Erstes Blatt 157. Jahrgang Dienstag 20. August 1907 Gießener Anzek ammenbruch unserer n Deu rvezugSpret-r monatlich 75Pf^ vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u* Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePostMk.2.-mertel- jährl. ausschl. Bestellg. ZeilenpreiS: lokal 15Ps^ mrswärtS 20 Pfennig Kie oltlge in Marokko. Paris, 19. Aug. Admiral Philibert telegraphierte unter dem heutigen Datum: In Rabat und Larasch war die Lage befriedigend. In Mazagan wie gestern. In <5 affi und Mogador herrscht Ruhe. Gegen das Lager von Casablanca wurde gestern früh ein heftiger Angriff unternonunen. Das sehr wirksame Feuer dec „Gloire" rieb die starken marokkanischen Reiterscharen zurück. Die Marokkaner scheinen ernste Verluste erlitten zu haben. — Dem „Temps" zufolge herrscht in militärischen Kreisen die Ansicht, daß eö sich bei dem gestrigen Angriff auf Casablanca um eine einfache Erkundung der Eingeborenen gehandelt hat und daß das Gros der Aas Wiederauftauchen Worengas. Die neueste Entwicklung der Dinge in Südwestafrika zeigt wieder einmal mit erschreckender Deutlichkeit, wie verhängnisvoll die Forderung des Zentrums gewesen ist, die Truppen in Südwestafrika auf 2500 zu verringern. ./Es wäre", tvie das „Leipziger Tageblatt" mit Recht hervorhebt, der völlige" ' Nr. 194 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Kamillen- blätter viermal in der Woche beigelegt und zweimal wöchentlich das Kreisblatt für den Kreis Stämme sechs Kilometer von der Stadt entfernt in Gr- landesalten verborgen fei. Das Blatt meldet, man habe imter Arabergruppen die rotenDolmans der regulären marokkanischen Truppen bemerkt, doch sei es ungewiß, ob man es mit Soldaten im- Dienst oder mit Deserteuren zu tun habe. — Der Temps-Korrespondent in Casablanca veröffentlicht einen auffallend scharf gehaltenen Artikel gegen das dortige spanische Detachement: Nach mehrtägigem Bummel, heißt es darin, verließ endlich eine Abteilung die Stadt, um zur Rechten deS Drudeschen Lagers die ihr angewiesene, durch eine Mauer geschützte Position einzunehmen. Drude hatte gehofft, die Spanier würden sich dort häuslich einrichten, aber wenige Stunden nach ihrem Auszuge kehrten sie mit klingendem Spiel zurück, ohne den General vorher unterrichtet zu haben. Der spanische Kommandant erklärte, sein Madrider Auftrag laute: Nur rekognoszieren, nicht dauernd festsetzen. Der Korrespondent schildert dann den Kontrast zwischen den überaus streng gehaltenen französischen Soldaten und den spanischen, die sichs wohl gehen ließen und bemerkt, daß die spanischen Ansiedler von Casablanca ihr Mißvergnügen darüber erkennen lassen. London, 19. Ailg. Reuter meldet weiter über die gestrigen Kämpfe vor Casablanca: Die Marokkaner benutzten das Schrvect beim Angriff, als ihnen die Munition ausging. Die Franzosen verloren zwei Tote und drei Verwundete. Der Verlust der Eingeborenen ift1 wahrscheinlich groß. Es wurden dringend Verstärkungen verlangt, um das Terrain aufziiklären. Düe Spanier nahmen an dem Kampfe nicht teil. Tanger, 19. Aug. (Reuter). Nach vorliegenden Nachrichten herrscht i n F e z N u h e. Der Sultan werde wahrscheinlich etwa zwanzig Notabeln hierher senden, die mit der französischen Gesandschaft bezüglich der Vorgänge in Casablanca konferieren sollen. Auch heißt es, daß dec Sultan Notabeln an die Kabylen vor Casablanca sandte, um 511 versuchen, dem Kampf Einhalt zu tun. Ein Abonnent unseres Blattes, ein geborener Gießener, schreibt uns aus Fez unterm 9. August 1907: In heute hier eingetrofsenen Zeitungen von Ende des vor. M-onats lese td) längere Berichte über die derzeitig „kritische Lage Marokkos", nach denen es — ich denke hier speziell an einen Artikel des „Berl. Tagebl." in der Abendausgabe vorst 31. Juli — besonders um die Hauptstadt Fez sehr schlecht bestellt ein soll. Die über London gemeldeten Telegramme lassen erkennen, daß die Nachrichten höchstwahrscheinlich von dem Tangeriner „Times"-Korrespondenten Harris stammen, dessen Mitteilungen nicht gerade immer sehr zutreffende gewesen int). Allerdings ist es Tatsache, baß Gerüchte kursieren, nach welchen sich Raisuli und Roghi (Buhamara) zu vereinigen und dann gemeinsam gegen den Sultan und seine Hauptstadt vorzugehen gedenken; so oft aber haben diese Gerüchte sich hier chon verbreitet, so oft aber auch sich wieder zerstreut und nicht erfüllt, daß Man ihnen auch jetzt keine besondere) Bedeutung zumißt. Es trifft allerdings ferner auch zu, daß Fez von Truppen momentan fast ganz entblößt ist, doch können diese im Bedarfsfälle ebensoschnell wie diejenigen des Feindes — umd zwar in etwa drei Tagen hier sein. Wenn W i l h e l m s h ö h e, 19. August. Wie deut „L.-A." mitgeteilt wird, )oH dec Kaiser sein lebhaftestes Interesse den aus Südwestafrika einlaufenden Nachrichten widmen und vom Gouverneur v. Lindequist direkte telegraphische Berichte eingefordert haben. Auch wird hier erzählt, daß aus Morengas Kopf seitens des deutschen Gouvernements eine hohe Summe ausgesetzt werden würde. Die deutsche Regierung wird alle von ihr vorgenommenen Truppen- Dislokationen und ihre Feldzugspläne vollkommen geheim halten, da Morenga, der vortreffliche Ber- oindungen besitzt, erfahrungsgemäß schon am nächsten Tage )ie vom Reurer-Gureau verbreiteten Meldungen erhalt. Berlin, 19. August. (W. B.) Der Gouverneur ) er Kap ko lonie telegraphiert, daß weitere 50 Poli- -isten, sowie eine Spezialkommission nach der deutschen Ü r e n z e gesandt worden seien, die über die näheren Um- tänbe von M0 ren gas Einfall Ermittelungen anstellen olle. Nach Privainachrichten aus Kapstadt sollen Mo- enga und Simon Köpper sich bei Nabob ver- inigt haben. Die Zahl der Morenga-Leute wird neuer- >ings erheblich geringer angegeben. Die Grenzgebiete Werren von den Farmern mit ihrem Weh geräumt. Die Bon- re lzwarto sind bisher ruhig. 