Montag 18. November l$>07 Erstes Blatt 157. Jahrgang General-Anzeiger für Oberhessen BezagSpretSr monatlich 75P^ viertel» jährlich Mk. 2.20; durch Ab ho le- u. Zweigstellen monatlich 65 Pj.; durch die Post Ntk.L— viertel» jährl. auLjchl. Beslellg. 3eüenpretfl: lokal! 5 auSwärtS 20 Pirnniq. Lerantwortltch tfit den ooltlljcher. teil5 E Anüerjoni t Feuilleton und .Verrnilchtes^ P Ginko; iür .Stadt il Land- und .Gerichts» Jtr. 1'4 V ßrlchetnt täglich flufeei SonntagS. Oem ©tefeenci Anzeiger verben im Wechsel mit )em hessischen Landwirt ,ie Siehcner Familien. Miet oiermal tn der ^ioche de,gelegt und weimal wöchentlich das ^rtisblatl für den Krek ftit&en. ?veruiprech-An- chlutz i d. Redaktion 112 ycr(ag u. Expedition 51 Udresie tüt Depeichenr «nzeige» «ictzen. »nahm« w* Anzeigen _ , & oo!mttwg-"io u'h" Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Buch- und Lteindruckerei. R. Lange. Redaktion. Expedition und Drusferth § Port-Viktoria gegangen. Eine auf dem Hafendamm aus- 1 gestellte englische Matrosenkapelle spielte beim Auslaufen ' der Schiffe die deutsche Nationalhymne und die Wacht am Rhein, während die ebenfalls dort aufgestellten eng- lijchen Matrosen die deutschen Schiffe mit Hurras begrüßten, die von den Schiffen aus erwidert wurden. Bei Spithead wurde Salut ausgetauscht. In Solens herrscht dicker Nebel. Berlin, 16. Nov. Die „Nordd. Allg. Ztg." kommt auf die leichte Erkältun g des Kaisers zurück, die kurz vor der Englandreise bekannt gegeben, wurde und die, wenn sie sich verstärkt hätte, die Fahrt in Frage hätte stellen können. Wie großes Gewicht der Kaiser daraus legte, die Reise weder auszugeben, noch auszuschieben, geht daraus hervor, daß trotz des leichten Charakters der Er-j kältung er sich einige Stunden am Tage ins Bett legte, um sich möglichst rasch von ihr zu befreien; dies gelang ihm. Nun hat der Leibarzt des Königs Eduard, Sir Felix Semon, Spezialist für Halsleiden, den Leibarzt des Kaisers, Dr. Jl- berg, im Schlosse Windsor besucht, woran sich mannigfache Vermutungen geknüpst haben. Man nahm an, es handle sich um eine Konsultation über das Besinden des Kaisers; das ist durchaus irrig. # Semon besuchte nur Dr. Jtberg als früheren Studiengenossen. Der Kaiser erfreut sich des besten Wohlseins. Die kleine Indisposition, der die stimmlichen Mittel unterworfen waren, ist bereits geschwunden. London, 17. Nov. „Evening News" verzeichneten das Gerücht, wonach der deutsche Kaiser sich im Parke von Windsor eine leichte Verletzung am Knie zugezogen habe. Auf der deutschen Botschaft erklärt man diese Meldung für unrichtig, der Kaizer habe sich nur infolge des langen Stehens bei den Empfängen der zahlreichen Abordnungen ermüdet, sei aber keineswegs verletzt. Tie „Hohenzollern" ist in Shrerneß eingetroffen, um die Kaiserin an Bord zu nehmen und nach Port Victoria zu fahren, von wo die Kaiserin morgen aus der „Hohenzollern", begleitet von der „Königsberg" und dem „Sleipner", die Weiterreise nach Vtissingen antreten wird. London, 17. Nov. Hiesige Blätter berichten aus Nom: Einer aus glaubwürdiger Quelle stammenden Information zufolge soll einer der Hauptbeweggründe des Königs Eduard, den deutschen Kaiser nach England einladen, der gewesen sein, Unterhandlungen anzuknüpsen, damit eine Begegnung des deutschen Kaiser mit dem Präsidenten Falliöres wahrscheinlich im April nächsien Jahres in den italienischen Gewässern zustande komme. Kottts-cL-e TorgesicharL. Fr^mdcirfeindli.he Bewegung in China. Der „Daily Telegraph" meldet aus" Schanghai, daß eine heftige antieuropäische Bewegung in der Provinz Chenang und überhaupt im Uangtse-Tal herrsche, weil ein englisches Syndikat eine neue Eisenbahn von Schanghai nach Ningpo bauen ivolle. Der Besitz dieser Bahn soll gleichbedeutend jein mit der unbedingten englischen Vorherrschaft Km Iangtse-Tal. Vier amerikanische Kononenboote sind vor Schanghai erschienen. Wegen der fremdenfeindlich eu Bewegung hegt man jetzt auch in den amtlichen K'reisen des Deutschen Reiches Besorgnisse, die sich, wie dem B. T. gemeldet wird, in der Bewegung der Kriegsschiffe des deutschen Kreuzer-Geschwaders äußern. In der ersten Novemberwoche wurde die „Leipzig" nach der Wusung-Nheoe beordert, um dann sofort wieder