Ai»..!.«? Erstes Blatt 157.Jahrgang Frettap 31. Jmtt 1907 ™=fl*tAfeA**Ay die Siebener Kamillen- W W W M \&T Ei» Kr ■ 11 S| P RQ ■ E B fl H H fährt. auSschl. Bestell-, blätter viermal in d ^sJp' M W ö M M. ES Kg M M H H 6* | H N B 3 Annah«e ooe In,ei-« z BS' L XSffSJE ,w«tm-,Iwöch«nUoe« §te Kerrätersurcht in Außland. treibt nachgerade höchst seltsame Hochsommerblüten. Die »Nowoje OBrcmja', die bekannteste und angesehenste Peters- burger Zeitung, enthält Andeutungen, wonach eine in S ü d - Westdeutschland lebende b7jährige Prinzessin, die Witwe eines in unserer Gegend begütert gewesenen Prinzen, der einem im nördlichen Taunus ansässigen Fürsten- geschlechte angehörte, Tante deS jetzt regierenden Fürsten, als Verschwörerin hingestellt wird. Mit ihr werden andere deutsche Aristokraten der antirussischen schwcden- freundlichen revolutionären Propaganda beschuldigt. Tie Prinzessin ist selbst finnischer Abstammung (nach dem Hof- kalender ist sie eine geborene v. LavoniuS aus HelsingforS). Die hochadcligen »Staatsverbrecher" sollen zu dein finnischen Schriftsteller ZilliacuS, dem Verfasser des Buches »Das revolutio- näce Rußland", in nächster Beziehung gestanden haben, Vorläufig klingt uns die ganze Nachricht noch sehr unwahrscheinlich. Unter den in Kiew ivegen Aufreizung 23er- hafteten befinden sich der Exdeputierte Dotat, sowie mehrere Post- und Elsenbahnbeamte, Studenten und Journalisten. Bei der 3. Division in Kaluga will man eine meuterisch« Erhebung bemerkt haben und in Warschau verhaftete die Polizei ein aus 20 Personen bestehendes Bureau und kassierte aufrührerische Proklamationen. Im russ. Kriegsministerium liefen Depeschen ein der Kommandeure der Kiewschen, Wilnaer und Odessaer Militär- bezirke, die zahlreiche unter den Soldaten vorgekommene Verhaftungen melden. Diese Soldaten sollen als Mitglieder der revolutionären Militärorganisation entlarvt morden fein, die mit den sozialdemokratischen Abgeordneten der letzten RcichZduma gewisse Beziehungen unterhalten haben sollen. Um der revolutionären Propaganda unter den Truppen zu steuern, wurden ganz außerordentliche Maßregeln er- griffen. 16 Kilometer von Petersburg wurde bei Ligowo eine Versammlung der Vertreter aller Bahnangcstellten des Petersburger Knotens abgehalten, in dec die Frage eines allg. Bahnstreiks diskutiert werden sollte. Es waren gegen 300 Vertreter erschienen, doch trieb die Polizei die Versammlung auseinander und verhaftete eine Anzahl Redner. Unter den Fabrikarbeitern beginnt die Agitation gegen das neue Wahlgesetz bedenllichen Umfang anzunehmen. In Saczone wurden drei Polizisten von einer von ihnen verfolgten Räuberbande überwältigt und getötet. Den Leichen lourben die Köpfe abgeschnitten und mit Warnungstafeln an den Bäumen befestigt._________________ Zer MnzerLrieg in Irankreich. Heute Vormittag erhielten ivir folgende Drahtmeldungen: Narbonne, 20. Juni. Die aufrührige Menge bemächtigte sich eines P o l i z e i! om m is s ar s, den sie als Geisel zurückhält. Ter Verkehr wird von der Polizei nur in die Häuser zurück gestattet. Tie Menge vedrängte die Polizei so, daß sie sich nur durch die Flucht in die Unterpräfektur retten konnte. Bei dem Zusammen st o tz am gestrig -'n Nachmittag gab es 4 Tote und 11 V e r iv u n d e te. Paris, 21. Juni. Ter „Jntrans." veröffentlicht eine Depesche aus Narbonne, in der cS u. a. heißt: Von den Gendarmen wurde zuerst eine Salve in die Luft abgegeben, worauf sich die Menge zur Flucht wandte. Als sie jedoch merkte, daß blmd geschossen worden war, kehrte sie wieder um und drängle nach dem Hof der Umerpräsektur zu. Nunmehr erfolgte eine 2. Salve, bei der die Kanonen und Gewehre scharf geladen waren, linier b:n dabei getroffenen Opfern befanden sich ein Kind von 14 Jahren und mehrere junge Leute. Auch die Kürassiere machten, als sic aus dem Boulevard Gambetta von der Menge geschimpft wurden, von ihren Schußwaffen Gebrauch. In einer Wirtschaft wurde der Lausvater getötet und seine Tochter sowie 3 Gäste schwer verwu ndet. Am Nachmittag wurde Der Belagerungszustand über Narbonne verhängt. Ferner liegen folgende Nachrichten vor: Im Minister rat machte Ministerpräsident El em en- eean Mitteilung über die Vorgänge in Mompellier und Narbonne. In Narbonne versuchten mehrere hundert Mensck)en die Unterpräfektur zu stürmen, begossen das Eingangstor mit Petroleum und zündeten es an. Die zum Schutz der Präfektur ausgestellten Soldaten wurden durch den Angriff völlig überrascht, zudem fehlte im entscheidenden Moment ihr Kommandeur. In dem Lanögemenge mußten sich die Truppen zurückziehen. Die Gendarmen gingen darauf mit Revolvern vor. Ein Gendarm wurde schwer verletzt, ein anderer befindet sich in ver- verzweifeltem Zustande. In Montpellier kam es zu ähnlichen Vorgängen. Auch dort mußten vor Dem Justizpalast Trupepn einschreiten und Verhaftungen vornehmen. , In Der Kammer interpellierte ÄldvMarbonne tsoz.-Rad.) die Negierung über die Ereignisse im Süden. Clemenceau erwidert, alle Haftbefehle, ausgenommen gegen Marcellin Albert, seien zur Ausführung gelangt, ohne daß die Ruhe gestört worden sei. Am Mittwoch abend aber seien in Narbonne das Gebäude der Präfektur, in Montpellier das Gerichtsgebäude angegriffen und gegen den Angriff verteidigt worden. Ich werde fortfahren, erklärt Clemenceau weiter, die öffentlichen Gebäude zu schützen, bis Sie mich verjagen. Ich habe den Truppen Anweiiung erteilt, von der SB affe nur im Falle der äußersten Gefahr Gebrauch zu machen. Meine Pflicht war mir, wenn auch mein Lcrz blutete, klar vorgezeichnet; denn e» handelt sich um die Einheit des Vaterlandes. Wenn die Agitatoren im Süden^sähen, ivas sie getan haben, würden sie c-_> bedauern. Glauven Sie, datz ich unter Den gegenwärtigen Umständen wünsche, auf meinen Posten zu bleiben? Tie Truppen, die die Präfektur von Narbonne schützen, sind, ich weiß nicht warum, mit Nevolverschüssen empfangen worden. Das Schießen mit Revolvern wurde fortgesetzt, man sah Mannschaften fallen. An die Menge wurden von der Truppe zwei Aufforderungen gerichtet. Den Platz zu räumen. Dann, geschah, was geschehen mußte: Es gab einen Toten und etwa 15 Verwundete, darunter kein Schwerverletzter, und zwar hatten die Truvpen mehr B cr- rounbete als die Volksmenge. Etwas anderes weiß ich nicht über den