u » c I k ! Erstes Blatt Donnerstag IN. September 1907 Abhole- u. Zweigstellen 157. Jahrgang Bezugspreis» monatlich 75 Pft vierteljährlich Mk. 2.20; durch monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.- viertel- jährt, ausschl. Bestellg. Zei lenpretS: lokal 15Pft auswärts 20 Pfennig. Derantwortlich für den politischen Teil: L. Anderson; s. Feuilleton und »Vermischtes" P. Wittko: für .Stadt u. ßanbN und »Gerichts- Hotationsörud und Verlag der vrilhl'schen Univ.-Vuch- und Skinönidertl. H. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei! Schulftrshe 7. Anz-«g-nieü°?'H^'BeL m. 220 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Kamillen- blätter viermal in der Woche beigelegt und Zweimal wöchentlich das Kreisblatt für den Kreis Gießen. Fernsprech-An- schlußf.d. Redaktion 112 Verlag u. Expedition 51 Adresse Mr Depeschenr Anzeiger Vietze». Annahme mh Anzeigen für die LageSnummer bi- vormittags 10 Uhr. Metzener Anzch General-Anzeiger für Oberheßen a Iie Wahlrechtsreform in Sachsen. Man schreibt uns aus Dresden: In der abgelaufenen Woche haben hier die Urwahlen t; stattgefunden, die über die Erneuerung eines Drittels des sächsischen Landtages entscheiden sollen. Obwohl die Wählst männer erst am 26. d. Mts. zur Wahl der Abgeordneten zusammenkommen, so läßt sich doch bereits heute konsta- j Heren, daß das Ergebnis ein Ruck n a ch lin ks sein wird, 1 dessen Kosten die Konservativen mit sechs Mandaten zu tragen haben. Dies Resultat ist um deswillen besonders n bedeutungsvoll, weil der am 15. Oktober zusammentretcnde t Landtag sich mit einer Reform des Wahlrechts zu befassen haben wird, deren Schicksal wesentlich von dem ; Verhalten der noch immer die Mehrheit besitzenden Kon- I servativen abhängt. Der neue Minister des Innern, Graf von Hohenthal hat mit seinem Entwurf zur Beseitigung - des Klajsenwahlrechts sich von vornherein das Wohlwollen !der Konservativen verscherzt, die in dem jetzigen Wahlrecht und der veralteten Wahlkreiseinteilung von 1864 mit gutem Grunde das Hauptbollwerk ihrer Macht sehen und deshalb jeder Reform abgeneigt sind. Offiziell lassen sie freilich verkünden, daß sie nur mit diesem Entwurf sich nicht befreunden können und deshalb einen eigenen t, Entwurf im Landtage vorlegen wollen. Die Grundzüge j dieses Entwurfs aber, die jetzt bekannt gegeben wer- n den, zeigen, daß der Entwurf nur einem Scheinmanöver " sein Dasein verdankt und keineswegs darauf berechnet - ist, angenommen zu werden. Der Entwurf soll sich an das Zensuswahlrecht von 1868 anlehnen, aber den Zensus so weit hinaufsetzen, daß damit „entsprechende Kautelen j gegen die Ueberflutung der Kammer durch die Sozial- „ demokratie" gegeben werden. Das heißt einfach, Zehn- tausenden von Wählern, die jetzt ein Wahlrecht haben, j dieses nehmen. Und vollends wie Spott klingt es, wenn 3 nach dem konservativen Vorschlag die so entrechteten Wähler in einer „angemessenen" Anzahl von Wahlkreisen zusammengesaßt werden sollen. Natürlich wird ein solches Wahlgesetz von der Linken, wie auch von den Nationalliberalen abgelehnt werden. 5 Das ist aber gerade die Absicht der Konservativen, die dann die anderen Parteien als Widersacher der Wahl- rejorm hiustellen werden. Die Konservativen verkünden, daß ihre ganze Fraktion, mit alleiniger Ausnahme des ' Abg. Behrens (eines geborenen Oldenburgers), einmütig in dieser Frage sei, und daß auch die Partei geschlossen hinter der Fraktion stehe. Dabei hat erst kürzlich eine zahlreich besuchte Versammlung des konservativen Vereins zu Dresden eine sehr liberal gefärbte Kritik des Abg. Behrens an dem Regierungsentwurf mit lebhaftem Beifall ausgenommen, und ein Mitglied der Negierung selbst, der Legationsrat von Nostitz vom Auswärtigen Amt, hat dieser Kritii zugestimmt. Die Spaltung in der konservativen Partei Sachsens, die von den führenden Parteiblättern geleugnet wird, ist also offenbar, und soll auch bereits zu Fehden innerhalb der Parteileitung geführt haben. Aber alles das wird den Hohenthalschen Entwurf nicht retten können. Schon heute läßt sich behaupten, daß er von allen Parteien mit mehr oder weniger Vorbehalten abgelehnt ist, und keinesfalls die nach der Verfassung erforderliche Zweidrittelmehrheit finden wird. Eine Vorlage, die den innerhalb 40 Jahren erfolgten Bevölkerungszuwachs bei der Neueinteilung der Wahlkreise einfach ignoriert und die indirekte Wahl, die auf der einen Seite beseitigt wird, auf der anderen durch ein Hintertürchen wieder hereinschmuggelt, darf auch nicht Gesetz werden. Ein neues Goethemuseum in Frankfurt a. M. Man schreibt uns aus Frankfurt: | In diesem Sommer waren es 10 Jahre, daß in Frankfurt das Goethemuseum im Anschluß an das Goethehaus ms Leben getreten ist. Die Zahl der Besucher, die alljährlich zum Geburtshause des Großen pilgern und sich die reichen Sammlungen ansehen, die mit seinem Leben und Wirken zusammenhängen, hat sich seit jener Zeit nahezu - verdoppelt. Rund 40 000 Personen haben bereits in diesem I Jahre das Goethehaus und die dazu gehörigen Sammlungen besucht. Besonders gewachsen ist die Zahl der Ausländer, Franzosen, Engländer und Amerikaner. Die Goethebiblio- thet umfaßt heute 35 000 Bände, sehr reichhaltig ift auch die ' Handschriften- und Gemäldesammlung aus Goethes Zeiten. Längst ist man sich darüber klar, daß ein Neubau für das Goethemuseum geschassen werden muß und nun soll es damit in absehbarer Zeit tatsächlich ernst werden. Die Stadt Frankfurt hat schon vor längerer Zeit zwei dem i Goethehause benachbarte Gebäude am Gr. Hirschgraben und am Salzhaus käuflich erworben. Man wird sie in absehbarer Zeit niederlegen und an ihrer Stelle den Neubau für das j Goethemuseum errichten. Man plant einen imposanten Eck- . bau im Stile von 1790, ähnlich dem alten Goethehaus. Keine sklavische Nachahmung, die ja auch nicht möglich ist, weil eben lein Wohnhaus gebaut werden soll. Ans Goethe- Haus selbst schließt der Neubau mit einem Geschoß an, damit das historische