den Uanatse hinauf nach Nanking zu dampfen, wo der Kreuzer die letzten Tage über lag. Jetzt soll das Schiss nach Tschinkiang weiter gehen, da sich die Aufstands-Bewegung auch in dieser Provinz sowie in Kiangsu und Schanfi bemerkbar macht. Die „Leipzig" ist geeignet, den Iangtfe-Fluß bis Hankau hinauf zu fahren. Auf dem Oberlauf des Stromes besindet sich zurzeit nur das kleine Flmß- Kanonenboot „Vaterland", das Tschinkiang bereits ver- lassen hat. Reich. Berlin, 16. btoo. r--r „Reicysanz." veröffentlicht heute eine Danksagung des Kronprinzen für die aus allen Teilen des Landes zahlreich eingelaufenen Glückwünsche zur Geburt des zweiten Prinzen. — Wie der „Dtsch. Ztg." aus Abgeordnetenkreisen versichert wird, soll die bevorstehende P o l e u v o r l a g e 400 Millionen Mark für die Zwecke der Ansiedlungskommission fordern und zur Anlage dieses Kapitals das Recht der Enteignung für die Ansiedlungskommission verlangen oder ihre Berechtigung dazu auf Grund einer Kabinettsordre feststellen. Dresden, 17. Nov. Die verwitwete Königin Carola hatte eine sehr gute Nacht. Die Zellgewebsent^ zündung am Kopse geht langsam zurück. Die Körpertempe- ratur ist normal. Viare g g io, 17. Nov. Herzog Robertvon Parma ist gestern abend gestorben. — Das „Kleine Journal" meldet aus Bukarest: Tas Befinden des K o jn i g s von R u m ä n i e n hat sich wesentlich verschlechtert. Prosessor Dr. v. Noorden aus Wien ist telegraphisch berufen worden. Toulon, 16. Nov. Der gestern hier verhaftete Deutsche Max Schumann wird heute abend aus der Haft entlassen. Die jMilitärbehörde teilt mit, daß Schumann nur vorsichtshalber verhaftet wurde; er wollte aus der Umwallung schlafen, galt aber niemals als Spion. Petersburg, 17. Nov. Das Gerücht von einem angeblichen Atten tats v ersuch in Zars koje Selo ist vollständig unbegründet, es haben keine Verhaftungen stattgefunden. — Als gestern in Riga eine Bande Aufrührer durch eine Polizeipatrouille verhaftet werden sollte, kam es zu einem Kamps, der zwei Stunden dauerte. Fünf der Aufrührer wurden erschoisen und der Rest der Bande verhaftet. Ein Polizeibeamter wurde verwundet. 2lus S>olgte die Weiterfahrt bis Kiel. ** Fürsorgekasse. Die vom Abg. Köhler ein» berufene Versammlung zur Beratung der Regierungs-Vorlage inbetreff der F ü r s o r g e k a s s e für die Beamten der Landgemeinden am Samslag nachmitiag im Ständehaus zu Darmstadt war von ca. 25 Interessenten besucht. In der Aussprache über die Vorlage zeigte sich, daß die Bürgermeister- und Gemeindebeamten-Vertreter im allgemeinen mit den Bestimmungen des Gesetzentwurfs eiuverscanden sind und nur wenig Beanstandungen haben. Dagegen machte sich ein heftiger Widerspruch der Vertreter der Polizei'oiener und der Kreisstraßenwärter dagegen geltend, daß sie nach den Bestimmungen des Entwurfs zur Zahlung jo hoher Beiträge für die Fürsorgekasse angehalten werden sollen. Man wird nun aber zunächst erst einmal abzuwarten haben, wie sich der Finanzausschuß dec 2. Kammer zu der Regierungsvorlage stellen wird. ** B e i dem deutschen P r i v a t b e a m t e n - T a g, über den an anderer Srelle berichtet wird, in Frankfurt a. M. war jauch Gießen durch drei Vorstandsmitglieder des Kaufmännischen Vereins, sowie eine A.izahl Privatbeamten vertreten. Der hiesige Kaufmännische Verein wird am Dienstag, 26. Nov., eine öffentliche Versammlung für sämtliche Interessenten veranstalten, in der Frau Bröll und 5)erc Schwarz aus Frankfurt a. M. über die Wünsche der Privatbeamten in ausführlicher Weise berichten werden. ** Der Technische Verein wird am Mittwoch abend eine Versa m m l u n g ab halten, in der ein Bericht über den Frankfurter Delegiertentag der deutschen Privat- beamtenveceinigungen erstattet wird, der sich mit der Versicherung der Privatbeamten bejchästigt. ** Aus Dem Bureau Des StaDttyeaters. Unser neues Siadtthraier erweist sich in fteigenuem Matze als Anziehungspunkt für die Umgegend. Dies zeigt der starke Besuch von auswärts an den Sonntagsvorstellungem Der Vorstellung von „Altheidelberg" gestern abend wohnte auch Ihre Durchlaucht Prinzessin Dorothea von Solms-Lich mit Begleitung bei. ** Der Turnverein hielt am Samstag abend bei sehr zahlreichem Besuch in seiner Turnhalle das herkömmliche