50 Mann sind seit rem 11. August unterwegs nach Warmbad und Brakwater ur sreiwilügen Arbeit am Bahnbau. Die durch die vcr- utberte Lage erforderlich gewordenen Maßnahmen sind tetroffen. Der „Berl. Lokalanz." meldet: Ende September oerden auf dem 5b r i e g s s ch a u p l a tz im äußersten Süd- 1 fielt der südwestasrikanischen Kolonie dem Oberstleutnant . Estorfs zur Verfügung stehen: 12 Kompagnien, Feldbatterien, 4 Züge Gebirgsartillerie, 4 Züge Maschinenewehre. London, 19. AuZ. (Unterhaus.) In Beantwortung iner Anfrage betreffeno das Entweichen Moren gas rklärte Unterstaatssekretär Runciman, die deutsche Re- rerung sei am 9. August davon unterrichtet worden, daß üorenga durch die Kapregierung die Mitteilung zugegangen ei, daß seine Anwesenheit in der Nähe der deutschen >renze zu Besorgnis und Beunruhigung Anlaß gebe und r, falls er n icht seinen ständigen Wohnort an einem von er deutschen Grenze entfernten Orte aufschlage, er aus er Kolonie verwiesen werde. Bedauerlicherweise habe, seit- em diese Zusicherungen gegeben wurden, Morenga die Lachsamteit der Ortsbeyörden getäuscht und am 13. August ie d eutsche Grenze überschritten. Sofort nach Empfang ieser Nachricht habe die Regierung an die örtlichen Be- . , , , dwestafrika gewesen. Die Folgen wären geradezu unabsehbar geworden. Daß Sparsamkeit aw unrechten Orte die größte Verschwendung ist, hat der südwestafrikanische Aufstand deutlich genug gezeigt. Es wäre gut, wenn man sich diese Erfahrung immer vor Augen hielte. Ueber die Lage in Südwestafrika liegen uns zurzeit folgende Meldungen vor: Horden t elegraphiert, daß Morenga auf britischem Gebiet nrcht langer Asylrecht gewährt werden könne; ferner habe sie tue deutschen Behörden davon in Kenntnis gesetzt, daß ihnen bei ihren Bemühungen, sich M0-1 rengas zu bemächtigen, jede Unterstützung zuteil würde. Zum Schlüsse erklärte der Unterstaatssekretär, die britische Regierung bedauere die Störung des Friedens, die durch diese Vorgänge verursacht worden sei, außerordentlich und sie hege die Zuversicht, daß alles, was in der Macht der britischen Behörden stehe, getan werde, um den Folgen der Friedensstörung vorzubeugen. K a p st a d t, 19. Aug. Im Kapstadter Parlament führte heute Jameson in Erwiderung auf die Darlegungen Merrimans folgendes aus: Als Morenga sich ergeben hatte, wurde er entwaffnet und auf der Kap-Halbinsel interniert. Als aber die Feindseligkeiten in Südwestafrika aufhörten, konnte die Küpregierung ihn nicht länger in Gewahrsam halten. Deutschland verlangte seine Auslieferung, aber die Kapregierung war nicht berechtigt, sie zu gewähren. Morenga hatte Anspruch darauf, freigelassen zu werden und sagte, er wolle sich in der Kapkolonie niederlassen; die Regierung teilte dies dem deutschen Ge- neralkonsul mit. Der Generalkonsul wollte Morenga die Rückkehr nach Südwestafrika mit voller Begnadigunggestatten,aber Morengalehnte dies ab. Es wurde in Anwesenheit des Generalkonsuls vereinbart, daß Morenga bleiben solle, solange er sich wohl verhalte. Es wurde ihm aber nicht gestattet, die Grenz-e ohne einen behördlichen Paß zu überschreiten. Morenga wünschte, sich aus privaten Gründen in Upington niederzulassen. Die Regierung war einverstanden. Die Behörden sowie die Polizei wurden angewiesen, Morenga zu überwachen. Später fand man, daß Morenga nach Kenhardt und von dort nach der Grenze gegangen war. Die Polizei verfolgte ihn und hätte, wenn nicht Wegschwie- rigkcrten gewesen wären, auch eingeholt. Der Premierminister teilte dann mit, daß die Kapregierung und die deutschen Behörden in vollstem Einvernehmen arbeiten. Die Kavregierung habe die deutsche Reichsregierung versichert, daß sie ihrerseits alles tun werde, um den Deutschen zu helfen. In einem gerade eingegangenen Telegranrm des Gouverneurs von Deutsch-Südwestafrika wird der Kapregierung der Dank ausgesprochen für die getroffenen Maßnahmen. Premierminister Jameson schloß: Wir bedauern außerordentlich den unliebsamen Zwischenfall. Wir haben alles nur mögliche getam um 1Interftü^ ung zu leisten und sind dabei, dies weiter zu tun. Stehen. Fernsprech-An- jchlubf.d.RedaktionllZ MM ' MZ Seneral-Mzeiger ffr «Icheffe^ ZM bis vormittags 10 Uhr. Rofafiottsötud und Verlag der Brühl schen Univ.-Buch- und Zteindruckerri. 8. Lange. Redaktion. Expedition und Druckerei: Zchulstraße 7. Heb; Mr^en --- u Anzeigenteil: H. Beck. Die Liebermann-Ausstellung im Frankfurter Kunstverein. Man schreibt uns aus Frankfurt: Ter 60. Geburtstag Max Liebermanns gab dem r a n k f u r t e r K u n st v e r e i n die Veranlassung zur Ber- nstaltung einer großen Ausstellung, die ein lückenloses ild von dessen künstlerischem Werdegang gibt. 183 Oel- emälde, Aquarelle, Pastell und Zeichnungen sind zu einer -chau vereinigt. Die Entwicklung der Kunst im 19. Jahrhundert ist n Drama, in dem mit tragischer Vehemenz zwei Kräfte m einen Ausgleich ringen. Tradition und Wirklichkeit Der besser gesagt, die ganz neuen oder immer wieder ^uen Erscheinungsformen, die Wahrheit und Wirklichkeit -ird) Technik und Wissenschaft im 19. Jahrhundert cmi ahmen. Ter Kampf, der in Deutschland zu bestehen ge- esen ist, war fast noch schwerer als in Frankreich. Man itte sich an Achenbachs italienischen Galalandschaften und rützners humoristischen Episoden derart den Magen ver- irben, daß man sich eine Schilderung einfacher Gegenden; ib ernster Menschen, wie die Franzosen Eourbet und Üllet sie boten, nicht mehr vorstellcn konnte. Max Lieber- ann blieb es Vorbehalten, zum Urheber und Vermittler s neuen Schönheitskanons in Deutschland zu werden, ls er austrat, erging es ihm zwar wie seinen französischen iiregern, er wurde als Apostel der Häßlichkeit verschrieen. 2ute gilt er jedoch nicht mehr für den Sohn der Finsternis, ie ihn einst eine Berliner Kritik bezeichnete, denn auch ir haben uns verändert. Hier in den geschlossenen Räumen kann man sein chasfen in einem Querschnitt von den Siebziger und ersten htziger Jahren an bis in die Gegenwart verfolgen. Hier tonrnit jein Werk etwas Abgeschlossenes, beinahe schon :eder Altmodisches. Die breiten Ausstellungswirkungen n gestern und heute fallen wie Dekorationsstücke gegen re ab. Stets aber ist Räumliches gestaltet, Perspek-' lisches in der Farbe studiert. Den Glanzpunkt der Aus- llung dürfte das Bild „Jesus unter den Schriftgelehrten" lden. Es schließt auf einem mäßig großen Bildraum reu von rückwärts durch Fenster beleuchteten Ausschnitt r Synagoge, eine gewundene Holztreppe zur Linken und 'ischen den Treppen und den Betpullen acht zwanglos cteUle menschliche Gestalten zusammen. Wer komponiert ute. noch, so. feinslächig, jo nuanciert'^ Schon erscheint Liebermann als Mann des sicheren Besitzes, der mit seinem künstlerischen Kapital umsichtig und ergiebig zu wirtschaften weiß. Das Bild gehört zu jenen