Nr. SSL Orscherut «ügltch außer Sonntag». Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Sietzener Kamillen, blätter viermal in der Woche beigeleqt und zweimal wöchentlich das Kreisblatt für den Kreis Sietzen. Fernfprech-An- schlußs.d. Redaktion 112 Verlag u. Expedition öl Adresse sür Depeschen: Anzetger Gieße». Lnnadme een Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Erstes Blatt General-Anzeiger für GberheW Hotattonsbrud und Verlag der vrShl'schen Unw.-Vuch- und Zteindruckeret. H. Lange. Redaktion, Expedition und vruckerrk: Schulstrstzr L ’^6Ved*. ■ 157. Jahrgang Freitag 30. September 1007 BezngSyretKr monatlich 7ö viertel- y* £bt. A jährlich Mk. 2.20; durch VA OB Abhole- u. Zweigstellen r-3 AO ■ ▼ monatlich 65 Pf.; durch LT M M r\ diePostMk. 2.—viertel- H O 8|| NM M jährt ausscht Bestellg. Ife-V ZeilenprerS: lokal 15Pf., v auswärts 20 Mennig. Verantwortlich sür den politischen Teil: E. Anderson; s. Feuilleton und ,Vermischtes^ P. Wittko; für .Stadt u. Land" und.Gerichts- Partei, mit der die Regierung in den uiciften Fr- Hand ging. Die ausschlaggebende Stellung desi > ‘iigai Hand in Zentnrms war der Pflegebefohlenen des Schuldners in Ansehung ihres nun natürlich vielen höchst unangenehm, insbesondere ixn Nationalliberalen, denen es oft blutsauer nr.trbe, für Zentrumsanträge zu stimmen. Dazic kam die Abneigung ortodoxer Kreise gegen: die Zentrumss-olitik. Fürst Bülow wäre gestürzt worden, wenn er nicht mit dem Zentrum gebrochen hätte. Das war die Wirklichkeit. Das Mast des Zentrums war voll. Was man über^ das schwarz-rote Kartell gesagt hat, ist einfach Unwahrheit. (Zustimmung.) Wir waren stets frei und unabhängig vom Zentrum. Dagegen haben sich die Freisinnige n lange Jahre in. einer Ar t Hörigkeitsverhältnis' zum Zentrum b o.1 funden (sehr richtig); sie waren Vasallen des Zen-i trums. (Beifall.) Es war klar, daß die bürgerlichen Parteien den Wahlkampf gemeinschaftlich führen mußten. Agitiert wurde vom Reichskanzler bis zum letzten Nachtwächter. (Heiterkeit.) Der Neichslügenverband h^t den bürgerlichen Parteien dE Organisation gelehrt. Der Schleppcrdienst war ausgezeichnet organisiert. Wenn man aber die Hauptschuld an dem ungünstigen Ausfall der Wahl dem ReichslÜgenwerband zuschiebt, so stimme ich dem nicht, zu. (Sehr richtig.) Ich bin der letzte, der bestreitet, daß eines derartige Kampfesweise leider einen Einfluß auQQeübt hat; mach darf ihn aber nicht überschätzen. Die meisten Beruuglimpfungeip' kamen aber aus der Wahlburg des Zentrums, aus der Müncheu-s Gladbacher Werkstätte des Volksvereins. (Beifall.) Verschiedene Bevölkerungsklassen haben sich kopfscheu machen lassen, in dem, Maße, wie die Klassengegensätze sich verschärfen. Lernburg soll es gewesen sein, der gesagt hat: „Wenn wir bis- 1908 mit den Wahlen warten, besteht die Gefahr, daß dann eine ökonomische Krise existiert, die die Unzufriedenheit aufs höchste getrieben hat. (Hört, hört und sehr richtig.) Der Dresdener Parteitag hat uns nicht geschadet, höchstens haben wir die Sim^ plizissismusleute verloren, die in Scharen Herrn Dernburg nach-s laufen, heute aber schon sehr ernüchtert sind. Voll der alten Wählerschaft der Partei sind uns 250 bis 300 000 weggegangen, gegenüber einem Zuwachs von 500 bis 760 000 neuen Wähleriw Trotz der gewaltigen Anstrengungen der Gegner haben wir dennoch einen festen Stamm von 3^4 Mill., Wählern und diesen moralischen Erfolg lassen wir uns nicht ver-^ kleinern. (Lebhafter Beifall.) So leicht wie früher wer-i den wir es ja nicht mehr haben. Mit dieser Situation? müssen wir ied)nen; unsere Gegner haben von unÄ gelernt; sie wenden sich an alle Klassen und Lebensalter;’i sie wenden sich an die Jugend. Der deutsche Kaiser, der dies Eigenschaft hat, aus seinem Herzen keine Mördergrube zu machen,- hat wiederholl betont, daß die Jugend im Geiste des modernen- Staates, des Hohenzollernstaates, zu erziehen sei. Heute wird- Politik in Schule und Kirche getrieben. Die bürgerliche Presse aller! Parteien bekämpft uns systematisch. Vorläufig ist das Zentrum; aus dem Block heraus. Es arbeitet aber mit allem Eifer darauf in den Block hineinzukommen. Wenn die Auflösung des Reichs-- tags nicht gekommen wäre, dann hätten im nächsten Jahre nicht; die Maifeier betrifft. Der Referent zu diesem immer wiederkehrenden Thema auf allen Parteitagen ist wie stets bisher Richard Fischer-Berlin. Zu dieser Frage liegen eine Reihe von Anträgen vor. Einige! Anträge verlangen, daß die Maifeier in der bisherigen Formt auch künftig abgehalten werde. Richard Fischer empfahl folgende Resolution: Unter Aufrechterhaltung der früheren Beschlüsse beschließt der Parteitag, den Vorstand aufzufvrdern, die Verhandlungen mit der General-/ kommission der Gewerkschaften nach den Vorschlägen des Stickt--' garter Delegiertentagcs weiterzuführen. In der Nachmittc.gssitzung wurde noch folgender Antrag cingebracht: Der Parteitag erkennt als die moralische Pflicht aller Partei- und Gewerkschaftsführer an, für die größtmöglichste Durchführung der Arbeitsruhe am nächsten 1. Mai auch dann einzutreten, wenn die Verhandlungen zwischen Parieivors-and uni> Ge nera l ko mm is s io n wegen der Unterste tzungssrage noch nicht abgeschlossen sein sollten. Bei der Abstimmung über die Resolution Fischer ergab sich! deren Annahme. Nunmehr kam das Hauptthema desl Parteitages zur Besprechung: Die letzten Neichstagswahlen und die politische Sage. Zu diesem Thema lagen zahlreiche Anträge vor. Das Referat hatte Bebel übernommen. Er führte aus? Wir wollten in diesem Jahre die Frage der Taktik bei den nächsten Reichstagswahlen erörtern. Diese Absicht wurde zerstört durch' die unerwartete Auflösung des Reichstages. Das Zentrum, Vb- gleich Minoritätspartei, war zehn Jahw2 lang die ausschlaggebende Sozialdemokratischer Parteitag. (Unberechtigter Nachdruck verboten.), IV. S. u. H. Essen, 17. Septbr. Die heutigen Verhandlungen wurden vom Reichtstagsabg. Paul Singer geleitet. Zunächst wurde der Beschluß^gutge- heißen, der den lotälorgainsierten Metallarbeitern die Spalten, des „Vorwärts" verschließt. Dann . wurde die Debatte über den internationalen Krongreß in Stuttgart fortgesetzt. Als erster Redner erscheint Reichstagsabg. Ledebour auf die Tribüne. Er polemisierte scharf gegen Bebel, der gestern die Auseinandersetzungen über die Koloninlpolitik als ein unnützes Gezänk bezeichnet habe. Er habe Bebel nur einett Papst genannt deswegen, weil Dr. David beständig mit der Autorität Bebels krebsen gehe. (Zurufe.) Wenn Bebel die Ansichten Davids hätte, dann tvürde er, ßcbebour, gegen ihn ebenso energisch vorgehen wie gegen Davio. (Lärm.) (Ledebour erregt): „Ach lassen Sie doch die faulen Witze sein, seit Jahren heißt es in der bürgerlichen Presse, Bebel ist in der Partei Diktator, Imperator usw." (Große Unruhe.) Fürst Bülow läßt keine Gelegenheit vorübergehen, auf dieser albernen Behauptung herzureiten. Wir müssen gegen die Autoritätsduselei einmal ganz energisch Front machen.