165 Zweites Blatt Grschetnl tkgllch mU Ausnahme de- Sonntags. L5?. Jahrgang Die „Stehener §sml!ienblatter" werden dem .Anzeiger" oiennal wöchentlich beigelegt, das „Urcisblatt fßt den Ureis Sieben" zweimal wöchentlich. Der „hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. Mittwoch 17. Juli 1807 aa Rotationsdruck und Verlag bet Br Ührchen UniversitätS. Buch, und eStebibtudaeL Lauge, Gießen. Redaktion, Expedition und Drucke«^ vchul- stratze 7. Expedition und Verlag i 6L Redaktion:^-112. Tel.-M^LlnHrigerGtrtzen, Zarteiische Bevorzugung der französischeu Zionkurrenz. Köln, 16. Juli. Die „Köln. Ztg." schreibt: In t h e n finden seit einigen Monaten vergleichende Schieß- ersuche mit Feldgeschützmodellen dec Firmen Krupp, Ehr- ardt, Schneidec-Crellsot und Armstrong statt. Die Veran- altung dieser Versuche, aus denen das künftige Feldgeschütz, lodell der griechischen Armee hcrvorgehen soll, erregte von nfang an Ueberraschung, iveil vor wenigen Jahren die zu- ändige griechische Kommission unter dem Vorsitz des Kron- cinzen sich einstimlnig für die Einführung des Krupp'schen eldgeschützes ausgesprochen hatte, nachdem griechische Osfi- ere vorher die verschiedenen Waffenfabriken besucht hatten, cm verfchiedenen Seiten wird daher die Veranstaltung der iersuche dahin aufgefaßt, daß sic deut jetzigen Ministerium id)t sowohl zur Bestätigung, als vielmehr zur Beseitigung eses Beschlusses dienen sollten. Diese Auffassung scheint echt behalten zu sollen. Die Versuche sind anfangs so ab- .'halten worden, daß der Schein unparteilicher Be- andlung der Bewerber vorhanden war. Neuerdings ier hat man doch eingesehen, daß mit Unparteilichkeit das strebte Ziel nicht zu erreichen ist. Das Schneider'sche Material erwies sich auf Fahrversuchen als zu schwach, seine räzision beim Schuß ließ auch fast stets zu wünschen übrig, eitdem sich dieses ganz klar herauSslellte, ist ziemlich plötz- ch eine so starke, sich fortwährend wiederholende Pacteilich- it von der Konunission zu (fünften des französischen Beerbe rs an den Tag gelegt worden, daß die Firma Krupp unter ihrer Würde erachtet, an dieser scheinbaren Konkurrenz eiter teilzunehmen. Sie hat, wie wir hören, telegraphisch rs weitere Schießen mit ihren Geschützen untersagt. Der rechischen Regierung ist von diesem Beschlüsse amtlich Kennt- S gegeben worden. Ein solcher Schritt scheint um so ver- < üblicher, da, wie glaubhaft versichert wird, verschiedene Mit- ieder der griechischen Regierung sich in den letzten Tagen rnz offen dahin ausgesprochen haben, daß die Erteilung es Auftrages nach Frankreich eine beschlossene ache sei. Unter solchen Umständen ist es nicht unwahrschein- h, daß auch die übrigen konkurrierenden Firmen von der eteiligung an den sogenannten Vergleichsversuchen zurück- cten. Essen, 16. Juli. Die Geschützgesellschaften rupp und Ehrhardt ziehen ihr Material von den Uillerieversuchen in Griechenland plötzlich zurück, nach- m die parteiische Bevorzugung der französischen onkurrenz unverhüllt schon mitten in den Versuchen her- »rgetreten ist. Der griechischen Regierung ist dieser Ent- )luß in aller Form auf telegraphischem Wege bereits kundgeben worden. VeutscheO Reich. Berlin, 16. Juli. Kaiser Wilhelm wird Anfang ugust, von der Nordlandfahrt zurückkehrend, in Swine- ünde eintreffen. Dort soll dann eine Flottenrevue statt- rden. — Der „Staats-Anzeiger" veröffentlicht das Wander- rbeitsstätten-Gesetz. — In einer Zuschrift an die „Post" nimmt Dr. Peters ' lluug zum Fall Arendt-Kayser. Nach seiner Ansicht gt in der Kontroverse zwischen dem Abgeordneten Arendt io Frau Geheimrat Kayser der Irrtum auf Seite der fieren. Dr. Kayser habe 1895 versucht, Peters im Reichs- ,'nst jestzuhalten und zu diesen: Zweck die Mitwirkung Arendts rangezogen. Er, Peters, habe nichts dazu getan.; Stuttgart, 16. Juli. Die Zweite Kammer 'W———Wa—11—■'■■■■■■ i .............— hat dre Beamtenvorlage, die neben den beamtenrechtlichen Versorgungen Gehaltsaufbesserungen mit einer dauernden Mehrbelastung des Etats im Betrage von jährlich 7*/* Millionen Mark bringt, mit sämtlichen 77 abgegebenen Stimmen angenommen. Straßburg i. E., 16. Juli. Eine Anzahl reichsländischer Blätter betont, daß die Teilnahme der reichsländischen Bevölkerung am französischen Nation alsest in diesem Jahre ungemein groß war. In A l t - M ü n st e r o h l war der Andrang nach Belfort so groß, daß ein 17 jähriger Bursche bei einer Zollrevision unter die anstürmende Menge geriet und zertreten wurde. Blutüberströmt, anscheinend leblos, sei er weggetragen worden. 11 1 HB ■■■ und Schule. -v. Angersbach, 13. Juli. Gestern wurde hier das Dekanats-Missionsfest für das Dekanat Lauterbach gefeiert. Obwohl ein Werktag gewählt worden war, hatte es sich die gesamte Gemeinde nicht nehmen lassen, ihn offiziell zu einem Festtage zu machen. In der mit hohen, schlanken Birken und einer Uebersütle von Blumen prächtig geschmückten Kirche hielt Pfarrer Gußmann von Kirchberg un Vormittagsgottesdienst die Festpredigt, in welcher er der gespannt lauschenden Gemeinde auLeinandersetzte, in welcher Weise der Einfluß des Geistes Jesu Christi auch bei den großen heidnischen Völkern bereits zu erkennen sei, und wie es angesichts des Weltverkehrs und der Weltaufgabe des Christentums es heute mehr denn früher gelte, alle Kräfte einzusetzen, um dem Einfluß des christlichen Geistes in der Welt Bahn zu machen. Außer den Einheimischen hatten sich auch viele Fremde, besonders Badegäste auS dem nahen Bad Salzschlirf eingefunden. Im NachmittagSgotteSdienst predigte Missionar Kanig aus Ostafrika. Der festliche Charakter beider Gottesdienste wurde durch Mitwirkung des Posaunen- choreS von Stockhausen unter Führung von Pfarrer Lenz, sowie durch gesangliche Darbietungen eines gemischten Chores und eines Schülerchores, von beiden hiesigen Lehrern dirigiert, erhöht. — Obwohl da§ Wetter nicht günstig zu werden versprach, setzte sich um 4 Uhr ein stattlicher Festzug, in welchem vollzählig Gemeinderat, Kirchen- und Schulvorstand vertreten ivar, unter Vorantritt des Posaunenchores