Samstag 21. September S 907 Erstes Blatt Q General-Anzeiger für Oberhessen H. Beck. Die Heutige Wummer umfaßt 12 Seiten. das 4 U i e' ;tor Zauleck-Bremen abhielt. ie gedenkt dankerfüllt an der Stätte, die einst das Grab Nachmittag 5 Uhr wurde die 2. nichtöffentliche Versammlung vaterländischer Größe bedeutete, des heutigen Auferstehungsglanzes deutscher Herrlichkeit, und in bvr Stadt, die einst einen1 fürst- stigte mit U unter JShirer chsten Schirm Kaiserin und Kirchenrat. L. 157, Jahrgang e 4 BezngspretSr monatlich 75 Pf., viertel- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich ttö Pf.; durch diePost Mk. 2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. ZeilenvreiS: lokal IbBf., auswärts 20 Pfennig« Verantwortlich bereits zu lebhafter Diskussion in und außerhalb der Partei geführt hat, erklärlicherweise einen breiten Raum in der Erörterung einnehmen, und die Meinungen dürften bei dieser Gelegenheit scharf auseinander platzen. Anstatt bis zum Austrag dieser Angelegenheit zu warten, wird augenblicklich von einem Mitgliede des Parteivorstandes Oel ins Feuer gegossen, indem dieser Herr, der übrigens in der Partei keine maßgebende Rolle spielt, sich in schärfster Form gegen den Kaiserslauterner Beschluß wendet und den Jungliberalen vorwirft, daß sie in bewußter Weise eine eigene Politik trieben anstatt sich der Parteidisziplin zu unterwerfen. Herr Regierungsrat Prof. Dr. Leidig, von dem diese Polemik ausgeht und der selbst auf dem äußersten rechten Flügel der Partei steht, verstößt in der Form seiner Darlegungen aber selbst gegen diese Disziplin, und maßgebende Persönlichkeiten rücken bereits von ihm ab, mit der Erklärung, diesen Standpunkt nicht zu billigen. Jedenfalls ist anzunehmen, daß die besonneneren Elemente beider Seiten in Wiesbaden zu einer Verständigung kommen werden, denn für die nationalliberale Partei würde es einen schweren Verlust bedeuten, wenn sie künftig der werbenden Kraft der Jugend entbehren sollte. <1 ci Grüße der Barmer Hilssgesellschaft für die Deutschen im Auslände. -------- rr- ein Kindergottes^ gesamte Kaiserliche Haus>. D. Pank, Geheimer An den Großherzog Wilhelm Ernst: Eurer Königlichen Hoheit bietet die in Jena 59. Httupt-Bersarrunluiig des Evangelischen Vereins der Gustav Adolf-Stiftung. sich und bot, da sie von vier Seiten künstlerisch durchgebildet ist, dem Schöpfer reiche Gelegenheit zur Entfaltung seiner Ideen. Während die Sockel der Säulen vorwiegend ornamental bearbeitet sind, nimmt den oberen Teil jeweils eine menschliche Figur ein, die dann in wechselnder Haltung mehrfach wiederkehrt. Kleine Engelfiguren, Tierchen oder Phantasiegestalten und frei empfundene architektonische Figuren füllen die Ecken aus und bilden den Abschluß nach oben. Die Eckpfeiler sind mit den beiden zunächstliegenden Säulen im Hof durch keramische Bänke versteift, womit die verbindende Balustrade geschlossen und gleichzeitig Sitzgelegenheit geschaffen wurde. Im übrigen stehen die Säulen fast frei, wodurch der starre Charakter eines Kreuzganges behoben wird. Die Balustrade ist zwischen den mittleren drei Säulen der Längsseiten durchbrochen zur Aufnahme je zweier großer Blumenbehälter in Keramik. Durchgänge zu beiden Seiten nach dem Hofe führen zu einem kleinen reizenden, ebenfalls ganz in Terrakotta ausgeführten Schalenbrunnen. Auf den Rändern der Schalen sitzen kleine wasserspendende Nixen, eine Kindergruppe, mit einem Muschelgehänge spielend, krönt den Brunnen, der das Grund-motiv, etwas Freudiges herauszuarbeiten, wesentlich