^ (Große Unruhe.) Kautsky-Berlin: Es ist nicht richtig, daß wir in Stuttgart nur einen großen Wovtstsreit zu einer prinzipiellen Frage herbeigeführt haben. Man hat mir Disziplinlosigkeit vorge- worfen, weil ich mich gegen den Mehrheitsbeschuß der Stuttgarter Kolonialkommission gewendet habe. Wenn es Disziplinlosigkeit ist, das Parteiprogramm zu verteidigen, so nehme ich diesen Vorwurf gern auf mich — Dr. Karl Lieb kne d)t:_ Den Ausdruck „Kvlonialpolitit" kann man nicht anwenden auf die Zivilisationspolitik des Zukunftsstaates, deshalb ist es erfteulich, daß die Minorität der zwlonialkommission im Plenum vbgesiegt hat. (Beifall.) In Preußen findet fortgesetzt eine ungeheure Ausnutzung der hilflosen Lage der einwandernden Arbeiter im Interesse der Agrarier statt. Dieses 'Ausbeutungsgesetz muß beseitigt werden. — Reichstagsabg. Dr. Dav id-Mainz bestreitet, daß er für den Teil der van Kvllschen Resolution, die vom Mutzen der Kolonien spricht, ohne weiteres ein getreten sei. Erst nach Ablehnung seines Antrags habe er sich sür diese Fassung entschieden. (Zurufe: Na also.) Im übrigen dürfe in der Kolonialpolitik nicht bevormundet werden, sondern man müsse erziehen. — Beb el: Die Frage des Ausweisungsrechts ist ungeheuer wichtig.. Eine Äenderung der bisher bestehenden Grundsätze in dieser Beziehung ist notweuoig, das hat selbst der deutsche Juristentag anerkannt. Die heutigen Auseinandersetzungen über die Kolonialpolitik haben die Sache nicht klarer gestallet. (Sehr richtig.) Ich glaube wir werden einmal Kolonialpolitik treiben müssen. Wie wir es tun, ist Zukunftsmusik. Bebel geht dann auf die Haltung der französischen Genossen in der Maroiko- fragc ein und erklärt: Der Herväismusl hat bei der ersten Gelegenheit glänzend Fiasko gemacht. Er ist nichts ckils eine hohle Seifenblase. Im übrigen solle man das gegenseitige Festnageln auf gefallene Worte unterlassen. (Lebhafter Beifall.) Der Parteitag erllärt darauf einstimmig sein Einverständnis mit den auf dem internationalen Sozialistenkongresse gefaßten Beschlüssen. (Lebhafter Beifall.) Dann geht man zum nächiten Punkt der Tagesordnung über, der __________________________________< gesetzlich zur Verwaltung des Schuldners unterworfenen Vermögens. Die Ehefrau besitzt kein Vorrecht im Konkurse. Der Irrtum, daß die Ehefrau besondere Rechte im Konkurse ihres Mannes hat, ist allerdings sehr weit verbreitet. Massegläubiger endlich sind alle diejenigen, die mit dem Konkursverwalter als Vertreter des Schuldners nach Eröffnung des Konkurses Geschäfte abschliehen, bezw. denen die Kvnkursmasse gesetzlich zu Leistungen verpflichtet ist. So ist der Hauswirt vom Tage der Konkurseröffnung an bis zur gesetzlichen Kündigungsfrist stets Masscgläubi- ger und ebenso das Geschäfts- und Dienstpersonal des Schuldners von der Konkurseröffnung an bis zur gesetzlichen Beendigung des Dienstverhältnisses. Die Massegläubiger sind naturgemäß im Konkurse am günstigsten gestellt, sie werden in erster Reihe berücksichtigt und erst nach ihnen kommen die bevorrechtigten und die gewöhnlichen Gläubiger. Die Heutige Wimmer umfaßt 10 Seiten. Aorrechtsforderungen in Konkucstn. Es ist eine a lte Erfahrung, daß über die Rechte und Pflichten der Gläubiger sowohl unter den Geschäftsleuten, wie auch bei Privaten eine sehr große Unklarheit herrscht, was oft für die Beteiligten von großem Nachteil ist. Vor allem wissen sehr viele Gläubiger nicht, ob und in welchen Fällen ihre Forderung im Konkurse irgend ein Vorrecht genießt, und der Fall ist nicht selten, wo die Gläubiger irgendwelche Abmachungen mit ihrem Schuldner getroffen haben in der Annahme, daß ihre Forderung in einem eventuellen Konkurse vorbercchtigt sei, während sich nachher herausstellt, daß es sich nur um eine ganz gewöhnliche Konkursforderung handelt. Im Konkurse kommen fünf Kategorien von Gläubigern in Betracht: aussonderungsberechtigte, absonderungsberechtigte, bevorrechtigte, gewöhnliche und Masse-Gläubiger. Die Gläubiger, die Aussonderungsrechte haben, sind im Grunde genommen gar keine Konkursgläubiger. Es handelt sich hier stets um Gegenstände, die wohl zur Zeit der Konkurseröffnung im Besitz des Konkursschuldners sind, ihm aber gar nicht gehören. Solche Gegenstände, bei Geschäftsleuten kommen besonders Kommissionswaren in Betracht, können beim Ausbruch eines Konkurses ohne weiteres zurückgefordert werden. Selbstverständlich muß der Gläubiger fein unstreitiges Recht an der Ware zu beweisen in der Lage sein. Solche Forderungen brauchen auch gar nicht erst zur Konkursmasse angemeldet zu werden. Absonderungsberechtigt sind diejenigen Gläubiger, die ein gesetzlich zulässiges Pfandrecht gegen den Schuldner erworben haben. Hierzu gehören also in erster Linie die Hypotheken- und Grundschuld-Gläubiger, dann diejenigen Gläubiger, die auf Grund von Darlehens-, Lombard- oder anderen Geschäften ein Pfandrecht am Eigentum des Schtckdners erworben haben, und ferner die Gläubiger, die auf Grund gerichtlicher Erkenntnisse in das Vermögen des Schuldners haben pfänden lassen, soweit diese Pfändung unanfechtbar ist und auch vom Verwalter nicht angefochten wird. Der Hauswirt hat auch im Kvnkurse sür einen Teil seiner Forderung, und zwar für die Miete aus dem letzten Jahre vor der Konkurseröffnung bis zum Ablauf der gesetzlichen Kündigungsfrist, das ihm gesetzlich zustehende Pfandrecht an den Sachen des Mieters. Bevorrechtigt ist eine große Zahl von Forderungen, die in der Konkursordnung genau aufgezählt sind und die genau nach der gesetzlich vorgeschriebenen Rangordnung berücksichtigt werden. Es sei ausdrücklich bemerkt, das; durch keine irgendwie geartete Vereinbarung eine Vorrechtssorderung, die gesetzlich nicht vorgesehen ist, geschossen werden kann. Bevorrechtigt sind demnach: 1. Die Forderungen aller von dem Schuldner fest angestellten, in seinem Privatdienste oder in seinem Geschäfte beschäftigten Personen (Handlungsgehilfen, Arbeiter aller Art, Dienstpersonal) für Gehalt, Lohn, Kostgeld oder andere Dienstbezüge, soweit diese für das letzte Jahr vor Eröffnung des Konkursverfahrens rückständig sind; 2. Forderungen für Steuern und öffentliche Abgaben; 3. Forderungen der Kirchen und Schulen, der öffentlichen Verbände und der Feuerversicherungsanstalten, soweit eine Zwangsversicherung existiert; 4. Forderungen der Aerzte, Wundärzte, Tierärzte, Apotheker, Hebammen und Krankenpfleger für ihre taxmiäßigen Gebühren, — alle diese Forderungen zu 2 bis 4 für das letzte Jahr vor Eröffnung des Konkursverfahrens; 5. Forderungen der Kinder, der Mündel und likincs Feuilleton. — Ein Fähnrich als „Salome"-Ko mp onist. Die merkwürdige Entstehungsgefchichte einer französischen Oper „Salome", zu der der Plan bereits lange vor dem Erscheinen des Richard Straußschen Werkes gefaßt war, erzählt Emil Berr im „Ugaro". Der Komponist ist ein junger Seemann, namens Mariotte, der int Jahre 1895 als Fähnrich auf dem Kreuzer „Forfail" eine Reise nach China mitmachte. Unterwegs kam ihtn zufällig ein Exemplar