Winterfest ab, das in allen Teilen einen sehr ansprechenden Verlauf nahm. Das reichhaltige Programm bestand zunächst aus Konzert einer größeren Abteilung der Regimentsmusik. Hieran reihten sich Gesangsvorträge des Sängerchors unter Herr Kastens umstchtiger Leitung. Der an Zahl nicht große Chor sang einige Volkslieder nett und mit großer Sicherheit, und fand damit reichen Beifall. Tie aktiven Turner trugen in bester Weise zum guten Gelingen des Festes bei. Eine Anzahl Riegenstellungen, die mit Musikbegleitung ausgeführt wurden, gewährten einen recht erfreulichen Anblick und machten namentlich dem Turnwart Heuser, der sie eingeübt hatte, alle Ehre. Auch die recht schwierigen Uebungen am Doppelgerät — Reck und Barren — boten ein schönes Bild turnerischen Könnens und waren sogar für den Kenner von großem Interesse. Ein flott von Vereinsangehörigen gespielter Einakter „Der falsche Anton" und ein humoristisches G-esamtspiel „Bolle vor Gericht" vervollständigten das Programm nach der heiteren Seite hin. Der sich anschließende Tanz sand lebhaften Zuspruch. Eine Nachfeier vereinigte die Turnvereinsangehörigen in stattlicher Zahl im Philosophenwald. ** Männerturnverein. Am Samstag abend beging in Steins Garten der Männer-Turnverein sein diesjähriges Winterfest. Die F-estlichkeit begann wie üblich mit einer Reihe turnerischer Aufführungen, in denen Hervorragendes geboten wurde. Die Barrenübungen der ersten Riege erregten allgemeines Staunen und ernteten lebhaften Beifall. Turnwart Fix gebührt größtes Lob und Anerkennung. Die Uebungen waren durchweg vortrefflich und zeugten von viel Fleiß und Interesse. Auch die Frauenabteilung beteiligte sich mit einer exakt ausgesührten Stab- Übung, ebenso mit einem graziös ausgeführten Fächertanz. Dieses und ein schwieriger Reigen, den die Zöglinge gingen, dann noch einige schöne Pyramiden, gestellt von den Turnern, trugen viel zu der guten Unterhaltung bei. Die Sängerriege, die nun feit Frühjahr besteht, und die Herr Nennstiel senior bestens dirigiert, gab zwei flotte und frisch gesungene Lieder zum Bssten, die allgemein gefielen und zeigten, daß die noch kleine Riege über einige sehr gute Stimmen verfügt. Zum Schluß gab es ein komisches Terzett, ausgeführt von Drei sangeslustigen Herren, flott gespielt und vorzüglich in der Wirkung. Der sich an das Programm anschließende Ball hielt die große Schar bis zum frühen Morgen zusammen. Ein Ausflug Sonntag nachmittag auf die Liebigshöhe beschloß dieses schön verlaufene Fest in würdiger Weise. ** Verunglückt. Von dem Neubau der Eisensteinwäsche in' Weikartshain stürzte, wie berichtet wurde, am 14. l. Mts. der Maurer Philipp Becker III. aus Nieder» Ohmen. Er wurde in die Klinik gebracht, wo er am 16. l. Mts. infolge Der erlittenen Verletzungen st arb. ** Verhaftet wurde gestern morgen am Bahnhofe aus dem Zuge der Arbeiter Paul Tauber aus Zwenkau. Er hatte in Trais-Horloff in Der Nacht einem Arbeiter Den Arbeitslohn aus dem Bett gestohlen und wur flüchtig gegangen. Der Diebstahl war gleich bemerkt mid Karl Müller, Lehrer ■ Die trauernden Hinterbliebenen. Giessen, den 19. November 1907. Giessen, den 16. November 1907. 7171 Blumenspenden dankend verbeten. 7164 >v für 1908 1907 acht Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag 3 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. 08835 sd. Da rrn sta d t, 16. Nov. Als dieser Tage der Stud. "tzlektr. G. C h,r i st e n s e r aus Mülhausen an der Hochschulkasse seine Studiengelder bezahlt und sich entfernt hatte, entdeckte man, daß 9 Goldstücke beschädigt waren und Mindergewicht hatten. Ermittelungen durch die Polizei und die Untersuchung der Münzen führten zu der überraschenden Entdeckung, day die Münzen mit einer Säure behandelt worden und ihnen dadurch Gold in Höhe von ca. 14 bis 16 Mk. Wert entzogen worden war. Nach anfänglichem Leugnen machte der Student ein Geständnis und wird sich demnächst wegen Münzvergehens zu verant-, Worten haben. R. B. D a r m st a d t, 17. Nov. Der ärztlichen K u n st ist es leider nicht gelungen, die junge Frau Oberlehrer Dr. A., die sich vor zehn Tagen beim Einmachen von Konserven in der Wohnung ihrer Mutter durch Entzündung von Weingeist schwere Brandwunden zuzog, am