Erstes Blatt Nr. 1« Erstes Blatt t 157. Jahrgang Samstag IS. Januar 1907 -üb« ^nn,03^ ZgBJ Q 4> . SÄSÄ Nntßh^ii^r Anomer blätter viermal in der W vA ' k? \jfcL_v 65 öL V' B. Wkffl sÄt-< ffit bie Tagettminrner SLSSSX w ■ ♦,!bsä- «•»“•«»'••■"•“ — „ . ... .. ■e* “““..««'S E~ • General-Anzeiger für Oberheffen WW ^•tnjeiner '»ui«"' Uotattonrdruck und Verlag der vrühllchen llnIv.Guch^ und Stelndruckerel. ll. lange. LedaNIon, Lj-p-dttiau und Druckerei- Schulftratze r. H-n". B^ck' Die Heutige Kummer umfaßt 14 Seiten. „Die Sojiatdemokratie Eon flattert nur." Gestern sprachen wir in unserem von Druckfehlern leider stark durchseuchten Leitartikel .Mittelstand und Sozialdemo, fratie* von der wiederholt unzweideutig ausgesprochenen Absicht der Sozialdemokratie, den Mittelstand jn ruinieren. Heute lesen wir folgendes m der reichsossiziösen .Nordd. Allg. ßtg/ unter der obigen Aufschrift: Die frestnagelung der Tatsache, daß die Sozialdemokratie von jeher auf die Vernichtung b c 8 Handwerker- und Mittelstandes ausgeht, hat in der sozialdem. Presse eine sonderbare Wirkung ausgeübt. Sie leugnet diese Tatsache nun mit einem Male ab. De: „Vorwärts" suwcibt nämlich, die Sozialdemokratie will nicht den Klein- und Mittelbetrieb abschassen, bieSozialdemolratie will nicht dieKleiirbetricbe untergraben, sie ton- st altert nur, daß die heutige Wirtschastsentwickelung darauf hinaus- löust, diese Betriebe zu untergraben. So konstatiert auch wohl der Mörder gegenüber seinem Opfer, daß es jetzt zu sterben hat. Welchen eigentümlichen praktischen Charakter diese Konstatierungen annehmen können, hat die Sozialdemokratie dadurch gezeigt, baß sie ün Lleichstage systematisch alle Versuüx zur Hebung dcS Hairdwerlö Ntnb zur Besserung der Lage dcS gewerbtätigen Mittelstandes zu vereiteln sucl-te. lieber die wahre Gesinnung, die seitens der Sozialdemokratie dem selbständigen Handwerker und KausmannLstand entgegengebracht wird, sei aus der erdrückenden Tülle von Material zur Ergänzung unserer früheren Feststellungen beifolgend noch auf einige charakteristische Proben hlngewiesen. „Der Vertrcler deS KleinlapitalS, der Kleinbürger, äußert sich in einer sozialistischen Agitationsschrift ein gewisser Ernst wörtlich, „hemmt durch seine bloße Existenz schon die soziale Eni- mdelung." Neicl)StagSabg. Bock-Gotha führte einmal in seinem Schuhmact-ersachblatt aus: „Uns als Arbeitern kann bei Untergang bes sog. Dl i t t e l st a n b e S pleichgü'.tig sein. Im Ecgcn- teil, je eher er verschwindet, desto besser ist eS, denn derselbe ist der größte Hemmschuh in ökonomischer,sozialer, ge - tverkschaftlicher und politischer Beziehung, lieber- all tritt er uns hindernd in den Weg und darum können wir seinen Untergang nicht früh genug herbeiwünschen." KautSky leigt in einer Broschüre von 1*302 besonders deutlich, wie diese Konstatierung gemeint ist. Sollten am Tage nach der Nevolution Noch immer Kleingewerbetreibende vorhanden sein, so werden sie |o schnell wie möglich expropriiert und beseitigt werden. Das nächste ist die Unterstützung der Streiklust der Arbeiter von Staats ro c q c n ; genügi das noch nicht, so . wird die Vermögens- und Einkommensteuer so hoch gesträubt, daß sie einer Konsiölation gleichkommt. Schon bisher hat übrigens die Sozialdemokratie das Ihrige getan, um durch Schürung der Unzufriedenheit unter den Gchülfen und Arbeitern und durch Nahrung des Streiksiebers die Lage des gewerblichen Mittelstandes nach Kräften zu erschweren. Ter Mann aus dem Mittelstand, der einen Sozialdemokraten wählt, handelt danach fidxrlid) nach dem Wort: „Nur die allergrößten Kälber wählen ihre Metzger selber." besonders auch dem kleineren und mittleren Handelsstand widmet die Sozialdenwlratie ganz besonderes Wohlwollen. Bebel in seiner Schrift „lieber unsere Ziele" hat bereits „konstatiert, baß im sozialistischen Staate die Zwischenhändler aller Art: Agenten, ' Maller und Krämer verschwinden. Für bis Sozialdemokratie ist, wie das Bebel, Kautsky usw. aussühren, der Handelsstand nichts als ein Parasitengewächs. Was für die Hairdwerker und die Kaufleute gilt, gilt natürlich auch für den Bauernstand, dem der jüngst verstorbene sozialdemokratische Abg. Geck seine Affenliebe zum Privateigentum austreiben wollte. Trotzdem spekuliert die Sozialdemokratie nach Kräften mit dem Mitläufertum auS den 9 Kreisen der Handwerker, der Kaufleute und Lauern. Wie macht sie das? Sehr einfach: Wie sie, was wir unlängst auch konstatierten, ihren absolut ablehnenden Standpunkt in der Kolonial- politik in ihrer Agitation einfach dreist verleugnet, so verleugnet sie in ihrer Agitation ihr ganzes Programm. Die Zielbewußten, die j sonst über jebe Ketzerei hersallen, lassen sich das ruhig gefallen, beim sie wissen, was sie davon zu denken haben. Wenn es an ' ben Stimmenfang geht, muß eben daS Programm zurücktreten. . politische Lage-Schar». Zum Urteil des Auslandes über die NationaMeralen. Man schreibt und; Unser Offenbach.Gießener sozialdemokratisches