in Bewegung, um in der nahen Wartenbach eine Nachfeier zu veranstalten. Sie konnte, da das Wetter günstiger wurde, programmäßig stattfinden. Nach Begrüßung des Ortsgeistlichen, Pfarrverwalter Hoehne, erzählte Missionar Kanig aus seiner praktischen Missionserfahrung. Bürgermeister Rod em er dankte im Namen dcr politischen Gemeinde dem Dekanatsausschuß, daß er seine Gemeinde zum Festorte erwählt habe, sowie allen Mitwirkenden, und sprach die feste Ueberzeugung aus, daß das Fest das Interesse der Gemeinde an dec Mission fördern werde. Zum Schluffe richtete noch der Dekanats-Stellvertreter, Pfarrer Türk von Frischborn, Dankesworte an die Gemeinde und an alle Beteiligten. Die Kollekte betrug 96 Mk. An Missionsschriften wurden für 32 Mk. verkauft. Was besonders angenehm berührte, war die seltene Tatsache, daß hier die politische und die Kirchen-Gemeinde Hand in Hand zusammenwirkte und so dem Feste zu einem vollen Erfolge verhalf. Anslanv. Trornsoe, 16. Juli. Der K'a i se r sah gestern zur Abendtafel den Fürsten von Monaco und wird heute auf der Jacht „Alice" frühsmcken. Die Abfahrt nach Narvik findet heute nachmittag 3 Uhr statt. Die Ankunft daselbst erfolgt um Mitternacht. Tas Wetter ist 'regnerisch. An Bord ist alles wohl. Wien, 16. Juli. Ter Bundesausschuß nahm das BudgetprÜüiforiuiu mit gwveran,"b^lgegent stimmten Sozialdemokraten, Nuthencn und Alldeutsche. R o m,16. Juli. Ter V e r te i d i g e r Nasis hat nunmehr formellen Protest gegen dessen Verhafiung eingelegt, die eine Verletzung der parlamentarischen Immunität bedeute und Haftentlassung beantragt. Der frühere Kabinettschef Lom- bardo ist in einem hiesigen Hotel verhaftet worden. Nasi hat eine Zelle gegen Bezahlung für sich und längere Spazierzeit Ter Haftbefehl ist begründet durch 7 Veruntreuungsfälle im Amte. London, IG. Juli. Die britische Gruppe der inter- p a r l a m e n t a r i s ch e n V e r e i ii i g u n g hielt heute nachmittag im Unterhaus eine Konferenz ab, in der sie beschloß, als Ort der nächstjährigen Konferenz Berlin in Vorschlag zu bringen. Christiania, 16. Juli. König Hakon und seine Gemahlin fahren heute nach Drontheim, wo sie mit dem Dampfer „Olaf Khrre" die Nordlandreife antreten. Eine Begeg- Wilhelm erscheint daher nicht unwahr- icheiNlich. Tie Reise des Königspaars geht bis nach Wardö > hinauf. — Fridtjof Nansen ist von London auf Urlaub hier eingetrofsen und wird wahrscheinlich überhaupt nicht mehr, oder nur für kurze Zeit, in die diplomatische Karriere zurückkehren. W r 15, 16. Juli. Ter deutsche Kaiser, der König von Spanien, sowie der Präsident von Mexiko richteten Glück- lvunschtelegramme an den Präsidenten Falliöres. ‘ .. — Wäfibent Fallier es empfing heute im Elhses Die Onmerc des in Brest'«n w e se n d e n Kre u z e r g e s ch w a- ders. Zu Ehren der iamerikanischen Gäste fand im Elyseö ein Dejeuner statt. Präsident Falliöres hielt eine Ansprache, worin er auf die Freundschaft hinwies, die lange Jahre hindurch die beiden Länder verbunden habe. Ter amerikanische Botschafter White antwortete und trank auf das WoU Frankreichs. — Tie so zialistischen Freunde des Major Dreh- fus werden bei Zusammentritt der Kammer den Kriegsministcr interpellieren über die Ursache, aus welcher Treyfus nicht in die letzte Beförderung mit einbezogen worden ist. — Maill 6, der am 14. d. M. beim Vorüberfahren des Präsidenten Fälliges Revolverschüsse abgab, soll seit seiner Jugend an Verfolgungswahnsinn leiden. Sein Rechtsbeistand hat beantragt, daß er einer irrenärztlichen Beobachtung unterzogen wird. — Ter frühere Seinepräfett, früher Botschafter beim Vatikan, \ Poubelle, ist gestorben. Brüssel, 16. Juli. Auf Anfrage erklärte der Minister! des Aeußem die Nachricht, daß Venezuela die Absicht kund-^ gegeben habe, sich dem Spruch des Haager Schiedsgerichtes, durch' den Venezuela zur Zahlung von 10 Millionen Francs an belgische Gläubiger verurteilt ist, nicht unterwerfen zu wollen, für zutreffend. Wenn die Zahlung verweigert werden sollte,! werde die Regierung ans entsprechende Maßnahmen bedacht sein,! denn der Spruch des Schiedsgerichts! sei unwiderruflich, und Mc' Schiedsgerichtssache würde im Falle der Nichtersüllung des ge-^ fällten Spruches eine schwere Schädigung erfahren. Tie Regierung werde nichts unversucht lassen, um den belgischen Interessen zum' ei ege zu verhelfen. Sofia, 16. Juli. Ter M ö r d er de s M i n ister s Pe t- ko w, Petrow, war bei seiner heute erfolgten Hinrichtung gefaßt und ruhig. Nach der Beichte erklärte er dem etaatsanwalt, daß bei der Ermordung Petkows viele Mithelfer gewesen seien, er nenne sie aber nicht, weil et niemand mehr ins Unglück stürzen wolle. Er forderte den Staatsanwalt^ auf, tüchtig zu fein, damit er sie finde. — Petrow wurde heute früh im Hose des Kreisgefängnlsses^ gehenkt. Er zeigte sich bis zum letzten Augenblicke gefaßt und! festen Mutes und bestieg ohne Hilfe den Galgen. Tie vielfach! erwarteten Enthüllungen machte er nicht. Ter Tod trat sofort! ein. Als Henker fungierte ein gelegentlich angeworbener Zi-! neuner, der 15 Frank Lohn erhielt. Die Leiche Petrows! wurde gleich nach der Hinrichtung zur Begräbnisstätte gebracht. — Tas Verl. Tgbl. meldet aus Teheran: Die Lage! spitzt sich jetzt zu. Tfas Parlament forderte die Gegenwart- des Schahs im Hause der Gerechtigkeit am 25. Juli, dem Jahrestage der Verfassung, zur Eidesleistung. Ter Schah hingegen möchte lieber zur gewaltsamen Auflösung des Parlamentes schreiten, wenn sicher anzunehmen wäre, daß die, Trupp en zuverlässig seien. Tie Truppen aber drohen- wegen rückständiger Soldzahlungen mit Plünderungen. Tie plötzliche Ankunft des ausständigen Prinzen Salar, der anscheinend von auswärtiger Seite gestützt wird, ver-< wirrt die ungünfttge Lage noch mehr. Tokio, 16. Juli. Verschiedene Gru p p e n des japa Eine Sommernacht in Kietzen. (Original-Feuilletmi des Gieß. Anz.) Es war im Sommer 1904. Der Juni hatte uns sehr schönes iru.es Wetter gebracht. Sonnige Tage wurden unterbrochen och warme, mäßige Gewitterregen. Man glaubte nach dem da- iLigen Stand der