still ■ Die heutige Yummer umfaßt 10 Seiten. Prospekt Kirche im Beisein des Kaiser- Fran- die sich vollkommen zu verstehen scheinen, war Fräulein Kettling, anberrifft, so Was die Sängerin, Was besser ist, das ursprüngliche Trio op. 8 iombiu>tt£ c. .o.cn. £. fr würdig fliK BMk hlvlilq 3 Lasiti drei Künstler, vorzüglich. hier in der evangelischen 3ofcf statt. P eterSbur g, 20. Kreisen mit Bestimnttheit des TepescyenwechselS mir Nr. 17 Erscheint täglich außer Sonntags. ■ Lein Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit . em hessischen Landwirt ie Siebener Zamilirn | blätter viermal in der I Woche beigelegt und ■ zweimal wöchentlich daö llieUblatt sür den Kreis Sietzen. Fernspiech-An- ■ schlich s. d. Redaktion 112 -erlag u. Expedition 51 Jcagen der Macht und die Ehre und der handeln, yiebncr begrüßt bann den Reichs- Jan. Wie in den hiesigen diplomat. vertäutet, habe der Zar gelegentlich bent deutschen Kaiser aus Anlaß des Neujahrstages der bestimmten Lojsnung Ausdruck gegeben, daß es ihm möglich sein werde, in diesem Jahre mit dem Kaiser Wilhelm zusammenzutreffen und persönlich die Iber* sichcrungen treuer Freundschaft zu erneuern. \Utan glaubt, daß sich anläßlich der üblichen Nordlandreise deS deutschen Kaisers in diesem Sommer die beste Gelegenheit zu einer Begegnung des Zaren mit dem Kaiser Wilhelm bieten werde. abend za Gehör gebracht wurde, so ist das dankbar anzuerlennen, denn dazu ist selten genug Gelegenheit. Jedenfalls war dieses Werk das melodienreichste des Abends. Ueber die ausübenden Künstler ist das Urteil gelegentlich des Beetyovenabends zu verstörten. Herr Hegar spielt mit einer bewundernswerten Ruhe und Sicherheit, und jeder Bogenstrich zeugt von einer vollkommenen Beherrschung des Cellos. In der Sonate freilich ließ er etwas nach, aber im Brahms-Trio gab er wieder fein Bestes. Auch Herr Nebner bot uns ein ruhiges, wieder ausgezeichnetes Spiel. Vor allem aber sei des Herrn Prof. Trautmann gedacht, dem bie Hauptarbeit zugesallen war. Er entledigte sich ihrer musterhaft, und sein einfaches, diskretes Spiel sucht seinesgleichen. Freilich müssen wir zugeben, daß unser Beifall mehr den auswärtigen Künstlern gegolten hat und daß Trautmann vernachlässigt wurde. Umsomehr gebührt ihm an dieser Stelle reiches Lob. Auch der Gefamteindruck der urb ich betrachte c5 als einen gewissen Wendepunkt in un- V lerem Parteileben, daß am 1J. Dezem'ver konservative mb liberale Parteien mit den Verbündeten Regnrungen zusammnr- Iingen. Ich möchte, daß diese Verständigung vorbildlich wirrte Ir bie Behandlung anderer großer nationaler Fragen, und so von rm überseeischen Besitz ein günstiger Einfluß ausginge zur ’JiaÖigung der Parteikämpse, namentlich gegenüber dem Aus- »lande, jicbnet weist dann den ihm von dec Zentrumspartei ge* vtachten Borwurf zurück, als habe er nur einen Vorwanb für die Auflösung gciuchr, das Zentrum hätte so gut wie alles bewilligt, ' bie Auslosung sei unnötig gewesen. Er betont, in der Frage, nie Diel Truppen zur Nrederwerchrig des Ausstandes uno zur ^aöijijierung der Kolonien nötig seien, zeige es gegenüber dem Loren und bestimmten Verlangen der sachkundigen und verantwortlichen 3ieilcn für die verbündeten Regierungen keine Lckwenlungen. »Da die Mehrheit auf ihrem Standpuiiit bestehen blieb, jo mußte Deutsche» Ueich. Berlin, 21. Jan. Lire eine 'jctuion flti feen neuen Reichstag wird vom allgemeinen deutichrn .iuiiterver- banb ausgehen. Unter Hinweis daraus, da., oic vom Kaiser genehmigten neuen Beflinunungen über das ^upreifen und Auj^ treten von Dtilitärrapeiien vielfach umgangen werd.i, soll das D*o 11 ft ä n t> i g e Verbot des g e id c r b 11 d) e it 'JJt u) i $ i e • rens von Militär- und Aeamten-Musikern verlangt werden. , Dresden, 21. Jan. Ter Gouverneur von a,euticy-isber*h ’WfiU ifot. 1734) K ‘l’ebtefie 'jnQJD,l|ieL? ,re> - Söhiife Qut iw SE? fchafien, bie mit bein Reichskanzler und ben Bundesregierungen für diese Ziele eintrete; es wolle der Nation heute lagen, sie lulle des V-terianb über bie Partei-steilen, sie solle nicht kleinlich nab philisterhaft bie F ^wattigen Politik beha ... _ stnzler, bei durch ima Erscheinen im itrciic ber Professoren tib Gelehrten zeige, baß er die geistigen Krücke neuen den utate* i lIcii cüt5U|ä)ul'cit roihe^ Wir haben unter der berauschenden aiiiii-itlung dev neuen Reichtums unb der neuen Macht Teutsch* ibS seit 18-0 wohl ö.ters die geistigen Kräfte unterfchützt und .^r zu oft dis üi Ujierroort vergefien: „Es ist der Geiu, der sich D:it Körper bautV* . Zwcirer ^ammtrmuM-AbeuD. Gießen, 21. Januar 1907. Nachdem der erste KammermusikabenD int Quartett unfern größten Meister Beechoven uns hatte bewundern lassen, bot gestern ein Trio uns Perlen verschiedener M^er aus Der» siebenen Zellen. Mit Reckst hatte man H a h b u an ben Anfang gestellt. Denn für die gesamte Kammermusik wird der Name ks österreichis-.en Meisters allezeit einen goldenen Klang haben. 