seiner Werke, in denen man die ersten Atenzelschen Einflüsse zu fühlen glaubt. Der zeitliche Vorrang vor diesem Werke gehört indes den Könservenmacherinnen. Die ganze Munkaczysche Farbendüsterkeit liegt noch über der interessanten Kombination von „Stilleben und Selbstporträt", mit dem sich Liebermann in Paris einführte, es ist mit fabelhaftem Naturalismus gegeben, aber es vermag uns wenig zu erwärmen. In den Könservenmacherinnen beginnt sich dec schwärzliche Ton des Liebermannbildes schon zu lichten, aber die Hauptsache ist und bleibt doch wieder die psychologische Seite. Alte abgearbeitete Arbeiterinnen sitzen im Halbkreis herum und schälen Gemüse. Man fühlt sich versucht, Charakterstudien zu machen, in dieser Fülle von Individualitäten. Courbets schwerfällige Technik vereinigt mit Millets Bauernpoesie gestaltet sich in dem bedeutenden Werke „Bauer und Bäuerin im Kartojfelfeld" zu einer Darstellung, in der Mensch und Landschaft in engem geistigem Zusammenhänge stehen. Die letztere Note tritt noch stärker in dem Bilde „Rübenfeld" hervor, doch fällt nebenbei noch als neu der Bewegungsrhythmus der Gestaltenreihe a..,. Die fruchtbringende Fülle des Erdreichs, die schwere ^üm- mung, sie sind mit satten, dunklen Tönen ausg^rückt, braun, grau, grün. Dec erste Schritt zu persönlicher Freiheit läßt sich gus dem Bilde „Geschwister" verspüren. . Die Lichtführung beginnt für den Künstler von Wichtig leit zu werden, daneben gibt er seinen Bildern einen gesteigerten Grad von intimer Monumentalität, so in dem Bilde einer Mutter mit Kind. Indessen ist weder München noch Paris, noch Berlin als Wiege der charakteristischen Kunst Liebermanns anzusehen, sondern Holland. An den „Geflügelhof" wird erstmals der Einfluß des Letzteren bemerkbar, dort hatte er sowohl in der Natur wie bei den Bewohnern der Küste die Einfachheit wiedergefunden, die bei Millet so bewunderungswürdig war. Es entstand die Schusterwerkstatt, von der wir eine Studie ausgestellt sehen, aber bieje genügt, um zu konstatieren, wie Liebermann dem Licht im Raume folgt, wie er die Bewegungen der Leute faßt. Keine Dunkelheit ist mehr in dem Bilde. Es wäre nun nicht zutreffend, wenn man die folgenden Werke ganz der Beeinslussung Josef Israels unterstellen wollte. Zu seinen Jnterteurbildecn bildet nicht die dargestellte Sache selbst das Malerische, sondern das sanfte Lrcht, dM in I den alten Wohnräumen leise über Personen und Gegen-i I stände fließt, und hier eine Farbe, dort einen Reflex sichte bar werden läßt. Hierher gehören die Wohnstube, „Weberei", „der erste Schritt". Die ersterwähnte ver-, mittelt unmerklich den Uebergang zu dem weit später geschaffenen Bilde „badende Jungen". In die Zwischenzeit falle: unter anderen die Bilder „Wäsiyetrocknen", „Strand von Scheveningen", „schreitender Bauer". Dieser steht vor-^ züglich in der Atmosphäre. Indes die eigene Bewegliche leit des Künstlers mußte ihn dec Freilichtmalerei in die Arme führen und nicht minder rissen ihn die Lehren der Jmprejsionistes mit sich fort. In den figurenreichen Bildern wie „Schweinemarkt" und „Biergarten zu Leiden" berührt sich Liebermann am stärksten mit Menzel, jedoch ist er nicht der prickelnde Causeur wie jener, er gibt eine Impression des Vorgangs. Durch diese Bilder wurde Liebermann^auf die Darstellung von Luft und Sonne unter dem Grün der Bäume hingeführt. Die Illusion des unter einem Blätterdache sestg-ehaltenen Sonnenlichtes ließ sich aber nur erreichen, wenn die Betonung der Form ausschied. In seinen Bildern vom „Scheveninger Badestrand", „Reirer am Strand", „Pferd in der Schwemme", „Tennis" tritt die Wirkung noch erhöhend, die Schlagkraft der Farbe, haupthauptsächlich orange, grau, gelb, dazu. Ein einzig kleiner Drücker mit dem Stift vermittelt die ganze Lichtstimmung. Mit Sicherheit weiß Liebermann die Linien, Töne, Lichter, die ein flüchtiger Moment blitzartig auftauchen läßt, zu erfassen. Aber nicht allein die ernsten und rauhen Gestalten der schaffenden Menschheit beschäftigen Liebermann, sondern auch manches geistreiche Antlitz von Gelehrten und hervor, ragenden Vertretern des Kaufmannstandes, wie die des Geheimrats Bode, Kommerzienrats Freudenberg und Bapk- direktors Gutmann fanden in Liebermann einen Bildner, dem alles Posierte und Pathetische verhaßt war. Doch die Perle von Liebermanns Werke bilden die Zeichnungen. Die Gabe der Charakterdarstellung, die ihm verliehen ist, gibt sich kaum irgendwo so lebhaft, wie in seinen gezeichneten Studien kund. Es war von jeher der glänzendste Vorzug Liebermanns, ganz Herr zu jein über den Augenblick. Da erscheinen Zustand und Bewegungsausdruck wie von einem unjichtbaren Beobachter bstauscht, das Ganze ist an und für sich frei von allem, was nach Studium, nach Zwang ober Pose aussieht. B. n. 25. Division, Generalleutnant v. Strang, die Ausgabe Aus Stadt unS Land Da die angen stellt hatte. Feind. grüßte im Vestibül das Großherzogspaar namens der Stadt. Auch Provinzialdirektor von Gagern sand sich zur Be- grüßung ein. Heilte herrschte von früh an ein gewaltiger Zuzug von Fremden. Besonders die Wiesbadener Kursremden sanden sich zahlreich em, ebenso sind von ben Landorten viele Zuschauer eingetroffen. j4Vup„t/ durch die der Kaiser bei seiner Rückkehr von der Truppen- schaii fommt. Die Gastell'sche Fabrik am Bahmvürterhäuschen 39 prangt im schönsten Flaggenschmuck. manbo des Generalleutnants v. Strauß statt. Der Vorbeimarsch der Fußtruppen erfolgte in Kompamefronten im Schritt, der Kavallerie in halber Eskadronsfront im Schritt, der Feldartillerie und Batterien der bespannten Fußartillerie in Batterie- front im Schritt, dann der Vorbeimarsch aller Truppen im Trab und Galopp. Die Infanterie hatte beim Parademarsch das Seitengewehr aufgepflanzt. Die Truppen schivenkten nach bem ersten Vorbeimarsch links herum und marschierten hinter dec Musik zum zweiten Vorbeimarsch. Die Fahnenkompanie (Leibkompauie) des Jnsanterie- Regiments Sir. 116 mit Regimentsmiisik und Spielleuten rückte nach dem ziveiten Vorbeimarsch alsbald nach der Gastell- schen Fabrik. Dorthin entsanden nach dem letzten Vorbeimarsch alle Truppenteile ihre Fahnen. Das Jns.