Vorgang. Die Beamten konnten in Narbonne die Straßen nicht passieren und keine Informationen einziehen. Aehnliches hat sich m Montpellier ereignet. Ich werde morgen alles, was ich über die Lage weiß, sagen. Leute bin ich bereit zu zeigen, daß die Regierung int Interesse Frankreichs und Der Republik gehandelt hat. Das sind nicht Winzer, sondern Apachen, die während der Nacht auf die beiden Städte und deren öffentliche Gebäude losgelassen wurden. Mögen die Republikaner über mich als Republikaner richten! Das Laus beschloß darauf, die Interpellation auf Freitag zu vertagen. Nach Gerüchten, welche in Paris verbreitet sind, sind die Ereignisse, die sich in Montpellier und Narbonne abgespielt haben, viel ernsterer Natur als zugegeben wird. Man spricht von 150 Toten, doch bezeichnet ein Telegramm in den Wandclgängen der Kammer die Zahl der Toten nur auf 5, sowie 20 Verletzte. Heber die Vorgänge in Narbonne wird noch mitgetcilt, daß wach zurückgewiesenem Angriff gegen die Unterpräfcktur die Ruhe l)crgestellt zu sein scheint. Als zur Zerstörung der vor dem Rathmise und auf dem Boulevard Gambetta errichteten Barrikaden Kürassiere anrüeften, wurden sie übel empfangen. Eines der Pferde wurde von einem Eisensessel getroffen, der von der benachbarten Casö-Terrasse lx'rabgeschleudert wurde. Es brach zusammen: der Kürassier flüchtete sich und wurde tätlich beleidigt. Darauf machten seine Kameraden von ihren Schußwaffen Gebrauch. Auch aus der Menge wurden Revolver abgefeuert. Namond, ein ehemaliger Arbeitsbörsensekretär, wurde sterbend vom Platze roeggetragen. Nach der „Petit Republ." soll die Gendarmerie auf die vor der Unterpräsektur neuerlich angesammelte SDknge gesckioff'cn haben. In einer Apotheke hätten sechs Verwundete Die erste Hülfe erhalten. Am Nachmittag griff die Volksmenge mit Nevolverschüssen den Polizeibeamten Guil- laume an. Guillaume wurde förmlich von Kugeln durchlöchert, bann ins Wasse r geworfen und schließlich fortgeschafft. Ob er noch lebt, ist unbetannt Als nun ein ^oldaten- posten erschien, um die Angreifer zurückzutreiben, wurde er mit Revolverschüssen empfangen. Die Soldaten schossen nun auch. Viele wurden verwundet. — Nach anderen Meldungen ritt eine Kürassierpatrouille mit blanker Waffe auf die Menge ein. Manifestanten schleuderten Stühle gegen die Pferde, von Denen eins tödlich getroffen niederstürzte. Tie Kürassiere feuerten Darauf mit Karabinern auf die Manifestanten, Die das Feuer mit Revolvern erwiderten. Es wurden Barrikaden errichtet, wobei ein Manifestant tödlich getroffen, und mehrere, andere verwundet wurden. Tie Barrikaden wurden dann durch Infanterie fortgeraumt. Im Verlaufe der ernsten Ruhestörungen, die sich an verschiedenen anderen Punkten der Slttdt ahfpieften, wurden 20 Personen verwundet. Die Gendarmerie feuerte in die Volksmenge, die die Präfektur belagerte. Offiziell wird angegeben, daß drei Personen getötet und mehrere hundert verwundet morden seien. In Narbonne wurde auch der Photograph Granger, der dort Aufnahmen mjachen wollte, getötet. Ein Kürassier ist im Hospital gestorben. Ein Kürassier-Wachtmeister wurde tödlich, ein Infanterie-Hauptmann ernjllich verletzt, ferner etwa 15 Gendarmen und noch mehr Soldaten. Wie es heißt, hätten auf die Aufforderung des Unterpräfeiten Die Offiziere das Scharfschießen hinausgeschoben, weil sie am Gehorsam der Soldaten zweiielten. Tagegen schossen Die Gendarmen sofort und rücksichtslos, weshalb auch gegen sie und Die Kstrafficre die größte Erbitterung herrscht. Ueber Narbonne ist der Belagerungszustand verhängt worden. Aus Montpellier wurde gegen Mitternacht gemeldet, dpß dort Aufruhr herrsche. Aus Bezieres wird gemeldet, daß auf dem Dortigen Markte der Preis deS WAneS von 89 Centimes auf 1 Franks biß 1 Franks 10 Centimes gestiegen ist. » Man sieht, die fanges- und meinfrohen Leute im französischen Süden, denen Alphonse Daudet ein köstliches Denkmal des Humors im »Tartarin" gesetzt hat, entfalten ihr Temperament in einer höchst überraschenden, recht gefährlichen Weise. Die Negierung und die Prcffe in Paris haben sich allzusehr in Sicherheit gewiegt, als sie die Kundgebungen durch Reden und Massenaufzüge nicht tragisch nahmen und sich einfach auf die »alte Erfahrung" verließen, daß das Feuer deS Südens ebenso rasch, wie es entstammt wurde, zusammenfallen und als ein gelungener Spaß, ein Heldenstück in allgemeiner Heiterkeit enden werde. Tas Pariser Blatt »Pct. Republ." spottete über den Süden: Man treibe dort die Tinge nicht gern bis zum Aeußersten, von Worten zu Taten sei es weit. Die Ruhe werde also wieder herrschen. Eine schöne Ruhe! Clemenceau, der fast immer im gegebenen Augenblick nicht der Manu des Entschlusses, noch weniger der energischen Durchführung ist und sich mit geistreichen Erwägungen zufrieden gibt, wird die Zauderpolitik mit dem Sturz des Ministeriums zu bezahlen haben. Ec gab in der Kammer zu verstehen, daß fein Nachfolger »unermeß- liche Schwierigkeiten" vorfinden würde. »Sie kennen einige von diesen, Sie kennen aber nicht die schlimmsten!" Tie »schlimmsten" Schwierigkeiten sind, wie wohl mit Recht vermutet wird, die kraß zutage getretenen Disziplin- verstäße im Heer und die Respektlosigkeit gegen die Armee. Soldaten pfeifen auf die Disziplin, und die Volksmenge pfeift aus die Soldaten. Dabei ist keineswegs ausgeschlossen, daß, wenn die Bewegung sich in diesem Tempo weiter entwickelt, beide Teile gemeinsame Sache machen, loie im heiligen Rußland. Man sollte in Frankreich das Geschick preisen, daß dem Lande dank der Friedfertigkeit Deutschlands ein Krieg erspart geblieben ist, der noch ganz andere Mängel der Disziplin und Organisation bloSgelegt hätte! politische Lage-sehar». Agrarier nub Flotte. Die dem Bund der Landwirte angehörenden Männer dürften in letzter Zeit mit einigem Erstaunen ihr Haupt- organ, die »Dtsch. Tgsztg.", gelesen haben. Es erklingt jetzt nämlich in deren Spalten zuweilen der Ton einer gewissen Flottenbegeifterung, der nicht recht übereinstimmt mit der früheren Stellungnahme des Blattes zur »Zukunft aus Dem Wasser", noch weniger mit dem berühmten Wort von der »gräßlichen Flotte", das zurzeit der RcichStagsdebatten über das Flottengesetz der Direktor deS Bundes der Landwirte, Abg. Dr. Hahn, im Gespräch mit dem ZentrumSabg. Szinula