Nr. 116 Zweites Blatt 157. Jahrgang Dienstag 31. Mai 1907 Erscheint täglich mit Ausnahme deS SomttagS. Die „Gietzener Lamlllenblatter" werden dem „Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Siehrn" zweimal wö^-enUich. Ter..Helfische Landwirt" erscheint monatlich einmal. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Sberhesfen Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen UnwerfttätS »Buch- und Steindrrukeret. 9L Lange. Greben. Redaktion, Expedttton und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 6L Redaktion: 112. Tell-Adr. AnzeigerGieben. politische Tagesschau. Neuorganisation. ES war nicht anders zu erwarten: sofort nach der erfolgten Zustimmung des Bundesrats zum Reichshaushaltsetat sind die in ihm vorgcschlagenen Neuorganisationen und die sich daraus ergebenden Ernennungen vollzogen worden. Durch kaiserliche Oärer ist verfügt worden, daß die bisher mit dem Auswärtigen Amte verbundene Ko^lonialabteilung nebst dem Oberkommando derSchutztruppen fortan eine besondere, dem Reichskanzler unmittelbar unterstellte Zentralbehörde unter der Benennung „R e i ch s! o lo n i a l a mt" zu bilden hat. — Zugleich hat der Kaiser den bisherigen Direktor der Kolonialabteilung Derubur^g zum Staatssekretär des Reichskolonialamts ernannt. Sv U endlich die langjährige F-orderung aller einsichtigen Freunde unserer Kolonien erfüllt und aus der Kolonialabteilung, die nur zu lange kaum mehr als eine bureankrat. Filiale des Auswärtigen Amts aewesen war, ein selbständiges Neichsamt geworden. Möge diele Neuordnung die Hoffnung rechtfertigen, die man auf sie gefegt Hirt: daß wir nun endlich eine sachluiidigere, systematischere, planvollere und zugleich beweglichere und energischere koloniale Arbeit leisten werden, als in den erstell zwei Jahrzehnten unserer Kvlonialpolitik. Und möge es dem neuen Staatssekretär gelingen, das Bertrauen, das er sich durch die glücklichen Anfänge seiner kolonialen Lausbahn erworben hat, in der nun kommenden Feuerprobe auf seine praktische, kolonialpolitische Begabung zu bewähren und uns endlich zu der wirtschaftlichen Aufschließung unseres Kolonialbesitzes verhelfen, die Sen viel vernachlässigten und viel verachteten Kolonien erst den gebilbrenben Plag in unserer Nationalwirtschaft sichern kann. Gleichzeitig ist das beantragte Unterstaatssekretariat in der Reichskanzlei gebildet und zum Unterstaats- sckretär der Vortragende Rat in der Reichskanzlei, Geh. Ober- Reglerungsrat Friedrich Wilhelm v. Jsebell ernannt worden. Diese Erhöhung der Reichskanzlei ist gerechtfertigt durch die ivach- sende Bedeutung und den wachsenden Umfang ihrer Geschäfte. Deutsche» Reich. Berlin, 20. Mai. Tas Kaiserpaar traf am 18. aus Wiesbaden auf der Wildparkstation ein. — Wie verlautet, wird Fürst Bülow dem österreich- ungarischen Minister des Aeußern, Freiherrn von Aeh- rental, einen Gegenbesuch in Wien ab[taiten, doch ist hinsichtlich des Zeitpunktes noch keine bestimmte Disl- Position getroffen worden. — Staatssekretär Dernburg wird seine Reise nach Ostafri ka am 13. Juli von Berlin aus antreten und sich am 15. Juli in Neapel einschiffen. — Der Präsident des Kammergerichts, Dr. v. Schmidt ist g e st o r b e n. — Senatspräsident beim Reichsgericht Maßmann wurde zum Wirtl. Geh. Rat mit dem Prädikat Exzellenz ernannt. — Die „Nordd. Allg. Ztg." veröffentlicht nachstehende vollständige Liste der Mitglieder der Delegation zur zweiten Haager Konferenz: Botschafter Frhr. Marschall v. B i e b e r st e i n, erster bevollmächtigter Delegierter; Geh. Legationsrat Dr. Kri ege, zweiter bevollmächtigter Delegierter; der Marineattacl)ö bei der Pariser Botschaft, Kontre- admiral Siegel, Marinebevollmächligter; Generalmajor v. Guendet, Militärdelegierter; Professor Zorn-Bonn, wissenschaftlicher Delegierter; Legationsrat Dr. Goepper t, Hilfsdelegierter; der Kapitänleutnant im Admiralstab der Marine T e z m a n n, Marinehilfsdelegierter, der Bizekonsul beim Generalkonsulat in Petersburg, L r a u t m a n n, Sekretär der Delegation. — Die „Freis. Ztg." veröffentlicht einen gemeinsamen AufrufderfreisinnigenBolkspartei,derfrei- sinnigen Vereinigung und der Deutschen Volks- partei, in dem in Hinblick auf die bevorstehenden Land- tagswahleninBayernundSachsen und demnächst auch in Preußen auszufechtenden schweren Kampf aus dem Boden des Drei kl assenwahlr echtes alle liberalen und demokratischen Kreise in Stadt und Land zur Mitarbeit auf gefordert werden. Der Aufruf sagt, daß es vor allem darum handle, auf dem geistigen Gebiet in den großen Kulturfragen des Schulwesens eine liberale Staatsauffassung zur Geltung Pt bringen. Die Parteien treten für jede, der Bolksbitoung gesunde soziale Reform und die wirtschaftliche Wohlfahrt aller Volksschichten ein. Sie lehnen eine einseitige Jnteressengesetzgebung, die eine Verteuerung und Verschlechterung der Lebensmittelpreise, besonders der unbemittelten Volkskreise zur Folge hat, ab. P o t s da m, 20. Mai. Heute wurde das Stiftungsfest des Lehr-Jnfanterie-Bataillons, bad sog „Schrippenfest", in der üblichen Weise gefeiert. Um 1 Uhr fand bei den Majestäten Frühstückstafel statt, an welcher auch die Mitglieder der russischen Botschaft teilnahmen. Während des Males trank der Kaiser auf das Wahl des Kaisers von Rußland, der gestern seinen Geburtstag feierte. Kiel, 20. Mai. Der König von Spanien hat den im vorigen Jahre in Aussicht gestellten Besuch der diesjährigen „Kieler Woche" aufgegeben, wird aber zur Teilnahme an den Otegatten seine Jacht „Mourisco" nach Kiel senden. Siamburg, 20. Mai. Hier hat sich heute der Bund vaterländischer Arbeitervereine Deut sch- lands gebildet, dem 43 Vereine mA 7000 Arbeitermitgliedern angehören. Der Bund sandte an den Kaiser nachstehendes Huldigungstelegramm: Euerer Majestät huldigt in deutscher Treue der Bund tiater» ländischer Arbeitervereine, der soeben von 37 Arbeitervereinen aus allen deurfchen Gauen begründet worden ist zur Wahrung der Interessen aller treu zu Kaiser unb Reich stehenden Arbeitnehmer. , . m An den Reichskanzler Fürst Bülow ging folgendes Be- xMßungstelegramm ab: Euerer Durchlaucht sendet ehrerbietigen Gruß der Bund vaterländischer Arbeitervereine, der soeben von 37 Arbettervev- einen aus allen deutschen Gauen begründet worden ist zu Schutz und Förderung der Interessen