-Neglmeut 9lr. 116 stellte noch 20 Unteroffiziere, welche beim Abbringen der Fahnen während des Marsches in die Stadt den Raum, in dem der Kaiser ritt, gegen das Publikum abschlossen. Tie übrigen Truppen bildeten bis zur Gastell'schcn Fabrik Lpalier. Die die Ehrenkette bildenden Truppen präsentierten bei Annäherung des Kaisers regimenterroeije, die Musikkorps spielten und die Truppen riefen Hurra. Sturz auch 12 Uhr ritten der Kaiser, der Großherzog und ba§ übrige Gefolge an der Spitze der Fahnenkompanie vom! Mombacher Tor aus durch die Mombacher Straße, Wall- straße, Alicenplatz, Binger Straße, Große Bleiche nach dem Großh. Palais. Das die Straßen dicht besetzende Publikum brachte dem Kaiser lebhafte Ovationen dar. ; Sowie der Kaiser in den Hof des Großh. Palais einritt, lourbe die kaiserliche Standarte gehißt. Im Vestibül wurde der Kaiser von Oberbürgermeister Dr. Göttelmann namens der Stadt begrüßt; der Kaiser dankte, indem er dem Oberbürgermeister die Hand reichte. । ^lach dem Diner, das militärischen Charakter trug, reifte I bet Kaiser nach Schloß Fnedrichshof, während das Groß- herzogspaar am Abend, ebenfalls per Automobil, nach Schloß Pöolssgarten sich begibt. ' ■ trotzdem die Zeit zur Schmückung nur sehr kurz war. In der Mitte des Platzes ist ein bewunderungswürdiges Nondel mit rot-blauen Salvien, gelb-blauen Tagetis, Studentenblumen und großen Palmen angelegt, während auf beiden Seiten des Einganges zum Deutschhausplatz herrliche Blumentische mit Studentenblumen einander verbinden. Die Rückwand des Platzes ist mit einer wunderbaren Palmengruppe geziert. Alls dem Alicenplatz sind die großen Masten mit blühenden Blumenkörben ausgestattet. Bauinspektor Gelius hat sich um die Ausschmückung sehr verdient gemacht. Die Große Bleiche ist in eine via triumphalis umgewandelt. Auch die Privathäuser und Kasernen zeigen reichen Schmuck. II. KK. HH. der Großherzog und die Groß- h erzog in trafen gegen 6% Uhr mittels Automobils gestern nachmittag hier ein, von der am Portal des Palais harrenden Menge lebhaft begrüßt. Oberbürgermeister Dr. Göttelmann be- ** Ein althessischer Offizier gestorben. Aus Darmstadt kommt die Trauernachricht von dem Ableben bei Generalmajors z. D. Julius v. L y n ck e r. Der Verstorbene, der der bekannten hessischen Adels- und Offiziersfamilie v. Lyncker angehörte, erreichte ein Alter von nahezu 82 Jahren. ** A u s dem M i l 11 ä r w o ch e n b l a 11. Nach dem Gefechte versammelte der Kaiser die sämtlichen berittenen Offiziere zur Kritik um sich. In der Zwischenzeit erfolgte die Aiifslellung zur Parade. Die Ausstellung war folgende: 41. Jns.-Brigade (6 Bataillone), 42. Jns.-Brigade (3 Bataillone), 49. Jns.-Brigade (ohne das Regiment 168 mit 6 Bataillonen), 50. Jns.-Brigade (ohne das Jns.-Regl- ment 118 mit der Unterossizierschule Biebrich 4 Bataillone), das FußartiUerie-Regt. Nr. 3, 21. Feldartillerie-Brigade, eine Abteilung des Feldartillerie-Regiments Str. 61, bespannte Batterie des Fußartillerie-Regts. Nr. 3 und ein Detachement des Ulanen-Regls. Nr. 6. Der Parademarsch aller Truppen sand unter dem Kom- kandidierte er nicht niLhr; sein Nachfolger wurde Abg. Haak, der seinen seitherigen Wahlkreis Psungstadt-Geonsheim an du Sozialdemokraten verlor. Das Andenken Nippers, bet persönlich liebenswürdig und bescheiden war, wird auch bei seinen politischen Gegnern allezeit in Ehren bleiben. Ehr» Hardt (Stettin), Oberlt. a. D., zuletzt im jetzigen Ins. Leibrgt. Großherzogin (3. Gr. Hess.) Sir. 117, als Oberlt. Gießen, 20. Aug. 1907. Hilfe für Herbstein. Doppelt gibt, wer schnell gibt! Getreu diesem Grundsatz und damit gewiß im Sinne aller sceundtichen Geber handelnd, haben wir gestern bereits einen größeren Teil (400 Mk.) der von uns eingeleiteten Sammlung nach Herbstein gelangen lassen. Da die augenblickliche Slot unter den Abgebrannten noch immer sehr groß i|l, bitten mir alle, die Spenden zu geben beabsichtigen, sie mogl^jit rasch an uns gelangen zu lassen. Unseren Lesern und Freunden in Stadt und Land sei die Bitte unterbreitet, I,rt ähnlicher Weise wie dies von den Beamten einer hiesig«,, Behörde und durch die Initiative des Lehrers in unserer Nachbargemeinde Hausen geschehen ist, unsere Sammeltätigkeil ! durch in ihren Bekanntenkreisen in den einzelnen Gemeinden "sw. veranstalteten Sammlungen zu unterstützen. Die Be. Nutzung unserer Geschäftsstelle zur UebcrnntteUmg von Spenden empfiehlt sich besonders deshalb, »veil dadurch Porto gespart ivird, was dem Gesamtertrag der Sammlung nur zugutc kommen kann. Bei der Bemessung der Spenden ist zu beachten, daß der vorliegende Slotstand außerordentlich groß isj und alles, was die private Wohltätigkeit tut, immer nur einen Teil des entstandenen Schadens ersetzen kann. Sorge des, halb Jedermann dafür, daß dieser Teil möglichst groß wird Bis heute gegen Mittag gingen ein: R. G. 20 Mk., Sa» lomon u. Eo. 10 Mk., Oberpfarrer i. P. Vogt 10 Mk, Dr N 5 Mk., L. B. 10 Mk., I. Sch. 5 Mk., M. K. 1 Mk., Dan. Heil 5 Mk K. M. 2 Mk., Frau Forstinspektor Georgi 20 Mk., Frau Schul. Inspektor Gutberitt 5 Mk., Frau B. 3 Mk., Oberst Frechen v. Buseck 20 Mk., B. H. 2 Mk., Klingelhöser 2 Mk., Gebt. Lchwan 50 Mk., Pfarrer D. Schlosser 5 Mk., D. B 1 Mk' =ö Jßf''^rau Th. H. W Mk., Fräulein B.' 3 Mk." K. W. 5 Mk., Otto Rathschlag 8 Mk., Pfarrer Haupt 5 Mk Frau Haas 5 Mk., F. K. 3 Mk., A. I. 1.50 Mk., Louis .v , Kattrein 5 Mk., Familie W. 5 Mk. Zusammen mit den bereits Reges Leben herrscht in den Straßen, früher quittierten 409.45 Mk. bis jetzt 640.95 M k. ‘ Eine Photo g r a p hische Ansicht des abgebrannten Stadtteils von Herbstein, die uns von sehr geschätzter Seite zur Verfügung gestellt wurde, liegt in unserer Geschäftsstelle zur -. - — • - . Besichtigung aus. Das Biid gewährt einen genauen Einbliil Der Kaiser traf am Bahnwärterhäuschen 39 der Mainz- in die Brandstätte und macht die Größe des Unglücks außer- Alzeyer Linie heute früh kurz nach 8 Uhr em. Erschienen ^'deutlich anschaulich. Das große Trümmerfeld des abgebrannten S bffiEnerOQli,Cr(°9ZP6ar' das Pnnz-Np.a-Friedrich Kacl von und bTr bgelte £)ef|cn, General v. Eichhorn, der Kommandeur der 25. Division dem wüsten Trümmerchaos das wohl erhaltene Standbild eines Generalleiitnant v. Strantz, Gouverneur v. Voigt, Koinrntn- Heiligen, das rechts im Vordergrund zu sehen ist. baut Generalmajor undKetteler, Provinzialdirektor Geheimrat 3 11 Audienz empfangen wurde von S. K. H. Freiherr v. Gagern. Tie Begrüßung zwischen Kaiser unö öcm Großherzog am Samstag u. a. Stadtverordneter Helm Großhcrzog war sehr herzlich, dann erfolgte die Begrüßung "on Gießen. der übrigen Herrschaften. **O r d e n s v e r l e i h u n g. S. K.H.der Groß her zog Dec Kaiser, der die Uiform seines hessischen Regimenls ^)"ben dem Oberleutnant a. D. von Arnswaldt, seithei trug, bestieg alsbald sein Pferd und ritt im Galopp mit Großh. Arlilleriekorps, 1. Großh. Feld-Artillerie-Regimenl seiner Suite, die Kaijerstandarle ihm folgend, nach dem großen Ritterkreuz 2. Kl. des Verdienstordens Philipps Sand. des Großmütigen verliehen. bei der Landw. Inf. 1. Aufgebots augestellt. — Der Abschied bewilligt: Heß (1. Darmstadt), Lt. der Landw. Ins 2. Aufgebots, Dr. Haitz (Ntainz), Oberarzt der Landw. 