Blatt glaubt einen guten Fund getan zu haben. Es hat in einer fran- zSstschcn und einer englischen Zeitung vernichtende Urteile über unsere nationalltberale Partei gefunden und freut sich noch, daß die beiden Urteile trotz verschiedener politischer Dichtung der beiden Blätter übereinstimmen. DaS ist doch gewiß niederschmetternd I i' Ja, wie viele Engländer und Franzosen können denn so viel Deutsch, um unfere Zeitungen zu lesen? Wer m beiden Ländern gewesen ist, weiß darüber Bescheid, der weiß euch noch obendrein, wie wenige unsere wirklichen Verhältnisse kennen, wie ungeheuer schlecht das Ausland über unsere Einrichtungen unterrichtet ist. Wir meinen, daß ein Urteil nur dann wirklichen Wert hat, wenn eS von einem sachkundigen Manne gefällt ist. Bei wem sich die Ai.Sländer oft Rat holen, wenn sie sich m unserem Lande aufhatten, konnte man erst neulich im Gieß. Anz. lesen. Vielleicht kann Herr Bebel hierüber nähere Auskunft geben. Wer weiß denn nicht, daß man im AuSlande auf erne Zerstörung unserer stacht durch die Sozialdemokratie hofft? Vielleicht könnte man auch fragen: Wer hat denn den ‘ beiden Zeitungen daS Material zu ihren Artikeln geliefert? Ter .Daily Chronicie^ wirft den Nationalliberalen u. a. ißerif**inmg militärischer und marinistischer Lasten, abenteuernde Kolonialpolitik vor. Diesem Gefasel sei entgegengefteüt, was Lord Goschen, einer der angesehensten englischen Staatsmänner vor kurzer Zeit geäußert hat: Nicht aus eitlerPrahlerei, sondern auS Notwendigkeit vermehren Deutsch- land und die Vereinigten Staaten ihre Seemacht. Das genügt uns. Vielleicht druckt dies die sozialdemokratische Zeitung auch einmal ab. Wir können ihr noch weiteres von dieser Art zustellen und würden bie3 mit Vergnügen tun. Znm Schluffe noch eins. Ein Herr fichr neulich zehn Stunden lang mit einem schweizerischen und einem dänischen Sozialdemokraten zusammen. Diese Herren erklärten: Wenn wir bei der demnüchsligen NeichStagSwahl in Deutschland mitslimmen dürften, dann würden wir für Bulow stimmen. Die Art wie diese Herren sich über die deutsche Sozialdemokratie auösprachen, wollen wir vorerst verschweigen. Schmeichethast war sie nicht. Zur angeblichen Wertlosigkeit unserer Kolonien. Kontre-Aduiiral z. D. Rosendahl, der frühere Gou- Dcrneur von Kiautschou, hielt dieser Tage in Gießen im Flottenverein einen längeren Vortrag, dem wir bei- juwohnen leider verhindert waren. AuSsührliche Bericht- erstattung ist unS indes von beteiligter Seite ziigesagt worden. Ter Admiral teilte, wie unS beute erzählt wirb, n. a. mit, daß früher die Engländer dort den Kohlenhandel in Händen halten und unS 54 Mk. pro Tonne abnahmen. Da die japanischen Kohlen für unsere Schiffe nicht zu brauchen waren, mußten wir den hohen Preis zahlen, um unseren Schiffen die nötigen Kohlen zu verschaffen. Jetzt haben wir mit der Aus- beutung der reichen Kohlenlager in unseren chinesischen Schutz- gebieten begonnen, und nun steht unS die Tonne Kohlen 25 Mk. Wir sparen also an jeder Tonne 29 Mk. Auch haben sich die Verhältnisse dort schon so günstig entwickelt, daß verschiedene Häfen in der dortigen Gegend Kohlen von unS statt von England beziehen. Tie Einnahmen bei- Schutzgebietes haben sich von Oktober 1904 bis dahin 1905 verdoppelt. Der Kaiser und der Herzog von Cumberland. Man schreibt uns aus Berlin: Wir tonnen bestätigen, daß die Nachr.ch., Kaiser Wilhelm II. und die Kaiserin Viktoria hätten Beileidstelegramme nach Gmunden gesandt, unzutreffend ist, und daß die Mög- lichkeit einer derartigen Kundgebung deshalb nicht Dorhanben war, weil der Herzog von Cumberland es uiiterlaffen hat, von dem Ableben seiner Miitter dem deutschen Kaiser Mit- teiluiig zu machen. Und wir möchten hinzufügen, daß diese Unterlassung besonders auffällig war, da der Herzog von Cumberland allen übrigen Höfen Europas Anzeige von dem Tode der Königin Plane von Hannover erftotiei hat. Und das in dem Augenblicke, da er die Hand nach dem Throne Braunschweigs a'usllrcckl. Der Kaiser hat indeß nicht nur für Hannover eine Art von richtiger Landestrauer besohlen, er hat auch für seinen eigenen Hof eine Trauer von vierzehn Tagen angeordnet. UcbrigenS mar der König von Hannover ein Vetter deZ Großvaters des Kaisers. Was muß jcder ZK chslagsrvayler wissen? Wer kann zum Reichstag wählen? Wer in der Wählerliste steht. Diese har dem „Gieß. Anz." beigelegen, damit Einsprachen recküzeitig erhoben werden konnten. Wer in der Wählerliste nicht steht und die Einspruchsfrist versäumt hat, darf nicht wählen. Wo wird gewählt? Jeder kann nur dort wählen, wo er in die Wählerliste eingetragen ist. Jeder muß fLd) genau orientieren darüber, in ivcloen Bezirk der Wähler gehört und wo sein Wahllokal ist. Wie wird gewählt? Vor allem verschaffe man sich einen nebligen Stimmzettel. Dieser muß von weißem, mittelstarkem Papier (9mal 12 Zentimeter groß) sein, und es dars nichts weiter darauf stehen, wie Name, Stand und Wohnort bbeS, den man wählen will. Jin'D.chllokal