141 Erstes Blatt L57. Jahrgang Mittwoch 19. Juni 1907 - 2 2?® * JSHSy Ä a. r- Ä BezugspretSr außer Sonntag«. MS^QS Z<7 O monailich7öPfaoiett«^ SSEgsft*iA#>A-HA-W HSit4AiAAD .-S dem hessischen Landwirt L.) Bl M V HZ ffi F ßT ä ÄfFd (J i3 W “2 M fl W diePost Lik. S.-wett», die Eichener ZamNien bei £*j ,.j Pg^ ß?%«4 |iLr M W RH fF Lfl W ^jk fcXr feS M ■“ \.f W jahrl. üuSfdiL Bestell-, blätter viermal in d. Xgk," $ A 53 W W< S N «1 S J/l kV W M «A S <1 £3 fc\ LZ Annahme von 2n$eiete XÄdZ•'VIIVH'V#' ▼▼ IIIVrHV▼ «Sa Kreisblatt ffir den Kreis *V*7 'xjf auSroärtö W Plenntg. »B General-Anzeiger für Oberhessen WW Adresie tut Depeschen: v , . -toertcbt6|aale: (Senft Anzeiger (Sichen, «otatioiisomd und Verlag öcr Vrüh?schen Unlv.-Vuch- und Stetnöruderd. R. Lange. Redattiv«, Expedition und Druckerei: Schulftratze 7. v.eü: sur den An. -m—nrirrrTTn»■ i i gementen: vanv Bett Ale heutige Yummer nmfaßt 10 Seiten« Dom neu n Dreibund. Dir leben in einer Zeit der Bündnisse. Die Internat. Vereinbarungen Hausen sich dermaßen, daß man sich versucht suhlt, zu fragen, ob nicht gerade Deutschland, der um seine Sicherheit angeblich so besorgte Staat, der einzig ruhende Pol in der nervösen Flucht dieser Erscheinungen ei. Es wird soviel an „gegenseitigem Besitzstand garantiert", )aß die Delegierten im Haag mit ihren Bemühungen um chiedlich-sriedltches internationales Leben sich einigermaßen überflüssig Vorkommen müssen. Wenn nicht der eigentliche Zweck aller dieser durch England inspirierten Verträge ist, einen gewaltigen, bis lauf den Lebensnerv gehenden Schlag geaen den Weltmachtorganismus Deutschlands vorzubereiten, dann haben diese Verträge keinen Sinn, denn sie sichern sonst gegen Angrifssmögtichkeitcn, mit denen nach Lage der Verhältnisse und nach mensch- sichern Ermessen nicht zu rechnen ist. Wer in aller Welt soll denn Englands, Frankreichs oder Spaniens Besitz im Mittelmeer, im Atlantik gefährden? Wer soll die Besitzgrenzen in Ostasien verschieben wollen? Deutschland ist uiiermeßlich weit entfernt von solchen Gelüsten, und Amerika hat so gründlich mit dem Prinzip territorialer Ausdehnung gebrochen, daß es nicht einmal mehr im Bereich seiner eigenen Hemisphäre auf Eroberungen ausgeht. Das natürliche Band zwischen den beiden englisch sprechenden Nationen ist auch zuverlässig genug, um das Land .Wnig Eduards der Notwendigkeit eines Vertragsabschlusses zu überheben, der sich gegen die transatlantische Republik richtet. Nein, es mag in den Noten der durch die Vertrags- kette verbundenen Kabinette und in der entsprechenden inter- nat Presse hinsichtlich der Tendenz der Abmachungen nur immerhin beschönigt und beschwichtigt werden — unverkennbar sind in der vertragspolit. Struktur die „Polypenarme" Englands, die schon vor länger als hundert Jahren Schiller gekennzeichnet hat. Die Lebensadern des vermeintlichen Gegners zu umschlingen und einzuschnüren, dazu ist dem Jnselreich die Bundesgcnossenschast auch eines Staates wie Spanien nicht zu gering, unb der besondere See-Dreibund, in den letzteres ausgenommen ist, darf doch wohl als ausfälliger Beweis dafür gelten, wie systematisch England zu Werte geht. In diesem Zusammenhänge sei auch darauf hingewiesen, daß Spanien die Langmut Deutschlands handelspolitisch auf die Probe zu stellen wagt, wie kaum ein anderer Staat, und daß England nicht die mindesten Anstalten trifft, Handelsvertragsverhandlungen mit Deutschland in die Wege zu leiten. Es ist eben alles wohlüberlegt, jedem seine Rolle zugeteilt, auch Italien, das allerdings in den wenig angenehmen Platz zwischen zwei Stühlen sich hineingedrängt sieht, nämlich zwischen Deutschland-Oesterreich und dem Weftmächte- Bund, wodurch es um ein gut Teil seiner politischen Schwerkraft gebracht ist. Tie Manner an der Themse sind eben wieder einmal früher aufgestanden, als Tittoni. Deutschland kann vorläufig ziemlich gelassen abwarten, ob es den Vertragsgenossen ringsum belieben wird, seinen Frieden zu stören. Man schreibt uns aus Berlin: Daß man in Berlin von Dem französisch-englisch- spanischen Vertrag nicht angenehm berührt ist, versteht sich von selbst. Tie Versicherung, der Vertrag habe „leine Spitze gegen Deutschland", gehört zu den immer wiederkehrenden diplomatischen Wendungen, die nachgerade jeden Wert verloren haben und fast als Ironie gelten können. Ebensolvenig wird hier die Beteuerung ernsthaft genommen, die Abmachungen enthielten keine militärische Vereinbarung. Als ob nicht bei allen solchen Verträgen in der hohen Politik neben den offiziell belannt- zugcbenden Abmachungen streng geheimzuhalteude getroffen wer- den, die häufig den Hauptzweck der ganzen Uebereinkunst bilden. Davon abgesehen: die gegenseitige Beistandsleistung durch Heer und Flotte ergibt sich von selbst. Eine Beistandsleistung nur zur Verteidigung entspricht schwerlich den französischen und den englischen Anforderungen, die auf Sicherung für alle Fälle ausgehen. Eine Pariser Privatdepesche hebt mit Recht hervor, daß die Form einer englisch-spanischen und einer srauzösiich-spani- scheu Abmachung aus dem Grunde gewählt wurde, um den Charakter eines regelrechten Bündnisses zu verdecken. Trotzdem gehen die Bestimmungen über eine Allianz sogar hinaus. Beispielsweise können sich Frankreich und England der spanischen Häfen bedienen, wenn dies zweckmäßig erscheint. Die Londoner „Vlorningpost" zieht einen zutreffenden Schluß, wenn sie einen „dunkeln Hintergrund" in der auswärtigen Politik bemerkt, weil derartige Abkommen gewöhnlich nur geschlossen würden, wenn die Regierungen die Möglichkeit einer Friedensstörung befürchten. Die internationale Atmosphäre sei demnach nicht so ruhig und friedlich, wie man wünschen möchte Nach der Auffassung des Pariser Korrespondenten der „Voss. Ztg." ist es Deutschland allein, auf das die Abmachung Anwendung finden könne. Der marokkanische Handel habe gezeigt, daß Deutschland in Marokko Interessen hat und sie zu verteidigen gewillt ist. Deutschland könne in die Lage kommen, einer Forderung in Marokko Nachdruck geben zu müssen. Für diesen Fall sei offenbar der neue Vertrag bestimmt. Tie Auffassung hat manches für sich. Marokko scheint ja leider noch Jahr um Jahr in der großen Politik einen beunruhigenden Spuk treiben zu sollen. Aber allein gegen etwaige Absichten Deutschlands auf Marokko ist der neue Dreibund gewiß nicht geschlossen worden. Spanien stellt seine Dienste Frankreich und England für einen Krieg, den die eine oder andere Macht oder beide Mächte gemeinsani führen, zur Verfügung, und dafür wird Spanien der Ehre gewürdigt, Bundesgenosse zu sein, und, sofern es nicht zuviel kostet, gelegentlich auch von Den Größeren beschützt. Nicht klar ist wiederum die Stellung Italiens zu dem Mittelmcer-Abkommen. Eine Depesche aus Rom betont etwas ausfällig, daß Italien von den Verhandlungen von Anfang an unterrichtet gewesen sei. Die Frage liegt ziemlich nahe: Ist Italien vielleicht in der Stille „Ehrenmitglied" dieses neuen Dreibunds? Besteht vielleicht auch noch eine spanisch-italienische Vereinbarung, die jedoch, aus sehr begreiflichen Gründen, um keinen Argwohn zu erwecken, einstweilen geheim gehalten wird? Man braucht sich in Italien über die Vermutung nicht zu entrüsten. Denn Italien liebt solche stillen Vereinbarungen, wie sie ja vor der Marokko-Konferenz zur Ueber- raschiing Deutschlands zwischen Slom und Paris geschlossen wurden. Italien wird gewiß nichts Feindlick)eS im Schilde führen, aber es wül aus einem deutschen Kriege herausbleiben, und deshalb ist ihm jede Halbwegs geeignete Rückversicherung roillfommen. Deutsches Reich. Berlin, 18. Juni. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt offiziös: Eine hiesige Korrespondenz hat kürzlich angekündigt, daß die Regierung demnächst mit der Forderung einer ganzen Reihe von neuen Steuern, über die sogar bereits nähere Angaben gemacht roerben, in Gesamthöhe von rund 250 Mill, an den Reichstag herantreten werde. Wir glauben demgegenüber uns auf die Feststellung beschränken zu können, daß zurzeit noch nicht einmal die Höhe des Deckungsbedarfs für 1908 ermittelt ist, und daß schon aus diesem Grundtz auch alle Mitteilungen über die an maßgebender Stelle wegen der Auswahl der Teckungsmittel angeblich bestehenden Absichten und die getroffenen Entichließungen in das Gebiet freier Erfindung zu verweisen sind. Brunsbüttel ko og, 18. Juni. Ter Kaiser beglab sich heute abend mit Bürgermeister Tr. Möust.berg aus Hamburg u. a. nach der Lustyacht der Hamburg-Amerika-Linie „Dceana", wo er die Preisvericilung für die heutige Regatta vornahm, indem er den Siegern die Preise überreichte. Darauf fand an Bord der „Oceana" ein Festmahl des dtorddeutschen Regattavereins statt, bei welchem der Kaiser zur Seite Mönkebergs und des Generaldirektors Baltin saß. Im Verlaufe des Mahles brachte Tr. Mönieberg ein Hoch auf den Kaiser aus, worauf der K a i s e r antwortete: „Indem ich meinen herzlichsten Tank ausspreche für den freundlichen Toast, den Sie soeben ausgebracht haben, möchte ich dem Bilde entsprechend den Rückblick auf die 10 Jahre vergleichen mit dem Barometer. Das Barometer hat seine in.............—........ IFTT-II n mwrri inrr i. mir r -ii—im—rnTwi--r Kurven, es acht hinab, es gebt hinauf und < -> geh: auf nrageredrtem Wege weiter. So ist es auch im Vö Iker l eben - und so ist es tut Vereins leben. Man soll sich aber durch ein einzelnes Fallen in den Kurven nicht stören lassen und den Mut nicht sinken lassen, wenn nui die Gesamtkurve immer nach oben geht, und danach wollen wir streben. Deswegen w'll ich mein Glas erheben und leeren auf den Norddeutschen Regattaverein und auf die Stadt Hamburg, indem ich zugleich meinen tiefsten Tank ausspreche dasür, daß Sie zu meinem heutigen Siege mir den bewährten Führer von der „Hamburg" überlassen haben. Er ist auf den Hamburger Gewässern, aur einem Hamburger Schiff, unter hanseatischer Flagge ausgebildet worden, und so hatte die Stadt Hamburg und der Norddeutsche Regattaverein die Genugtuung, den ersten deutschen Kapitän für den ersten deutschen Kaiser, der zu Wasser fährt, zu stellen. Ich trinke: auf den srorddeutschen Regatiaverein und dch stabt Hamburg und ich bitte, die erste deutsche crew, die heute auf meiner Dacht gesiegt hm, mit einzuschließen: Hurra, Hurra, Hurra!" Bei der Segetwettsahrl auf der Unterelbe hatte die Kaiscr- Ofldjt „Meteor" mit einem Borfprung von 2 Min. 36 Sek. vor Hamburg das Ziel passiert. | Tortmuuo, 18. Juni. Die orthodoxe Minorität der Rci- noldigemeinde hat gegen die vom Konsistorium beschlossene Zurückweisung ihres Protestes in Sachen dec Wahl des liberalen) Pfarrers Go etz zum Prediger dec Gemeinde Rekurs bei dem Ober-Kirchenrat eingelegt. Tas Lionsisroriuin in Münster hat insolyedessen die Bestätigung der Wahl des Psiarxers Goctz inhibiert. Jena, 18. Juni. Der hiesige Gemeinderat hat nun auch in öffentlicher Sitzung bü: Fleischteucrnng besprochen. Allgemein' wurde dabei anerkannt, daß die hohen Fle i s ch p c e i sx, nicht im Einklang mit d en b i l l i g e n V i e h p r e i se n stehen, und daß die Fleischer, wenn jetzt nichts geschähe, bie nächste Erhöhung der Viehpreise zu einer Steigerung bet Fleisch-, preise benutzen werden. Ta die Stadt noch nicht im Besitze eine» eigenen Schlachthoses ist, so erklärte sich die Gemeindevertretung! außerstande, selbst energische Maßnahmen gegen die Fleischverteuerung zu treffen. Ter Gerne in bevor stand erklärte jich aber auf Ersuchen des Gerneinöerals bereit, mit daß unter Deiner mächiigen Führerschaft Rußland siegreich aus allem Unglück hervorgehen wird, daß alle Ränke innerer und äußerer Feinde nicht zu fürchten sind, solange das russische Volk gesichert wird durch einen von Gott eingefetzten unumschränkten L-elbslherrjcher. Ter Zar antwortete dem Vorsitzenden beS Verbandes mit folgendem Telegramm: Ucbennitteln Sie den Vorsitzenden aller Abteilungen beS Verbandes, allen Mitgliedern des Verbandes wahrhaft rnff. Leute, die mir ihre Ergebenheit ausgedruckt haben, meinen herzlichen Dank. Ich bin überzeugt, daß jetzt alle wahrhaft treuen Söhne' des russischen Volkes, tue ihr Vaterland unerschütterlich lieben, die Reihen noch enger zufamnienichließen und mir helfen werden bei der Erneuerung unteres großen heiligen Rnßlands und bei der Vervollkommnung der Grundlagen unseres mächtigen Volkes. Möge mir der Verband wahrhaft russischer Leute hierbei eine feste Stütze fern und allen in jeder Hinsicht als ein Beispiel der Gerechtigkeit und Ordnung dienen. An bie Mitglieder des Verbandes erläßt Dubrowin folgenden Aufruf: Russische Leute, ihr werdet durch ben Willen unseres Vaters, bes großen Zaren, zum brüberlichen Zusammenschluß für die Erneuerung bes vielgeprüften Vaterlandes durch friedliche christliche Reformen aufgefordert. Treten wir fest in die Einigung mit dem selbstherrlichen Zaren, für ftirdje. Thron und Vaterland ein. Lom Wormser Rosensest. (Original-Bericht des Gießener Anzeigers.) Worms, 18. Juni. War das Erperiment mit dem Minnesängerabend am ersten Festtage mißglückt, so wurde die Vorführung der F a st n ach t s - f p i e l e am gestrigen Schlußabend ein guter Treffer. Das Mannheimer Hoftheater-Enfemblc unter Leitung des Intendanten Hagemann brachte sechs Fastnachtsspiele des ausgehenden^ deutschen Mittelalters, jene Spiele, die bie ^enoenz zu belehren yaoen. bie mit derbem, von sittlichem Ernst getragenen Humor auf die Fehler und Torheiten der Menschen damaliger Zeit hm- weisen Nattirlich kam hier vornehmlich Hans Sachs zum Wort-' sein „heiß Eißen", „das Narrenschneiden" u,w. gehören zu dem Besten aus diefem Gebiete. Die Inszenierung war möglichst originell der damaligen Zeit angepaßt: kleine schilbchen bezeichneten die Szene, ob Straße oder Stube oder Hol Und auch die Darstellung der Mannheimer, von denen ouhc Sander, Toni Wittels, Emil Recht, Neumann-Hoditz genannt iem mögen, verdiente volles Lob. Die Fastnachtsspiele tollen nur als Schwanke genommen werden. , . . , ... , < Die Fröhlichkeit, die die Fastnachtsspiele auslosten, gab dem Beschluß des Rosenscstes die würdigste Weihe. Wieder erglänzte der Festhausgorten in strahlender, viel bunter Beleuchtung und die Gäste in reicher Zahl „pflogen große Freude und frohen Spiels zumal". _ _ r ,, . Beim Abschied wünschen wir Worms, daß es bald den Frem> ben ben bhiljenbeit Rosengarten zu zeigen vermag, denen Anlage (nach Plänen von Eordes-Hainburg) auch bas neue zu Gnde gegangene schöne Fest bet Rosen gewibmet war. .E. H. B. Die Restaurierung des Wormser Domes. Man schreibt uns aus Worms, 18. Juni: Durch bie unterschiedliche Stellungnahme der beiden Kammern der Landstände ist die Wormser Dombausrage wieder einmal in den Vordergrund des Interesses gerückt. Bet Der bau- geschichtlichen Bedeutung dieses Denkmals handelt es fich nicht um eine rem hessische Frage, sondern die Gebildeten ganz ü.eul)ch- landö werden der Wormser Dombausrage Interesse entgegen* bringen. Darum muß es begrüßt werden, daß sich der Dombau- Deister Geh. Cher bautet Hofmann heute gheyp hier ui öffentlicher Versammlung über den Stand der Restaurationsarbeiten ausließ. Der Redner verbreitete sich zunächst über bie inzwischen vollenbete Wieberherstellimg bes Westchors bes Doms. Er erinnerte daran, wie man damals seinem Plane — Abtragung und Wiederaufbau der Westpartie — Widerspruch entgegengesetzt habe; wie dann endlich der Widerstand beseitigt und diese partielle Renovation durchgeführt werden konnte, über die heute in der Wormser Bevölkerung nur eine Stimme der Freude herrsche. Weiter betonte der Lombaumeister, baß bie Türme in ihrem Bestaub gesichert unb ben Gefahren eines Zerfalls vorgebeugt werden. Daun kam der Redner zur Erörterung der Frage der Umgebung