Leben zu erhalten. Sie ist in der Nacht zum Sonntag im städtischen Krankenhaus, wohin sie gleich am Morgen nach dem Unglück transportiert worden war, nach furchtbaren Qualen den schweren Brandverletzungen erlegen. (sc.) Offenbach a. M., 17. Nov. Auf eine dringliche Anfrage der Stadtverordneten Boehm und Porth betr. die „spekulative" Anlegung von 500000 Mark aus der letzten städtischen Anleihe antwortete r und wollte durch die Bittschrift erreichen, daß die Bcrsttzu . I rückgängig gemacht werde. Er wurde zur Feststellung sm Perionalien von der Polizei festgehalten. Essen, 18. Nov. Eine gestern abend hier statte fundene außerordentliche Generalvcrsammlungd deutschen Klassenlehrer-Vereins forderte ci stimmig die Beseitigung jeglicher Ortsschulaufsicht. Rom, 18. Nov. Die Krawalle mit den it alie Studenten der Wiener und Grazer Universität haben un öcr stuoierenden Jugend in Italien große Beunruhigung hcriu gerufen. „Tribuna" veröffentlicht einen Artikel, der ansch nend von der Regierung inspiriert ist, worin sie die Studem i,,t । öur öiuhe auffordert, da die Kundgebungen geeignet feien, i .. . ... ----- Es handelt Brredentismus von neuem zu erwecken und die guten Beziehunq die iich seit Goethes Aufenthalt in Zwischen Italien und Oesterreich zu gefährden. Das Blatt en Danksagung. Für die vielen Beweise der Teilnahme bei dem Tode unseres lieben Vaters und Schwiegervaters sage ich im Namen der Hinterbliebenen herzlichen Dank. hierher telephonisch Nntgeteilt worden. Teurer hatte von , dem Gelbe bereits eine Fahrkarte nach Leipzig gelöst. ** A b e n t e u e r. In der Nacht auf den Sonntag wurde Won einer Schutzmannspatrouille in der Stemstraße ein junger Mensch nur mit Unterhose bekleidet angetroffen. Nach ferner Angabe war er von einer Frau mit in ein Haus gelockt worden und dann von deren Ehemann beim Schäfer- I stündchen ertappt, durchgeprügelt und ohne seine Kleider an die Luft gesetzt worden. Die Schutzleute verhalfen ihm wieder zu seinen Kleidern und dann tonnte er den Heimweg < nach Dutenhofen antreten. gestern nachmittag Bürgermeister Dr. Dullo, er werde am 21. d. M. in der Stadtverordnetenversammlung Bericht über die Anlegung der Anleihegelder erstatten. Er halte die von ihm vorgenommene Transaktion (Begebung von 500 000 Mark städtischer Gelder gegen einen hohen Zinsfuß an die Spekulantenfirma Eberbach in Berlin gegen „Kaiserhost-Aktien als Faustpfand) nicht für gewagt, sondern für ein ganz gewöhnliches, solides Lombardgeschäft, wie es täglich von einer großen Zahl öffentlicher Kassen, selbst Staatskassen gemacht werde, um augenblicklich entbehrliche Bar-! bestände vorübergehend anzulegen. Außerdem habe er die Transaktion mit Zustimmung des Anleiheausschusses abgeschlossen. Verschiedene Mitglieder dieses Ausschusses erklären aber, daß ihnen vom Bürgernreister keinerlei Mitteilung über feine Bransaktionsabsir^t gemacht worden I sei- Stichhaltig ift auch nach der Ofsb. Ztg. die Ausrede nicht, es könne für die Stadt kein Verlust entstehen, weil ernen etwaigen Ausfall die Vermittlerfirma zu tragen hätte; dazu sei diese Firma gar nicht in der Lage. (:) Krofdorf, 17. Nov. Unser rühriger Geflügel-! zücht verein veranstaltete in den Räumen des Gastwirts Moos eine Geflügel- und Kaninchenausstellung, die sich eines regen Besuches zu erfreuen hatte. Die Ausstellung bot in allen ilnen Teilen em erfreuliches Bild, sie war recht zweckmäßig eingerichtet und durchweg mit schönen Tieren beschickt . = Garbenheim, 17 Nov. Nächtliche Einbrüche sind wieder hier, au der Tagesordnung. So statteten ein oder mehrere ? x der Heddrich scheu Gastwirtschaft einen Besuch ab. ^ie drangen durch ein Hinterfenster in die Küche, wo Ken der nette Betrag von etwa 50 Mk. m die Hände fiel. Als der -tat verdächtig gilt einer der hier beschäftigten kroatischen Eisenbahnarbelter. | Vermischtes« w rlin, 16. Nov. Vor einigen Tagen meldete die „B. Z. Die Verhaftung eines lange gesuchten russischen Terroristen durch die Berliner Kriminalpolizei. Wie sich nun herausstellt, hat die Behörde mit dieser Verhaftung einen guten Griff getan. Der Mann nannte sich M i r s k i und gab an Lebensversicherungsagent zu sein und sich nur zufällig in Berlin aufzuhalten. lieber seine Beziehungen zu den Terroristen und zu anderen Angehörigen des russischen Reiches, die in Berlin () Marburg, 16. Nov. Die aus Anlaß des 700jähr. Geburtstages der heiligen Elisabeth im hiesigen Schlosse rTttöverjiLcvts-r'L«che'ichren. de. Ma r b u r g. Wie wir hören, ist Professor vr. wed. Otto I , R. B. Darin^ adt, 18. Nov. Als ge.