hatte fallen laffen, woran sich im Plenum des Reichstages eine erregte Auseinandersetzung zwischen beiden Herren knüpfte. Ob die veränderte Haltung der »Ttsch. TgSztg." lediglich auf einen Redakteurwechsel zurückzuführen ist, der einen als »alldeutsch gesinnt" bekannten Journalisten an das Bündlerblatt brachte, sei dahingestellt. Jedenfalls sprach der »überzeugte Interpret der Anschauungen des Bundes der Landwirte" früher zurückhaltender in der »Dtsch. Tgsztg." von der Notwendigkeit beschleunigten Ausbaues der Flotte. Nach Ostafrika. Von den deutschen Journalisten, die sich an der Jnspektionsfahrt deS Staatssekretärs Dernburg durch Ostafrika beteiligen, haben einige die Ausreise bereits angctrcten und zwar zu Laude mit Dem Orient-Expreßzug. In Port Said soll die Weiterfahrt mit dem Dampfer der Ostafrika- Linie erfolgen. Dernburg begibt sich am 15. Juli in Neapel an Bord des nächstfälligen Dampfers derselben Linie. Die ersten Reiseberichte der Journalisten werden nicht vor August in der Presse zlim Abdruck gelangen können. _____________ Deutsches Reich. Berlin, 21. Juni. Ter Ka is e r hat an den L o rd m a y o r > von London ein Telegramm gesandt, in dem er die englischen Gäste zu ihrem Aufenthalt in Potsdam willkommen heißt. Der Lordmayor und Die Korporationen Der Stadt London haben als Erinnerung an den Besuch in Der Deutschen Reichs-Hauptstadt Dem Berliner Magistrat 8000 Mk. zur Unterstützung von Armen zur Verfügung gestellt. Gestern fano ein AbschieDsfestmahl im Kaiserhof statt. Oberbürgermeister Kirschner öiüctte Die Meinung aus, Daß er Die feste Ueveczeugung habe, zioischen beioen Nationen sei ein BanD geknüpft, welches alle Zeit bestehen werde. Lord Treolar führte in humorvoller Rede aus, er hoffe. Daß Berlin und London, wie auch Die Deutsche unD englische Nation bald so fest verbunden seien, wie es symbolisch geschehen sei auf einer Photographenplatte. — Wie Die Germania p.us diplomatischen Kreisen erfährt; ist eine Einladung König Eduards an Den Kaiser zu einem Besuch schon vor einer Woche in Berlin eingetroffen. Sie ist in sehr herzlichen Worten abgefaßt unD wurde in gleich warmem Tone beantwortet. — Wie Die „N.-A.-Z." mittcilk, empfing der R e i ch s k a n j* l c r Den aus England zurückgekchrten GeneralfelDmarschall v. H a h n k e. Der Reichskanzler, Der hezite früh nach Kiel zum Vorirage beim Kaiser iCibgereift ist, empfing Den Besuch DeS hiesigen eng l. Botschafters. .) — Die Verleihung des erblichen Adels an den Bankier Dr. Paul Schwabach wird bekannt gegeben. — Von bestunterrichteter Seite wird uns mitgeteilt: Ter Reichskanzler Fürst von Bülow Hobe es sehr bedauert, daß einer seiner tüchtigsten und begabtesten Beamten, gewissermaßen feint rechte Hand, Der Geh. Legationsrat und Vortragende Rat un Auswärtigen Amt, außerordentlicher Gesandter und Minister Paul von Aelow-Schlatau aus ähnlichen Gründen, wie die anderen von Harden genannten Herren s.ch genötigt gesehen habe, feinen Abschied zu nehmen. Die Verabschiedung i|t wohl mit Der gesetzlichen Pension, aber ohne Ordensverleihung und Ranger«. Höhung erfolgt. — Der Polizeimajor Paul Höf ft ist zum Polizei^ ob er st und Kommandeur der Schutzmannschast von Berlin ernannt worden. K iel, 20. Juni. Der Kaiser nahm heute militärische Meldungen entgegen, Darunter Die Des französischen Kon - tread mirats De Jonguieres, bet Die französische Marinerangliste überreichte unD hörte Dann den Vortrag des Reichskanzlers Fürsten v. Bülow. Der Kaiser saß bei Der Tafel zwischen Dem Fürsten von Monaco unD Dem Reichskanzler. Auslano. London, 20. Juni. (Unterhaus.- Im Lause der Beratung! über den Heeresetat wird von einem Redner die Frage Den Einflchrung einer neuen Flintenkugel aufgeworfen, die zurzeit auf dem Kontinent einges.chrt werde, iiricgsminiftec Haldane erklärt dazu, das Kriegsauu beschäftige such eingebenix mit dieser Angelegenheit, man habe mit -Spannung abgewartet, bis auf dem Sumhnent Die Versuche zu Ende geführt waren. Die in England eingeführte Kugel halte man für große Schußiveitett für wirksamer. Die in 5tage stehende Flintenkugel auf dem Kontinent habe Die gleiche Wirrung wie die Expansivkugel. Es fei die Frage, ob ihre Anwendung mit den Bestimmungen der' Genfer Konvention in Einklang zu bringen seien. Lord Bab- carres flonfj bemerkt, dvß Die neue Äugel schlimmer fei als das Dumdumgeschoß. Laldane entgegnet: Ich gebe zu, daß Die ständige Steigerung Der ch. rstorangsmaschine beklagenswert ist, aber wenn mpn bedenkt, daß kontinentale Heerc sie einmal gegen uns gebrauchen tönnten, können wir nicht einhaften, um Dann niedergeschoff'en zu werden. Wir müssen eine ebenso gute Waffe haben, wie Die lonunentalen Heere. Einer Steigerung in Der Zerstörungskraft Der Waffen könnte purch eine gemeinsame Aktion Der Mächte auf einer neuen Genfer Konferenz Einhalt getan werden. 4, — Ter Vertreter Der „Tribüne" bei der Haager Konfei re n z meldet seinem Blatte, daß Aussichten vorhanden seien, eine Einigung in der Frage Der Einschränkung der Rüstungen zu erzielen. Ilm diese Frage zu beraten, fand eine Besprechung zwischen Den Delegierten statt. Bei Dieser Gelegen-t heft verlautet, daß Oesterreich und Italien, also Die beiden Vev-i bünDeten Teulschlanos, verschlugen. Die Frage Der Beschränkung! Der Rüstungen einer Kommission zu überweisen. Die Dem nächsten Friedenskongreß, Der in sechs Jahren s'pttsinden soll, einen Berichs vorzulegen habe. Tie englifdjen delegierten bezeichneten diesen Vorschlag als unbefriedigend, auch Die französischen Delegierten sind der Ansicht, sechs Jahre seien eine zu lange sZ-rist für die Arbeit dieses Ausschusses. Es ist wahrscheinlich, daß eine solche Kommission ernannt wird, und daß die Frist herabgesetzt wird. Tics Dürfte Die Lösung Der Abrüstungsfrage bei Dieser Kvnfe-, renz sein. Rom, 20. Juni. Die Deputiertenkammer nahm die Beratung der Vortage betr. die außerordentlichen Heeresaus- Nabcn auf. Ministerpräsident Giolitti bemerkt: Tic Regierung Labe die Herabminderung der Ausgaben von 2 00 jaus 60 Millionen angenommen. In Europa herrsche Friede, über bewaffneter Friede. Unsere Politik ist auf die Sicherung des Weltfriedens gerichtet, aber wir dürfen gegenüber dem Vater- Alande und denjenigen, die nach uns kommen werden, nicht die Werantwortung übernehmen, Italien