1. Aufgebots. j ** Selbstmord. Lehrer K. aus Klein-Karben war gestern wegen eines ihm zuv 2ast gelegten Sittlichkeits- verbrechens in Untersuchungshaft emgelicfert worden. Heute I früh sand man ihn in (einer Zelle tot vor; er hatte sich mittels seiner Hosenträger erhängt. । ** Leichenfledderer. Gestern abend gesellte sich ein Fremder m einer hiesigen Wirtschaft zu einem Arbeidei. beide tranken zusammeil bis sie schließlich die Getränke spürte und sich dann m der Anlage auf einer Bank niederließen. Hier schlief der Arbeiter ein und als er erwachte war sein Begleiter und mit ihm auch seine Taschenuhr verschwunden. I Ser Täter wurde in der Person des Wilh. St au dach ans Herbstein ermittelt und verhaftet. Die gestohlene Uhr fand sich noch in seinem Besitz vor und konnte dem Eigentümer behändigt werben. V a d Nauheim, 19. Aug. Soeben traf all 2 5 000 sler Kurgast der diesjährigen Saison Mrs. de Kooen im Hotel Metropole und SAonopole em. Die Großh. Kurverwaltung begrüßte die Dame mit einem Schreiben und einem Korb Rosen. Eb Friedberg, 19. Aug. Der große Baum am Eingang zum Bahnhof stürzte dieser Tage plötzlich um, gerade als verschiedene Leute an ihm vorbei nach dem Güterschuppen gegangen waren. Wäre der Sturz einige Sekunden früher erfolgt, so hätte sich ein schweres Uw glück zugetragen. Der Baum war im Innern vollständig morsch. — Der Fußballklub „Aierkur" veranstaltete gestern einen Wettmarsch von hier über Nosbach nach Käppern und zurück, die Strecke war fast 20 Kilometer lang. Nach etwa zwei Stunden traf als erster Kaiser ein, er erhiell eine Fruchtschale, als zweiter erhielt Küster eine Tasche, dritter Hußmaun einen Spazierstock, vierter Klausius ein Etui. -m. Friedberg, 20. Aug. (Tel.) Der Metzgerbursche Karl Vogt aus Ober-Nosbach, der ein Verhältnis mü dem Bufsetsräulein eines hiesigen Restaurants hatte, aber von ihr wegen eines Anderen in letzter Zeit vernachlässigt worden war, drang heute nacht in das Schlafzimmer des Mädchens cm und verletzte es durch einen Nevolverjchuß unerheblich am Auge. Vogt wollte noch einmal schießen, aber die Waffe versagte glücklicherweise. Der Täter wurde in Hast genommen. Die Verwundete konnte heute früh selbst auf die. Polizei zur Vernehmung gehen. Zur Truppenschau waren eingctroffen: die 41. Infanterie- ** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben Brigade, das Füsilier-9iegimciit Str. 80, ein Detachement der ^m Amtsrichter bei dem Amtsgericht Mainz Karl Rummel 6. Ulanen, das Feldartilleric-Regiment Sir. 27, zwei Ab- ^n Eharakter als Amtsgerichtsrat erteilt, den Hauptlehrer an teilungen des Feldartillerie.Regiments Sir. 63, die 49. In- Techn. Lehranstalten zu Offenbach a. M. Ernst V oll ha bei fanterie-Brigade (ohne das Jnf.-Regt. Str. 168), das Inf.- ""f lem Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen Regiment Str. 117, eine Abteilung des Feldartillerie-Rögts. treuen Dienste, in den Siuhestand versetzt und dem Forstwan Str. 61, das Fußartillerie-Regiment Str* 3 mit bespannter dec Forstwartei Wippenbach, Oberförsterei Konradsdorf, Friedl, Batterie, das 21. Pionier-Bataillon und die Unterofsizierschule n r a d zu Konradsdorf, aus Anlaß seiner Versetzung in Biebrich. Eine halbe Eskadron der 23er Dragoner versah Ruhestand den Charalter als .Förster" erteilt, den Abiperrnngsdienst. ** Der frühere L a n d t a g s a b g. R i p p e r 7. Es fand sofort eine Gefechtsübung unter Teilnahme der 2" seinem Heimatsort Pfaffen-Beerfnrth starb am Sonntag 49. Infanterie-Brigade statt, zu der der Kommandeur der vormitchg der frühere Landtagsabgeordnete für den Wahl« Generalleutnant v. Strantz, die Slufgabe ge- bezirk Fürth-Reinheim, Landwirt Philipp Siipper V. im Das Infanterie-Regiment Sir. 117 stellte den 58. Lebensjahr. Herr Slipper war SJlitglieb der wirtschaftlichen Vereinigung und gehörte dem Landtag von 1893 bis! 1906 an. Er war einer der fleißigsten Besucher des Hauses, \ trat aber weniger als Redner hervor. Wenn er einmal - sprach, betrafen seine Ausführungen die Hebung der Pferde- Zucht, die ihm sehr am Herzen lag, oder die Fortführung dec Bahn Reinheim-Reichelsheim nach Wald-Vlichelbach. 1906 Deutsches Reich. Berlin, 19. Ang. In das Herrenhaus berufen ist durch allerhöchsten Erlaß vom 1. August der Fideikommiß- desitzer Graf Helmuth von Moltke zu Creisau auf Grund erblichen Slechts als Nachfolger seines am 12. Januar verstorbenen Vaters, des Generalleutnants Grafen Wilhelm von Moltke im Besitze des Fideikommisses Creisau. — Infolge der Dynamit-Explosion in Dömitz hat die großherzoglich- mecklemburgische Staatsregierung die Bildung einer Minifteri a 1 f 0111 m 1 ffi0n angeordnet, welche die ständige Ueberwachung des Betriebes der Sprengstoff-Fabriken in S)iecklen- burg sowie jährlich zweimalige Prüfung aller Sprengstoff, sabriken vorzunehmen hat. Die Stadtgemeinde Dömitz wird wegen dem Weiterbetneb der Tynamilfabrik auf dem bisherigen Grundstück Protest erheben und Verlegung der Fabrik aus der Umgebung der Stadt verlangen. Paris, 19. Aug. Die hiesigen Blätter nehmen mit hüt großer Befriedigung Kenntnis davon, daß bei Gelegenheit be§ in Straßburg stattsindenden sportlichen Festes auch der Gebrauch französischer Fahnen zur Dekoration des Vergnügungslokales Adelshoffen gestattet wurde. ^Dies ist", jagt der Temps, „ein Akt der Billigkeit Und Toleranz, den die elsässische Bevölkerung mit lebhafter Freude anerkennt. Ausiand. ' 'T'C.s Bert- -LgM. meidet aus Wien: Bürgermeister Dr. Lueger erlitt am 18. August in Brixen einen schweren ynmacg15anfalL \s>ein Zustand ist besorgniserregend. Rom, 19- Aug. Ter italienische