des Dorns. Der Ankauf der Mutzschen Häuser an der Südseite) behufs Niederlegung war nur vorteilhaft. Der katholische Kirchenvorstanb plante anschließend an die Tauft kapellc des Dorns den Bau eines Pfarrhauses. Dies Projekt war noch auf dem Reißbrett, als die Agitation bare gen einsetzte. Energisch Front machen müsse er gegen bie ' .wicht der Domfreiheit. Tie Bestrebungen nach Tomfreiftttt sind an- drerorls od absurdum geführt. Ohne Zweifel würde in Mainz die Denkmalpflege für den Wiederaufbau jener kleinen Häuser pläidieren, wenn diese einmal abbrennen sollten. Auch der Wormser Tom ist von Anfang an auf Umbau zugeschnitten; das bestätigt besonders die Nordseite. Die Südfront, die fetzt freiliegt, hat ihren Maßstab verloren, sodaß hier der Dorn der künstlerischen Raumwirkung entbehrt. Rom hat 256 Kirchen', davon stehen nur sechs frei und von diesen sind vier neugebaut Dies Beispiel ist eine gute Lehre von der „Tvmfteihett" ^ie Propstei kann nicht verzichten auf ben Bau eines Pfarrhauses mit Küsterwohnung unb Dombauarchiv. Wenn auch dieses Bauvorhaben nicht akut ist, so muß doch bie Möglichkeit ber Ausführung offengelassen werben. Denn bie unschönste toteste Mauer- flache ber ganzen Domwanbung liegt an ber ^aufkapelle, bie oerbeeft würbe mit dem projettierten Neubau unter einem m Nichts liege ihm, dem Dombaumeister, ferner, als „etwas Neues zu bauen". Er tue am Dom nur bas, was er künstlerstch vertreten könne. Von keiner Seite auch fei ihm die Zumutung geworben, etwa fpezifisch katholische Interessen bei ber Domrestaurierung zu verfolgen. Die Mrtth'sche Besitzung soll als genauen* straße ausgebildet werden. Weiter hat ber Kunstrat bc,chlonen, dcn Grundplan ber verschwundenen Johauniskirche lglerchsalls Südseite des Toms) wieder erstehen zu lassen durch Legen von Platten und Zufftellung der noch vorhandenen romamichen sauten der Zwerggalerie. Sm mitten dieses archuellonisch gestalteten Vorhofes soll eine Nachbildung des Taufsteins Platz fmden, unt so gewissermaßen das einstige „Baptisterium" im Grundriß wieder ausleöcn zu lassen. Der Vortragende schloß seine Ausführungen mit dem Wunfche, zum Ausgleich ber roiberftreitenben Meinungen beigetragm zu haben. Tie Versammlung belohnte ben Dombaumeister mit starkem Beifall. Landtagsabg. Reinhart der bie Versammlung leitete, stattete dem Dombaumeister den Dank der Versammelten ab. — Das „Neue Wiener Journal" erhält von einer nahestehenden Persönlichkeit folgende Mitteilung: F e l i x M o t t l s Kandidatur für die Direktion der Wiener Hofoper ist noch lange nicht als abgetan zu betrachten. Als schlagender Beweis dafür, daß Mottl an ferner Wiener Kandidatur unentwegt festhält, dient die Tatsache, daß am 17. d. M. in Wien folgende Depesche an einen Wiener Freund aus München eintraf: ::Habe Zeft hingen erhalten. Werden Sie nicht irre, ich komme doch. Mottl." Falls Mottl doch nicht berufen werden sollte, ist es sehr wahrscheinlich, daß man Hans Richter einen Antrag machen wird. Der etikettierte Rhein. In Koblenz tagte der „Rheinische Verkehrsoerein' und faßte ben schönen Beichluß: „Die am Rhein gelegenen Ortschasten sollen veranlaßt werden, am Ufer Tafeln mit ihren Namen auszustellen, damit die vorüberfahrenden ohne Mühe zu erkennen vermögen, welchen Ort sie vor sich haben." Dazu bemerkt der „Kunslwart": Wir bitten dringend: nur ja recht deutlich! Ter Rhein ist breit unb die Schiffe fahren ia auch m der Dämmerung und bei Nebel: 4 Meter hoch müßen bie Buchstaben mindestens werden, wenn man sie aus der Ferne gut lesen soll. Und recht schön schwarz auf knallweiß! Abends müßte man sie während der „eaijon" beleuchten. Aber es müßten stch auch die etwas abgelegenen Ortschaften und je größer eitifetieren, je weiter sie aus ben rheinfahrenden Fremdling zu scheinen hätten. Ferner versteht sich'S von selbst, daß die sonstigen Sebensroürbigfeiten nicht zurückblciben. Wie wird die Pfalz und der Pcäujeturm gewinnen, wenn man erst hübsch deutlich dran lesen kaiin: „Pfalz" unb „Mäuseturm", wie nett wirb es fein, wenn man am Loreleiseifen nicht mehr zweifeln kann, ob eS auch der richtige ist, und wenn man an all den Ritterburgen rechts unb links wie an Affenkäfigen mit Namensschildern vorbeifahrt. Gac liicht zu sagen, wie das ber Rheinpoesie ausheljen und wie es die Reisenden anlocken wirbt Somit kündigt der Verband des russischen Volkes einen großen Monarchistischen Feldzug an. In Odessa herrscht unter den Juden Panik. Die jüdischen Geschäfte sind sämtlich geschlossen und die Juden haben sich in ihren Wohnungen verbarrikadiert. Es fanden 1500 Verhaftungen statt. Truppen marschieren unaufhörlich die Straßen auf und ab. Nach der offiziösen Petersb. Tel.-Ag. wurde im Lager von Syretz bei Kiew beim Regiment Sclerginsk ein Meutereiversuch gemacht, der jedoch durch geeignete Maßnahmen unverzüglich vereitelt wurde. Ferner meuterte im Sappcurlager Banhcwka das Sappeurbataillon Nr. 21, wurde aber nach einem Feuergefecht entwaffnet und durch die anderen Sappeurbataillone zum Gehorsam gebracht. Ein Offizier wurde bei der Erfüllung seiner Pflicht getötet. In der Stadt ist alles ruhig. — Ter „Voss. Ztg." werden über diese Soldatenunrnhen folgende Einzelheiten gemeldet: 500 Soldaten des Gcniebatailtons bemächtigten sich nachts des Zeughauses, erbeuteten scharfe Patronen und gaben Salven in die Lust ab. Von den Soldaten wurden 60 v c r- wundet und 250 verhaftet. 98 Personen, welche den Generalstreik in Kiew hatten vorbereiten helfen, wurden ebenfalls verhaftet. Acht Dragonerregimenter werden aus dem Militärbezirk Polen nach dem Wolga-Gouvernement gesandt, um dort Agrar- unruhen zu unterdrücken. Ferner werden aus Warschau mehrere Truppenteile nach Zarskoje Sselo abgehen. Im Ganzen verlassen 9100 Mann der berittenen Truppen den Militärbezirk Polen. Au-Land. London, 18. Juni. „Daily Mail* meldet aus Paris, Zwischen Japan und Großbritanien bestehe ein unver- ,öffentlichtes A b k o m ni c n , wonach Großbritanien die Bereit- Willigkeit ausdrücke, zum Schutz der französ. Besitzungen in Asien Hülfe zu leisten, falls die japanischen Schiffe anderwärts beschäftigt feien. — Daß der Berliner Besuch den Lord Mayor Sir W. P. Treolar nicht erinüdet, geht aus einem langen Drahtbericht an die Daily Mail hervor, worin Londons Stadloberhaupt -Berlins Stecht aiierkennt, für die ganze Welt als Al u st e r einer großen Gemeindeverwaltung angesehen gn werben. Weder London noch Paris halten den Vergleich mit Berlin aus in architektonischer Pracht, strahlender Frische und moderner Vollendung. Beim Bestich der Volksschulen machte der praktische Patriotisinns, der im Absingen nationaler Lieder seinen Ausdruck findet, einen liefen Eindruck auf den Lord Mayor uiid er bewunderte die großartige städtische Badeanstalt mit Schwimrn- bäder. Im Realgymnasium niachle er die Entdeckung, daß die deutsche Erziehung gleichzeitig sür Körper und Geist sorgt. Berlins neueste Errungenschasl, das städtische Virchow-Krankenhaus, spotte in Ausdehnung und Ausstattung aller Beschreibung. Nur in den teuersten Privatkrankenhäusern Englands finde man solche chirurgische Ausrüstung. Hätte Berlin nichts Anderes aufzuweisen, als dieses für die Aermsten eingerichtete Krankenhaus, so würde schon 'darum die ftaiferftabt unvergänglichen Ruhm verdienen. Haag, 18. Juni. Der Präsident der Friedenskonfe- srenz, Nelidow, empsing heute eine Abordnung der internationalen Frauenvcrbände, welche ihm eine Adresse überreichte. Namens der deutsäien Frauenvereinigungen ist die Adresse von Frau Stritt unterzeichnet. Die Adresse spricht sich ,sür den Frieden und das Schiedsgerichts wesen aus, fleht den Segen des Himmels auf die Verhandlungen der Konferenz herab und drückt den Wunsch aus, die Konferenz möge Mittel finden, welche die Völker in den Stand setzen, sich in allgemeiner Brüderlichkeit und in allgemeinem