3fon gebüljn das Verdienst, den neuen Jnstrumentalstil ein» . geü'.jrt, das Naturell mit Der musikalischen Sästipfung verbunden y haben, wie es der sehnlichste Wunsch Goethes war. Von £al)Dn ging die Revolution aus, die das Itlaoier von den übrigen Instrumenten lo^trennte und nur mit den Streichern zu wenigen Gattungen intimer Kammermusik zuließ. Kammermusik und Symphonie wurden allmählich immer schärfer geschieden. Von dem gestern gebotenen E-moll-Trio ist nickst viel zu sagen. Alle drei Instrumente sind darin gleich berücksichtigt, boefo werden kleine allzu hohen Anforderungen an die AuSübenoen gestellt. Hatte Haydn uns ben neuen Jnstrumentalstll gebracht, so bot uns EhoPin den neuen Klavierstil. Dessen Musik ist lediglich für das Klavier erdacht, wirkt aber weit über dos Gebier dieses Instrumentes hinaus fruchtbar. Chopin brachte fein Instrument in Wettstreit mit dem Orchester. Tie Zahl seiner Sonaten ist ijfcin, aber diese wenigen sind bedeutend. Das opus 6d in G-rnoll der leugn er den Polen und seine Tanzweisen nicht. Bei seiner fillzu großen Länge geht aber manche Schönheit leicht verloren. Unb dann kam wieder Meister Johannes zu Gehör, den man in diesem Winter in Gießen wahrlich nicht vernachlässigt. Bot uuZ dock) ein Brahms- Abend einige seiner herrlichsten Schöpfungen. Aber jene Werke lassen Den Laien doch etwas kühl. Vor- ityidjen sind Br.'s Kammermusikwerke, die uns Persönliches vom estunratlon, nmcr verbunden milnrote WW tuuiL riitl Angebote unter 300 1 ^ener Anzeiger erbeie, Schmitt, üranHuri.2ir; K ykrrciuMaökkllaiuilii meüien oder zu verlaut ___«ab. VoberuboU pr. minoS u. Clon-An». blOlij Iben SJoüioritr. 4!i, n, s, 8000 Mark iguieSicherbeiizu leiben a Srisil. Äiiflcbüte uiuer st en Glehener Anzeiger r. DamtN'Mafllnkoliüon I). DiÄcr,fMcng.lll> e itzoriilwd-lscmkittjadt 2un6itni luÄt lur u- . Cenwil, fvlveuienMnehnm eti” c für Hicksen und Uni.it?:. .chMicheÄngeboiemrü i. Äiesener Anzeiger ciür Zchülcr einer höheren 8* alt findet gute Mion. » crwaiiuug der eil. Anfragen uiuer im tziiesener Ämeiger eitg ä lÄolpladSrnui« 9 Dcckelhüuöb Selohnung abiiifiiN sseobrrger Weg l* ir jlnfaui wird geivnm ügttbräüüer " » J'dhund * bie Regierung an baS Boll apvelieren. Man habe chm ferner das in ber Hitze ber Debatte gesprochene Wort vorgewor^en, baß nicht bie Parteien, sondern die Regierung die Verantwortung trage für bie Sicherheit unb das Ansehen bes Landes. Er halte diejes Wort aufrecht: die Verantwortung der Regierungen reiche weiter als bie der Parteien, sie allein trage bie moralische und politische Verantwortung in großen nationalen Fragen. In den Ansprüchen der Zentrumspartei, den verbüiideten Regierungen ebenso wie der Kciegslellung einen Teil bet Verantwortung ab- zunehmen, sehe er eine Uebcnpannung bes Machtgesühls einer Fra!- tion Er glaube, baß bas beutsche Doll eine jolcye Verschiebung ber Verantwortlichkeit zugunsten ber Parteien nicht wolle. Tas Bubget- recht bes bieichstags fei nicht verletzt und Volisrechte feien nicht in Gefahr, wie Zentrumsstimmen unb svzialiitifche behaupten. Tie Derbünbctcn 9ieoicrungen, betont Redner, bmk.'n nicht daran, die in der Berfas«ung gewährleisteten Rechte unb Befugnisse des Reichstags irgenbroie einzufchränien oder zu verletzen. W^r wollen aber roeber ein a o, olutistisches, no ch cm Parteiregiment; wir treten ein für einen Vcrfaffungs^ staat unb bas verfass ungsmäßige Recht. Liese hat m der Presse noch feinen ausführlichen Kommentar gefunden, doch scheint man sich nicht viel Wirkung von ihr zu versprechen. Die Voss. Ztg. schreibt: ES ist unverkennbar, daß Fürst Bülow sich lediglich m geschichtlich-alabennschen Unter- juchungen ergeht unb etwas offener mit der Sprache über seine nächsten Ziele heranSkommt, als in seinem Silvester- brtef. Freilich kann er anch jetzt ber Versilchlmg, allgemein theoretische Betrachlungen anznstcllcn, nicht überall wider- stehen, aber er nnterlüßt wenigstens solche Urteile über die Vergangenheit, die bei der bürgerlichen Linken nachdrücklichen Widerspruch Hervorrufen müssen und er findet auch schärfere Töne gegen das Zentrum, als er sie in seiner früheren Kundgebung anfällig. In einem Punkte geben wir dem Ncichskanzler vollkoinmen Recht: es ist müßig, auf Ver- jprechiingcn zu warten. ES gilt für den liberalen Wähler, Mann genug zu sein, sich selber Geltung zu ver- schaffen. Die Ta gl. Rundschau meint: Fünf Tage vor der Wahl find die Leidenschaften zu aufgewühlt, hat sich der Partei-EgoiSinus schon zu fest verbissen, als daß man allzu- große Hoffnungen auf die Wirksamkeit ber Kanzlerworte setzen könnte, ziinial sie gerade diejenigen Wähler, auf die sie in elfter Lmie wirken sollten, die sozialistischen und ultra* montanen, nicht erreichen. Der agrar. Dcll'.schen TageSztg. ist das bemerkens- werteste an dieser Rede, daß Fürst Bülow das Verlangen nach einer kraftvollen Heimats-Politik nut einer kurzen Be- nie düng abtut, die nichts Positives bringt und daß er die Aufstellung eine» Programms für feine künftige Regierung ausdrücklich ab lehnt. Der Pariser r2enip§fl bringt aber bereits einen Leitartikel über die Kanzlerrede, in dem es heißt: Die Rede ist interessant weniger durch das, was sie euthalt, als durck) Daß, was nicht m ihr gejagt wirb. Was ist das für ein Kim ftfeuerwerk, zu behaupten, Teutfchland müsse in feiner Koloinal-Polilik die Grundlage für seine innere Politik finden? Teutfchland ist em großes mächtiges Land, dessen Krall niemand uedennt, aber verdankt es feine Kraft etwa den Kolonien? Und