Minister des Auswär- ttgeu, Tr Mo n i, hat fich heiue zum Befuche beim österreichischen Nrrmster t^rhr. v. A e h r e n t h a l nach dem Pemmering begeben SJla11a 11 b , 19. Aug. ,In Sonett wurden fünf Unter» o f f 1 ziere verhaftet, weil sie sich zusammen mit einigen An a r- d} ist, e n um b i e revolutionäre Fahne geichaart und mit antunilitarliefen ^ynibolen hatten photographieren lassen. , K r 19- Aug. Ter Radieal, die Petit Republique Und der Siöele be|prechen den SRißerfolg der Ab- rustungs-^dee im Haag, erhossen aber für spater beifere »i 1 ioige. b10 ria , 19. Aug. Die gesetzgebendeVersamm- 42 Ae9en 19 stimmen den Vorschlag Bothas MiuttMtn a18 ^schenk für den W-üg Mailet und der Kroßyerzog in MainzT^ , (original-Arulrt pcs i^tebener Anzeigers.) < d. SJtaiuz, 20. August Sie Strien, die Se. ber Slaifer mq feinen. Rück, i Tnippenfchnu durchreite!, sind sechich geschmückt. , Set- Deutschhausplatz vor dem lÄrogh. Palms ist wieder von , Gartenbaudirektor Schröder auf das herrlichste geschmückt, 1 ehe wirklich ernstliche Gefahr Vorlage, so würve an die hiesigen Europäer Wohl zweifellos schon die Aufforderung ergangen sein, die Stadt zu verlassen, und daß dies bisher noch nicht geschehen ist, mag als Beweis dafür gelten, daß man ernstlich an eine der Stadt von Seiten Raisutis und Roghis drohende Gefahr glaubt. Möglicherweise aber können sich, bis meine Zeilen Sie erreichen, die Verhältnisse hier infolge der unglückseligen Casablanca-Affäre so geändert haben, daß die hiesigen Europäer (unter denen sich zurzeit auch zwölf Deutsche befinden) die Stadt verlassen müssen. Die nun Oer die Lage in und um Fez schon so vorzeitig in europäischen Zeitungen verbreiteten ungünstigen Nachrichten waren jedenfalls dazu angetan, die Angehörigen hiesiger Europäer drüben in Deutschland in Angst und Schrecken zu versetzen, vorerst (und hoffentlich auch ganz und gar) unnötigerweise, denn man kann hier, wie gesagt, heute an eine ernstliche Gefahr von Seiten^ der beiden^ Feinde nicht recht^glauben. Ein Welttelegraphistenstreik? Newyo^r k, 19. Aug. Der Prä,ident des Telegraphistenverbandes Small behauptet, es seien Abmachungen im Werke, die zu einer Ausdehnung des Tele- g r a p h i st e n ft r e 1 k s auf andere Länder führen werden- Bereits hatten sich die ausständigen Beamten in Amerika der Mit- hrirfung sozialistischer Organisationen in Europa gesichert- Trei- V ter t el b e r britischen Telegraphisten seien gewonnen, und die Einstellung der Arbeit an den Amerika mit Europa verbindenden Telegraphenkabeln stehe unmittelbar bevor- Tie englischen Beamten hätten die Zusage gegeben, daß sie sichiveigern würden, Depeschen, die von Nichtveroandslenten abtelegraphiert worden sind, aufzunehmen, und daß auch sie sich der Anstellung von nicht zum Verbände gehörigen Beamten widersetzen würden- Sie seien entschlossen, wenn nötig, auch ihrerseits in den Streik zu treten-, Von^der Beamtenschaft anderer europäischeer Länder seien ebenfalls Sympathiekundgebungen eingegangen. Aus Rußland. W a r s ch au , 19. Ang. Auf dem Witkewskiplatze wurden zwei Schutzleute von Sozialrevolutionären erschossen, ein dritter entwaffnet- Tie Täter sind entkommen. — Von der Grenzstation Alexandrewo wurden drei mit Pässen versehene Deutsche, zwei elegante Herren und eint Dame, hier ein geliefert, in deren Koffern zwischen doppelten Böden 20 Br.wnmge und tinige Mausergewehre gefunden worden waren- Tie Pässe lauteten auf Alexander und Marie Ulrich, ein Ehepaar, sowie auf Viktor Wlaskowski- Tas Ehepaar Ulrich wurde dem hiesigen deutschen Konsulate eingeliefert- Es ist nicht ausgeschloffen, daß hie Pässe gefälscht sind- ■ Batum, 19. Aug. Auf den Kr e i s ch e f v 0 n O su r g e t y im Gouvernement Kutais, Jermelow, der sich in Begleitung feiner Frau befand, wurde ein Blo mb enanschla g verübt- Beide wurden nur leicht verletzt- Tie Urheber des Anschlags eröffneten gegen die hqrbeigeeilde Wache ein Feuer, wodurch em Vorübergehender getötet und ein anderer verwundet wurde- Vier von den Schuldigen wurden verhaftet- Unter den Andächtigen der Kathedrale, in deren Stahe das Attentat verübt wurde, entstand eine Panik- Eine Person wurde vom Herzschlag getrofsen. politische Scrgesschasr. Schaumburg 1111b Biesterfeld. Man schreibt dem „Leipz. Tagebl.": An demselben Tage, an dem die deutsch-englische ^Tetente" dureh den Besuch König Eduards in Wilhelmshöhe bekräftigt wurde, hat auch die Annäherung der Häuser Biesterseid und Schaumburg einen Fortschritt gemacht. Denn an jenem Tage tiafen dec Fürst und die Fürstin von Lippe aus Detmold in Bückeburg zum Besuch des dortigen Hofes ein, und bei der Festtafel wurden Trinksprüche von politischer Bedeutung ausgetauscht. Der Volksztg.« zufolge gab Fürst Georg der Hoffnung Ausdruck, daß dies Zusammensein einen sieund- zchaftlichen Verkehr zwischen den beiden Häusern anknüpfen werde; Fürst Leopold dankte für den herzlichen Empfang, der die Tradition zwischen den beiden Fürstenhäusern werde neu befestigen und aufrecht erhalten können. — So hat die Begegnung von Wilhelmshöhe m Bückeburg ein Gegenstück von -geringerer Wichtigkeit, aber doch von politischem Interesse ! ,'gefunden. 1 LbriE fteij-enben Artikel keinerlei ueQ Hotei-Peiision iterggartea M Statt besonderer Anzeige. btädt. subv., unter Staatsaufsicht steh. WLM7-ZW Höhere Handelsschule Landau (Pfalz.) Beginn des Wintersemesters: 14. Oktober 1907. 14. Oktober 1907. versteigert: 05964 Giessen, 19. August 1907. D-% c5 5 Z 1 Hauptgewinn Zu haben bet [4338 B 3287 Gewinne [ce/( zu einem Drittel an zwei arme Israeliten der Provinz Ober- [5275 schwer. Dr. Knell. d$0/£ Möbel aller Art., 1 Pianino, 1 gr.ParlieSchuhwar.u.a.m. Geißler, Gerichtsvollzieher. Mittwoch, den 21. d. M. werden im Bieker'schen Saale tiieöen , Kspk. Gießen. B2% und und 5310 Lrura Pasch, geb. Reichenbach. Geh. Hofrat Prof Dr. Pasch. D Ludwig Kröll Plockstraße 10. Treffe wieder mit einer Partie künstlicher Palmen Dekorationen, Blumen, Spieaelranken, Obstkörbchen Muscheln zum Jahrmarkt ein. Erfurter Blumen-Bazar. I. die Drittel Gießen, LittgeiauSr. ».Für Form und Inhalt . . . r - . übernimmt bic iHcböti.'’ 1 0 Verantwortung.) GerichtssaaL. R. B. Offenbach, 19. Aug. Das Kriegsgericht bet io. Division, bas vorgestern hier zu einer Gerichtsverhandlung '.usammentrat, soh sich zur Verhängung mehrerer schwerer strafen gezwungen. Der Musketier Anselm Rheinbay rus Franlsurt a. M. von der 5. Kompagnie des 168. Ins.