erhält man einen amtlich abgcstempeltcn Umschlag. Damit tritt man in einen Nebcnraum (Wahlzelle) oder an einen verdeckten Ncbenlisch und kann dort seinen Stimmzettel in aller Gemütsruhe unbeobachtet in den Umschlag stecken. Man sehe aber vorher genau zu, daß eS der richtige Stimmzettel ist. Andere Zettel, die einem von den Zettel- verteileru gegnerischer Parteien ausgedrängt wurden, steckt man hier unbemerkt in die Tasche und holt den richtigen Zettel hervor. Demgemäß kann jetzt niemand mehr wissen oder behaupten, wie ein Wühler gestimmt hat. Die Wahl ist also tatsächttch geheim und frei. (Jn dem Raum, wo gewählt wird, dürfen Stimmzettel den Wählern nicht mehr gegeben und auch sonst kein Einfluß mehr auSgeüür werden.) Nachdem man seinen Stimmzettel (nur einen!) in den amtlichen Umschlag gesteckt har (andere Um- schlage oder osfene abgegebene Zettel sind ungültig), geht man an den Wahl tisch, nennt seinen Namen und gibt den Umschlag ab. Wer wird gewählt? Bon allen einsichtsvollen Bürgern in Stadt und Land: Louis ßcystechM in Mn. Löhlerö Bauprojekte. Man schreibt unS vorn Lande: Als dieser Tage in der „Volksmacht" bet Antrag Köhler, betreffs zweier wichtiger Bal-npwjekw fier den Kreis Gießen und dos Wettertal «schien, ba Eonme der llncmgeroeure v-lttechr teufen, Koh er fei bestrebt, für seinen Wahlkreis alles ?u tun. Doch für den, der die Sache nur einigermaßen kennt, stellt sich ter gante Antrag Köhlers als ein plumpe- Wahl Manöver heraus, daS die Leute irre leiten könnte. Beide Projekte werden bereits seit zirka drei Jahren von der $ e< Dotierung angestrebt und zwar 1. die Strecke Gießen— Steinbach — Ettingshausen — Qneckborn — Lauter — Saubach und ebenso auch 2. die Strecke Bad-Nauheim durchs Wettertal über Steinfurth, Oppershofen, Rockenberg nach Griedel mit der frort* ührung über Eberstadt, Holzheim, Grüningen, Watzenborn-Steiw- berg mit der Einmündung in die Strecke Gießen—GAnlZrufen. Zu dem Projekt Gießen — Laubach wurde bereits vor zwei Jahren ein Komitee gebildet, dem außer Qnefcnar Herren auch die Bürgermeister Arümer->-teinbach und Keil-EttingS- baufen angehörcn. Vor etwa »/* Jahr begraben sich Herrens deS Komitees zum frinanzminister Gnauth, der sich sehr snw- pathisch für das Projekt ausfprach und Staat-Zuschüsse in AuSslä)« stellte. Dies ist auch dadurch leicht erklärlich, daß die Bahn >aS staatliche Wasserwerk Lauter berühren soll. WaS nun das zweite Projekt durchs Wettertal über äisdenberg bis Griedel mit Einführung in die schon vorhandene Strecke Lickt—Butzbach bc> trifft, so wird dieses scyvn seit müiteftcnd drei biS vier Jahren' von einem Komitee betrieben, an dessen Spitze Bürgermeisters Dr. Kayser-Bad-Nauheim steht. Anfangs stritten die SlA>te Friedberg und Bad-Nauhcim sehr heftig um die ElnmündungS- station der Wettertalbahn in die Mainweserbahn, Friedberg gab anscheinend den Kamps vor zwei Jahren auf, und so ist letzt Bad-Nauheim als AuSgangsstalion auSersehcn. Und nun 3. zur Fortsetzung ter Wttterlalbahn Über Griedel hinaus nach Eberstadt, Holzheuu, Grüningen. Watzenborn-Steinberg und Gießen. Die Anregung zu diesem Projekt ist so alt wie daS Wettercal^ projell, und auch über die genannte Fortsührung sind von den beteiligten Gemeinden und Interessenten schon Verhandlungen gepflogen worden. Bemerkt fet noch, daß die Firma Lenz u. Eo. mit ter Herstellung beider Bahnprojekte seit vorigem Jahre betraut ist und diese in aller Kürze den beiden Komiteen zur weiteren Verfolgung übergeben tpirb. Wo bleibt da Köh.ers Tätigkeit, wenn andere bereits die Arbeit getan haben? Daß ein Reichstagskandidat -u solchen WahlagitationSmitteln greift, ist sehr bezeichnend. Ferner teilt man unS auS Steinbach mit: Unter Bezugiiahme auf unfern gestrigen Artikel über den Bahnbau Gießen—Steinbach—Laubach wird uns noch aus bester Quesle- mitgetei.t, daß die Strecke Lich — Grünberg noch in d'.esent Frühjahr in Angriffgenommen und die Strecke Gießen — Laubach schon innerhalb der nächsten zwei Jahre aus- gebaut werden soll. Aus Stadt und Land. Gießen, den 19. Januar 1907. ’* Personalien. L. K. H. o ; G.oßherzog IjcX'm' den Oberlehrer an der höh. Bürgerschule zu Beerfelücni Rektor Klinger zum Oberlehrer an der hüh. Ltädchen- schule und dem Lchrennnensenunar zu Mainz ernannt. —: Bestätigt wurde der von dem Fürsten zu Stotberg-Wernigc-^ rode-Gcdern auf die erste Lehrerstelle an der Eenieindeschul^ zu Usenborn präsentierte Schulamtsaspirant Hermann Schmidt" aus Thann (Bayern). • • Kunstverein. Der größte Teil der gegenwärtigenl AiiSstellung bleibt nur noch bis zum Dien Stag ausgestellt.! Bon Pciltwoch ab bleibt die Ausstellung drei Tage geschlossen und sodann gelangt die Ausstellung des OrtZvereinS Darm-' stadt der aUgemetnen Deutschen Kunstgenossenschafl zur Ausstellung. * * Der akademische Dürerbund Gießen veranstaltet einen Renaissance-Abend am 19. Februar im Hotel Großhcrzog von Heffen. Jin Ltittelpunkt des AbendL jod' die Rezitation einer der historischen Szenen aus Gobineaus .Renaissance^ stehen. Ferner ist beabsichtigt, u. a. gc-1 mischte Chöre von Orlando di Lasso und Giovanni Perlutgr Palesttina vorzutragen. • •Sie An 1 agemusik fällt am morgigen Sonn» tag aus. — Der „Verein für Sterbeuntersiutzung zu! Gießen" hält morgen Sonntag nachmittag 4 Uhr eine Generalversammlung im Hotel Einhorn ab. • • Krankenkassen verband. Jn der am 5. Jan. 1907 abgehattcnen Vorstand 2 sitzung dcS Verbands der Krankenlassen und der Gemeinden als Träger der Kranleri- vcrsicherung im Großhcrzogtun-. Hessen wurde dcr Vorstand iüic folgt konstituiert: 1. Vorsitzender: Eduard Münch-Worin-. 