gewaltigen Entwicklung der Kruppschen Werke beständen, hervorhob. Im 1 Krupp sprach der jetzige Inhaber des Werkes Krupp von Bohlen-Halbach. Gleichzeitig machte er Mitteilung !LSt iftungen der Frau Geheimrat F. A. Krupp Wohlfahrtszwecke im Betrage von je einer halben Mil-i llron für die Stadt und die Werksangehörigen. . KaNoei. c J ft?n?errr'’ 161 ^ov. Gestern mittag nnirbe { J?c „9^rdd. Allg. Ztg." schreibt inlfremd geworden' war. 3d)‘ 111116^" äuc" ^öegTünbuna'^auT1' I ouf derEif-nbahnsircck- Münst-r-Hamm in einem Schnell- "Lmn ös 'Geldm°7^ 3ut Er- "Rassensrage'/ eingehen, weil verschiedme Serren glaub zuge der Getreidehändler Kohn von Wanne, der in £amm ein'mMührt • BeT&lk PlüeKTt mir 191 e Vorurteile unterschieben zu können. in ein Coupee des bereits in Bewegung befindlichen Zuges schäft mit seinen nach Milliarden zäUenden^Ums^n ^sich^künftig Messe r"^bekämpfen^und^tue d^^auck^eoe,,bs§ n-! gefhegen war, überfallen und beraubt. Der Räuber ^urch buchmäßige Ausgleichung anstelle der baren Zahllmg voll-' gegenuber^iedem m hatte beim Einsteigen den Hut mit einer Dienstmütze ver- erweichen, will die Reichsban? einen „Hy Po- •s* - Portemonnaie hervorzog, hielt der Räuber ihm einen Re- li^geri bare Zahlung an einen anderen ausgehandigt werden sollen volver entgegen imb forderte Geld. Kohn schlug den Lu.9etreifcr Öanb^entgtcrennefanen, bte zum Zahlungstag aiifbe- Reoolver mit seinem Schirm zur Seite, wurde aber so heftig Empfänger Gelegenheit zur Prüfung der Dokiimente Der sP äuber i ff pnfP t. - - | # ? und Schuldner ^an vmschiedcmen^ Orten^^in Dec Räuber ist entkommen. Als Kohn mis seiner Be- welchem Falte die Einrichtung für das Publikiim besonders vor-i lauoung erwachte, zog er die Notleine. — Nach späteren I Tv J° rtim'nT^ Neichsbcmk die Dokumente, die bei der Berichten hat der Räuber vechlcht, sein Opfer diirch das m- Lmh otSSS/ bmgellefert werden, versendet sie zur Prüfung 01,5 ?” «y » nr^10^ ! nn< b e $cflnnun3 ^md erwachte er|t wieder, als der Nachdem die Einzelheiten des Verfahrens mit Fachleuten eiu- Attentater ihn völlig ausgeraubt hatte und durch die halb I 5^örtert wurden, beschloß das Reichsbankdirettorium, den geöffnete Coupeetür verschwunden war. Das sofort herbei-1 bei der Reichshauptbank, Berlin, den «g-8.., salle entgegen, unterließ es aber, sofort nach dem Täter ^kehr werden binnen kurzem bei den Bankanstalten erhält- zu forschen. Erst nach drei Stunden wurden Nachforsch- auch m der denmächst erscheinenden 45. Ausgabe jungen angestellt. Nach der Ankunft in Münster hatte der über den GeschäftsverSehr mit der Reichs bank die Nachforschungen eifrigst bisher aber ohne Erfolg, betrieben kb e ke na b re cyn u n g s st e l le zu schaffen, die unter Leitung wurden. Nach der amtlichen Meldiing ist Kohn feiner Bar> I '^eichsbank an den hauptsächlichsten Stichtagen zusammeii-I schäft von etwa 3 5 Mk. beraubt worden. (!) ^it9?cbcrn fälligen Forderungen ,Ab°n°bteil. zu dem eine Verbind.,ng-tü- führte, war von bleiLn 3n cmeni Herrn nebst zwei Damen mit zwei