Nr. 166 Zweites Blatt 157. 5 General-Anzeiger für Gberhesfen des neuen Stifters, durch weitere Ankäufe aus. mit dem Sitz e- Die Friedenskonferenz. 6 16 J 1 Ei eines Bruders zugestalten. Neichsgenossenschaftsbank Akt.-Ges. Darmstadt und einer Zweigniederlassung Redaktion, Expedition and Druckerri r Echut* straße 7. Expedition und Verlag i et® 6L Redaktion: TE112. rei.-Adr.- An-ataerDtetzen. Donnerstag 18. Juli 1907 Rotationsdruck und Verlag der BrüHNschen UntversitätS • Buch- und Gteindruckerei. 9t Lange, Gießen. Hamburg mit einem Aktienkapital von 2 000000 Mk. wurde in das Handelsregister Darmstadt eingetragen. Gegenstand des Unternehmens ist der Betrieb eines Großhandelsgeschäftes ginn Zwecke des Ein- und Verkaufs von Verbrauchsstoffen des landwirtschaftlichen Betriebes, der Betrieb von Bank-, Kredit- und Kommissionsgeschäften und die Unterhaltung einer Abrechnungsstelle für den ReichSverband der deiltschen landwirtschaftlichen Genossenschaften re. Vorstandsmitglieder sind Direktor Ihrig-Tarmstadt und Direktor P. Schmidt Hamburg. Die Gründer, die auch sämtliche Aktien übernommen haben, sind 24 landw. Genossenschaften, Gesellschaften 2C. in Darmstadt, Berlin, Halle, Karlsruhe, Kiel, Landau, München, Münster i.W. Oldenbiirg, Stettin, Straßburg, Hannover, Neumark und BreSlaii. Unter ben Mitgliedern des Aussichtsrates ist auch Geh. Regieriingsrat Haas-Darmstadt. — Lollar, 17. Juli. Heilte weilte der Untersuchungsrichter von Gießen hier und unternahm umfangreiche Zeugenvernehmungen, die dazu führten, daß der Gastwirt Ludwig Bierau und der Hüttenarbeiter August Bierau, beide von hier, in Untersuchungshaft genommen und sofort abgeführt worden. Gastwirt Liidwig hieran wurde nämlich im Frühjahr d. Js. vom Schöffengericht in Gießen wegen Körperverletzung, begangen an einer hiesigen Wirtin, zu einer Gefängnisstrafe von vier Wochen und wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch zu 40 Mk. Geldstrafe verurteilt. Bierau verfolgte Berufung und wurde von der Strafkammer freigesprochen, nachdem er einen Zeugen beigebracht hatte, der sich selbst bezichtigte, die Wirtin geschlagen zu haben. Dieser Zeuge wurde jedoch nicht beeidigt. Ein weiterer Zeuge, der obengenannte Hüttenarbeiter August Bierau, bestätigte unter Eid die vorerwähnte Aussage und wurde heute wegen des Verdachts des Meineids verhaftet. Gastwirt Ludwig Bierau soll den letzteren zum Meineid verleitet haben. -si Saasen, 17. Juli. Zu dem Bericht über den Selbstmord der Frau Schmitt fet noch folgendes hinzugefügt: Frau Schmitt, die schon lange Zeit leidend ist, verließ am Freitag mit ihrem Kinde das Haus und ging zu ihren Eltern nach Bollnbach. Dort schnitt sie gestern mittag, als ihre Schwester sie einen Moment allein ließ, ihrem Kinde den Kopf ab und verließ das Haus. Alles Suchen nach ihr war vergeblich. Heute morgen wurde sie auf dem Bahnkörper gefunden. Sie hatte sich von dem Nachtgüterzug überfahren lassen. Der Kopf ivar vom Rumpfe getrennt. Das Mitleid mit den beiden schwer getroffenen Familien ist allgemein, umsomehr als Bürgeruieister Schmitt krankheitshalber sein Amt niederlegen mußte und fein Sohn, der in Darmstadt beim Militär war, sich letzten Winter wegen einer unglücklichen Liebe mit seinem Dienstgewehr erschoß. Heute mittag begab sich das Amtsgericht Grünberg nach Saasen, um den Tatbestand festzustellen. Frau Schmitt war schon während ihres Wochenbettes, das infolge von Krankheit etwa 16 Wochen gedauert hat uni) seit der Zeit noch krank und dies mag aus ihren Zustand eingewirkt haben, so daß sie in Geistesoer-^ wirrung den Kindes- und später Selbstmord verübte. Die Großh. Staatsanwaltschaft von Gießen kommt ebenfalls heute nachmittag hierher. d. Melbach, 17. Juli. Vor genau 30 Jahren wurden die Gemüter dec Wetterau dadurch aufgeregt, daß ein junger Mann von hier durch seinen Bruder und seine ^Braut vergiftet wurde. Die beiden wurden verhaftet und zu lebens- länglichem Zuchthaus verurteilt. Die Strafe verbüßen sie gegenwärtig im Großh. Landeszuchthaus Macienschloß. Die weiblichen Zilchthausgefangenen von Macienschloß kommen, wie bekannt, am 1. August d. Js. in das neue Weibergefängnis nach Mainz. Da die oben Erwähnte — Bopp, sich bisher gut geführt hat, wird sie den Umzug nicht mehr mitmachen, sondern, wie bestimmt verlautet, begnadigt werden. Bleidenrod, 17. Juli. Unter sehr zahlreicher Beteiligung wurde KriegSveteran und langjähriger Vorsitzende deS Kriegervereinsbezirk Homberg a. Ohm, K. Friedrich, beerdigt. Er hatte sich um die Kriegervereinssache sehr verdient gemacht. Q Alsfeld, 17. Juli. Landwirt Kober stürzte von dem Scheunengerüste und brach den Oberschenkel. — In Willingshausen zog sich eine Frau beim Kochen erhebliche Brandwunden am Bein zu. Aus Versehen brachte sie statt Leinöl Terpentinöl an die Wunde, die sich dadurch so verschlimmerte, daß die Frau nach drei Tagen starb. H Offenbach, 17. Juli. Gestern abend gegen 10 Uhr explodierte auf dem Hof einer Wirtschaft ein mit Pulver gefülltes gußeisernes Hohlgefäß. Die Sprengstücke waren in weitem Kreise umher geflogen, ohne Schaden anzurichten. Als Urheber wurden zwei Former ermittelt, die ziir Verherrlichung einer Feierlichkeit ihrer Wirtsfamilie durch diesen Knalleffekt beitragen wollten. 