2. Stellv. Vorsitzender: Eduard Krieghoff, Worms. 3. Schriftführer: Harth, Darmstadt. 4. Rechner: Osternmycr, WormS. 5. Beisitzer: Schneltbächer, Darmstadt; (stern-9licrftcin; Dr. Ziminer-Tarmstadl; Keil-LindenfclS; Grimm-Grube Meffelr -Reufeld-Pseddersheiin; Eulefeld-Lauterbach. Weiter wurde über verschiedene wirtschaftliche Fragen, die das Jntereffe den Krankenkassen berühren, beraten. Beitrittserklärungen zum Verband nehmen der Vorsitzende Münch, WormS und Oer Schriftführer Harth-Darmstadt, Wienersiraße 42, entgegen. * * T ie Anlegung deS Grundbuchs ist nunmehr iw 668 hessischen öemeinben abgeschlosfe:r, sodaß jetzt in gut» zwer drittel der Gemeinden das Grundbuch als angelegt zu betrachten ist. Jrn Jahre 1906 wurden 99 Gemeinden angelegt, darunter aus L b e r h e s s e n ^cllertShausen (Amtsgerichtsbezirk Gießen), Bannerod (Herbstein), Sieben (Alsfeld), Butzbach (Butzbach), Climbach (Gießen), Ehringshausen (Hoinberg), Engelrod (Herbstein), Eschenrod (Schotten, Eulersdorf (Alsfeld,., Flensunger Hof ^Gi7ünberg>, Fleschenbach (Herbstein), Gruno-Schwalheim (Nidda, Helpershain (Ulrichstein), Hei^.^ausen .B.lbel), Jlsoorf (Grünbcrg), Kefenrod (Büdingen), Klein-Linden (Gießen), MeichrS (Ulrichstein), Merlau (Grünberg), Metzlos (Herbstein), Metzlos- Gehag (Herbstein), Mittel-Seemen (Ortenberg), Münster (Butzbachs Nieten-Mockstadt (Altenstadt), Nösberts (Herbstein), Lbborn- hrfen (Höngen), Obrr-Brechenbach (Alsfeld), Radmühl ^Herbstein), Reimenrob (Msf«ckd), Schlitzsche Wclldgemarkuugen I—VI (Schlitz), Sv del (Friedberg), SolmS-Jlsdorf (Grünberg-, Trohe (Gießen)- -Vaitshain (Derbstein), Wallersdorf (Alsfeld), Weid-Moos (Herb- stein), Wettsaasen (Grünberg), Wieseck (Gießen) und Willofs /Schlitz). ** Der hessische g e m e i n n ü tz i g e V e r e i n zur Vermittlung von Land- undKurau (enthalten in Darmstadt ist zur Zeit mit der Herstellung eines Nachtrags zu dem 1906 in 3. Auflage erschienenen Verzeichnis der Sommerwohnungen beschäftigt. In diesem Nachtrag sollen alle seit vorigem Jahre vorgekommenen Aenderungen bezüglich der Pensionen und der Pensionspreise innerhalb des Vereinsgebietes ausgenommen werden. Es ergeht daher die Ausforderllng, dem Gefchäflsiührer des Vereins, Harlh-Tarmstadt, Wienerstraße 42, das zur Ausnahme Geeignete baldigst mitzuteilen. Nicht uninteressant dürste es sein, zu erfahren, daß die Bestrebungen des Vereiiis, den Fremdenverkehr in Hessen zu heben, bisher nicht vergeblich gewesen sind. Die ziinehmende Zahl der Sominergäsle, besonders aus Norddeutschland, die früher nur den Schivarzwald und die Schweiz aufsuchten, bringt unseren Gcbirgsbewohiiern eine Einnahmequelle, die mit dem Maße zunimmt, mit dem b;e Zahl der außergültigen, modernen Ansprüchen genügenden Pensionen nnVereinsgebsel wächst. "Der Garde-Verein feiert morgen abend im Neuen Saalbau sein Winterfest, verbunden mit K a i s e r s g e b u r t s - tagsieier. Nach den getroffenen Vorbereitungen stehl den Mitgliedern ein genußreicher Abend bevor. Dazu trägt jedeniatls der Umstand noch mel bei, daß der Saal von dem heute abend von der Rudergesellschast abzuhaltenden „Strandsest zu Yokohama" seine Dekoration behält. O Großen-Buseck, 18. Jan. Sonntag, den 27. Januar feiert der Turnverein sein siebenjähriges Stiftungsfest, verbunden mit turnerischen Aufführungen und Theaterstücken. 0 Krofdorf, 18. Jan. Das Winterfest des Wirtevereins am Mittwoch abend hat einen glänzenden Verlauf genommen. Der Freundsche Saal erwies sich als viel zu klein, um all den Gästen auch nur ein bescheidenes Plätzchen zu gewähren. Den Glanzpunkt des Festes bildete die Ueberreichung von Diplomen an solche Dienstboten, die mehr als 5 Jahre in einem Gasthause bedienstet sind. Auch für Frau Waldschmidt-Crumbach wurde aus Anlaß ihres 25jährigen Wirtschaftsbetrieües ein Diplom ausgefertigt. Wie im Vorjahre so übte auch diesmal die Verlosung große Anziehung. Hatte doch das Festkomitee nicht weniger als 150 wertvolle Haushaltungsgegenstände angekauft; große Heiterkeit erregten aber solche Gewinne, die aus einem Faß Bier oder bergt bestanden. Leider wartete man aber vergeblich aus den für den Abend engagierten Komiker. Allgemein nahm man an, er sei in dem im Bau begriffenen, bis jetzt noch bodenlosen neuen Weg in der Nähe der Seemühle stecken geblieben. Io Aßlar, 18. Jan. Die Kronprinzessin übernahm bei der 7. Tochter