Felder einer sehr guten Ernte entgegenzu- hen. Zn dieser Zeit wurde von Newyork gemeldet, daß dort te ungeheure Hitze herrsche, daß zahlreiche Menschen durch tzschlag ihr Leben verloren und anderes mehr. Diese Hitzwelle rd ihren Weg nach Europa. Paris meldete Ende Juni uner- igliche Hitze. Die Seine wurde so warm, daß zahllose Fische timt. Die Kadaver bedeckten da, wo der Fluß in der Gegend it St. Germain sehr langsam sttömt, buchstäblich die Oberfläche 3 Wassers und der üble Geruch machte das Spazierengehen in t Prächtigen Alleen auf den Seineufern unmöglich und verbot Flußbäder. Die Menschen schützten sich vor den Folgen dieser tje durch oft wiederholte Abwaschungen mit kühlem Brunnen- sser. Die Hitzwell kam anfangs Juli zu uns. Kein Regen hr, sondern Tag für Tag wolkenloser Himmel und sengende »niiensttahlen. Tie Feldfrüchte reiften rasch, Roggen, Weizen, : Sommer Halmfrüchte konnten kurz hintereinander übermäßig >cken geerntet werden, die Halmfrüchte waren zu rasch gereift, das m war mangelhaft ausgebildet, die Ernte sehr mäßig, ins- ondere auch die Kartoffelernte. Am verderblichsten wirkte das ununterbrochen heiße Wetter Osten Deutschlands, dort entstand Futternot, ununterbrochen lten schon int Hochsommer 1904 die gedeckten Eisenbahnwagen l. Futtermitteln aller Art gefüllt, nach dem Osten Deutschlands, r Preis eines Waggons Klee stieg um 200 Mk., in ähnlicher ?ise der Preis anderer Futtermittel. Da die gedeckten Wagen ochen brauchten, um leer wieder zurückzukommen, entstand aus- hmsweise im August Wagenmangel an gedeckten Wagen. Im Osten vermochte man kaum das beste Zuchtvieh zu er- Oreii Das Schlachtvieh wurde sehr billig, da es frühzeitig um cn Preis abgeschafft werden mußte. Insbesondere wurden Osten infolge der Attßernte in Kartoffeln die Schweinebestände valtig gelichtet. Die Folge war sehr niedrige Preise für Fleisch Spätherbst 1904 und allmählich immer höhere Preise im Laufe ; Jahres 1905 und Fleischteuerung bis tief in das Jahr 1906. s gewaltige Reservoir an Schlachttieren jenseits der Elbe, 5 dem sich der Schlachtviehhof im diorden Merlins täglich er- rzt, und von dem aus das ganze westliche und südwestliche utschland, auch Sachsen und Oberfranken zum erheblichen Teil onders mit fetten Schweinen versorgt wird, war gründlich er- jpft und brauchte fast zwei Jahre, um sich wieder zu füllen. Mas waren, die Folgen des heißen Sommers 1904. An einem Tage gegen Ende Juli desselben Jahres hatte ich einen erheblichen Teil des Vogelsberges durchwandert. Die Hitze war fast unerträglich, ganz besonders in den sonst so kühlen Buchenwäldern. Unter dicht belaubten Bäumen regte sich kein Lüftchen, die Bäche, die sonst so munter plaudernd den Wanderer lalab begleiten, waren ausgetrocknet oder verbargen die spärlichen Wasserreste im tiefsten Rinnsal des Bachbettes vor den gierig aufsaugenden Strahlen der Sonne. Die Farrenkräuter ließen traurig ihre sonst so hochstcebenden Wedel zur Erde sinken. Sie verdursteten, obwohl sie sich in den sonst wasserreichsten Senkungen .angesiedelt hatten. Der Wanderer war ftoh, toenn er wieder über eine sonnige, waldfreie Höhe schreiten konnte, über die ein kaum wahrnehmbares kühleres Lüftchen wehte, das die feuchte Stirn des Wanderers kühlte. Trotz aller Anstrengung traf ich verspätet in Gießen ein. Der letzte Zug nach Frankfurt abends 10.01 hatte die Station schon verlassen. Der Fahrplan zeigte eine weit gähnende Lücke, erst am Morgen 2.48 konnte ich meine Reise fortfetzen. Ich stand vor der Frage, ins Hotel gehen und den Zug 2.48 voraussichtlich trotz dem diensteifrigen Hausburschen verschlafen oder sicher gehen und bis 2.48 durchkneipen? Gab es in Gießen Gelegenheit dazu? Hatte sich die Stadt auch in dieser Beziehung zu ihrem Vorteil entwickelt, gab es wenigstens ein sogenanntes Nacht-Cafö für Menschenkinder in gleicher Verlegenheit wie ich? Das.mußte ausprobiert werden! Die Luft war immer noch heiß und trocken, ich folgte zunächst der Bahnhofstraße. Im Hotel Viktoria löschten die Gäste bei offenen Fenstern aus Steinkrügen den brennenden Durst. Man konnte das eifrige Heben der Krüge von der Straße her beobachten und die lebhafte Unterhaltung belauschen, wenn man Neigung dazu gehabt hätte. In der alten chirurgischen Klinik waren zahlreiche Fenster matt erleuchtet, dort mochten wohl Wunde sich unruhig auf 5)iem heißen Lager strecken und den erlösenden Schlummer herbeisehnen. In den Vorgärten zu meiner Linken blühten prächtige Rosen. Regungslos hingen ihre gefüllten Kelche in der trockenen Luft, noch hatte sie kein Nachttau genetzt. Die Sttahen sind in der Schwüle menschenleer, da und dort in den Erkerzimmern iwch ein erleuchtetes Fenster. Auf der Wieseck- brücke endlich ein junger Mensch. Er hat sich wie ein Seekranker über das Geländer gebeugt und läßt unter bemerkenswertem Gestöhne allerlei in die schon so trübe Wieseck fallen. Ich gehe weiter, da endlich kommt, was ich suche, ein Safe, in dem es recht lebhaft zugeht. Ich trete ein. Im unteren Zimmer sehr ruhige Gäste, eine steile Stiege führt in einen oberen Raum, dort löschen zahlreiche unruhigere jüngere Menschenkinder den nie versiegenden Durst. Todmüde suche ich mir einen für meinen Zustand passenden Platz. KZ.as hätte ich darum gegeben, wenn ich nur für eine Stunde mich auf einem bequemen Sofa! hätte ausstrecken können. Um den Schlaf zu bekämpfen — trotz dem starken Kaffee dusele' ich ein und drohe vom Stuhl zu fallen — mustere ich meine Um-^ gebung. An einem Nachbartische sitzen vier Skatspieler. Sie sind» eifrig an der Arbeit. Während der eine gibt, mischt schon der! vierte Mann ein zweites Kartenspiel und legt es zum Gebrauch! zurecht. Jeder prüft mit raschem Blick seine Karten, bald ist man । einig, das Spiel beginnt, endigt und beginnt von Neuem. Die> Spieler sind ganz leidenschaftslos, das Zusehen wirkt einschlafend, j An einem runden Tisch fitzen offenbar Juristen. Der älteste der Runde, ein Herr in den sogenannten besten Jahren, sagt! zuweilen etwas. Die jüngeren Herren hören aufmerksam hin,! eine kurze Unterhaltung, zustimmendes Kopfnicken, gegenseitiges' Anprosten, dann wirds wieder für einige Minuten ganz still. § Ich kämpfe immer wieder mit dem Schlaf, den auch der ganz, anständige Lärm da oben über der Stiege nicht vertreiben will.