verwirklichen hilft. Die Pfeiler gehen oben in leicht geschwungene Bogen über, reine Gefühlslinien, keine Zirkelbogen, wiederum zur Vermeidung des Starren. Diese Abschlußbogen tragen oben im Scheitel schlußsteinartige Ornamente, die den Gesimsen eine angenehme Gliederung geben. Eine spitzenartige Umrandung rundherum bildet den Abschluß nach dem Dach. Das Ganze ist, wie gesagt, den besonderen Verhältnissen angepaht, rein architektonisch empfunden, nur ein architektonisches Motiv la§ der originellen Schöpfung zu Grunde, einzelne Flächen sind dementsprechend ruhig gehalten, andere mit reichem Schmuck versehen, alles über ist durchaus modern. Das Innere der Säulenhalle wird einen Hellen bläulichen Verputz erhalten und gleichsam als Hintergrund für das „Terrakottagemälde", wenn wir es so nennen dürfen, dienen. Die gesamte Terrakottaarbeit wird einheitlich in orange gehalten sein und der Eindruck wird dem der Schöpfungen der alten italienischen Meister gleich kommen, die ihre Terrakotten direkt in den Verputz, Zwist im nationaülöeralen Lager. Schon seit Jahrzehnten hat es kaum eine Partei gegeben, in der sich so viele Richtungen verschiedener Spielart zusammenfanden, wie im nationalliberalen Lager. Gewiß gelingt es auch bei anderen Parteigruppen nicht immer, die verschiedenen Ansichten unter einen Hut zu bringen, — so hat man beim Zentrum bekanntlich zwischen dem rechten und dem demokratischen Flügel unterschieden, während in der Sozialdemokratie das Kriegsbeil zwischen „Alten und Jungen" oft genug ausgegraben wird, — aber bei den Nationallrberalen haben wir rechtsstehende und linksstehende Mitglieder, neben Agrariern Schutzzöllner und Freihändler. Im allgemeinen allerdings kommen die verschiedenen Richtungen gut miteinander aus, und in nationalen wie auch in wirtschaftlichen Fragen ist die nationalliberale Partei einmütig und geschlossen vorgegangen, neuerdings aber hat man im nationalliberalen Lager ein Schmerzenskind, das der Parteiorganisation schon viel zu schaffen gemacht hat: die sogenannten Jungliberalen. Diese Situation hat eine gewisse Aehnlichkeit mit dem Verhältnis zwischen den Alten und Jungen innerhalb der Sozialdemokratie. Opposition hat an und für sich ihre guten Seiten, sie ist der gärende Most, der zu einem guten Wein gehört, aber anderseits muß diese Opposition in solchen Grenzen bleiben, daß das Parteiinteresse darunter keinen Schaden erleidet. In dieser Beziehung sind die Jungliberalen, die überwiegend einen scharfen Ruck nach links wünschen, bisweilen etwas zu weit- gegangen, so daß es an scharfen Differenzen nicht fehlte und es schon zu einem Bruch zu kommen schien. Indessen gelang es stets, die Meinungsverschiedenheiten zu überbrücken, und der vorjährige Parteitag in Gotha ergab völligste Harmonie. In den letzten Wochen aber hat sich ein neuer Zankapfel eingestellt, und zwar ist es der Streit um die Altersgrenze, der auch schon früher mehrfach Anlaß zu Zwistigkeiten gegeben hat. Bon der Parteileitung wird gewünscht, daß in den .Jugendvereiuen Mitglieder über 40 Jahre keinen Platz mehr haben, sondern zu den anderen Organisationen übertreten sotten. Auf dem jungliberalen Tage in Kaiserslautern hat man nun diesen Grundsatz durchbrochen, indem dem Reichs- verbande auch die badischen und bayerischen Vereine beigetreten sind unter der ausdrücklichen Zusicherung, daß für sie wie bisher die Bestimmung über die Altersgrenze keine Geltung habe. Es ist erklärlich, daß dieses Ereignis verschiedentlich mit recht gemischten