des hiesigen Fabrikarbeiters Karl Rieker II. die Patenstelle. e. Lützel-Linden, 18. Jan. Hier findet am morgigen Sonntag bie erste Generalversammlung des neugebtldeten Gewerbevereins Groß-Rechtenbach statt. Der Verein besteht aus 31 Mitgliedern und weitere Mitglieder haben sich gemeldet. o Garbenteich, 18. Jan. Die auf Kosten der KreiSkasie in unserer Gemarkung erbaute Kreis-Sammel- wasenmeisterei ist jetzt im Rohbau vollendet. Sie umfaßt ein Fabrikgebäude, ein Wohngebäude, ein Stallgebäude und eine später zu bauende Wagenhalle. Im Spätsommer soll das Werk in Betrieb gesetzt werden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 120000—130000 M. Gleichzeitig wird eine Kceisstraße von Garbentetch nach Lich gebaut. -j- Niederweisel, 18. Jan. In unserem Orte beginnt nächsten Montag der erste Unterricht der von bcm Kreis Friedberg neu errichteten Wander-HauSHaltungsschule. Kreisrat Fey, Schulinspektor Süß und die Lehrerin weilten deshalb schon hier und man ist gegenwärtig mit der Einrichtung der Schule beschäftigt. Eine große Anzahl Mädchen beteiligen sich an dem Kursus. [> Gambach (Wetterau), 18. Jan. Ein schweres Unglück wurde gestern hier noch im letzten Augenblick verhindert. Mehrere Kinder spielten in einem Hause in Abwesenheit der Eltern am glühenden Ofen. Plötzlich stand das Bett in Hellen Flammen. Auf das Geschrei der Kinder retteten Nachbarsleute die schwer bedrängten Kleinen vom Tod in den Flammen, auch das Feuer konnte rasch gelöscht werden. 0 Hattenrod, 18. Jan. Einen Unfall erlitt unser Pfarrer Nies. Auf dem Wege nach Ettingshausen stürzte er aus dem Wagen, dessen Pferde durchgcgangen waren. Er verletzte sich im Gesicht und am Kopf, da er ein Stück WegS geschleift wurde. Auch erlitt er beim Sturz eine leichte Hicnerschütterung. RB Darmstadt, 19. Jan. (Tel.) Das Großherzogspaar, das gestern abend nach 6 Uhr von Karlsruhe hierher zurückkehrte, besuchte heute abend im Hof- theater die Hamletvorstellung, mit der das 3 0jährige Künstlerjubiläum des Oberregisieurs Waldeck verbunden war. Dem Künstler wurden am Schluß der Vorstellung zahlreiche Lorbeerkränze überreicht. — Der berühmte Geigenvirtuose Burmester beabsichtigt, seinen Wohnsitz nach Darmstadt zu verlegen. — Die hessische Landesausstellung für freie und angewandte Kunst im Jahre 1908 wird, wie jetzt bestimmt festgesetzt ist, am 23. Mai eröffnet werden und bis Ende Oktober dauern. Höchst a. M., 18. Jan. Hier gab es neulich ein Konzert zu ungewöhnlicher Zeit, nämlich nachts gegen -4 Uhr im Gasthaus ,Zum Schwanen*. Alles schlief in süßer Ruhe, als plötzlich das Orchestrion im Gastzimmer in seinen kräftigsten Tönen zu spielen begann. Mit Tsching und Bumm gings los und die Flöten schallten und die Bässe brummten, daß nicht bloß Wirt und Wirtin, sondern auch die ganze Nachbarschaft entsetzt aus dem Schluminer auffuhr und sich staunend fragte, was das zu bedeuten habe. Und wer war der Störenfried? Eine Rlaus war in den Behälter geraten, der zur Aufnahme der Geldstücke dient, die hier beim Herunterfallen das Musikwerk in Bewegung setzen. § Riarburg, 18. Jan. Zu Ehren des Delegierten des mittelrhemischen Krelsturntages, veranstalten die hiesigen Turnvereine am 2. März einen gemeinsamen Kommers. vom Erdbeben auf Jamaika. Wie der „Standard" aus amtlicher Quelle meldet, sind die Brände in Kingston nunmehr gelöscht Es Brennen nur noch einige Trümmerhaufen. In den Krankenhäusern liegen 440 Personen, während 60 Personen nach Spanisch Town gebracht wurden. Zahlreiche Leichen mußten sofort verbrannt werden, weil der Verwesungs-Prozeß die Lust verpestet Englische Truppen arbeiten Tag i^nb Nacht, um’ bie Aufräumungsaroeiten durchzuführen. Auch in Port Roh al richtete das Erdbeben großen Schaden PS. DieKircheustürzten während des Gottesdienste^, ein ; bie meisten Kirchenbesucher wurden, getötet. Ein Tou- risten-Bureau stürzte ein. Von 50 Angestellten der Firma wurden 35 getötet. Der Leuchtturm am Eingänge des Hafens stürzte ins Meer. . 5)er Chefingenieur Elkins auf der Anastafiainsel erhielt eine drahtlose Depesche des Inhalts, daß Kingston allmählich versinke. Große Löcher und Spalten bildeten sich. Einige derselben seien hundert Fuß tief. Eine andere Drahtmeldung au5 Jamaika besagt, ein Teil von Port Royal versank untrer Wasser. Tie Batterien verschwanden in acht Fuß tiefes Wasser und zogen einen Soldaten mit in den Strudel. Das Wasser sprudele unaufhörlich an verschiedenen Stellen durch die Trümmer. Die Anottbai ist durch eine Flutwelle überschwemmt.Chinesen in Kingston hielten bereits wieder einige Läden geöffnet und haben die Preise um das Zehnfache erhöht Das erbitterte die Bevölkerung so, daß die Chinesen fliehen mußten, worauf die L ä d e n geplündert wurden. Der auf Jamaita weilende englische Abg. Henniker Heaton meldet, daß 08 v. H. der Gebäude von Kingston gle'ich beim ersten Erdstoß eingestürzt seien. Heaton selbst wurde auf offener Straße zwischen den Trümmern einstürzender Gebäude eingeklemmt, doch