der damals erschienenen Dichtung „Salome" von Oskar Wilde in die Hände. Der Stoff ergriff ihn; die Worte der Dichtung klangen in der Seele des musitbegabten Seemannes wider und formten sich zu Melodien. So entstand der erste Gedanke an eine Oper nach Oskar Wildes Dichtung vor zwölf Jahren, lange bevor Strauß das Werk fennen lernte, in Dem Kopf eines Fähnrichs auf den Meeren von China. Freilich dem ersten Geoanken folgte die Ausführung nicht auf dem Fuße. Mariotte besaß nicht die nötigen technischen Kenntnisse, um seine Oper sogleich zu komponieren. Aber er faßte den heroischen Entschluß, vorerst Musik zu studieren. Nach der Rückkehr nahm er seine Entlassung aus dem See- bienft, trat ins Pariser Konservatorium ein und machte solche Fortschritte, daß er 1902 zum Professor vom Konservatorium in Lyon ernannt wurde. Jetzt erst begann er die Ausarbeitung feiner Oper „Salome", die in seinem Kopfe völlig vollenoet, aber erst zur Hälfte nieder geschrieben war, ais er von dem Erfolg des Straußschen Werkes bei der Premiere in Dresden erfuhr. Er ließ sich durch diese Nachricht nicht entmutigen, sondern führte den so lange gehegten Plan aus und schrieb seine Oper fertig. Auch nach den Erfolgen der Straußschen „Salonre" ist er nicht entmutigt, sondern er hofft, daß neben der deutschen „Salome" auch noch eine franz.ösisch Tonnen Gesamtproduktion an aufbereiteten Erzen (Wert 2 552 364 Mk.) vorhanden. Die Arbeiterzahl belief sich auf 1386, davon unter Lag 442 und über Tag 936 (8 weibliche) , Als Nebenprodukt gewannen 2 Bergwerke 54 Tonnen Manganerz im Werte von 3512 Mk. Außerdem waren 1906 3 Braunkohlen- und 18 Eisenerzbergwerke nicht im Betrieb beschäftigten aber 94 Arbeiter. Salz aus wässeriger Lösung gewannen die Salinen Ludwigshalle bei Wimpfen und Bad- Nauheim 15 342i/2 Tonnen im Werte von 451473 Mk., ferner ' als Nebenprodutt 1327y2 Tonnen Kochsalz im Werte von : 9323 Mk. Es waren bei der Salzgewinnung 145 Arbeiter : (1 weiblicher) beschäftigt. Das eine im Land bestehende Hüttenwerk (Main-Weser-Hütte bei Lollar) hatte das ganze Jahr hindurch einen Hochofen in Betrieb. Er verarbeiteie 71105 Tonnen Erze und Schlacken und 18 441 Tonnen andere ' (Zuschlags-) Materialien und erzielte daraus 28 376 Tonnen Roheisen int Werte von 1 900 000 Mk. Die mittlere tägliche ; Belegschaft betrug 180 Arbeiter. Für die Verarbeitung des Roheisens bestanden 30 Werke, die im Durchschnitt 2343 1 Arbeiter beschäftigten. Sie verschmolzen 46 304i/2 Tonnen Eifenmaterial und gewannen daraus 42 330 Tonnen Pro- : Dufte im Gesamtwerte von 7 698 552 Mk. Insgesamt beschästigen die Bergwerke, Salinen und Hütten 464a Arbeiter uno erzielten eine Gesamtproduktion von 14 652 315 Mk. Das in nächster Woche tagende Schwurgericht wird über folgende Fälle zu befinden haben: Montag, vormittags 9i/2 Uhr gegen den Diensttnecht Kasimir Knoth in Kirtorf, wegen Brandstiftung. Die Anklage wird von Oberstaatsanwalt Theobald vertreten und die Verteidigung von Rechtsanwalt Müller geführt. — Dienstag, Dorrn. 9 Uhr, gegen den Weißbinder Heinrich Adam Schmidt von Nieder-Eschbach, ebenfalls wegen Brandstiftung. Ankläger ist Staatsanwalt Hoos und Verteidiger Rechtsanwalt Elsoffer. — Mittwoch, norm. 9 Uhr, gegen Hüttenarbeiter August Adolf Bier au wegen Meineids und teil Wirt Ludwig BierauV. wegen Verleitung zum Meineid, beide von Lollar. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Reuß; den ersten Angeklagten verteidigen die Rechts- anwälte Grünewald, Leun und Fischer und den andern Rechtsanwalt Dr. Jung. Donnerstag, vorm. 9 Uhr gegen den Taglöhner Martin Jarus aus Bonska (Rußland, wegen Notzucht. Ankläger ist Staatsanwalt Hoos und Verteidiger Rechtsanwalt Hornberger. ** Eilzüge (zuschlagfreie Schnellzüge) ab Gießen in der Richtung nach Frankfurt ab 1. Oktober verkehren vor- mittags 8.10 Uhr (Frankfurt an 9.23 Uhr) und nachmittags ,.32 Uhr (Frankfurt an 8.49 Uhr). In der Richtung nach Kassel fährt ein Eilzug 10.16 Uhr vormittags, in der Richtung nach Koblenz 8.10 Uhr vormittags. x Rödgen (Kr. Gießen), 19. Sept. Am Dienstag sand hier die Ge m e i n d e r a t s w a h l unter recht lebhafter Beteiligung statt. Gewählt wurden Landwirt Will). Becker I mit 55 Stimmen, Fabrikauffeher Ludwig Rocker mit 39 und Maurer Wilh. Steinmüller mit 39 Stimmen. Auf Landwirt Ludwig Schwalb entfielen ebenfalls 39 Stimmen, er schied durch das Los aus. Die nächsthöchste Stimmenzahl siel auf Landwirt Hch. Wagner I, der 32 St erhielt. Insgesamt stimmten 92 Wahlberechtigte ab. )( Bad-Nauheim, 19. Sept. Die von dem Oberhessischen Obstbauverein für Bad-Nauheim geplante Ob stau sstellung muß in diesem Jahr wegen der schleckten Obsternte aus fall en. Dieselbe wird bei günstigen Obst. Verhältnissen im kommenden Jahr hier stattsinden. ' * Friedberg, 19. Sept. Hier findet an der Großb. Obstbauschule wieder ein A p f e l w e i n k u r s u s vom 30. September bis 5. Oktober statt. Anmeldungen werden durch die Direktion entgegengenommen. In dem Kursus werden alle Vorgänge, die bei der Bereitung von Aepfel wein in Erscheinung treten, theoretisch und praktisch erläutert. Außerdem werden Untersuchungen und Besiim- mungen im Laboratorium vorgenommen. Der Besuch des Kursus ist allen denen, die sich mit der Aepfelwein- bereitung befassen, zu empfehlen. Da auch die Beerenwein b e r e i t u n g mit in dem Kursus behandelt wird, so ist der Besuch auch solchen Leuten dienlich, die nur Beerenwein für den Hausbedarf herstellen. . = Alzeh, 19. Sept. Nachdem ern kürzlich die Stadtvcr- ordnelemVersammlung dm Bürgermeistergehatt aus Eingreifen der Verwaltungsbehörde erhöhen mußte, hat auch ihre Weigerung, dem t a d t r e ch n e r einen G e h i 1 r c n beizugcben, einen für ne recht ungunpigen Erfolg gezeitigt. Gegen das zugunsten des ^tadtrechners ergangene KreeSansschußnrwil halten die Stadtverordneten bei dem Provinzial-Ausschuß Rekurs erhoben, nahmen diesen aber noch rechtzeitig wieder zurück und ersparten so der ^tadt wenigstens die Prozeß- nnd andere Kosten. — In der letzten Krewausschußsitzulig tag wiederum eine städtische Ange- legenhelt zur Entscheidung vor. Dem Antrag der Behörde ans Haltung eines weiteren städtischen Ziegenbockes glaubte iwnilidj ^tadtverordneien-Bersammlnng widersprechen zu sollen nno mußte sich daher auch in dieser an und für sich recht bedeutunrs- lojcn Frage verurteilen lassen. M a r b u r g, 19. Sept. Die hiesige Abteilung des Vereins „Frauenbildung—Frauenstudium" und die Ortsgruppe des Deutsch-Evangelischen Frauenbundes haben aus Anlaß der mit dem Inkrafttreten des Schulunterhaltungsgesetzes am 1. April 1908 nötig werdenden Neuorganisation der Schulaufsichtsbehörde eine Eingabe au deu Magistrat unserer Stadt gerichtet mit der Bitte, von der Möglichkeit Gebrauch zu machen, Lehrerinnen und Frauen aus der Gemeinde zur S ch u l d e p u t a t i o n und den ev. ein- zusetzenden Sch ul ko mmif sionen hinzuzuziehen. ** In Audienz empfange:: wurde von S. K. H. dem Großherzog am Mittwoch u. a. Geheimerat Professor Dr. Heß von Gießen, Forstmeister Hofmann von Romrod und Pfarrer Go m b e l von Reiskirchen. ** Erledigt ist die Stelle des Hilfskassiers für die Einnahmen bei der H a u p t ft a a t s k a s s e. ** Hilfe für Her b stein. Bei dem Hilfs-Ausschuß für die Abgebrannten in Herbstein gingen ferner, ein: Sammlung in der Gemeinde Beltershain durch Polizeidiener Menz 60.60 Mk., Gemeinde Lauter durch Bürgermeister Aff 20.