Gefühlen ausgenommen norden ist) weil man befürchtet, daß dadurch der nationalliberalen Partei speziell in Süddeutschland eine schärfere Richtung gewiesen werden könnte, eine schärfere, als es im Interesse der Partei nützlich wäre. Auf dem Anfang Oktober in Wiesbaden stattfindenden nationalliberalen Parteitage wird diese Angelegenheit, die Hessische LnndkS-Ausstcstuüg 11)08. Die mittlere Partie des Ausstellungs-Hauptgebäudes von Professor Albin Müller ist dazu bestimmt, einen Wartesaal und in Verbindung damit einen Schmuckhof aufzu- nehmen, den der hessische Staat für Bad-Nauheim (Badehaus IX und X) zur Ausführung bestimmt hat. Dieser Schmnckhof, der sog. „Keramische Hof" wird die erste große Arbeit der Großh. Keramischen Manufaktur sein. Die den Hof umschließende Säulenhalle soll ganz in Terrakotta ausgeführt werden, dessen technische Herstellung, eine sehr schwierige Arbeit, Professor Scharvogel übernommen hat. Der architektonische Entwurf des Grundrisses ist von i Bauinspektor Jost in Bad-Nauheim, während die künstlerische Arbeit des Ganzen, der großangelegte und originell empfundene plastische Schmuck von einem Mitglied der Künstlerkolonie, Bildhauer Jobst, stammt. Mit diesem soll unser heutiger Artikel sich beschäftigen. Vorweg sei gesagt, daß es sich bei dem, was die Besucher der Ausstellung hier sehen werden, um ein Werk vornehmer künstlerischer Originalität handelt, dem nichts i Altes zum Vorbild diente, außer der Absicht der Alten, denen es nur auf. gute Verhältnisse der einzelnen Teile zueinander ankam. Dieses Prinzip scheint hier wieder glücklich angewendet zu sein. Durch den Wartefaal betritt der Besucher die den Hof umgebende Säulenhalle, von der von allen Seiten der Schmuckhof überblickt werden kann. Dieser ist rechteckig, etwa 9 Meter breit, und 17 Meter lang. Die der gradlinigen rechteckigen Form etwa anhaftende gewisse Härte in den Linien wird durch den einheitlichen künstlerischen Schmuck der Säulenhalle gehoben. Diese selbst ist in Form und Farbe so gehalten, daß sie eine freudige, aber ruhige Stimmung verbreitet und so auf Herz und Gemüt des lustwandelnden Kranken wohltuend einwirkt. Obwohl die Säulen naturgemäß in bestimmten gleichen Abständen stehen und gewisse Formen sich wiederholen müssen, ist alles Starre vermieden. Wohin das Auge blickt, stets wird es durch neue schöne Formen und wechselndes Farbenspiel gefesselt. Die vier Eckpfeiler sind rein architektonisch geschmückt, während die fünf Pfeiler der beiden Längsseiten verschiedenen figürlichen Schmuck tragen. So bildet jede Säule ein Kunstwerk für Bayreuth, 20. Sept. Der jungliberale Verein Bayreuth hat gestern abend beschlossen, auf dem Würzburger Parteitag der jungliberalen Vereine Bayerns rechts des Rheins den Antrag zu stellen, sich gegen die Vereinigung der jungliberalen Vereine mit den Vereinen der nationalliberalen Jugend in Norddeutschland zu einem Reichsverbande auszusprechen. Der jungliberale Verein Bayreuth begründet seine ablehnende Haltung folgendermaßen: „Der jungliberale Verein Bayreuth ist aus Elementen aller liberalen Schattierungen zusammengesetzt und findet eine Förderung des Liberalismus in Bayern nur in der konsequenten Durchführung des Einigungsgedankens aller dieser Gruppen." als Abschluß oder Umrahmung, einließen. Der „Keramische Hof" dürfte eine Zierde der ganzen Ausstellung und einen besonderen Anziehungspunkt bilden. Annahme etn Anzeigen fN a t U NotaNsnrdrnck und Verlag der Vrühl'schen Untv..y«ch. und Steindruckeret. H. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: SchulstMe 7. 'L^tgenieü^; im nimSf h।2«।■ u■ Mim i jn■■ »r111hi ■■im/iii iimi»■■■ für den politischen £el(: E. Anderson; t Feuilleton und „Vermischtes" P. Wittko; für „Stadt u. Land" und.Vertchts- .....; für den An die Verhandlungen schloß sich dienst in der Stadtkirche, den Pastor lichen evangelischen Bekenner als Gefangenen des Kaisers sah, der Freiheit des Glaubens Imb des Evangeliums Majestät kaiserlichem Zepter und erbittet des Aller ü und Schutz für Eure Majestät, Ihre Majestät der Nr. 222 Grfchrtut tü-Nch außer Sonntag». Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt und zweimalwöchentlich das Nreirblatt für den Kreis Hießen. Fernsprech-An- schlußs. d. Redaktion 112 Verlag u. Expedition 51 Adresse tür Depeschenr Anzeiger Gießen. Jena, 18. Sept. Den 2. Festtag der Gustav Adolf-Versammlung eröffneten Glockenklünge von allen. Kirchtürmen, die zum gemeinsamen Kirchgang riefen. Mittags 12 Uhr begann dann im Volkshause die 1". öffentliche Hauptversammlung, die einen enormen Andrang des Publikums aufwies und die der Gesang des Lutherliedes einleitete. Darauf nahm Geh. Kirchenrat D. Pank- Leipzig das Wort zu einer Begrüßungsansprache. D. Pank teilte mit, daß folgende Huldigungstele- gramme abgesandt seien: Au den Kaiser: Eurer Kaiserlichen und Königlichen Majestät huldigt ehrfurchtsvollst die in Jena tagende 59. Hauptversammlung des Evangelischen Vereins der Gustcw Adolf-Stiftung mit dem Gelübde unverrückter Treue. Die Geschäftsleitung der Gesellschaft für Erbauung eines ober- hessischen A u s st e l l u n g s h a u s e s bittet uns um Ausnahme folgender Zeilen: In Nr. 217 des Gieß. Änz. finden sich Ausführungen über ,bte drei Einzelhäuser" auf der Landesausstellung, zu denen, soweit sie das „Oberhesslfche Ausstellungshaus" angehen, folgendes zu bemerken ist: 1. hat Herr Pros. I. Ai. Olbrich nicht alle Plane, sondern nur die für die Außenarchitektur hergestellt, und 2. ist die Inneneinrichtung sämtlicher zur Lersügung stehender Räume noch nicht vergeben. Es liegen vielmehr die Entwürfe hierfür, die einem Wettbewerb zwischen mehreren in Oberhessen tätigen Architekten entstammen, noch dem Kmistausschuß inDarmstadt zur Beurteilung vor. Wien, 19. Sept. Heute fand hier die Eröffnungssitzung der 6. Jnternatio nalen Tuberkulose-Konferenz statt. In der Nachmittagösitzung hielt Professor Fränkel einen Vortrag über die Tuberkulose der oberen Lustwege und Professor Orth aus Berlin einen Vortrag über die Jnfektionswege der Tuberkulose. Dresden, 19. Sept. Die 7 9. Naturforscher- und Aerzte-Versammlung beschloß heute, im nächsten Jahre in Köln zu tagen. Zum Vorstande für 1908 wurden gewählt: Professor Dr. Wettstein von Westersheim-Wien als erster Vorsitzender, die Professoren Dr. Ricbner, Berlin, Dr. Wien, Würzburg, als Stellvertreter. — Kleine Kunstchronik. Der bisherige Wiener Korrespondent der „Franks. Ztg.", Dr. Hugo Ganz, ist an Stelle des verstorbenen Dr. F. Mamroth zur Leitung des Feuillewns der „Franks. Ztg." nach Frankfurt am Main berufen worden. — Mit einer Festvorstellung zur Geburtstagsfeier der Großherzogin von Hessen war im Stadttheater in Mainz ein Jubiläum für Kapellmeister E. Steinbach verknüpft, der zum 100. Male „Lohengri n" dirigierte. Der Verlaus der Vorstellung brachte Herrn Steinbach, dem zwei künstlerisch ausgestattete Theaterzettel mit den Mitgliedern der ersten und der hundertsten Wiedergabe von „Lohengrin" überreicht wurden, und den Mitwirkenden wiederholt reichen Beifall. — Die