8ä Bingen, 17. Juli. Verunglückt ist heute mittag der seit ca. 2 Jahren in Bingen, vorher in S)arm*; AZ1S uwa LES. Abdruck unserer durch Korrespondeuzzeichen keuntlich gemachten Originalarttkel ist nur unter genauer Ouelleuangabe (Gieß. Anz.) gestattet. Gießen, 18. Juli 1907. Der neue Rektor. S. K. H. dec Großhcczog haben den ordentlichen Professor in dec jilristlschen Fakultät der Landesimiversität Dr. Gerhard Alexander Leist zum Rektor der Landesuniversität für die Zeit vom 1. Oktober 1907 bis 30. Septeiiiber 1908 ernannt. ** In den Ruhestand wurde versetzt Kanzlei- Inspektor bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen Gustav Frank auf sein Nachsuchen bis zur Wiederherstellung seiner Gesimdheit und unter Auerkennimg seiner langjährigen treuen Dienste. ** Gießener Jubiläums-Stiftungen. An dieser Stelle ist bereits über eine Anzahl bedeutender Schenkungen berichtet worden, die für die Gießener Universität aus Anlaß ihrer am 31. Juli bevorstehenden Jahrhundertfeier errichtet worden sind. Jenen Stiftungen hat sich inzwischen eine Reihe neuer Zuwendungen angeschlossen, so namentlich die Schenkung des gesamten kostbaren kimstwissenschaftlichen Verlags der Firma Alexander Koch in Darmstadt an das aka- demische Kunstinstitut, ferner die Stiftungen einer weiteren retten. Rom, 18. Juli. Auf Sizilien dauert der Streik der NechtSanwälte fort. In Parlermo versuchten die Demonstranten in daS Theater einzudringen unb die Vor- teüung durch Lärmzencn zu unterbrechen. Die Polizei nahm fiele Verhaftungen vor. Auf der ganzen Insel sind die Süden geschloffen, als Protest gegen die Verhaftung Nasis. Die Demonstranten riefen „Nieder Giolitti, hoch Nasi" und pvangen die Konzertleiter, die Nasi-Hymne zu spielen. Die Negierung fährt fort, Militär in der Stadt zu konzentrieren. Der Senatspräsiderit unterzog Nasi zwei Verhören. an das Vol f beim hiesigen Appellhofe Klage erhoben worden. Nach der Anklageschrift werden 16 9 Exdeputierte unter der Anklage, ein Staatsverbrechen begangen zu haben, gesetzlich verfolgt. Der „Berl. Lok.-Anz." meldet aus Petersburg: Auf den auf einer Inspektionsreise nach Elisabethgrad fahrenden Wegebauminister versuchten Bahnarbeiter ein Attentat, indem sie einen Eisenblock auf die Schienen legten. Der Maschinist des Zuges, in dem der Minister sich befand, konnte iwch rechtzeitig halten. Die Schuldigen sind verhaftet worden. — Die Kiewer Abteilung des Verbandes des r u s s. Volkes hat ihre Mitglieder beauftragt, alle Stadtbewohner auf ihre politische Zuverlässigkeit zu beaufsichtigen. Zu diesem Zweck soll jedes Verbandsmitglied seine Hausnachbarn genau aufs Korn nehmen und das Ergebnis seiner Beobachtungen der Verbandsleituug melden, die über politisch verdächtige Personen Listen führen will. — In Odessa kam es in letzter, Zeit wieder *u Au s - schreitungen gegen Juden. Mitglieder des Verbandes echt russischer Leute mißhandelten 30 Israeliten mit Gurnrni- stöcken, einen stießen sie mit einem Dolch nieder. Da der Verband in der Nähe des Passagierhafens fein neues Vereinslokal eröffnet hat, wandern die Juden in Massen aus diesem Stadtteil aus. Minsk, 17. Juli. Heute errichteten in Iwenez (Provinz Minsk) Polen auf dem öffentlichen Platze in der Nähe der russischen Kirche ein Kreuz ihres Glaubens. Der Chef der örtlichen Verwaltung ordnete die Entfernung des Kreuzes an. Die Menge widersetzte sich dem aber und bewarf die Polizei mit Steinen, sodaß diese Feuer geben mußte, wobei ein Mann getötet wurde. Der Polizeikommissar und mehrere Schutzleute wurden verletzt. Das Kreuz wurde demoliert. Zur Lage in Rußland. Petersburg, 17. Juli. (P. T. A.) Ein kaiserlicher Ukas ordnet die Verlängerung des Zustandes des verstärkten Schutzes für Petersburg vom 21. Juli alten Stils ab für wertere sechs Monate an. — Laut telegraphischen Berichten der Petersburger Telegr.- Agentur srnd die E r n t e a u s s i ch t e n am 2. Juli alten Stils im europäischen Rußland dank dem Juniwetter allgemein besser. Der Winterweizen ist mittelmäßig, der Roggen gut mittel, das Sommergetreide gut mittet, der Winterweizen in den südwestlichen Gouvernements mittelmäßig, in Bessarabien und Cherson unbefriedigend, teils schlecht, in den kleinrussischen Gouvernements teils unbefriedigend, im Zentralrayon und einem Teile Polens gut, in den übrigen Gouvernements mittel, der Roggen in größeren Teilen des Zentralrayons und im Wolgagebiete, teilweise auch im Dongebiete gut, in den nordwestlichen Gouvernements finb die Aussichten besser wie früher, doch wird die Ernte voraussichtlich mittelmäßig. In Wolhynien, Podolien, Bessarabien und Cherson sind die Ernteaussichten unbefriedigend, in den übrigen Gouvernements befriedigend. Der Stand des.Sommergetreides ist in den südlichen Gouvernements Polens, teils auch in den nordwestlichen Gouvernements des Zentralrayons und des Wolg»gcbietes gut. Unbefriedigend sind bie Aussichten teilweise in Wjatka, Poltawa, Woronesch und Charkow, in den übrigen Teilen Rußlands befriedigend. ,— Der Mini st errat hat dem Anträge des Finanzministers zugestimmt, nach dem der Entwurf des Staatsbudgets für 1908 nebst Exposes vom Minister am 14. Nov. in der Reichsduma und im Reichsrat eingebracht werden soll. — 9tach Beendigung der Voruntersuchung durch den Untersuchungsrichter ist heute wegen des von Deputierten der ersten Reichsduma am 23. Juli a. St. in Wiborg verfaßten Aufrufes «rsch-tM t-gllch mit Au-nahm, des Sonntags. Sie ..