— Mk., Sammlung in der Gemeinde Harbach durch Bürgermeister Münch 38.65 Mk. ** Neue Schätze des Museums. Die Sammlungen haben sich in letzter Zeit durch Schenkungen erfreulich bereichert. Die Ausgrabungen auf dem Trieb ergaben ein frühfränkisches, sehr interessantes Grab mit vier Brandbestattungen und reichlichen Bronzebeigaben, das nunmehr im Museum (Saal 4) wieder aufgebaut ist. Auch die W. Gail-Stiftung ist durch Zuwachs zahlreicher Klcidungs- und HauSgerätstücke aus Großeltern Zeit erheblich vermehrt worden. Die Neuerwerbungen, darunter auch alte Stammbücher, Porzellan, Werke der Kleinkunst ^wr die Liberal«!, sondern auch Konservative und Antisemiten Mit dem Zentrum geschlossen gegen uns agitiert. (Sehr richtig.) Was damals nicht geworden ist, wird kommen. An dem all- gemcincn Stimmrecht zu rütteln, wird man sich wohl vberleyen, weil die Existenz des Reiches dabei auf dem Spiele steht, st^ehr richtig.) Das allgemeine Wahlrecht würden wir verteidigen, koste es, was es wolle (stürmischer Beifall); was w i r haben, lassen wir uns nicht nehmen, sonst wären wir Hundsfötter. (Stürmischer Beifall.) Wir müssen energischer Noch als bisher die Agitation in den Kreisen der Frauen, der Jugend und des neuen Mittelstandes betreiben. W i r haben r i n e n n e u en M i t t e l st a n d , der gewiß 600 000 Köpfe zählt, Chemiker, Techniker, Ingenieure, Kaufleute, alle die gelernten Berufe. Das ist viel Material für uns. Das Wort vom Stehkragen-Proletariat ist nicht falsch. Es gibt Leute darunter, denen der Magen mehr knurrt, als der eines Proletariers. (Zustimmung.) Hier gut agitieren ist ein Gebot der Notwendigkeit. (Beifall.) Die Lebensmittel werden immer teurer. Neue Steuern Die Siebenerkommissron des Ha«ptausfchnsjes"iür die staatliche Pensttrusversichcrung der Privatarrgestellten. setzte am Montag ihre Beratungen fort. Nach wiederum mehrstündiger Beratung luitroe ein Antrag, der besagte: „Es ist durch Reichsgesetz eine besondere Altersund Jnvaliden-ZlvangSversicherung mit Witwen- und Waisenversorgung für die Prckvatangesieilten zu schaffen. Den Privataugestellten sind die Laoenangestellten zuzu- rechnen" urit sechs gegen eine Stimme angenommen. An weiteren Beschlüssen finb hervorzuheben: 1. Den Versicherten ist ein größerer Einfluß auf bu Verwaltung und Rechtsprechung als im jetzigen Jnva- Lengesetze zu gewähren. 2. Die Versicherung lvird ii Angliederung an die Arbeiterversicherung geschaffen. Dieser Leitsatz wurde mit sechs Stimmen bei eine- Stunmenthaltuilg angenommen. Dagegen wurden ein» stimmig folgende Beschlüsse gefaßt: 3. Eine Rüe uuiig von Beiträgen bei Verheira tung weiblicher Aiigejwllter findet iiiclji statu Die Bei träge der weiblichen.Versicherten finb für deren Witwen Dr. jur. Wilh. Neid hart die Erlaubnis zur Aniiahme und zum Tragen des ihm vom Kaiser von Rußland verliehenen St. Annen-Oroens 3. Klasse und dem Direktor zum Sekretär und Oberbuchhalter bei der Hauptstaats- lasfe und den Karl Hansmann zu Darmstadt zum Bureaugehilfen bei der Zentralstelle für die Landesstatistik ernannt. — lieber tragen wurde dem Schulamtsaspiranten Ludw. Machemer aus Sprendlingen (Kr. Alzey) eine Lehrerstelle an der evang. Schule zu Lindenfels. A uszeichnunge n. S. K. H. der G r o ß h e r z o g Haben dem -- ' Aus dem Reichsanzeiger. Berlin, 18. Sept. Der „Reichsanzeiger" verösfent- iUs^,vn. bcv Deut-. ulLV ^uuuu;eii umionjt aozn^ten uno zu begleiten dicid)C§ fia ble deutschen Schutzgebiete zu dem Ul In der Zwischenzeit wird derselbe Dienst bei r-echtzeiliger Mit- Partv am 18. Mat 1904 unrerzem)neten Abkommen über teilung ■ an das Bureau Tieckstr. 17, welche genau Angabe des ÄZerwaltung3maßregein zur Gewährung eines Wirk- Tages, der Stunde und des'Bahnhoss enthalten mriß, geleistet — f amen Schutzes gegen Mädchenhandel. — Der Wir richten an alle Lehrer, und Erzieher auf dem Lande und in >,Reichsanzeiger" meldet die Verleihung oeS Großkreuzes des pureren stabten dw drvugende Bitte, den setzt zur Entlassung Roten Adlerordens mit Schwertern an den russischen oder nach Berlin in Stellring gehenden Mädchen General Kuropatkin, des Großkreuzes des RotenI 9.eben, etwa trotzdem^ Verziehende Adlcrordens an den österreichisch-rmaaris-bcn^ldmarschall- ,k Leutnant Konrad v. hotzcnüors, Chef des Äeneralstabcs, ** Kine h .. , i>e3 Roten Adlerordens 1. Klasse mit Schwertern an den drei^abre i P ff i h r, i h sn ■ s r? 1 “6 c,r russischen Gmeralleutuant Mischtschcnko, Kommandan-st f'? ift un ft a o r t! Bei der he,si,cyen .Hand- ten des 2. kaukasischen Armeekorps, des Roten Adlerordens lx,er^lflnimer t:,ar oer Antrag gestellt worden, die Lehrzeit 1. Klasse an den russischen General Sealon, General- 1111 Tapeziergewerbe, wegen der erhöhten Inanspruchnahme Gouverneur von Warschau, des K'ronenvrdens 1. Klasse mit ^er Lehrlinge durch die Fortbildungsschule auf 3y2 Jahre Schwertern an den russista-en Generalleutnant Hoerschel - ZU verlängern. In der letzten Vorstandssitzung der Handmann, Generalgouvern.ur von Moskau, sowie des Kronen- Werkskammer kam dieser Antrag zur Beratung Syndikus ordens 3. Kla.se an den österreichisch-ungarischen Hauptmann Engelbach erklärte, daß der preußische Minister für Handel Putz t und öen irauzoi.schen Schlffsleutnant Josopy und Gewerbe in der jüngsten Zeit cinon Erlaß Herausgaben, —- ------------------ worin dieser daraus hingewiefen habe, daß eine Verall- Ans SöaSt MMÖ Eanb gemeinerung der Verlängerung der Lehrzeit über drei Jahre * . 1nrAP, htnaus mit den Bestimmungen der Gewerbeordnung in OieiKii, 20. Sept. 1907. Widerspruch stehe und daher unstatthaft sei. Es werde ” ^oin Großh. Hofe. Das Großherzogliche Paar dadurch außerdem der vielerorts herrschende Lehrlings- yat am Donnerstag interessanten Besuch erhalten. Ter vor mangel nur verschärft und es müsse hervorgehoben werden, einiger Zeit schon einmal hier gewesene wiaharadschah daß der Fortbildungsunterricht für die Lehrlinge eine von Bitanir ist nut Gefolge m Wolssgarten eingetroffen, Förderung, Ergänzung und Vertiefung der Meisterlehre, Nt.cht aber eine Beeinträchtigung derselben sei. ** Alte Leute. Nach den jetzt bekanntgegebenen Zahlen hatte Hessen bei der Volkszählung von 1905 31 714 teilte von über 70 Jahren (Oberhessen 9540), davon waren Zwilche 70 und 75 Jahren 17 819 (5340), zwischen 7a und 80 Jahren 8759 (2647), zwischen 80 und 85 Jahren 3802 (1139X Zwischen 85 und 90 Jahren 1164 (364), zwischen 90 und 95 Jahren 159 (46) und zwischen 95 un^ 100 Jahren 10 (3). lieber 100 Jahre alte Lente gab es damals in Hessen nicht. Emer