^ru Vormittage Heß, Prwaldozent für innere Medizin und Oberarzt an der Großherzogspaar nach dem Gottesdienste in der H medizinischen Klinik zu M a r b u r g zinn Oberarzt der medizinischen Arche nach d em Palais fuhr, warf am Ernst Ludwigsplatz l Klmic der Universität Göttingen berufen worden; er wird dort I Rangierer Jak. Ludwig Luley aus Trebur eine Bitlim Nachfolger von Prof. Dr. Staehelin, der mit Geh. Rat Prof. His m den Wagen. L. war nach ORirlahnhein versetzt Word an die Berliner Universität übersiedelte. Dr. Heß, dem erst vor' r ' 1 ~ 1 " ' kurzem das Prädikat Professor verliehen wurde, istlv75zu Rlarburg geboren, erhielt seine Ausbildung m Atarburg und Dtünchen und promovierte 1898 zum Dr. med. Seit 1900 ist er an der Mar° burger medizinischen Klinik lälig und erhielt im Sommersemesler 1902 die venia legendi für innere Medizin. — 911 Halle ist am 16. 9lov. der bekannte Forscher auf dem Gebiet der alten Geschichte, Geh. Reg.-Rat, ord. Honorar-Uiuver- sitäts-Professor Gustav Friedrich Hertzberg, Ehrenbürger der Stadt^Halle, im Alter von 82 Jahren gestor b e n. 5 Personen mehr oder weniger schwer verwundet, 2amf15, ^°cEmbCL eCf0l9te ^embro£e ben Äuembe" Dienstag den 19. November, abends 6 Uhr: „Siegsrü Mittwoch den 20. November geschlossen. Donnerstag j 21. November *): „Die role Gred." Freuag den 22. Novemb abends halb 8 Uhr: „Fra Diavolo." Samstag ben 24. veniber, abends 6 Uhr: „Göllerdämmernug." Sonntag 24. Noveniber, nachmittags 4 Uhr: „Alaurer und Schlosse Abends^ 7 Uhr^: „Aida." Montag den 25. November, Qtei; Schauspielhaus. Dienstag den 19. November*): „Husarenfieber." Mittw, W“) SufannnenftoB zwischen' einem P-rsonenzug und I abends BewL Freitag den 22. 9tovember: „Der Dieb." Sainstag den 63. D(01 Bn in ersten Al a t e : „Rosen", E i n a k r e r -Z y k l u s v» Herrn. Sudermann („Alargoi", „Tie feine Prinzessin", 2 letzte Besuch"-. Sonntag den 24. i'iovember, nachmittags halb 4 tfi in großer Auswahl Carl ÄMmermsm Äeueit-Büue 15. 7U Feinsten Jledizinal- Lebertran garantiert rem r. i ählschmeckev laie und in Flaschen, Lebertran-hlmulsioi empsiehtt 1091 Adolf Bieler. Viktoria Jrogerie Marklslrato S??eAlnilnar^e' g.wanuert fran ""tüch empfohlen, pc Verkaufe standen: 448 Ochsen, 00 aus Oesterreich, 49 ^,2 0 aus Oesterreich, 0 aus Dänemark, 975 Kühe, Fersen, Stiere Rinder, 0 ans Dänemark, 294 Kälber, 423 Schafe und Häinr, 99 Schafe ans Oesterreich, 0 Ziegen, 2423 Schweine. Beu wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht. Ochsen 1. Qualität 79—öl j 2. Qual 70—73 Alk., 3. Qual. d0—65Alk.; Bullen 1. Qual. 68 70 Alk., 2. Qual. 64—66 Alk.; Kühe 1. Qual. 72—74 Mk., 2 65—67 Alk., 3. Qual. 56-58 Alk, 4. Qual. 00-00 Mk., ö.’F 00—00Mk. Kälber: 1. Qual.92—95 Pfg., Lebendgewicht54—H7 2. Qual. 80—90 Pfg., Lebendgewicht 47—52 Pfg., ed)in( gewicht 63-68 Pfg. Schafe: 1. Qual. 80—00, 2. Qual. 64—66 * 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 61—62 Pfg., Lebdm 48,5—00.00 Pfg., 2. Qu. 60 — 00 Pfg., Lebendgew. 47,0—UO 3. Qual. 62—56 Pfg. Lebendgew. 00 Pfg, Geschäft bei viel) und Kleinvieh gedrückt, Ueberstand bedeutcnd. gpielplaK örr vrrelnrgten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus. suchs von Interessenten aus Marburg, sowie der näheren Ammoneni^ und ferneren Umgebung. Die Ausstellung, die aus zahl-' 5 - 1 reichen Urkunden, Aktenstücken, Plänen und chronikalischen Quellen besteht, welche auf die Geschichte der heiligen Elisabeth, ihren Aufenthalt in Marburg, ihre Grabeskirche, ihr Hospital und ihre Reliquien Bezug haben, befindet sich in dem Raum der ständigen Archivausstellung im sog. • ^eutehaus neben dem Rittersaal. Sie wird noch morgen j und übermorgen (am Elisabethmarkt), jedesmal nachmittags von 2—4 Uhr, dem Publikum unentgeltlich aeöff- net sein. — Dian schreibt uns aus Wetzlar: Eine Goethe-Handschrift kommt demnächst zum Verkauf die allerdings nicht auf Papier niedergeschrieben war. (" M um die Fensterscheibe, d'.c sich stü Goeiyes Aüienryatt in > Spniwen Lianen und Oesterreich zu gefährden. Das Blatt en lüeplar bis vor kurzer Zeit m dem Hause Jäcksburg 15 befand, fiehlt der österreichischen Regierung, ihr möglichstes zu tun ' Dieses paus war zu Goethes Zeit im Besitz der Verwandtschafi den Italienern in Oesterreich bezw. der Triester Universität'0 m ^?