Wohlwollen zu nähern. Nelidow versprach, die.Adresse der Konferenz zuzustellen. —> Nach dem bisherigen Ergebnis scheint es ausgeschlossen, daß England die Frage der Rüstungs-Beschränkung morgen anschneiden wird. Die Sache bleibt noch auf unbestimmte Zeit vertagt. Bourgeois erwiderte dm Besuch des Freiherrn v. Marschall. Zwischen den deutschen und französischen Bevollmächtigten herrscht vollstes Einverständnis. Paris, 18. Juni. In der heutigen Sitzung der Deputiertenkammer erhielt die Negierung bei der Abstimmung über die Frage, ob die südfranzösischen Wirren sofort oder dem Wunsche ber Regierung gemäß erst am Freitag zur Verhandlung gelangen sollen, eine Mehrheit von 254 Stimmen. I a u r 6 s erklärte, es würde unklug sein, der Regierung die Vollmacht zur Verfolgung der aufsässigen Winzer zu erteilen. Wir gestatten der Regierung nicht, uns auf den Weg des Bürgerkrieges zu führen. Hierauf erwiderte Clemeneeau, wir müssen die Hindernisse niederwerfen, die sich der Vollstreckung der Gerechtigkeit entgegenstellen. Ich habe einfach die Staatsgewalt zur Verfügung des Gesetzes gestellt. Soweit als angängig, möchte ich einen blutigen Konflikt vermeiden. Angesichts einer regionalistischen Regierung, die Entlassungen durch Schrecken erzwingen will, ist die Stunde der Anwendung des Gesetzes gekommen. (Langanhaltender Beifall.) R i b o t (Republikaner) erklärte, seit 37 Jahren habe man keine ähnliche Lage gesehen. Die Stunde sei ernst, alle Parteien müßten sich nm die Regierung scharen. — Einem Abgeordneten aus N a r b o n n e ist ein Schreiben sugegaugen, das besagt, in den Straßen seien Barrikaden errichtet. Namentlich seien die Frauen sehr erbittert Radfahrer streifen in der Gegend umher, um die Winzer- Bevölkerung zum Widerstande aufzufordern. Narbonne, 18. Juni. Unweit Coursan sind die Eisenbahnschienen aufgerissen und die Telegraphen- drähte zerschnitten worden. Zur Reparatur entsandte Arbeiter sowie ein Staatsanwalt und ein Untersuchungsrichter, die sich nach den betreffenden Stellen begeben hatten, mußten umkehren. Wien, 18. Juni. Wie die „Wiener Alla. Ztg." von zuverlässiger Quelle erfährt, wird int Laufe dieses Sommers zwischen dem, König von England und Kaiser Wilhelm eine Zusammenkunft stattfinden. König Eduard hat den deutschen Kaiser formell eingeladen, ihn zu besuchen. Der Kaiser bat die Einladung angenommen. Ein genauer Termin des Besuches ist noch nicht festgesetzt. Ferner verlautet, daß König Eduard im Herbst dem Sultan in Konstantinopel einen Be - such abstatten wird und daß ebenso Kaiser Wilhelm den Sultan danach besuchen wird. gestern eine Sitzung ab und hat dem Vernehmen nach gegen die in der neuen Wahlgesetzvortage enthaltenen Erweiterungen der Budgetrechte der 1. Kammer Stellung genommen. * * Treue 2ienstc. S. K. H. der Großherz o g haben dem Bauschätzer Karl Berg zu Friedberg das Allgemein^ Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" verliehen. * * Der Ernst Ludwig-Verein, Hessischer Zentral- 9$ercin für Errichtung billiger Wohnungen, hält seine Haupt-Versammlung am Donnerstag, 27. Juni, Dorrn. IOV2 Uhr im Saalbau zu Darmstadt ab. Auf der Tagesordnung steht u. a. „Die Ausgestaltung der Bauordnungen und Bebauungspläne, unter besonderer Berücksichtigung des Kleinhauses". (Referent : Ober- und Geheimer Baurat Dr. ing. Stübbenin Berliu- Grunewald.) * * Im 3. Abonnementskonzert unserer Regiments- Kapelle wird man am nächsten Donnerstag den Kaiserlich russischen Cornet ä Piston-Virtuosen Oskar Böhme aus St. Petersburg hören können. Böhme ist nach den Urteilen der Fachpresse einer der bedeutendsten Vertreter seines Instruments und die Kritik rühmt an ihm seine unfehlbare Technik und seine warme gemütvolle Cantilene. So schreibt z. B. der „Rhein. Kour." in Wiesbaden: Die Kurdirektion hat auf vielseitigen Wunsch das bis Ende August berechnet gewesene Engagement des Künstlers noch um einen Monat verlängert. Bei diesem Anlasse glauben wir nicht unterlassen zu sollen, den Leistungen des Herrn Böhme mit einigen Worten näher zu treten, denn sie verdienen es ge : im Verein mit einem edlen Ton verfügt Herr B. vor al. über eine bewunderungswürdige und, was auf dem Cornet ü Pislvu viel sagen will, unfehlbare Technik. Die leichte Ansprache seines Tones im Piano und Pianissimo. weiß er bis in die höchsten Lagen gleich rein und tadellos zur Geltung zu bringen. * * Daß Kalbe r auch gut schwimmen können, konnte man gestern vormittag beobachten. Einem Vich- transporteur entsprang auf dem Markt ein Kalb. Das Tier rannte in der Richtung zum Elektrizitätswerk, wo es Passanten aufhalten wollten. Es bog jedoch ab, sprang in die Lahn und schwamm munter auf das andere Ufer zu. Die goldene Freiheit währte jedoch nicht lange, der Bademeister der Äännerbadeanstatt war inzwischen auf einem Nachen hinterher gerudert, und einige Meter vom Ufer fing er das Kalb wieder ein. □ Klein-Linden, 18. Juni. Die Vorbereitungen zum 25jährigen Jubiläum unseres Krieger-Vereins am 14. und 15. Juli sind im Gange und versprechen epi gutes Gelingen des Festes. Für da§ gute Einvernehmen der hiesigen Vereine spricht die Tatsache, daß sie sämtlich ihre Beteiligung am Feste zugesagt haben; der Turnverein wird das Fest durch turnerische Darbietungen verschönern, die Gesangvereine werden vaterländische Lieder vortragen, der Nadfahrerverein mit geschmückten Nädern und die freiwillige Feuerwehr in Uniform teilnehmen. Auch die Jungfrauen des Dorfes haben sich zusammengetan, um dem Kriegerverein ein wertvolles Angebinde zu stiften. Ueber- haupt nimmt die ganze Gemeinde lebhaften Anteil am Feste. Von den benachbarten Kriegervereinen haben bis jetzt schon 15 ihre Teilnahme zugesagt, darunter auch solche aus den benachbarten preußischen Orten. Dem Verein wird am Festtage auch die Kaiser schleife überreicht werden. — Grünberg, 16. Juni. Rektor Angelberger von der hiesigen höheren Bürgerschule ist zu einer 8 wöchigen Uebur.g als Vizewachtmeister zum 25. Feldartillerie-Regiment in Darmstadt cinberufen worden. Während dieser Zeit wird an seiner Stelle Lehramtöreferendar Dr. Rücker von Gießen als Lehrer hier tätig sein. □ Büdingen, 18. Juni. Der Marktplatz, das Zentrum der Altstadt, in unmittelbarer Nähe des Schlosses, soll mit Hülfe des Staates renoviert und in seiner ehemaligen Form wieder eingerichtet werden. Der fast ganz verschüttete „Küchenbach", ein Graben, in den ehemals die Abwässer stossen, soll ebenfalls wieder hergestellt werden mit den Brücklein, die über den Küchenbach hinweg die Häuser mit dem Marktplatz verbanden. Der Marktplatz mit seinem kunstvollen alten Marktbrunnen und seinen alten Bauten wird nach der Wiederherstellung wohl einen der schönsten Teile unseres Städtchens abgeben. Laut Beschluß des Gemeinde- rats soll auch das alte Rathaus einen Umbau erfahren und zwar soll der untere Raum nach Angaben des Denkmalpflegers für Oberhessen in einen Festsaal verwandelt werden. Die Unterstützung des Staates steht auch hier in Aussicht. b. Bad-Nauheim, 18. Juni. Einen jammervollen Anblick gewähren die Obstbäume, insbesondere die Aepfelbäume in unserer Gemarkung, der Gemarkung Rädchen, und dem nördlichen Teil der Gemarkung Dornheim. Die Raupenplage ist in diesem Jahre so stark aufgetreten, wie noch nie zuvor. Ist es doch gerade, als wenn ein heißer Wüstenwind die Gegend heimgesucht hätte, denn alles sieht wie versengt aus. In der Feldgemarkung ist kein Baum, an dem man nur einen Apfel erblicken könnte. Es wird dieses Jahr den größten Besitzern schwer halten, ihren .Hausbedarf zu decken. —m. Friedberg, 18. Juni. Bei den Ausschachtungsarbeiten an dem Neubau des Herrn Adolph Diehl wurden weitere Nömcrfunde «gemacht. Ein Töpferofen, der aus vorchristlicher Zeit stammt, wurde in einer Tiefe von cirka 2 Metern gefunden. Leider liegt er unter einem alten Bau, sodaß man ihn ohne Gefährdung des