hat dm 100 überschritten, es ist dies Geometer Euler hier, der am 1. Oktober d. I. 102 Jahre alt lvird *"'■ 29 Bergwerke waren im Jahre 1906 in Hessen un ganzen im Betrieb; 4 davon liegen in der Provülz Starkenburg unb die übrigen sämtlich in Qberhessen. Sßxaum WenbcrömcrFe gab es 8 mit einer Gesamtförderung von 13a a9v sonnen un Werte von 798 381 Mk. Die durchschnittliche tägliche Belegschaft betrug unter Tag 186 männliche r r Tag 321 männliche und 1 weiblicher, zusanunen a08 Arbeiter. Eoenerz-Bergwerkc warerl 19 mit 297 360 usw. tverden am nächsten Sonntag im sog. Universitäts- Wissenschaft, in Zoll- und Gewcrbepolitik unb in der Agrarpolitik! raum ausgestellt werden. -sind Konservative und Zentrum ein Herz unb eine Seele. (Leb- ** DemAuss ch u ß d es L a n d e s g e w e r b e-Be r- 6aft3ät*ernennen los zwischen Block nnd ""S, beE nächsten Sonntag in Schlitz tagt, gehören Zentrum. Wenn der Block zerfallt, kam: Bülow fein Köfser- zurzeit aus Oberhe,^en folgende Mitglieder au: Bezirk chen packen. (Sehr richtig.) Die Liberalen haben immer AlSfeld-Laiiterbach: Dachdeckermeister I. Rößuer, Alsfeld, ihre Grnndsäbe opfern müssen, wenn sie mit den (Stellvertreter Hauptlehrer Schindel, Alsfeld), Bezirk Bü- Konservativen znsammengingen. Als vor 100 Iah- kxx , ren ein Friedrich Wilhelm III. liberalen Diünnern' die Regierung I 3 schotten anptlehrer Hohn, Nioda (Stellvertreter anvcrtraute, da kam eine liberale Aera. Sie hat aber nicfit ^aurermel^^er Will). Mogk III., Echzell), Bezirk Friedberg: lange gedauert. Die Totfeinde dieser Aera waren die preuß. Schlossermeister Karl Knipp, Bad-Nanheim (Stellvertrete'' Lunker. Wenn die alten FvrMrittsleute ih« fpigonm sch-n Spenglermeister Karl Frick II., Friedberg), Bezirk Gießen- wurden, so wurden fte sich rm Grabe umdrehen. (Lebhafter Bei-1 m x . TTU m~ ffall.) Schule unb Kirche sinb zu Züchtungsanstalten für Hohen- Dister Louis Pervi II., Gießen (stellv. Schlosserzotlernverherrlichung geiöürben. (Beifall.) Die Liberalen toolkn mei|ter Martin Dorr, Gießen), Ortsgewerbeverein Gießen: mit dem Volke nichts mehr zu tun haben. Wenn Bismarck nur nicht Kommerzienrat Hehligenstaedt, Gießen (Stellv. Oberlebrer das allgemeine Wahlrecht eingeführt hätte! Dr. K^auSmüller, Gießen) Bebel bespricht bann bic auswärtige Politik desl ** n h ff s ; x r. r , r x r , -Reiches. Trotz aller Zusammenkünfte von Fürsten und Diplomaten I r. i c L 11 a I) 11. Zwei strolche, ca. 15 und 18 Jahre fci die Situation so gespannt wie möglich. Im Haag würde I plündern feit ennger Zeit in frechster Weise am nut leeres Stroh gedroschen. Die Marolkoaffäre sei von Frank- 9t a h r u n g s b c r g die Obstgärten. Wo ist bic Feldpoliiei? xeZ provoziert worden. Bebel schloß mit den Wörter:,: Wir ------ Warnung für dienftlnchenbe Mädchen Bei ffrehen vor großen, schweren aber aucy erwlgreichen Aufgaben! dcm betwrstehendni Quartals- unb Dicnftwcchfel können bic jungen Rbit Werben alles ^tun, wcu-> In unseren Sttartar steht, mtt der Mädchen ui der Provinz nicht genug davor gewarnc werben gleuhen Oplerwrlüglcü und Begelstcrung Wie bisher! Unser d:e leichtsinnig Kontrakte zu unterschreiben, ohne genau zu wisftn Zukunft twtz alledem! (^turimscher, lang arn-aitenber Beifall.,^ wo unter unter tvelchen Bedingungen fic vermiedet roerVit so en .Darauf würben die Verhanblnngen vertagt. _____________ Viele werden angeblich für Berlin geworben; doch bleibt die ffResidenz, in der sie ihre Kenntnisse zu erweitern unb sich zu Potttische Tagesscharr. verbessern hofften, für sic nur Durchgangsstation Nach aubcin Speck von Sternburg. I 'Provinzen, in denen der critert Enttäuschung vst noch andere , Die Newyorker Blätter besprechen-mit Genugtuung das Bc r- Men. Erne Ruckkchr^nach^ ^r Deimat ist aber nur denen ge- slrnet Dementi der Meldung von einem bevo rstehcnb cn ^^n D^rm»^ungsgebichien zurüttzagpei: können Rücktritt bes Botschafters Freiherr:: Speck »on au^Ucn mnnen, wenn ste s:a- mcht bnra) ^tcrnbilrg. Besonders die „Newhor^Timcs" hebt bic inn:gcrc I .i'Tiitci: ^ausiehen sGestaltung ber Beziehungen zwischen Deutschland nnd den 23er I *, • nlrfkla_, daß d:e loeoernahme düngten Staaten hervor, seitden: Sternburg Botschafter in Wa- 110 !? C,H.- 1 n <1Vf *, c 1 0 C11C1[ J^ngton i)t. D-r »Lwyork S°r«ld-' bemerkt, d-v deutsch- Vol-1 LLeck ^bt, und Ifchaster se: zurzett der bebenicnblte D:plomat ut Wahirngton. lDer Hinweis, Sternburg werde nur so lange in WashingUn: bleiben, äks Roosevelt Präsident fei, nötigte zu der Erwiderung, daß Sternburg, wenn er nicht auch das Berirauen das Volkes genösse, Nicht soviel hätte erreichen tonnen. Kongreß des Deutschen Vereins für Armenpflege Uhr. 6 Handelt des 93.60 i Elektriz. Lahmeyer 3M7< Obei sohl es. Eisen-Industrie 101.15 . . 153.90 III 3% Portugiesen 199.30 143.00 Es hat nicht jt-ber Gold in der Kehle, SWitaroeii 208.70 114.40 Elektriz. Schlickert . Eschweiler Bergwerk Gelsenkirchen Bergwerk . 199.30 Hamburg-Amerik. Paket!. 129.00 Berliner Handelsges. Darmstädter Bank « Deutsche Bank . . Deutsch-Asiat. Bank 93.10 188.00 30.80 140.60 127,00 118.50 102.55 213.50 65.80 6650 91.90 90.80 93.70 Harpener Bergwerk Laurah ütte Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose . ♦ . . 164.50 . 126.50 . 226.50 . 65.40 139.40 Harpener Bergwerk Laurahütte . . . Nordd. Lloyd . < . 126.80 . 227.20 . 139.30 . 170.60 . 139.40 . 200.20 ... 'ütätsrat Neu - H|ii)cn Worten die uni dem Gebiete der 4>^°/o russ.Staatsanl. 1903 4% japan. Staatsanleihe 1 o Conv. Türken von 1903 Reichsanleihe do. Konsols . . do. . . Hessen Oberhessen Uesterr. Goldrente 'o Oesterr. Silberrente Ungar. Goldrente . . Italien. Rente . . . Portugiesen Serie I < für Oberhessen — Verkauf gestellten Diskonto-Konnnandit . Dresdner Bank . . . Kreditaktien Baltimore- und Ohio- Eisenlahn Gotthard bahn Lombard. Eisenbahn . . Oesterr. Staats bahn . . . Prince-Henri-Eisenbahn . Viehmarkt beendet sind, läßt sich ür mit etwa 70 Stück Rindvieh, 30 S> 80 Ziegen beschickt werden wird. Da gebrachte Tiere Herdbuchtiere sind — C i bücher des Landwirtschaftskaminer-Aussa'i! .' ist Gewähr für gute Abstammung der zum 83.90 93.95 84.10 92.45 92.00 68.05 98.10 9285 . 200.40 . 221.00 . 