Großh. Hofbibliothek zu Darmstadt veranstaltet aus Anlaß des nächste Woche dort tagenden Kunsthistorischen Kongresses am 25. September eine Ausstellung von Handschriften mit Miniaturen, interessanten Einbänden und alten Holzschnittwerken. —> Der Porträtmaler Jakob Reimers, ein Mitbegründer des Düsseldorfer Malkastens, ist in Brühl, 79 Jahre alt, gestorben. Hoheit den göttlichen Segen. D. Pank, Geheimer Kirchenrat. Auf diese Telegramme gingen folgende Antwort-Depeschen ein: „Sehr erfreut über das treue Gedenken und die freundlichen Segenswünsche der 59 .Hauptversammlung des Evangelischen,-Vereins der Gustav Adols-Stistuna spreche ich allen Teilnehmern meinen wärmsten Dank aus. Möge die Gustav Adolf-Sache im deutschen Vaterlande immerfort eifrige Mitarbeiter finden zum Segen der evangelischen Kirche und ihre Glieder. Wilhelm I. 91" „Dem Evangelischen Verein der Gustav Adols-^tiftung danke ich aufrichtigst für seine mich sehr erfreuende Huldigung und begleite seine Versammlung mit den besten Segenswünschen. Wilhelm Ernst." Hierauf nahm Geh. Kirchenrat D. Spinn er-Weimar das Wort zu einer Begrüßung namens des Großherzogs Wilhelm Ernst. Namens der theologischen Fakultät der Universität Jena sprach Geh. Kirchenrat D. Wendt. Hierauf nahm Superintendent D. Dr. Hartung-Leipzig das Wort zur Erstattung des Jahresberichts, aus dem wir das Wesentlichste bereits mitgeteilt haben. — Daran schloß sich dis Ueberreichung der Festgaben, die alljährtta) den Hohe- Punk dert Tagung bildet, weil sie eine spontane Kundgebung der Freunde der Gustav Adolf-Sache in Stadt und Land des fest- gebenden Bezirks darstellt. Zunächst überreichte Luperintendent D. Braasch -Jena namens des Jenenser Gustav-Adols-Vereuis 6600 Mk. und außerdem von einer ungenannten Dame 500 Mk. Der Jenenser Frauen-Vereiu ließ durch seine Präsidentin Frau Tümp l i n g - Thalstein, welche in warmen beredten Worten dü Teilnahme für die segensreichen ^Bestrebungen des Vereins^ ausdrückte, 500 Mk. überreichen. Stiftsprediger Ar pe r-Weimar überbrachte als „Thüringer Pfarrspende" 947 Mk. Ein Schüler und eint Schülerin überreichten die Sammlung der Schulen des Weimarischeu Landes (1430 Mark) mit poetischer Widmung. Archidiakonus Jacobi-Weimar brachte 9100 Mk. voM Hauptverein Weimar und berechnete die Gesamtsumme der aus Anlaß der Versammlung im Festbezirk gespendeten Gaben, einschließlich eines Beitrages des Großherzogs von 500 Mk., auf insgesamt 27 729,35 Mark. Eine ideelle Gabe hat ein Nachkomme, Großmanns, des Vereinsgründers mit dessen aus dem Jähre; 1833 stammenden Bilde gestiftet, das vervielstÜtigt werden soll. D. Pauk sagte alten Gebern herzlichen Dank für das „Gold deö Liebe von der Saale". Den Beschluß der Versammlung bildeten) Ansprachen von auswärtigen Festgästeu. Pfarrer Stock m an u- Basel überreichte bei '.bnefer Gelegenheit 500 Fr cs. alsl Festgabe des Hilfsvereius der Schweiz und Pfarrer Oppoczenski- Böhmen 26 Mk. als Festgabe einer kleinen tschechischen Gemeinde. (Lebhafter Beifall.) Pfarrer Dedekind-Barmen ülierbrachte die ........ . w , _ „ tagende 59. Hauptversammlung des evangelischen Vereins der Gustav-Adolf- Stiftung ehrfurchtsvollen Huldigungs'aruß. Sie tri.gt in dankbarem Gedächtnis, waS je und je bu Fürsten des Hohen Eruefti- nischen Hauses der Sache des Evangeliums als ftarfc Beschützer und unferm evangelischen Liebes werke insonderheit als warme Förderer bis heute gewAcn sind, und erbittet für Eure Königliche Nestle'51™ Für Säuglinge, Reconvalescenten, Magenkranke.