Eckfenster sreibleibt, er erhebt sich dann weiterhin zweistöckig bis um die Ecke am Salz-Haus, wo der Haupteingang geschaffen wird. Der Eingang für die Besucher wirb nach wie vor durchs alte Goethehaus im Hirschgraben sein. Durch das stimmungsvolle Gärtchen wandelnd betritt man dann das alte Museum, das mit dem Neubau direlte Verbindung erhält. Im neuen Hause selbst wird der Besucher zuerst das Gemäldezimmer des Königs- Graf Hohenthal wird einsehen müssen, daß es ein schwerer Fehler gewesen ist, Wahlrechtsreform und Wahlkreiseinteilung wieder in eilte einzige Vorlage hineinzupacken, und so die Reform von vornherein ohne Unterbau zu lassen, anstatt erst die Wahlkreise neu einzuteilen und dann das eigentliche Reformgesetz einzubringen. Fällt jetzt sein Entwurf, so bleibt dem Minister nichts übrig, als die Auflösung der zweiten Kammer beim Könige zu beantragen. Von der neuen Zusammensetzung der zweiten Kammer wird es dann abhängen, ob der Minister mit seinen Re- sormplänen durchdringt. Erleidet er abermals eine Niederlage, so wird er nicht anders können, als fein Partefeuille in die Hände des Königs zurückzulegen. ■ ------------■—*———I■ II ■ ■■■! . I, Kie oSagc in Marok.io. Die letzten Meldungen aus Marokko lauten teilweise recht widerspruchsvoll, teilweise geradezu unglaubwürdig. So bezeichnen die Nachrichten aus Rabat die Lage in der Stadt als ziemlich besorgniserregend. Die Ursache hierfür sei darin zu suchen, daß dort Briefe von beiden Sultanen eingetroffen seien und daß die Bewohner sich in zwei Parteien geteilt hätten. Die offiziellen Telegramme stellen hingegen die Lage in Tanger und Rabat als ruhig dar. 160 Eingeborene seien nach Casablanca zu- rückgekehrt'; sie hätten berichtet, daß unter den Stämmen sich die Gerüchte von der Wiederherstellung des Friedens hartnäckig erhielten. Die „Times" meldet aus Tanger: Am Tage nach seiner Abreise aus Fes befahl der Sultan Abdul Asis die Einkerkerung seines intelligentesten Ratgebers, Abbas ben Dauds, der die Eifersucht der reaktionären Vezire erregt hatte. Sein Besitztum soll eingezogen und seine Familie vertrieben werden. Auch eine Meldung des Wolsfschen Tel.-Bureaus aus Tanger bestätigt die Nachricht von der Gefangennahme Ben Dauds. Bei Ben Daud, dem Verwalter der Staatsdomänen und Tempelgüter, seien Briefe gefunden worden, die er nach Marrakesch bringen sollte. Es sollte dadurch eine Verschwörung gegen den Sultan Abdul Asis angezettelt werden. Ben Daud wurde am Freitag abend im Lager von Abdul Asis gefangen genommen. Recht wenig wahrscheinlich laufet eine Meldung, die von der Mannschaft des Dampfers Pelayo nach Eadix gebracht worden ist. Hiernach sollen die beiden Sultane sich geeinigt haben, die Macht zu teilen. Ferner teilt die erwähnte Mannschaft noch mit, daß die Franzosen in Casablanca zu überwintern gedächten. Aus Casablanca wird übrigens unter dem 18. Sept, gemeldet : Die Lage ist unverändert. Die französischen Truppen haben sich daraus beschränkt, den gewöhnlichen Kundschaftsritt vorzunehmen. Der französische Gesandte besichtigte das spanische Lager und wird morgen dem Konsularkorps sowie den spanischen und französischen Offizieren ein großes Diner geben. Sehr ernst scheint man die gegenwärtige Lage in Casablanca also wohl nicht anzusehen, wenn man, wie hier gemeldet wird, noch Zeit und Stimmung zu großen Diners hat; aber es ist offenbar nicht überall so ruhig wie in Casablanca: Der „Berl. Lokalanz." meldet aus Paris: „Der marokkanische Gegensultan M u l e Y H a f i d beschlagnahmte die Villa eines Deutschen in Marrakesch, namens Hans Richter, weil dieser von Abdul Asis seinerzeit begünstigt worden war und sich jetzt weigerte, für den Gegensultan Partei zu nehmen." Aus Tanger wird berichtet, daß die britische Regierung die Bedingungen Raisulis für die Freileutnants, Comte de Thorane, betreten, das in einstiger Schönheit wiederhergesteilt wird und 86 Einzeldarstellungen der Frankfurter Maler Seekatz, Schütz und Trautmann enthält. Frankfurter Kunstfreunde haben diese Sammlung erworben und sie dem Museum zum Geschenk gemacht. Aus Mangel an Raum kann sie zurzeit noch nicht passend unter» gebracht werden. Im Obergeschoß des Neubaus werden die alljährlich um rund 2000 Bände sich vermehrende Bibliothek, Lesezimmer rc. untergebracht werden. Das Gebäude wird aus städtischen Mitteln errichtet und einen Kostenaufwand von 3—400 000 Mk. erfordern. Die Verwaltung behält das Freie deutsche Hochstift, das auch die dadurch entstehenden Kosten nach wie vor deckt. An der Spitze bleibt der Pros. Dr. Heuer, der seit einigen Jahrzehnten mit Fleiß und Sachverständnis die Frankfurter Goethe- sammlungen rc. zusammengebracht hat. Nach Vollendung und Einrichtung des neuen Go et he museums wird Frankfurt ein Institut besitzen, das weit vollkommener ist, wie das Goethe-Schiller-Archiv in Weimar und das Schillermuseum in Marbach. In seiner Reichhaltigkeit und Eigenart wird es nicht nur für den Laien hochinteressantes bieten, sondern auch für die Männer der Wissenschaft aller Länder eine Quelle für eingehende Studien Goethes und seiner Zeit nach allen Richtungen hin sein können. D. N a ch s ch r i f t d e r N e d a k t i o n: Die Räume im GeburtS- hause Goethe's sind ja freilich z. Zt. ebenso überfüllt und lehrhaft museumSmäßig, wie die Tichterhäuser in Weimar, und ihre Befreiung von all den gelehrten Sammlungen, die heute die alten engen Räume des Frankfurter Goethehauses so wechelos, so kalt und trostlos gestalten, daß man in ihnen zur rechten träumerischen Stimmung, zur inneren Sammlung, zu mnerlicher Gehobenheit nicht gelangen kann, märe ja recht wünschenswert. Sie könnten dann vielleicht in jener Weise wieder hergerichtet werden, in der sie sich zu Goethe's Jugendzeit präsentierten. Damit wäre jedenfalls viel gewonnen im Sinne der Pietät. Aehnliches plant man ja zurzeit auch in Weimar. Aber ein neues großes Goethe-Museum, lassnng Macleans als unannehmbar erklärt hat. Der Deutsche Stein wachs, der