Nr. 2S3 Zweites Blatt LS7. Jahrgang Freitag 13. Dezember 1907 Erscheint Egitch «Ü A»>nahme be6 SomNagS. Dir „Gietzener ZamMendlLtter- werden dem ^ntnyr* viermal wöchentlich beige! egt, daS ^LreirbUM Itt de« Kreis Hkeßeu" zweimal «tchvuUch» Der ^hesstsche Landwirt- erscheint Mmmtlich einmal. RolattonSdruck und Verlag der Br Ührchen UnwersttätS - Buch- und Grrmbruckerei. R. L a v - e. Siegelt Redaktiort, ErvebtNon unt Druckerei Schul* stratz« 1. (erveöttton und Verlag feo» 6L J^«öa!tton: fecö 112. £cl-8lbu '21 nzeiger^S te^cn* Urlaubs. Der Vorsitzende hat ihnen mitgeteilt, daß das Gaswerk schvn früher zum Bericht ouigeforbeit und neuerdings hieran erinnert wurde. Auf die Erinnerung hin habe das Gaswerk die Verzögerung durch zaylreick>e sonst vorliegende dringende Dienstgefchäfte entschuldigt und bestimntt in Aussicht gestellt, daß die Angelegenheit von ignt in 10 bis 12 Tagen ocr Bürgermeisterei int ter breitet werde. Stadtv. Lobe r erkennt die Gründe der Verzögerung an, und hofft, daß die Sache baldigst zur Zufriäxncheit der beteiligten Lateruenwärter erledigt werde. Die elektrischen 3nfto3aiionen. Die BVrsammluug hat cun 7. November beschloffen, bezüglich der Behauptungen der Installateure, daß die Installation der Notbeleuchtung beim Stadttheater unrichtig auSgesührt sei, eine Aeußerung von Geheimerat Prof. Dr. Kittler in Darmstadt einzuholen. Geheimerat Dr. Mittler hat nunmehr erklärt, daß die vom Elektrizitätswerk vorgenommene Installation der elsk- trifchen Notbeleuchtung unzweifelhaft die zweckmäßigste Losung der Frage sei. Die Notbeleuchtung entspreche in ihrer Anlage nicht ganz den Verbandsvorschriften, aber durch die Anoro- nung der Hauptbcleuchtung in Verbindung mit der NotbÄeaLchtuug besitze das Theater ein« völlig ausreichende Sicherheit. Neben dieser Acnßerung von Geheimerat Dr. Mittler habe man noch die Ansicht von 40 Elektrizitätswerken eingeholt. Einige davon hätten kerne Antwort gegeben, einige andere mangels genügender Kenuttuis der örtlichen Verhältnisse davon obgeseheu, die verbleibenden 30 Werke hätten übereinstimmend erPirt, daß die vom Elektrizitätswerk gewählte Losung zweckentsprechend und jeder anderen vorzuziehen fei. Beig. Geo r g i hält das Material für viel zu umfangreich, um es durch Vorlesen zur Kenntnis der Versammlung bringen zu können. Er schlügt deshalb Drucklegung vor. Nach kirrzer Debatte, die sich um die Frage dreht, ob Drucklegung oder Ermöglichung der Einsichtnahme des Materials auf der Bürgermeisterei im Interesse der Klarstellung vorzuziehen sei, wird beschlossen, die Fragestellung an Geheimerat Dr. Kittler und dessen Aeußerung für die Smdwerordneten und sonstigen Jn- terefientai drucken zu lassen. Gelänselostea dn Dahn Lo^?-8sadorf. Der Vorsitzende erinnert daran, daß im Frühjahr 1906 eine Anfrage vom Kreisamt an die Stadt gerichtet worden sei wegen eines Zuschusses zu den Kosten der Geländestellung für die Bahn Lollar-Londorf. Die Versamnrlung habe damals ab- gelehnt, einen Zuschuß zu leisten, da die Bahn für Gießen keine wirtschaftlichen Vorteile gebracht habe. Nachdem seinerzeit die Bahn beschlossen toorben sei, habe der damalige Oberbürgermeister Gnauth eine Eingabe an die Regierung gerichtet, in der gegen die vorgeschlagene Linienführung Stellung genommen wurde, da die Führung der Bahn über Lollar Gießen direkt schädige. Man habe damals eine Linienführung über Allen- Buseck