auch Der Trau in, Konservative und Liberale^zu- i a m m e n marfäiecen zu lassen, erscheint sehr kührr. Srtbst wenn diese paradoxe Allianz zustande käme, könnte sie nicht Taner haben. Falsch find auch Die Angrtfje gegen die ausländische Presse, wenigstens gegen die französische. Wir find Zufchanec bei diesem Wahlkampf, nichts weiler, nnd haben nicht die geringste Lust, uns in die Gcfchälle anderer Länder zu niischen. Tie Feier des UrönungS-uud Lrdcnsfestes wurde auf Befehl des Kaiser^ ent Sonntag in Berlin in ber Üblichen Weise begangen. Nach bent Gottesbiensl begab sich bas Kaiserpaar unb Die Prinzen unb Prinzessinnen nach bem Marien- saal zur Tasel, nachbem oic Eingeiadenen im Weißen Saale unb Erstes Blatt 157. Jahrgang Montag 21. Januar 1807 vezaglp reit: Xb^. ik rnonaUicv7öPll, viertel- i^nvuvi i wiv iwv * i—« M M MM auswärts 20 Pfennig. __ Ä. <■ ** Verantwortlich tür General-Anzeiger für Gberhefsen MW ■^”c (llt ^cpc^cn: Rotationsdruck und Verlag der Srühsischen Unlo.-Vuch. und Zteindruckerei. H. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Lchulstratze 7. zeigei'ttell: Hans Beck W IßCV It’ljCn. , ———,I ■ywmwn Aus c£uö von der Klocke. Volkskonzert im evang. Arbeiterverein, au5* geführt vom Sängerkran z. Das vom Bereut Sängcckranz gestern baigebotenc Volkskonzert brachte „D a s Lieb von Der Glocke" von Schiller, vertont bucch Max Bruch. Die Ausiühruiig erjoigtc uma! Lellung bes Herrn Franz Bauer durch ben gemijcyten Etzov bes Sängeikrai'.zes, unter Mitwirkung von vier auswärtigen Solisten, foiüie dcr hiejtgen ^icgimcntslapelle, ber ftch noch musi- kalifche Freunbe angejcyiojfen halten. Die Gesamtdaroiettllig war vorzüglich. In elfter Linie find zu nennen bie Leistungen bes Ehors. Er sang mic dewunbernswerter Sicherhcck uno über» raschenber Kraft, lobflu er bem wuchtigen Orcyester selbst dann gewachjen bliü), wenn bie Bläser mit höchster Krall entsetzten. Die bedeutendste Leistung oes Ehors lag in dem lieblich und doch kräftig vorgercagenen, sehr melodw^en Chorjatz: „Denn mit Der ÖreuDe Feierlluiige". Die 5 o I i ü c n leisteten sehr schönes, be» jonders der Sopran. Die Altistin, bereit Stimme anfangs etwas belegt war, wuioe ipater lener unb beherrfa-te ihren Part. Ter Zenon : besitzt gute "JJiiUel. Die .'lusjprache war Nicht immer richtig, z. B. Sehnjock-t statt Sehnsuckst, hach statt ach. Vom Baß ibe bic anUrengenpe Partie bes „Meisters" ungewöhnlich schön ^rchges-hrt. ^amttiche Orchestermitglieber, Herr Mujikdicettor Strauße selber spielte bie Orgel, spielten ihren Part mit Begeisterung unb folgten ihrem Dirigenten ut allen Schattierungen. Besonders gi: waren Die Diijer in ber Begleitung bes Ehwcs: „Tausend flliß'ge Hände , besonders gui bas Orchester beim Ehor: „Hört Ihrs wimmern hoch vom Turm" nut )einer charaueristfichm Justrr.iNLNtaLioii. Graultg klang ber :?evolutionsmarsch nach d.r O.rophe: „lind a 'e Oa> er icalten frei". Bejonberes Lob gebührt bem Dirigenten, Herrn B a u e r. Er hat Chor unb Orchester ficher in der Hand, ec oewrejen, bag ec bejahigt ist, die schwierigsten Werte zu Dir:g.eren. liin wohlverdienter Loroeertranz wur» ihm überrechnt b...u- ^cn zweiten Vor,senden .ei evang. Arb: ^r.e.eüte, Herr.c :, >rt, der zugleich allen Mitwirtenden na:. . 5 des Vereins Umut Dank ausjprach. Die schone arbietung wir> den Zuhörern mcuz sobald aus bem Gedächtnis schwindertt Uhr Vermischtes. • Eisenbahnunglück in Amerika. Unweit Fowler in Indiana kollidierte ein Passagierzug der St. Louis- und Cincinnati-Bahn mit einem Frachtzuge. Ersterer entgleiste und wurde zertrümmert. Die Trümmer verbrannten vollständig. Dian zählt dreißig Leichen, vierzig Verletzte. Zehn unter den Trümmern emgeklemmte Menschen sind lebend verbrannt. 'Der französische Konsul in Lissabon, Despessailles, ist nach Veruntreuung von 70000 Franks verschwunden. Er war soeben nach San Paolo in Brasilien versetzt worden und verließ seinen Posten in L., angeblich um seinen neuen Posten anzutreten. Da sein Nachfolger noch nicht angekommen war, mußte er die Kasse dem Gesandten in Lissabon, Taillandier, abliescrn. Ec übergab diesem einen von ihm selbst ausgestellten Scheck auf ein Pariser Bankhaus, der jedoch nicht eingelöst wurde. Der Konsul ist nicht nach Brasilien gegangen und wird jetzt polizeilich gesucht. Ec ist seines Amtes enthoben worden. Ans StaSt nnd Land. Gießen, den 21. Januar 1907. "Vom Großherzgl. Hofe. Das Groß Herzog S- paar folgte am Samstag einer Einladung des Offizier-Corps des Garde-Dragoner-Negiments Nr. 23 in dessen Kasino zu einer Tanz-Gesellschaft, zu der auch die Schwester der Großherzogin, Prinzeß. Dorothea zu Solms-Lich sowie eine weitere Anzahl Gäste geladen waren, darunter der russischen Minister-Resident Staatsrat von Doubensky. Die Feier begann um 8 Uhr mit einem Souper, worauf gegen 9 Uhr der Tanz begann, zu dem die Regimentsmupk unter Leitung deS Musikdirigenden Schulz spielte. Die Tanz- ordnung war: Walzer: Lustige Witwe — Gold und Silber. Lancier und Walzer v. Faust. Polo — Bis früh um fünfe rc. Frangaise — Fledermaus. Menuettwalzec und La Zarinna. Lancier — Compliment au cour. Polo — Berliner Lust und Cake-Walk. Monte-Christ — Mondnacht durchaus nicht so freundlich gegenüberfteiyen, tote dreS feiten! der deutschen Börse der Fall ist. Im Gegenteil, dre Ziffern werden einer sehr strengen Kritik unterzogen und das Urteil geht nach der russischen Zeitung „Russy" bafyin, daß selbst eine konservative Duma dieses Budget nicht bestätigen könne. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 21. Jan. (Telegr. Orig.-Vericht de? »Gieß. Anz/). AnUl. 9b)ticrungen der heutigen Viehmarktpreise. Zmn Verkäme standen: 358 Ochsen, 98 ans Oestreich, 48 Butten, 4 ans Oesterreich, 0 ans Dänemark, 801 Kübe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 ans Dänemark, 276 Kälber, 303 Schafe und Hännnel, 00 Schaie ans Oesterreich, 0 Ziegen, 1548 Schweine. Bezahlt wurde für 100Pfund Schlachtgewicht Ochsenl. Onalität 80—85 Mk., 2. Qual 72—74 Mk., 3. Oiial. 62—65Tit.; Bullen l.Qnal. 71 bis 73 Mk., 2. Qual. 68—70 Mk.; Kühe 1. Qual. 72-75 Mk., 2. Qual. 68—70 B!k., 3. Qual. 58- 60 Mk, 4. Ougl. 00—00 Mk., 5. Qual. 00—00Mk. Kälber: 1.Qual. 102—104Pfg., Lebendgewicht 60-62 Ps., 2. Oiial. 88—96 Pfg., Lebendgewicht 53—57 Psg., 3. Qual. 68 - 70 Pfg., Schlachtge>vieht 68-70Pfg., Schafe: l.Qnal. 80-82, 2. Qnal. 00—00 Psg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 66—67 Pfg., Lebdgew. 53.00—00.00 Pfg., 2. Qu.65- 00Pig., Lebend- gew. 52.00—00 Psg., 3. Qnal. 56—58 Psg. Lebendgew. 00 P>g. Markt bei Hornvieh mittelmäßig, Ueberstand unbedeutelid; bei Kleinvieh gut, fern Ueberstand. fc. Frankfurt a. M., 21. Jan. (Qrig.-Telegr. des „Gießern Anz/) Amtliche Notiernngen der beuligen Fruchtmarktpreise. Weizen Alk. 18.75-00.00, 'Knrhessiscber Mk. 18.75—00.00, La Plata Pik. 19.75—20.25, Kansas Mk. 16.50—16.75, Roggen (hiesiger) Mk. 16.50—16.75, Gerste (Wetteraner) Mk. 17.00—17.75, Franken- felder Mk. 18.50—19.25, Hafer 17.50—18.50, AiaisMk. 13.50—13.75 Weizenmehl 27.00—28.25, M. 00—00, 2. Qualität Mk. 25.00 bis Alk. 26.25, 3. Qualität Mk. 23.25—23.75, Rogaenmehl 0 "Pik. 25.00—25.50,1. Qualität Mk. 24.00—24.50, Weizenkleie Pik. 10.00 bis Aik. 10.50, Roggeillleie Pik. 11.00—11.25, Maiskeime Mk. 11.00 bis Pik. 11.50, Franken, Pfälzer, Ried Pik. 18.00—18.50. Alles per 100 Kg. ab hier. Original-Drahtmeldnngen. Berlin, 21. Jan. Im Wahlkreise Nieoer-Varnim, brt seit 1890 im Reichstage durch den Sozialdemokraten Stadt-. Hagen vertreten ist, kam es noch zu einer gemeinsamen Kan- dida tur der liberalen Parteien. In einer liberalen Wählerversammlung in Tegel erklärte Professor Dr., Gurlitt, daß er von seiner liberalen Kandidatur zurücktrete und für den nun-, mehr alleinigen nationalen Kandidaten Bürgernlelster Ziethen aus Lichtenberg eintreten werde. * Posen, 21. Jan. Für tue Er.zbifchofswahl macht man sich auf nicht unerhebliche Schwierigkeiten gefaßt. Man hält es nicht für unmöglich, daß keiner der von beni Domkapitel vorgeschlagenen Kandidaten Stabiewskis Nachfolger wird. Domherr Klinke hat große Aussicht, hat aber erst das 37. Lebensjahr vor kurzem überschritte^ Vorher hat Klinke als Geistlicher an einer deutsch-katholischbn Kirche und als Religionslehrer gewirkt. Er ist ein ausgesvrochener Gegner des National-Polentums und hat als energischer Vertreter des Deutschtums innerhalb der Geist- iichkeit von sich reden gemacht. Münch du, 21. Jan. Kolonialdirektor Dornburg ist hier eingelroffen. Er machte im prinzlichen Palais seine Aufwartung bei den Ministern. Am Nachmittag fand zu seinen Ehren beiui preußischen Gesandten Grafen Pourtales ein Essen statt. Heute vormittag empfing Prinz Ludwig den Kolonialdirektor in Audienz und zum Vorträge, worauf der Ministerpräsident Freiherr von Podcwils ein Frühstück zu Ehren Dcrnburgs gab. Lille, 21. Jan. Bei Fourmier stießen zwei mit Koks beladene Güterz üg« zusammen, wobei zahlreiche Wage» zertrümmert wurden. Die beiden Maschinisten erlitten teliensgefährlicheVerletz ungen. Tas übrige Personal konnte sich durch rechtzeitiges Abspringen retten. Der Materialschaden ist bedeutend, der Verkehr auf dieser Linie sür längere gelt gesperrt. Newyork, 21. Jcm. Aus Kingston wird gemeldet: Gestern ereignete sich ein Zwischenfall, der möglicherweise zu diplomat. Schwierigkeiten zwischen England und den Vereinigten Staaten Anlaß geben könnte. Der Gouverneur von Kingston hat iu einem Briefe an den amerikanischen Admiral Evans bie Unterstützung abgelehnt, welche von den Vereinig- tenStaaten angeboten worden war. Infolge dieses Schreibens wurden die amerikanischen Marinetruppen zurückgezogen und auch die gelandeten Vorräte, Dieöuanxentc und Gelder an Bord zurückgebracht. In einem Briese an den Gouverneur erklärte der amerikanische ftommmibant, daß ihm unter diesen Umständen nichts anderes übrig bleibe, als Jamaika zu verlassen. Das amerifan. Kriegsschiss, sowie zwei andere Dampfer, welche Proviantvorrätr nach Jamaika bringen wollten, haben daraufhin sofort die Ankci gelichtet. Der Zwischenfall ruft unter der Bevölkerung grob« Erregung hervor, umsomehr, als in verschiedenen Gegenden bet Insel Vorräte und Geld dringend gebraucht werden. Wie au5 Kingston weiter berichtet wird, Belauft sich die Zahl der verschwundenen Personen auf 1745. 25 bei dem Erdbeben Verwundete find gestern geftorbeiu 20 000 Menschen sind ohne Mittel und Obdach. 