aller treu zu Kaiser und Reich stehenden Arbeitnehmer unter Bekämpfung der Irrlehren der Sozialdemokratie und ihres Terrorismus auf wirtschaftlichem und politischem Gebiete. Auf diese Tetegramme sind bei dem Festmahl des Bundes folgende Antworten zu Händen des Vorsitzenden Ludwig Schaper eingegangen: S. M. der Kaiier und König haben Merhöchstsich über den treuen Gruß des neubegründeten Bundes vatertändifcher Arbeitervereine gefreut und lassen vielmals danken. Seine Majestät wünschen dem Bunde ein kräftiges Blühen und Gedeihen in Treue zu Kaiser und Reich, zum Segen der deutschen Arbeiterschaft und des Vaterlandes. Auf allerhöchsten Befehl der Geh. Kabinettsrat v. L u c a n u s. Die Begrüßung des neubegründeten Bundes vaterländischer Arbeitervereine hat mich aufrichtig erfreut. Ich erwidere sie auf das herzlichste. Möchte es Ihrer Organisation gelingen, dazu mitzuwirken, daß denjenigen deutschen Arbeitern ein starker Halt geboten werde, welche auf die geistigen und sittlichen Güler nicht verzichten wollen, die Volk und Vaterland dem Menschen bieten. Reichskanzler v. Bülow. Magdeburg, 20. Mai. Der vierte preußische Lebrertag nahm einstimmig die Leitsätze des Ausschusses an, welche zur N eure gelungderLehrerbesoldung die Gleichstellung aller Lehrer ohne Unterschied in Stadt und Land und die Gleichstellung mit den Sekretären in der Staatsverwaltung fordert. Anwesend waren im ganzen 2000 Lehrer aus der ganzen Monarchie. Ausland. London, 18. Mai. Das zur Vorbereitung des Besuches des Lordmayors und anderer städtischer Würden träger Londons in Berlin gebildete Komitee teilt mit: Tie Reisegesellschaft verläßt London am 15. Juni und kehrt am 20. Juni hierher zurück. London, 19. Mai. Parlamentsuntersekretär für die Kolonien Winston Churchill sprach hier über die Forderung der Vorzugsbehandlung der Kolonien und erklärte dabei, baß die liberale Regierung die Tür, die zu einer Besteuerung der Nahrungsmittel führe, fest verrammelt und verriegelt habe und sie nicht öffnen würde, so lange Eampbell-Bannerman Premierminister sei. Tie Liberalen stänoen wie ein Fels zwischen oen hart arbeitenden Massen des Volkes und allen denen, die von dem kärglichen Wochenverdienst der ärmeren Klassen noch einen kleinen schädigen Profit herausschlagen wollten, und würden niemals auch nur einen Penny eines Vorzugszolls auf ein einziges Pfefferkorn zulassen. Lyon, 18. Mai. Präsident Falliöres empfing hier heute nachmittag mehrere grobe englische und schottische Stadtvertretungen; er gedachte diesen gegenüber der herzlichen Freundschaft, die Frankreich und England verbinde. M a d r i d, 19. Mai. Gestern fand die T a u f e des P r i n z e n von Asturien statt. Im Taufzug schrillen die fpamfa;en Sl'ar» dinäle, die Jnsanten AlfonS von Bourbon und Alfons von Orleans, König Alfons, Erzherzog Eugen von Oesterreich, Herzog von Oporto, Herzog von Eonnaught, Prinz Friedrich Leopold von Preußen, sodann die Snfantimicn Eulalia und Isabella, die Prinzessin Beatrice von Battenberg, die Prinzen Rainer und Philipp, Hofchargen usw. Nach Beendigung der Taufzeremonie bekleidete der König den Täufling mit den Insignien des Ordens vom Goldenen Vließ, Karls III. und Isabellas der Katholischen. Bei dem heutigen Bankett dankte König Alfons den fremden Fürstlichkeiten für ihre Anwesenheit. Im Namen der anwesenden Fürstlichkeiten dantte der Herzog von Eonnaught. Der König hat dem Prinzen Friedrich Leopold,, dem Herzog von, Eonnaught und dem Erzherzog Eugen von Oesterreich den Großkordon des Ordens Karls III. verliehen. Newyork, 20. Mai. Tie „Newyork World" berichtet: Japan hat Lieferungen für die s ü d m a n d f ch u r if ch e Eis en- bahn im Kostenbeträge von 12 Millionen Dollars in Auftrag gegeben. Bei den Carnegie-Werken wurden 50 000 Tonnen ^tahlschienen zum Preise von 281/2 Dollars pro Tonne zu 29 Dollars pro Tonne bestellt. Der hohe Preis wird bezahlt, um rasche Lieferung zu sichern. Bei einer einzigen Firma wurden 1000 Güterwagen bestellt. Zwei Millionen Dollars wurden für Lokomotiven aufgewendet. NcueS aus Rußland. Bei der Untersuchung der Verschwörung gegen das Leben des Zaren werden immer gefährlichere Pläne entdeckt. Darnach sollte nicht allein der Zar, sondern auch der kleine Thronfolger ermordet werden, ebenso der einzige Bruder des Zaren, Großfürst Michael, der im Palais zu Gatschina wohnt. Diese Pläne sollten gleichzeitig ausgeführt werden. Ein Unterofsizier der Leibwache meldete seinem Vorgesetzten, Verschwörer hätten ihm 10 000 Rubel sowie einen Paß versprochen, damit er sofort ins Ausland entfliehen könne. Die Vorgesetzten befahlen ihm, das Angebot scheinbar anzunehmen und die Unterhandlungen mit den VerscAvorern ruhig fortzusetzen, um das ganze Netz der Verschwörer in die Hand iH bekommen. Der Erfolg war überraschend. . Tie Verschwörer hatten sehr weitgehende Pläne ausgearbettet. Zuerst sollte ein Kosak der Leibgarde versuchen, den Zaren mit einemDolch zu töten. Für den Fall, daß ihm dies nicht gelang, sollten andere Kvsaken der Leibgarde ins kaiserlich: Schloß bringen und ein Bombenattentat gegen den Zaren versuchen. Für den Fall, daß auch dieser Versuch mißlang, sollte eine Milchfrau, welche auf ihrem Rundgang den Zaren öfter sieht, eine Bombe gegen den Kaiser werfen. Außerdem hatten die Verschwörer alle Vorbereitungen getroffen, den Sonderzug des Zaren auf der Eijenbah-n zwischen Zarskoje-Selo und Peterhof, wohin sich der ftaijer demnächst begibt, in die Lust zu sprengen. Bisher sind 80 Personen festgenommen worden, darunter ein Lehrer des kaiserlichen Alexander-Lyceums. Ein Duma-Depu- tierter der linken Fraktion soll kompromittiert sein. Im Lereins- lokal der sozialdemokrattfchen Duma-Fraktion wurde Haussuchung abgehalten. Unter den dort versammelten 80 Personen waren 50 Frauen. Viele Personen weigerten sich, ihre Personalien an* zugeben. 10 Personen wurden in das Gewahrsam der Staatspolizei geschasst, darunter drei Rechtsanwälte. 