^he ift in dem Hause ein- und ausgegangen. nugtuung zu geben. „Tribuna" fügt hinzu, die Italiener hat! sw ^^"^^genheit hat er in eme ^nsterscheibe eingeritzt: die Bemühungen ihrer Regierung gebilligt, mit Oesterreich Se?ÄX ^oheibe, die sieh liche Beziehungen anzuknüpfen. Damit diese Politik ihre Fruc l * Räst/i-pä "stVerkauf gestellt werden. trage, sei es nötig, daß die österreichische Regierung die I öiaheres hiervon isi uns nicht bekannt, so daß uns die I lrener mit allem Wohlwollen behandele, ivie dies den Oest ganze Nachricht zweifelhaft erscheint. reichern in Italien gegenüber der Fall sei. ar ' p rr n ' v - i —Kleine Kunstchroni k. Dem L a n d e s m u s e u m ui L T Xx<’- lti* vö* „Matin ' will wissen, daß P r ä s heure eröffnete Ausstellung von E l r s a b e t h - E r - I D a r m st a d t ist, wie uns von dort geschrieben wird, durch Freih v$e-n 1 ?r 1 e r € öem ru,,‘ Kaiserpaar im n achten Jahr cii rnnerungen erfreute sich eines überaus zahlreichen Be-zu Herrnsheim in Worms für die Gemäldegalerie em wert- ^>uch abstatten wird. ' - - - ' volles und interessantes Gemälde von Anselm Feuerbach „Die kn - o n d o n,18. Nov. Die V e r t r e t e r d e r a u s w ä rt ig. Geschenk gemacht worden. Ferner wurde dem '0 NI London sandten gestern an König Eduard und Kai i jungen Architekten Heinrich Stumps in Darmstadt vom Vor-1 ^Uhelm Delegramme, in denen sie die Hofsnimg nusbrüdh >laude der dortigen Sludentenschaft die Ausführung der dort auf 5?" oer Besuch des deutschen Kaiserpaares in England i einer Anhöhe zu errichtenden B i s m a r ck s ä u l e übertragen. Dem- Kundschaft zwischen Großbritannieli und England festigen wer! selben Künstler wurde auch bei einer Konkurrenz für den Bau eines ^.aulg Edpard sandte ein Antwort-Telegramm, in dem er f Realschulgebäudes in Eckernförde der 1. Preis zuerteilt. — Kaiser - ausgesprochenen Wünsche seinen Dank sägte und den Kon Franz Joseph hat als König von Ungarn meinem an den !?-^ntcn seine Gefühle der Sympathie ausdrückte. Im Nam imgarlschen Alinisierpräsidenten gecichteteii Handschreiben angeordnet üed ?^utschen Kaisers dankte Herr von Schön in einem Telegrami datz alle m seinem, sowie in seiner Familie Besitze besindlicheiu !^orin er sagt, es sei der Wunsch des Kaisers, daß das gu auf die verewigte Kaiserin-Königin Elisabeth bezüglichen Gegenstände, ^luvernehmen und die Freundschaft zwischen beiden Völu' gesammelt werden und als E l i s a b e t h - M u s e u m " einen dauernd sein und Früchte tragen möge. gesonderten Teil des ungarischen Nationalmuseums zu Budavesl .^otersburg, lv. Nov. Stolypin hat dem Zar bilden sollen. ’ annähernd folgenden Bericht über die Duma eingereicht. Nc "" yjairtH* — ^-5?. ^l'Eren Anzeichen zu urteilen, kann man die Duma o SM. 26.50-27.75, Kan,äs $it. 26.25-26.75, 9iogqe) (“iefiqcri Tatt ü- bet «“h Ä'ot? augenichenttlch poluoch Mk. 20.50—20.75, Gerste (Wetteraneri Alk A) 75—21 75 hvn X» httSasu r Chomiakows Ansprache au i ei" . i logieren, gab er feine Auskunft. Bei der Durchsuchung seines .Koffers wurde entdeckt, daß dieser einen doppelten Boden hat, | und als man diesen entfernte, sand man, in Watte verpackt, ! eine große Anzahl von elektrischen Fernzündungen und mitSprengladung und Vorrichttlng zum Sprengen von Häusern oder Eisenbahnen, überhaupt zur Demolierung größerer Gegenstände. Die Fernzündungen waren mit elektrischen Drähten derart konstruiert, daß es nur einer geringen Berührung bedurfte, um den Kontakt herzuftellen und die Sprengladung zur Explosion zu bringen. Er Ivar wenige Tage vorher aus dem Auslände zugereist und trug eine große Summe Geldes bei sich, so daß anzunehmen ist, daß er zur Ausführung eines großen Coups in Aussicht genommen war. * Zum Har den Prozeß. Justizrat Kleinholz in Berlin hat jetzt die Vertretung Maximilian Hardens in dem bevorstehenden Prozesse vor