gelang es ihm, sich sreizumachen, und er kletterte über Trümmerhaufen nach dem Klubhaus, wo gerade um diese Zeit ein Vortrag des englischen Staatsmannes James Fergusson über den Panamakanal angesagt war. Als Heaton dort eintraf, war das Klubhaus ebenfalls bereits eingestürzt. Fargusson und das Klubmitglied Vradly waren getötet worden. Nach weiteren Privatberichten sind alle Kirchen zerstört, das Theater ist verbrannt Die Verwundeten wurden aus den Krankenhäusern auf die Schiffe gebracht, wo die Aerzte viele Amputationen vorzunehmen genötigt waren. Die aufgeregten Neger glaubten an den nahenden Weltuntergang und veranstalteten religiöse Versammlungen. Nach einer Meldung des Geschwaderchefs aus Guantananio sind die amerikanischen Linienschiffe „Missouri" und „Indiana" am 17. Januar vor Kingston eingetrofsen; sie stellten den englischen Behörden ihre Aerzte, sowie alles, was sie an Vorräten usw. abgeben konnten, zur Verfügung. Nach dieser Meldung macht sich besonders der Mangel an Kleidungsstücken fühlbar. * Am 18. Januar fand in Tolmezzo (Italien) ein wellenförmiges Erdbeben statt, das ziemlich heftig war und einige Se-. künden dauerte. Obwohl das Erdbeben kein Opfer forderte, trat doch eine Panik ein. Auch in Kuban im russ. Gouvernement Saturn erfolgten dieser Tage mehrere starke Erdstöße. Birrseu-Wocheubericht F r a n k f u r t a. M., 18. Januar. Die Verstauung des Newyorker Marktes hat diese Woche auch die kontinentalen Börsen etwas asfiziert. Teils zur Verstärkung ihres Betriebstarks zur Bewältigung des enormen Verkehrs, teils für andere Zwecke haben die verschiedensten amerika- nischen Eisenbahn-Gesellschaften neues Kapital nötig und dies dürfte bei der gegenwärtigen Verfassung des Geldmarktes schlver zu beschaffen sein. Amerika selbst kann es kaum aufbringen und in Europa verhält man sich den amerikanischen Geldansprüchen gegenüber jetzt reservierter. Diese Woche sollen sowohl in Berlin als auch in London amerikanische Finanztratten, bie man dort unterzubringen suchte, zurückgewiesen ioorden sein, London hat auch die Prolongation amerikanischer Engagements in Eisenbahn- werten durch solche Reportssätze zu erschweren gesucht, um aus ein eRedultion der Hausseverpflichtungen hinzuarbeiten und den Platz zu erleichtern. Dadurch ist es auch der Bank von England bereits möglich gewesen, mit ihrer Tiskontorate auf 5 Pro^. zurückzugehen. Tie deutsche Reichsbank konnte leider noch nicht folgen, weil sie nach dem letzten Ausloeis noch immer mit nahezu 90 Millionen Marc in der Notensteuer ist. Das Reich hat die Mittel der Bank gleichfalls stark in Anspruch genommen und dadurch ist der Status noch stärker angespannt als es unter anderen Verhältnissen der Fall wäre. Es wird also schon der nächste Ausweis abgewartet werden müssen, ehe man sich über eine Ermäßigung des anormal hohen Diskontosatzes schtüssig machen wird. Aber der Privatdiskonto ist bereits einen Bruchteil zurückgegangen, immerhin wirkt die immer noch gespannte Lage des Geldmarktes hemmend auf den Verkehr. Deutsche Fonds schwächten sich diese Woche etwas ab, von fremden Renten waren Russen auf die Bekanntgabe des Budgets, welches günstige Ziffern aufweist, ziemlich fest. Zur Deckung außerordentlicher Bedürfnisse bedarf Rußland zwar noch einet neuen Anleihe, aber wenn sie durch die Duma genehmigt ist, dürste ihre Unterbringung kaum auf große Schwierigkeiten stoßen. Auch Japaner, Türken und Sao Paulo lagen fest. Bankaktien behauptet, nur Berg- und Metallbank aus Realisationen 2 Proz. matter. Auf dem Bahnenmarkt waren amerikanische Sorten gedrückt, besonders Pennsyl- vanien auf den angekündigten Geldbedarf; auch österreichische Sorten etwas schwächer, italienische befestigt. S ch i f f a h r t s - aktien erholt, namentlich Lloyd auf Gerüchte über einen sehr günstigen Abschluß. Montan Papiere meist einige Prozent matter, nur Concordia 7 Proz., Eschweiler-Köln-Eisenwerk 6 Proz. und Königin Marienhütte 3 Proz. höher. Auch Buderus ziemlich fest: das Unternehmen ist gut beschäftigt. Von sonstigen Jndustriepapieren schwächten sich chemische Werte etwas ab. Kunstseide 5 Proz. hoher. Privatdiskonto 5 Proz. ALrrsrst Littd — Tie „Süddeutschen Monatsheft e", unter Mitwirkung von Jossi Hoirniller, Friedrich Naumann, Hans Psitzner, Hans Thoma, Karl Voll herausgegeben von Paul Nikolaus Coß- mann (Verlag: Süddeutsche Monatshefte G. m. b. H. München) eröffnen soeben ihren vierten Jahrgang. Tiefe Zeujchrift strebt an, zugleich vornehme Famillenzeuschrsil zu fein und den höchsten geistigen Bedüriniffen zu genügen. Im Januarheft beginnen ein historischer Roman von Ricarda Huch und em moderner Roman von Kurt Aram; 'Michael Bernals, dec Literarhistoriker, ist mit charakteristischen Briefen an Freunde vertreten; Josef Hoirniller schreibt über den merkwürdigen amerikanischen Waldphtlosophen T h o r e a und Friedrich R a u m a n n spricht über VollSbildnng und Politik; ihm zur Seite tritt nun der Hihoriker der Tübinger