60 Kilogramm Papier wurden beschlagnahmt. Die mitverhafteten Tumadeputier- ten wurden nach genauer Untersuchung sofort freigelasfen. Sie riefen telephonisch Stdlypin an, der ihnen erklärte, es fei nicht seine Sache, sich in die Angelegenheiten der Prokuratur zu mild5ie skandalöse Affäre des MinistergelMen Gur ko beschäftigte das erste Departement des Reichsrais. Die Schuko Gurkos besteht in der Ueberschreitung der Amtsgewalt. Er übertrug die Getreidelieferung für das Hungergebiet in Höhe von 10 Millionen Pud Getreide dem unfähigen Lieferanten Lidwal und ließ ihm800000Rubel im voraus auszahlen, ohne vorherige Beratung mit der VerpfleAungskom- miffion, während reelle Firmen ohne Ansprüche auf Vorausbezahlung die Lieferung nicht erweitern Das erste Departement des Reichsrats sand einstimmig Gurk schuldig. Das Urteil lautete: Gurko ist dem Gericht zu übergeben, und zwar dem Kriminal- und Kassations-Departement des Senats mit vorhergehender voller Ausschließung vorn Dienst Das Ministerium des Innern verlangt von Lidwal wegen vollkommen ungenügender LiefeQingsfähigkett die Rückzahlung von 3o0000 Rubel von den erhaltenen 800 000. m. ■ -a K An Odessa wurde neben dem Gooaude der Polizeimnster- kanzlet gegen 2 Polizeioffiziere und mehrere Schutzleute eine Bombe geworfen. Die beiden Offiziere wurden getötet, Schutzleute und mehrere Passanteii schwer verwundet. Einer üon' den Tätern wurde erschossen, zwei verhaftet. Die Straße wurde ofort von Militär besetzt und in verschiedenen Vierteln der Stadt kam es alsbald zu JudcmMißhandlungen. Uniocit der Station Musawjowe wurde ein Eisenbahn- z u g, der 200 000 Rubel zur Auszahlung der (SiicubaOnarbcitcti transportierte, von Räubern ü b e r f a l 1 e n. Diese wurden jedoch von den den Zug beglettcnden Militärpersonen durch Gewehr- chüsse vertrieben. In Siseropol überfielen fünf bewaffnete Leute auf dem Weg zum Bahnhof einen Kassierer der Asowbank und raubten ihm 30 000 Rubel. Die Räuber sind entkommen. In Tschcskassy erschlugen unbekannte Räuber den Kassierer einer Zuckerfabrik und raubten ihm 11000 Rubel. In Bijsk (Gouvernement Tomsk) sind 15 0 Häuser niedergebrannt und mehrere hundert Bewohner dadurch obdachlos geworden. Infolge heftigen Sturmes breitete sich das Feuer so schnell aus, daß die Loschungsarbeiten unmöglich waren. Aus Bjalostok wird berichtet, daß dort der angesehene Arzt Mines von zwei unbekannten Männern erschossen wurde. Tie Mörder sind entkommen. Am 20. Mai verlas in der Reichsduma der Präsident zunächst einen von den Mitgliedern der Rechten eingebrachten Antrag, in dem an den Arinister des Innern die Anfrage gerichtet wird, ob die Gerüchte von einem Komplott gegen den Kaiser auf Wahrheit beruhten, und wenn dies der Fall sei, ob der Minister der Duma Einzelheiten darüber milteilen könne. Ministerpräsident Stolypin erwiderte: Im Februar d. I. Ritten die Petersburger Sicherhcitsbehorden Mitteilung erhalten, daß sich in Petersburg eine Gesellschaft gebildet habe, welche den Zweck habe, eine Reihe terroristischer Akte zur Ausführung zu bringen. Darauf sei eine lange Untersuchung eingeleitet worden, unb es sei eine Reihe von Personen ausfindig gemacht worden, welche als Mitglieder in diese Gesellschaft eingetreten feien. Durch Die bisherige Untersuchung sei festgestellt, daß viele verhaftete Personen in die Partei der Sozialrevolutionäre eingetreten seien, um einen Anschlag gegen den Kaiser ins Werk zu setzen und Gewalttaten gegen den Großfürsten Nikolaus Nikolajewitsch und den Ministerpräsidenten zu verüben. Tie Mitglieder der Vereinigung hätten versucht, in das kaiserliche Palais einzudringen, doch seien diese Versuche nicht gelungen. Nachdem Stolypin diese Mitteilung gemacht halte, nahm die Duma einstimmig folgende Tagesordnung an: „Von lebhafter Freude über die glückliche Rettung des Kaisers auS der Gefahr, die ihn bedrohte, erfüllt und voll tiefster Entrüstung über den verbrecherischen Anschlag geht die Duma zur Tagesordnung über." Nachdem die Beifallsbezeugungen sich gelegt hatten, betraten die Sozialisten und die Mitglieder der Arbeiterpartei, die dem Anfang der Sitzung ferngeblieben waren, den Saal. Aus S.asr uno LE0. Gießen, 21. Mai 1907. •• Verregnete Pfingsten. Das „liebliche Jeff brachte, wie im Vorjahre, arge Enttäuschungen. Erinnerungen an das herrlich verlaufene Osterfest, an feine sonnige Wärme wurden allenthalben laut. Es herrschte eine geradzu kam- schadalische Temperatur, und mancher Frühaufsteher war überrascht über die 2 Gr. Hitze, die fein Thermometer zeigte. Die Frauenwelt hatte sich mit großer Entsagung in das pfingstliche duftige Weiß gehüllt; auf die Gefahr eines Schnupfens hin wurde der alte Brauch hochgehalten. So führten junge Damen ihre allerliebsten „Pfingstsähnchen*, in denen sie trotz alledem wohl genug Eroberungen gemacht haben, mit einem heiteren und einem nassen Auge, beglückt unb zähneklappernd zugleich, spazieren. Andere trugen, weiser, unter der duftigen, luftigen oberen Hülle doppelte Unterkleidung. Schmerzenslage sondergleichen waren beide Festtage für die Gastwirte. Sie, die sonst dem Ansturm der Menschen nicht gewachsen sind und oft ratlos einer Völkerwanderung gegenüberstehen, waren vielfach beschäftigungslos. Zum nun» besten aber war das Geschäft unbefrtebigenb, beim die frische, fröhliche Pfingststimmung, die den großen unbezähmbaren Durst der Germanen im Gefolge hat, fehlte gänzlich. In der Hoffnung, baß sich baS Wetter über Nacht beffecn werbe, hatten viele ben Wanberpfad beschritten. So waren benn trotz der unbequemen Schnellzug- und Fahrkartenfteuer die meisten Züge in den Pfingsttagen zwar keineswegs stark, aber doch ganz gut besetzt. Die Hoffnung, daß das Wetter in anderen Gegenden günstiger sein werde, blieb aber unerfüllt, wenigstens was West- unb Sübdeutschland anbetrifft. Dagegen hat sich heute über Nacht das Wetter tatsächlich sehr wesentlich gebessert, unb bie Glücklichen, die es sich erlauben können, einen dritten Feiertag arbeitslos zu begehen, werden von vielen beneidet werden. — Im Vogelsberg kündete, wie auch im Taunus, em stundenlang dauerndes Schneegestöber am Samstag das Pfingstfest an. Fluren unb Felber lagen stundenlang im Schnee. Nachts herrschte empfindlicher Frost. Bohnen, Gurken und Obstbäume haben Schaden gelitten. Auch auf dem Westerwald lag der Schnee tagsüber mehrere Zentimeter hoch. Im Vogelsberg bogen sich die jungen Tannen unter der Last des Schnees. — Em Freund unseres Blattes hat sich auf den Pegasus geschwungen und folgendes Pftngstlied uns gesandt: Psiugsten 1907. Schon seit Wochen träumt der Mensch so selig Von der Pfingsl- und von der fUiatettlufi; Ader von der Wonne