und^Wieseck und die Einmündung Der BÄn am Nordende der Stadt in die Main-Weserbahn vorgeschlagen und auch mit großen Kosten ein Projekt ausarbeiten lassen, aber keinen Erfolg damit gehabt. Vor etwa 14 Tagen habe er eine Vorladung vor den Kreisausschuß in Friedberg erholten, wo die Kosterroerteilung auf die iicterejfieiten Gemeinden stattfinden sollte. Nachdem er sich mit Stadtv. Dr. Gutfleisch über die Sache ins Benehmen gesetzt habe, sei er am Samstag zu dem Termin gegangen. Hier sei ihm eröffnet worden, daß die Stadt Gießen von ben 207 000 Mk. betragenden GelänbeeLwerbs- kosten 85 000 Mk. übernehmen solle. Das habe er selbstverständlich abgelehnt unter der Begründung, daß der Stadt irgend ein Vorteil aus der Bahn nicht erwachsen sei. Soweit sie überhaupt in Betracht komme, handle c5 sich lediglich um eine Verschiebung des Verkehrs unter den einzelnen Stadtteilen. Die Gegend am Wattior, insbesondere die Walltorstraße selbst, habe sogar direkten Schaden durch die Dahn, insbesondere die Linienführung über Lollar gehabt. Der Kreisausschuß habe die Sache vertagt, um zunächst eine Beweiserhebung vorzunehmen, wie sich mit der Eröffnung der Bahn der Verkehr von Lollar aus nach Gießen, Marburg und Wetzlar entwickelt habe und wie die Gewerbesteuer in Gießen angewachsen sei. Demgegenüber halte er daran fest, daß die Stadt von der Bahn keinen Vorteil, sondern nur Nachteil habe. Außer der Verödung des Walltors, dessen frühere geschäftliche Bedeutung durch die Bahn geradezu lahmgelegt worden sei, wolle er nur darauf Hinweisen, daß die Omniöussahrt nach Londorf früher 60 Pfg. gekostet habe, während die Eisenbahn karte 75 Pfg. koste. Um entsprechendes Material zu erhalten, beabsichtige er, nach Weihnachten Zirkulare an alle Geschäftsleute und Gewerbetreibenden zu versenden, nm über die Vorteile unb Nachteile der Bahn für Gießen Klarheit zu erhalten. Es liege im eigenen Interesse der Steuerzahler, daß die Anfragen sämtlich ausgefüllt zurückkommen. Beig. Georgi kann nicht verstehen, daß eine solche An- förberung überhaupt gestellt werden konnte. Daß die Gewerbesteuer seit 1902 in ihren Erträgen gestiegen sei, sei ja richtig, aber diese Steigerung sei sicher nicht eine Folge der Londoner Bahn, sondern sie liege in ganz anderen Ursachen. Auch er sei der Ansicht, daß die Bahn Gießen nur Schaden, ab ec -• keinen Nutzen gebrecht habe. Tie Ausführungen des Vorsitzenden über die Haltung des damaligen Oberbürgermeisters könne er ^bestätigen, für das leider nicht zur Ausführung gekommene Projekt, das den Interessen Gießens unb insbes. seines nördlichen Stadtteils gerecht geworden sei, habe die Stadt an Projektierungskosten die hohe Summe von 5000 Mk. aufgewendet. Interessant sei, von wem diese Zumutung an die Stadt eigenllich ausgegangen sei. Der Vorsitzende meint, daß wohl die Grunderwerbs' kommifsion die Sache angeregt und auch die Unterstützung des Kreisamts gefunden habe. Das ganze fei nichts als ein Versuch, die Losten von den betreffenSen Orten abzuwälzen. Auch Stadtv. Löb er bestätigt die Schädigung des Walltors und die Besuche, eine andere Linienführung zu erreichen. Für die Einmündung in Lollar habe man geltend gemacht, daß durch das Eisenwerk und dessen Transporte Die Rentabilität der Bahn gesichert sei. Im ähnlichen Sinne sprachen sich die Stadtvv. Wallenfels, Leib und Emmelius über die Schädigung des Walltors aus. Letzterer meint