«kScnct Sarniikntüätt«" werden dem .Anzeiger viermal wöchentlich beiacleat das ..Kreisblatt für den Kreis »weima wSch'Ntlich. Der ..Ye,lisch« r4 Generalversammlung der Katholiken Deuisch- I unds )tatt. j K u x h aven , 17. Juli. Mit dem Dampfer der Hamburg- 1 stmercka-Lmie „Windhuk" traf heute morgen 1 Uhr 30 Min in Truppentransport aus D e u t f ch-Sü dw e st a fr i ka in I stärke von 21 Offizieren und 532 Unteroffizieren und Mamr- chaften ein. a- l?- 3uli. Der Berliner Korrespondent >er „lyrantf, Ztg." erfährt z u den kommenden Steuer- b r o i e f t e n das Folgende: Darüber, ob überhaupt dem Reichs- age im nächsten Herbste Steuervorlagen zugehen sollen, find tatsächlich noch keinerlei Beschlüsse gefaßt worden. Die i wlitische Situation, unter der der Reichstag wieder zusammen- rcten wird. Die Absicht einer sich auf die Rechte und bürger- tche Linke stützende Politik lassen die Steuervorlagen sehr uner- oünscht erscheinen; aus allgemeinen politischen Gründen dürfte nan deshalb die Aufgabe auf ein Jahr hinausschieben. München, 17. Juli. Bei der Landtagswahl in -Weißenburg (Mittelfianken) erhielt das durch den Tod des onservativen Abgeordneten N i ß l e r freigewordene Mandat der Zauernbündler Jungwirth mit Hülfe des Zentrums. Oer liberale Kandidat Bezirksamtmann Dr. Hahn blieb mit irka 40 Stimmen im Rückstände. St. Blasien, 17. Juli. Der Großherzog und die Großherzogin von Luxemburg sind zu längerem Kur- infenthalt hier eingetroffen und haben im Hotel und Kurhaus ' Wohnung genommen. Haag, 17. Juli. In dec heutigen Sitzung dec vierten Kommission unter dem Vorsitze des StaatScats )on Martens wurde über den Antrag der amecikamschcn Delegierten betreffend die Abschaffung der Kaperei ab* gestimmt. Der Antrag wurde mit 21 gegen 11 stimmen ici einer Stimmenthaltung angenommen; 11 Delegierte varen abwesend. Nach dec Abstimmung sprachen die Delegierten Oesterreichs-Ungarns, Belgiens, der Niederlande, ülorwegens, Italiens und Brasiliens die Hoffnung aus, daß nan eine gemeinsaine Basis finden möge, um nicht eine Olehrheit, die ungenügend sei, sondern eine Einstlmmlgkelt zu rzielen, ohne die der Beschluß dieser Frage nicht gefaßt oecden könne. Die Delegierten Spaniens gaben die Erklärung b, daß sie betreffend dec Abschaffung dec Kaperei auf dem \ Joben der Konvention in Paris von 1856 ständen. £ __ Es bestätigt sich das Gerücht, wonach m einer n Konferenz zwischen japanischen und amerikanischen "delegierten jede Gefahr eines Konfliktes zwischen j eiben Staaten beseitigt worben ist. Der Konferenz oohnte aiich ein Vertreter der Firma Rothschild bei. Deutschland und Spanien. Madrid, 18. Juli. Die Epoea tritt in einem ,Spanien unb Deutschland* überschriebenen Leitartikel Den Ireutschsein blichen Tendenzen des Mercantil-Valeneiano ; ntgegen. Das offiziöse Organ erklärt, daß die deutsch- eindlichen Anschauungen der genannten Zeitung von den i Spaniern in ihrer Mehrzahl nicht geteilt werden und der Hochachtung vor Deutschland nicht entsprächen. Dec ' -angel an politischen Gegensätzen zwischen Deiitschland und l Spanien mache besondere Abmachungen zwischen beiden Ländern überflüssig. Die von Spanien mit Frankreich und Lngland geschlossenen Abkommen hatten auch keine Spitze gegen Deutschland. »luudgebungen für den verhafteten Exminister Nasi. Rom, 17. Juli. Blättermeldungen zufolge wird ber Staatsgerichtshof in der Angelegenheit Nasi am 4. November _ ;usammentreten. Telegramme aus Sizilien teilen mit, baß * )ie neue Verhaftung Nasis in Trapcmo lebhafte Erregung )ervocrufe, baß aber vollkommene Ruhe herrsche. Die ft, Gemeinbe von Trapani nahm eine Tagesorbnung an, in velcher gegen bie Verhaftung protestiert wird. Eine Ver- • ammlung in Palermo proklamierte bie Kandib atur Nasis für ben Provinzialrat. Der Senatspräsident unb zwei Senatoren, bie mit ber Einleitung des Prozeßverfahrens betraut finb, begaben sich mit zwei Kommiffaren ins Gefängnis _ aach Reina Coeli, um Nasi zu verhören. Das Berl. Tgdl. melbet aus Rom: In vielen Städten Siziliens fanben am 17. Juli große Kunbgebungen statt, jn Parlermo wurde eine Straßenbemonstration von der Lenbarmerie gewaltsam aufgelöst. In Syraku8^ beging ein - Sozialist bie Unklugheit zu rufen: Es lebe der Senat. Der r Leichtsinnige konnte sich kaum vor ber Lynchjustiz des Volkes ! Zahl der a.igeiehensten deutschen