als einer der letzten Europäer Marrakesch verließ, ist angeblich von Muley Hafid beauftragt habe, Waffen und Munition, auch Schnell- feuergeschütze, in Europa anzukaufen. Muley Hafid soll ihm Kreditbriefe über 80000 Pfund Sterling mitgegeben haben. Man meldet ätns ferner: London, 18. Sept. Heute wurde das Schreiben veröffentlicht, das der Sekretär der Ueberseeliga an Sir Edward Grey richtete, und in dem er diesen bat, voml Staatsschatz eine Su m m e zu erwirken, um die englischen Untertanen für den schweren Verlust schadlos zu halten, den sie in Casablanca dadurch erlitten hätten, daß der französische Oberbefehlshaber nur einige wenige Truppen landete. Der Staatssekretär antwortete, über solche Verluste, die beim englischen Konsulat in Casablanca angemeldet würden, würde er in entsprechender Zeit in Erwägungen eintreten; er könne jedoch int Augenblick keine Gewißheit darüber geben, wozu die Regierung sich entschließen werde. Bekanntlich hat die deutsche Regierung den geschädigten Deutschen sofort eine vorläufige Unterstützung zuteil wer- den lassen.____________________________________________________ politische Tagesschau. Ter Entwurf des ReichsveretNi-gesetzes. Uebcr den im Reiä)samt des Innern ansgearbciteten Entwurf eines Reichs-Vereins- und Versammlnngs- g e s e tz e s sind bei den Besprechungen in Norderney und Berlin den Führern der sogenannten Blockparteien des Reichstages Mitteilungen gemacht worden. Wie man annimmt, handelt es sich darum, daß sich die Regierung ovr der endgültigen Festsetzung' des Entwurfs vergewissern wollte, ob er im großen uno ganzen den Wünschen der Rechten und Linken entspreche und damit auf eine Mehrheit im Reichstage zn rechnen haben werde. Ob dieser Erfolg erreicht wurde, bleibt abzuwarten, die Mitteilungen, die den Parlamentariern vertraulich gemacht wurden, werden von diesen ebenso vertraulich behandelt und trotz der Üicht geringen Zahl der Mittvisser sind zuverlässige Mitteilungen bisher nicht über den Inhalt des Entwurfs in die Oeffentlichkeit gelangt. Deutsches Reich. Berlin, 18. Sept. Das „Militär - Wochenbl." meldet: Der Kronprinz des deutschen Reiches und von Preußen, Haupt, mann im 1. Garde-Regiment zu Fuß wurde von dem Kommando zur Dienstleistung beim Regiment Gardes du Corps enthoben und zum Major befördert. — Die Kaiserin ist heute von Wilhelmshöhe in bestem Wohlbefinden nach Berlin zurückgerehrt. — Das „Berl. Tgbl." meldet: König Friedrich August von Sachsen stürzte gestern vom Pferde bei einer Attaque im Mcmöverselde der 24. Division unu zog sich geringe Verletzungen zu. Ter König konnte aber den. Ritt fortsetzen. — Kolonialdirektor Dernburg ist gestern von Taborah zurückgekehrt und wieder in Rluansa am Viktoria Nyanza eingetroffen. Karlsruhe, 19. Sept. Der Großherzog von Baden ist seit Sonntag an Darmstörungen ernstlich erkrankt. Seit gestern ist jedoch eine Besserung in feinem Befinden eingetreten. Hamburg, 18. Sept. Die Bürgerschaft tcahm heute ohne Debatte den Senatsantrag betresfeno die Belvilligung von 14 Millionen Mark zur Vergrößerung und Neueinrichtung des ältesten der drei Hamburger Gas w er ke an. Trier, 19. Sept. Dem Pfarrer Weber auZ Sehlem, dem die Regierung wegen seiner Agitation bei der Reichstagswahl bereits früher die Ortsschul- Jnfpektion entzog, ist jetzt auch die Erteilung des Re li gj o n § *■ IXn t errichteS nn t er f a gt worden. das alles, was da an Goethe erinnert, rubriziert und katalogisiert und auf- und nebeneinander häuft, wäre vielleicht für das wissen- ichaslliche Studtum, den Goethe-Forscher von Wert, für den Goethe-V e r e l) r e r aber, für den, dem Goethe die Welt bedeutet, der unbefangenen Sinnes sein Bestes dem ©rohen entgegen trügt, der den Olympier als den obersten Meister aller Ktmst liebt mit der ganzen Glut eines für alles Hohe und Edle und Schöne be- geifterten Herzens, der wird in einem solchen Hause wenig finden. — Auf dem 7 9. Deutschen Naturforscher- und Aerztetage zu Dresden sprach Universitätsprofessor Dr. B. Kenyeres (Klausenbnrg) über die falschen Auslegungen Sachver-- ständiger bei einer Ritual Mordanklage der Vergangenheit. Wie die Strafprozesse von Könitz, Polna belveisen, ist der Aberglaube des Ritnalmordes noch immer nicht erloschen. Gleich Kohlen unter der Asche glimmt er weiter und niemand kann wissen, wann er wieder einmal zu hellen Flammen angefacht wird. Die allgemeine Aufklärung, die ihn aus der Welt schafft, wird sicher noch lange auf sich warten lassen. Bis dahin hat die Wissenschaft die Pflicht, einesteils eventuell vorkommende verdäwtige Fälle der Wahrheit gemäß zu klären, andernteils die Fälle der Vergangenheit, die eventuell als Beispiele herangezogen werden könnten, zu beleuchten. Von großer Bedeutung in dieser Beziehung ist das Werk des Reichstagsabg. Karl v. Eötvös, welches den weltberühmten Prozeß von Tisza-Eszlar in aktemnäßiger Dar- stellung enthält. Der Vortragende erläuterte einen von Eötvös erwähnten Fall ans der Vergangenheit. Im Jahre 1764 verschwindet ein Knabe von fünf Jahren und wird ant dritten Tage cilä Leiche im Walde vorgefunden. Der Verdacht eines Ritualmordes wird besonders dadurch bestärkt, daß Sachverständige am norper hebräische Buchstaben erkennen. Der Verdacht ist so stark, daß bei zwei Verdächtigten auf ein Verhör unter Folteranwendung erkannt wird. Einer beendet im Laufe der Untersuchung sein Leben int Kerker, der andere und die übrigen Angeklagten mürben sreigesprochen. Der Vortragende beweist an einem Oel- geinalbe, welches seinerzeit von der Leiche verfertigt lvurde, daß die verdächtigen Zeichen einfach Leichenerscheinungen sind, ent- standen durch FäuljiiZ bei Lage des Körpers auf unebenem Grunde. r 1 AöonnemenLs-Kinladung. »I II ** Aus St ß< Pi ft f 5 r r V J' wird im musikalischen Teil der Feier mitwirken. = Beuern, 18. Sept. Bei der gestern hier vorgenommenen Gemeinderatswahlswahl herrschte früheren Jahren gegenüber rege Beteiligung. Es wurden neugewählt Geschirrhändler