- Der Zeiger meiner Uhr rückt unerträglich lancham vor, es ist aber «doch schon 12 Uhr geworden. Da endlich eine Abwechselung. Die Tür nach der Straße öffnet sich und herein treten, zwei Schutzleute, den blitzenden Helm auf dem Kopf, tadellos in ihrer Uniform, wie zur Parade vorbereitet. Der vordere jüngere tritt bi§ in die Mitte des Zimmers und spricht mit lauter Stimme: „Mein« Herren es ist Feierabend." Ich beobachte mit Interesse, wie diese verkündete Neuigkeit auf die Anwesenden wirkt: Die Spieler hören und sehen von alledem nichts, sie werfen ihre Karten in regelmäßigen Zwischenräumen eine nach der anderen auf den Tisch und haben nur Sinn für ihr Spiel. Auch die anderen Gäste nehmen keine Notiz von den Schutzleuten, obwohl der zweite derselben, der ältere, jeden von uns scharf ansieht, als ob er einen Verbrecher unter uns sucht. Der jüngere Schutzmann, der Herold mit dem kräftigen Organfi klettert die Treppe hinauf, der andere folgt. Dort oben wiederholt sich die Szene, aber dort wird die Ankündigung, daß Feierabend sei, sehr munter aufgenommen. Viele Gläser werden gehoben, man ürinft den Schutzmännern lustig zu, Scherzreden fliegen den Behelmten an den Kopf wie Mücken, unmerklich sind en dem gut besetzten Raum die Tische so ineinandergeschoben, daß es geraume Zeit kostet, bis die Schutzleute sich dazwischen durchwinde^ können, um, verfolgt von harmlosen Neckereien, endlich den Aus< gang nach der anderen Straße hin zu gewinnen. Also kein Nachtcafe, der Zuruf „meine Herren es ist Feier-! abend" hat meine Hoffnung, ich könne bis zum Abgang meines, Zuges hier sitzen bleiben, zerstört. Ich verlasse das Lokal, um nicht bei der Wiederkehr der Wafsepträger in ein dickleibiges Buch eingeschrieben zu werden und nicht dadurch in den Ruf zu kommen, ein Nachtschwärmer zu sein. Was tun?. Nach dein von ** W i e sehr das Kolosseum sich bereits in der Gunst des hiesigen Publikums festgesetzt hat, bewies der trotz des endlich eingetretenen Sommerwetters sehr gute Besuch der gestrigen Vorstellung, die ein neues Programm brachte. Die neuen Darbietungen sind nicht alle gleichwertig und das Kraftmaiertum tritt etwas^ sehr in den Vordergrund, aber dennoch bringen die neuen Künstler viel Schönes und Sehenswertes, sodaß auch anspruchsvolle Variätegäste auf ihre Rechnung kommen. Zur Eröffnung mühte sich eine sehr schick aussehende Operettensängerin, Fräulein Elvira L a r g e t h, sehr um den Beifall des Publikums und daß sic ihn nicht in vollem Maße errang, mag an den überstandenen Reisestrapazen liegen — die Dame soll eine weite Reise zurückgelegt haben. Ein akrobatischer Melangealt, der übrigens seinen Namen verdiente, gefiel durch die Vielseitigkeit der gebotenen Gymnastik und the Delavares zeigten dabei starke Muskeln und gute Zähne. Eine sehr fesche moderne Soubrette, Fräulein Gerti Gold, bot einige sehr hübsche Gesangsnummern, worauf durch Max und Charles, zwei sehr gewandte Parterre gymnafliker, die drastische Komik zu ihrem Rechte kam und Bahnprojekt Gießen-Steinbach-Laubach. Das Komitee für die projektierte Bahnlinie Gießen- Laubach hielt gestern nachmittag im CafH Ebel eine Sitzung ab, an der Kreisamtmann Dr. Merck, Beig. Curschmann, die Stadtv. Eichenauer und Gabriel, Handelskammersyndikus Dr. Zeidler sowie die Bürgermeister bezw. deren Stellvertreter von Annerod, Burkhardsfelden, Harbach, Hattenrod, Laubach, Lauter, Qmeckborn und Steinbach teilnahrnen. Bürgermeister ^Krämer von Steinbach gedachte zum Eingang des Stadtv. Kirch, der bis zu seinem Tode hervorragenden Anteil an den Arbeiten für das Projekt genommen und eifrig dafür gearbeitet habe. Das Andenken Kirchs wurde durch Erheben von den Sitzen geehrt. Auf Vorschlag von Bürgermeister Krämer übernahm sodann Kreisamtmann Dr. Merck den Vorsitz und das Referat über den gegenwärtigen Stand der Angelegenheit. Die Firma Lenz in Berlin hat ein Projekt ausgearbeitet, das den gestellten Wünschen nach Möglichkeit gerecht wird. Die größte Schwierigkeit, die Einmündung der Linie in den Bahnhof Gießen, sucht das Projekt dadurch zu überwinden, daß die neue Bahn ihren Ausgangspunkt von der Bahn Gießen-Fulda zunächst den Milttürschießständen nimmt, wo eine Umsteigestation gedacht ist. Die neue Linie geht dann in einer Unterführung durch die Fuldaer Bahn, üurchschneidet mit einer Ueberführung die Anneroder Straße und geht dann nördlich von Annerod an der Platte her. Von da macht sie einen großen Bogen nach Steinbach, macht dann eine Biegung über Albach nach Burkhardsfelden, das wie auch Hattenrod und Harbach nördlich liegen bleibt, von hier geht die Bahn über die Kolbenmühle nach Queckborn und weiter über die Neumühle nach Lauter, von wo die Strecke über Wetterfeld nach dem Staatsbahnhof Laubach lauft und dort in die Bahn Hungen-Mücke einmündet. Die Gesamtlänge der Strecke ist 26,25 km, wovon 24,25 km Neubaustrecke sind, während 2 km lang der Bahnkörper der wurde ein Unterausschuß beauftragt, der aus Kreisamtmann Dr. Merck, Stadtv. Eichenauer und Bürgermeister Krämer Steinbach zusammengesetzt wird. Aus Stadt und Land. Schmückt Eure Fenster und Dalkoue mit blühenden Blumen. Gießen, 17. Juli. *' 6sür dieEröfsnungsvorstellungen im neuen Stadttheater ist der Vorverkauf in der Musikalienhandlung von Ernst Ehallier eingerichtet. Auch die bereits früher bestellten Eintrittskarten gelangen dort (nicht auf der Bürgermeisterei) zur Ausgabe. Entgegen irrtümlichen, in der Stadt zirkulierenden Gerüchten sei konstatiert, daß zu den beiden ersten Vorstellungen am Dienstag und Mittwoch noch reichlich Plätze in allen Preislagen zu haben sind. Die erste Gesamtprobc auf der hiesigen Bühne fand am Dienstag nachmittag statt, nachdem an den vorhergehenden Tagen sämtliche Dekorationen, soweit sie für die Eröffnungsvorstellungen nötig sind, aus Professor Lütke- meyer's Atelier