30 hervorragende Kaufleute werden noch vermißt und sind vermutlich tot Der Dampser Prinz Waldemar ist ein vollständiges Wrack. Bei den Ausgrabungen in der Myrttc Bank und im Hotel wurden zahlreiche Leute tot aufgefimden. Man sand, unter den Trümmern auch viele Juwelen. der Hofgesellschaft erscheinen werden. • • Pfarrpersonalien. S. K. H. der Großherzog haben den von Sämtlichen Ricdcsel Freiherren zu Essenbach aus die eogng.Psarrstelle zu Udenhausen, präsentierten Katecheten Christoph Möbus zu Nürnberg für diese Stelle bestätigt. * * Der ob er hessische Geschichtsverein hat den ür den 24. Januar vorgesehenen Vortragsabend auf den 7. Februar verlegt. ** Der Lokomotivbeamtenvercin Gießen feierte am Samstagabend im Saale des (Safe Leib sein 11. Stiftungsfest, verbunden mit der Feier des Geburtstages S. M. res Kaisers. Der Vorsitzende des Vereins, Lokomotivführer Möller, legte in einer kurzen Ansprache die Ziele des Vereins )ar und forderte auch zum ferneren Zusammenhalt und zur Einigkeit auf. Seine Rede klang in einem Hoch auf Se. Majestät, den Leiter der Staatsmaschine, aus. Ein sehr reichhaltiges Programm, Theater (Trudchens Schatz), Vorträge und Musikpiöecn, hielt die zahlreich erschienenen Mitglieder und Gäste in fröhlicher Stimmung. Der darauffolgende.Tanz, der Alt und Jung bis zum Paten Morgen vereinigte, bildete den Schluß der würdig verlaufenen Feier. — Der eigentliche Schluß fand allerdings erst am Sonntag nachmittag statt, wo sich sämtliche Teilnehmer zu einer feuchtfröhlichen Zusammenkunft im Vereinslokal Felsenkeller vereinigten, wo auch die, die beim Tanz zu kurz gekommen waren, das Versäumte ngchholen konnten. ** Von den Hilfsschulen. Das Großh. Ministerium des Innern hat n. d. Frkf. Ztg. bie sehr wichtige Anordnung getroffen, daß alljährlich bei der Schulentlassung der Zöglinge der Hilfsschulen eine genaue Qualifikation der- elben in physischer, intellektueller und moralischer Hinsicht stattfindet. Die so entstehenden Verzeichnisse iuerben später der Militärbehörde übermittelt, damit bei Ableistung ber Militärpflicht die ehemaligen Hülfsschüler in körperlicher unb geistiger Hinsicht die o nötige individuelle Beurteilung unb Behandlung erfahren L nnen. Hie Auslösung des Reichstags, Fleischteuerung, Vrausteuer, Fahr- i tartenfreuer, Auw mobil-, Tcmllämen- urtd Zcgar^tensteuer.iowre : über seine Stellung zmn Toleranzcmtrag und zur Vergütung für . Manöverschöben sprach, machte auf die Zuhörer einen autierit künftigen Eindruck. Es msuß anerkannt werden, batz! Dr. W. mit keiner» Worte einen 1 einer Gegner berührte. W.e anbcr^ dagegen der gestrige Abend, - wieder vollbesetzter Saal, wenn auch nicbt alle Frew.be des Redners, Bind ew ald. Nach einigen Ausführungen betteffs ^iidwestafrika ^ug der Redner einen anderen Ton an imb brachte nun eine abfällige Kritik Über Dr. Wollan vor. Man kann sagen, er, ließ kein gutes Haar an ihm. Mangel an Fleitz bei dem Beiuche der Rei^- tagsv er Handlungen, Versprechungen für eins eine Orte, welche von vornherein als nicht ausführbar betrachtet werden muhen, das Eintreten für bie Fahrkartensteuer, Wallaubrucken, kurz alles mußte herhalten, um dem Gegner etwas am Zeuge flicken zu können. Jnbezug auf die Fahrkartensteuer bezichtigte der RÄmer Dr Wallau der Doppelzüngigkeit: vor der «’nen Wahlversammlung rühme er sich, für diese Steuer gestimmt zv haben, in der aubern .heimse er wieder den Dank dafür ein, gegen biefc Steuer gestimmt zu haben. Daun zog Herr B. gegen den „Gieß Stnj. los. der Nummer vom 18. August soll er eine Notiz gebracht haben, wonach Wallau für die Zigarettensteuer gestimmt habe. Ihre Zeitung habe, trotzdem vielfache gegenteilige Zufchriften an Sie ergangen seien, nicht für nötig erachtet, diese Mitteilung zu widerrufen. Hoffentlich geben Sie Herrn Binbewald nun gerounwic Antwort, wir werben sie ihm bei der Wahl geben. Die Antwort kann der Berliner Maler und Bauernfänger haben. Weder in unserer Nummer vom 18. August noch einer anderen aus jenen Tagen ist, wie wir uns sofort überzengt haben, auch nur ein Wort von der Zigarettensteuer enthalten, geschweige denn von Dr. WallauS Stimmabgabe darüber. Also Herr Bindewald hat da in Schlitz einen üblen Wahlschwindel verübt, der um so belastender für ihn ist, als uns von keiner Seite unb niemals eine Zuschrift darüber zugegangen iftll Wir haben un§ überhaupt nicht für die Stellung Dr. WallauS zu dieser Frage interessiert, wissen auch gar nichts davon. Die Mehrheit der nat.-lib. Partei und unser Abg. Heyligenstaedt ist allerdings für die Zigarettensteuer eingetreten. Und ist denn das so schlimm? Rauchen etwa die Vogelsberger Bauern Zigaretten, die nun durch die Steuer teurer geworden find? Oder sind nicht Zigaretten besonders beliebt in den Großstadtcasös, in denen beschäftigungS- und brotlose Maler, sowie andere Kunstbeflissene und vornehmlich überflüssige Müßiggänger herumzulungern pflegen? , In Grebenhain fand, wie unS drahtlich gemeldet wird, am gestrigen Sonntag eine antise m it is che Wä h l er- Versammlung statt, in der der antisemitische Kandidat Bindewald heftige persönliche Angriffe gegen Dr. Wallau richtet« ES kam darüber zu lebhaften Lärmszenen und die Versammlung nahm einen so stürmischen Verlauf, daß sie schließlich polizeilich aufgelöst