Hrch. Emil Walther mit 108, Musiker und Schneidermstr. Dan. Ldw. Sommerlab mit 84 Neue Judenverfolgungen. Odessa, 19. Sept. Am Dienstag abend während des Gottesdienstes anläßlich des Bersöh- nungstages drang Militär und Polizei in die SYn a- goge ein und veranstalteten eine mehrstündige Durchsuchung. fr lg at A Aus Stabt uttO Land. Gießen, 19. September 1907. -n. Rödgen (Kr. Gießen), 19. Sept. Durch den unbedachten Streich eines Kindes ist ein elfjähriges Mädchen namens Schmidt von hier um das eine Auge gekommen. Die Kinder hatten beim Heimweg von der ttitO Flotte. — Das »Militärwochenblatt" berichtet kurz über die Versuche mit dem lenkbaren Luftschiffe, die unter An- Wesenheit bezw. Teilnahme des Chefs des Generalstabcs und des Kriegsministers am 14. September auf dem Schießplätze Tegel bei Berlin stattfanden. Ter Bericht betont die vollständige Lenkbarkeit des Luftschiffes und die bewundernswerte Genauigkeit und Ruhe bei der jedesmaligen Landung und sagt schließlich, über die Brauchbarkeit und Verwendbarkeit des Pasevalschen unstarren Systems können Zweifel nicht mehr bestehen. r i gcbung gehört hatten, daß der Mörder yeure inrwgen nach dem Tatort verbracht werden sollte, hatten sich viele Hunderte cus allen Standen, besonders auch aus Arbeitcrkreisen, mit Stöcken 2c bewaffnet an den Bahnhof begeben, in der ausgesprochenen Ab- sicht, den Täter zu lynchen. Auch das weibliche Element war stark vertreten. Die Leute gaben offen zu erkennen, daß sie auch auf die begleitende Gendarmerie keine Rücksicht nehmen würden. Die Drohungen wurden immer heftiger und enttäuscht zog alles von dannen, als der Zug um halb acht Uhr einlicf ohne den Mörder zu bringen. Gleiche Zusammenrottungen hatten später in und um bei Schnakenmühle stattgefunden, wo die Sektion des 12jährigen Töchterchens der Familie Neuroth stattfand. Zu Fuß, zu Wagen und mit dem Rade waren die Bewohner der benachbarten Orte herbeiqeeilt, um den Mörder zu sehen. Benachbarte Steinbrucharbeiter hatten ihr Werkzeug mitgcbracht, um ihn durch einen wohlgezielten Wurf oder Schlag uiederzustrecken. Auch hier konnte man hören, daß die Leute in ihrer Wut erklärten, daß sie die Polizei beseitigen und mit Gewalt zurückhalten wolle, bis sie mit ihm abgerechnet habe. Sicher wäre es heute zu ernsten Auseinandersetzungen gekommen, wobei die Polizei sicher bei der großen Zahl der aufgeregten Menschen (ca. 300) den Kürzeren gezogen hätte. Die Recherchen nach dem Hannes, der den Mörder nach dessen gestriger Angabe, angestiftet haben sollte, ergaben, daß Vieler, eilt gewisser Joh. Kuhn aus Eberstadt bei Darmstadt m der Nachbarschaft bedienstet und früher auch bei Neuroth war. Am vormittag und am nachmittag saß er mit dem Täter und mit Neuroth auf der Kirchweih in Asbach zusammen, wobei er den Neuroth im Gespräch lobte. Dies wies Neuroth zurück, worauf ein unbedeutender Wortwechsel entstand, in dem Martin noch seinen Herrn in Schutz nahm. Schon vorher hatte der Mörder erklärt, es gefalle ihm so gut bei Neuroth, daß er wohl lange dort bleiben werde. Er hatte auch hier seine tätowierten Arme gezeigt und mit seiner^ Kraft renommiert. Es ergibt sich aus diesen Feststellungen, daß M. bei seinen gestrigen Aussagen hier die Unwahrheit gesagt hat. Wegen des Renommierens des M. war Neuroth von dem Lehrer B., der dabei war, gewarnt worden, so daß er, seinen Wein stehen lassend, am abend nach Hause eilte. Seine Befürchtungen waren aber schon eingetreten. Die Beisetzung der beiden Kinder findet am Donnerstag statt. Gießener Anzeiger erscheint sechsmal wöchentlich und unterrichtet seine Leser in zuverlässiger und erschöpfender Weise über die neuesten Tagesereignisse, diewichtigstenHandelsnachrichten und Marktberichte. Ein reichhaltiger und in. teressanter Unterhaltungsstoff, eine regelmäßige la ndwi risch östliche Beilage und ein umfangreicher Anzeigenteil tragen ferner wesentlich dazu bei, den Gießener Anzeiger zu einer der am weitesten verbreiteten und meistgelesenen Zeitungen der Provinz und der Nachbargebicte zu machen. ;■ Som Korps Manöver. Der „Feldzug" im südlichen oogcl3berg hat ein Ende, der Soldat kehrt in die Garnison uirnci und der Refervemann zwU Tage spater zu Vater und Mutter. Heiße und anstrengede Tage liegen hinter den Truppen, recch an Strapazen waren die Manöver in dem bergigen Gelände, und nicht selten gab es Entbehrungen. Dies! galt besonders von dem Korpsmairöver. Am Mittwoch fand es sein Ende auf beit Höhen um Wolferborn, 'Kefenrod, Rinderüügerr und Leisewald. Das Gefecht, in dem in erster Linie die Artillerie zur Geltung kam, war am ^Dienstag nachmittag zum Stillstand gekommen, die ermüdeten Soldaten kochten ab und pflegten einige Stunden öer Ruhe, die bereits au",geschlagenen Zelte wurden abgebrochen, die Regimenter blieben in Kriegsbereitschaft, da jeden Augenblick ein Angriff zu erwarten war. Mit Einbruch der Dunkelheit begann der Kampf aufs neue und damit für die Infanterie der 25. Division große Umgehnngsrnärsche, die fast die ganze Nacht dauerten. Die 21. Division war im Besitz mehrerer Scheinwerfer, die den Anmarsch des Feindes beleuchteten. Märsche bis zu 25 Kilometer führten die 115 er und 116 er zum Umgehung des linken feindlichen Flügels aus. Das Gelände zeigt hier Gebirgs- I charalter. Liebliche Täler sind zwischen Höhenzügen eingebettet. Die Höhen sind mit Nadelhochwald bestanden und an den Abhängen geben Hecken und Gebüsche für die Trup^n vorzügliche Deckungen ab. Zugleich ist das Gelände dadurch wenig übersichtlich, so daß die Patrouillen und Meldereiter nicht - selten in feindliche Stellungen gerieten. So wurde auch ein Dragoner vom Feind abgo saßt und zu einem Offizier ge,ührt, der ihm die'Meldung ab- ftrderte. Der Dragoner besaß die Geistesgegenwart, soforc den Zettel mit der Meldung vor dm Augen des höheren Offiziers >ii kleine Fetzen zu zerreißen. Der „Feind" erkannte diese Tat I lobend an. Mit Tages'"cwuch waren die Täler noch in dicken Rebel gehüllt, die Höhen