angelangt waren. Zu den beiden Schauspielvorstellungen sind von Direktor Steingoettec als Vertreter von Hauptrollen eine Anzahl hervorragender Gäste engagiert, die zum Teil schon eingetroffen sind. Stiftung für das Stadttheater. Wie wir hören, hat die Mitteldeutsche Kreditbank die Beleuchtungs- körper für das Foyer und den Zuschauerraum, die einen Wert von 5000 Bit. haben, gestiftet. Neubaustrecke Lich-Grünberg benützt wird. Abgesehen der wenig glücklichen Lösung dec Frage der Einmüiidimg in den Gießener Bahnhof und der Außerachtlassung von Oppenrod Hau se s Wn delegierte zum Ä-MEschef e'e» fanbt, um ine)en aufzu,ordern, Maßregeln gegen Korea M verßdgen, welches das Protektorat mißachtet indem cs -elegierte zur Haager Friedenskonferenz entsandte. London, 16. Juli. Zur erwarteten AbreisedesMar- aursHaha)chi nach Söul wird noch bekannt, daß der Kaiser von Kvvea von zwanzig Kriegerir umgeben int Palafte den Ja- panern Widerstand leistet.^ Aus anderen Quellen wird ge- meldet,bie^ Absctzung des Kaisers stehe bevor. und nutzen die reichlich zwei Stunden dauernde Eisenbahnfahrt ßui um den unterbrochenen Schlaf fortzusetzen. Ich strecke mich nun selbst auf die Polster, schwerfällig fei sich der Bummelzug in Bewegung. Die Kälber werden beu Anfahren durcheinander gerüttelt und blöken in verstärktem Maß« Welche Luft mag in dem Kälberwagen sein, welche Hitze, welche Hunger und Durst. Die armen verwöhnten Tiere haben schon u Sonnenbrand eine Wagenfahrt bis zur Sammelstelle gemach sind dann nach Stunden verladen in einen geschlossenen Wage: der gar nicht genügend ventiliert werden kann. Und doch, ßU' die Kälber habens besser wie vordem, sie dürfen nicht mdi getrieben und von billigen Metzgerhunden zugerichtet werden, bau’, die erschöpften Tiere rascher den stundenweiten Landweg wacher Sie dürfen auch;auf dem Transport nicht mehr geknebelt werdei Indem ich diesen Gedanken nachhänge, um mein Mitleid mit oc so jammervoll Blökenden zu beruhigen, fällt mir eine W schlittenfahrt ein, die ich in einer sehr kalten Wmternacht n ftänkischen Jura von Gräfenberg nach Nürnberg vor Zew machte. Der mit vier Pferden bespannte Schlitten flog udc die glattgefrorcue Schneedecke in stundenlanger Fahrt durch Dönc Felder und Wälder unserem Ziel, dem Bahnhof in Nürnbm entgegen. In tiefer Nacht, im dichten Walde hält plötzlich u Schlitten, Stimmen werden laut, sind das Räuber? Aber * 1 kommt schon der Postillon an den Wagenschlag und bittet, c nicht ein paar Herren helfen wollen, die Kälber wieder aufladen uj da dringt auch schon das - Kälbergeschrei an unsere Ohren. Fuhrmann hat auf den Dörfern für einen Händler Kalber eti gesammelt und dieselben auf einen Rollwagen verladen. Füße der Kälber sind mit schneidenden Stricken zusammen^ schnürt. Auf der Fahrt im Schnee ist der Wagen mit enm Rade in den Straßengraben geraten, die Kälber sind von schiefen Fläche abgerutscht und liegen im wirren Knäuel ' Schnee. Der Wagen wird wieder auf den Straßendamm gebram die Kälber von uns wieder aufgeladen, der Fuhrmann konn im bedächtigen Schritt weiterfahren und kam in später M hoffentlich in Nürnberg an. Waren den Kälbern nicht sam die geknebelten Füße erfroren? Waren ihnen nicht Maul u Ohren erfroren bei der mehrstündigen Fahrt tn bitterM Winternacht? Selbst die Kälber habens heute viel, viel VM in der Welt, geradeso wie die Menschen. Man soll nicht zu a&igy daran, daß der Kälberwagen in Nauheim ausrangic war, lags daran, daß ich die heiße Sommernacht vergaß, wett so lebhaft der kalten Winternacht im fränkischen Jura gedacm Kurz, ich war fest eingeschlasen und wachte erst durch den rauv Ruf des Schaffners auf: „Frankfurt, alle£ ausstergest, davor einen Tisch erkannt, da schwankte er schon auf das Bierfaß los, wirft sich schwerfällig darauf, legte die Arme auf den Tisch, den Kopf darauf und schläft sofort wieder ein. Der Fuchs sah verzweifelt seinem sehr rundlichen Kumpanen zu, bann ruft er dem anberen nach: „Leibbursch, bleib doch hier" und als der Leibbursch nicht hört, sondern in der falschen Richtung in Zickzacklinien, (hie der Bahnsteig gerade noch fassen kann, weiter schwankt, da zischt der Fuchs ein Wort durch die Zähne, das denen besonders geläufig sein fall, die mit Wieseckwasser getauft sind. Im Zuge befand sich ein geschlossener Wagen, der mit Kälbern gefüllt war. Die Kälber blökten jämmerlich durcheinander und das Konzert schien den kranken Leibburschen an- gezogen zu haben. Endlich kam er an die geschlossene Tür des Waggons, rüttelte daran und die armen Tiere verstärkten ihr Blöken in her Hoffnung, von Hunger und Durst und Atemnot befreit zu werden. Ihr Geschick sollte sich erst in Nauheim erfüllen. Der arme Fuchs und der brave Fuchs. Der eine seiner Reisegefährten saß und schlief, der andere unterhielt sich fünfzig Schritte davon mit den Kälbern. Eine Art Wahlverwandschaft zog offenbar zu den Kälbern hin. Aber der Fuchs war intelligent, sein nun angewandtes Mittel versagte nicht, er kannte seine Leute. Fröhlich fing er wieder an zu fingen: „Jetzt gehn wir ins Cafö" nach der Melodie „Was kommt dort von der Höh." Kaum klang der Sang dem Schlafenden in die Ohren, da reckten diese sich merklich, dann hob er den Kopf und auffpringend hing er sich dem Fuchs ckn den Arm, der von den Kälbern kommende an den andern und nun schwankten laut singend „jetzt gehn wir ins Cafö" alle drei den Bahnsteig entlang. Bald wurde der Fuchs, in der Mitte schreitend, von seinen schwankenden Anhängern zusammengedrückt, dann wurde er itoch schlanker; bald drohte er auseinanderzureißen, wenn seine Anhänger einmal wieder auseinanderstrebten. Aber der Fuchs hielt fest und nun kam das Kleeblatt an die Unterführung. Jetzt kommen sie ins Rollen dachte ich, aber ich hatte mich geirrt, dumpf schallte es wieder aus der Unterführung herauf: „Jetzt gehn wir ins Cafß." — Dies lustige Bild hatte mich wieder ganz munter gemacht. Ich musterte die wenigen Mitreisenden. Aus dem Urlaub in ibre Garnisonsorte Frankfurt, Hanau usw. zurückkehrende Soldaten, die die letzten Augenblicke ihres