- 1 Märkte. Reichsanleihe 93.65 4% Ungar. Goldrente 4% Italien. Rente . 208.00 Berliner Börse, 21. Sept. Anfan-rskarse. Canada E. B. . . 202.00 227,70 30.20 112.20 142.90 126.60 227.60 65.50 139.50 - 155.20 . 127.00 . 227.20 . 140.00 . 171.20 . 139.70 . 200.40 83.70 93.80 84.00 93.50 92.00 97.90 98.10 92 80 102.50 65.80 66 40 92.10 90.80 93.70 143 80 48.50 84 60 92.10 95.30 do. Konsols do. Hessen Oberhessen Harpener Bergwerk Laurahütte Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose . . . zuge in der Nähe der Station Encarnacion (Mexiko) sind 32 Personen getötet und 33 verletzt worden. Die beiden Maschinen und mehrere Wagen des Schnellzuges sind zertrümmert worden. Die Schuld an dem Unfall soll den Lokomotivführer des Güterzuges treffen, der die Vor- . 93.10 - 188.00 . 30 25 . 140,40 . 127.00 Deutsche Bank . . Deutsch-Asiat. Bank * Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . , Kreditaktien .... Baltimore- und Ohio- Eisenlahn Gotthardbahn . . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staats bahn . Prince-Henri-Eisenbahn .' bernalt6eroä6r5tentraUCn ,ett imei 9a6tie6nten ' Zweck der weiteren Erwägung und Förderung der fachlichen Ausbildung zu der Armenpflege und sonalen Fürsorge. Ueoer Kinder-Heil- und Erholungsstätten berichtete Tr. Lohse, Direktor des öffentlichen Armenwesens in Hamburg. Er konnte die ungeahnte Entwicklung, die dieser Zweig der Jugendfürsorge genommen habe, feststellen. 1876 waren es 800 Kinder, die ihrer teilhaft wurden, 1906: 66 000. Neben die Heilstätten in den Soolbädcrn und Seebädern sind die Wald- erholungsltätten (jetzt 19) teils nur für die Tagespflege, teils auch für Nachtpflege eingerichtet, die Waldschulen für schwächliche minder, und besonders die in einer großen Anzahl von Ltädten eingerichteten Ferienkolonien getreten. Trotzdem ist noch viel zu tun. Besonders müßte Gelegenheit zu längerer Kurdauer nach französischem Muster,, die allein volle Erfolge verspricht, geschaffen, auf eine sorgfältige Nachpflege, die allein den Kurerfolg dauernd sicherstellt, Bedacht genommen werden. Tie Rechtssprechung das Bundesamtes für Heimatwesen habe den Armen- verivaltungen nicht nur das Recht gegeben, sondern geradezu die Pflicht auferlegt, auch ihrerseits erkrankte .Kinder, die dessen bedürftig sind, sofern diese allein Heilung erwarten lassen, in Heilstätten unterzubringen. Davon müßte, wie die Berichte der Schulärzte ausweisen, noch viel mehr Gebrauch gemacht werden. Der Mitberichterstatter Dr. Len nh off, Berlin wies nach, daß die vorhandenen Heilstätten gegenüber der Zahl, die ihrer bedürftigen Kinder bei weitem nicht genügen. Bon den etwa 16 Millionen Kindern in Deutschland seien etwT im _ $onntaS von 4—9 Uhr NurPehkan-Äpotheke offen. ä -i- MAG Gl-Würze kÄÄ weil sie hält, was sie verspricht. Elektriz. Lahmeyer . . . 119 zz Elektriz. Schlickert . . 102 55 Eschweiler Bergwerk . . 214 50 Gelsenkirchen Bergwerk . 201.30 Hamburg-Amerik. Paket!. 129*30 Harpener Bergwerk. , . 202.20 Laurahütte ...... 222.75 Nordd. Lloyd .... 