blicken frei heraus. Drüben auf dem stark verschanzten Höhenzug von Herzberg bis Rinderbügen lag die 21. Division in starke. Stellung verschanzt. Um tU/2 Uhr I hatte sich die Umgehung vollzogen, und nun begann der Sturm. Es entstand zuerst ein heftiges Artilleriefeuer auf die eiw gegrabene Artillerie der 21. Division. Die hessische Artillerie stand aus den Höhen bei Michelnau, Bmdsachsen und Kcsenrod. Dann brachen mit einem Mal die Jufanteriemasseu aus den. Tale J)c3 Seemenbachst :g>egen die Höhen nach Leisenlvalde zu vor. Sie wurden von der in den Schützengräben liegenden Infanterie mit heftigem Gelvehrfeuer begrüßt. Doch vorwärts wälzten sich die Schützenlinien den Berg hinan. Um 8 Uhr waren bk Höhen von den Hessen genommen. Das ganze Armeekorps nahm eine Parade-Ausstellung auf dem Hochplateau zwischen Leisenwalde und Wolferborn auf. Es folgte dann ein Parademarsch sämtlicher Regimenter des 18. Kvrps vor dem Korpskammandenr von Eichhorn. Je mehr das Manöver dem Ende zu neigte, desto ^höher stieg das Interesse, und so kam es denn, daß sich zu I dem Schlußgefecht und dem anschließenden Parademarsch eine unzählige Menschenmenge eingefunden hatte. Um 10 Uhr rückten die Regimenter vom Paradeplatz ab, die Infanterie nach den Verladeitationen, die Kavallerie- und Artillerie-Regimenter, die den Weg in die Garnison zu Fuß zurücklegen müsset:, in ihre nächsten Quartiere. An den Verladestationen herrschte ein bunt- bewegtes Treiben. Zunächst wurden die Truppen gespeist, bann huldigten sie eifrig dem militärischen Brauch des „Löffelbegrabens", da wurden Mschiedsreden und humoristische Grabreden ^gehalten, Offiziere markiert und Vorgesetzten nachgeahurt, alles unter ben Augen der Vorgesetzten, die den Soldatei. nach sauren Wochen beim Mschied gerne noch ein frohes Fest gönnen. Auf der großen Kriegs ko ch küche zu Wächtersbach ging es bereits früh sehr lebhaft zu. Acht große Kessel sorgten jeder für 640 Portionen Mittagessen, hier wurden die Regimenter 117, 118, 168 und die Unterosfizierschule Biebrich beköstigt. Die 25. Division erhielt ihre Verpflegung aus Ranstadt, die 21. Division aus Virstein. Verladen wurden die 87 er unb_ 88 er in Steinau, die 80 er, 61er und 166 er in Saimünster-Soden, die 115 er und die beiden Abteilungen der schweren Artillerie Nr. 3 in Stockheim, die 116 er und 1. Bat. ,168 in Büdingen, die 117 er, 118 er, die 21er Pioniere und die Telegraphenabteilung in Wächtersbach. Die Reserve der Infanterie iuirb am 20. Sept., die der Kavallerie und Artillerie am 24. Sept, entlassen. Petersburg, 19. Sept. Es werden immer neue 'Einzelheiten über die Gewalttaten bekannt, die am Dienstag von Mitgliedern des Verbandes echt russischer Leute in verschiedenen Teilen Odessas beaanaen wurden i ™ t c £ . - , - Mitglieder des Verbandes überfielen in entlegenen Stadt-1 das eine Mädchen fehle bezirken die Juden mit Revolvern und Messern. Gn der kleinen Schmidt rn da- Ge- Säugling wurde auf dem Arm der Mutter ln bte 9^e beS ®U0e§- . ®ag Auge wurde davon 'durch eine Kugel getötet. Ein Jude wurde durch ß"izimdet, so daß das Mädchen in die Klinik nach Gießen 'Schlagen mit einer Drahtpeitsche umgebracht. Insgesamt I mußte. sich, um schlimmeres wurden fünf Juden getötet und 25 verwundet. Die Wer- verhüten, die Entfernung des Auges notwendig. Ent- bändler tauchten aller Orten in Gruppen von 50 Mann auf 9«tUö °.bcrs e5, und verrichteten trotz des Eingreifens der Polizei ihr furcht- in da- Auge, wodurch leicht -tuberkulöse bares Werk, bis die Polizei von der Waffe Gebrauch machte entstehen kann. 20 tnnrbo,. , J t.- c ■r - r- V' r 1 ’ i Dropes ^usseyen erreg: Eötvös hat mit bewunderungsw-rtcm Scharfsinn di- o“ b« »er Ij o f tun g etort hort ansässigen, Fehler der Sachverständigenbeweise entdeckt und die Revisionbe3 besten Rufes erfreuenden 40fahrrgen Schuh- rhrer Tätigkeit erwirkt. Wir sehen in seinem Werke, wie sich machermeisters. Er steht im Verdacht, sich an seiner der große Prozeß durch Mitwirken verschiedener Faktoren auf- 12jährigen Tochter vergangen zu haben. Das Kind tvar schon baut und dann im Lichte der Wahrheit doch zusammenstürzt, früher verdorben und verkehrte mit einen: 5^errn, der es Ern sehr lehrreiches Buch für die Praxis der Strafrechtspflege öfter an der Wohnung abholte. Die Mutter erfuh-r von können nur kaum flnden. , dem Verhältnis und nahm die Tochter vor, die gestand, daß ,PT «nn f lrt des Main- sie mit dem Vater in unerlaubter Beziehung stand. Das Esel und FuhrleuU aeweibt war^ Mädchen sollte Anzeige gegen den unbekannten Herrn er- d-- allen, aut rümychen Grundmauern ruhenden Dtadlmam^ hatten Auf dem Wege zum Revier redete ihr eine Cousine rrn Kästrrch. Der Altar zeigt auf der linken Seite einen Baurn bu' ite foI(e bcm Kommis,ar auch von dem Verkehr mit dem auf der rechten eine Kanne und ein Schöpfgefäß. Er flammt s^atcc sagen, damit das endlich aufhöre. Das Mädchen tat, anscheinend aus dem Jahre 200 n. Ehr. wie es die Cousine wollte. Der Vater wurde daraufhin Kleine Kunftch r o n i k. Der Schwank „H u s a r en - verhaftet. fi e be r" von ^kowronnek, einem früheren Redakteur der „Franks. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Jlg. , ging im Lu'it,pielhaus zu Berlin kürzlich zum 250. Male N a ch b ar sl a.a l e n. Erschofsen wurde zwischen Ottersheim und ui Lzene. Eine Bühnenbearbeitung des Oskar Wildeschen Ziuettelheim auf dem Heimwege der 24jährige Buchhalter Eduard Romans „Don a n G r a y" bot dem Publikum des Josefstädter Hatzenbühler und durch einen Schuß s ch w e r v e r l e tz t der Etzeanrs zu Wien eine unerträgliche Mischung von distinguierter Lorenz Lichtenberger, beide von Ottersheim. Fünf Schüsse VuigciuCile uiio Pöoclhafter ^chauerromanlik. Der Beifall galt waren auf sie aus dem Walde abgefeuert worden, wovon 2 trafen, der lorgsaltigen Ausführung. — Die Frankfurter Erben des Fünf der Untat verdächtige Burschen wurden verhaftet.