wurde. Friedberg—Büdingen. AuS dem Friedberger Wahlkreise, 21.Jan., wird >unS geschrieben: Gestern abend sprach vor überfülltem Saal im „Hessischen Hoi" zu Butzbach dec Kandidat der „Vereinigten Linksliberalen" Dr. Strecker in fast zweistündiger Rede. Zunächst wies er die Angriffe von sich, die auf ihn von gegnerischer Seile gemacht wurden. Sodann verbreitete er sich über die einzelnen Punkle seines Programms, dem er das Frankfurter Mmdestprogramm ber freisinnigen Parteien zugrunde legte. Er geißelte die von gegnerischer Seile bewilligten indirekten Steuern als unliberal. In längeren Ausführungen sprach er über die Zollpolitik seiner Partei. Ferner wies ec aus alle die Punkte hin, für die seine Partei zum Wohle der wirtschaftlichen, moralischen und iutellekluellen Lage der Landbevölkerung und der arbeitenden Klassen einzutreten bereit sei. Mit der Aufforderung gedrn den auf reaklionärem Boden stehenden Agrarier Grafen Dnola für den wirtlichen Lide- ralismus einzutreten, schloß der Redner seine mit großem Beifall ausgenommene Rede. Zur Diskussion meldete sich der Landwirt iH ä u s e r von Nieder-Wcisel, der mit der Zollpolitik seines Por- iredners nicht einverstaiiden schien und and) seltsamerweise sür das Bestehen bleiben der F i d e i k o m m i s g ü t c r als Segen iür die Landwirtschaft eintrat (der Vorredner trat nämlich füv deren Abschaffung ein). Rechlsaiiwalt Tr. Brücher aus Bad-Nau- heim, der den Vorsitz führte, schloß die Versammlung mit einem Hoch aus das Vaterland. In G a m b a ck) sprach am 19. Jan. Dr. Strecker vor zahlreich erschienenen Wählern. Seine Ausführungen wurden hier in der früheren Hochburg des Freisinns sehr beifällig aiügenommen. In Steins urt sprach am Sonntag vor zahlreichen Zuhörern der Vertrauensmalm der Vereinigten Linksliberalen Tr. Brück) er aus Bad-Nauheiin. Seine Rede ergänzte der Kaiididat der Partei, Dr. Strecker, und beide Herren sanden mit ihren klaren Ausführungen reichen Beifall. Man schreibt unS aus Friedberg, 20. Jan.: Auch in unserem Wahlkreise hat bie Wahlagitation, die seither sehr ruhig verlies, schärfere Formen angenommen. Heute fand eine sehr gut besetzte Versammlung des Bundes ber «Landwirte unter dem Vorsitz des Juftizrats' Windecker in dem -Saale der drei Schwerter statt. Es sprach Grfaf £) r io I a, .unser seitheriger Reichstagsabgeottmeter. Mit seinen liberalen Forderungen unb Versprechungen mußte man jich einverstanden erklären, sprach er doch vor säst nur städtischen Wählern. [ Sein Adlatus Hirsche! hat sich, um nicht aus ber Rolle 'zu fallen, auf bas ländliche Gebiet begeben, wo er sich erher widersprechen kann. .Wenn man die Wahltaktik dieses Herrn Herrn betrachtet, fo glaubt man sich nach Wildwest versetzt, aber nicht in der goldenen Wetterau zu sein. So bekämpft er im hiesigen Wahlkreise seinen Gesinnungsgenossen Bähr, 'während er im Wahlkreis Gießen den Gesinnungsgeirossen Bährs durch Wahlreden in Echzell, Berstadt usw. unterstützt! Wir fragen, was für ein politisches Bekenntnis hat Herr Hirschel 'jetzt? Unb was für eins wirb er nach ber Wahl haben? Die sozialbemokratifchen Radauverfammlungen ausgenommen, findet sich wohl keine Parallele im ganzen deutschen Reiche zu ber Wahltakttt unb Schreibweise bes Herrn Hirfchel. ^Jn "feiner „Volkstracht" vom Samstag macht er einen rohen "W t tz über bie R amen der drei Gießener Kandidaten (Köhler nennt er dabei seinen „bewahrten Parteigenossen". Gehört denn Köhler loie Oriola zur nat.-lib. Partei?), indem er ein körperliches Gebrechen des einen ins Lächerliche zieht. Unb ein solcher Mann verlangt von seinen Gegnern einen sachlichen Wahlkampf! Ich habe 30 Jahre lang Wahlkämpfe an vielen Orten mitgemacht, aber einen solchen Schreier, von bern man nicht einmal weiß, was er roill, ist mir noch nicht vorgekommen. In ber Stadt nationalliberal, auf dem Lanbe Agrarier unb im Wahlkreis Gießen deutfch-fozial. Einen Charalier aber bringt Herr H. nirgends mit Manche Wähler chaben zwar bas bunte Vielerlei gern. Inwieweit aber dieser Mann dem Grafen Oriola von Nutzen ist, bas wirb die Reichstagswahl Seigen. In Berlin werden fast sehen Tag anarchistische Volks- ^versammlungcn stattfinden, in denen gegen das Parlament lunb das Wählen Stimmung gemacht werden soll. Das anarchistische Hauptocgan freie Arbeiter* wurde in zahlreichen JabriketabliffeinentS mit einem das Wähen verspottendem Titelblatt verbreitet: Auf einem Berg steht eine große Wahlurne zu der sich ungezählte Ochsen drängen. In 2einem Leitartikel ,Stimmvieh oder bewußte Klassenkämvfer" werden die Anarchisten dringend ersucht, den Wahlen fern- zubleibcn. Zwei Hohcnzollcrn erkrankt. Prinz Heinrich, der Bruder des Kaisers und Schwager unseres Großherzogs, ist am Samstag, wie dec .Franks. Ztg.« gemeldet wird, im West-Sanatoriurn zu Berlin von Professor Sonnenburg an Blinddarm-Entzündung operiert worden. Nach anderen Meldungen hat sich der älteste Sohn bc§ verstorbenen Prinzen Albrecht, Prinz Friedrich Heinrich, wegen einer Halskrankheit in ärztliche Behandlung begeben muss en. Fasnilie «-Nachrichten. Gestorben: Frau Atarie Atmuitopfs, geb. Fischer in Mcu> burq a. Lahn. Giessener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Dienstag, c * 22. Januar: Vietsach neblig. Keine erheblichen Niederschlage. 