Urlaubes gründlich ausgenutzt und nun verschlafen und verkatert sind. Marktfrauen aus Gießen, die mit Geld, leeren Säcken und Körben ausgerüstet nack Frankfurt fahren, um dort frisches Gemüse einzukaufen, das noch am selben Morgen in Gießen abgesetzt werden soll. Sie verstauhen die Körbe in den Wfcen, au5 den leeren Kücken bereiten sie sich ein Lager : W Zuhörer bis zu Tranen rührte. Eine allerliebste, bontehi , ausgestattete Tanznummer boten dann die beiden iuqendli^ Schwestern De uh am mit ihren drei hübschen Darbietungen sen-Erwachen , „Blumen-Gavotte" und „Schmetterlings-Divk'' tinemcm . -etber war die Installation des elektrischen Scbei) Werfers nicht ganz fertig geworden, sonst wäre der Tanz nr farbenprächtiger geworden. Aus dem alten Programm ht der bereits besprochene Ohmsche Dressurakt übernomw worden, der, tote immer, außerordentlich gefiel. Auch die $D tragssoubrette Fräulein Lon v. Arnold, konnte sich nicht üb. mangelnden Beifall beklagen und wußte allerhand niedliche Bn heilen mit Anstand und Grazie loszuwenden, bei denen fluac' weise die Manner besser fuhren, als das weibliche Geschlech Der Humorist Gg. N e u m ü l le r brachte als humoristischer Ba> ernbarfteUcr Leben ins Haus, und der ihm gespendete reto Beifall war namentlich in seinen letzten Darbietungen verdient, während die zuerst gebrachten zunächst einmal Don eine' Z^usor für die hiesigen Verhältnisse zurechtgeschnitten toerbe müßten. Die Burtons zeigten bann einige hervorragende Tun Übungen, die ihre Kraft und Gewandtheit bestens hervortrelc ließen. Unter dem vielsagenden Namen „S i m s o n, der Man mit dem eisernen Schädel" zeigte bann der den Schluß bt Programms bildende Künstler, daß es auch unter den Mensche Dickschädel gibt, indem er sich Granitblöcke auf dem Kon zerschlagen lließ. Die Erbauung "und den Betrieb elektrische Straßenbahnen durch den Staat bezw. durch Gemeinbe iind Kreise fordert folgender Antrag des Abg. Köhler bi der Zweiten Hess. Kammer: Die Großh. Iiegierung zu er suchen: 1. keinerlei Konzession mehr für Erbauung vo elektrischen Bahnen, außer an Gemeinden oder Kreise zu er teilen; 2. sämtliche erforderlich werdenden elektrischen Lokal bahnen selbst zu erbauen und in Betrieb zu nehmen obe beides einzig und allein den Gemeinden und Kreisen zu über lassen. ** Postbeamten-Verein. Die in den einzelnen Ober PostdirektionZ - Bezirken gegründeten Sekretär-Vereinigungen haben sich zii einem ^Bund geprüfter Sekretäre un, Obersekretäre dec Reichs-Post- und Telegraphen Verwaltung" zusanummgeschlossen. Der Bund bezweckt, bi Vertretiing der Interessen aller mittleren Post- und graphenbeamten wahrzunchmen, die die Sekretärprüfung bc. standen haben. Sitz des Bundes ist Berlin. Vorsitzender ii der Postsekretär Ziburra in Charlottenburg. ** Diebstähle. In der Nacht vom 15. auf 16. Jul wurde im benachbarten Garben heim ein Einbruchs dieb stahl aiisgeführt und ein Fahrrad, eine Taschenuh-. sowie sonstige Kleinigkeiten gestohlen. Täter fommci zwei Arbeiter, anscheinend Ausländer, in Betracht, die fid mit den gestohlenen Sachen nach hier begeben haben sollen Vielleicht tragen diese Zeilen zur Eruierung der Täter bei.— In einer hiesigen Werkstätte wurde einem Arbeiter b: Taschenuhr gestohlen. ** Mit der Erhaltung der Reste de § Pfahl grabens (Limes) beschäftigt sich eine Anfrage, die Abn Köhler unter Bezugnahme auf einen in Nr. 151 des Giefj Anz. erschienenen Artikel an die 2. Hess. Kammer geriete hat. In jenem Artikel war im Anschluß an eine Reichstags rede des Abg. Steindl über den allmählichen Verfall bc Pfahlgrabenreste in Bayern ausgeführt worden, daß ,N dauernde Ueberwachung der Ueberreste de§ LimeS die Liweß kommifsion nicht auSüben farm, denn sie ist keine dauernd Einrichtung, und c§ fehlen ihr die für eine solche Aufgob notwendigen Organe und Dlittel. Die Erhaltung der voi ihr ausgegrabenen Reste ist vielmehr Aufgabe der einzelne! Landesregierungen und Provinzen, der lokalen Behörden obe Vereine." Die Ausführungen deS Abg. Steindl bezogen fid; ivie die Begründung der Köhlerschen Anfrage ausführt, voi läufig nur auf Teile des LimeS im Bayrischen, vielleicht au Reste von Bauwerken, die nicht so bedeutend gewesen sind als die zum Schutze der äußersten nördlichen Grenzstrecke be Römerreiches in der jetzigen Provinz Oberhessen aufgerichtetcu Es sind in dieser Hinsicht besonders bemerkenswert die KapeiS bürg, die Altenburg bei Muschenheim-Hosgüll, das Halte! bei Butzbach, die Ueberreste eines Kastells unter der Stab Grüningen, Grundmauern an der Römergrenze bei Lang? dorf-Bettenhansen, Hungen, Inheiden u. a. m. Da nun ßu den oben angeführten Ausführungen die Anschauung erwächl! daß mit dem Ausgehen der Rcichs-Limeskommission die Bau refte der Limes im Großherzogtmn Hessen allmählichem Lei fall entgegengehen würden, so erscheint cs geboten, daß feiten der Staatsverwaltung alsbald Wiaßregeln zum Schutze bc 12000 Mk. Ueberschuß erbrachte nach der nunmehr vorliegenden Abrechnung das Wohltätig keitsfest für Südwestafrika. Es gingen ein an Eintrittsgeldern 3224.35 Mark, Blumen (Fwau Prätorius und Frau Theobald) 870 Mk., Ansichtskarten und Luxusgegenstände (Frau Kempfs) 1079 Mk., japanische Ausstellung (Frau Schaffstaedt und Frau Rudolph) 630 Mk.