— Der ä^ss tt^abu Part,er Kuiipmazens Kann beabsichtigen ein wert- Zuhrmann Georg Ho tu aus Vilbel stürzte von seinem be- volles Uemaloe aus dem Kaunschen Nachlaß bem Städels chen ladenen Heuwagen, geriet unter diesen und erlitt schwere innerliche Institut zu schenken und betreffs der Auswahl desselben sind schon Verletzungen. seit einiger Zeit Verhandlungen eingeleitet. — Lähar und — - — -- Ziehrer, die beiden populären Wiener Operettenlömponisten, Der Raubmord im Odenwald. werden im Früchahr an der Spitze des Wiener Tonlünstler- sd, Darmstadt, 18. Sept Orchesters eine Tournee durch Deutschland und Oesterreich ab-. Die Empörung der Bevölkerung gegen den Mörder ist solvieres» außerordentlich, Da die Bewohner, poü Beinheini und 11m- Auslerno. Haag, 18. Sept. Nach einer Depesche ans Batavia ist eine Patrouille unter Leutnant de Braeouier am 9. Sept, bei einem Angriff auf eine feindliche Stellung am Bu- donbndouflnß in Mandy au mit schwere u Verlusten z u r ü ck g e s ch l a g e u worden. Loudon, 18. Sept. Zwei Mitglieder der Boulog- ueser Haudelswelt sind gestern in Hastings ein getroffen, wo sie vom Bürgermeister und den "Gemeiuderats- mitgliederu festlich empfangen ivnrden. In einem Toast ans König Eduard erklärte einer der französischen Herren: Wenn Frankreich keine Republik wäre, so wünschte es sich einen König, w ie König! Eduard. Paris, 18. Sept. Ans Blois wird berichtet, daß heute morgen 80 Ursulinerinnen in Anwendung des Bereiusgesetzes aus gewiesen worden sind. Die Ausweisung erfolgte ohne jeglichen Zwischenfall. Mehrere hundert Personen geleiteten sie zum Bahnhöfe. Petersburg, 18. Sept. Auf der Station Kvdyma zwischen Kiew und Odessa versuchten nachts zwei Unbekannte, wahrscheinlich um zu stehlen, in einen Salond wagen desGroßfürsten Konstantin einzudrin - gen. Der eine wurde verhaftet, der andere entfloh. Helsiugfors, 18. Sept. Das Anspnmpen des Wassers aus dem „S t a n d a r d" geht so erfolgreich vor sich, daß die Wohnräume der Kaiserjacht bereits wasserfrei sind und die elektrische Beleuchtung wieder funktioniert. Neben der Unsallstelle ist jetzt eine 15 Fuß tiefe Sandbank bemerkbar. Ein in vergangener Nacht wütender Sturm ver- änderte die Lage der Kaiserjacht nicht. Unruhe» in Apulien. Rom, 18. Sept. Die in einigen auswärtigen Blättern verbreiteten Nachrichten über ernste Unruhen der Landarbeiter in Apulien sind, wie die „Agenzia Stesaui" meidet, übertrieben. In mehreren Gemeinden der Provinzen Bari und Foggia haben sich in den letzten Tagen Streiks von Landarbeitern mit einigen Zwischenfällen, die aber nicht von nennenswerter Bedeutung lvaren, ereignet. Nur in Canossa wurde, bei Z".sammeustößen zwischen Streikenden und Arbeitswilligen eine Person getötet und mehrere verwundet. Die Regierung hat die zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung notweu- digen Maßnahmen getroffen. Eöseubahn-Zeitung. Berlin, 18. Sept. Die Betriebseinnahmen der preußisch-hessischen Staatseisenbahnen zeigen im August einen Mehreingang gegenüber dem Vorjahr von zusammen 12,9 Millionen Mark, wovon 4,2 Millionen auf den Personenverkehr, 7,3 Millionen auf den Güterverkehr, 1,4 Millionen auf die sonstigen Einnahmequellen entfallen. Dem Fernersiehenden überraschend könnte angesichts der Mindereinnahmen im Juni und Juli die hohe Mehreinnahme des August aus dem Personenverkehr sein, zumal darin der Ausfall von 0,7 Millionen Mark enthalten ist, der sich rechnungsmäßig aus der Per- oueutarifreform ergibt. Es ist indessen früher auf die Verschiebungen hingewiesen worden, die zwischen ben einzelnen Monaten durch Fortfall der Rückfahrkarten sich ergeben. Der Augu^ bildet für einen großen Teil des Landes den Schluß der Ferienreisen, die früher fast ausschließlich auf Gruud vou Rückfahrkarten, Rundreiseheften und bergt zurückgelegt würben. Der Betrag für bie Rückreise floß im Vorjahre noch ben Monaten ber Lösung ber Fahrkarten ür bie Hinfahrt zu, also Juni und Juli. In diesem Jahr dagegen gelangt er erst im August in bie Staatskasse. Diesem entgehen bafür bie Einnahmen für bie Rückfahrt aus Rückfahrkarten, bie im Vorjahr im August gelöst würben. Man würbe für einen gewöhnlichen Monat wohl annehmen können, baß Zuwachs unb Abgang sich annähernd ausgleichen werben. Für ben August aber trifft bies aus ben angegebenen Grünben offensichtlich nicht zu. Die Wirkung bieser Verhältnisse wirb anscheinenb baburch verschärft, baß im Vorjahr am 1. August bie Fahrkartensteuer zur Einführung gelangte, so baß manche Fahrkarten noch int Juli gekauft würben, währenb in biejem Jubre umgekehrt viele burch bas schlechte Wetter im Juni uno Juli veranlaßt würben, bie Erholungsreisen so weit als möglich hinauszuschieben. Aber auch nach Abzug dieser Einflüsse zeigen die Einnahmen aus dem Personenverkehr eine Steigerung, welche von einer anhaltenden Lebhaftigkeit des gesamten Wirtschaftslebens Kunde gibt. Den gleichen Eindruck erweckt die Mehreinnahme von rund 7 Prozent aus dem Güterverkehr, woraus man nach den Wagengestel- lungszisfern im Kohlenverkehr nicht rechnen konnte und die auf eine große Lebhaftigkeit des allgemeinen Wagen- ladungsverkehrs schließen läßt. Die angegebenen Mehreinnahmen beziehen sich auf das Vorjahr. Die preußische Etatsveranschlagung rechnet mit einer Mehreinnahme von rund 70 Millionen Mark gegenüber dem Vorjahr. Selbst wenn die Betriebseinnahmen dem bisherigen Verhältnisse entsprechend weiterwachsen und demgemäß ben Anschlag, wenn nicht im Personenverkehr, so im Güterverkehr, überschreiten sollten, erscheint es angesichts ber ungemein an* wachsenbeu Ausgaben zweifelhaft, ob ber veranschlagte Be- triebsüberschuß erreicht werben kann. * Der Kronprinz. Aus Berlin wirb berichtet: Seit mehr als Jahressrfft ist der deutsche Kronprinz Abonnent eines größeren Berliner Z e i t n n g s n a ch r i ch t e n b u r e a u 8, das ihm sämtliche in der Presse auftauchenden Notizen über seine eigene Persönlichkeit, die Kronprinzessin, den jüngsten Erben des Hohenzollern-Thrones und (last not least) seine Schwiegermutter, die