Universität, Professor Walter Goetz, der in einer politifchen Rundschau die neuesten politischen Vorkommniffe behandelt. Professor Eugen Albrecht, ein Mediziner, erzählt von fernen Forfchungen über bas Schicksal der roten Blutkörperchen. Bücherbeiprechungen (darunter eine vom Leiter der deutschen Sudpolarexpedition, Erich von Tryga!sti>, die Rubriken ^Bildende Kunst", .Theater und Musik", soivie eine Komposition von Hans Psitzner vervollständigen das Heil. — Euphor ion. Zeitschrift für Literaturgeschichte. Hcraus- gegeben von August Sauer. Dreizehnter Band. Viertes Heft. Leipzig und Wien, K. u. L Hof-Buajdruckerei und ^Verlags- Buchhandlung Kurl Fromme. — Mit dem vorliegenden Heft schließt die Zeitschrift für Literaturgeschichte Euphoriou ihren Id. Band ab. Reiny^ro Buchwach in Leipzig bringt eine bisyer unbeachtete Stelle zur Beurteilung des Sprechver.es int 16. Jahrhundert bei. P. Nikolaus Scheid in Feldkirch beschäftigt sich mit einem Jesuitendrama des 1/. Jahrhunderts. Prosesior Boysen erklärt ein bisher unverständliches Epigramm Lessings auf Voltaire. Professor Unrein in Jena weist nach, daß Schiller im Jahre vor seinem Tode ein Haus in Jena erwarb und verficht aus die,er Tatsache biographische Schlüsse zu ziehen. Profe,sor Wackemell in Innsbruck bespricht ein verscholteneS Drama des Tiroler Dichters v. Rinua. iconrab Weiuwerger in Bremen glauvt die Gräfin Julie Zichy, die beaute coleste der Wiener Kvngreßzeit. in der Heldin von Eichendorsss Roman „Ahnung und Gegenwart" zu erkennen. Ludwig Geiger in Berlin entnimmt dem Wiener Archiv ein vernichtendes Urteil Metternichs über eine anarchismche Dichtung der dreißiger Jahre des 19. Jahrhunderts. Der um,ang- reichste Aufsatz liefert neue Beiträge zu Max v. Schenkendorfts Leben und Dichten, von Paul Czygan in Königsberg ans Tageslicht gefördert. Daran reihen sich Besprechungen und die regelmäßige Bibliographie. Ein sehr sorgfältiges und wertvolles Register über den gan-en Jahrgang bringt das Heft zum llblchluß. (Preis des Heftes Mk. 4.—.) Universitäts-Nachrichten. — Ter ordentliche Proieffor der katholischen Theologie an der llniversität Breslau, Dr. Adam Krawutzcky, ist tm Aller von 63 Jahren gestorben. , ,, . — (Sin akademischer Ehren rat. Um den Duellen unter der Studeutenschaft ein Ende zu bereiten, wirb au ber Universität in Bubave st ein Ehreurat inftituiert werben, besten Präsident ber Rektor ist. Als 'Mitglieder werben bie Dekane ber vier Fakultäten unb ein gemischtes Komitee von Prosessoren und Studenten fungieren. Dem Urtetlsspruch dieses Ehrenrates wirb sich jeder Universitälshörer bedingungslos unterwerfen müssen. Ter Ehreurat kann auch bie eventuelle Ausschließung eines ©tu- beuten von ber Universität beantragen. Ter Ehreurat wirb — bet jeber Ehrenaffäre entschreiten unb — falls em Duell ohne Ver- wunbtmg enbet — bie betreftenbeu Stubenteu auf em 3abr,^all5 das Duell mit einer schweren Verletzung oder gar mit dem -rode eines ber Tuellanteii enbet, für immer vom Besuche sämtlicher ungarischer Universitäten ausschließen. SinsejanSr. (Für Form unb Inhalt aller unter bieder Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber ketnerler Verantwortung.) Wie au§ dem Staatsbudget für 19u7 zu ersehen ist, beabsichtigt die Siegierung.- den Gewerbeinspektionen Hülfskräste zuzuteilm. Diese im Voranschlag vorgesehenen fünf . Gehülfen sollen, wie wir ganz bestimmt hören, dem Arbeiterstamm entnommen werden, dies geht ■atud) schon daraus hervor, daß für die,e nur Gehälter von 1200 bis 2000 Mk. vorgesehen sind. Aus' dem Voranschlag ist zu ersehen, daß unser kleines Großherzogtum wiederum mit an der Spitze aller Bundesstaaten vorgehen will, mit der Anstellung von solchen Gehülfen. Ein jeder Arbeiter, der nicht gerade überzeugter Sozialdemokrat ist und als solcher zu allem, was sozialdenwkratische Parteiführer denken, ja sagen muß, wird zugeben, daß ein Arbeiter viel zu wenig Erfahrungen und Kenntnisie besitzt, um ein so vielseitiges Amt begleiten zu tonnen. Ein Arbeiter mag in seinem Fach der Tüchtigste sein, so fehlen ihm dennoch auf dem ausgedehnten Gebiet der Gc- werbeaufficht die nötigen Eigenschaften, um seine Revisionen wirklich zum Schutze der Arbeiter auszuführen. Er wird, da er auf den vielen Gebieten nicht genügend Kenntnisse besitzt, die gröbsten Mißstände übersehen und zum eigenen Schaden der Arbeiter Einrichttingen beanstanden, die sich nicht ganz mit dem Buchstaben des Gesetzes in Einklang besuchen, die aber für einen richtig vorgebüdetcu Beamten nicht zur Beanstandung Anlaß geben konnten. Daß die Absicht bet Regierung in allen Gewerbekreisen begreiflicherweise große Beunruhigung hervorgerusm hat, ist nicht zu Dcrrounbcm. Man befürchtet eine weitere Belästiaung der Arbeiter sowohl, als auch der Gewerbetteibeuden. Man überfege nur, wie man heute schon in so vieler Hinsicht unter Polizeiaufsicht steht — wo blecht da die so vielfach betonte liberale Neigung unserer Regierung? Ist das liberal, wenn man an einem