112.00 TTeäefomscHw BCaarsberichte Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen. Frankfurter Bior*©, 20 Sept., 1.15 Uhr. ISörse, 20. Sept. Anfangskurse. Tiere geboten. Das Marktverzeichnis kann jetzt schon von der Geschäftsstelle des Landwirtschastskammer-Ausschusses für Ober- Hessen in Alsfeld ur. ntgeltlich bezogen werden. Die Marktordnung aber dennoch wird jeder verständige Mensch ebenso gut wie der größte Sänger darauf bedacht sein, sich vor Heiserkeit und vor Erkältungen der Luftwege und des Halses zu schützen und gegen vorhandene Erkältungen anzukünrpfen. Zaus ächte Sodener Mineral-Pastillen nützen, wo man nur vorbeugen will, und sie tun Wunder wenn man einen Katarrh los sein möchte. Und eben darum ist es klar, daß man in allen Erkältungsfällen in der nächsten Apotheke, Drogerie oder Tiiueralwasserhnndlung für 85 Pfennig eine Schachtel Fays ächte Sodener kauft und nach Vorschrift verwendet. ist in ihm zum Abdrucke gebracht. Anscheinend wird der MarlP von Käufern stark besucht werden. — Obstmarkt in Frankfurt a. M. Die seit 17 Jahren bestehende Zentralstelle für Obstverwertung und das Obstmarkt- Romitce Frankfurt a. M. veranstaltet einen Markt für Tafel», Wirtschafts- und Mostobst nm Freitag, 27. September, Bleich- 'trabe 59 zu Frankfurt a. M. Die Marktordnung läßt ausschließlich in Deutschland gezogenes Obst u. s. w. zu und zwar sortiertes Tafelobst, gepflücktes Wirtschaftsobst, gewöhnliches Wirtschasts- und Mostobst, gedörrte und eingekochte Obstfrüchte, Obstweine, Obst« brnnntweine, , Obstliköre, Mus u. s. w., ferner gedörrte und eingekochte Gemüse, sowie Verpackungsmaterial. Um vielfach an das Komitee herangetretenen Wünschen zu entsprechen, soll auf dem Markte Gelegenheit geboten werden, kleinere Posten Obst in Körben von 121/? oder 25 Kilo Inhalt sofort zu erwerben. Im übrigen geschieht der Verkauf nach Proben. Die Proben von sortiertem Tafelobst und gepflücktem Wirtschaftsobst dürfen bis 5 Kilogramm brutto, diejenigen von gewöhnlichem.Wirtschaftsobst bis zu 25 Kilogramm betragen. Obst- und Gemüsevrodukte sind mit Ausnahme der flüssigen, die in Flaschen zu liefern sind, in Originalpackung auszustetlen. Jeder Probe ist ein Begleitschein beizugeben, der Name und Sorte, Preis per Kilogramm, bezw. per 100 Kilogramm ab nächster Bahnstation, das zur Verfügung stehende Quantum, den Namen des Verkäufers, die ungefähre Lieferzeit enthält. Die Proben sind am Tage vor Abhaltung des Marktes franko Marktlokal zu liefern (oder an das Obstmarkt-Komitee, Forsthausftraße,. einzusenden). Begleitscheine sind vom Obstmarkt-Komitee erhältlich, das jede Auskunft erteilt, insbesondere auch über die Verpackung des für die sofortige Abgabe bestimmten Obstes. Es sei noch daraus aukmerksam gemacht, daß die Zentralstelle auch sonst den An- und Verkauf von allen Sorten Obst vermittelt und zwar vollkommen gebührenfrei. — Ein zweiter Obstmarkt ist für Ende Oktober tu Aussicht genommen. 3°/0 Mexikaner < 4>2 7o Chinesen . . . Aktien: Bochum Guss . . . Buderus E. W. . Tendenz: fest. ISerliner Canada E. B Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmunder-Union C. . Dresdner Bank . . . Tendenz: fest. so , . alles hinaus und die Teilnehmer sind nur schwer hereinzubekommen R. B. Darmstadt, 19. Sept. 5 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust wurden heute von der Strafkammer über den Arbeiter Gg. Hch. Horst aus Hof i. B. verhängt. Er war früher als Hilfsdiener beim Kreisamt angestellt, hatte das ihm geschenkte Vertrauen in schnödester Weise getäuscht und einen Einbruch in die Diensträume des Kreisamtes ausgeführt, wofür er zwei Jahre 6 Monate Zuchthaus erhielt. Bald darauf stellte ich heraus, daß der moralisch ganz verkommene Mensch chon seit Jahren sich fortgesetzter Sittlichkeitsverbrechen nach §§ 175 und 176 III (Blutschande) an den eigenen vier Kindern zu schulden kommen ließ. Horst wurde wegen dieser Verbrechen zu der Eingangs erwähnten Strafe verurteilt. Frankfurt a.M., 18. Sept. Der Prinz von Sagau, jetzt unbekannten Aufenthaltortes, Ijat in Deutschland Wechsel im Betrage von mehreren Millionen Aktien akzeptiert, für die er teils eingeklagt ist, teils ei'ngeklagt ivird. In dem Fall, der heute das Oberlandesgericht als Berufungs-Instanz beschäftigte, handelte er sich nm einen Wechsel in Höhe von 187 500 Frcs. Diesen Wechsel hat ein hiesiger^ Kaufmann einem auswärtigen Bankhaus ipcitcrgcgebcu und dieses klagte nun gegen den Aussteller, den Kaufmann Büchner und den Akzeptanten, den Prinzen von Sagnn. Das Landgericht zu Franksiirt hat die Klage wegen Unzuständigkeit abgewiescn. Tas Bankhaus legte Berufung gegen das Urteil ein. Die Entscheidung des Oberlandesgerichts wird demnächst verkündet werden. Berlin, 19. Sept. Ein A n a r ch i st c n - P r o z e ß , der schon zweimal das Reichsgericht beschäftigt hatte, kam gestern nochmals vor der 1. Strafkammer des Landgerichts I zur Verhandlung. Wegen Vergehens gegen die §§ 110 und 130 des Str. G. B. mußte sich der Tuchmacher Paul Frauböse verantworten. Unter Anklage gestellt waren zwei Artikel in der Anarchistenzeitschrift „Der Revolutionär", die eine öffentliche Anreizung zum Ungehorsam gegen die Gesetze und eine Anreizung verschiedener Klassen der Bevölkerung zur Begehung von Gewalttätigkeiten enthalten sollten. Der Angeklagte führte den Nachweis, daß er tatsächlich mit den' inkriminierten Artikeln nichts zu tun hatte. Das Gericht hielt es nicht für erwiesen, daß er von dem Inhalt der Artikel Kenntnis gehabt habe und erkannte au' Freisprechung. Die Kosten wurden der Staatskasse auf- erlegt. _____________________________ . 143.20 . 48.30 . 85 25 . 62.10 . 95.30 und Wohltätigkeit. (Original-Bericht des Gießener Anzeigers.) -r. Eisena ch, 19. September 1907. Es ist ein gewagtes Dmg, einen Kongreß in eine Stadt mit herrlicher und berühmter Umgebung einznberusen. Da lockt Vormundschaft aus. Bürgermeister Schmitt- Mainz wies aus die Mängel unserer hessischen Gesetzgebung bin nnd wünscht eine Aenderung, durch die den Städten auf diesem Gebiet freiere Hand gelassen werde. Schließlich ivird eine Resolution, die sich für größere Verhältnisse für Ausbildung der Berufsvormundschaft und für eine dementsprechende Ausgestaltung der Landesgesetz- gebung au>>spricht, angenommen. S. Israelitische Neligionsgemeinde. HottesdiLilN in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 21. September 1907: Vorabend 6.15 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. Sabbatausgang 7.15 Uhr. Landwirtschaft. X Bad-Nauheim, 19. Sept. Dieser Tage fand die Versteigerung der Böcke statt, die den Sommer über auf der Kreisziegenzucht weide sich befunden hatten. 20 Gemeinden hatten Bestellungen gemacht. Die Anlage der Weide, die Stallung, wie die Böcke fanden ungeteilten Beifall. Die besten Böcke kamen auf einen Preis von 94, 90 und 80 Mk., der geringste auf 35 Mk. Da nur die Selbstkosten für Wartung, Futter, Unterhaltung der Weide, Verzinsung und Tilgung des Anlagekapitals gerechnet wurden (die Kosten der Verwaltung bestanden nur im Wiederersatz der baren Auslagen) konnten allgemein 20 Proz. der Steigerungssumme für jeden Bock nachgelassen werden, so daß die Gemeinden billig in den Besitz von guten, gesunden nnd abgehärteten Tieren gekommen sind, wie sie in den letzten Jahren selbst aus der Schweiz nicht eingeführt worden sind. Außerdem ist diese Erwerbungsweise für die Gemeinden jedenfalls billiger und einfacher, als wenn eine Kommission auf die Suche nach den gewünschten Faseltieren in so und so viel Gemeinden reifen muß. Man war überzeugt, daß hier für den-Kreis Friedberg eine vorzügliche Einrichtung geschaffen worden ist, die in Zukunft noch ausgiebiger benutzt werden wird. P. Schlitz, 19. Sept- Bei der vor einigen Tagen abgehaltenen Bezirkstierschau, über die bereits berichtet wurde, erhielten u. a. folgende Tierhalter Preise: Klasse I, Bullen: Gastwirt H. Wink, Hutzdorf, einen 3. Preis, 50 Mk., Konrad Feick, Hutzdorf, zwei Anerkennungen. Klasse II, Kühe bis zu zwei Kälber: Je einen 2. Preis, 20 Mk., H. Wink und H. Bully, Hutzdorf, Joh. Fischer, Bernshausen. Klasse III, Kühe mit mehr als zwei Kälber: H. Wink, Hutzdorf, 1. Preis, 30 Mk. K. Feick, Hutzdorf und Joh. Fischer, Bernshausen, je einen 2. Preis, 20 Mk. A. Marx, Hutzdorf, und Joh. Feick, Fraurombach, je einen 3. Preis, 15 Mk. Klasse IV, Rinder: A. Weber, Queck, 1. Preis, 25 Mk. Je einen 2. Preis, 15 Mk., Karl Wink, Joh. Decher, H. Schäfer I., Joh. Wink II., A. Marx, sämtlich in Hutzdorf. Wegen Mangel an Konkurrenz konnten in zlvei Klassen keine ersten Preise verteilt werden. Märkte. Versorgung mit nutzbar zu machen. 