verwitwete Großherzogin Anastasia von Mecklenburg, liefert, außerdem die gesamten 9tachrichten über die Regimenter, deren Ches, und die zahlreichen Vereine, deren Protektor er ist. Daß der Kronprinz bestrebt ist, die Stimmung des Volkes kennen zu lernen, insofern sie sich in ben Spalten der Tagesblätter widerspiegelt, geht aus dem Umstande hervor, daß er ausdrücklich verlangt hat, ihm Alles ohne Rücksicht-" zu übermitteln, was die Leitungen über ihn und die kronprinzliche Familie auch schreiben mögen. • (5* i n Doppelrnord ist in Stederdorf bei Peine fvinnnouct) verübt worden. ^n der Wohnung des Werkstätten- Arbeiters Schultze sind nach gewaltsamer Oeffnung die Frau Schultze iinb ihr üjähriges Töchterchen mit durchschnittener 5lehle im Bette lot aufgesunoen worden. Tie Tat ist wahrscheiltlich schon iu der Nacht von Montag mtf Dienstag verübt worden, weil man da zum letzten Mal, um 3 Uhr nachts ein Geräusch iu der Wohnung gehört Hatz Seit dieser Zeit ivar die Wohnung verschlossen. Zwei erwachsene Töchter befanden sich außerhalb der Wohnung und entgingen so einem ähnlichen Schicksal. Ter Ehemann Schitltze ist der Täter. Er hat sich nach der Tat an einem Baurn außerhalb des TorscS erhängt. Vermutllch hat vor deut Mord em 5\nnwi [tnttgeinrbeii, da man zahlreiche Blutspuren im Zimmer entdeckte. * ©in Bankraub. Zwei Unbekannte erschienen am Mittwoch in der Filiale der Bank von Montreux beim Kursaal und ließen Banknoten wechseln. Plötzlich zog einer einen Revolver, tötete den allein anwesenden Kassierer durch einen Schuß in den Kopf; beide raubten dann den Kassenschrank aus und entflohen. Der Schuß war aber gehört worden. Es entspann sich eine wilde Jagd nach den Verbrechern, die mit Revolvern um sich feuerten. Dabei wurden drei Personen verwundet. Schließlich wurden die Räuber eingeholt und verhaftet. Die beiden hatten dem Bankkasfierer Güdel einen deutschen Fünfmarkschein zum Wechseln übergeben. Während er diesen wechselte, wurde er niedergeschossen. Die Mörder behaupten, Spanier zu sein; der eine will Paul »Mietet heißen, der andere Maxim Danielofs; doch scheint es sicher, daß beide Namen falsch und beide Russen sind. Man sand bei ihnen Gold, Silbergeld, einen Dolch, 50 Revolverpatronen und, in den Kleidern versteckt, einen leinenen Sack, der anscheinend zur Aufnahme des Raubes bestimmt war. Kleine Tageschronik. Das Familiendrama in der Michaelkirchstraße zu Berlin hat noch ein weiteres — das dritte — Opfer gefordert. Im Krankenhause ist die 7jährige Tochter des Portiers Lorber an den Folgen des von ihrem Vater auf sie abgegebenen Schusses gestorben. — Vor der Wohnung seiner Geliebten, der Buchhalterin Frieda Seidel erschoß sich der 29 Jahre alte Handlungsgehilfe Albert Schilling. — Die Handelslehrerin Marie Franke, die vom Schneidemühler Schwurgericht wegen Betrugs gegen den Eisenbahnfiskus durch unerlaubte Benutzung eines Eisenbahnfreifahrtscheines zwei Monate Gefängnis erhielt, wurde vom Kaiser zu 300 Ml. Geldstrafe begnadigt. Bei Schweidnitz wurde auf einem Ackergrundstück die 22jährige Stieftochter des Gasthofbesitzers Tietze aus Julians- dorf ermordet ausgefunden. Es liegt Lustmord vor. Von dem Täter fehlt jede Spur. In Neunkirchen ereignete sich ein schwerer Unfall. Von zwei dicht aufeinander folgenden Wagen der elektrischen Straßenbahn fuhr der eine plötzlich eine Böschung hinab und in den anderen Wagen hinein. Durch den Zusammenstoß wurden zwei Frauen und ein Knabe getötet, sowie mehrere Personen verletzt. Untersuchung ist eingeleitet. Ein Personenzug Hannover-Soltau-Hamburg überfuhr Dienstag nachmittag zwischen Schwarspedt und Eikelot ein G e s p a n n des Gemeindevorstehers Wichmann. Die beiden Pferde wurden von der Maschine zerrissen und die Kadaver weit fort- geschleuderi. Der 15jährige Sohn Wichmanns, der das Gespann führte und die Pferde nicht früh genug anhalten konnte, wurde vom Wagen geschleudert und kam neben die Maschine zu liegen, blieb jedoch unverletzt. Ein Automobil mit französischen Insassen stieß unterhalb Freudenberg (Franken) infolge Platzens eines Pneumatik an eine Mauer. Zwei Personen wurden schwer, vier leicht v e r l e tz t. — Der Senior der juristischen Fakultät und Lehrer für Kirchenrecht an der Universität Göttingen, Professor Richard D o v e, ist im Alter von 75 Jahren g e st o r b e n. Märkte. fe. Frankfurt n. M., 19. Sept. (Tclegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Vteh'.uarkt- pretse. Zum Verkaufe standen: 33 Ochsen, 00 aus Oesterreich 3 Bullen, 0 aus Oesterreich, 111 Kühe, Ferjeu, Stiere und Rinder, 00 aus Rumänien, 00 Kälber, 00 Schafe und Hämmel, 0 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 0 Schaüämmer. Bezahlt wurde für das Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1 Qualität 84—85 Mk., 2. Qualität 76—78 Mk., 3. Qualität 68-70 Mk.; Bullen: 1. Qual. 70—72, 2. Qual. 65-67; Kühe 1. Qualität 70-76 Mk., 2. Qual. 71-74 Mk., 3. Qual. 63-65 Mk., 4. Qual. 00-00 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber I.Qual. 40—00 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg., 2. Qualität 00-00 Pfg., Lebendgewicht 00 — 00 Pfg., Schlachtgew. 00-00 Pfg.; Schafe: 1. Qual. 84—00 Pfg., 2. Quast 78—80 Pfg. — Geschäft: lebhaft, Uebersland unbedeutend. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Freitag betf 20. September: Heiter und trocken. Nachts kalt bis zu leichten Nachtfrösten. Leichte östliche Winde. Vriginal-Drahtmelvunge«. Neunkirchen, 19. Sept. Nach neueren Feststellungen wurden bei dem gestrigen Straßenbahn-Unfall eine Frau und ein Knabe getötet, sowie werter 2 Personen schwer und 3 leicht verletzt. Paris, 19. Sept. Nach dem „Eclair" bestehen zwi- schenFrankreichundSpanienerheblicheDisse-' renzenwegenderBesetzung Tangers, da Spanien die unbedingte Vorherrschaft beansprucht. — Der Marine- minister ordnete an, die Ausrüstungsarbeiten an den Panzerschiffen des Mittelmeergeschwaders sollten so beschleunigt werden, daß ein Teil der Schiffe schon im Oktober nach Marokko abgehen kann. Paris, 19. Sept. Detr letzten Meldungen aus Tanger zufolge ist in Rabat alles ruhig. Der Torpedojäger Bombarde, der den Verkehr zwischen Casablanca und Tanger sichert, wird ersetzt werden. Die beiden Panzerschiffe Admiral Aube und Gloire kehren ebenfalls »nach Frankreich zurück, um sich einigen leichten Reparaturen zu unterziehen. Der Stamm der Mekudras hat sein Lager 20 Kilometer süd< östlich von Casablanca aufgeschlagen. Washington, 19. Sept. Sofort nach dem Eintreffen der Nachricht über die Explosion an Bord des j a p a n i- s ch e n Kreuzers T a f u m a r u hat die amerikanische Regierung ein Kondolenz-Telegramm an die japanische Regierung gesandt. Auch Präsident Roosevelt sowie der Marineminister sandten Telegramme. KohleMefeemrg. Für die Chirurgische Nniversitäts-Klinik soll für die Zeit vom 15. Oktober 1907 dis 31. März 1908, aus dem Wege der öffentlichen Ausschreibung die Lieferung von ca. 300 Zentner Nußkohlen und ca. 7000 Zentner Hüttenkoks vergeben werden. Die Bedingungen sowie der Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 liegen auf dem Nerwaltiingsbiireau an den Wochentagen von 3 bis 5 Uhr offen. Angebote, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, sind bis ziun Donnerstag, ben 26. Sept. 1007, mittags 12 Uhr auf dem BerwatlungSbureau abziigebeu. Die Zuschlagssrist beträgt 8 Tage. Gießen, den 16. September 1907. Großh. Direktion der Chirurgischen Klinik. Poppert. b17/9 Vergebung von Bauarbeiter! Die für die Erbauung eines eisernen Fiißgängerstcges über die Lumda in Treis erforderlichen Arbeiten unb Lieferungen im Voranschlagsbetrage von 2200 Mk., worunter die Lieferung von ca. 4400 kg Träger unb 70 Ifb. m Geländer sollen im Wege des öffentlichen Angebotes vergeben werden. Die Angebotsunterlagen liegen auf dem Bureau des Unterzeichneten Zimmer Nr. 17 während der Dienststunden ziir Einsicht der Interessenten offen. Angebote mit entsprechender Aufschrift versehen sind verschlossen und portofrei bis spätestens Donnerstag, den 26. September d. Fs., nach;«. 4 Uhr auf Großh. Bürgermeisterei TreiS einzureichen, woselbst die Eröffnung in Gegenwart etiva erschienener Bewerber erfolgt. Gießen, den 17. September 1907. Der Großh. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen. I. V.: Kalbfleisch. b18/9 Obstversteigerung. Montag, den 23. dss. Mts., soll das hiesige Gemeinde- obst, bestehend in Zwetschen und Birnen, versteigert werden. Ter Anfang ist morgens 10 Uhr im Ort. Grüningen, den 19. September 1907. Gilbert, Bürgermeister. 5904 GoetheSChUiMMadial Prlvatreaischule, verb. mit Vorschule u. Pensionat Reifezeugnisse berecht. z. einj.-freiw. Militärdienst, Mäss.Pen- sionsprs., gut. Verpfleg, u.gewissh. Beaufsicht. Prosp. d. d. Direkt. Ingenieurschule u Mannheim städtisch subventionierte höhere techn. Lehranstalt für die Gebiete Architektur, Hoch- u. Tiefbau Maschinenbau, Elektrotechnik und Hüttenkunde 1743 Beginn des Wintersemesters: 16. Oktober TTjp ITirpktioil Programm kostenlos durch das Sekretariat.-L/1C-L711 c L ——' Kursus für Musterzeichnen, Zuschneiden und Kleidermachen erteilt JL. Benner, Aflclwkg 31. Beginn 1. Oktober 1907. ~W 06873 -—__Anmeldungen werden jederzeit entgegen genommen. ~~—— Guflkv-A-ais-Fkst in Annerod. Der Zweigverein Gießen feiert sein diesjähriges Gustav-Adolf- Fest in Lttinerod am Sonntag, den 22. September. Beginn des Gottesdienstes nachmittags 2 Uhr. Feüvredlger: Pmrrer AUwohn aus Rockenberg. Jahresbericht: Obertonßüorialrat Euler aus Gießen. Ansprachen in der Nachversammlung: Pfarrer Fischer, Alten-Buseck und Pfarrer Ausseld, Gießen. , Bei gutem Wetter ist die 'Nachversammung aus der Platte. Jeder Freund der Gupav-Adols-Sache ist herzlich eingeladen. Annerod, den 18. September 1907. Dlo/0 Der Kirchenvorstand. GrMWdeMsW-chS M Meseck. WltbÄvgeV! Samstag, den 21. September 1907, nachm. von 3 bis 7 Uhr findet die Wahl von 4 Gemeinderats-' Mitgliedern statt. Wollt Ihr nun als Gerneiudevertreter tüchtige Männer haben, die jederzeit bereit sind, ihre ganze Kraft zum Wohle der Gemeinde einzusetzen, so wählt, die üom Bürg-r-'-Verein aufgestellten Kandidaten Daniel Erb II. Heinrich Schreiner I. Ludwig Daupert Carl Völzel I. Dariun kann ein Jeder, dem es am Wohle der Gemeinde gelegen ist, nur seine Stimme obigen Herren geben. 5899 Der Bnrgerverein Wieseck 15 stets frisch 5717 Jakob Maternus Ecke Kiinik- und Frankfurters*!». Telephon 337 3~ L üratherisage, filisfiiiarckneriii^e, Marinirte Meringe, Rollmöpse, lioIL Veil-Heringe Stück 5 Ptg. i/ aus reinstem Cascara-Sagrada, Extrakt hergestellt wirken prompt ian<5 sicher. In allen Fällen, wo der Darm seine für die Gesundheit | erforderlichen Funktionen mangelhaft oder unregelmässig aus- I übt, sind „Cascara Dr. Adler“ ein mngenstärkeudes, blut- i reinigendes, idealwirkendes Pursativmittel. 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Oltover 1907, vormittags 11 Vs Uhr, nach hier emzureichen. [hv17/0 Zuschlags frist: 4 Wochen. Boll- endungsmst: ie 14 Tage. Marburg, d. 16. September 07. königliche Eisenbahn - BetriebSinfpektion. K 53/07 B2 3 *-/8 Donnerstag d. 26. September 1907, nachmittags 3 Uhr, werden die vor dem Namen des August Gottlieb Kames in Gießen stehenden Grundstücke der Gemarkung Gießen l/12437/io = 350 qm Hofrcite auf dem Gartfeld l/12448/10 — 44 qm Grabgarten daselbst auf hiesigem Ortsgericht öffentlich meistbietend versteigert. Auswärtige Bieter haben sich über ihre Zahlungsfähigkeit genügend auszuweisen. Gießen, den 21. August 1907. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. Versteigerung. Freitag den Sept. l. F., vormittags 10 Uhr, sollen im stadt. Pfandlolale, Seltersweg 11 dahier, verschiedene Mobiliargegen- stünde, 1 Badewanne mit Badeofen, 1 Motorrad, 1 Partie Werkholz, 2 Pferde, 1 Wagen, 1 Kaffenschrank, mehrere Kannen Lack u. v. a. versteigert werden. [5857 Gemmecker, Pfandmeister. la. 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