Veclagsduchhanülungen, unter ihnen bie Firmen Brockhans, Weidmann, Cotta, F. A. Perthes, Hirzel, I. A. Barth, Thieme, Springer, Loescher in Nom, die der Universitäts-Bibliothek ihre Verlagserscheinungen zur Auswahl zur Verfügung gestellt haben. In dec jüngsten Zeit hat ferner Kommerzienrat Adolf Clemm in Mannheim die Summe von 3000 Mk. gestiftet, um damit die von der Familie des Stifters im Jahre 1882 ber Uni* versitats-Bibliothek geschenkte kostbare Bibliothek des verstorbenen Gießener Philologie-Professors Dr. Wilhelm Clemm, Hochwasser. fi Frama eines Rechtsanwalls. (Unberechtigter Nachdrua verboten.) Wien, 18. Juli. Aus ganz Oesterreich kommen Nachrichten von Hochwasserschäden, besonders das KrenStat in Niederösicrreich ist sehr gesährdet. Eine Abteilung des Eisenbahn.Reginrents ist gestern in Krenstal eingetroffen, um die bedrohten Familien in Sicherheit zu bringen. In Wien selbst sind viele Straßen längs der Donau überschwemmt. Auch hier mußten viele Familieir die Wohntingen räumen. vermischtem * Genickstarre. Gegenüber den auswärts verbreiteten übertriebenen Gerüchten von dem beängstigenden Umfang, den die Zahl der an Genickstarre Erkrankten in Köln angenommen haben soll, stellt die „Köln. Ztg." fest, daß im ganzen seit Anfang dieses Jahres 30 Todesfälle und eine Minderzahl an Erkrankungen, einschließlich des Militärs, in Köln und Vororten zu verzeichnen gewesen sind, und die Krankheit neuerdings in allgemeiner Ab- nähme begriffen ist. * Internationaler Ballonaufstieg. Inden Dagen vom 22. bis 27. Juli sinden in den Morgenstunden internationale wissenschaftliche Ballon-Aufstiege statt. Es steigen Drachen, beuiannte oder unbemannte Ballons in Breslau, 17.Juli. Das Hochwasser der Elatzer Neisse verursachte im Kreise Brieg einen Dammbruch. Der Taschenberger Damm ist unterhalb der Stadt Löwen in der vergangeneil Nacht gebrochen. Weite Flächen sind über, schwemmt. Andere Dämme sind in großer Gefahr. Ein Militärkommando ging von Brieg ab. Die ganze Nacht über wird gearbeitet, um die Dämme zu schützen. — Das Silsterwitzer Schwarzwasser hat fast das ganze Dorf Naselwitz im Kreise Nimptsch und die angrenzenden Felder überschwemmt. Viele Wohnungen mußten geräumt werden. Be, Kuhuau fand ein Dammbruch statt. Auch von einem Felssturz ist zu berichten. Mehrere Kubikmeter Schiefer lösten sich und stürzten auf die Geleise der Streck- Goldberg—Hermsdorf. In Lcntsch im Kreise Neisse sind die vor einigen Jahren hcrgeslellten Uferbauten größtenteils ver- uichtet. Die Chausseebrücke der Ratibor-Corzueter Chaussee ist weggcschwemmt worden. Aus Thurze im Kreise Ratibor wird gemeldet, daß die hofsnungsvolle Ernte völlig vernichtet wurde. Herzzerreißend ist der Jammer der Leute. Wenn das Wasser noch einige Metei steigt, müssen die Bewohner aus ihren Wohnungen flüchten.— Infolge starker Regengüsse am Dienstag war in Hirschberg in letzter Nacht wieder Hochwassergefahr eingetreteu. Abends mußten in den niedrig gelegenen Straßen die Wohnungen geräumt und die Wasserwehr alarmiert werden. Um Mitternacht ivar die Gefahr vorüber. Das Wasser fällt Heute ist schönes Wetter. — Der Forstschaden im Riesen. gebirge, den Hochivasser und Sturm anrichteten, ist unbe» rechenbar. Allein im Forstrevier Riesenham sind 600 Fest- Meter Altholz gebrochen. Auch die böhmische Seite ist durch das Umvelter stark mitgenommen ivorden. o . m cuiictnuai iiifl ivicoer raw). Dann Mü ihren -----trran wcoutor $£ Rä tet &Qt bic SEU9ilt nid»tä da nach Teutichland, während S-e nach *vit00ll ßtltflClL ttZDDI TI fl lieft rtfrw fi« r ... r. * S. u. H. Karlsruhe, 17. Juli. (Erster Verhandlungstag.) s^er^C?niirti3~lnr ^ndrage des Publikums nahm heute früh die Verhandlung in dem Auf- ™ C S-gcn den außcrordcntl/chen Pro- Washrngton-Umversität und Rechtsanwalt ^r. Karl Hau aus Baltimore ihren Anfang. Die Zahl der iw» geladenen Beugen beträgt 60. Am Sachvcrständigentischc bK-bie Ermordete stiert haben und bic Mitglieder der vMburger pfhchiatruchen Klinik, die Hau längere hiTafier niS1 Geiweszustand untersuchten. Die Beobachtung tAt Sa nichts ergeben, das für eme GciNicshcstörtheit spricht Erofsnungsbeschluß wird der Angeklagte des 6. November v. I. zwischen 5 ffnd 6 Uhr ferne Schwiegermutter, die verwitwete 62 Jahre alle 9m,epr,tnm geborene Stadelhvfer, in der Lichten- xaler Alle« iu Baden-Baden getötet und diese Tötung mit Ucber- lKoli^er^O faben. Ter zur £at benutzte Revolver, q < „""sn J-—c~*vn iit- nuiy meiner rriv fahrt von rribüne ebenw fi'Ärt'dik Kleld^'d" LL a7fgffLtt Angell": ? ^rd°n Sie dann gleich verhaftet? dre ft« b«. ,Wm ‘. »Aß i b-b-n nun irber alle Umstände gesprochen. Nun 9m9cn nachdem Kontinent, beschwindel- ?eTn futzren nach Baden-Baden? 2. Was haben Sie in der Zeit in Baden-Baden getan, über die Sie keine Auskunft Lause totoaelüht? ^hre Schwiegermutter von L)'au,e weggelotft? 4. Wer, wenn ^ie sich selbst für unschuldia |at?ren' toCT ° 1ein' ^chre Schwiegermutter getötet die W«efI':L8megu”gT0TtC btfonber5 nii>1 Bors.: eie haben Baden-Baden fluchtartig verlassen ent- und benützen die schnellsten Verbindungen «KJ?