unter Verhältnissen zu lassen, Die bei einer Eventualität, welche — jeder,Mnn wünscht cs — niemals ein treten möge, den Untergang dcs Vaterlandes herbei- führen könnte. OberschulraL Dettweiler. t Gießen, 21. Juni. Eine überaus zahlreiche Trauervcrsammlung geleitete gestern die sterblichen Uebcrrcste des Professors Dr. P. Dettweiler, Oberschulrat i. P., der am Montag in Leipzig durch einen plötzlichen Tod aus einem arbeitsreichen Leben abgerufen wurde, zum Grabe. Nach Beendigung der Grabrede wurden dem Entschlafenen mehrere Nachrufe unter Niederlegung von Kränzen gewidmet: von den: Korps Teutonia hier, dem er einst aktiv angehört hatte und dessen Ehrenmitgliedschaft ihm infolge seiner Verdienste um dasselbe im Jahre 1880 verliehen worden war; von den alten Herren des genannten Korps, bon früheren Schülern und von dem Offiziertorps des hiesigen Regiments, in dem er einst Reserveoffizier war. Tr. Lettweiler, der durch Familierrbande mit Gießen verknüpft war, hatte auch einen beträchtlichen Teil seines Lebens studierend- und lehrend hier verbracht. I Er wurde 1856 in Wintersheim geboren, bezog schon im Alter von 16 Jahren die Universität. Zuer-sc in Straßburg und dann in Gießen studierte er klassische Philologie. Sein frisches und gewandtes Wesen brachte dem flotten Studenten in beiden Korps, denen er nacheinander angehört hatte, die ersten Chargen ein. — c 1878 bestand er die Fakultätsprüsung nnd war dann bis ' 1879 Lehramtsakzessist uno ordentliches Mitglied des Pädagog. Seminars am hiesigen Gymnasium. Das J..hr 1879 brachte ihm die Ernennung zum ordentlichen Lehrer an der genannten Anstalt. 1883 wurde ihm die Leitung d.s Proseminars für klassische Philologie an der Landesuniversität übertragen, und 1887 erhielt er in dieser Eigenschaft den Charakter als a. o. Professor. Trotz der ToppMcllung fand der hochstrebende Pädagoge noch Zeit uliü Muße für eine umfailgreichc schriftstellerische Tätigkeit auf dem Gebiete der Altertumskunde, der klassischen Philologie und der Pädagogik. Infolge seiner Pädagog suchen nnd wissenschaftlichen Leistungen ernannte ihn das Großh. Ministerium schon im Alter Don. 34 Jahren zum Direktor des Gymnasiums zu Bensheim. Heber sein WiÄcn als Leiter dieser Anstsalt heißt es in einem Nachruf: „Nach siebenjähriger, überaus segensreicher, allseitig anerkannter und für pädagogiiche Kreise vorbildlicher Tätigkeit an der Spitze der Heineren Anstalt, die cr in blühendem Zustand verlassen Hal, ist "feiner unermüdlichen Schaffenskraft ein größeres und mühevolleres Feld der Wirksamkeit in der Leitung einer der größten § Anstalten des Landes angewiesen wordcw/' Herrn Professor Dr. Dettweiler war nämlich mit Wirkung vom 1. Oktober 1897 die Stelle eines Direktors des Großl)crzog Ludwig-Georgs-Gymnasiums zu Darmstadt übertragen worden. Schon nach acht Monaten wurde er zum Vortragenden Rat im Ministerium des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten, nut dem Amtstitel Obeo- schulrat ernannt. Infolge bekannter Vorkommnisse erfolgte indes schon 1899 seine Pensionierung. __ Sein rastloser Geist Getätigte sich dann in privater Stellung in Leipzig auf dem Gebiete des Schulbuchwesens und der wissenschaftlichen Pädagogik, sowie mit medizinischen Studien. Nachdem cr vor einigen Jahren seine Gattin, geb. stNontanus von hier, durch den Tod verloren, ist er selbst in noch lrästigem Mannesalter mitten aus seinem arbeitsreichen Leben durch einen raschen .Tod herausgerissen worden. Von den Früchten seines in anbetracht der anspruchsvollen ,prältischen Lehrtätigkeit reichen schriftstellerischen Wirkens seien erwähnt: Ouid Aeschylus de republiea Athcniensium indicoverit. 1878. — Symbolae ad colloeationen veroorum. — Heber den 'freieren Gebrauch der zusammengesetzten Adjettiva bei Aeschylus. — Ernst Ludwig Bratuschek, Ausschnitt aus dem Jahresbericht M>er die Fortschritte aus dem Gebiete der Altertumswissenschaft. 1885. — Joh. Aut. Bernhard Lutterbeck, Ausschnitt usw. 1885. — Untersuchungen über den didaktischen Wert eiceronianischcr Schulschriften. 2 Teile. — Tic Erschließung der Gegenwart aus !tent Altertum als Aufgabe des humanistischen Gymnasiums. 1889. — Didaktik und Methodik des Hnterrichls im Lateinischen. 1895. .— Didaktik und Methodik des Unterrichts im Griechischen. 1 Tr. Dettweiler stand als Pädagoge auf den Schultern des früheren hiesigen Gymnasialdireltors Pros. Tr. Schiller, unter dessen Anleitung er sich für seinen Lehrberuf ausbildete nnd entfaltete, und dessen Ideen er im wesentlichen weiter entwickelte. Obwohl eifriger Anhänger der humanistischen Bildung, verschloß sich T. keineswegs den Forderungen der realen Gegenwart. Er drang vielmehr aus eine Verschmelzung der auf dem Nährboden des klassischen Altertums ruhenden Humanitätsbildung mit den Anforderungen des modernen Lebens. Er war lein Anhänger des auf einseitige Verstandesbildung abzicienden, alles andere überwuchernden grammatischen Unterrichts, sondern wollte durch intensive Mitarbeck her Schmer dies. an der Huid der altklassischen Schriftsteller quellwimäßig uno echt wissenschaftlich in das Viel = festige Leben der Griechen und Sühnet eininyren uno die gewonnenen Resultate für das Verständnis der Gegenwart fruchtbar machen. Turch diese Modernisierung des klassischen Unterrichts hoffte er der in unserer Zeit vielfach angefeindeten humanistischen Bildung eine neue und solide Unterlage za geben und sie in die Zukunst hinüber zu retten. Diese Ideen sind bekanntlich in pädagogischen Steifen immer mehr durchgedrungen. $üt ihrem Siege hat der Verstorbene durch sein^vorbildliches Wirken als praktischer Pädagoge, als Redner und Schriftsteller hervorragenden Anteil. So ist fein Wirken nicht nur in unserem Hesscnlandc, sondern, auch im großen deutschen Vaterlande ersprießlich gewesen. Möge dem einst hochstrebenden, arbeitsamen Schulmanne die Erde leicht sein! ____ Aus Stadt und Land. Gießen, 21. Juni. •• Zum Universitätsjubelfeste wird natürlich unsere Stadt ihr schönstes Festgewand anlegen. Allen voran scheinen in dem Wunsche, ihre Häuser besonders Leschmackvoll zu schmücken, die Anwohner unserer „Zeil", des Selters- wegs zu gehen. Wie wir vernehmen, beabsichtigen einige Herren (Fischbach, (Seife, Kühn) eine einheitliche Schmückung des Selterswegs in die Wege