dieses TramnS ist wenig Heute noch zu finden in deS Menschen Brust. Tenn von Frühlingslust und Lenzeswonne Ist seit Tagen keine Spur zu sehn. Blicken läßt sich längst nicht mehr die Sonne Und man kann in Pelzpantoffeln gehn. Traulich sitzt man m dem warmen Zimmer Grad wie um die schöne Weihnachtszeit. Wahrlich hätte man gedacht doch nimmer, Daß zu Pfingsten es noch friert und schneit. Auf den Bergen brausen Stürme luftig, Hagel fallt selbst manchmal zwischendrein, Und die Blüten^ die sonst voll und buitig, Hüllen, stumm sich schämend, in ihr Kleid sich ein. Bunte Käfer, Bienen, die sonst munter schwirrten, Kommen nicht au5 dem Versteck hervor, Und die Vögel, die sonst jubilierten, kirrten, Heul erfreun sie weder Herz noch Ohr. Wer eS wagt, tnS Freie zu spazieren, Der vergesse ja nicht Plaid imb Havelock, Und eS braucht ihn gar nicht zu genieren, Wenn statt Appelwein er trinkt 'nen steifen Grog! In die Chronik sei es eingeschrieben, Dieses ungeahnte Schreckcnsregiment. Zur Erinnerung an Pfingsten 1907 toet dem Dichter dieses SchreckpoLm vergönnt. E. G. * ♦* Hoher Besu ch teilte heute vormittag! hier. Um 10y4 Uhr kamen I. Ji. K. K. H. H. der Großherzo g und die Großherzogin, der Landgraf und die Landgräfin von Hefsen-Phrlippthal-Barchfeld und der Fürst Und die Fürstin zu So l m S - H o h n s o l ms - Li ch im Auto- nrobil hierher, um dem alten Schloß einen Besuch abzustatten. Sie besichtigten die Absteigeräume S. K. H. des Moßherzogs das Museum des ober hessischen Geschichtsvereines (wo einige Herren des Vorstandes die Führung unternommen hatten) und den botanischen Garten. Um 11% Uhr fuhren die hohen Herrschaften wieder ab. Die jbunde von der Ankunft des Großherzogspaares hatte sich rasch in der SEadt verbreitet und eine zahlreiche Menschenmenge nach dem Landgraf Philipp-Platz geführt, die das Großherzogs- spsaar B'ei der Asb fahrt lebhaft -begrüßte. Der Groß Herzog lenkte das Auto selbst, die Fahrt ging zum Bahnhof, von wo aus mit dem Schnellzug um 12 Uhr ö Min. die Abfahrt nach Darmstadt erfolgte. *♦ Eisettbahn-Fahr Preis-Ermäßigung bei gemein s amen Schulausflügen von Volksschülern bezweckt ein Antrag des Aog. Köhler und Gen. hei der 2. Kammer der Landstände. Es heißt darin: Das österreichische Eisenbahnministerium hat verfüat, daß auf allen österreichischen Staatsbahnen die Bürger- und Volksschulen Bei gemeinsamen Schulausflügen von jetzt ab weitere Ermäßigung genießen sollen. Je zwei Kiirder unter zehn Jahren sollen nur eine halbe Fahrkarte lösen. Ferner wird aber von je zehn Schülern oder Schülerinnen ein mittelloses Schulkind völlig frei .befördert, und zwar sowohl hin wie her. Angesichts des 700 Millionen-Ueberschusses der Preußisch-Hessischen Eiscnbahngcmein- schaft dürste es als gerechtfertigt erscheinen, wenn gleiche Vergünstigungen auch hier gewährt werden. Wir beantragen deshalb: Die Kammer wolle beschließen, Großh. Regierung zu ersuchen, bei der Preußisch-Hessischen Eisenbahngemeinschaft anzuregcn, daß 1. den Volksschülern der preußischen und hessischen Schule vom 10. bis 14. Lebensjahr ähnliche Vergünstigungen gewährt werden ,nne auf den österreichischen Eisenbahnen, 2. dem die Aussicyt führenden und an dem Ausfluge teilnehmenden Lehrer vollständig freie Eisenbahnfahrt gewährt werde. ** Südw estafrika-Basar. Die Vorbereitungen zu dem am 8., 9. und 10. Juni stattftndenden Basar zum Besten der Hinterbliebenen der in Südwestafrika Gefallenen find in vollem Gange. Man bringt dem Unternehmen von allen Teilen unserer Einwohnerschaft das regste und wärmste Interesse entgegen. Damen und Herren auS allen Streifen der Gesellschaft haben sich zur Mitarbeit zur Verfügung gestellt und auch bei dieser Gelegenheit wird sich der bewährte und bekannte Opfersinn unserer Stadt in glänzender Weise betätigen. — Die Proben für die von 8 Damen und Herren gerittene Quadrille sind in vollem Gange; damit wird unserer Stadt eine Aufführung geboten, die bisher nur in den größeren Städten möglich war. Auch für den von 18 Damen und Herren getanzten Reigen sind die Vorbereitungen getroffen und die Mitwirkenden bereits zusammengetreten. Die von dem in diesem Winter gegebenen Konzert zum Besten der Veteranen in so gutem Andenken stehende freiwillige Kapelle hiesiger Veteranen hat dem vaterländischen Zweck ihre Unterstützung zugesagt und wird abwechselnd nut der hiesigen RegimentSkapeüe den musikalischen Teil deS Festes .ausfüllen. — Theater, sowie humoristische Vorträge,Turnen, Bajonettfechten und GesangS-Aufführungcn von Mannschaften deS Regiments, Monstre-Konzert der!vereinigten Kapellen sind neben Verkaufsbuden und Erfrischungszclten für das überaus reichhaltige Programm vorgesehen. — Neber das Lokal, in dem der Basar stattsinden soll, sind bestimmte Beschlüsse noch nicht gefaßt. Die Reitquadrille beansprucht ein größeres, zum Reiten geeignetes Terrain. ES wird m der kommenden Woche entschieden werden, ob das Fest in Steins Garten oder auf der LiebigShöhe stattsindet. ** 50jähriges Geschäftsjubiläu m. Die Firma Gebrüder Schwan in Gießen konnte am vergangenen Samstag auf ein fünfzigjähriges Bestehen zurückblicken und hatte auS diesem Anlasse alle ihre Angestellten zu einer sehr gemütlich verlaufenen Feier in den festlich geschmückten Empfangssaal des Kolosseums eingeladen. In der Festrede wurde der Werdegang des in hoher Blüte stehenden Geschäftes eingehend geschildert und in ebenso pietätvoller wie ehrender Weise des vor wenigen Monaten Heimgegangenen Begründers des Hauses, wie auch deS vor mehreren Jahren verstorbenen Bruders und Teilhabers des jetzigen Chefs gedacht. — Rühmend hcrvorzuheben ist das gute Einvernehmen, daL in dem Hause zwischen Prinzipalität und allen Mitarbeitern besteht, das gerade bei dem Jubiläum aufS neue dadurch zum Ausdrucke kam, daß einem seit mehr als vier Jahrzehnten zum Personale gehörigen Arbeiter von S. K. H. dem Großherzog eine Dekoration verliehen wurde, während von den Inhabern der Firma diesem treuen Angestellten sowohl, wie einem seiner Kollegen, der auf eine 30 jährige ununterbrochene Tätigkeit im Dienste deS HauseS zurückblickt, wertvolle Geschenke überreicht wurden. Das Gesamtpersonal revanchierte sich durch Ueberreichung eines hübsch auSgcführten und von allen Angestellten unterzeichneten Erinnerungsblattes zu dem Ehrentag