% Lon^n zu fomnicn. Was haben Sie in Baden-' getan? Erstrebten eie eine Unterredung mit Irl. Olga? ^b^^^sä^ltagte antwortet nicht. Bori.: Behaupten Sie niefif Von^ Geisteskräfte gAvesen zu sein? Angekl./Nein ^^^Fwau hat einen Bries geschrieben, in dem sie an- ift TnH &eÜ>e ll$ ^ben nehmen wollten. Ihre Frau :ter Zeu g e wurde Geh. Medizinalrat Dr. Roller- ®r früher- einmal den Angeklagten Lau sw?Jivht\tU)d) Ghtnnastast war, behandelt haben. Er gibt die ®^?Ui>fett Es sei aber keine Krankheit von längerer Dauer und nicht von schweren Symptomen gewesen fiinfin rnttÄ* Spannung wird dann Frl. Olga Molitor, vor- ‘au,™ unvereidtgt, vernommen. Sie gibt an, aussagen zu Sie gibt an, am 6. November bei einem Arzt einge- solle" mit^-Ü? ulrfT' Urn 6 Uhr rief ihre Mutter sie ab, sie sötte mit zur Post kommen, wo man das Pariser Telegramm hr>f -to°nt.e' Frau Molitor wollte zuerst allein gehen. Aber mit. Ais die beiden in die Kaiser Wilhelmstraße einbogen, fiel der Zeugin eine Mannesgestalt m der Nahe auf. Sie horten dann Schritte hinter sich, und Frau Molitor sagte: „Es ist mir schrecklich unheimlich zu Mute, als ' immer hinter uns herkommt." Die Zeugin be- nTa soll Hau zu seiner Frau gesagt haben als er nach der Tat nach äindon kam? ^euain ■ Er inff npfnAt Wien: Ich soll dein« Mutter -rm°rd°shab°n° ' f°“ 9'f“9t . K^etdiger: Waren zur Zeit der Tat iwch andere Leute in mch^andlre^Vo»-'- r 3t8- itoe^ ^gante Herren und Täter s. ^'r ^belt früher g«,agt, der mutmaßlich« Tater könne so groß gewesen fein, wie Hau. Zeugin - Nb habe dte,e Ausfage gemacht. Bei der SchiÄligkeit, mit der iiü bestimmem fielW8tC' toar eä ">cht möglich, eine genaue Größe zu v„,^^ldiger: Sie sollen gesagt haben, die Tat ist ein Racheakt Zeugin Ja, das glaubte ich, ich hielt das Telegramm aus Paris fchvn für einen Beginn der Rache. w . Bors.: Kann ein Diener der Täter gewesen sein? Zeuain^ Nein, die in Betracht kommen könnten, sind alle von kleiner *tpei aügefeuert worden? Zeuget beyaupten das. Zeugin: Nein, an dem Tatort ist aber ein Word'n r Eördcrha ll. Es ist sicherlich nur ein Schuß abgefeucrt dem Schuß in der Herzgegend,' den ihre Schwester tirrim.fi,; Qln..®Ql[t' ä'istti selbst nichts gehört Ihre Ärr £ Soui!,e ,6aBe aber erzählt, Hau habe aus "eine «ton Qetinh C1r, unb p? er ftc rnid,t richtig traf, nicht den Mm hfth1™' ■ >u toten und sieh zu erschießen. Bors.: Also die beiden imrgen Leute hatten vereinbart, gemeinsam zu sterbend VON hpt nf " aw r• fx das Telegramm °°n° neue MhstisikaLn^ StW? 8eUgm: ®ie 6ielt für bie sie bei ihvern Hinscheiden trug. ' ' hnn . ^9fP-a9^_^r- Hau, der kurz vor Beginn der Sitzung von zwei Gefangnisbeamten auf die Anklagebank geführt wird ttt ein fchlmii^r elegant gekleideter Mann, der einen sympathischen Eindruck macht, xie lange Untersuchungshaft ist nicht ohne Cin- ShS/Jr XlU geblieben. Er iieht schwindsüchtig aus. Nach einer höflichen Berbeugnng vor den Richtern und den Geschworenen nimmt er auf der Anklagebank Matz. vMajmorenen r Beginn der Verhandlung erscheint ier großherzoglich bahn (^c Staatsminister Frhr. v. Tusch im Saale rben^o der Lberstnatsanwalt Tuffner. ' 1881Z w 5)11 Hau gibt an, daß er am 3. Februar geboren und katholisch sei Abaeseben vin studentychen Telikten ist er nicht vorb/strafü 3 1 Iz n Angettagter Hau, haben Sie die Tat, deren sie be- schuldigt we^en, begangen? Angekl. (mit fester Stimme): Nein waren zur Zett der Tat aber in Baden? Angekl ' Torü^nm^ SAnL^ lebaÄUÄtot undihr« Tochter'keniwn' fcje damals. Wie kamen Sie in nähere Beziehungen zu Fräulein Lina Molttor und den anderen Tamen? Angekl • Ich lehne öb- Dors.: Ich mache Sie darauf auf- fne5^tlt/ b^die Verweigerung der Aussage bei einer so ernsten fttrchtlmrm Sache doch Wohl überlegt sein muß^ Sie habes 'mü Molitor dann eine Korrespondenz geführt. War diele veidenichattlich? Angekl.: Ich verweigere die Auskunft' Vors • nicht klar. Fräulein Moliwr woltte L'r Sache fchlreßlich ein Ende machen, verlobte sich mit einem Offizier s )cieb dann aber, stie könne nicht die Frau eines aiideren werden" ^^ v^rschwand mit Ihnen dann, nachdem sie 2000 Mk. von der S^arkaf)e abgehoben hatte. Angefl.: Auch darüber gebe ick keinl »Ä ^e sandten bald drei Telegramme weil ^raulein Lnm Molitor im Hotel krank lag, wegen einer Sckust- wunde unterhalb des Herzens. Haben Si? ihr dirf'e Wund^be^ roett ®te fi(6 später auch erschießen wollten» ®H<:. Ich verweigere die Auskunft. 1 " ar ö^öen in Washington 3 Jahre Iura studiert ^nn toUT^ ich Magister of Arts, schließlich ^o’ent \£\&-l^TOTe,1oc 600 Tollar Jahresgehalt. Darauf rnackt" '-> •»“«» «<* Äff »tÄid®""" ®“ ,ito W’6™1* »« S-»? to,in. Schwester Lina eifersüchtig auf ab^ nachher f f W bemerkt, man sagte es mir Zeugin^ietS @ie “ Sau n°ch Dover telegraphier Vors.: Von Paris war ein mysteriöses Telegramm an ft™ Molitor gelangt, in dem diese nach Paris berufen wurdet geblich, weil Sie krank seien. Was sagte Frau Lttia Zeugin: Sie glaubte, es handle sich um eine Mvstisikatinn “Ä?