4. Stirbt ein lediger Versicherter, ohne in den Genuß einer Rente getreten zu sein, so finden für die .Hinterbliebenen die Bestim- mungen der §§ 16 bis 21 des Gesetzes vom 13. Juli 1899 (Gewerbe-Unfall-Versicherungsgesetz) sinngemäße Anwendung. Zur Festsetzung der Berichte tritt die Kommission am 27. Oktober 1907 zum letzten Male in Hanrburg zusammen. Die Beschlußfassung des Hauptausschusses wird dann in der am 16. November 1907 in Frankfurt a. M. stattfindenden Sitzung erfolgen. Mit dieser soll am 17. November 1907 die Abhaltung eines allgemeinen Privatbeamten-Tages verbunden werden. = Butzbach, 18. Sept. Nachdem die Anmeldungen für den am 26. September d. Js. dahie" stattfinde-.idcn Zucht- ......... D?-: Markt w'.d gegen k :: Markt in ine Herd- Tiirkenlose 4% Griech. Monopol-Aul. 4% äussere Argentinier 3 4% 4klt 4% 4?.i Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst. Sabbatfeier nm 21. September 19 0 7: Freitag abend 6.00 Uhr. Samstag vormittag 8.00 Uhr. Nachmittags 4.00 Uhr. Sabbat-Ausgang 7.15 Uhr. Montag den 23. u. Dienstag den 24. S e p t e m b e r 1907t) L a n b h ü t t e n f e st. 1. Tag: Vorabend 6.15 Uhr. Morgens 8.00 Uhr. Predigt. Nachmittags 4.00 Uhr. 2. Tag: Vorabend 7.10 Uhr. Morgens 8.00, nachmittags 4.00 Uhr. FcstcSansgang 7.10 Uhr. Wochengottesdiensl: morgens 6.30 Uhr, abends 6.00 Uhr. Persönlichkeilcu und von der Mttwlr.u ' Arztes abhänge. Auch eine ' Haus aus Dortmund sprach i? Bereitwilligkeit der Frauen zur zu Sitzungen und Beratungen. Trotzdem gibt es kaum eine Stadt, die so viel von Kongressen heimgesucht wird, wie Eisenach. Schon eine ganze Reihe von Versammlungen haben auch in diesem Sommer hier getagt: Innungen, Apotheker, Bergleute u. s. w. Kein Wunder, wenn die Stadt einen etwas kongreßmüden Eindruck macht. Bei der B e g r u ß u n g s v e r s a m m l u n g , die gestern übend in dem prächtigen Saale des hochgelegenen „Fürstenhof" stattfand, war von den Vertretern von Eisenach nichts zu merken. Heute in der ersten Kongreßversammlung machte der Dberbürger- meiner Schmieder es dadurch wieder gut, daß er unseren Kongreß als den begrübe, der, an seinem Werte für das städtische Gemeinwesen gemessen, für die Stadt Eisenach an erster Stelle stehe. Die heutige Sitzung findet im Saale des^ Tivoli unter der Leitung des bewährten Vorsitzenden des Vereins, Stadtrat Ludwig Wolf aus Leipzig, statt. Wichtige und interessante Themata stehen zur Verhandlung : neben einem Referat von Dr. M ü n ft erbe r g über Amerikanisches Armenwesen, vor allem die seit Jahren den Verein lebhaft beschäftigende Frage über die General- Vormundschaft, ferner die fachliche u n d berufliche Ausbltdung in der Armenpflege, und endlich die K i n d e r - H e i l- und E r h o l n n g s st ä 11 e n. Dr. M ünsterb e r g, der genaue Kenner des ausländischen Armenwesens, gab seine Eindrücke, die er vom amerikanischen Armen wesen empfangen -hatte, in sehr anschaulicher Weise wieder. Ein markanter Zug sei, der immanenten Energie amerikanischer Art entsprechend, auch auf dem Gebiete der Armenpflege der Nachdruck, mit dem auch die Armen auf Selbsthilfe angewiesen werden, ferner der skrupellose Geschäftssinn, der, wie im gesamten Beamtenwesen, so auch auf dem Gebiete der Armenpflege mit all dem befolge von Korruption die Folge sei. Das dadurch erklärliche Mißtrauen hat dazu geführt, daß der Hauptauteil unserer Armenpflege, die offene Armenpflege, fast ganz aus den Ausgaben des Staates und der Gemeinden ausgeschaltet ist, während die Privattätigkeit in großen Organisationen, namentlich der Krankenpflege und Kinder für sorge, infolgedessen besonders rege ist. Nicht übersehen dürfe inerbcn, daß jede Fürsorge des Staates versagt gegenüber den Millionen von Einwanderern, die sich meist in den Städten zusammendrängen, und deren immer sinkende Qualität die Arbeitsbedingungen verschlechtere und darum den Widerstand der besseren amerikanischen Arbeiter wachrufe, andererseits aber wiederum auch die Privatwohltätigkeit in Anspruch nehme. Besonders lehrreich für uns sei die Herausbildung eines neuen Standes von sozialen Berufsarbeitern, zu deren Bildung zahlreiche Eharityseools bestehen. Die praktischen Amerikaner haben erkannt, daß solche geschulte Bcr.ussarbeitLr mit den ihnen zur Verfügung gestellten Mitteln das dreifache ausrichten, als ungeschulte Seute, und darum die auf ihre Anstellung verwendeten recht bedeutenden Kosten reichlich bezahlt machen. Nicht minder nachahmenswert ist der Zusammenschluß der verschiedenen Bereinigungen für Wohltätigkeit, und der Versuch, durch gemeinsame Sammlung von Mitteln unter Ausschaltung aller künstlichen Veranstaltungen (Bazare, Lotterien usw.) der aus diesem Gebiete besonders unangenehm empfundenen Konkurrenz zu begegnen. Besonders hoffnungsvoll seien die „settlements", die Niederlassung sozial begeisterter Männer und Frauen in den armen Stadtteilen zum Zweck persönlicher sozialer Hilfe. Sehr energisch sei Amerika vorgegangen mit den Jugendgerichtshöfen. Dort sei dem Richter der weitgehendste Spielraum gelassen in der Behandlung jugendlicher Verbrecher. Unterstützt wird er dabei durch die „Pxobation", die Einrichtung einer besonderen Fürsorge für den einzelnen Jugendlichen durch die erwähnen Bertufsarbeiter. In alte dem wirkt ein unvergleich- kicher sozialer Enthusiasmus, der sich besonders leuchtend abhebt von dem Hintergrund von Geschäftssinn, von sozialer Korruption. Ueber Berussvormun d s chaft (Generalvorniundschaft) berichtete zunächst Professor Dr. Klumker aus Frankfurt a. M., der als Leiter der Zentrale für private Fürsorge in Frankfurt reiche Erfahrungen mit der Berufsvormunöschaft gesammelt hat. Er weist zuuächtr darauf hin, ein wie großes Gebiet sich die Berufsvormundschaft schon erobert hat. Alle befragten Stellen, besonders die Amtsgerichte, haben sich fast ausnahmslos dafür ausgesprochen, zum Teil sehr warm, und zwar deshalb, tveil die Eiuzelvormundschaft sich in vielen Füllen als durchaus unzulänglich erwiesen hat, vor allem bei der Vormundschaft über uneheliche Uinber, z. B. bei der Geltendmachung von Lllimen- tationsansprüchen gegenüber den