der Firma, das dem Prinzipal mit herzlichen Worten der Gratulation überreicht wurde. - Küche und Keller des FestwirteL, sowie musikalische und gesangliche Vorträge hielten die Teilnehmer an der Feier in bester Stimmung zusammen und man schied erst in früher Morgenstunde mit den besten Wünschen für das fernere Bestehen des Hauses. ** Gießener Künstlerinnen in Friedberg. Der Friedberger evang. Kirchengesangverein veranstaltete kürzlich ein Konzert, über dessen Verlauf die „N. Frb. Ztg." il a. berichtet: Tas jbonzert war ein rühmliches Zeugnis für die Tüchtigkeit und Arbeitsfreudigkeit des Dirigenten, Pfarrer Klebcrger, wie auch für die Opfer- Willigkeit und Hingabe der Vereinsmitglieder. Das Konzert wurde ein geleitet durch die „Bach"-Fuge von Joh. Seb. Bach, die Organist Hch. Müller ganz meisterhaft auf der Orgel vortrug. Sodann trug der Verein gemeinschaftlich mit der Altistin, Frl. Btttth. Lempf aus Gießen, das prächtige altdeutsche Volkslied „2lufcrstehung", komponiert von Arnold Mendelssohn, ganz vortrefflich vor. Die Solistin verfügt über ein mächtiges, in. allen Lagen gleich durchgebildetes und. außerordentlich, wohltlütgendes. Organ, dem man trotz der hoffen Anforderungen, die an es' gestellt wurden, am Schlüsse nicht die geringste Ermüdung anmerkte. Die Chöre waren gut ein studiert und wurden ausgezeichnet gesungen. Ganz besonders gut gefiel uns der Frauenchor: „Ihr ^Fräulein sollt erschrecken nicht", der Chor: „Maria Magdcckena berühr' mich irit" und der Choral: „Christ ist erstanden". — Sodann wurde die Auferweckung des Lazarus von Karl Löwe aufgeführt. Auch hier hatten die zahlreichen .Hörer einen vollen Genuß. Fräulein Ida Stammler aus Gießen bestand neben ihrer Landsmännin in allen Ehren. Ihr klarer, reiner, gut geschulter Sopran klang frisch und prächtig durch die weiten Hallen der schönen Kirche. Ganz besonders gut gefiel uns ihr Duett mit dem Tenor: „Herr, siehe, den du lieb' hast" und ihr: „Herr wärest du hier gewesen". •• Das Gießener Kolosseum war in der gestrigen Abendvorstellung bis zunr letzten Platz auSverkauft und auch die Nachmittagsvorstellung war gut besucht. Das Publikum unterhielt sich bei dem durchweg recht guten Programm vortrefflich und kargte nicht mit seinem Beifall. Auch daS Frühschoppenkonzert verlief bei recht gutem Besuch in schöner Weise. ** Gewässerte Milch. Bei einer polizeilichen Milchrevision am verflossenen Samstag wurden bei einem Händler mehrere Kvnnen Mllch "beschlagnahmt, weil die Milch stark gewassert sich zeigte. Anzeige wurde erhoben. ** Sachbeschädigung. In einer Wirtschaft in der Sonnen st raße belästigte am SamStag abend ein Arbeiter die Gäste und wurde infolgedessen vom Wirt aus dem Lokal gewiesen. Darüber erbost, holte er sich einen Prügel und schlug dem Wirt die Fensterscheiben ein. I Münz en berg, 21. Mai. Die für gestern angesetzte Tanzmusik nahm ein jähes und unerwartetes Ende. Viele Tanzlustige waren aus nah und fern erschienen. Der Tanz war etwa eine Stunde im Gange, da packte die Musik, die von der Kapelle des 1. Hess. Garde-Dragoner-Rcgiments Nr. 23 aus Darmstadt ausgeführt wurde, plötzlich ihre Instrumente ein und verschwand. Sie war von der Wirtin engagiert; weshalb die plötzliche Unterbrechung entstand, ist unbekannt. Um das Fest nicht ganz fallen zu lassen, erschien als Netter in der Not der Dorfmusikant und bearbeitete seine Zieharmonika, als solle die letzte Tanzbelustigung vor dem Weltuntergänge stattsinden. d. Offenbach, 18. Mai. Die Untersuchung in der Bombenaffäre hat ergeben, daß es sich nur um einen dummen Jungenstreich handelt und nicht um ein anarchistisches Attentat. Auch die Spur beS „Täters" ist bereits aufgesunden und wird verfolgt. Mainz, 18. Mai. Ecke der Großen Bleiche und Schillerstraße üb erfuhr heute nachmittag das Automobil einer hiesigen Fahrradhandlung, als es der elektrischen Straßenbahn ausweichen wollte, die 40jährige Ehefrau des Landwirts Schneider aus Bodenheim. Das eine Vorderrad ging der Bedauernswerten über den Kopf, die in lebensgefährlichem Zustande in das RochuShospital überführt werden mußte. (Fkf- Ztg.) Wiesbaden, 21. Mai. (Tel.) Am Pfingstmontag nachmittags 6 Uhr entgleiste ein Zug der Kleinbahn Eltville—Schlangen bad. 32 Personen wurden verletzt. Der erste Wagen deS Zuges, in dem 50 Leute saßen, sprang aus den Schienen und fiel auf die Seite. Die Verletzungen entstanden meist durch die Splitter der zersprungenen Fensterscheiben und Petroleumlampen. Die durch das Unglück entstandene Verwirrung war furchtbar. Frankfurt, 20. Mai. Das Grabdenkmal deS am 25. Juni 1904 gestorbenen Dichters Wilhelm Jordan lind seiner ihm im Tode vorangegangenen Frau ist jetzt durch Einfügung patinierter Bronzemedaillons fertiggestellt. Sie sind gefertigt von Bildhauer Th. Georgii in München. Die die Medaillons tragenden Steinplatten sind von Bildhauer Waldschmidt in Berlin. Sie haben als oberen Abschluß einen gotischen SimS; der untere Teil enthält figürlichen Schmuck: Die Darstellung eines in Andacht betenden Mannes und eine trauernde Frauengestalt. Das Denkmal ist eingerahmt von Zypressen, vor ihm ist ein Bliimenbeet angelegt. d. Frankfurt a. M., 17. Mai. Die Pläne für ein Saalburg-Hotel ersten Ranges, das von einer Frankfurter Baufirma gegenüber der Saalburg auf Friedrichsdorfer Gemarkung errichtet wird, haben dem Kaiser nunmehr vorgelegen und sind nach den „F. N. N." genehmigt worden. Das Hotel wird im Stil eines römischen Schlosses errichtet. Der Kaiser hat verschiedene kleine Aenderiingen gewünscht, die nach seinen Angaben üorgenonnnen werden. Auch soll ein 36 Meter hoher Aussichtsturm, der mit einem Personenaufzug versehen wird, in Aussicht genommen sein. Große Stallungen und, dem Wunsch des Kaisers entsprechend, eine Automobilhalle für etwa 30 Wagen sind die hauptsächlichsten Nebengebäude. Mit dem Bau wird in Kürze begonnen. Er soll so gefördert werden, daß die Einweihung gleichzeitig mit der Saalburgweihe erfolgen kann, die jedenfalls im Sommer 1908 durch den Kaiser vorgenommen werden wird. — Der verhaftete Rendant der Holz- mannschen Betriebs-Krankenkasse hat nun gestanden, Gelder im Betrage von 8000 Mark unterschlagen zu haben. Behülflich war ihm dabei der Dienstmann Wassermann, der das Geld an der Kasse erhob und Hopf in die Wohnung gebracht. Waffermann