der Strafkammer übernommen. Die Anklageschrift des Staatsanwalts ist Harden zugegangen. —- Ein Zeuge aus dem Moltke-Harden-Prozeß wird übrigens zurzeit von der Strafbehörde gesucht, der ehemalige Unteroffizier Boll- h^a r d, der als Zeuge in dem Prozesse auftrat. Er muß wegen Betruges noch sechs Wochen Gefängnis verbüßen, ist aber augenblicklich nicht zu finden. Seinen Beruf hat Bollhard schon oft gewechselt.. Einiges Aufsehen sollen auch vor zwei Jahren seine Geldgeschäfte erregt haben. Wegen dieser Geschäfte muß Bollhard diese Gefängnisstrafe verbüßen. Ei senbahnun fälle. In Altona fuhr am Sonntag ein Personenzug infolge Versagens der Bremse und Schlüpfrigkeit der Schienen auf den pneumatischen Prellbock auf. Hierbei drückte ein in der Mitte des Zuges laufender ^VC,IV3 . ^tul Gepäckwagen das nachfolgende Abteil II. Klasse ein, wobei I halb 8 Uhr: ^Tie 'lustige Wuwe. einer Rangiermaschine. 7 Personen wurden getötet. 2ie_ Wagen des Personenzuges gerieten m Brand. 8 weitere Reisende wurden schwer verletzt. * Brände in Hamburg und Altona. In der k Die ^'a^ensreineri'nAb-nd« 7 Uhr: WhIp.. 'Nacht gnni eonntag brannte in Altona ein in der Gr. Freiheit 25 Noveniber- Der lekte^unke - ^lenstnn bin 2ß Ä belegener Speicher-Komplex ab, in dem sieh die Möbeliabrik von ^fthCl- ^terai^ 2 * Jtove,nb{ Frank L Co. und das Steinkohlenlager von Rosendahl & &0 IJJ ■■ Philipps ^ember: -teilweise heiler, trocken. Nachtfrost. Am beider Bräuge wird aus 600 000 Nlark geschätzt. L)esUiche Winde. - Aadtveror-netemvahl. Beamte aller Rangklassen! Männer des gewerbtätigen Mittelstandes! i National gesinnte Arbeiter I _ Der vom Bürgerausschuß veröffentlichte Vorschlag zur Stadtverordnetcnwahl hat in weitesten Kreisen unserer Be- Ji oölkerung große Enttäuschung hervorgerusen. Weiten Kreisen der Wählerschaft, großen Stadtteilen und altangesehencn Vereinen und Verbänden hat man es unmöglich gemacht, an den Vorbereitungen zu den diesmaligen Stadtverordnetenwahlen gleichberechtigt leilzunehmen und ihre wohlerwogenen berechtigten Wünsche mit irgend welcher Aussicht aus Erfolg daselbst zu vertreten. Direkte Zusagen in dieser Beziehung sind sogar unerfüllt geblieben. In dem Vorschlag des Bürgerausschusses wird mit rj lliccht vermißt, ein Eingehen auf die Wünsche der Beamten, eine entsprechende Berücksichtigung des Handwerker- und Kaufmannstandes und nicht zuletzt die notiucnöigc, Aufstellung eines Vertreters der nationalen Arbeiterschaft. Wähler! Wir wollen uns nicht mundtot machen lassen von den in schwach besuchten Versammlungen gewählten wenigen Vertretern jener 5 Vereine, deren Mitgliederzahl bei weitem nicht 1/3 aller Wahlberechtigten beträgt, f. wie irrtümlich angegeben wird, diesmal gilt es zu zeigen, das; man in Gießen weiß, was man will, daß man nicht । gesonnen ist, zu jedem vorgelegten Zettel Ja Ultd Amen zu sagen. Wir haben zu unseren Beratungen alle Vereinigungen ohne Ausnahme in gleicher Weise zugelassen, je nach ihrer Größe, und wir haben dann die Wahl unserer Kandidaten, mit welchen wir heute an die Oeffentlichkcit treten, aus der überaus großen Anzahl dec Vorschläge in der " Ibcife vorgenommen, daß alle Stände die gebührende Berücksichtigung gefunden Haden, ohne Ansehen icgendivelcher j Sonderinteressen und Freundschaften, ohne jegliche Partei-, Konfessions- und Bezirksinteressem Die unterzeichnete Bereinigung, in der sich die Masse unseres Beamten- und Bürgcrstandeö 8 zu gemeinsamer Arbeit zusammengefunden, bringt nach reiflicher Uederlegung alles dessen, was dem Gemeinwohl not tut, J folgende Herren zur Wahl in Vorschlag und bittet, nur für diese stimmen zu wollen: 1. Dr. Wilhelm Schäfer, Geh. Justizrat, Stadtverordneter 2. Wilhelm Grünewald, Rechtsanwalt 3. Dr. Karl Wimmenaner, Geh. Forstrat, Stadtverordneter 4. August Gabriel, Fabrikant, Stadtverordneter 5. Wilhelm Hornberger, Kaufmann 6. Dr. Emil Heuser, Oberbibliothekar 7. Peter Fuchs, Telegraphensekretär 8. Ferdinand Mentzel, Rechnungsrat i. P. 9. Heinrich Winn, Bauunternehmer 1 10. Peter Pfeiffer, Bäckermeister ( 11. Louis Trotz, Ziegeleibesitzer 12. Karl Beck, Oberbriestrüger 13. Ludwig Jäger, Landgerichtsregistrator 14. Wilhelm Werner, Werkmeister Die aus der Beamtenschaft der Riegelpfad- und