51 äHer. Später Frosi. Veränderlicbe Winde. 2c. S. K. H. der Großherzog sowie die Prinzessin Dorothea beteiligten sich sehr lebhaft an den einzelnen Tänzen. Tie Großherzogin tanzte einen Lancier sowie Walzer mit den Regiments-Adjutant Leutn. von Schröder, Oberleutnant Graf von Büdingen und Rittmeister von Harnier. Um 1 Uc- nahm das sehr animiert verlaufene Fest sein Ende. — Im Neuen Palais findet am Donnerstag den 23. d. M. ein Thöe dansant statt, zu dem ca. 50 Damen und Herren Nrrrrst nnd LVisjen-chaft. — Berner alsDuellgegner. Der verstorbene Berliner Altineister des Strafrechts mar nicht nur ein Vorkämpfer gegen die Todesstrafe, sondern auch ein schatter Gegner des Duells. Er erklärte es nidit nur unverträglich mit der öffentlichen Ordnung, sondern auch mit der Gerechtigkeit. ,Tenn erfilid)', so Sagte er, »erleidet der Beleidiger im Zweikampfe ost ein Hebel, melckies mcit über das Maß der Beleidigung hinausgeht Sodann aber ist es ja ganz zufällig, ob der Beleidigte auch der Sieger sein wird. Wenn er nun im Zweikampf unterliegt so bekommt er zu dem unvergoltenen ©dumpf noch die Körperverletzung oder büßt gar das Leben ein. Schon der dem Duell zugrunde liegende Gedanke, durch feinen Mut die Ebrenhastigkeit zu beroeifen, ist unrichtig, denn bloßer Mut ist ost auch bei den ehrlofesten Böfewichtern vorhanden. Im Widerspruch ist das Duell endlid; auch nut der Religion. Wer die Stiinine achtet, weld;e rief: „Liebet eure Feinde, segnet, die end) fluchen", kann iiidgt dem Grundsätze folgen, daß Beleidigungen mit Blut getilgt werden müsSen." gpidplat der «rrinigte« Frankfurter Ztadttheater. Opernhaus. Dienstag den 22. Januar, abends 7 Uhr: „Die Jüdin.* SchausPielhanS. Dienstag den 22. Januar, abends 7 Uhr: „Die HennannS- fdjtnfbt." Lttrchliche Nachrichten« Evangelische Gemcinvc. Montag, den 21. Januar, abends 8 Uhr: Bibelstunde int LukasSaal. Text: Pbil. 1, 12.Pfarrer Euler. GerichLssaaL. — Professor Dr. Pannwitz aus Berlin wurde vom Landgecid)t in Hamburg zu einem Tag Festungshaft verurteilt, weil ec dem Hamburgec Rechtsanwalt Dr. Suse wegen Beleidigung eine Tuelttorderung hatte überbringen lasfen. ProiesSor Pannmitz erklärte, er habe zu in Duell fordern müssen, da ihm anderensalls das Uniform tragen verboten worden wäre. Tas Gerid)t erklärte, daß der sd)wer beleidigte Angeklagte iüd)t anders habe handeln können, unb daß deshalb das StraSmindestmaß angebracht erfd)eine. Hamburg, 19. Jan. Oberstabsarzt a. D. Professor Dr. Pannwitz, ber anläßlich ber Prozesse, bie sick) ferner Tätigkeit unb den Austritt aus ber Madeira-Gesellschaft anschlossen, den Rechtsanwalt Suse wegen einer beleidigenden^Bemerkung zum Duell geforbert hatte, wurde gestern von ber Strafkammer zu einem Tag Festungshaft verurteilt Festgestellt würbe, daß die Herausforderung durch eine anonyme Anzeige, ber Suse jernslanb, den Behörden bekannt würbe. Handel nnd Verkehr, Volkswirtschaft. Aus ber Kaliindustrie. Das' Provisorium zwischen den Deutschen Kaliwerken und dem Kalisyndikat ist abgelausen, ohne verlängert zu werden. Tie erstgenannte Gesellschaft erklärt jedoch, nicht in einen Kampf mit dem Syndikat treten zu wollen. Tas Syndikat wird bie Salze der nunmehr außensteheiiden Ge- sellschail unöeränbert abnehmen, bis man zu einer Einigung wegen bes definitiven Beitritts gekommen ist. Die Evtscheibung wiro " >. Ende des lausenden Alonats erwartet. • r u | f i | d) c © t a a t s b u b g e t. Es verlautet, baß bie ruj Finanz-, und Banttreise dem Bubgec oes Finan^imisters sanft dem Herrn entschlafen ist. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Hfl Giessen (Schottstr. 7), den 21. Januar 1907. 546 Giehen, Januar 1007. 437 iUlnrttfttahe 517 0468 Inventur Bekanntmachung. ßis Mittwoch, den 23. Januar Leben wir einen Posten Kit $ Mann. Giessen (Kreuzplatz 9), den 20. Januar 1907. Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag 3 ühr von der Kapelle des alten Friedhofs aus statt Matzen MA «noetoffen bei teilst. -'n-e. — Todes-Anzeige. Samstag abend 10 Uhr entschlief sanft nach längerem Leiden unsere gute Üvtutier, Grogumuer und Schwreaer- muttcr 10471 Krau Dorothea Jlk Witwe lKMIing im Alter voir 76 Jahren. Im Namen der tranernden Hinterbliebenen Ludwig Biedenkopf. Giehen lLiebigstr. 35), den 21. Januar 1007. Die Beerdigung findet Dienötag, den 22. Januar, nachm. 2*/iUhr von der Kapelle des neuen Jriebhoses aus statt. Technikum Slrelitz in Meckl. (2 Bahnstunden von Berlin) Höhere und mittlere Fachschule filr Hochbau, Tiefbau, Baninge- niearwesen, Tit»chierei und verwandte Berufe, Maschinenbau, Elektrotechnik. Tie lraumcku Hiuterblilbcueu. Gießen, Frankfurt a.M., 21. Januar 1907. R' Der Unterricht wird nach Methode liittenkofer erteilt, schliesst genau au erweisliche Vorkenntnisse an und ist im Konstruieren und Entwerfen Einzelunterricht. Daher: Täglicher Eintritt. KeinKlassensystem. Programme sowie jede gewünschte Auskunft durch das Sekretariat 533 Allen denen, die mir während der Krankheit und beim Hinscheiden meines lieben Gatten, unseres treuen und iürsoigenden Vaters und Binders so tröstend zur Seite standen, sagen herzinnigen Dank. Besonders seinem edelgesinnten und wolilwol.enden Cliet, den Beamten und Arbeiterpersonal der Firma H. Schafistaedt, sowie Herrn Planer D. Schlosser ihr die Trosiesworte am Sarge. In tiefer Trauer: Lina Wagner Wwe. und Kinder. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der schweren Krankheit und der Beerdigung unserer lieben Mutter, Schwiegermutter und Großmutter tawrfiiiftfplittmmllhii. sagen allen Teilnehmenden, insbesondere der Gemeinde Steinbach, herzlichsten Dank Statt jeder besonderen Anzeige. ' Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, dass heute morgen 7 Uhr unsere gute, treucorgende Mutter, Grossmutter, Urgrossmutter und Tante Frau Carolin© Schmidt Ww geb. Weidig Uhr'« »Die Jüdin.* d. 7 Uhr: »Die Hermans reinwollener Flanelle für Blusen, Mattinö- und Hauskleider zu den aussergewöhnlich billigen Preisen p. Meter zu Mk. 0.95u. 1.35 ab Reeller Wert Mk. 1.60 bis 4.00 WZ '• Sfi: -Ä 311 *» 150 JWnme6l < ferne 911. UP .18.00—18^0. gjQ.g e6 Bersteigernng. Tieustag, dcu 22. d. MtS., nachm. 2 Ubr versteigere ich Weu» stabt 55 datzier gegen Barzahlung 1 Dampfmaschine, 1 Billard mit Ballen, Schuhe u. Stiesel, 3 Drehbänke, 8 Wirtstische, 1 Svieael- schrank, 1 Buffet u. andere 'JufbeL 53U Born, Gerichtsvollzieher. Holzversteigerung. DienStag, den 29. Januar, werden auS der.: DistriLtenTiefstrrUL (Hirtsprungl und Buchwald versteigert: ^cheiter, Rim. 8S5 -pua»cn L KL (29 ?)tm. Felaenhol z>, 2aS Buchen 11. Q.L ÄituppeL ■44 Buchen, 1 Hainbuche,27Eichen,!Birke,6^Zlchtenll.^l-Änuvvelreing, !>lm.: 7 Eicken, 2 Härchen, Gewöhirltch heilig, Jim.. 1061 oiimcn, S Eschen, 174 Eichen (1. Durchforstung tm ö1’d)iuaicrn*, 2p t$id)ten i nie in dürr, Boimenuangeni. Stöcke, 3rtn.: 21-1 Buchen, 10 Nadelholz. Das blau unterstrichene Holz tonmu nicht zum ' Buchwold, J'ifchwäsem und Liemruth zerstreut i ewungen. kreise ^^r-darniiL ” ' goiialbenwfralen «Bf- ir gemeinsamen^ »ien. Zn einer lüm-' 'Professor Tr. AM, nitftictc und für btn » teil Bürgmneiltcr äia» als «i-her k ,ü Keligwnslehrer 9^ ihtums innerhalb der l- ibirettor Dernburg )L Nachmittag R '„fing P-wi-E.s ”$ d«ge, bLilB ' ier |tie6en SS«» .vobei i°h>E A. ;en. Das 3eyc9JlakD6 ^dieser Linie ,'ü- Todes-Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, dass unser innigstgeliebter Sohn, unser lieber Bruder, Schwager u. Onkel Herr Ludwig Schleenbefiker Samstag nachmittag 4^ Uhr nach längerem Leihen im 21. Lebensjahre eantc entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Wilhelm Schieenbecker. Heuchelheim, Dutenhofen, den 21. Januar 1907. Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag 1 Uhr vom Sterbehause, Brauhausstrasse, aus statt. 547 "Räumungs-Verkauf. •isS&S al. 72^'H’ ol 71 Ich habe mich hier als Rechtsanwalt gelassen. Bureau und Wohnung befinden sich Seilersweg 70, II. (im Hause des -Herrn E. Metzger) Paul Hornberger, Rechtsanwalt. Gebrüder Imheuser Giessen ♦ Marktplatz 9—10 „ Beginn der Berswigermig Vs bet ’Jlx. 1 am Jrrhausweg, wosewst das zerstreut versteigert wirb. Weitere Auskunft erteilt Schmitt zu Eichelödors. Eichelsd o rl, den 19. Januar 190/. „ ..... . w Grohh. Ob erforderet Eichelsdorr gston wird gew^u r/v von den Jsgga » I ____________... ^'!*a**W pX halbferti^e "Roben " °°L-und bis dahin zur Hälfte des bisherigen Preises. 'ichasi. Ter verstorbene Attlin^ U' -'n Dvrkämvse. icharler Eegne ettraqltch mit der ö£ ,Tenn erstlich' meitampfe ost ein Uebü ‘."Ö lnnausgehl. eobar- •fll® auch der Eieaer lei- [o bekomm! » , rperverlehunq oder büE I zugrunde liegende 6t- l’eit zu beweisen, ist un- 1 ehrlosesten Bösewichten eu endlich auch mit bei uel: »Liebel eure Feinde m Grundsätze folgen, bai innen.' lsmtn ztüdtthrattt. richten, ucinöc. 8 Uhr: Bibelstunde ic Planer Euler. ichten. opü, geb. Fischer in Mc In das Handelsregister Abt. A wurde eingetragen: 1. Tie Firma' Ernst Block & Co., Steinindustrie Gießen zu Gießen ist erloschen. 2. Bezüglich der Firma Gcbr. Scheel zu Gießen: die offene Handelsgesellschaft ist durch das am 1. Januar 1907 erfolgte Ausscheiden des Teilhabers Heinrich Roth erloschen. Geschäft mit Aktiven und Passiven ist auf den anderen Teichaber 2llbert Scheel übergegangen und wird unter der alten Firma weitergeführt. 3. Bezüglich der Firma Hamburger Engroslager, Alexander Salomon & Cie. in Gießen: der Kaufmann Arthur Treyfuß ist als Teichaber m das Geschäft eingetreten und wird das Geschäft umer der allen von dem seicherigen Inhaber und dem beigetretenen Tellhaber weitergeführt. Beginn dev offenen Handelsgesellschaft: 1. Januar 1907. 4. Bezüglich der Firma Carl Stückrath zu Gießen: der Ehefrau des ^rrmen- mhabers Earl Stückrach, Etisabethe geborene Stumbert zu Gießen ist Prokura erteilt. _ Gießen, den 10. Januar 1907. -U Vi Großh. Amtsgericht_________________ VersteigeruM. Samstag, ben 20. Januar 1007, nachmiuags 3 Uhr sollen im habt Psandlolale Seltersweg 11, dahier , 2 stouwbc, Schreibttschc, Klavrere, Äassenschränte, 2 Braeck, ISpiege l, 1 Sekretär, 3 Pserbe uub 2 Wagen versteigert werben. . a29 Gem mecker, Pfandmeifler. Baumaterialien. Dranchelunbiger Herr vermittelt ben Bcrlauf von Baumaterialren gegen Provision. Schriftliche Angebote unter 0394 an b. Gienener Anzeiger erbeten. 544 verkaufen. 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