ist ebenfalls verhaftet worden. Frankfurt, 21. Mai. Achtundvierzig englische Bür- germeifter usnx, die zum Studium städtischer Einrichtungen nach Deutschland kommen, treffen heute Dienstag, nachmittags 4 Uhr im Extrazug von Vlissmgen hier ein und nehmen im Palasihotel „Fürstenhof" Wohnung. Llbends folgen die Herren nach der „Franks. Ztg." einer Einladung des' Magistrats zum Festessen im Kaisersaal des Römer. Frankfurt, 18. Mai. In den Gewächshäusern des P almen g artens hat sich der Flor wiederum merklich verändert. Die Rosen sind verschwunden, an ihre Stelle ist in Haus 3 die Sammlung englischer Pelargonien getreten, deren es jettvolle Varietäten stets Aussehen erregen. Anstatt der Azalien, deren Blütenreichtum dahin ist, erblickt man in Haus 4 Wasser- pslanzen: die Viktoria regia ist als kräftige, jimgc Pflanze am letzten Montag in das große Bassin eingesetzt worden und hat schon das zweite Blatt getrieben. Vorläufig haben diese Blätter mnen geringen Durchmesser, der sich indessen mit der zunchmcn- den Entwicklung rasch steigert. Ein auserlesenes Sortiment Nymphaeen umgibt die Viktoria: bald wird unter Einwirkung ^r größeren Wärme das ganze Arrangement wieder die schönen Buder rote im Vorjahre zeigen. Unter den Kakteen in Haus 6 ftnbet man jetzt herrliche Blüten: es ist von Interesse, die prachtvollen Varietäten der Phylweaetus zu besehen, die ein wunderbares Kolorit und große Blumen zeigen. In Haus 8 sind es besonders die reizenden Pantoffelblumen, die int $ ereilt mit (Zinerarien und Margueriten ein farbenfrohes Bild geben, ebenso wie die Orchideen in Haus 10 und 11. Die Gloxinien in Haus 12 zeichnen sich durch Größe der Blüten und schöne Farben aus. Auch im Freien grünt und blüt es allerorten. w Wetzlar, 19. Mai (Städt. Volksbad). In der am Donnerstag abgehaltenen Stadtverordnetensitzung gab Bürgermeister von Zengen vor Eintritt in die Tagesordnung bekannt, daß die Zeichnungen für das geplante Volks- bab in erfreulicher Weise sich mehrten. Außer den erheblichen Beiträgen der BuderuSschen Eisenwerke, der Firma C. Leitz, der Mitteldeutschen Kreditbank und deS Generaldirektors Kaiser sind in jüngster Zeit weitere Beiträge von 500—5000 Mk„ in Summa 20100 Mk., eingegangen. Nach einer Mitteilung des Gesamtvorstandes der Landesversicherung der Rheinprovinz wird der Stadt ein Darlehen von 90000 Mk. zu 31/2% Zinsen und l1/2% Tilgung unter der Bedingung gewährt, daß die Volksbäder (Schwimm- und Brausebäder) sämtlichen Arbeitern der Stadt und deS Kreises Wetzlar an zwei Wochentagen zum Preise von 10 Pfg. zugänglich sein sollen. vermischte». • Pfingstliche Eifenbahnunfälle. Auf der Station Schönelinde (Böhmen) sind zwei Lastzüge zusammengestoßen. Von dem Zugpersonal wurden mehrere verletzt, davon sechs schwer. Die Ursache deS Zusammenstoßes ist falsche Weichenstellung. Der Materialschaden ist bedeutend. — Ferner entgleiste auf der Station Brenner der vorletzte Wagen eines Nordsüd-Expreßzuges. Der Unfall erfolgte durch vorzeitige Weichenstellung. Der Oberkellner des Speisewagens wurde verletzt. — Am 19. Mai sind eine Lokomotive und sechs Wagen eines Rangierzuges dicht am alten Breslauer Bahnhof in Stettin bei offener Drehbrücke in die Parnitz gestürzt. Der siebente Wagen entgleiste und blieb auf der festen Brücke stehen. Die Brücke ist nicht beschädigt. Der Lokomotivführer ist leicht, sonst niemand oei> letzt. Ursache: Unaufmerksamkeit des Personals.____________ Universitäts-Nachrichten. — Der o. Professor für Latein und Philologie des Mittelalters an der philosophischen Fakultät der Universität M ü n ch en, Ludwig Traube, ist in der Nacht zum Pfingstsonntag nach längerem Leiden im besten Mannesalter gestorben. — Von der Berliner Landwirtschaftlichen Hochschule. Unter Leitung von Geheimrat Prof. Dr. Z u n tz findet an der Landwirtschaftlichen Hochschule zu Berlin ein sechswöchentlicher Unterrichtskursus über d i e erste Hilfeleistung bei plötzlichen U n g l ü ck s f ä l l en statt. Beginn 31. Mai. Teilnehmer haben sich bis zum 22. Mai in eine in der Registratur ausliegende Liste einzutragen. Ein Honorar wird für den Kursus nicht erhoben. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Die Bewohner der W e s e r ft r a ß e, von der Kreuzung der Steinstraße an, sind den Herren Stadtverordneten Wallenfels, Petri, Euler und Löber sehr dankbar, daß sie in verschiedenen Stadtverordnetensitzungen die traurigen Mißstände der Weserftraße endlich einmal gestreift haben. Trotzdem bleibt aber alles beim alten, obgleich sämtliche Hofreiten an die Kläranlagen an- 'geschlossen sind, also gar fein Grund vorliegt, die Herstellung dieser Straße immer noch in die Länge zu ziehen. Nicht allein im Winter, auch mitten int Sommer, bei heftigem Gewitterregen, wie man innerhalb 8 Tagen — int Mai — hatte, müssen die Bewohner int Schlammbad waten, auch die Hausbesitzer sind geschädigt und müssen fortwährend die Klagen der Mieter anhören und sie ttösten, daß cs bald besser werden wird. ? Die Herrn Stadtverordneten könnten sich jetzt noch einen größeren Dank verdienen, wenn sie mit der größten Energie für Herstellung der Weserstraße ein treten würden, damit man dem kommenden Winter mit dem Wunsche entgegen gehen kann, den übrigen Bewohnern Gießens gleich behandelt zu werden, wie es auch bei dem Steuerzettel ist. Daß der Kehrichtwagen schon l1/» Jahre die Straße nicht mehr befahren kann, ist nicht zu bewundern, denn ein Umdrehen ist bei dem Steingeröll ganz unmöglich; infolgedessen schütten sämtliche Hausbewohner die Asche usw. in die Straße, was jedesmal neuen furchtbaren Qualm verursacht und der Gesundheit wenig dienlich ist. Was nützen beim Ausbruch einer Epidemie alle Vorsichtsmaßregeln ; wenn nicht schon vorher darauf gesehen wird, sind alle Polizeiverordnungen umsonst. Daß hier Abhilfe geschaffen werden muß, wird wohl jeder vernünftige Mensch einsehen. • Tas Eingesandt vom 10. ds. Mts. und ebenso alle früheren dieser Art beweisen, wie fieberhaft man jetzt bemüht ist, Straßen und Anlagen, die der K a i s e r passiert hat, nach ihm zu benennen. Trotz den vielseitig hierüber geäußerten Wünschen und Vorschlägen hält hoffentlich das Stadtkollegium feinen zuerst gefaßten Beschluß, so wie er dem Kaiser zur Kenntnis gebracht wurde, in unveränderter Form aufrecht. Gerade aus der