11256 Oberschles. Eisen-Industrie 101’10 Berliner Haiidelsgog. Darmstädter Bank . ber Fürsorge für die A u s I a n d sd i aspo r a ' . der Pflege des Gustav Adoli'-Vereins-Gedankcn bei der reiferen Jugend. Um 7Vs Uhr abends begannen im Volkshaus und im Theatersaal zwei wiederum sehr gut besuchte offen tli che Versammlungen, in denen Diasporageistliche aus alter WrL über Leben und Arbeit in ihren Diasporabezirken berichteten. Den 3. und letzten Festtag leitete die zweite öffentliche Hauptversammlung im groß m Vollshaussaale ein. Nach Besprechung des Jahresberichts und der Nichtigsp.echung der Zentra lkasscnrechnung nahm Pfarrer Sperl- Arzberg (Cbcrirnnfen) das Wort zu einem Vortrage über: „Evangelisches Leben im Bayerischen Walde". Nachdem Pastor M e v e r - Antwerpen von dem Ableben eines der opferwilligsten Wohltäter des Gustav Adolf-Vereins, Louis Momm, in Forest bei Brüssel, Mitteilung gemacht hatte, der feit 1879 rund 212 400 Mk. für die Vereiusarbeit aufwendete, folgte die U e b e r r e i ch u n g der Gustav Adolf-Kinder- g a be im Gesamtbetrag.' von 10 273 Mark durch Pastor Bolck- mann-Bremen an die Gemeinde Gemünden, deren Beauftragter die Spende mit Dank.sworten entgegennahm. Für das große gemeinsame Liebeswerk, für welches vom Zentralvorstand die Gemeinden Ay-Senden in Bayern, Dittmannsdorf in Schlesien und L i p t h a l in M ihren in Vorschlag gebracht n orden waren, standen diesmal insae'amt 35 230 Marl zur Versügung. Davon waren 21 480 Mk. für die siegende, 6825 Mk. für die erste und 6925 Mk. für die ?-reite unterliegende Gemeinde bestimmt. In Ay-Scncen baue man, in Dittmannsdorf wolle man bauen und in Lipthal hat m -ri gebaut im Vertrauen aus die Hilfe der Glaubensbrüde'' im (i);n v Adolf-Verein. Er bitte die Abgeordneten zu entscheiden zi-.m Segen dem Empfänger wie der Geber. 107 Stimmen fielen für Ay-Senden, 123 für Dittmannsdorf und 64 für Liptl ck. Damit halte Dittmannsdorf die große Liebesgabe erhalten. (Lebhafter Veilall.' Prof, von H a a s e - Breslau stattete daraus den Dank der Schlesier ab. Auch die Vertreter der unterlegenen Gemeinden dankten für die willkommenen Gaben. Pfarrer Co r r e v o n - Genf lud dann zur Teilnahme an der Enthüllung eines Neforinationsdrnkmals int Jahre 1908 in Gens ein. Gießen, 21. Sept Marktbericht. Ank beutigem Wocbemncnlu kosteten: Buttcrpr. Pid. 1.20—1.30 Mk., Hühnereier 1 St 8 9 2 Stck. 00-00 Pfg., Gänseeier 10-00 Psg., Enteneier 8 Pw. pr. Stck. 6—8 Ps., Kasematte 2 Stck. 5-6 Psg., Erbsen v. P'd. 18^24 Pin ümsenp.Pfd.25-4OPfg., Tauben pr.Pr.0,80-1,00Rck Hübnervr V-t 1,00-1,60 9)if., Hähne pr. Stück 0,80-1,80 Mk. Enten m Psg.. CcRfenflcifcb v‘r. Pid vr. Pfund 80—82 Pfg., Schweine fleftchpr. Pfund ,0—84 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfd el C pr- dld. 80-90 Psg., Hammelfleisch pr. M - ^Welsche per Pfund —.— Kartoffeln pr. 100Kg. 0,x0rt fur I^ch verbrauchte. Später teilte her Te7,t° brieflich mit, er wolle Gr. zu seinem Genossen ernennen, or. l cm ^nedhofe trat dann eine vermummte Gestalt, die sich Luzwnke'/ nannte, mit Gr. zusammen und verhieß ihm 3 Million'!, Dann teilte der Angeklagte dem Gr. in der Hypnose mit hr. her Teufel ihm den Ort angegeben habe, wo die 500 Mk fnnV2 fcie ein Herr verloren habe Für 50 Mk. wurde dann briefL vom -teufel der Ort mitgeteilt. Als Gr an diesen Ort kam , ^ ^?Es Geldes einen Brief des NuftL in dem dies7r L teilte der Verlierer hübe leider das Geld schon selbst abaebön Gr solle aber nun endlich die 3000 Mk. geben Gr suchte m nneber Geld zu leihen Er erhielt dann vom Teufel einen Matz,' RÄ, ?