™1 — »-» ■«X wX--® Angeklagte schweigt. Bors.: Das ist ein Mangel an §5^ und Offenheit, wenn eie nicht antworten Angekl • M warf Bart urck Mantel zum Fenster hinaus Vors^ Sie b'?nirl naS. Frankfurt und über Brüssel nach London' Jii VrnNel .teilen ^-ie Ihrer Frau Ihre Ankunft mit und leatt Bart"^fort^^ über ^rc Reise auf. Warum loarfen Sieben Dart fort? ^te Schlußfolgerung liegt nahe. Der Täter ve-r- ^UrM.mte r 3UI" Begehung der Tat und warf die Verkleidung nachher fort, um Nicht fo leicht konstatiert iverden zu könnem ^Ke.Frpu hat einen Brief an Frau SNolitor noch am gefchrieben, worin sie ihr mitteilt, daß Sie noch einmal nach dem Kontinent mußten, daß die Sache aber tiefstes Ge- heimnis sei und djeg sie offiziell krank sei und das Haus nicht ver- burfe, damit man nicht nach ihrem Gatten frage. - Ten^Bnef schickte sie gleich nach meiner Abfahrt von ... L 8iLt»K8L tfWÄRWFS «.*.=« yandwerlsmetsters von dem Tode des Ertrinkens. Die Fran wollte an der Bahn, an einer tiefen Stelle Wasser schöpfen, glitt auv und fiel m den Fluß. ... sha5‘anf?'rt°- M, 17. Juli. In der Angelegen- heit des Grand Basar, wo kürzlich 300 weibliche Ange. IteUte nacf) ®e|d^aftefd^[uB einer peinlichen Leibes-Bisilalion 3uc Feststellung von evtl. Diebstählen durch Aufsichtsdamen unterzogen wurden, hat der Aufsichtsrat des Grand Basai dem Verlangen der Angestellten auf Entlassung des eriten Direktors Depierre stattgegcben. Depierre, ein cro- 71' nic^t wieder auf seinen Posten zurückkehren. -ü>ie fchon früher erwähnt, wurde in dieser Sache auch eine Uusstichtsdame entlassen. Die Verkäuferinnen des Grand ^.asar haben außerdem eine Llagc wegen Freiheitsberaiibung bei der Staatsanwaltschaft gegen Depierre anhängig gewacht. -- Die Wurstvergiftung im städtischen Krankenhaus hat keine weiteren Erkrankungen zur Folge ,gehabt. Em Teil der erkrankten Schwestern hat bereits die Tätigkeit ivieder ausgenommen. Wage? vor'M« VZs.: ?^F.^T^k^ ich nichi üää** - **oB „„ S' ®jfij*JJ7-.f."!': 3™> »riiebujäbdee Milch,»,gj;j®sÄ1,bS,V'14äÄSmaTljK? man unterhalten könne? s,«r is ausgestattet fuhren Sie erster Masse am So nächsten Tage, nach Karlsruhe, um dann nach Baden-Baden zu fahren. Was wollten Sie fort? Anaekf - «Sfc l&Äffi hu. angetL. Xie i)uage beantworte ich mmt Vors - giinriim ‘ S,e nach Baden- n ,f5tJaaSbnlUW£en Sie von dem Geisteszustand Hau^s c bu ihn für einen abnorm klugen und geistiü ualt ■ 5me*n- Bors: Besaß er snggestrve ©e*. va L *3euÄ}n • er rvar aber Launen unterworfen. Vor,.: Wie s.^uid Ihre Mutter zu Hau? Zeugin: Nach der ^U^n9 •?at !C ^hr empört, dann benahm sie sich Hau mit "größerAnerkennung'^gestwoch«i zuletzt von üi« 36t«bSi«^Ä?5TaU ~iM ni^ 1904 bitter -ZMin: Ja, meine Mutter sah klar. Sie wußte, daß Hau und Lina über ihre Verhältnisse lebten. Auch hat mdne ecr)1^^n$niaI ?lcht schön an meine Mutter geschriebm. beantragt die Verlesung eines Briefes der ^wau Lma an ihre Mutter. Frau Lina lobt ihren Mann darin sehr und erflart traft «aller Bedrängnisse glücklich zu sein. Alle fie ^.urterr Hau fälle, seien ein Unrecht- Vors.: Noch einmal: Die Zeugin hat erklärt, sie könne nickt ™ ^en beabsichtigten Ueberfall auf sich glauben. Angekl.: Ich widerspreche dem nicht. Tie Zeugin wird darauf vereidigt. Es wurden bann noch die w«te«n Zeugen - mehrere Aerzte und Privatpersonen - Met die Aufhebung der Leiche der Frau Geh. Rat Moliwr vernommen und sodann dte Verhandlung auf morgen früh 9 Uhr vertagt. ^VitfCr /Btoungsgang regulär? Angekl.: Nein gute Examina gemacht zu haben, daß man Angell ^^Vori^kr^^'° amerllanisl^r Bürger waren? S°"s[wÄ 5 f3ra b,e Zinsen von 65000 Angfll - E^r 8000 brauchten Sie jährlich? £& Ä!äää A S M* L Ä S'Ä““ s* «■«<»“« «s •ztegtngen nach Babew-Vaden und wohnten bei Fhrer .&aÄn Beziehungen zu Fräulein Llga nt!/ ^e?:- ,2ch verweigere die Aussage Bors • Mar öwi eifersüchtig auf Frl. Olga') Anaekf «MK tot EM mysteriöses Telegramm an F-rau ^Moli° rSMWM M^nungl daß, Ne. Wtreite rch es. M L Ä fe^a^kT'^e eraes «ntsrblichen VEechens" mr eürer^na^^or fji“: bezichtigt I Molitor sa rot6 ben L>d der Ihnen n michswn . t^mand immer runter uns herkommt." <___________ v Lut 3°^« hatte- Jetzt wollen Die überwichtme »Du brauchst nicht so ängstlich zu sein " W»5?llaL^en' T-us ^int n»r gewagt und nicht^m nMüw toick" plötzlich näherten sie sich ivieder ItHni Gefühl entiprechend. Schienen Utter i S.”0®'' tQ^’. «Hf. furchtbarer Krach ersolgte, und Frau Molitor sank zichungen zu Frl. Llga vielleicht nahe zu sein? Angekl^^Tarü^ E^ttte entfernten sich wieder rasch. Dann lBewegung./^rs.': lÄ® umMrS hat?" WC SeUflin b» ton aittjen ttw^in auch Ihre Frau"'Lm.' Sie^bentottan । Vorl - Sic Verdacht auf Hau? Zeugin: Nein, keinen. E-«E......... & &.?’& B ÄK*» - - '3 ,L Sori' ■ 1 ' M$pau vielleicht ein Rendezvous mit Ihnen gesucht, L L'Scs^-LL" ”w' Ä selbst ein Telegramm auf, wodurch <_ nmd>2,L t!lngekl.: J,awöhh Vörf- DaS ÄNk Telegramm, um noch einmal, ooer Eöchreti m tauten, Ms hatten Die vor? .Angell.: Zch habe vi. -v^'-k'^^ben doch mit Ihrer Schwester über Hau und Zeugin: Nur menschlich, niemals v-rsönllch Vors.. Sie standen gut mit Ihrer Schwester? Zeugin. Ais "mK'ä'S L"* «s—n- - ... „„ .