Kindern besetzt, die ^ner heute im Reichsbankgebäude unter Vorsitz des Reichsbank- von dem Vorfall nichts bemerkt haben. Der Staatsanwalt ^asEnten ab gehaltenen Sitzung, wozu die Vertreter einer Anzahl -hat Ermittelungen nach dem Täter eingeleitet, auf seine Er- »ÖS? cmgeladen waren, wurden s» .m- «4L, ^00 Mk ansgefetzt. üchc Erschlcnenen nrelDeten den Beitritt ihrer ,$>äufer zur W- re. . Furcht vor dem Wahnsinn erhänah an, die danach zunächst 30 Teilnehmer zählt. ®ln traS'sches Ende hat der W i e n e r S t a d t b a n m e i st e r ^lnahme des städti- ■ÄM? ZEl erklärte St^iany, «?mft aus Beitritt te’ÄÜff1 Bedingungen für Mrcht vor Wahnsmn Selbstmord begehen. _ Bamberg, 16. Nov. In' der Mage der soaena, Teiefonischs Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank fflr Han und Industrie, Giessen. Eschweiler Bergwerk Gelsenkirchen Bergwerk ____ Hamburg-Amerik. Paket!. 121 Harpener Bergwerk. . . 193 Laurahütte......21C Nordd. Lloyd . . ... 108 Obeischles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges. . . Darmstädter Bank . . . 7^ MU W Mi Todes-Anzeige. pcrwaubten, Freunden und Bekannten die traurige 9?kittei!ung, datz mein lieber Mann, unser treusorgendcr Barer Philipp Klinkei III. Weichensteller gestern nachmittag 3 Uhr nach langem, schweren Leiden un Alter von 48 Jahren sanft entschlafen i't. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Künkel. Lollar, den 18. November 1907. 7174 Die Beerdigung findet Dienstag, den 17. d. M., nachmittags V22 Uhr statt. Statt Karten. Frieda, Lehmann Dr. med. Isi Meyerhoff prakt. Arzt Verlobte Giessen Rotenfels Seit er sic eg 68 7166 ». Baden ____/ Verkauf eines Ebers. Die hiesige Gemeinde hat einen Eber zum Schlachten zu verlausen. Schriftliche Angebote, pro Kilo Lebendgewicht, werden bis zum 19. d. Mts., vormittags 11 Uhr, hier entgegen- genommen. Groß en-Linden, am 15. Nov. 1907. Großh. Bürgermeisterei Großen-Linden. 7142 Leun. WtthkWer SrsWtsmm. Ordentliche Mitglieder - Versammlung Donnerstag den 21. November, abends 8V2 Uhr, im oberen Saale des Caf6 Jtibel. Tages-Ordnung: 1) Geschäftsbericht des Vorsitzenden. '2) Rechenschaftsbericht des Rechners. 3) Borslandswahl. 4- Vor trag deö Herrn Professor I). H. Gunkel: Eine ncueutdeckte jüdische Urkunde aus der Pcrierzeit. 5) Mitteilungen des Konservators über die vorgeschichtlichen Ausgrabungen in der Umgebung voll Gietzen. v14/n — Gäste willkommen. — Ortskrankenkaffe Gießen. Aicustag den 26. November 1907, abevds 9 Nhr im Felsenkellcr Ordentliche Generalversammlung. Tagesordnung. 1. Wahl des Ausschusses zur Prüfung der Jahresrechnung. 2. Ersatzwahl des Vorstandes. 3. Bericht von der Generalversammlung der freien Vereinigung hessischer Krankenkassen. 4. Bericht von der Generalversammlung des Zentralverbandes deutscher Ortskrankenkassen in Mannheim. pis/H Der Vorstand. Bezirks-Verein Mord-West Dienstag, den 19. November, abends 8y2 Uhr Mitglieder-Versammlung in der Restauration Haubach. D*8/ii Der Vorstand. 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