Gebäudes nicht bloslegen kann. Dennoch wurden sehr wertvolle Sachen gesunden, und zwar Töpfe, Krüge, Urnen, Tonbilder, Figuren, anscheinend römische Götter darstellend, usw. Sämtliche Funde wurden dem städtischen Museum überliefert. — W. D a r m st a d t, 18. Juni. Der ErbgroßHerzog und die ErbgroßHerzogin von Baden statteten heute mittag dem Großherzogspaar auf Schloß Wolfgarten einen Besuch ab und kehrten im Laufe des Nachmittags nach Karlsruhe zurück. Frankfurt a. M., 18. Juni. Der frühere Gesangslehrer A n d r i e s s e n, der Vater der Frankfurter Primadonna Greef-Andriessen, der aus Liszts Weimarer Zeit sehr bekannt war, ist hier gestorben. — Ein älterer italienischer A r b e i te r wurde gestern abend in der Nähe der Ei>enbahnbetriebs-Werkstätte von einem Sch ne i l z u g e erfaßt und getötet. — Ein 18jühriges D i e n st m ä d ch e n erhängte sich aus Liebeskummer in einem Haufe der .Herman.istraße. — Gestern vormittag stürzte sich die o rau eines Bankte vA in. einem An falle von Irrsinn aus dem ersten Stock ihrer Villa. Der Tod trat sofort ein. h. Frankfurt a. M., 18. Juni. Im zoologischen Garten wurde heute der 13. Verbandstag mitteldeutscher Bäckerinnungen eröffnet. Vertreten find 26 Innungen mit 1700 Mitgliedern. Die Handwerkskammern Darmstact und Wies^asen haben Delegierte cnlfenoe.. Die Regierung ifi dura) Regierungsrat Wolfs-Wiesbaden vertreten. Naa.) den Begiü^migsaniprachen erörterte Bäckermeister Bilsing-Kässel' die Ge se tle nv e w e g un g im Bücke rgc werbe. Ueber die am 1. Juli d. I. in Kraft tretende Bäckerei-Verordnung referierte der Obermeister der Frankfurter Bäckerinnung A. Trißler. Tas Gebiet der gewerblichen Fragen behandelte der Vorsitzende F. Binzer- Frankfurt. — Die Stadtverordne en genehmigten auf Grund des Gesetzes vom 4. Juni 1903 ein Ortsstatut, um die Wallanlagen dauernd vor der Bebauung zu schützen. h. Frankfurt a. M., 17. Juni. In der Nacht zum Sonntag kam es in der inneren Stadt zu sch werenZu- sammenstößen, sodaß das 3. Revier von anderen Revieren Hilfe herbeiruscn lassen mußte. Gegen i/2ll Uhr kam der Schlosser Heidel mit mehreren Kollegen in eine Wirtschaft in der Gelnhäusergasse. Es kam bald zu einem Wortwechsel, der sich auf der Straße forlsetzte. Eine große Menschenmenge sammelte sich an, sodaß der Schutzmann keine Ordnung schaffen konnte. Er rief deshalb Verstärkung herbei. Die Menge versuchte den Schlosser Heidel, der verhaftet lverden sollte, den Schutzleuten wieder zu entreißen. Die Schutzleute gingen nunmehr gegen die Menge mit blanker Waffe vor. Mehrere Per,onen wurden verletzt, darunter der Haupträdelssührer, der Schlosser Heidel. Er erhielt 4 Säbelhieve über den Kopf und den Rücken, die ihn schwer verletzten. Auf der Unfallstation, wohin man ihn brachte, benahm er sich so wütend, daß die Beamten ihn in eine Irrenanstalt bringen mußten. (a.) Sinn, 18. Juni. Unser großes Jndustriedorf wird nunmehr ein selbständiges Pfarrdorf. Es war bisher der nahen Stadt Herborn angegliedert. Die neu begründete Pfarrstelle wird zum 1. August durch Pfarrer Enke von Schönbach (Dilltreis) besetzt. n. Naunheim, 18. Juni. Zu dem am letzten Sonntag hier abgehaltenen 25 jährigen Stiftungsfest unseres Kric- g er Vereins waren Herr Lvndrat v. Heimburg aus Biedeit- wpf und 16 auswärtige Kriegervereme erschienen. Bürgermeister Kern dankte den zahlreich Erschienenen. Landrat v. Heim-- d u r g überreichte dem Verein die Kaiserschleife mit Naget, indem er auf die hohe Bedeutung der Kriegervereine hinwtes. Auf den herrlich gelegenen Lahnwiesen entwickelte sich dann ein munteres Treiben, das mich durch den wiederholt niedergehenden Regen nicht, besonders gestört wurde. ""Kleine tut 1 r i c 11 n n g e n aus H e s se n und den N a ch b a r ft a 0 t e n. In Schadeitbach wurde dieser Tage der Grundstein zu einer neuen Kirche gelegt. — Der 66 Jahre alte Landwirt Kaspar Schneider in angd glitt beim Absteigen vom Wagen aus und verunglückte tödlich. — Seit Sonntag abend wird der 60 Jahre alte Bahnwärter Jakob Krapp in Vilbel vermißt. Alan vermutet, daß dem Manne auf dem Wege nach seiner Dienststätte ein Unglück zugestoßen ist. Alle Nachforschungen nach ihm waren bisher ohne Erfolg. Eine freiwillige Feuerwehr als Brandstifterkorps. Freiberg i. Sachsen, 18. Juni. Ein Brandstiftungs- Prozeß von ungewöhnlichem Umfang beschäftigte das hiesige Schwurgericht. Es handelte sich um sechs Fälle von Brandstiftung m dem etwa 2100 Einwohner zählenden StädtcherrSiebenlehn bei Nossen, wo von 1896 bis 1906 insgesamt 43 Brande zu verzeichnen waren, bei denen 65 Häuser cingeäschert wurden. Obwohl man bei all diesen Fällen Brandstiftung vermutete, brachte doch erst im Herbst v. I. em Brandstistungsprozeß gegen den ProdMtenhändler Päßler in Siebenlehn, der damals zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt wurde, nähere Aufklärung. Durch einen Zeugen Greif, der jetzt selbst zu den Angeklagten gehört, wurde ermittelt, daß es meifl Al 11 g t i e d e r d e r F r e i w i l l i g e n F e u e r w e h r von Siebenlehn waren, die unter Führung des Feuerwehr-Hauptmanns Kaufmann Zetschte und des Bürgermeisters von Siebenlehn Barthel, der als Brandmeister fungierte, zahlreich e B r a n d st i ft u n g en verübt hatten. Nun erfolgten zahlreiche Berhastungen und m der letzten Schwtirgerichtsperiode wie auch in der jetzigen sind bereits mehrere dieser Brandstifter zu schweren Strafen verurteilt worden. Reue Verdachtsgründe, die sich dabei herausstellten, führten zu weiteren VerhaUnngen, sodaß noch eine ganze Anzahl von Brandstiflungs- und Meineibsprozessen, die im Zusammenhang mit der Sache stehen, in den nächsten Schwurgerichtsperioden folgen werden. Zweck der zahlreichen Brandstlftuiigen war es, die Stadt zu einem großen Teil wieder neu aufzubauen. Das Löschen wurde von der Feuerwehr meist nur markiert, man riß bei den Bränden absichtlich Nebengebäude ein, durch brach die Brandmauern der Nachbarhäuser und durch Hinemwerfen von brennenden Balken -c. setzte man auch diese in Brand. Von anderen Orlen herbeigeeilte Jetierwehren suchte man am Löschen zu verhindern, man zerschnitt ihnen die Schläuche und hielt sie vom Brandplatz möglichst fern. Die Häuser und das fDlobiliar wurden meist viel zu hoch versichert, was vom Bürgermeister möglichst begünstigt wurde. Die Freiwillige Feuerwehr von Siebenlehn hatte schließlich den Spitznamen „Verschönerungsverein" erhallen. Ueberdies henützte ein Teil der Feuerwehrleute die Brände zu allerlei Raub- unb Plünderungszügen und später mußten die Abgebrannten in der Regel für die Feuerwehr noch Schmäuse und Gelage ausrichten. Als nach einem Feuer im Jahre 1906, dem sieben Häuser zum Opfer gefallen waren, der König von Sachsen 500 Mk. aus feiner Privalschatulle spendete, wendete Bürgermeister Barthel davon auch den Brandstiftern eine Belohnung zu. Ja, einer der Hauptangc- klagten, Wirlschaftsbesitzer Neudel, gelangte sogar in den Besitz des Feuerivehr-Ehrenzeichens! Ein als Zeuge vernommener früherer Gendarm von Siebenlehn bekundete, daß es dort nie möglich gewesen sei, die Wahrheit festzustellen, denn alles hielte dort zusammen wie Pech und Schwefel. Andere Sengen stellten fest, daß fedes Durchbrechen der Verschwiegenheit in Siebenlehn über diese schier unglaublichen Zustände den wirtschaftlichen Ruin der Ausplauderer zur Folge gehabt haben würde. Nur so ist es einigermoBcn zu erklären, daß nicht eher Aufklärung erfolgte. Im ganzen waren 94 Zeugen abzuhören. Ein Zeuge bekundete, daß bei einem Brande Bürgermeister Barthel in eigener Person eine brennende Petroleumlampe unter den Ladentisch geworfen habe, offenbar in der Absicht, den Brand noch m ehr a n z u s ch ü r e n. Der frühere Feuerwehrhauptmann Klanß, der ebenfalls als Zeuge abgehört wurde, blieb luegen des Verdachts der Mittäterschaft unvereibigt. Er hat sich bann am