‘Ä* •*-**- ^aden fahren wollten? Angekl - Ter ^ua mm Von dem ' nur bis Karlsruhe. Ich verfolgte mit den? Anlegen fatiK -?0 galten »arten und der Perücke feine un autmn to&n V- Pn" t^niia^BSf ~ Baden-Baden? Angekl.: Darüber sage aat ^InaefT® »in. 6 t'tajen dem Untersuchungsrichter g?- agt. Angekl . Nur, urn nicht mit den Zeugen aus Frank- £?rrtr rUn^ ^irontiert, zu werden, Ich gab damals alles ftnnP^Ava* .^hrw ich jede Auskunft ab. Vors.: Die Zeugen ita« t?mdÖimf>Ur>®le Molitor autelephouierien und^sie (p/? PojLamt neicn, wo |ir eine wichtige Mitteilung über ein ^^9^2inni erhalten sollte. Von diesem kouitte nur & lvi|"*en- Tas Dienstmädchen der Tjat ^ie uongeus erkannt. Frau Molitor lwlte daun r)rl. ^lga aus einer Nachbaroilla, wo sie beim Tee ioar und ein Schuß aufb^H^T)?nT>a^ dem Postamt zu. Unterfvegs wurde iS-. '?UI .oTan Dcolitor abge[eitert, der sie sofort tötete, m5tec davon. Zwanzig Minuten später fuhren Sie von weg? ^rum?°^ Unterwegs warfen Sie den Bart fl h c 1 ! h h a k b 9 g n r t A u d n n is ir 2 lli fll 1111 s° L i al ho b ir 1° ei ix I kc L d n $ 5 5 er lii zr L B ui K st au ve la in ti Ti au R, 51 20' wl ha ve bei eir nii gei ha fiel vo üt ieii »ec Ör t 6ai 8 in. Olo ten ort bui iß« gn her Ae ■c* l Bi; P £ li':' k fi: t- k! I* Ci » V I: . I - r. - i u ■J II 11 ! I I 11! i r k 1 n bc" ÄS*“ Europas sowie in An.erika und auf dem Atlantischen Ozean auf. Der Finder eines jeden nndemannten Ballons erhält eine Belohnung, wenn er der dem Ballon bc,gegebenen Jnstrnktion gemäß den Ballon und die Instrumente sorgfältig birgt und an die angegebene Adresse sofort telegraphisch Nachricht sendet. „ 'Haus ein stürz. Der „Daily Telegraph" meldet ?113 ~ JLa oa' k em großes Haus im Geschäftsviertel her Stadt London (Ontario) während der Vureaustunden < • r‘ n *e r. en Trümmern liegen sämt- liche Personen, die zur Zeit des Unglücks in den verschiedenen Etagen des Gebäudes anwesend waren. Die genaue Zahl läßt sich noch nicht seststellen, doch schwanken die Angaben von fünfzig bis einhundert. Die Rettungs- arbetten haben begonnen. Sie werden mit großer Schwierigkeit betrieben. Die verstümmelten Ueberreste einiger Opfer der Katastrophe wurden bereits ausgegraben. * ^olksjustiz. Das „Daily Chronicle" meldet aus New Jork, daß 20 Räuber in der Nähe von Alpaso in Mexiko, unweit der amerikanischen Grenze, gelyncht wurden. Diese Bande hatte die Bevölkerung der Gegend schon lange terrorisiert, indem sie alle möglichen Gewalttaten verübte. Vorgestern griffen die Räuber die Häuser von zwei reichen Mexikanern österreichischer Abstammung an, töteten die beiden Herren und blünderten deren Eigentum. Die Männlichen Einwohner der Umgebung sammelten sich, um den Tod der beiden Nachbarn zu rächen. Sie verfolgten die Räuber und fingen zwanzig. Ohne weitere Umstände wurden die 20 Räuber auf der Stelle erschossen. * Der Deutsche Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke hat für seine diesjährige Jahresversammlung vom 9. bis 11. Oktober Posen als Tagungsort ausersehen. Als Verhandlungsgegenstand für die Hauptversammlung i|t das aktuelle Thema „Die Aufgaben der Gemeindeverwaltungen im Kampf gegen den Alkoholismus" (Referent Stadtrat Nath- Tortmund) in Aussicht genommen, für die Verwaltungsausschnß- sitzung „Die Bekämpfung der Animierkneipcn". In der öffentlichen Abcndversammlungen werden Ansprachen gehalten werden über die Themen: Bilder aus der Kinderstube, aus dem Familienleben, aus dem Kranken- und Irrenhaus, aus dem Gefängnis, aus Gemeinde und Staat. — Wagner und Hanslick. Der Kunstwort schreibt: Bekanntlich hat Richard Wagner Hanslicks Angriffe gegen ihn als eine Antwort auf seine Schrift „Vom Judentum in der Musik" bezeichnet und auf die „zierlich verdeckte jüdische Abkunft" seines Gegners hingewiesen. Hanslick erwiderte hieran^ in seinen Lebenserinnerungen (II 10): „Mein Vater und seine sämtlichen Vorjahren, soweit man sie verfolgen kann, waren erzkatholische Bauernsöhne, obendrein aus einer Gegend, welche das Judentum nur in Gestalt ei. es wandernden Hausierers gekannt hat. Wagners Einfall, meine Abhandlung vom Musikalisch- Schönen ein „für den Zweck des Musikjudentums verfaßtes Well" zu nennen, ist milde gesagt, so unglaublich kindisch, daß er vielleicht meine Feinde ärgern konnte, mich selbst gewiß nicht." Seitdem, hat man diesen Fall Hanslick als einen in der Hitze des Kampfes passierten Irrtum Wagners stillschweigend beiseite gelegt. Nun weist Karl Hulka in der Prager Zeitschrift Tialibor urkundlich nach, baß Hanslick die Oefsentlichkeit absichtlich getäuscht hat, denn seine Mutter, die Tochter des Prager Bankiers Salomon Abraham Kisch, war als Jüdin geboren und erst einige Tage vor ihrer Verheiratung getauft worden. Hanslick aus seiner halbjüdischen Abstammung eine Minderwertigkeit 'zusprechen zu