zu leiten. Diese Idee ist auss lebhafteste zu begrüßen und wir dürfen hoffen, daß sich die Bewohner des Selterswegs allgemein daran beteiligen werden. Es ist aber auch zu wünschen, daß alle übrigen Straßen eine einheitlichen, künstlerisch möglichst abgestimmten Schmuck erhalten. Um das zu erreichen, wäre die Veranstaltung einer vom Verkehrsverein oder vom Bürgerverein einzuberufenden allgemeinen Bürgerversammliing unter Mitwirkung einiger Kunstsachverständiger, unserer besten Architekten, Gärtner re. unseres Erachtens das Nichtigste, damit die zahlreichen Fremden von vornehmem Geschmack von unserer Stadt den allerbesten Eindruck erhalten. Auch in anderen Städten, wie z. B. erst jüngst in Mannheim bei Gelegenheit des dortigen großartig gefeierten Stadtjubiläums, hat man die Stadt nach Plänen hervorragender Künstler geschmückt, und man war allgemein entzückt von dem feinen und diskreten Festgewand der Häuser dort. Die Kosten dürften unter solchen Umständen keineswegs höher als wie ohne künstlerischen Beirat werden, zumal alles Einfache,'aber Einheitliche unendlich viel schöner - wirkt - als kostspielige lieber» ladenheit. ** Die erste 91 nmmer der „Ludoviciana", der offiziellen Festzeitung zum 300jährigen Jubiläum, ist erschienen. Sie wird im Auftrage der Universität von den Profesioren B. Sauer und H. Haupt im Verlage der v. Alünchow'schen Hof- und Universitätsdruckerei herausgegeben. Die uns vorliegende erste Nummer enthält sechzehn Seiten Text und ist mit künstlerischem Schmuck von J. V. Lissarz versehen, während die darin enthaltenen Aetzungen dem Atelier der Gebr. Klingspor in Offenbach entstammen. Sie enthält zum Eingang einem poetischen Gruß „der Jubilarin", ein ganz- eitiges Porträt des Rektors Magniticentissimus Groß- )erzog Ernst Ludwig, Aufsätze usw. über „Ludwig V. und die Gründung der Universität Gießen" von Will). Mart. B e cfe r, „Aus alten Gießener Stammbüchern" von Dr.R. A. F r i tz sch e, „Hessische Landgrafen als Rektores Magnificentissimi uonLic. Wilh.D iehl, „ Gießener Professoren" (EckhardtundWernher) von F. A. Kehrer, „die Wohnslätter der Ludoviciana" von Prof. Dr. B. Sauer, „Albertine von Grün", eine Liebesgeschichte aus der Genieperiode von Alfred Bock, „Ans Nebels Jocoso-Seria" und „Willkomme aach" von Fraa ) an n e w a ck e l. Wir behalten uns eine nähere Be- prechung vor. *• Bachfeier. Man schreibt uns: Fräulein Minna Körner, die Leiterin der hiesigen Schule für höheres Klavierspiel veranstaltete am Mittwoch eine Bachfeier. Die Vorträge der einzelnen Schülerinnen zeugen von einem echt künstlerischen Geist, der in diesem Hause herrscht. Sowohl in der Technik des Anschlages als auch in der Art und BZeise des Vortrages waren die Leistungen mustergültig. Die bei Bach so außerordentlich schwere Stimmführung wurde von allen Vortragenden trefflich ausgesührt. Die verschiedenen Ensemblevorträge errangen den lebhaften Beifall der zahlreichen Zuhörer, während ein Prolog, gesprochen von einem Schüler, auf die hohe Bedeutung Bachs hinwies.' Fräulein Minna Körner hat wieder einmal eine Probe ihres Könnens glänzend bestanden und gezeigt, daß Bach, wenn er künstlerisch empfunden und ebenso wiedergegeben wird, kein Privilegium eines kleinen Kreises bevorzugter Musikkenner zu sein braucht. "Abonnements-Konzerte. Man schreibt uns: Unser musikalisches Leben, das im Winter bei verschiedenen Vereinen eine schöne und erfolgreiche Pflege findet, hat im Sommer eine Stütze an Musikdirektor Krause und seiner Kapelle. Und zwar zeigt sich dies in erster Linie in den so ungemein beliebten, und in Folge dessen sehr gut besuchten Abonnements-Konzerten, von welchen gestern abend das dritte, unter Mitwirkung des Cornett ä Piston Virtuosen Böhme, Mitglied der Kaiser!. Russischen Hofoper in Petersburg, slattsand. Ein voller Genuß war es, den Darbietungen der Kapelle, deren Programm bis zu einem gewissen Grade jedem Geschmack Rechnung trug, zu lauschen. Hervorheben muß ich die Schubertsche Ouvertüre zu „Rosa- munde" und Intermezzo et Valse von Delibes. In beiden bot die Kapelle und Herr Musikdirektor Krause ganz ausgezeichnetes. Reicher Beifall lohnte die vorzügliche Leistung. Der Gast des Abends überraschte mich durch eine vollendete Technik, verbunden mit weichem innigen Ton. Läufe aller Art, Triller hoch und tief und die höchsten Töne standen ihm mit der größten Leichtigkeit zur Verfügung. Herr Böhme ist ein hervorragender Vertreter seines Inst rumcntcS und auch — was bei Virtuosen meistens nicht der Fall ist — ein ebenso hervorragender Musiker. Er zeigte sich in seiner Komposition „BallettsScöne“ als ein sehr ernst zu nehmender Tondichter. Er ist der Mann dazu, mit seinen Werken, die vorhandene, größtenteils recht minderwertige Literatur zu verdrängen. Reicher Beifall, welcher ihn jedesmal zu einer Zugabe zwang, wurde ihm zu Teil. " Keine K ommunalabgaben erheben noch zwei von den 80 Gemeinden des Kreises Gießen, nämlich Bersrod und Ettingshausen. Den höchsten Satz erhebt Stangenrod mit 259,973 Proz. Zuschlag der doppelten Grundzahlen und des ganzen Einkommensteuerbetrages, Lindenstruth 226,605 Proz., Saasen nut Bollnbach, Veitsberg und Wir- berg 202,040 Proz. und Trohe 200,908 Proz. Den ge- ringften Zuschlag erheben Winnerod mit 23,153 Proz, Feld- gemarkung Feldheim 32,156 Proz., Albach 34,237 Proz., Großen-Buseck mit 37,012 Proz., Utphe 38,067 Proz., Allen- dorf a. d. Lumda 43,006 Proz., Beuern mit 43,334 Proz., Villingen 44,406 Pro-., Rieder-Bessingen mit 44,715 Proz. und Lich mit 45,245 Proz. Von den übrigen Gemeinden erheben 27 zwischen 50 und 100 Proz., 20 zwischen 100 und 150 und 15 zwischen l«50 und 200 Proz. Von den größeren Gemeinden erheben Wieseck 27 500 Mark (111,309 Proz.), Lich 24 000 Mk., Heuchelheim 29 000 Mk. (131,762 Proz.), Grünberg 31 000 Alk. (80,119 Proz.), Lollar 30 000 (75,779 Proz.), Großen-Linden 27 400 All. (101,003 Proz.), Watzenborn - Steinberg 19 300 Mk. (152,231 Proz.), Großen-Buseck 8000 Mk., Klein-Linden 18 000 Mk. (166,509 Proz.), Lang - Göns 17 300 Mk. (78,111 Proz.) und Hungen 17 000 Mk. (56,347 Proz). "Die Verunreinigung des Maines. Preußische, bayerische und hessische M in ist er ia träte und RegierungS- benmte hatten laut „Frkf. Ztg." am Donnerstag Besprechungen wegen der iimner mehr zunehmenden