folgenden Tage durch Erhäiigen bas Leben genommen. Zetzschc, Straube und Kaden erhielten je 3 Jahre und 6 Monate Zuchthaus und vier weitere Angeklagte Gefängnisstrafen von 7 Monaten bis zu 5V, Jahren. Fünf Angeklagte wurden freigesprochen. Die Hauptversammlung des Deutschen Privatbeamten-Bereins tagte am 16. und 17. Juni tu Go t h a. Tirektor -Schmelzer sprach über die Stellungnahme des Vereins zur st aa t l t chen Reg e - lung der Pensions- und H in te r b l ie be ne n - Ve r s i Ä e r u n g für Pr ivatbea m t c. Am Schlüsse seines Vortrages brachte er nachstehende Resolution: „Tie Hauptversammlung erklärt sich für baldige Einführung einer staatlichen Pensions- und Hinterbliebenen-Versorgung für Privaibeamte. Sie setzt in die Staatsregierung das vertrauensvolle Erwarten, baß sich auch für die Privatbeamten eine Sicherung der Zukunft in den gebotenen Grenzen durch staatliche Maßnahmen ermöglichen laßt. Sie erblickt auch in einer staatlichen Regelung der Pensions- und Hinterbllebenen-Ver- forgung für Privatbeamte eine bedeutsame Förderung des Hauptvrogramms des Deutschen Privatbeamten-VcreinA, sowie einen Ansporn für die Privarbeamten zu einer Itäftigen weiteren. Betätigung ber zur Erlangung einer angemessenen und ausreichenden Sicherstellung nach wie vor unbedingt iwtivenbigeit Selbsthülfe und beauftragt die Hauptverwaltung, mitzuarbeiten an einer baldigen und klaren Lösung des Problems" in Vorschlag, die einstimmig Annahme fand. Ter Hcrzogl. Staatsminister Richter begrüßte die Versammlung. Geh. Ober-Regierungsrat Dr. Hofsmann sprach namens des preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe. Aus Stadt und Land. Gießen, 19. Juni. ** Ein neuer Roman beginnt heute in den „Gießener Familienblättern" zu erscheinen, auf den wir unsere verehrlichen Leserinnen und Leser besonders aufmerksam machen. M. Pro ß n i tz schildert in dem Roman „Funken unter der Asche" die Lebensschicksale einer unbemittelten adeligen Dame, die nach kurzem Glück nicht, allein auf den geliebten Bräutigam verzichten muß, sondern gleichzeitig auch durch den Tod ihres Vaters genötigt wird, fich ihren Lebensunterhalt als Hofdame an einem kleinen Hof zu verdienen. In spannender Weise schildert der Verfasser in dem Roman nun, wie sie nach manchen Irrungen und Wirrungen das Glück findet, daß ihr das Schicksal in ihren jungen Jahren versagt hatte. * * Parlamentarisches aus Hessen. Der Finanzausschuß der 2. Kammer tagte'- am Dienstag und beschloß zu dem Antrag Ullmamt belr. die Bahnhoss- verlegung in V i l b e l am kommenden Dienstag eine Orts- besichtigung vorzunehmen. Ter Finanzausschuß hat ferner sämtliche V 0 r st e l l u n g e n der Brückenwärter, Hilfsgerichtsschreiber, Registratoren, Kanzleigehilsen, Schrech- gehilsen, Ministerialkanzlisten, Kanztei-Jnspektoren, Hochbauaufseher, Diener der Staatsbehörden und der Techu. Hochschule zur Beratung für den Herb,c verschoben. — Die narionalliberale Fraktion der 2. Kammer hielt Wn rn9 tm Aende r 4et ge. ^'StenausS-' 7° ■ äA N etzte. Einem }B der LSroße deshalb ÖmKönn Iler Heidel Dieben,: b,et der- S=n i '^fa -*JI=t Heide" L ?6..be" SHütfen 7- s?«a KL ^^(Sd- gf® ^ta! Sonntag Jjjft unietts Lrie- «iinhurg aus Bieder- S,'£; SiwSta wmbrat v. heim, u,teni fSj.taHHÄ Aus * lid) dann ein nmn- niedergehenden besse n und den wiirde dieser Tage dec " 66 3ahre alle M beim Äbsteigen ~ ceit Sonntag abend «rapp in !3jlbel 1116 °11' ^m Wege nach " ^^e Nachforschungen krandstifterkorps. i Brandstiftung-- beschäiligle das hie,i.- lle voii Ärandsli'imiq: enLiebenlehn beiNosse e zu verzeichnen iuaiz Lbwohl man bei t i)te doch erst im »k. jrobirfteiiljänblcr Hrc eil Zuchthaus öcrantill Zeugen (Steif, d« ietjt ermitteü, daß ei mevj n erwehr vonvieben- seiierwehr-vauplniann^ um Siebenten yaiiljtl, i)ranl)ftiftungeu Lerhaf/wigm imb tu in der jetzigen sind reu Lirchen umixieiii Lader WW«ii och eure ganze ÄnM die im AMmmenhanq Lchwurgerichchei inden nidsliilungen war es, die uizubaiien. Das Mn ediert, man riß btittn dlirchbrach die emroerfen von breuntr.- and. Lon anderen Luc Mchen zu verhindeu iieit sie vorn Brandplq iliar würben meist vie pichst beguM Liebenlehn haU Wv in" erhalten. Ueberbiö Stände zu allerlei Ra..^ die Abgebrannten »n bet und Gelage ausnchten- dem sieben hauier zm L WM aus seiner 2er Larlhel davon auj n enferberpauptange; JÄi de» BH b-s Vernommener iu^re; ’e« dort nie möglich “ f'TäSSw“1 * <*“ nlcr?nSra»b »oa, jfess m>ne»' ouäiiha»^lUl6 I 6 ^,flna7l 3)lonaten bis i» Tirektor ME l Ni NÄ oudl 'L^' I '.chKSF M-- hfLb^ hie ^rlE I jnrflöp“ Obeischles. Eisen-Industrie 101.60 3?o Portugiesen III . 92.10 Priuce-Heun-Eiseubahu . 223.50 OrrginaL-DUhtmeLdungen. Tie Blätter fonunenüeren ben Abschluß Loudon, 19. Juni. Daily Mail von Verträgen Frankreichs mit Japan und Spanien. Telegramm-Adresse: Jnduiri iebedars. Dr. P. Dettweiler Khenania Strassburg (/•) (1874) (X.X.X-X.) Hess. Oberschulrat und vortragender Rat a. D„ a. o. Professor Oer C. C. dler Teutonia zu Giessen L A.: Ohnacker Bul, I. B.: Rivinger. B16/« B”? B10/« in Kenntnis zu setzen. i Elektrix. Laluneyer . Elektriz. Sclmckert . . Eschweiler Bergwerk Gelsenkirchen Bergwerk . 190.60 Hamburg-Amerik. PnketL 130.10 . 115.20 . 136.40 142 50 130.ÖO 93 90 96.15 Hnrpcner Bergwerk Lanrahtitte . . Nordd Lloyd . Harpener Bergwerk Lanrahtitte Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Tiirkenlose . . Berliner Handelsges Darmstädter Bank Deutsche Bank . Deutsch-Asiat Bank Diskunto-Konnnaiidit. . Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio- Eisenlahn . Gotthardbahn . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staatsbahu . . 4uo Oesterr. Goldrente. 4‘,'g Oesterr. Silberrente 4°6 Ungar. Goldrente . . 4?L Italien. Rente . . 3 96 Portugiesen Serie I 201.25 223.00 115.70 . 150 00 127.50 219.70 . 146 50 . 167.40 . 137.10 . 203.00 Canada E. B. . . , Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: fest 3x6 6/< 3% 3J6°/< 356 316% . 115 75 . 10375 . 220.00 Reich sanleihe <".o. Konsols . . do. . . Hessen Oberbessen -München, 18. Juni. Ter auf morgen (19 '' uir PcrF,ant>* luug der Beleidigungsllaa e deS Generals Keim gegen Chefredakteur Sieberts- Enthüllungen über den Flotten- verein) angesente Termin isi unerwartet auf gerichtliche Anordnung aufgehoben worden. Gießen, den 13. Juni 1907. Armen amt Gieße». Curschmann. öoffmmg Ausdruck, daß diele? Einvernehmen durch ein Abkommen zwischen England und Nuß land vervollständigt werden mühte. Tie.Morning Volt' führt an?, daß diese« Abkommen nicht al? feindlich gegen Deutschland angesehen werden könne. Vari?, 19. Juni. Tie von der Regierung getroffenen Maßnahmen gegen die Winzer-Bewegung nt den südlichen Departements umfaßt 5 Hauptpunkte : gerichtliche Verfolgung aller Mitglieder des Komitees von Argelliers, Verfolgung aller Aufwiegler bei vorläufiger Festnahme aller bericnigeit, gegen welche besonders schwere Beschuldigungen erhoben werden, gerichtliche Verfolgung verschied-ner Bürgermeister, Strafversetzung des 100. Infanterie-Regiments und Verlegung einer Anzahl Regimenter der südlichen Departements. unterzeichneten Behörde emznreichen. Gießen, den 17. Juni 1907. . Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. B,: Curschmann. Unterfertigter C. C. erfüllt hiermit die traurige Pflicht, seine lieben A. H. A. H. i. a. 0. B. i. a. C. B. von dem am 17. ds. Mts. zu Leipzig erfolgten Ableben seines lieben A. H. E. M. Großh. ÄuCturiui^cüioit Gießen. Wipmann. Märkte. kc. Frankfurt a. 9)1., 19. Juni. ^rig.