Settersbergverclmgmrg gebildete Vereinignng für kommunale Wahlen. Zur SHwiMmkl! Von Seiten der sozialdemokratischen Partei wurde nach reiflicher Erwägung aller in Betracht kommenden Verhältnisse beschlossen, bei den diesmaligen Stadtvcrordnetcnwahleu nur fünf Kandidaten aufzustellen und zwar: Georg Beckmann, Kontrolleur, Joh. Diehl, Schneidermeister, Heinrich Fourier, Geschäftsführer, Mich. Ketzler, Buchdrucker, F. A. Vetters, Redakteur. Wähler, Mitbürger! Unsere Kandidaten stehen aus dem Boden des Kommunalprogramms der sozialdemokratischen Partei Hessens, dessen einzelne Forderungen in dem von uns verbreiteten Flugblatte näher dargelegt sind, und werden int Falle ihrer Wahl im Sinne desselben wirken- damit ist gesagt, dag sie feine Sonderinterefsen, sondern nur die Interessen der Gesamtheit vertreten iverden. Bisher gehörten fast sämtliche Stadtverordneten zu den Höchstbefteuerteu; es muß dafür gesorgt werden, daß die Mlndcrbemittelten, Gewerb treibende und Arbeiter Vertretung und Einfluß erlangen. Es muß ferner im Interesse des Gemeimvesens verhütet werden, daß Leute Stadtverordnete werden, die sich mit Grundstücksspekulationen befassen — wie eine Anzahl von anderer Seite vvrgeschlagen ist—, tvelche ihr Stadtratsmandat in ihrem persönlichen Interesse aus- nüßen können. Deshalb wählt sozlaldemokratisch, gebt den von uns vorgeschlagenen Zettel unverändert ab! 7169 Tas sozialdemolratische Wahlkomitee. Nm der Vereinsmeierei energisch zu begegnen, sindet am Dienstag, der» 19. November 1907, abends 9 Uhr, eine Versammlung der für Haisrish Noll VII. stimmenden Wähler int Saale des Herrn Gastwirts Heinrich Sauer dahier, vteuitadt 58, statt. 08857 Die Einberufer. Handwerker! Gewerbetreibende! Wählt solche Männer, die zu euch gehören, die stets betätigen, daß sie in erster Linie für das allgemeine Interesse, aber auch für das Gewerbe, den Handwerkerstand eintreten werden. Laßt die Namen Wähler! I Nachdem nunmehr die Parteien aller Schattierungen, die verschiedenen Bezirks- 1 vereine, die vielen kleinen Vereinchen usw. Vorschläge zur Stadtverordnetenwahl gemacht , haben, erlaubt sich eine Anzahl gereifter Männer, Bürger, denen das Wohl und die Ent- 2 Wickelung unserer lieben Stadt Gießen über alles geht, eine Kandidatenliste zu unterbreiten । und ersucht am Donnerstag nur Zettel mit diesen Namen abzugeben. Die Männer, die ! wir Vorschlägen, haben sich, soweit sie schon Vertreter der Stadt gewesen, immer bewährt; keine einseitigen Sonderinteressen haben sie vertreten, sondern jeder Stand, jedes Gewerbe, i ob Arbeiter, Beamter, Kaufmann oder Studierter, Jeder fand Gehör bei ihnen und ! Vertretung im Stadtparlament. Die neuen Kandidaten bieten in jeder Weise Gewähr, daß sie nur für das Gesamtwohl der Stadt und dec Allgemeinheit eintreten und jeder | Wähler, der es ehrlich mir Gießen meint, kann nur ihnen seine Stimme geben. Darum Wähler aller Stände gebt Eure Stimme nur den Männern, die das Gesamtinteresse über ° Alles setzen. Es sind dies: 08838 Echte Kiklkr KWinze 3 Stück 20 Pfg., frischen gprniidiett. Fchg empfehlen Gebrüd. Berdux, Bahnhofstraße. a18/u Louis Beil Martin Dörr Wilhelm Löber Louis Petri III nicht auf euren Stimmzetteln fehlen! 08844 Viele Handwerker. u k ?i\ l I Bansch, Philipp, Ober-Postassistent Beil, Eaowisg Schremmneister Dichore, August, Büchsenmacher Dr. Ebel, Stadtverordneter Friedberger, Kax, Kaufmann G-abriel, August, Stadtverordneter Happel, «Jacob, Kaufmann Löber, Wilhelm, Stadtverordneter Reitzel, Philipp, Gastwirt Schaffstaedt, Mehr., Stadtverordneter Dr. Schaefer, Stadtverordneter Simon, O-eorg*, Landwirt Werner, Wilhelm, Werkmeister Walther, Konrad, Schmiedemeister. Viele Wähler aus allen Stadltcilcn. Angehörige der Vereinigung für kommunale Wahle» und der Mittelstandsvcreinigung, insbesondere Beamte! Merkt Ihr nicht, daß Ihr mit Eurer Absonderung von der allgemeinen Sache des Bürgertums nur den; matzlofen Ehrgeiz eines einzelnen Mannes, der schon vor drei Jahren ähnliche Quertreibereien machte, dient? Ihr werdet zwar diesem Mann nicht zu dem ersehnten Stadtverordnetenmandat verhelfen, wohl aber die Wahl einiger Sozialdemokraten erreichen. Wollt Ihr das wirklich? D“'n Ein unabhängiger Wähler. Stffisii¥®E@er