Verunreinigung des Maines durch Fabriken und die zu ergreifeuden Maß- nahmen. X Lollar, 21. Juni. Der hiesige Hochofen der Buderusschen Eisenwerke mußte heute nach siebenjähriger Betriebstätigkeit stillgelegt werden. Dafür wird in einigen Tagen der fertig zugestellte Ofen II. auf der Georgshülte zu Burgsolms in Tätigkeit treten können, so daß kein Aus- fall in der Roheisenerzeugung eintritt. — Schotten, 20. Juni. Von 417 Wahlberechtigten machten bei der kürzlich abgehaltenen Gemeinderatswahl 360 von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Es erhielten Karl Meiski 242, Louis Zeunges 219, Karl Chr. Proscher 180, Conrad Schlorb VIII. 115 Stimmen, die hiermit gewählt sind. Außerdem wurden noch auf 50 andere Kandidaten Stimmen abgegeben. Mainz, 20. Juni. Gestern fand in dem seit dem 1. April d. Js. eingemeindeteir Stadtteil Mombach die Wahl dreier Mitglieder der ÄLainzer Stadtverordneten-Versamm-- lung statt. Gewählt wurde je ein Sozialdemokrat, Zentrumsmann und Nationalliberalcr. b. Frankfurt a. W., 21. Juni. Kestern nachmittag karambolierte an der Ecke Nidda- und Hohenzollernstraße ein Automobil mit einem E in s p ä n n e r fub r m e r I des Fuhrunternehmers Scyreiber^ aus Niederrad. Schreiber wurde aus seinem Wagen geschleudert und erlitt erhebliche Verletzungen am Kopfe. Den Chauffeur soll keine Schuld an dem Unfall treffen. — Der Heiratsschwindler Barnsdall- Nnber wird heute von dem Hntersuchungsrichter aus Karlsruhe im Gerichtsgebäude vernommen werden. Er wird von der Staatsanwaltschast Karlsruhe wegen betrügerischen Baukerotts verfolgt. Nach seiner Aburteilung in Frankfurt wird er sich zunächst in Karlsruhe zu verantworten haben. Die Voruntersuchung gegen Barnsdall in dem hier verübten Betrugsfall ist abgeschlossen und Anklage erhoben wordeii. ? Herborn a. d. Dill, 20. Juni. Mit dem Tode umeres Stadtältesten Johann Fr. M e ck e l ist das Leben eines Mannes zur Rühe gegangen, das jedem Herborner unvergeßlich bleiben wird. Mehrere Jahrzehnte hat er als Stadtverordneter unermüdlich gearbeitet und dann als Standesbeamter 30 Jahre lang. Auch auf anderem Gebiete wirkte er in Segen. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den N a ch b a r ft a a t e n. Laut Blättermeldungeu wurde in dem Dorse Iasja, Kreis Schlüchtern die jung verheiratete Frau des Land- wirls M ü Iler von dem Holzsuhrwerk ihres Mannes überfahren und aus der Stelle g e t ö t e t. — In H ö ch st a. M. i|t der Fabrikarbeiter Trutzel verhaftet ivorden unter dem Verdachte im, April 1903 in Ludwigshafen den Schutzmann Kolb ermordet zu ba l\.i. ) Las Automobil. Das Kaiscrpr eis-Rennen im Taunus schließt infolge des schlechten Tribünenbesuches mit einer Viertel- Million Defizit ab. In Wiesbaden wurde das dreijährige Söhnchen eines Hatisdieners von einem Automobil überfahren und erlitt erhebliche Verletzungen. Ein Prinz von Sachsen-Weimar ist beim Passieren der deutsch-französ. Grenze, als er sich im Automobil nach Paris begeben modle, gegen einen Grenzstein gefahren. Der Prinz unb sein Begleiter wurden herausgeschleudert, erlitten jedoch nur unbedeutende Verletzungen, während der Chauffeur schwer verwitndet wurde. Der Wagen wurde voll« fominen zertrümmert. Ein Automobil, ivelches mit fünf Insassen aus Neapel kam, stieß in der Nähe des Bahnhofes von Cajanello (Italien) gegen einen Felsen auf; das Automobil wurde zer- lrümwert und die Reisenden getötet. Üttiversitiits-Ncrehrichten. — Ter P r o v i u z i a l - 51 o u s e r v a t d r der Rheinprovinz, Kunsthistoriker ord. Pros. Dr. C l e m e n in B o n n wird im September d. I. nad) den Bereinigten Staaten gehen, um als Aus- t a u s ch ° P r o s e s s o r an dortigen Universitäten Vorträge zu halten. , Stuttgart, 20. Juni. In der Zweiten Kammer kam die Frage der Verlegung der Stuttgarter T ie r ärz t l r ch e n Hochschule irach Tübingen zur Behandlung. Der Neubau der Anstalt ist unter allen Umständen notwendig; bei dieser Gelegen- beit will man die Tierärztliche Hochschule in einen ländlichen Bezirk verlegen, um auf diese Weise leichter das für den Unterricht notwendige Material zu erhalten. Eine Verlegung nach Tübingen ivürde dieser Absid)t entsprechen und zugleich den Studierenden der Tierarzllicheii Hodisd)ule Gelegenheit geben, aiißer ihren rein fad)- ivuseuichaftlichen auch sonstige Vorlesungen zu hören. Die Regierung bereitet eine Denkschrift Über diese Angelegenheit vor. Beim Kapitel „Technische Hochschiile" wurde ein Antrag, in dem die Regierung ersucht ivird, der Hochschule eine Abteilung für Handels- w ij s en schäften^ anzugliedern, angenommen. Der Kultusminister sprach sid) in entgegenkommendem Sinne aus. Ein Lehrstuhl für den t f cf) c Sprache in Japan Der Einfluß des europäischen Geisteslebens wächst m Japan in rapider Weise, und auf den Gebieten der Wissenschaft und Literatur erscheiiit er von unbegreiizter Ausdehnungsfähigkeit. Jetzt unternimmt man im japanischen Reich aud) eine weitere Ausgestaltung des Schulwesens nad) europäischem Muster. Hierbei ist es von Wichtigkeit, dast der deutschen Literatur und Sprache eine besondere Beachtung gescheiikt wird. Ter neue japanische Unterrichtsmimster Malmö, der früher deii Gesandtschaftsposteil m Wien bekleidete, hat jüngst angeorönet, daß an der Universität in Kioto ein Lehrstuhl für deutsche Sprache errichtet wird, für den Prosehor I. Schiller berufen worben ist. Tie Errichtung zweier neuer Universitäten, von denen eine für den Norden des Landes in Aus- ficht genommen ist, soll erfolgen, sobald die erforderlichen Mittel dafür bereit gestellt sind. Ferner ist die Errichtung einer Technischen Hochschule in Yamagata, einer Pharmazeutenschule in Niigata, einer landwirtschaftlichen Hochschule in Kagoschima und einer höhere,i Jkädcyenschule in Nara beschlossen worden. Tern ordentlichen Professor der theologischen Fakultät der Universität Berlin, Wirkt. Oberkonststorialrat Bernhard Weiß, wurde der Charaktor als Wirklicher Geheimer Rat mit beni Prädikat E r z e 11 e >i z verliehen. Annft und rvisjenjchaft. — Böcklings „Gefilde der Seelige n." Die Dermal- tnng der Königlidien Museeir in Berlin wird für ene ernste Besd)ädigung von Böcklings berühmtem Gemälde „Gefilde der Seeligen" beim Rücktransport von einer Londoner Ausstellung wohin es'mit Genehmigung der