> Kaffee (Fwau Klingspor) 1144.80 Mk., Tee und Sammlung des Regiments (Fräu von Lindenau) 797.08 Mk., Sekt (Frau Heuer und Frau Mcohr) 908.63 Mk., Bier (Frau Behaghel) 825 Mark, Gießener Kaiser-Würstel (Frau Hansen) 627.71 Mk., kaltes Buffet (Iwan Meeum) 1084 Mk., Schokolade, Eis (Frau Engifch, Frau Schliephake und Frau Welcker) 1043 Mk., Weine und Bowle fFrau Strack) 820 Mk., allkholfreie Getränke (Frau Löttgen und ö-rau Heuser) 450.80 Mk., hollcnrdische Taperie (Frau Walther und Frau Trautmann) 771.15 Mk., Kvlonial-Ausstellung (Herren Laubenheimer, Sachs und Bickel) 175 Mk., Glücksbude (Frau Heimer) 687 Mk., Jurplatz (Herr Schröder) 1204.33 Mk., Kübarett (Herr Schröder) 432 Mk., Schießbude (Herr Kaufmann) 113.27 Mk., Wechselstube (Mitteldeutsche Kreditbank) '90.97 Mk., Tanzboden 53.71 Mk., und Garderobe 46 Mk. Ter Gesamt ein nähme von 17 0 7 7.80 M k. stehen nur 5077.80 Mk. Ausgaben gegenüber, die in der Hauptsache für das Herrichten des Platzes bezahlt wurden, außerdem für Vergütungen, Musik, Reklamen usw. Verhältnismäßig klein sind die Aufwendungen für die Verkailssstände gewesen, dank des bei dieser Gelegenheit wiederum gezeigten Opfersinns der Gießener Geschäftsleute, die sich in außerordentlich reichlichen Geschenken kundgab. Tic Liste der Spender ist so lang, daß ihre Aufzählung zu weit führen würde. Ihnen sowohl,. wie ialle Damen und Herren, die sich so bereitwillig in den Dienst der Sache gestellt haben, gebührt warmer Dank dafür, djaß die Gießener Südwestafrikaspende so reich ausgefallen ist. Besonderen Dank verdient aber das Offizierkorps unseres Regiments und insbesondere der Regiments'kommandeur Oberst von Lindenau, der Anreger und unermüdliche Leiter des ganzen Unternehmens, der es so vorzüglich verstanden hat, Hand in Hand Mit den Angehörigen der Unioer|iuit, der Bürgerschaft und Ieines Offizierskorps das Fest vorzubereiten und durchzusühren. — Wie wir erfahren, wurden 1000 Mk. den Angehörigen eines in Wieseck beheimateten Südwestafrikakriegers, der an Typhus gestorben ist, überwiesen, wahrend die übrigen 11000 Mk. aus Vorschlag des Kolonialsekredirs Ternburg dem Zentralhilssaus- schuß in Berlin überwiesen wurden. wurde daö Projekt den gestellten Anforderungen entsprechen. Bei Abrechnung der 2 km, die mit Lich-Grünberg gemeinsam benützt würden und der Kosten des .Geländeerwerbs würden sich die Gefanübaukosten einschließlich der mit 300 000 Mark angesetzten ersten Betriebsmittel auf 2138 000 M. belaufen. Außer der Unterführung der Staatsbahn sind Ueberführnngen von 2 Krcisstraßcn und zahlreicher Feldwege nötig, mag den Bau erheblich verteuert, auch sind beträchtliche Erdbewegungen vorzunehmen, nämlich 250 000 Kubikmeter, was mit 375 000 Mark veranschlagt ist. Die Firma Lenz hat erklärt, daß sie ein Interesse an der Bahn nicht habe. Erforderlich ist vor allem die Aufstellung eines BetriebZvor- anschlageö und einer Rentabilitätsberechnung. Wenn die ^Finanziemng der Strecke gelingt, ist auf den üblichen StaatS- zufchuß mit Sicherheit zu rechnen. In der sich anschließenden Debatte wurde von den drei Vertretern der Stadt Gießen eine nähere Heranführung der Linie an die Stadt und eine bessere Verbindung mit dem Hauptbahnhof gewünscht, ivas eventl. dilrch eine Linienführung über Wieseck und Einführung in die Wtarburger Strecke erreicht werden könnte. Damit könnte vielleicht auch der Wunsch nach Anlage eines Nordbahnhofs in Gießen erfüllt werden. Auch eine Einmündung im Schiffenbergertal sei zu erwägen. Von anderer Seite wurde geltend gemacht, so wünscheiiswert die Einbeziehung Wiesecks m das Bahnprojekt auch fei, so sei doch zu bedenken, daß hiermit die Lime wesentlich verlängert und verteuert werde. Schließlich wurde beschlossen, zunächst einen Betriebsboranschlag atlfstellcn zu lasseti, auf dessen Grundlage dann eine ^Rentabilitätsberechnung gemacht werden kann. Auch die Frage einer besseren Einführiing in Gießen soll weiter geprüft werden. ÜHit den zunächst erforderlichen Schrillen Bahnhof zurück! Vielleicht kann ich im Wartesaal die noch fehlenden 2 Stunden und 48 Minuten angenehmer verbringen. Im Wartesaal 2. Klasse — in dem von 1904 — sah es um die Mittemachtsstunde bös aus. Die Stühle hingen auf den Tischen und streckten ihre vier Beine in die Luft. Auf den wenigen Bänkm lagen Schlafgäste, die gleich mir die Morgenzüge erwarteten. Ich warf mich auf einen Stuhl in der Nähe des Ausganges zum Bahnsteig. Hier war ich wenigstens vor der - Polizei sicher. In dem Halbdunkelen Wartesaal rückte der Zeiger auf der Uhr womöglich noch langsamer vor. Die Bahngleise da draußen waren hell erleuchtet, aber da, wo es sonst so lebhaft zugeht, zeigte sich um diese Stunde keine Spur von Leben. Trotz , der Hellen Beleuchtung macht das auf den Beschauer einen spuk- 1 hasten Eindruck. — Die Schläfer auf den harten Bänken stöhnen. Bald dreht sich der eine bald der andere im tiefen Schlaf doch ganz ..vorsichtig auf der schmalen Bank auf die andere Seite, wenn er den einen schmerzenden Hüftknochen mürbe genug gelegen hat. Ich dusele auf meinem Stuhl ein, immer näher rückt der Zeiger der Stunde, die mich erlöst. Da tritt schon der Beamte ein, welcher an fixer Ausgangstür die Fahrkarten zu durchlochen^hat. Er rückt sich einen Stuhl zurecht in die Ecke, die der Stand des fliegenden Buchhändlers mit der Wand bildet, setzt sich, lehnt den Kops zurück und — schläft. Das ist die Macht der Gewohnheit. Durch die nächtliche Stille tönt ein dumpfes Brausen, das sich mehr und mehr verstärkt. Der schlafende Beamte wird wach, auffpringend zupft er seinen Rock zurecht, der sich nach oben verschoben hat. Der Zug fährt ein. Ich bin der Einzige, der hier die Sperre passiert. Ich suche den Bahnsteig 2 auf, der Zug hält. , Aus einem Abteil 2. Klasse springt ein flotter schlanker Student in voller Couleur, er singt luftig in den Morgen hinein: „Wir sind in Gie—hissen, wirr, wirr sind in Gießen." Wenn er aber geglaubt hatte durch diesen Sang seine älteren Couleurbrüder, die schnarchend auf den Polstern lagen, zu wecken, so irrte er. Als er sich nach ihnen umsah, rührten sie sich noch nicht. Nasch stieg der Fuchs wieder ein, rüttelte die Schläfer und sang ihnen das Lied von dem geliebten Gießen wieder in die Ohren. Aber nur ein Gebrumm, als wenn Bären im Winterschlaf gestört werden, war die Antwort. Zum zweiten Male steigt der Fuchs aus und holte sich einen Schaffner zu Hilfe. Auch das half nichts, ein zweiter Schaffner mußte herbei und mit vereinten Kräften gelang es endlich erst den einen, dann den anderen wie schwere ungefüge Möbelstücke durch den engen Spalt des lls auf den Bahnsteig zu rucken uno zu schieben. Kaum batte der erste festen Fuß gefaßt, kaum hatte er mit unsicherem . Bltck neben der Frühstücksbude eiu umgestülptes B.lerja^ Md vorhandenen ergriffen werden. Abg. Köhler fragt deshalb (i, ob und welche Maßregeln die