Einstimmigkeil, mit der der Beschluß gefaßt wurde, geht zweifellos hervor, daß die Grünberger Sttuße für den 9tani€n „Kaiserallee" am geeignetsten erscheint, iueil damit vor allen Dingen der dort von den Kaftanieubäumen entfaltete Blätterschmuck verherrlicht werden soll. Ob und intoietocit auch Häuser hierbei in Bettacht zu ziehen sind, ist nebensächlich, jedenfalls aber ist diese Frage an maßgebender Stelle eben-, fogut erwogen worden, wie es der Einsender getan hat. Letzterer geht in seinem Eifer sogar soweit, daß er der Grüntergep Straße durch Herabwürdigung ihrer Häuser jede Berechtigung abspricht, worin für manchen Hausbesitzer eine Beleidigung zu erblicken ist. Uebrigens sei noch bemerkt, daß es in der Grün- berger Straße genau so große und schöne Häuser gibt als in der Süd-Anlage, und ebenso stehen in der Süd-Anlage dieselben alten Häuser wie in der Grünberger Straße. Auch die kleineren Häuschen der Grünberger Straße haben durch ihre freie und gefüllte Sage einen besonderen Reiz. Ihre Bewohner fühlen sich in dem idyllischen Heim vielleicht behaglicher, als in einem anderen Stadtteil; außerdem können diese Häuser jederzeit durch solche der Neuzeit ersetzt werden, was ja teilweise schon gescheiten und jetzt nur noch eine Frage der Zeit ist. Airehe und Schule. —Der Evangelisch-soziale Kongreß wird seine 18. Tagung unter dein Vorsitz von Geheimerat Professor D. Dr. Harnack in Straßburg abhalten. Für den ersten Verhandlungslag, Mittwoch, 22. Mai, stehen die Vorträge von Prof. Dr. von S ch u l z e - G r ä v en i tz - Freiburg über „Kultur- und Wirtschaft, die neudeutsche Wirtschaftspolitik im Dienste der neudeutschen Kultur" sowie von Beigeordneten Dr. Leoni-Straßburg über „Tie Aufgaben der Städte als Arbeitgeber" zur Diskussion; am 2. Tag, Donnerstag, 23. Mai, wird Pfarrer Weg euer-Mors über „Tie Bekämpfung der Unsittlichkeit mit besonderer Beziehung auf den Schutz der Jugend" sprechen, wozii Frau Marianne Weber-Heidelberg das Korreferat übernommen hat. Aus Hessen haben die Einladung zu dem Kongreß unterzeichnet: Frau Helene Christaller-Jugenheim a. d. B., Professor D. Dr. D r e w s - Gießen, Professor Flegler-Bensheun, Professor Lic. Fuchs-Rüsselsheim, Pfarrer D. Guyot-Heppenhenn, und Pfarrer Lic. Waitz-Darmstadt. der ■<; inW! 2G. ^dieses - l'alsuZe aller • Seit^eibeib aeiandl ZetternKs--- GilcnJÄ i 128 249 6/- ,fI KiiietE fiili ive>"> ftnrfi uofin’V b r fi< •* »em ® Äah»en jiii1 W bjä Ist '■Ä8498 s-s leigen öünten. um diesem )ahr a' Die eurovai cke ruhigeren M k. Krank RnjA y“',L Verlaust Mn 3 aus Lesterr Binder, 0 aus _ Schafe am wurde für 100‘ 2. Qual 80-8 72 Ml-, 2. 0« 70-72'M. J 00-009)11. fial 2. Lual. 07- 00-00 M., e 2. Qual. 78-8 55-00 M, Le iero. 42.50-00 Gefchäil: beih bei Kleinvieh g Gestorb Herr Georg $ geb. Schl'orb von Lengerle feder in Bann Wehlar. —„fy — Fran Bnrc Christoph v. 1 bürg. — verr Mönche in der Änge/eg intnbanten Fr E e 0 A 6) S D o 3 C5 c c co 3- s- 3 er 2 p. S = Lf J re a 3 0 ? 3* 2 r> Q, _ M ril stehenden Artikel gegenüber keinerlei 1 der Kreuzung der ebneten Wallenfels, "ie in verschiedenen •fiänbe bet Weser- t bleibt aber alles 1 ftlätünlagen an- i, die Herstellung ihm. Nicht allein l«n GewitteMM, W. Men die lauMW iitib »t* der Mieter anhören roitb. ? , ich jetzt iwch einen in größten Energie würden, damit man mtgegen gehen kann, -handelt zu iverden, IC die Straße nicht denn em Umdrehen infolgedesseu schuM e Straße, ms jdg und der Gesundheit «mit alle f gesehen wild, |N> uß, wird wohl jede! L^^lion Je Ww.w. .verletzt, ßa. "l MZ ist falsche 1 bedeutend. _ "„ber vorletzte "folgte durch Speisewagens -okomotive und alten Breslauer brücke m die •n entgleiste und ^icke ist nicht be. >nst niemand vcr. nals. ten. lologie des Mittel, wrsität München, Vlingilsonntag nach orben. irtschaftlichen Pros. Tr. Äunß le zu Berlin ein über die erste ücksfällen stau, m 22. Mai in eine igen. Gin Honorar n, dj, . Pta Ä Ereile r.«w, “ten unkten ut es QifJ^e 'lksbad^. dnetenstt-.' >ßer den ° , ierte x ec eb- 'S»n9tn jft ' «oooo s* • b,t ®I- "nb d°s 10 Piz. z. unb eleii« «® t vielseitig AÄL iti#G «u<6 *JS» L ' ’N1“ 7. Letzterer Griuidergo- ’K*' iß ef als in -ud-Anrav kleineren Auch Oie . red) üre ^ fühlen iliÄer, & durch )äui« ftan 0* t#l,c 1 Zetti^^sss-s 6 wird seine den eri" qjtof. * ’ *$SSs Vssts Atz§ ZS- 5 ! Weller c> -e - i .5 i 18 Der Stromboli ist wieder in Mai. Palermo, 21 Asche aus. Tie ind völlig vernichtet. ES starben an: Zusammen KD KD 1 (1) 1(1) 1 (1) 20. 20. KD 1 (1) KD 1 (1) 1(1) 4(2) 1 1 1 Mai 1H7 Lungenentzündung Schlagfluß Herzleiden Blasenleiden KrebS Gefäßgeschwulst Gaumenspalt Lebensschwäche Selbstmord Verunglückung 5-6 v. z t» Höchste Temperatur am SliebrieRe , Gießener Wetterdienst. VoranSstchtlichc Witterung für Sofien am Mittwoch den 22. Mai: Wolkig. Meist trocken. Kühl. festliche Winde. . JÜ. ESIutarmiit !ü— macht müde, energielos, Kopfschmerzen, Schwindelanfälle u. s. w. K t t*o Vriginal-Drahtmeldungen. R. B D a r m st a d t, 22. Mai. Aus der Mannheimer Gartenbauausstellung wurde der Landwirtschastskammer für Hessen für die beste Gesamtleistung im Svargelbau im Wettbewerb mit Frankreich, Lolland usw. die höchste Auszeichnung, eine silberne Medaille, zuerkannt. — Die Seeger schc Wirtschaft am Bahnhof M e s s c l wurde am 1. Feiertag von fünf Grubenarbeitern fast völlig demoliert. Die Täter wurden verhaftet. London, 21. Mai. Der Finanzminister von Kanada, Fielding, welcher mit Gemahlin und Töchtern hier ein- getroffen ist, wird sich dem Vernehmen nach nach Berlin begeben, um dort mit der Negierung über den deutsch- kanadischen Handelsvertrag zu verhandeln. Belfort, 21. Mai. Ein deutscher Militärballon in dem sich zwei Offiziere in Uniform befanden, und zwar Leutnant Ben icke vvm 3. Arlil!>' ie-Ncgimcnt in Mainz und Leutnant Trautmann vom 8. Trainbataillon in Koblenz, ist gestern in der Nähe von Dole gelandet. Die Landung erfolgt:: unter Bei hülse von Landarbeitern und gelang ohne Zwischen- all. Ter aus Mannheim kommende Ballon wurde wieder nach Deutschland trcmsbortiert 1. 4(2) 1 1 1 1 gJÄdrntlifrtllfbttliflii brr iMesliillr iitÄfrSloMiir^n 18. Woche. Dom 28. April bis 4. Mai 1907. Einwohnerzahl: angenommen zu 30 000 linkt. 1600 Mann Militär. Cterblichkeitszifser: 22,53 °/M, nach Abzug von 7 Ortsfremden' 10,40 7co. Kinder : Erwachsene: im vom Lebensjahr: 2.