Verwaltung gesaiidt worden war, entsprechende Schadenersatzansprüche London stellen werde._______ __________ GerichtssaaL. Dresden, 21. Juei. T,e Strafkammer verurteilte beit etanbesbeamten Tr. meb. Petzsch ivegenSittlichkeitsver- brecheii zii 10 Aionaten Gefängnis. — Gegen ben Wiener Gelehrten Dr. Eisler der in der Städtischen Bibliothek oon Udine, in der Hauptstadt der gleichnahmigen italienischen Provinz, einen ihm zwecks Studium leihiveije überlafienen Codex entwendet hatte, wurde nach zweitägiger Verhandlung vor denr Udmer Gericht auf einen Monat und 20 T a g e tü e i ä n g n i s erkannt. ^anOei. Die So ciöts Jnternatioiiale des Grands Baza r s Frankfurt a. Ai., die im vorvergangenen Jahr ihre Aktionäre dividendenlos lassen mußte, ist für das abgelaufene Geschäftsjahr in der Lage eine Tividende von 4 Proz. auszurichten. Der Rohgewinn betrug 624 574 Frs. und der Reingewinn c>79 893 Frs. Zur Vergrößerung ist die Aufnahme einer Hypothekar-Anleihe von 7 — 800 000 Aik. beschlossen worden. , . , Anklam (Pommern) 20. Ium. Das seit 1779 bestehende altrenommierte Bankhaus Roesler ist mit erheblichen Passiven falliert. Ter Inhaber ist vor 6 Wochen gestorben. Wie verlautet, liegt Selbstmord vor. Die Passiven werden nach vorläufigem Statiis auf eine Million Mark geschätzt, denen nur ganz geringe Aktiven gegenüberstehen. Tausende kleiner Leilte verlieren ihre gesamten Ersparnisse. Es iverben weitere Zahlungseinstellungen befürchtet. Die Verein igilng der in Deutschland arbeite n b e u Privatfenerverficherungsgesellschaften hielt kürzlich ihre 25. Geiieralversammlrmg in Baden-Baden ab. Die zur Uebernahme sogenannter notleidender Risiken in Preußen, Sachsen und Bayerii crridjteten Verficherungsgemeinschaften der Vereinigung wiesen im Jahre 1906 einen Bestand von 1622 Versicherungen mit einer Versicherungssumme von etwa 21 Millionen Mark auf. Tie m Baden bisher vorhandene besondere Einrichtung zur Unterbringung sog. notleidender Risiken soll iiach dem Äiiisler der übrigen Gememschauen organisiert werden, weshalb die Generalversammlung den Atisschuß zum Abschluß einer bezüg- 3^ , Miesi 1,11 int ver-l «srfiT«’ W ff röcnit Jtid lLmßten-, «ucley zur - sMkelb ^er Ä; Gießen, sss -=i@ Xäk t5.°0-ö0%'o( «ebenbgemidjt m (HOM 2CI 00-00 ?' —" J t Gestorbe, Giiie ®o§ler tn ?er Kaiser niemais, weder Obst noch Gemüsekonserven, und dann nichts ..Gefingertes", wie er fick in Homburg einmal tnnesgebrüdt haben soll. Das beißt, er wünscht keinerlei Speisen, die von den Köchen mit de >?anden bearbeitet sind, also Klöße, Fleischpasteten :e. Ans dem gleichen Grunde wird niemals eine Blatte garniert. Das Servieren aus Servietten ist schon seit Wilhelms I. Zeit am preußischen Kä- nigshos abgeschafst, weil es nicht für reinlich genug gilt.. Tic Speisefolge für die kaiserliche Tafel schlägt der Oberkücken- meister, erfolgt die Verpflegung wie letzthin in fcombirg von außerhalb, der betr. Hotelier vor. Ter Oberhofmarschall prüft die Vorschläge, beißt sic gut oder ändert sie nach seinem Gutdünken ab. Gewöhnlich nimmt der Kaiser Supve, Fisch, Braten, Geflügel, Eis, Käse, Obst und dann einen Likör oder Mokka. Bei Tisch trinkt der Kaiser leichte Weine und wenig Sekt. Vetw Kaiservreis-Rennen wurde am Haupttag z. B. das Tiner um 1 Uhr auf der Tribüne serviert. Es bestand aus kalter Suppe, gekochten Krebsen mit klarer Bnttersauee, Lammrücken mit frischen Champignons, Poularde mit Trüffeln, Eis re. frat der Kaiser Gäste, so ist ihm nichts au teuer zu ihrer Bewirtung, andererseits liebt er nicht, wenn ihm zu teure Speisen vorgesetzt werden. In einem Osiizierkasino gab es gelegentlich eines Kaiserbesuchs einmal gctrüffelte Poularden. Das erschien dem Kaiser zu verschwenderisch und er machte nach Tisch den Regimentskommandeur darauf aufmerksam. Tie Offiziere sollen einfach leben. Ter Kaiser ist ein mäßiger Esser. Er nimmt von jeder Platte etwas. Im Sommer liebt er erfrischende, kalte Luppen, ferner Lammrücken von Lüneburger Leidschnucken und dann Wild. Letzteres kommt ziemlich oft auf die kaiserliche Fataler Nachsatz. Bauer (in der Gemelndesitzung): „Bürgermoasta, wir hab'n einftimnu’ b'schloss'n, daß ma dl' von roeg'n deine groß'» Verdienst um uns're Grnoand' zum Em n- mitglied ernenne!" — Bürgermeister (geschmeichelt': „so, ,o! — Bauer (sich verlegen kratzend): „Und weiters hab n mano be- schloss'n, daß ma di' nimmer zum Bürgermoasta machn, weil ma alle dageg'n san!" 189.20 119.90 200.20 222.00 115.70 101.50 150.50 128.50 219.70 145.00 167.30 137.30 202.20 93.25 83.30 93.55 88.50 92.50 94.U0 98.50 99 30 92.30 103 15 65 55 66 00 90.70 91.90 93.80 138.40 blanker Waffe gegen dte Menge ein. Viele Demonstranten' wurden verlegt, ebenso ein Polizei-Kommissar. Montpellier, 21. Juni. Tic Bevölkerung errichtete während der Nackt neue Barrikaden Tic Ernsten Zusammenstöße dauern fort. Des Nackts war die Stadt völlig! in Tun lei beit gehüllt Aus der Menge fielen Schüsse, worauf die Kavallerie das Feuer erwiderte. Eine Frau wurde getötet, viele Demonstranten verletzt. . . 115.50 . . 138.40 Vergebung von Schreiner- bezw. Zimmerarbeit und von Weißbinderarbeit. Das Herrichten von vorhandenem StangenholA zu flaggen masten, das Aufstellen von Flaggenmasten sowie das Anstreicher, derselben soll Freitag, den 28. Jnnr d. Js., vormittags 10 Uhr AliüchWckicr. SäBteüm=u.8anii6ntter. L>st.vollfiift. Lchweizetkäse ä Psh. 1.20 M. ßijtet liöüintr ä Psi>. 1 — Mk. Etzter alter toiii a Psi>. 1.10 Mk. Srir Camembert. Wringet Ltangcakäje. Thüringer v. Brannichineiger Wllrslnjarcn. Carant. reiner Bienenhonig. Luxemburger H. B. Molkerei S0uu=n*aüc2.S 3076 eot.nCnft,aBE 25 . 117.00 . 103.40 . 219.25 Kolosseum Giessen Telephon 644 (früher Cafe Leib, Walltorstrasse.) Telephon 644 Direktor und Inhaber: Albert Rappmann. H cltstedt-Pi'oerrnmni vom 16. bis 30. Jnnl 1907. 3^°/. Oberhesseu . . . 4 9o Oesterr. Goldrente. . 4’/i?o Oesterr. Silberrente 4?o Ungar. Goldreute . . 4?o Italien. Reute . . . 3% Portugiesen Serie I 3-6 Portugiesen „ III 4H°f0 russ.Staatsaul. 1905 4>6°,'n japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose...... 4% Griech. Monopol-Aul. . 4 % äussere Argentinier . 3°/0 Mexikaner . . . 