u. a., anstatt von Gießen etwas zu verlangen, solle man für das. Walltor unb seine schwere Schädigung Entschädigung verlangen. Der Vorsitzen de bemerkt noch, daß die von Gießen verlangte Summe an Zinsen und Amortisation jährlich 3400 Mk. erfordere. Wie viel Geld rnüßten die Leute aus dem Lumdatal fetzt mehr nach Gießen bringen als früher, bis der Verdienst der Geschäftsleute so sehr steige, daß daraus eine Steucr- Mepreinnahmc von 3400 Mk. entstünde. Er ersucht sodann um Zustimmung, baß bei den künftigen Terminen Geh. Justizrat Dr. Gutflestch und Rechtsanwalt Em gisch mit ihm die Stadt vertreten. Stadtv. Eichenauer inriitr, wenn man solche Zumutungen an die Stadt stelle, Hütte man ihr auch Gelegenheit geben sollen, an den Verhandlungen vorher trilzimehmen. Hierauf wirb ber Gegenstand verlassen. Steuer-Erklärungen. Der Vorsitzende teilt mit, baß seit einigen Jahren Fragebogen cur bie Arbeitgeber üerfanbi würden, um bas Eiutommen der bei ihnen beschäftigten Leute festzustetlerr. Dies geschehe zum Zweck der ridjtigeu Steuerveranlagung, damit nicht bie StlMmangsvUd aus dem Zierchs^ags. Berlin, 12. Dez. Es gi§t Blockpefsmiisteu unb wohl noch mehr Oprst- rrfften un Arrriblock-Lagt^ dre Früchte der konj-orva- kiven Paarung jetzt nocy sttt geMrdet hstten- atet durchaus notwendig sei. -i Verschiedenes. Dem Verkauf von ztvci Grabenparzekken von 55 und 12,2 QuadrLtmeler an der Frankfurter Straße nach Klein- Linden zu an die Eisenbahnverwaltimg wird sugeftimmt. Ter Preis beträgt 1 Mk. für den Quadratmeter. Eine 6000—7000 Quadratmeter grvste Licker fläche an bet Kläranlage, bie zunächst nicht gebraucht wirb, wirb an Oekonom Preiß verpachtet- Da die Bestellung des Landes zunächst große Kosten verursacht, wirb ber Puchtprcis für bas erste Jahr auf 10 Mk. festgesetzt. Außerdem verpflia-ttt sich der Pächter, mit Dem ihm umsonst gelieferten Dungftoff der Kläranlage zu billigen. Tie Sandgrube an ber Hochwarte wirb auf weitere brci> Jahre an den seitherigen Pächter Hch. Kessler von Slunerob' verpachtet. Ter Pachtpreis beträgt wie seither jährlich 250 Mk. Ein Antrag, daß bie Stadt 6000 Mk. Volksbabaktien, bie dem Thecuerbauverem geschenkt wurden, ankaufen soll, wird nach kurzer Erörterung genehmigt. Der Frau, die die Reinigung des Polizeiamts be-> sorgt, ivirb die dafür bezahlte Vergütung auf Ersuchen um 50 Mk. erhöbt. Auf eine Zuschrift des Lehrersängerchor-Vorsitzenden Lehrer Vst M ü Her übernimmt die Stadt in Llnbetracht des gemeinnützigen- unb wohltätigen mit der Eichendoriseier verfolgten Zrvecks die für Saalhelznng unb Beleuchtung usw. zu zahlende Summe von 35 Mk. auf die Sladckasse. Ter Druck der At a r k t p l a k a t e wird der Gießener Ver- lagLdrnckcrei zu den seitherlgen Bedingungen (1100 Stück zu 97 Pik.), Übertragen. Stadtv. EmmeliuS regt noch an, im Lause des Winters die Nord-Antage in Ordnung zn bringen unb die Wisseckboschung an der Alicestraße nnzupstanzen, da hierdurch manche beschäNi- gnnqelose Leute in den ^uuevinonaten Verdienst finden könnten. * In ber nichtöffentlichen Sitzung wurde u. cl der 9drchl- folger für ben verstorbenen Polizeifekretär Roth bestimmt. Die, Wahi fiel auf einen Herrn Bilo aus Waiirz, der Mher i am dortigen Polizeiamt beschäftigt toar^ - Sonntag Monta, Kleiderstoffe spottbillig in Serien für Geschenke pro Meter pro Meter pro Meter pro Meter pro Meter pro Meter pro Meter Hoflieferant. | Beste zur Hälfte des Wertes | Damenhemd Damenhemd Damenhemd Damenhemd Damenhemd Damenhemd Giessen enorm billi. (7633) KM unn Novcmber 1807 bete, in reiner Seide V» Flasche 10 empfiehlt ) die Liefe- Aendcrung Telephon 322 Walltorüi. Ofenschirme, Ofenvorsetzer, ' Kohlenkasten, MleÄler, Feuergeräte, Wärmflaschen, PetroleumheizöfeD, in grötzter Auswahl und billigst ; s ' ' v^öu»c“ lueiceiu ___königliche ElsenbaHu-Betriebs-Jnspektion. ti^ie Blusen von F. Zteiuhäuser, 17 Neuen Bane 17 27 Selterswcg 27 Samos —,85 „ Auslese 1,— Portwein 1,50 Sbcrry 1,80 Madeira 2,— Malaga 2.50 Moderne Pedtflgs, Weidensessel, Schreibsessel. Blumentische, Ständer, empfiehlt in sehr grober Auswahl zu^ausnahmsroets sehr billigen Preisen [7492 Stublschreirrerei P. 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Von Zagem und Wildschützen. Erzählungen aus dem Odenwülder Volksleben von PH. Buxbaum. Band I: Die Heckenrose. Band II: Der Goldvogcl. broschiert pro Band Mk. 1.50, eleg. gebunden Mk. 2.—, Der Odenwald. Schon bei dem Klang dieses Wortes hebt ess an wie Singen und Sagen. Und es ist, als läge das Gefilde weit in der Ferne. — Nun, zu den Modereisen gehört der Odenwald allerdings nicht. Sagen wir aber nicht leib er; sondern: erfreulicherweise. Denn daS ist noch ein Stück kerndeutscher Erde, taufrisch und herbwürzigen Duites wie von Waldtraut, das hier verborgen liegt. Es ist cm Stück Land für die Sucher, die dem Herdentrieb trotzen, die abseits voni drangvollen Menjchenstron^ ihre eigenen Wege finden wollen. Eigen, ganz eigen ist dieses Stück deutscher. Erde, und die Leute vom Odenwald haben in ihrer Stille allerlei' Sonderheiten gewonnen und fortgebildet. Wetterharte Gestalten und träumerisch dabei. — Land und Leute Hal PH. Buxbaum in seinen Erzählungen aus den» Odenwülder Volksleben zmn Greifen deutlich geschildert. Es ist, als ob er einen an die Hand nähme und hinfüyrte durch die versteckten Psade in die einsaNren Gründe der weiten Jagdreviere, wenn man seine „Jäger und Wildschützen" liest. Er schildert Menschen in ihrem harten Daseinskämpfe, in ihren Aengsten und Irrtümern, in ihrem trotzigen Aufbäumen und ihrem trügenden Aberglauben, zeigt ihren glühenden Has; und ihre feste Liebe. Im ersten Band zieht ein gutes Stück derOdenwülder Volksgeschichte an uns vorüber, unverfälscht, selbst für Historiker oon' hohem Interesse. Im großen und ganzen bewegt slch der durch seinen „MooSbauer" vorteilhaft bekannt gewordene Verfasser auch tn diesen neuen Bänden auf dem Gebiet seiner im vorigen Jahre erschienenen und vielseitig beachteten „Bilder aus dem Odenwälder Volksleben"; er entwickelt wieder seine Probleme mit feinfühligeui, psychologischem Verständnis aus den Menschen selbst heraus und umkleidet sie mit prickelndem Reiz, es singt und klingt im Waldei und webt in den weltverlorenen Baueruuuben. Eine spannende Lektüre, fesselnd und doch so reich belehrend. Hausbackene echte Heimatkunst könnte man die Erzählungen nennen, so recht ge- schassen für Familien, die Sinn haben für höher gespannte Geistes' kost, die nicht Gefallen finden an dein seichten, sensationellen, pikanten Neuzeitromanl Erzählungen für Volksbibliotheken und Lesevereiue, wie man sie idealer nicht wünschen kann. — la“/^ Back-Del . . . . Pa. Weizenmehl ♦ Valencia-Rosinen . Korinthen . . . Prinzeß-Mandeln . Süße Pflaumen Kochgraupen . . . 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