wollen, fällt uns natürlich nicht ein, und auch Wagner hat ja durch jene Behauptung vor allem auf Hanslicks Befangenheit hindeuten wollen. Daß aber Hanslick die Religion und Abstammung der eigenen Mutter verleugnet hat, um Wagner vor «aller Welt in möglichst schwarzes Unrecht zu setzen, das bleibt für sein Charakterbild von kennzeichnender Bedeutung. * Kleine Tageschronik. In Esch an der Alzette sind auf einem Hochofen des Aachener Hüttenvereins vier Italiener durch Gase lebensgefährlich verbrannt, zwei sind bereits ihren Verletzungen erlegen. — In Queensberry House, Lord Wolvertons Residenz in Newmarket, wurden zwischen vorgestern mittag und gestern mehrere F a m i l i e n j u w e l e n im Werte von mehreren tausend Pfund Sterling gestohlen. — Im Simplon- tuunel fiel ein 83jähriger Greis namens Chiesa aus Turi, der mit feiner Tochter reiste, aus einem Wagen erster Klasse auf die Gleise, wobei ihm die Räder den Kops vollständig vom Rumple trenutcii. — Ter ehemalige Teestubeubesitzer Wölfel aus München, der von einem Münchener Rechtsanwalt über 200.000 Mark erpreßt hat, ist gestern in L a u s a n ii e v e r h a f t e t worden. Er wird nach Bayern ausgeliefert. Tie Frau des Verhafteten hält sich in Genf auf und wird wahrscheinlich ebenfalls verhaftet werden. — Auf einen Eisenbahn zug wurde auf der Strecke zwischen Euskirchen und M ü n st e r e i f e f em Attentat versucht, Die Schienen waren an zahlreichen Stellen mit Steinen belegt, die sicher die Entgleisung des Zuges herbei- geführt hätten, wenn nicht der Zugführer das Hindernis entdeckt haben würde. Die Staatsamvaltschafl hat die Untersuchung eingeleitet. — In Treptow wurde der Gastwirt Friese gestern Nacht von 4 Männern aus dem Arbeiterslande in seinem eigenen Hause überfallen und schwer verletzt. Die Männer raubten ihm feine Uhr, sein Portmannaie mit Inhalt und mehrere andere Wertgegenstände. Drei von ihnen ivurden gestern abend in Neu- Brandenburg verhaftet. Der Vierte ist em Ehausseearbeuer namens Fechtner. rinnst und Wissenschaft. München. 17. Juli. In Rottach ist der Münchener Bildhauer Professor Philipp Perron nach längerem Leiden am Tegernsee g e st o r b e n. B r i x e n, 17. Juli. Im hiesigen Kapuzinerkloster ist Pater Norden Storck, als Dichter unter dem Namen Bruder Norbert bekannt, 67 Jahre alt, gestorben. N e w y o r k, 17. Juli. In B o st o n sind jetzt die vorbereitenden Maßnahmen zu einer Reihe auf internationaler Basis organisierter Versuche beendet worden, die der Ausgabe dienen, durch Verständigung über die meteorologischen Verhältnisse die Aufstellung der Wetterprognose n v o l l k o m m e n e r u n d e x a k t er zu machen. An den Versuchen, die am 22. Juli beginnen sollen, beteiligen sich die Vereinigten Staaten, Deutschland, England, Frankreich und Spanien. Gerichtssaal. KL. Darmstadt, 17. Juli. Unter der schwere n Anklage, ihre beiden schwachsinnigen Kinder vorsätzlich körperlich gemißhandelt und durch Aushungerung und Vernachlässigung dein Tode nahe gebracht zu haben, stand heute das Lehrer Malzi sche Ehepaar ans Mühlheim bei Offenbach. Malzi war früher uii der Pfalz als Lehrer tätig und hatte seine beiden letzt 16 bezw. 18 Jahre alten Kinder Lucia und Lina, welch letztere völlig geistesschwach ist, seit Jahren im St. Paulusstift zu Herxheim m Pflege gegeben. Als er nach Mühlheim ging, nahm er beide Mädchen mch doch wurden sie nach etwa 9 Atonalen wieder auf Ersuchen der Eltern im Stift aufaenommen. In dieser Zeit nun sollen die ihnen vorgeworfenen Mmhandlunaen erfolgt fein, für die man namentlich dre Frau Atal^i als Stiefmutter der Kinder verantwortlich macht. Nach de Bekundung des Austaltsarztes Dr. Hahn waren die Mädchen bei l5mlieferm:a un März d. I. an Rucken, Armen und Bemen mit blauen und gelben Beulen und Flecken bedeckt und so beschmutzt, daß eS niemaiid in ihrer Nähe aushalten konnte. Die Lucia war auch so abgehungert und körperlich heruntergekommen daß der Arzt n der ersten Zeit für ihr Leben fluchtete. Sie soll auch der Schwester, die ihr zur Pflege zugewiesen war, gleich am.ersten Tage viel von Mißhandlungen ihrer Mutter erzählt haben. Da der Anstaltsarzt der Ueberzeugnng war, daß dieser Zustand nur durch eine systematische körperliche Mißhandlung, Aushungerimg und Vernachlässigung durch die Eltern herbeigeführt worden sein könne, erfolgte Strafantrag. $o/o Chinesen .... 96.50 Aktien: Bochum Guss 210.20 Buderus E. W .... 113.70 Tendenz: matt. Berliner Börse, Canada E. B 174.10 Darmstädter Bank . . . 128.50 Deutsche Bank .... 223.— Dortmunder-Union C. . . — Dresdner Bank . . . 137.— Tendenz: matt. Elektriz. Lahmeyer . « . 116,80 Elektriz. Schuckert . . . 105.10 Esch weil er Bergwerk . . 209.90 , Gelsenkirchen Bergwerk . 189.80 Hamburg-Amerik. Paketf. 130.90 Harpener Bergwerk. . . 194.00 Laurahütte 217.— Nordd. Lloyd 116.50 Obeischles. Eisen-Industrie 103.— | Berliner Handelsges , . 151.20 Darmstädter Bank 128.90 Deutsche Bank . . « 223.20 Deutsch-Asiat. 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