—15. Jahr Tätigkeit getreten. Er warf große Mengen glühender Lava und Die am Fuße des Vulkans gelegenen Weinberge Bevölkerung wurde von Panik ccm GerLchtssaal. Münchener Hoftheatervrozeß. Am Samstag ist in der Angelegenheit des „Bayrischen Kurier" gegen den Generalintendanten Frhrn. v. Speidel, den Generalniustkdirektor Mottl unb den sgoitbcQtcrrcqiiicur 5?eine folgender c r gJ_cun_Q£ä£i __ § Jahressoll deS tzesfrschen Haupt- Vereins der Gustav Adols-Sti tung rotrb am 2o. unb 20 Juni in Michelstadt i. O. abgehalten werden. Die Em- baltnna dieses TenninS ist natürlich nur dann möglich, wenn die B äae aller Zweiavereine b.s Mitte Mai an den Vorstand em- gesandt werden?- Tie Festpredigt hat Pfarrer Schmaltz von Beuern übe i nominen. ■ -■ ■ EchausPielhanS. Dienstag den 21. Mai, abends 7 Uhr: .Ein Wintermärchen. Mittwoch den 22. Mai, abends 7 Uhr: .Der Pfarrer von Kirchgeld.- Lcnnttreli>-Nachrrchten. Gestorben: Herr Johann Georg Eifert in Angersbach. — Herr Georg Areulariils in Schoiten. — Frau Elisabclhe Storch, geb. Schlörb in Schotten. - Frau Elotilde von Baumbach, geb. von Leugerke in Eassel. - Frau Helene ctemfien, geb. von Slurm- ieber in Baumholder. — Frau Christine Weibel, geb. Richter in Wetzlar. — Frau Plärrer Landmann geb. Bach m Klcin-ctemheim. - Frau Bürgermeister Schließer in Orleshausen. — Herr -udirug Ehristoph v. Linnenfelb, k. k. Oesterr. Oberleutnant a. x. in Tlar- burg. — Herr Vans Lust in Lauterbach. griffen und fluchtete. Venedig, 21. Mai. Der 24jährige Graf Man- re do, eine im gesellschaftlichen Leben sehr bekannte Per- önlichkeit, wurde wegen versuchter Erpressung einer deutschen Dame verhaftet. Zürich, 21. Mai. Unaufhörlich schneit es seit 66 Stunden. Bis tief herunter zu 300 Meter liegt der Schnee in den Niederungen Ter schweizerischen meteorologischen Zentralstelle wurden in den letzten 48 Stunden Schneehöhen von 40 und 60 Zentimeter vom Nigi, Pilatus und St. Gotthard gemeldet. Aus dem Säntis beträgt die Schneehöhe 280 Ztnu Die Temperatur ist in der letzten Nacht im Flachlande bis aus 1 Grad über Null gefallen. B . --"H '^=b Trinkt man einige Tage anstatt Kaffee oder Tee Biofon, so wird man üch sofort wobler fühlen, denn dieses enthält in bester Form die bluterzeugenden, kräftigenden und nervenstärkenden Stoffe. Quedlinburg. Krövern 27, den 17. Februar 07. Seit einigen Monaten erkrankte ich an Bleichsucht und Blutarmut, welche sich durch gelbliche Gesichtsfarbe, malte Augen und schweren, schleppenden Gang bemerkbar machte. Auch suhlte ich häufig Kopfschmerzen unb Unlust zu allem. Da griff ich nach Verbrauch verschiedener Mittel zu Ihrem Bioson mit Kakao. Ich verbrauchte vom 20. Januar bis 11. Februar >/, Kilo und fühle mich bedeutend besser. Ich nahm in dieser Seit 12 Pfund zu und die Gesichtsfarbe hob sich bedeutend. Ich verbrauchte an einem Tage V3 Eßlöffel des Morgens. Ich sage Ihnen meinen herzlichsten Dank und werde das Mittel überall empfehlen. Hochachtungsvoll! M. Werthmann. Bioson ist in Apotheken, Drogerien uuv das halbe Kilo Paket zu 3 Mk. erhältlich. chlossen worden: der Chefredakteur Paul Siebertz erklärt, daß er die in den Artikeln des „Bahr Kurier" in Nr. 80, 85 und 86 vom 21., 26. unb 27. März über die Privatkläger enthaltenen beleidigenden Behauptungen und daran geknüpften Ausführungen, soweit diese beleidigender Natur sind, lediglich auf Grund von Informationen von dritter Seite im guten Glauben an deren Richtigkeit ausgestellt habe. Chefredakteur Siebertz ist nun- mehr ‘ auf Grund des Bcweisergebniffes zu der Ueberzeugung gekommen, daß die Behauptungen und Ausführungen der tatsächlichen Begründung entbehren, nimmt sie zurück und spricht Hen Herren Privatklägern sein Brauern darüber aus. Die Herren Privatkläger erkennen an, daß Herr Cbesredakteur Siebertz bei Verösfentlichimg der Artikel im guten Glauben gehandelt hat. Herr Ehesredaktcur Siebertz übernimmt die den PrGatNägern erwachsenen Kosten unb Auslagen und verpflichtet sich, seii Vergleich auf seine Kosten im „Bayr. Kurier", den „M. N. Nachr.", der „Allg. Ztg", der „Münch. Ztg." und in der „Augsb. Abendzt-i." zu veröffentlichen. Die Privatklagen und die Straf- anzeige der Privatkläger werden zurückgezogen. Nachdem der Vergleich in dieser Verfassung angenommen worden war, verlas der 'Gerichtshof den Beschluß dahin, daß das Verfahren gegen den Chefredakteur Siebertz hiermit eingestellt ist. — D-w Prinzregent hat den Vergleich o 'hmigt. Meteorolornsilie der Station Gießen. Handel. (s III n v h m e n deutscher Eisenbahnen. Tiedeutschen Eisenbahnen vereinnahmten im April aus dem Personenverkehr >7 116 o => = 2 o = AZ 9- = Ä - W r« K) c» s CD a 2 a CT® '■2.S Cc — CD ~ O = o er — o 's o <2 3*" t 2 2 ro c* l$u W— rr. cd — Q. » ? = w *u"-C* o* T Sf. — H CO o — _ « c c=> rz 5 - 5* *-—•* ® ~ 'S?-, ro Gl2 3»“ o => -» o s'i'Hc 2 <70 3 H n xSSTS.2^, " " «SV — 2® ro ~ e i a 2. 3. GL CO Ö o 5~ K kV q- Gi ~ « 2^® 2. ** .LZsS' s- ry— 2 ■ <5: § 22« = er er 2« o <-> E « «US S2 = ?§■- = «e>- •ü -= — — CT- s X,'X> 0:*^ X 'S) CD 5"- S — Sc «'S ? .. o ' «0^2 2 q Ci. c*— fs-t CT-- ’S:="3»' ® r- 5 — = O " = •? ts O- Z 3 s; er cs • 2 co 2 E O: -1 " 3 - 55- * =-&s Ä SS — es S S. 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Dem Schuldiener wird Dienstwohnung nebst Heizung gegen einen jährlichen Anschlagspreis von 180 Mark zur Verfügung gestellt. Die Annahme erfolgt nach Maßgabe eines mit dem Bewerber abzuschließeudeu Dienstvertrags gegen jederzeittge dreimonattiche Kündigung. Der Antritt hat etwa Mitte Juni d. IS. zu geschehen. Bewerber um diese Stelle haben ihre Gesuche bis zum 25. d. Mts. bei der unterzeichneten Behörde einzureichen und demselben Lebenslauf, Zeugnisse über ihre seitherige Beschäftigung, Führung und Gesundheit, sowie Angaben über chre F-unilienverhättnisse betzufügen. Personen, welche Erfahrung in der Bedienung von Zentral- heizungs- und elektrische Lichtanlagen besitzen, werden bevorzugt. Mlitäranwärter haben bei gletcher Befähigung den Vorzug. Gießen, den 16. Mai 1907. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 356) Riegelpfad 26, Parterre und 1. Stock, je 4 große, schöne Zimmer mit Zubehör, Gartenanteil, Bleichplatz, sofort beziehbar, zu vermieten. 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