-Regis., -iu mehrmals wegen Diebstahls vorbestrafter Mensch, wurde wegen Erstattung einer falschen dienstlichen Meldung, unerlaubter Ent- ernung aus dem Heere und Diebstahls gegen Kameraden im oiederholten Rückfall zu 9 Monaten 14 Tagen Gefäng - 115, Versetzung in die 2. Klasse des Soldatenstandes und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf zwei Jahre verurteilt. — Der Musketier Wilh. Steiger aus Hering, von )er 6. Kompagnie des 168. Jnf.-Regts., hatte in einem Streit aus )er Stube gegen mehrere Kameraden das Seitengewehr gezogen rnd wie eüt Wütender damit um sich geschlagen, wobei er inen Kameraden vor den Bauch, den anderen auf den Kopf chtug, andere bedrohte und einem Vorgesetzten den Gehorsam lerweigerte. . Steiger, der schon wegen ähnlicher Vergehen vorbestraft ist, wurde wegen Körperverletzung, rechtswidrigen Waffen- gebräuchs', Bed'kWMg und GeMsamsv^rEMiMg zu einem ^ahre Gefängnis verurteilt. — Der Musketier Philipp Bausewern von der 8. Kompagnie des 168. Jnf.-Regts. erhielt wegen Gehorsamsverweigerung vor versammelter Mannschaft 43 Gefängnis und der Dragoner Max Krüger aus Mullrosa (Krers Lebus) von der 5. Schwadron des Dragoner- Rcglments Nr. 23, der nach Offenbach beurlaubt war und sich dort eines Sittlichkeitsvergehens schuldig gemacht hatte, zu sechs Monaten Gefängnis. K ö n i g s b e r g, 20. Aug. Der R e d a k t e u r M a r k - wa l d von der hiesigen soz. Bolksztg. hatte gegen den Staatsanwalt Ai ix einen Strafantrag wegen Be l e i d i g u n g gestellt, weil dieser in einem Preß-Prozeß gegen Markwald den Ausdruck „Preß-Frechheit" gebraucht hatte. Der erste Staatsanwalt hat nun ein Einschreiten gegen Mix mit der Begründung ab gelehnt, daß eine beleidigende Absicht fern gelegen habe. Anzu- ertennen sei aber, daß der Ausdruck jedenfalls hätte vermieden werden können. Darauf sei Mix im Aufsichtswege auch hingewiesen worden. Stuttgart, 19. Aug. Musikdirektor Steindel wurde wegen vorsätzlicher gegen seine drei Söhne begangener Körperverletzung mittels gefährlicher Werkzeuge in zwei Fallen zu f 1 e We 11 Monate n u n d drei Tagen Gefängnis verurteilt. Ein Monat wurde aus die Untersuchungshast angerechnet. Der cknttag anfchstlltenttassung ivurde wegen Flychtverdächw abgelehnt. Bekanntmachung. Betreffend: Die Rabbiner Dr. Lcvi-Ltistung. Aus obiger Stiftung sind am 1. Oktober d. Jahreszinsen pro 19U6/07 mit 156 Mk. zu einem an zwei Arme der israelitischen Religionsgemeinde innerhalb der nächsten 4 Wochen schriftlich hierher Gießen, den 19. August 1907. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde I. V.: M 0 r i tz Strauß.- Meine Sprechstunde findet vom 20. August an bis auf Weiteres täglich von 12^/2 bis 2 Uhr nachmittags statt. 5295 Br« Slipper. Ein Unfug sondergleichen, der jahraus, jahrein ungestört hierselbst betrieben wird, ist das B e s ch m iere n derHüuser mit Kreide, Blaustift, Kohle uno dergleichen. Man betrachte nur ein:nc.i die unteren Pariien der Hauser in der Ludwigslraßc! Sck.bit ganz neu gestrichene Fassaden werden nicht verschont und es i)t ein Jammer, zu sehen, wie nichtsnutzige Buden- Hande mit der Besudelung der Wände mitunter schon begonnen haben, als die Oelfarbe noch nicht trocken war. Es bebau keiner Erklärung, daß die Polizei nicht überall zu gleicher Zeil sein tami. Sache des Publikums wäre es daher, die Schlingel, welche sich die Ungezogenheiten herausnehmen, zur Anzeige zu bringen, damit sich der Hausbesitzer, der unter den heutigen Verhältnissen ohnedies nicht auf Rosen gebettet ist, eventl. schadlos halten kann. Jeder, der ein klein wenig Lolalpairiotismus tu sich trägt, muß mit Freuden bemerkt haben, daß aerade in diesem Jahre eine große Anzahl Häuser mit einem neuen Einen Posten Futter-Kartoffeln, per Zentner 2 Mark, empfiehlt [5251 I. Weisel, Sonnenstrahe 6. B-laGtS Teiegramm. Halt! Hessen, zu einem Drittel an zwei christliche Arme der Stadt Gießen zu verteilen und wollen sich Bewerber um dieselben wenden. Jagdpatronen mit bestem Schwarzpulver und prima Schrot geladen, per 100 Stück 5 Mark, dito mit rauchwsem Pulver geladene, Marke „Tiger", an- errannt beste Patrone, per 100 Stück 8.50 Mark. August Kilbinger, jetzt Seltersweg 79. Telefon 270- Märkte. Gießen, 20. Ang. Marktbericht. Aui heutigemVoebenwatkte kosteten: Butter pr. Psd. 1.10—1.20 Mk., Hühnereier 1 St. 8-9 Psg.. 2 Stck. 00—00 Psg., Gänseeier 19—00 Psg., Enteneier 8 Pia., Zllije pr. Sick. 6—8 Pf., Kasematte 2 Stck. 5-6 Psg., Erbsen p. Psd. 18-21 Psg Linsenp.Psd.25-40Pfg., Tauben pr.Pr.0,8O-l,00Atk.,Hühnerpr.S't. 1,00—1,60 All., Hahne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Sluck 1,80—2,20 All., Gänse pr. Psd. 00—00 Psg., Ochsenfleisch pr. Psd. 82—88 Psg., lluh-und Rindfleisch pr. Piund 80—82 Psg., Schweme- fleisch pr. Pfund 70-84 Psg., Schiueinefleifch, gesalzen, pr. Pid. 88 Psg., ^atbsieifch pr. Psd. 80-90 Psg., pammelsleisch pr. Pid. 61—84 Psg. Welsche per Pfund —llarlosft'ln pr. 100^g. 8—9 Alk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,00—7,00 Alk., Milch per Liter 20 Psg., Nüsse 100 Stück 50—00 Psg., per Ztr. 9—15 Alk., Weiß- kraul per Stück 15-80 Pfg., per Zentner Alk. 0.00-0.00. — .Paritzeu von 7—1 tthr. sorndoh! Waffen, Munition und Fagd- gcritte. Neuheit Hühnerbrachen, Termos -Trinkflaschen, vollstand. wafferb., Jagd-Capes 280 Graumt Abstrich versehen worden ist, wodurch sich das Bild mancher Straßen zu einem wesentlich freundlicheren gestaltet hat und es 1111 -outercsse eines jeden Gießeners, alles, was zur Verschönerung unserer Stadt geschehen ist, auch dauernd erhalten zu sehen. ,Helfe daher jeder dazu beizutragen, daß dem gerügten Unfug, wozu auch noch das Abreißen von Zweigen und Blumen an den Spalieren der Vorgärten und in den An- —gehör t,endnch^ einmal ein Riegel vorgeschoben wird. F. 8ietz»tt PserSe- Lose ä 1 Mk. sind in allen durch Plakate kenntlichen Geschäften zu haben. Hauptgewinne: 3 Einspänner, 9 Pferde und Fohlen, Fahrräder, Nähmaschinen, silberne Gegenstände re., General-Vertrieb ifticrtt. Btachacker dienen Baue 11, (daselbst 11 Lose für 10 Akt. solange Vorrat. Für P0rto u. Liste 25 Psg. mehrt. 