4 °/0 Chinesen . . . Aktien: Bochum Guss..... Buderus E. W . . . „Tendenz: schwächer. Heute Freitag 7&~ Gastspiel "XK der best aner kannt ungarisch deutschen Tanz- und Olcsangs Soubrette NmkfflQ von den größten Theatern JLieiKH 1MCK1US $n „nd Auslandes. Heizer zm alsholdigeii Eintritt gesucht. Derselbe muß das Schlosserhandwerk gründlich erlernt haben. Bewerber, welche im Jnstallationswesen für Dampf- Heizungs- oder Beleuchtungsanlagen Erfahrung haben, werden bevorzugt. Meldungen unter Anschluß von Zeugnissen sind alsbald an Großherzogliche Direktion der Chirurgischen Nuiversitäts- tlinit in Gießen cinzureichcn. B2% kreisen verlaute, das; der Fürst von Bulgarien sich mit der Schwester der ruinänischen Kronprinzessin, der Prinzessin Beatrice von Sachsen-E oburg-Gotha verloben werde. Bekanntmachung. 6em Verpachtung her ftäötiidicii Landgrubc an der )iädger wtraiii auf die Tauer von drei (fahren patt. Gießen, den 19. Juni 190/ .. • Großherzoalicke Burgernicutcrei Gießen. XV Eursckmann ä Pfd. 120 Mk. ist ganz vorzüglich- Bei Rückgabe von 14095 8 Gutsck. 1 Pfd. Würfelzucker 20 Gutscheinen 1'7 Pfund Kaffee W gratis. L. Steinhäuser 27 Seltersweg 27 17 Neuen Baue 17 N. W. meldet, in Hof> Bekanntmachung. Das bisherige Vorstandsmitglied der landwirtschaftlichen Bezugs- und Absatzgcnosscnschaft zu Langd, e. G. m. u. H., Emil Fritz, ist aus dem Vorstände aus- geschieden und damit seine Befugnis, in der im Statut bestimmten Weise zusammen mit den anderen Vorstandsmitgliedern die Genossenschaft zu vertreten, erloschen. An seine Stelle ist Cito Georg Walther von Langd als Mitglied des Vorstandes gewählt ivorden. Hungen, den 19. Juni 1907. Grotzh. Amtsgericht. B21/6 Bekanntmachung. Gießen, den, 19. VIuni 1907. . , Ottoßherzoglichc Blirgermeuteret Gießen. I. B.: (£urickmann. Original-Drahtrnctdungen. Perpignan, 21. Juni. Gestern Abend kam es hier zu stürmischen Kundgebungen. Die Menge steckte das Prä- fetturgebäude in Brand und verhinderte gewaltsam die I Feuerwehr an den Löscharbeiten. Gendarmerie schritt ini Meine Wchmg nnii GeschWelle bestndet sich jetzt in meinem Haufe W IViclierstrasse 5, pari. Gleichzeitig empfehle ich mich zur Vermittlung von Immobilien und Hnvotbcken, Vermictnngen von Wohnungen und Gefchäftslokalitäten. 04341 Adolf Schmidt. to S-S« irrall = Ä?n’a11 knitze Ä rcitö Gtunf-A «Er SÄ'* otete Frau fe'nOtie Bekanntmachung. tcm 2Ä.sSlu£MÄ Verpachtung dco städtiicken ^ctubrnch^ tm Walddtstrtkt vatmclitcm auf die Dauer von 6 fahren statt. d'ießen, den 19. Ium 1907. . . GroßherzogUcke Bürgermeisterei Gießen. I. B.: E urfck mann. Telefonisch® Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank fflr Handel und Industrie, Giessen. Frankfurter Börse 21. Juni. 1.15 Uhr. enjchast» 5ee • s bii-ene etn'ic in nnrd iure Aus'MunS einer M ruche ~u Efür reisende HOSPIZ Damen evang. Schwesternhaus, tilesaen. lohannetitr. 1. Aür die Hauswäfche ist ichtrn. lldr der Rheinprovinz, »Bonn wird im 6ep. ii gehen, um als Aus- ioerfitäten Borträge ju veilen Kammer kam die ierärztlichen Hoch- ung. Ter Neubau der ihig; bei biejev Gclez-r- in einen ländlichen das für den Unterricht Beilegung nach Tübingen ich den Cludierenden der n, außer ihren rein fach- \u hören. Die Regierung mfieil vor. Beim Kapitel in Dem bit Regierung ung für panbtli- innen. Ter SW- Sinne aus. Stacke in wuG in )>MN in ViMMnnbMratur aGMit. M unter, ine weitere Ausgestaltung [ter. Hierbei ist cs von md Sprache eine besondere anischeUnlerrichtsmimster osien in Wien bekleidete, mität in Kioto em lejr« X snr den Prosesso Lriichluiig zweier neu« orten des Landes m W die mörderlichen Mel > (srrlchlung einer W naeffi rialrat «ernaui Geheimer Rat m» liehen Bercinbarung mit der badischen Regierung ermächtigte. Tte gleiche Ermächtigung erteilte sie dem Ausschuß für em Abkommen mit ber Regierung des Großherzogtum? Hessen, besten allerdings nur vereinzelt vorkommeude notleidende Risiken seither auf die preußische Gemeinschaft übernommen worden waren. — 4prozcnt ige Aktien. Tic Vorliebe für die 4 vroz. Ltaatsvapiere nimmt zu. Auch die neue 4 pro; Württembergische Anleihe hat eine sehr gute Ausnabem gefunden bei mehnachcr Ueberzeicknung. Ter Betrag der 4 pro-cutigen Schatzscheine ist fest plaziert, sodaß die Emission für den öffentlichen Markt als erledigt bezeichnet werden kann. Ferner finden die Etädtc^An- leihen mit 4 Proz. Verzinsung überall willige Ausgahme. Tic Tic 4 vroz. Schöneberger, die Hannoversche und die Tanziger Stadtanleihe sind soweit untergebracht, daß bic Auslösung der Ueberncchmekonsortien schon sehr baldbevorsteht, während sich derartige Konsortien bei früheren 31 > ürojentigen Anleihen monatelang, wenn nicht noch länger, mit der Unterbringung herum» quälen mußten. Wie der F. Z. gemeldet wird, sollen von den demnächst zur Subskription kommenden 4 Prozent. Tüsseldocfer, Aachener und Dortmunder Stadtanleihen bereits erhebli^ Beträge begeben sein, sodaß für bic Zeichnungen nicht mehr bic vollen Summen zur Verfügung stehen. — Ties ist alles recht schön und gut aber cs stimmt hoch wenig mit ber weisen Sparsamkeit, die tm Vorfrühling so eindringlich gepredigt wurde, zusammen. Ter Geldmarkt ist nach wie vor noch recht angespannt und wenn ihm auf diese Weise wieder übermäßig große Summen entzogen werben, so weiß man genau, was daraus entsteht. Märkte. G ieß en , 2l. Juni. Di eh markt. Bei dem am 18. unb 19. Jstui abgehalteuen Markte waren aufgetrieben 2043 Stück Rindvieh, 637 Schweine. Ter nächste Markt findet am 2. unb 3. Juli statt; am zweiten Tage auch Krämern-arkt. (c. Frankfurt a. 9)L, 21. Juni. snck unseres Vertreters. ssw t ■ 1 ■ gezwungen ob. tret willig dem Genun M 5 von Bohnenkasiee em g g U | sagt, macke einen Per such mit unserm vor züglichen Gerstnsälz- Xaffee ä Pfund 20 Pfg., 5 Pkd. 95 Mg. Hochacktend la2,/e Gebrüder Berdüx Siigüch ftifdic Eiddkkrrii - Frau Weinhardt, Obst- und Gemüsebandlung, Sckloßgasie 10. Einen feinen Salat bereiten Sie mit dem ga- nut dezentes Hepertoir Fred Wey band. BerwandlungS Schausvieler mit 18 .Qövfcn. The Romeos, Dressur Alt mit .Nataduv und Pavageien. Tronpe tim-erro de Itfcxico, Acrobates and Globetrotter sur Piedestal Humain u. a. m. (20 Nummerns. 04473 Anfang 8 Hbr. — 2luftreten von Fräulein Nick la* io Ubr. Sonntag 2 Borftelluugen von 4 und 8 Uhr, von 11—1 Ubr Frühschoppen Vorstellung. Eintritt frei. 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