Großh. Regierung zum 'chutze des LimeS und seiner Bauwerkseeste innerhalb des .roßher^ogtums ergriffen hat oder ob und welche Maßregeln e zu diesem Zweck anzuordnen entschlossen ist? •• Woh ltatigk eitsfest in Wetzlar. Wie aus dem nzeigenteil zu ersehen ist, findet am 21. Juli in unserer .achbarstadt Wetzlar, zum Besten der Säuglingspflege n Jahrmarkt statt. Es gilt einer edlen Bestrebung und i beide Städte sich freundschaftlich begegnen, würde sich der aterländnische-Frauenverein sehr freuen, wenn auch Gießen i der Veranstaltung mit regem Besuch teilnehinen würde. ’ u8 diesem Grunde verweisen wir nochmals auf das reichhaltige ro gram m* <= Lißberg, 15. Juli. In unserem, dem kleinsten icrhesslschen Städtchen herrschte gestern und heute reges £ esttreiben, fand doch des 11. Bun des fest des Nidder- eementalsängerbundes statt, verbunden mit der ; ahnenweihe des Gesangvereins „Eintracht" hier. In der ten Feste Lißberg, die aus dec Franzosenzeit durch Erzählung r rd Geschichte bekannt ist, waren außer 20 Vereinen zahl- iche Festgäste zusammengesträmt. Auf dem Festplatz hat : )r der Zerstörung der Stadt im 30- und 7-jährigen Krieg , r größte Teil des Ortes gestanden und im Mittelalter elten hier die Ritter Spiele und Tourniere ab. Die :i egrüßungsansprachehieltBundespräsidentLehrerWiegand t- -> tockheim, der auf das deutsche Lied toastete. Die Weihe . r Fahne vollzog Lehrer Häußer-Llßberg. Fräulein ogel überreichte die Fahne mit einem sinnigen Prolog, n da§ Weihelied schloß sich unter ßeihutg des Bundes- J cigenten K öh ler-Ortenberg der Gesang der Bnndeslieder . ib dann die Gesangsvorträge der einzelnen Vereine. -d. Offenbach a. M., 16. Juli. Der Spengler Karl ■ örlach stürzte sich gestern Abend nach einem Wortwechsel if seine Geliebte Elisabeth Hoffmann und versuchte Je mit einem Rasirmesser die Kehle zu durchschneiden. '] a5 Mädchen wehrte sich verzweifelt, so daß Görlach sein . orhaben nicht ausführcn konnte. Er brachte der Hoffmann ir tiefe Schnitte am Kinn bei. Bei seiner Verhaftung lade er, er habe seine Geliebte umbringen wollen. h Fra nfurt a. M., 17. Juli. In der gestrigen adtverordnetenversannnlung gelangte ein Antrag zur De- tte, in den: für das d e u t s ch e Turnfest in Frankfurt 1908 i städtischer Beitrag von 50000 Mk. verlangt wird, ich längerer Debatte, in der die Sozialdemokraten die Ab- , )nung des Beitrages beantragten, wlirde letzterer an den nanzausschuß überwiesen. Die Anleihe von 15 Mill. Mk. c Grunderwerb wurde von der Stadtverordneten-Ver- i nmlung genehmigt. — Jin städtischen Krankenhaus er- . mkten am Sonntag und Montag 26 Krankenschwestern. c hatten Brechdurchfall mit Fiebere r schein ungen. i e meifien der Erkrankten sind bereits wiederhergestellt. Die ; eigen befinden sich auf dem Wege der Besserung, sodaß , n Anlaß zu Besorgnis vorhanden ist. Es wird ange- i mmen, daß die Schwestern verdorben Wurst gegessen ben und daß darauf Wurstvergiftung eingetreten ist. Von t im Krankenhaus befindlichen Patienten ist keiner unter nlichen Erscheinungen erkrankt. Arbeiterbewegung. Berlin, 16. Juli. Der Polier des Neubaues Müllerstraße 23 rrde beim Verlassen des Baues von Sreikenden plötzlich droht. Um sich ihrer zu erwehren, zog er seinen Revolver, es war das Zeichen zum allgemeinen Angriff. Innerhalb weniger -nuten rotteten sich Hunderte von Personen zusammen, die den ubau stürmen wollten. Erst als reitende Schutzleute gegen die ui gen anritten, gelang es die Menge allmählich au zerstreuen, r Polier wurde unter polizeilicher Bedeckung zum Bahnhose ge- et. Auch in der Gerichtsstraße 23 sand gestern nachmittag ein Hamme n ft o ß zwischen Streikenden und Arbeitswilligen statt, »bei aus beiden ©eiten Hiebe ausgeteilt wurden. Vier Personen irden verhastet. Essen (Ruhr), 16. Juli. Ein süddeutsches Blatt brachte dieser ge eine Meldung, wonach für den kommenden Sonntag Massen- i s a m m l u n g e u der Bergarbeiter im Ruhrr eurer 1 Stellungnahme in der Lohnsrage geplant seien. An maß« ’cnben Stellen ist weder im alten noch im christlichenBerg- leiterverband etwas hiervon bekannt. Vermischtes. • Eine Flucht über die Dächer. Berlin, 16. Juli. An die Flucht des Raubmörders Hennig erinnert diejenige eines Gasthofdiebes, der heute morgen über eine Reihe von Dächern hinweg entkommen ist. Es handelt sich um einen von auswärts zugereisten Arbeiter, der sich Brüno Worstmann nannte und heute morgen von einem Gasthofbesitzer in der Mien Königstraße dabei betroffsn wurde, wie er einigen schlafenden Gästen aus ihren Zimmern goldene Uhren und Geldtaschen stahl. Nachdem ihm diese abgenommen, wurde er einem Schutzmann übergeben, der ihn nach der Polizeiwache brachte. Auf der untersten Stufe dec zur Wache führenden Treppe versetzte Worstmann aber dem Schutzmann einen Stoß und flüchtete auf den Boden des Hauses. Als ihm Schutzleute nacheilten, war der Dieb über die flachen Dächer bereits entkommen; alle Bemühungen der Beamten, ihn zu ermitteln, blieben bisher erfolglos. Hochwasser. Breslau, 16. Juli. Am schlimmsten hat das Unwetter, so weit es sich bis jetzt übersehen läßt, in der Graf- schiaft Glatz und in zweiter Linie im Riesen geb ir ge gewütet. In der Stomlungen zu Vermietern [4717] Ludwigstr. 6. Stock sofort, der 2. Stock am 1. Oktober. Näheres bei G. Hebstreit, Klinikstraße 21. Schöne 5-Zimmerwohnung mit allem Zubehör per sofort oder später zu vermieten. [4341 . Karl Eichmann Nord-Anlage Ecke Ederstrage. Lucht., Sutzalt. eÄ“ Beitragen von Büchern abends. Schriftl. Angebote unter 05106 an den Gießener Anzeiger erbet. .Wegen Umzug und Mangel an, . ^7—7—7----7---- Platz wird einstämmiger groß.^Wttt AiüNjarLtüVoyrlUIIg 4 Zimmer, Küche, Bodenkammer, Trockenboden, Bleichplatz u. Land per sofort oder später zu ver- mtetcn. Earl Zkaufmann, 4652 Dtarburgerstraße 109. 4-Zimmerwohnhng für sofortod. spater zu verrn. Mietpreis 450 Nt. 4016] Luowigstraste 30, H. Neue Kartoffeln Kaiserkrone keine Wetterauer [unreife) tprima Qualität [frei Haus) [4636 per Centner 6 Mk. empfiehlt . J. 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