5052 Fräs Pauline Mn, geb. Reichenbach Witwe des Geh. Begierungsrats Prof. Dr. Ferdinand Cohn. Bettfedern - Reinigung. Die Federn werden gewaschen, getrocknet un* desinfiziert. ~ < «M- Konkurrenzlos am Platze. 5 beim Reinigungsprozetz zugegen sein. Waschen des Drells (Barchent) auf LÜunsch. reles Abholen u. Rücklieferung durch eigenes Fuhrwerk DampIwasckanstaU „Edelweiss“ clevbon 487 [17161 Krosdorscr Strafte 12 vrNfkust^il oct Redaktion. (Airouhme Anfragen bteibeu undcruu»itutigt.s ,,Sokrates". Da Sie sich und Ihren Zwinger m undurch- dringtiches Dunkel hüllen, wird unser Papiertorb Mit Ihren Bestien geiütterl. Neuaufnahme in alle Klassen und Kurse. I. Vorbereitungsklasseu f. Knaben im Alter v. 11—14 Jahren. II. Drei Fachklassen f. 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V.: Curschmann. __________B20^ Bekanntmachung. In der Zeit bis zum 14. September d. Js. können 'ephonische Requisitionen nur vormittags von 7—8 Uhr tgegengenommen iverden. Wir empfehlen, Requisitionen, lls sie in dieser Zeit nicht erfolgen können, tunlichst durch oten oder schriftlich zu bewirken. Gießen, den 18. August 1907. Großh. Kreisveterinäramt Gießen. 0 Aus der Wetterau, 19. Aug. Nicht weniger als bi-ci Gemeinden haben dieser Tage die Herstellung einer Wasserleitung bcfchlossen, nämlich Fauerbach v. d. H., Münster bei Butzbach und Rieder-Weisel. Tie Qucll- gebiete dieser drei Orte liegen am Fuße des Taunus. Die Wasserleitung der Gemeinde R e n d e l wird in einigen Wochen vollendet sein, die Hauptrohrlellung durch die Ortsstraßen ist vollendet, man arbeitet gegenwärtig an den Hausanschlüffen. Die Leitung soll am 15. September in Betrieb gesetzt werden. p . F- Li ßb er g,19. Aug. H. Müller von Usenborn fuhr fene ,-yrau' i^ine Mutter sowie ein Kiitd mit einem leichten' Wägelchen nach ^>chwickertshausen. Bei dem jähen Aufstieg zum Lißberg ging Müller zu Fuß neben dem Pferde her- Als er auf der Höhe Meder auffteigen wollte, glitt er ab und das Pferd ging durch- Bald lag Müller unter deut Wagen, wurde geschleift und erlitt neben einem Armbruch bedeutende Verletzungen- Frau und Kind sprangen ab, das Gefährt rasife mit der alten Frau bergab, die Insassin tonnte nicht abspringen, schwg vielmal gegen die am Wege stehenden Tclegraphenstangen, oberhalb des Torfes fand man sie sie -schwerverletzt am Wege- Das Pferd mit zerbrochenem Wagen wurde aufgefangen. 8. i)lßlar (Dill), 19. Aug. Die vor 4 Jahren getroffene Einrichtung, wonach die Uferiustaudsetzungsarbeiten an der Dill und Ulm zur Bürgermeisterei- resp. Gemeindesache gemacht und besonders ausgebildeten Flußwärtern übertragen wurden, hat sich gut bewährt. Der Kreisausschuß bewilligte eine Bcihülse von 261 Mark zu den durch die Annahnie besonderer Flußtvärter den Bürgermeistereien Aßlar (Ehringshausen) und Greifenstein ent- standenen Kosten.__________ vermischter. * Aus den Bergen. BvlU Vogesenberge H o h n e ck st ü r z t e der Tourist Carl aus Straßburg a b und lvar sofort tot. — Im Pustertal, im Zillertal, in den Riesenfernern, in den Dolomiten und in den Tauern ist > Schnee gefallen. Biele Sommergäste sind eingeschneit. — Eine Touristengesellschast, die aus drei Turiner Alpenfreunden und einer Dame namens Adda Costannagnu bestand, wurde bei der Besteigung des Rocca Bern and a von einem Schneesturm überrascht. Das schwächliche Mädchen erlag der Ermüdung und Kälte. Eine Rettungs-Expedition brachte den Männern Hilfe und brachte die Deiche der Dame zu Tal. ArtxrrterberVsgung. Aschaffenburg, l9. Aug. (Priv.-Tel.) Der Verein hiesiger Kletderfabrtkanteu beichloß, am ANttwoch sämtliche K o n feklt oit sar b eit e r au szusperren, falls bis dahin die bei drei Komektwnvsirmeu Auspändiaen die Arbeit nicht wieder ausgenommen haben. In der Llonsektionsbranche sind 2000 "lrbeiter und Arbeiterinnen beschäftigt, vornehmlich als Heimarbeiter London, 19. Ang. Tas englische S ch i s t s b a u g e w e r b e Ut von einer schweren Krise bedroht. Die Arbeilgeber drohen 50 000 Kesselschmiede auszusperren, die dem Gewerkverein der Kesselschmiede angehören, sofern die Leute von Armstrong Whitmorth und Co. in Sceiveastle, die wegen eines Streites über eine Lieferung die Arbeit niederlegten, nicht binnen Wochen- s r i st m die Werkstäileii zurücklehren. Königsberg, 20. Aug. Die Prostituierte Krause ivurde m der Nacht ermordet und ihrer Wertgegenstände beraubt. Der Täter ist noch nicht ermittelt. Neapel, 20. Aug. Im Gefängnis von Salerno entstand eine Dteuterei. Sträflinge sprengten die Nia ilern mit Dynamit und gelangten so ins Freie. Carabinieri, welche schnell herbeigerufen wurden, mußte mit Revolvern die von Sträflingen errichteten Barrikaden erstürmen. Nur mit großer Anstrengung gelang es der bewaffneten üftacht, die Nieuterer wieder zu verhaften und die Ordnung herzustellen. Paris, 20. Aug. Das Echo de Paris meldet aus Rom: Es bestätigt sich, daß Kö nig Eduard eine Kreuzfahrt ins Niittelmeer plane. Er gedenkt dabei Sizilien zu besuchen. Paris, 19. Aug. Gestern morgen wurde auf das ÄagerdesGener als Drude von Norden her ein An°i griff gemacht, den die bisher nicht an der Bewegung beteiligten Stänmre Zenata und Ziadia unternahmen. General Trude erwartete den Angriff schon mehrere Tage. Um 3 Uhr eröffneten die Kabylen das Gewehrseuer auf die Vorposten, ivvrauf bei Tagesanbruch ein Kapitän mit 60 Spahis zur Aufklärung vorging. Als die Spahis ausschwärmten und das Ge,echt au,nahmen, suchten, ermutigt von der geringen Anzahl, ellva 2000 Reiter sie zu umzingeln. Trotzdem noch eine Abteilung Schützen vorging, konnte die geringe Truppenzahl dem feindllchen Angriff keinen Einhalt gebieten. Die SpahiZ zogen sich langsam zurück, machten eine Wendung uno griffen, unterstützt von einer Kompagnie Schüßen und Jäger zu Pferde eine andere über 1000 Mann starte feindliche Abteilung an. Nach kurzer Zeit fluch jn die Marokkaner und rissen ihre Reserven mit pich sort. Dir Spahis lehrten sodann zum Lager zurück. Der Vc.-pitän und ein Mann find verwundet, ein Mann to t; auch sind mehrere Pferde getötet und verletzt. Unt lOi/o Uhr bot ein spanischer Hauptmann Hilfe an, doch lehnte Trude sie ab, mciL das Gefecht schon beendigt war. Die Marokkaner hielten noch eine Anhöhe besetzt, wurden aber durch Gewehrieuer ver/agt. Hierbei wurden ein Mann getötet und zwei verwundet. Mi Lose ä 1 Mark. 11 LoseKÄ WlO Mk. Porw u. 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