^^°ttensur!l machte ihm Vrrwürie. daß er nenchiedcn "bgehott habe und diktierte ihm dafür eine StJ bon 57 Mk. zu. Gr. gab dem Angeklagten 20 Mk. mit de- •^ra9CL ’14 be? 3U Seben. Ta er die weiteren 37 nicht auttreiben konnte, bat er, ihm Ratenzahlungen zu gestatten Der Kaiser Luzwnke gewahrte ihm brieflich in Gnaden die Er laubnis hierzu. Gr. konnte aber nur 2.50 Mk., seine letzte Bar schäft, zahlen. Ein Produktenhändler, den Gr. um Geld»' beten , hatte, zeigte den Angellagten an. Gritschek war ab - noch w von furcht vor der „Rache der Geister" erfüllt, da. er auf der Polizei rede. Auskunft verweigerte und erst beichten als nn Polizeibeamter ihm glaubhaft machte, daß er selbst mi- dem Teufel verbündet sei. Die von Dreßler eingelegte Revision wurde vom Reichä- gencht verworfen. Dje nach- Anprall sind Sonntag, den 22. Senf, von i ?? Uhr ^^8 bis 12 Uhr naclfts nur lur dringende Bäile sicher anzutreffen. n21/ Dr. Geyer, Seltwsweg 64. — Dr Schliephake, Goethestr. 44, — Wagner, West-Anlage 49. Die Briese des Teufels. Aus Leipzig wird geschrieben: Eiire absonderliche Strafsache war vor dem Landgerichte Dres- oeu verhandelt worden. Der Laboratoriumsarbeiter Johannes Dreßler war der Erpressung und des Betruges beschuldigt Er wurde für schuldig befunden und zu sechs Monaten Gefängnis imb drei Jahren Ehrverlust verurteilt. Einer seiner Mitarbeiter, ein Mann aus dem Böhmerlande mit Namen Gritschek sagte ihm, er wolle rasch reich werden am liebsten mit Hilfe des Teufels, von dem sein Großvater einen magnetischen Taler erhalten habe, der immer wieder zu ihm zurückgekommen sei. Der Angeklagte machte sich den Aberglauben des sonst aufgeklärt erscheinenden (so heißt es im Urteile) Gr. zunutze und riet ihm, er solle ihn, Dreßler, hypnotisieren. Gr. tat das, und Dreßler stellte sich hypnotisiert. In diesem Zustande ließ er dem Teufel durch seinen, Dreßlers Mund, dem Gr. Mitteilen, mit einem Taler ließen sich jetzt keine Geichafte mehr machen, es müßten 3000 Mk. sein, die nachts an, emer bestimmten Stelle niedergelegt werden müßten. Gr solle sich unter einer gewissen Bank einen Brief wegholen, den der Teufel selbst ae,chrieben habe. Gr. holte den Brief, den Dreßler Mit Tinte geschrieben hatte, die erst durch Erwärmung an einer geweihten Kerze sichtbar wurde. Natürlich forderte der Teufel 3nnneiffr?rie 6 2?00 Mk. Gr. versuchte nun vergeblich |P9P- äu ^chen Der Teufel ließ ihn nun einen zweiten 't? a3e r Luzio n ke" unterschrieben war. Der -teufet teilte ihm darin mit, er wolle ihm d . — 3% Portugiesen Serie I . 3% Portugiesen „ III 4 % °l0 russ.Staatsanl. 1905 4/4°ln japan. Staatsanleihe 4% Conv. Türken von 1903 Türkenlose 4% Griech. Monopol-Aul. . 4% äussere Argentinier . 3°/0 Mexikaner . . . 4^°/» Chinesen . . , . Aktien: Bochum Guss Buderus E. W. .... Tendenz: fest. .... «Msfrau« widerlegt, als ob die Kindersterblichkeit eben nur die lebens- 6—0 Mk Zwiebeln pr Rtr 600—7nn 10£^- unfähigen mitnehme, die zu erhalten keinen Wert habe. Durch 20 Pfg Nüsse 100 ©tikP*5o nn 7,00 \ ^IcLver 5ltec geeignete Pflege könne aus scheinbar lebensunfähigen lebens- ^nt %'er' ©tfirt 10-15 .fl-'n ”7 S' kräftige Menschen gemacht werden. Äußerdem seien keineswegs ^wetschen per Ztr 4—5 M? ~~ nur die körperlich kräftigen Menschen für den Fortschritt der per Rtr 7—8 5j/f Markirpic nn« 10—25 Mg. Birnen Menschheit wertvoll. Die Statistik bestä^e unleugbar den \— a ^arftAeit von 8-2 Uhr.__ fügen Einfluß der Hygiene auf die Abnahme der Kindersterblichkeit. T eiefonischß " Mit der Wiederwahl ber ausscheidenden Mitglieder be§ des Giessener Anzeiffers - DeriC ite Zentralansschusses, wobei die Zuwahl auch von Frauen aus der Anzeigeis, Versammlung gewünscht und die Erwägung vom Vorstand zugesagt wird, schließt die Versammlung. S. 13^°^ Uan lese den Gießener Anzeiger ph gröhte und reichhaltigste Tageszeitung Gberheifens. ..... 4% Oesterr. Goldrente, . Auflage über 12000 Expl. 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