unehelichen Vätern. Die zur Ergänzung und Kontrolle der Tätigkeit des Vormundes geschaffenen Instanzen des Gemeindewaifenrates und die Beauftichtigung der Ziehkinder haben meist versagt. Die Berufsoormundsck)ast hat sich bisher in zwei verschiedenen Formen entwickelt, einmal der der gesetzlichen, die ohne Ernennung bestimmten Behörden und Anstalten zusteht, und der freiwilligen (Sammelvormuud- schaft), wo eine einzelne Person sich berufsmäßig zur Ueber- nahme von Vormundschaften bereit erklärt. Zu jener, die wesentlich aus dem alten französischen Recht stammt, gibt das Ein- führuugsgesetz zum B. G. B. im § 136 die gesetzliche Möglichkeit, von der aber bisher die Landesgesetzgebung noch nicht genügend Gebrauch gemacht hat. Der Grund davon liegt zum Teil darin, daß die bisher auf dieser gesetzlichen Grundlage erlassenen Orts- ftatuten alle noch viele Unklarheit gelassen haben. Die Sammel- vormundschaft- tritt überall da ein, wo das Landesgesetzbuch die Möglichkeit der gesetzlichen Berufsvormundschaft noch nicht gegeben hat. In vielen Fällen wird diesen Vormiindern nicht nur die Fürsorge für die Mündel im allgemeinen übertragen. Direktor Dr. Petersen vom Hamburger Waisenhaus geht nun auf die praktischen Fragen ein. Er weist darauf hin, welche Ueberlegen- heit der Berufsvormund durch seine reichen Erfahrungen vor dem Einzelvormuud habe. Bereits bestehen 145 Berufsvormundschasten mit 35 000 Mündeln. Die Fürsorge für die Gesundheit der Kinder werde, da der Berufsvormund stets in Verbindung mit dem Arzt stehe, besser gewährleistet, ebenso die Erziehung, besonders auch die Ausbildung der Mündel für einen bürgerlichen Beruf. Die Kosten dafür seien nicht sehr erheblich. Sie betragen, abgesehen von dlm Verwaltungskosten, kaum mehr als 1 Mk. pro Kopf und Jahr der Mündel. In der Diskussion sprachen sich die meisten Redner für die Notwendigkeit der Ergänzung der Einzelvormuudschaft durch die Berufsvormundschaft aus. Besonders das Elend der unehelichen Kinder dränge dazu. Doch fehlte es auch nicht an solchen, die für die Einzelvormundschaft (besonders aus baherischen Erfahrungen) als für das natürlich gegebene eintraten, oder wenigstens doch die Beschränkung der Generalvor.uuuch'chaft auf die großen Städte befürworteten Auch darauf wurde hingewiesen, daß die Wi-u.-amkert des Berufsvormundes vom Vorhandensein geeigneter genügend geschulter Veriönlichteiicn und von der Mitwirin?' dafür angestellten swk. Sein eigener Le ich enb i 11 e r. Die „Züricher Blätter" bringen folgendes seltsame Inserat: Todes-Anzeige. Allen meinen entfernten und hier wohnenden lieben nächsten Verwandten, Freunden und Bekannten zeige ich hiermit selbst und nur auf diesem Wege an, daß es Golt dem ^ltlmächtigen gefallen hat, mich endlich im Aller von 73 Jahren, aus diesem vereinsamten Leben abzurufen und mich wieder nach dem Versprechen unseres göttlichen Erlösers und Heilandes, Jesus Ehrislns, mit meinen liebsten Heimgegangenen, m. l. Frau und Kmd sel., nach meinem festen Glauben zu vereinigen. Also mit ein fröhliches Wiedersehen in den himmlischen Gefilden, was mir immer der größte Trost in meinen schwersten Verlusten war, und ich nun gern auch heimgehe! Kondolenzen und Kränze jeglicher Art sind zu unterlassen und betreffende Kosten lieber dem Frauen-Armenverein zu übergeben. I. R. Blmner, a. Bankdirektor in Glarus und Herisau. Zürich V, Datum des Poststempels. * D ie Maus auf der K^a n z e l. Ein ergötzlicher Zwischenfall ereignete sich, Ivie die „Schles. Ztg." berichtet, in einer niederschlesischen Dorfkirche. Wahrend der Pastor die Predigt hielt, kletterte ein Mäuslein auf einen Sims in der Nähe der Kanzel, tanzte und machte Männchen und ließ sich nicht im mindesten durch das laute Organ des Predigers stören. Die Gemeinde sah die Maus und ihre ^drollige Verlegungen; man lächelte und zischte. Der Pastor wußte anfangs nicht, weshalb man lachte. Er verwirrte sich, er stotterte und endlich brach er die Predigt ab und sah, wie aller Augen auf die Maus gerichtet waren. „Küster", rief er, „Küster, man beseitige dieses Aergernis'!" — „Ne, Herr Pastor", meinte der Küster, „ich wär se dcrschlan" (erschlagen,. Nichtig, eins, zwei, drei, war er hinter dem Pastor auf die Kanzel geklettert und „schwapp" hatte er die Maus mit dem Klingelbeutel „derschlan". Ein alter Jpiann, der nicht in der Kirche gewesen war und dem man die Sache erzählte, bemerkte dazu: „Ich so'as ja, wenn a mal ei der Kerche woas los is, is mer nicht derbei". Kird>lid?e Nachrichten, Cvangelische Gemeinde. Sonntag den 22. S ep t b r., 17. Sonntag nach Trinitatis: Kollekte zum Besten des Kirchbaues der evangel. Gemeinde zu Gelnhaar. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Siehe Johanneskirche. Vormittags 9l/a Uhr: Pfarrer Kraus. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer A u s s e l d. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Guter. Abschiedspredigt. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Euler. Katholische Gemeinde. Samstag den 21. September 1 907: Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit) zur heil. Beichte. Sonntag den 22. September 1907, 18. Sonntag nach Pfingsten: Vormittags von 6% Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte. a um 7 Uhr: Tie erste heil. Messe, vor und in derselben^ Austeilung der heil. Kommunion. u uni 8 Uhr: Tie zweite heilige Messe. „ um 91/, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Andacht. „ „ 3 „ Firmungsunterricht für die auswärtigen Firmlinge. Der Firmungsunterricht für die in Gießen wohnenden Firmlinge wird gehalten für die männlichen Firmlinge Diittwoch, Donnerslag und Freitag abends um 8 Uhr, für die weiblichen Firmlinge 'Mittwoch, Donnerstag und Freitag nachmittags um von 4 Gememderaks- ihre ganze Kraft zum _ Der Bürgerverein Wieseck 5899 & muß - B]6/o 05892] L^rau Otto, Liebigstr. 63? Ja 5@(W - | ZOGW hv8/. 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Mitgliedern fH***“*' @CptCWt,CV 1907' Ma^m- von 3 bis 7 Uhr- findet die Wahl Walle der E-memdevectrcter tüchtige Männer haben, die jederzeit bereit sind Wohl- der Gemeind- emzusetzen, |o wählt die vom Bürger-Verein anfgestellten Kandidaten ' !2äi@@rt l| Lose 2 50 Pfg\ iTlosc 5 Mk. '-si I Porto und Male 20 Pfp. versendet I | General-Debit I Ferti. Schäfer, I Bankgeschäft, Düsseldorf, AM Keuer Ssaibau. Sonntag, den 22. u. Montag, den 23. September Gastspiel des Anti-Spiritisten u. Gedankenlesers Cumberland und der berühmten Traum-Tänzerin [06940 Madeleine x; ---------- - ^>t0ck von 6 Ztrnmern und eine kleine Mansarde, alles neu hergerichtet, mtt Bub. sofort zu vermieten. .j593j Näh. Nord-Anlage 38. — aiu-t.u-lmlie HOSpiZ^Oamen’ evang. Schwesternhaus, ftieaoen. Johann—tir. 1. L,eo-gstra»e (Neubau) 4-Zim.- ^.ohnungen zu vermieten. [5498 _Eheres Schiffenberger-Weg 65 !s. Hammelßeisch, ia. Kalbfleisch, sowie Lenden im Anschnitt, emp stehlt [05888 Conr. Blalkomestos, Mäusburg 19. 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