Tage z. B. revidiert toeroen kann von: „Dem Gewerbeinspeitor, bellen Assistenten, dem Bevollmächtigten der Handwerkskammer, dem techn. Aufsichtsbeamten der UnchllberufSgettossenschaft, dem Stöutroilcur der Invalidenversicherung, dem KTankenkaffen-Kon- trolleur, dem Dampffesselinspet'chr, dem Feuervisitator, dem Ge- Werbeschutzmann, anderen Schutzleuten ufw." Nun sollen auch noch aus Arbeiterlreisen heraus Revisoren bestellt werden, die auf allen Gebieten des Gewerbes revchieren sollen? Es haben deshalb eine Anzahl Mitglieder des hiesigen Ge- werbevereins auf Anregung von Mitgliedern rheinhess. Ge- werbevereiue den Antrag gestellt, eiligst dahin wirken zu wollen, daß seitens des Vorstandes des Landesge?oerbevereius so|orl eine Eingabe an die Ständekammern gemacht, worin gebeten wird, der oben besagten Forderung der Regierung die Bewilligung zu versagen, da ein Bedürfnis dafür nicht üoniegt Man erstrebt ein ähnliches Vorgehen seitens ber Handwerks- und Handelskammern. Auszug im den itflßEfßflniißnfciftriu itr LIM biekev. Aufgebote. Januar. 10. Julius Gimpel, Guterbodenarbeiter in Stiem« Linden, mit Anna Martha Röber baselbfi. 10. Daniel Courab, Maurer tu Alleiiborf a. b. Lba., mit Katharine Lotz bajelbst. 12. Heinrich Schneiber, Aiaurer in Großeu-Bujeck, mit 'Margarete Weiß in Linbenstruth. 12. Heinrich Lubwig Lehr, Schlosser in Lollar, nut Elisabeths Klößucr bahier. 14. Heinrich Simon Schwalb, Großh. '-bürgermcüier in Großen-Buseck, mit Elisabeth« Schmidt bahier. 17. Otto Lang, Tierarzt, nut Karoltne Müller, beide bahier. Eheschließungen. Januar. 12. Karl Euler, Glajermeister, mit Marie Wenzel, beibe dahier. 14. Ferdinand Niedieck, Gerichtsassessor ut Hamm. L Wests., mit Mathilde Horumamt bahier. Geborene. Januar. 7. Dem Vizefelbwebel Heinrich Schmibt ein Sohn, Erich. 9. Dem Fuhrmann August Aßmamt eine Tochter, Wilhelmine. 9. Dem Bäcker Heinrich Momberger em Sohn. 11. Dem rZuhrknecht Johaim Barth eine Tochter, Margarete Katharine Elisabeth. 11. Dem Straßenkehrer Friebrich '-Henner eine Tochter, Marie Elisabeth Katharine. 11. Dem Vizeielbwebel August Hintze ein Colm, August Willy. 11. Dem Gärtner Franz Sebastian Pa>lti ein Sohn, Richarb Goltfrieb. 13. Dem Kaumiaim Aböls Kahn eine Tochter, Betty. 15. Dem Spenglermeister Georg Lahmer ein Sohn. Gestorbene. Januar. 11. Daniel Stiemte, Schlossermeister, 53 Jahre, Sanb- gasse 49. 11. Christoph Arnold, Kausinaun, öl Jahre, Stephan- Itraße 42. 12. Katharine Am end, ledig, 78 Jahre, Weierstr. 17. 13. Auguste 'Margarete Iohannette Röhm, 2 Monate, Ebcrstr. 18. 13. Haus Ernst Jakob Hetzger, 1 Jahr, Schiffeilberger Weg 63. 14. Elise Wenzel, geb. Carlo, 72 Jahre^ Ludivigpl. 6. 14. Minna Barbara Bocher, 5 Jahre, Rodheimer Str. 27 15. Heinrich Karl Volpert, 4 Aiouaie, Stephanstr. 32. 15. Thekla Ferber, geborene Kliugelhöffer, 62 Jahre, Kirchenpl. 11. 15. Wilhelm Hermann Noll, 9 Monate, Mausbllrg 15. 15. Christine Wagner, geb. Achenbach, 64 Jahre, Ludwlgstr. 64. 16. Tahmer (noch ohne Vorname',!' 18 Stunden, Neiienweg 42. 17. Guido Richard Wagner, 36 Jahre, Kalkulator, Schottstr. 7. Lamilien-Nachrrehterr. Gestorben: Herr Wilhelm Gabriel m Bab-Naubeim.— Herr Alexanber Götz in Bab-Rauheun. — Herr Arthur Laucelle ui Jugenyemi. — Herr Karl Schmierer in Grimberg. — yert Karl Steinmetz in Bauenberg. — Frau Anna A.ay, geb. Kahlmann m Friedberg. — Frau Gcndarm Lmd Wuive, geb. Roßenbach iu Friedberg. — Frau Katharine Walther WiUve, geb. Läillke in Alsselb. — Frau Louise Henrich Witive, geb. Franz m Achar. . Verlobte: Fräulein Elise Schneider ui Erbenhaujen mit Herrn Konrad Meß m Kirdorf. Winterkur für ”1 Süda'ihance des Taunus. Bi 1 KMva /VOxSft Ifch eingerichtete kleine An Spezlalhcllnnstnlt. Central SlKlVISIr Bä fcd SSta- 3 ® Ei Bclittndlnn^ und VerpfleKi iti^tkurcii. (Depenuunce iQr Minderbemittelte.) Prospekte tri Or. Jit. S^hulze-Kn.hlcyNs, Nervenarzt. 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Eintretenden nnd vom Lin= trittSgeld besreit.Der vorl. Vorstand. Q32^S 'M 1 Lischt Die /Ul Anz-ia"' «ttlrtm -sch etmS Tas G ividerung- oon der vereinen .ahlten l Anzeiger V Roniumoct Lernne st> □eitet oni bei ®nint fojialöenio fannie 9ln stonsli'nocl also doch Auch denselben ' -chS- ® nannten * Mitglieder erhöhen bet Herr Zeitung be reismimige ,6m« toiialbeinolt oon 2ü00 bi - scheiiertt etxiainnüui auf unsr tonnt > ,iv betrübt verbände Notlage Wi seher de 8» bemotra: LtZaS wi brüfid, flann sie die Verbi die Sojiat laminltn, ptarbeii Sojialbf l'inb, roi ^ihrer eie ius, hic Wohl ur ' amten ist weisen d ftanbeS. 'Ei reich Ai 16000 i imb dann N allen si Su fahre! Fritz Kaeferle, Hannover. Sie finden Lieoigllrasje <3411. rhmidt, Vahnbofs-r.rüc 37 4-Ziu.merwo.)nung nut Valcon H. und Gartenanteit per foiort oder bildetet: hv”/j -u oe nuteten. bu [499 nuS guter Jamitte. ei Zimmer 5 Zimmer 12U Bahnhosstraich 12. Löwengai je 10 und 21. 0379] Noonstrane 305 4 Zimmer au3 2 neu gut möbl. 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