-Telear. des „(Sieft. Anz.") V i e h m a r k t. Zum Verkaufe standen 00 Kälber, 00 Schafe ii. Hännnel, 1421 Schweine, 0 Ziegen. Schweine: 1. Qual. 58—00 Pf., Lebendgewicht 45.50—00 Pf., 2. Qnal. 57—00 Pf., Lebendgewicht 45.00-00 Pfg., 3. Qual. 50-52 Pfg. Kälber 1. Qual. 00-00 Pf. Lebendgewicht 00-00 Pfg., 2. Qual. 00—00 Vfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 00—00 Pfg. Schafe 1. Qualität 00—00 Pfg., 2. Qualität 00—00 Pfg, Geschäft bei Schweinen: gut, Uebersland unbedeutend. — Während des Marktes liefen noch zwei Waggons nut 137 Schweinen cm._______________________ Berliner Börse, 19. Juni. Anfangskurse. Verdingung von Meliorationsarbeiten. Die zur Einrichtung einer Be- und Entwässerungsanlage in den Gemeindewiesen zu SteinHeim bei Hungen erforderlichen, zu 650 Mark veranschlagten Arbeiten sollen auf dem Wege schriftlichen Angebotes vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen auf Großh. Bürgermeisterei Sie in heim zur Einsicht offen. Tie Angebote haben in Prozenten des Voranschlages zu erfolgen und sind verschlossen, poslfrei und mit entsprechender Aufschrift versehen bei Großh. Bürgermeisterei Steinheim einzureichen, woselbst deren Eröffnung Montag, den 24. Juni ds. Js., nachmittags 3i/2 Uhr, in Gegenwart etwa erschienener Anbieter siatl- findet, Zuschlagssrist 3 Wochen. Gießen, den 12. Juni 1907. 93.30 83.40 93.40 9300 9S80 99 40 92.95 103.25 linwcrfitäts-=Kad)rid?t€n. Karlsruhe, 19. Juni. Ter beantragte Ausschluß irS sozialdemokratischen Redakteurs Geck aus der Burschenschaft Teutonia ist vom Bundes-Konvent mit der Begründung abgelehnt roorben, daß es nicht zu den Ausgaben der Bm'chcn- schaft gehöre, die politische Lxtltung ihrer Mitglieder zu zensieren. — Ter ^Vosi. Ztg/ zufolge wird aller Voraussicht nach Pro- leffor Dr. v. Leyden am 1. Oktober von der Leitung der ersten chirurg. Klinik der Berliner Univerfität znrücktreten, dem Institut für Krebsforschung aber noch weiterhin oorfichen. — Prof. Dr. Walther Straub, 0. Profeffor der Pharmakologie an der Univerfität Würzburg hat einen Rus nach I r e i b u r a i. Br. angenommen. sehen, bis längstens Montag, den 24. d. Mts., vormittags 11 Ub$ zu richten find. Gießen, den 18. Juni 1907. Städtisches Gas- und Wafferwerk. 4 ü,0 russ.Staatsanl. 1905 4’a"n japau. Staatsanleihe 4 ?6 Conv. Türken von 1903 Tiirkenlose...... 4% Griech. MonopoLAnl. . 456 äussere Argentinier . 3°/0 Mexikaner . . 4J*U/O Chinesen . . . Aktien: Bochum Gass..... Buderus E. W . . . Tendenz: fest. . 165.80 . 127.60 . 220.10 . 72.50 137.10 90 40 91.90 92.70 200.50 223.00 Avoertsvergebnng yiadjüenenbc Anstreicherarbeiten sollen zusammen oder getrennt vergeben werden: 1. Anstrich von rd. 700 Kandelabern und Konsollaternen, 2. Anstrich von rd. 30 Bentilbrunnen. Die besonderen Arbeitsbedingungen liegen auf unserem technischen Bureau zur Einsichtnahme offen, wohin auch die Angebote, in verfchlonenem Briefnmschlag mit entsprechender Aufschrift oer Bekanntmachung. Die Lieferung von 83 Stück braun lackierter Waiicnbüchfen mit Zlufschrist „*Vür arme Waisen" und Porhängeschlößchen ver sehen, sowie die Revaratur von 12 Stück soll vergeben werden. Schriftliche Angebote sind mit entsprechender Aufschrift verschlossen bis sväleitens 27,. d. Atts. beim städtischen Armenamt,. kann. Neuenbaue 25, einzureichen, woauch ein Muster eingesehen werden handel. R e i ch s a n k»A u S w e i §. Die Kräftigung, die die zweite Juniwoche der Bank gebracht bat, in wiederum gegenübcr dem vorjährigen?lnsweis nicht ausreichend. Tas Wechselportefeuille hatte im Vorjahr um 29,23 Mill. Mk. angenommen, diesmal zeigt cs eine Abnahme um 9,30 Mill. Mk. In früheren Jahren bildete übrigens um die gleiche Zeit eine Verringerung des Wechfelbe» staudes die Regel. Ter Lombard, der im Vorjahr unverändert geblieben war, ist diesmal um 14,77 Mill. Mk. stärker geworden, was auf die Vorbereitungen für den Semcsterwcchiel zurückgeführt wird. Der Effektenbestand, dem im vorigen Jahr .durch lieber- Weisung von Schatzanweisungen 30 Mill, zugefloffen war, zeigt diesmal eine Verringerung um 7,25 Diill. Dik. Insgesamt haben die Tlnlagekonien, Wechsel, Lombard und Effekten diesmal um 1.77 Mill Mk. abgenommen, während sie sich im Vorjahr um 59,96 Mill. Mk. erhöhten. Die Zunahme der Tepositeii ist stark hinter der vorjährigen zurückgeblieben. Im Vorjahr betrugen sie 104,47 Mill., diesmal stellte sich die Verringerung der Depositen auf 23 Mitt. Mk Ter Metallbestaud ist nur 7.42 Mill. Mk. gestiegen ; im Vorjahr betrug feine Zunahme 25,02 Atttt. Mk. Er bleibt jetzt um 69 Mill. Alk. hinter der vorjährigen Lohe zurück. Die Noteureserve ist um 34,57 Mill, auf 166,71 Mitt. Mk. gestiegen, während sie im Vorjahr um 46,23 Mill Mk. auf 282,13 Mill Mk. angewachfen war. Der Status der Bank erscheint demnach noch immer sehr wenig gekräftigt, so daß die Baiik nach der Anffaffung der I. Z. gegenüber den zu erwartenden Ansprüchen des Semester- Wechsels nur schlecht gerüstet erscheint. Tiese Slnforberungen haben i. V. die Bank wieder mit 282,07 Mill. Mk. vor 2 Jahren mit 98,93 Mitt. Mk. in die Nolensteuer gebracht. Es steht zu befürchten, daft die Bank diesmal die Notengrenze noch weit stärker als im Vorjahr überschreiten wird. Preußische Staatseiscnbahnen und Kohlcn- spndikat. Bestimmt verlautet, daß die vreuszische Staatseisen- bahnverwaltung ihren Kohlenbedarf für 1907/08 bei dem Rheinisch- Westfälichen Koblensyndikat eingedeckt und dabei einen um etwa 32 Mill. Mk. höheren Betrag bezahlen muß, als bei der letzten Vergebung. <9crid?tsiaal. sd Dar m ft a b t, 18. Juni. Nach zwei Tage dauernder Verhandlung, in der en. 39 Zeugen vernommen mürben, verurteilte heute bas Schiviirgericht den 1868 in Groß-Bieberau geborenen, zuletzt in Frankfurt wohnhaft gewesenen Weinhändler Fritz T a a b wegen Meineids, Betrugs, Pfaiidveräußerung, Unterschlagung, Untreue, Beseitigung von Urkunden 2c. zu einer Zuchthausstrafe von 2 Jahren, auch wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre aberkannt. T. hat in äußerst raffinierter Weife feine Gläubiger geschädigt und sich dann iwch über sie lustig gemacht. Sechsmal hat er den in seinem Besitz befindlichen Wagen nut Pserd verkauft und das Geld dafür eingenommen. Sein Waarenlager in Wem 2c. ließ er zweimal pfänden und sagte dann in der Jnter- ventionsklage unter Eid zu Gunsten des einen Gläubigers aus. Er hat sich meitcv auch noch in Mainz wegen einiger Beirngs- versuche zu verantworten. ]| Marburg, 18. Juni. Ein Straßenraub, begangen auf der Landstraße im Walde zivischen Hundsdorf und Löhlbach im Kreise Frankenberg, beschäftigte heute in einer umfangreichen Sitzung bas Schwurgericht. Als Angeklagte erschienen der etwa 40 Jahre alte Metzgergesette Anton Siegel aus 65otte§gab in Böhmen und sein bedeutend jüngerer Beruisgenoffe Hugo H e l l- m und aus Missingen. Ein weiterer Metzger namens Gumbrecht au5 Meißen, der mit dabei gewesen sein soll, besano sich unter ben Zeugen. Die Anklage gegen ihn mußte fallen gelaßen werden, weil er geisteskrank ist und sich jetzt wieder in einer Anstalt befindet. Tie drei Männer kamen am 19. November v. I. von Kassel über Fritzlar und Wildungen in die Frankenberger Gegend und wollten von da nach Marburg. Int Hainaer Forst wurde nun an demselben Tage der Tienslknecht Schaub ans Wolfsanger, der in Hama gewesen war, von drei als Metzger anzusehenden Handwerksburschen mit ben Messern bedroht und unter den Worten: „Tas Gelb her oder das Leben!fl seiner Barschaft in Höhe von 6 Alk. beraubt. Tie sofort von der Gendarmerie aufgenommene Verfolgung hatte das Resultat, baß die drei in Frage kommenden Leute noch an demselben Tage in Frankenberg sestgenommeir werden konnten. Schaub, der ihnen gegenübergestellt wurde, erkannte sie damals und auch heute bestimmt' wieder. Auch die übrigen Zeugenaussagen fielen belastend für die Angeklagten ans. Gumbrecht, der von zwei Anstaltswärtern ans Dresden hierher gebracht worden war, verteidigte die Unschuld der Angeklagten; er sei zwar nicht unter Anklage gestellt, weil er geisteskrank sei, aber seine Ehre wolle er nicht embüften. Ter ärztliche Sachverständige, Geh. Medizinalrat Pros. Dr. Tuizeck von der fDlatburgcr Landesheilanstalt, bezeichnet Gumbrecht als einen hochgradig geistesschwachen Mann, der jedoch immer noch trotz seines Zustandes in der Lage sei, die Wahrheit zu sagen. Bemerkt sei, daß Giimbrecht drei Tage vor dem Straßenraub auS der Irrenanstalt in Warstein entwichen war. Em vierter Metzger namens Oldenburg aus der Schweiz, der damals mit den dreien von Wildlingen aus mit abgereist, aber bald wieder zuruck- gekehrt war, konnte von dem Gericht nicht ausfindig gemacht werden. Tie Geschworenen verneinten schließlich die Schuldsragen und so erfolgte Freisprechung. Derleihanftalt Snndheimer & dichte *$*rapp Frankfurt a. M. h14, pro qm und Woche 10 Psg. Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank fllr Bande) und Industrie, Glessen. Frankfurter Börse 19. Juni. 1.15 Uhr. Bekanntmachung. Die Lieferung von etwa 80 Zentner <öcii .erster Qualität anb von etwa 100 Zentner Strcnstroh tRormemtroli-Mmchrncn drnsch) soll vergeben werden. Angebote hierauf und verichlo>1 en und mit entsprechender Aufschrift bis zum 24. I. 9'tts. bet der Arbeitsvergeimng. Für die Erweiterung des Elektrizitätswerkes soll 1. die Vungftcmtieferung (Basaltlavah 2. die Walzeisenlieferung Dienstag, den 25. Juni d. I., vornrittagö 10 Uhr öffentlich vergeben werden. . Zeichnimgen, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bet uns zur Einsicht der x)nterenenten offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, lind bis zum genannten Termin an nns ctn= »ureichen. — Zuschlagssrist 14 Tage. Gießen, den 19. $unt 1907. Städtisches.vochbauamt. Gerbel. Öermifdptee» * Sommerfrost! I - der Provinz Schleswig ist ein starkerTemveratur-Umsturz eing-treten. Strslen- weise ist das Thermometer in der letzten Nacht auf Frost gesunken. In Ehristiansfeld wurde 1 Grad Kälte gc. messen. In der Nacht vom Montag zum Tienstag ist auch in der Eifel die Temperatur auf den Gefrierpunkt gesunken. Tie Temperatur verblieb mehrere Stunden lang unter Null.__________________________________________________ Arbeiterbewegung. Hamburg, 18. Juni. Vor dem Landgericht als BcntfungS- instanz kam der E n t s ck^ä d i g 11 n g s p r 0 z e ß der Hamburg- Amerika-Linie gegen 142 Schaiierleme tucacn Arbeitsniederlegung am 1. Mai zur Verhandlung. Das Landgericht bestätigte bas Urteil des Gewerbeacrichts, das die S ch a u c r l e u t e zur Zahlung von je 18 9)1 a r t Entschädigung verurteilt hatte. Um btc ShnbcrficrblicbEcit energisch zu bekämpfen, ist es unbedingt erforderlich, die während der heißen Sommermonate gefahrbringende frische Kuhmilch gänzlich fortzulassen und an bereit Stelle eine leichter verdauliche, immer gleichbleibende, feine Verdauungsstörungen verursachende Nahrung zu geben. Diesen Anforderungen entspricht am besten das altbewährte Nestle sche Binder mehl, welches nur mit Wasser gelocht eine vollkommene Kinder nahrung ergibt, Brechdurchfall und Diarrhöen verhütet und bereits bestehende Verdauungsstörungen beseitigt. ssn;s Mach Helgoland kann nicht jeder gehen, r\ZA den das Heufieber oder ein Sommerkatarrh gepackt hat. ■fctw Ist aber auch gor nicht nötig, da man in jeder Anothet". r® oder Drogerie Ti-aps ächte Sodener Mineral Pastillen tau reit Xä tann, die jeden solchen Katarrh energisch und dabei auf die kJÄ angenehmste Art bekämpfen. Natürlich sind sie viel billiger als so eine Reise, denn die Schachtel kostet nur 85 Pfa Ueberall erhältlich. bcmcift, daß der sranzöfisch-japanische Vertrag ein eng begrenztes V4W M,u Bündnis von einer bestimmten Zeitdauer sei. Das Blatt gibt der > Telephon 4017. treten. 12500.— scheine . .1121573.33 76094.47 9486.60 04415] Lüwengasse 12. 1313248.42 [ Gewinn- m d Merlust-Konto und Zubehör, wegen 624.32 52.76 65.54 1339.09 listiger PseröeklleA gesucht. [04403] &♦ Rübfameu. 17.49 418.82 53148.45 53148.45 4 Zimmer 04109 Bieichstraße 11, I. Theaterbauderem, G. m. b. H 2456] Lluerweg 50. 350V] Dammstraße 30. Mäusburg 12. | 3 Zimmer 3686] Wetzsteinstraße 44. ist aufgehoben. 4061 Wilh. Wenzel, Hatzloch, Pfalz. Stockbrücke. 4056 Sui Geräumiger Laden zu verm. Auf Wunsch kann ein Wohnzimm. leigegeben werden. Näheres 3816]Seltersweg 14. 1301.88 8686.76 Meine Verlobung mit Fräuleio Marie Buss, Leihgestern 1. Einzahlung dec Aktionäre . . 2. Aufgenommene Kapitalien . . 3. Nücklagefond . 4. Reservefond 5. Reingewinn . 2. Verzugszinsen von Güterkaufgeldern 3. Besondere Einnahmen . . . 4. Nachlässe von erworbenen Kaufschillingen . . . Bei Großh. Amtsgericht Gießen kann alsbald ein tüchtiger Maschinenschreiber ein» b. Wertpapiere c. Guthaben bei Banken . . d. Konto-Korrent- verkehr . . 2. Güterkaufgelder 3. Mobilien . . 4. Kassenvorrat . 5. Ausstände . . 6. Unersetzte Vorlagen . . . Lich, den 18. Juni 1907. Büchsenschütz. W 16821.25 14690.48 850.— 7101.47 66445.— Zchmbhilfe gesucht. Selbstgeschr. Meld. m. Gehallsan- sprüch. u. 04418 a. d.Gietz.Anz. erb. Eine 4-Zimmer-Wohnung auf L Juli ev. auch früher zu verm. Logis 3 u. 5 Zimmer mit Zu- behör zu vermiet. L. Huhn. [44 . Schöne neuhergerichtete Zweizimmerwohnung mit Küche u. all. Zub. an ruhige Leute zu verm. i Liebigftraffe 13. 3-Zimmer-Woynung mit Zub. zu verm. Sonnenstr. 9.[3396 B19/ß 15. Juni 1907. Der Vorstand an den Büffets des Foyers und des 2. Rangs soll an einen leistungsfähigen Pächter, zunächst auf die Dauer eines Jahres, beginnend mit den Einweihungs- und Jubiläums-Vorstellungen, vergeben werden. Bewerber wollen ihre Pachtangebote bis zum 22. d. M. cm die Bürgermeisterei einreichen, wo auch die Bedingungen zu erfahren sind. v17/,, Theaterbauderssin, G. m. b. H. Passiva. jfC $ Großen-Lindeu, am 4063 ttäbl^tständMnmerMtsfeit sow.Wasch«etlUürr.m.Seileinfchn. empt. K. Genh, Landmannstr. 11. 04410 Verioreia. im Laufe des Sonnabend norm, eine goldene Krawatteunadcl mit Srein. Gegen hohe Belohn, abzugeben Löberstr. 22. [4001 2. Besondere Vergütungen . . . 3. Gerichtskosten. . 4. Verwaltungskosten 5. Botenlohn u. Ver- kündigungSkosten. 6. Zeitungsformula- rien u.Buchbinder- kosten .... 7. Steuern u. Kommunalabgaben . 8. Minderwert der Wertpapiere . . 9. Reingewinn . . KtzichmaSjklki im Sommer 4—5 Gesellen beschäftigt werden, krankheitshalber sofort zu verkaufen. Schriftliche Anfragen unt 4007 an d. Gießener Anzeiger erbeten. Die Stellen der Logenschließer im StadLLHeaLee sollen baldigst besetzt werden. Bewerber wollen ihre schriftlichen Gesuche bis zum 22. d. M. bei der Bürgermeisterei einreichen. Die Vergütung beträgt Mk. 0,75 für jede Vorstellung. Ausgabe. dfC $ 1. Zinsen von auf- genommenen Kapitalien . . . 41057.29 SeMDttsieigttMß. Freitag, 21. Frrui d. I., vormittags von 10 Uhr an, soll das Heugras von den Pfarrwiesen in der Wirtschaft von Wilh. Dorfeld versteigert werden. B19/6 Wieseck, den 19. Juni 1907. Großh. Bürgermeisterei Wieseck. S chomber. KWeLlttldblltttt bei Ballen 95 Psg. per Pfund so lange Vorrat [4042 Jakob lEaternus ÄlmiLstratze L HeugWlieHcigerilog. Dienstag, den 25. Juni 1907, vormittags 8 Uhr anfangend, soll das Heugras von den dem Marienstift Lich zustehenden etwa 100 Morgen Wiesen in den Gemarkungen 2ich, Niederbessingen u. Oberbessingen versteigert werden. Der Anfang lst bei der Gelegentlich des Bazars wurde auf der Liebigshöhe ein gesticktes Battisttaschcutuch verloren. Abzugeb. geg. Belohn. Ost-Anl. 4, III. 04400 192.20 42.87 1365.60 Mansardenwohnung, 4—5 Zim. und Zubehör, wegen Wegzug bald oder für 1. Juli zu vermieten. 2706] Grünberger Straße 3. 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Ta in Sachsen fang angeno dem Verhallt sondern ledi, Behörden devölketting der Fah?t de Polizeibehördi der im Dore Anwurf gern Strecke zu ei öie cn diese uuf diese An, bereits in z Mannschaft «ch ^istchten Um« durch üNen den Hs ^ruer-Fa Wicklung tchadet al 'vurde iin nie für die "ndesausschl S'Mlich [«K Steuer kai"i‘ fie den 7°, Mdjäiie IH her k • * """Mt L?uf Wohl /„Jt n Mbete2^löe' !* Detr‘n( W iijj •y>: