Nr. 292 157. Jahrgang Donnersmg, 1%. ^ezemoer 1907 Erschein! iik^ich mll Ausnahme befi Sonntags. Die ..Tkeßencr §ami!ienb!ätter^ werden dem ^Anzeiger* oiermal wöchentlich beigelegt. das „Krctsblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Der ..hessische Landwirt" erscheint nwnatltd) einmal. HlljvlyK Generai-Anzeiger für Gberhessen fTMaHimgtmitf und Verlag ber Drllblsschen Uzuoekjttäks - Buch- unö eitinOrudtieL ÖL Lange, Gießen. Nedaktlon, Erpeditton unb Druckerei; Echul» stratze 7. Expedition und Verlag: öL Reoaltlome^ 112. TeL-Adr^ AnLeigerGteßen. Deutscher Reichstag. 71. Sitzung, Mittwoch, 11. Dezember. Sfm Tische des Bundesrats: b. Bethmann-.Hollweg, Frhr. b. Stengel, b. Schön, Dr. b. Körner. Vizepräsident Dr. Paasche eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 15 Min. TaS deutsch-britische HandelSProbisorium. Nach Erledigung bon Rechnungssachen wird der Gesetzentwurf betreffend die Handelsbeziehungen zum britischen Reiche ohne jebc Wortinelbung in dritter Lesung berabschicdct. Der Zrppclin-Nachlragsctat geht, gleichfalls ohne sede Erörterung, auf Antrag des Frhrn. b. R i ch r h o f e n t(Ionf.) an die B u d g e t k o mm i s s i o n. h Das Bcreinsgesetz. (Dritter Tag.), f Wg. Dindewal- (Rfp.): Der Entwurf enlft'Nchr unseren Erwartungen nicht, da er nur in Kleinigkeiten Verbesserungen bringt. Wenn der Entwurf nicht böllig umgearüeitet wirb, so besteht kein schwacher Schimmer auf Annahme. Gerade die Bestimmungen über M i t g l i e d e r I i st e n , Jugend! i ch e und Frauen sind für uns u n a n n e h ni b a r. Wir wollen die Frau nicht aus der Heiligkeit der Familie in die Politik hinab- zichen. Mit dieseni Vercinsgeseh, das für Süddcutschland eine Verschlechterung bedeutet, ist die Blockpolitik zu teuer erkauft. Wir Hessen schlucken nichts, ehe wir es uns genau besehen haben. Jungens gehören^ nicht in politische Versammlungen; die Beratung ernster Männer darf nicht durch Radaubrüder gestört werden. Vindewald erzählt aus seiner reichen Agitationspraxis. Die Nationalliberale7i werden ja dies Gesetz mit Haut und Haaren schlucken; aber dann streichen Sie aus Jbrcm Namen das Wort liberal! Abg. Wetterle (Zentr., Els.)': Abgesehen vom § 7 ist dies Gesetz viel besser als das unserem Landesausschus; vor 2 Jahren borgelegte. Freilich, es kommt auf die Person des Spenders.an: ein Geiziger kann auch mit Wenigem ein Verschwender sein, und wir sind boin Bundesrat wirklich nicht berwöhnt. Der Redner äußert indes erhebliche Bedenken gegen wesentliche Punkte der Vorlage. Er erklärt sich in ähnlichem Sinne wie der Vorredner gegen die Beseitigung der Altersgrenze und ist auch gegen die unbeschränkte Zulassung der Frauen. Geht dies Gesetz so durch, dann haben wir im nächsten Jahre hier eine Frauenbewegung wie in England, auch für das passive Wahlrecht, und mancher Abgeordnete wird dann sein weiches Herz entdecken! Der § 7 bedeutet aber für uns einen gewaltigen Rückschritt! Der Franz war unartig, deshalb soll der Theodor und der Richard und die Wally büßen — wegen der Polen auch die Dänen und Masuren und Elsässer und Wallonen! Es liegt fnt Interesse des Einzelnen und auch des Staate?, daß jeder Bürger über seine politischen und wirtschaftlichen Rechte belehrt wird, und es ist geradezu unerhört, Leute, bloß weil sie .ttne fremde Sbrache sprechen, bom politischen Leben eines ganzen Landes ausschließen zu wollen. Die Mini st er kriegen wir ja bon Berlin mit Postauftrag z u g c schickt! (.Heiterkeit.) Die Deutschen im AuZlande würden es sich ber- bitten, so behandelt zu werden wie hier die Polen. Nur in einem §lronlande haben es die Engländer den Preußen borgemacht, und nach Jahrhunderten ist Irland noch nicht moralisch annektiert. Wir aber, wir Elsässer, wir haben uns zwei Jahrhunderte lang unter französischer Herrschaft die deutsche Sprache bewahrt. Lasse man doch die Finger bom NationalgefühI! Wonach wollen Sie das bemessen? Eine jede Partei hier hat schon zu den Reichsfeindcu gehört. Wenn Fürst Radziwill hier erklärt, der Vorwurf ist falsch, dann hat man die Pflicht, ihm als ehrlichen Mann zu glauben! Wir wissen, wie man eine Vebölkcrung im tiefsten Innern mifrütteln kann. Gibt es überhaupt eine deutsche Sprache? Oder gibt es nicht vielmehr deutsche Sprachen? E i n Berliner und ein Hochbayer verstehen sich ja überhaupt nicht, oder ein Pommer und ein Rheinländer. Daher innß erst D der Kommission festgestellt werden, welche deutsche Mundart als rutsche Sprache gelten soll. (Heiterkeit.), Abg. Schickert (kons.): Das Schicksal des Sprachen- Paragraphen ist zieuilich ungewiß. Unter den litauischen Bewohnern ist eine lebhaste Beunruhigung entstanden; sie ist in einer Petition zum Ausdruck gekommen. Dichtere Litauer wohnen sogar auf der Tribüne dieses Hauses den Verhandlungen bei. Sie fürchten, daß ihnen die litauische Sprache in den Ver- sammlimgen genommen werden soll, oder daß die Anwendung von der Genehmigung der Verwaltungsbehörden abhängen soll. Die Litauer beklagen sich im off gerne inert nicht über da? Verhalten der Staatsbehörden. Sie erkennen freimütig und dankbar die Wohltaten an, die den litauischen Landesteilen zuteil geworden sind. Sie beklagen sich auch nicht über die Vorschriften über die An- wendung der deutschen Sprache hn Schulunterricht. Sie wissen wohl, daß ihre Kinder deutsch lernen müssen, wenn sie etwas werden wollen. Sie beklagen sich aber über die Air und Wette, wie diese Vorschriften angetyendct werden. Darüber wird im preußischen Abgeordnctenhause noch zu reden sein. Durch die falsche Anwendung dieser Vorschriften ist ein tiefgehendes Mißtrauen bei den Litauern entstanden. Sie haben darum auch jetzt kein Vertrauen zu den Versprechimgen der Staatsbehörden. Das ist kein politischer Gegensatz zu dem preußischen Staat und hat auch nichts mit einem nationalen Gegensatz zu dem deutschen Reich zu tun. Die Litauer fühlen sich als ein notwendiges Glied unseres Staates, unseres staatlichen Gemeinwesens, dessen Lasten sie willig tragen.. Sic bekennen sich willig und treu zu ihrem Landesherrn. Sie sind stolz darauf, daß preußische Regimenter die Bezeichnung „litauisch" als Ehrenuntcrscbeidung tragen. Ich erinnere auch an das Nationaldenkmal in Memel, das gemeineBuben eine Schandsäule genannthaben. Ich erinnere daran, daß die Wiedergeburt Preußens gerade in Litauen ihren Anfang nahm. Es hieße die Litauer aufs schwerste beleidigen, wenn man ihnen staatsgefährliche Tendenzen unterschieben wollte. Wir verlangen eine gesetzliche Feststellung, eine Ausnahme int § 7 oder Abänderung des Paragraphen. Das Gleiche gilt für Masnren und Wcnben. Abg. Dr. Spahn '(Ztr.)' betritt unter allgemeiner Spanmmg die Tribüne. Die Tlbgeordneten drängen um das Podium. Er beginnt mit einer Erividerung auf die gestrige Rede des Dr. Müller-Meiningen. Was das Alimentieren der Kirche durch den Staat anlangt, so meinen wir, daß der Staat sich viel mehr durch die Kirche alimentieren läßt (lebhafter Beifall beim Zentrum), Kirche und Staat sind nebengeordnet, sie haben sich zu berständigen. Wer hat auf den Kulturkampf hingewiesen? Tas ist der Gesetzentwurf selbst. Wenn aber auch Orden und Kongregationen aus dem Gesetz ausgeschlossen sein sollen, so ist das für uns kein Grund, am Gesetze nicht mitzuarbeiten. Was hat denn Herr Trimborn getan? Dr. Spahn hält eine längere Verteidigungsrede für Trimborn gegen Dr. Müller. Bewegte sich denn die Kritik dc§ Herrn Müller auf anderen Bahnen als die Trimborns? Ich gebe zu, ba§ Zentrum hat feine Stellung zur Frauen frage geändert. Aber damals, 1902, in jener Sitzung, da hat auch noch einer sich gegen das Wahlrecht der Frauen ausgesprochen, das war Herr Dr. Müller- Meiningen! (Halloh und Gejohle des Zentrums, Dr. Müller- Meiningen springt auf. — Lasten Sie mi b ausreden —: Er tat es, weil es unerreichbar war. (Dr. Müller-Meiningen rüst: Na also!) Itnb Trimborn hat damals für den Kommistionsbcschluß gesprochen, der doch das Versammlungsrecht der Frauen in sozialpolitischen Dingen konzedierte. Unsere Kompromißpolitik hält uns Herr Müller-Meiningen bor. Es kommt nur darauf an, was man unter Kompromiß versteht. Wir haben in Verfassungsfragen uns prinzipiell niemals auf Kompromisse einae- lasten, und soweit wir e§ getan haben, ist e§ nur geschehen, irm vorwärts zu kommen, niemals zu einem RückschritL .(Lebhafter Beifall des Zentritms.) Der § 71 Ich meine, für einen Fortschrittler müßte e§ doch oberster Grundsatz fein: Gleichheit aller Volksgenossen! (Beifall des Zentrums.) Darüber helfen Zitate und allgemeine Wendungen, man müsse der Regierung Machtnrittcl geben usw., nicht hinweg Mit dem Zitieren eines Wortes des berewigteu Erzbischofs von Stablcwski bon bor 30 Jahren ist es nicht getan, Herr Minister. Sie haben zu beweisen, daß die polnische Agitation eine Gefahr für Preußen und Deutschland ist. (Beifall bei Zentrum und Polen.) — Dr. Spahn redet über Friedrich Paulsen, über Modernismus und S y l l a b u s. — Ich weiß nicht, ob Herr Pachnickc bei: Syllabus kennt (Heiterkeit des Zentrums), aber die Verhältnisse des Reichstags berübrt er gewiß nicht. (Lebhafter Beifall des Zentrums.) Auch die Wissenschaft als solche nicht. Der Syllabus berührt nur die Theologie und auch nicht die deutsche. Er hat zur Zeit nur Bedeutung für die romanischen Länder. (Tic Abgeordneten hören den langen Ausführungen Dr. Spahns hierüber lautlos zu. Links ruft man gegen das Zentrum: Sie lachen heute ja gar nickst! Sofort beginnt der Zentrumschor sich al§ Chor der Lache zu betätigen, Heiterkeit links.) Dr. Spahn spricht über die Fälle Jatho, Cesar usw. Ich glaube. Sie werden uns das Zeugnis geben, daß wir bom Boden der Christus- gläubigkeit und bom deutschen Standpunkte aus alle Fragen der modernen Kultur betrachten. (Beifall im Zentrum.) Sie klagen über unseren Hohn gegen die Blockpolitik. Der Hohn wäre unmöglich gewesen, ohne den Anlaß zum Hohn. (Beifall.iin Zentrum.) Ich Iveis; nicht, ob e? wahr ist, daß die „Kölnische Volkszeitung" als die Eintrittskarte zum Himmel- r e i di bezeichnet ist. Es ist eine Geschmacklosigkeit, das zu sagen, auch hier hn Reicbstage. (Beifall im Zentrum.) Ihr Zweifel wegen unserer Stellung zum Koalitionsrecht der Landarbeiter ist unbegründet. Dr. Heim steht durchaus nicht allein; auch Dr. Lieber sprach im gleichen Sinne und selbst Herold, der doch selbst Landwirt ist. Warum sollen wir auch in Norddeutschland uns anders verhalten als in Süddeutschland! Sie tun so, als ob wir die Sklabenketten der Sozialdemokratie trügen. Wir haben nicht notig, der Sozialdemokratie Heeresfolge zu leisten, und wir werden es nicht tun, auch nicht aus takti'chen Gründen. Für unser Vcrbaltcn und unsere Taktik bleibt ausschließlich maßgebend die fachliche Erivä- guug (Zuruf link»: Das ist nicht wahr!) — zu der wir aus Ge- wistenZgründen verpflichtet sind (Beifall im Zentrum), und wir werden uns bei diesen sachlichen Gründen bon unserem Programm leiten lassen: Für Wahrheit, Freiheit und Recht! (Lebhafter Beifall rechts, Gelächter links.) Abg. Evcrling (Hosp, der Natl.): Herr Trimborn hat vorgestern einen Husarenritt unternommen, einen Rekognoszie- rungsritt, bei dem er sehr schlecht abgeschnitten bat. (Gelächter im Zentrum.) Er verlangt die Einbeziehung der Orden und Kongregationen in das Gesetz. Wenn das Zentrum die Absicht hat, Bestandteile des Religiansgesetzes in das Vereinsgesctz hineinzu- arbeitcn, den Taleranzantrag usw., dann wird das ein 51 ult ur- kampf mit umgekehrter Front. (Gelächter im Zentrum.) TaS wird dann ein Kulturkampf, der bon Ihnen in der Mitte ausgeht. (Erneutes Gelächter im Zentrum.) Herr Spahn hat ja nun allerdings anscheinend zum Rückzug geblasen. (Lachen im Zentrum.) Ich will es nicht eine Rückzugskanonade nennen, denn es waren ja keine Kanonen da- ßei, — biclleicht aber kanonisches Recht. (Stürmische Heiterkeit.) Tie schwierige Frage des Verhältnistes bon Staat und Kirche können wir hier nicht erörtern, das hätte im Reichstage gar keinen Zweck. Deshalb wünschen wir auch nicht, daß durch vas Reichsreligionsgesetz eine Kompetenzerweiterung des Reichstages für die religiösen Fragen entsteht. Tie Besprechung dieser Frage von der Tribüne des Parlaments fördert ihre Entwicklung im Volksleben durchaus nicht. Wir müsten bermeidcn, speziell bom konfessionellen Standpunkt Zu sprechen. . Wir haben nur den Standpunkt des Staates unb ber Nation zu biescn Fragen zu behandeln. Wie gefährlich und bcrhängnisboll würde es sein, und welche Erregung würbe es Herborrufen, wenn int Vereinsgcsetz bie Freibeit der Kongregationen unb Prozessionen in bem Umfange festgesetzt werden würbe, wie es baZ Zentrum nach den Ausführungen Trimborns unb nach ben diplomatischen Aeußerungen Spahns geplant zu haben scheint. Tie Prozessionen haben schon jetzt in Bayern und Preußen Vorrechte, die sie behalten würden. Sie machen schon setzt eine Verkehrsstörung aus. (Lachen im Zenftum.) Sie sind nicht zu bcrgleicTien mit anderen Festzügen, denn sie bewegen sich sehr langsam. Sie stören aber nicht nur den Verkehr, sondern auch den konfessionellen Frieden. Wir wollen nicht bie Prozessionen aus überwiegen!) katholischen Gegenben verdrängen; in Gegenden u.bcrww- gend evangelischen Charakters sind sie aber durchaus nicht am Platze. Der Redner spricht über die Frage der Kongregationen und unter dem Gelächter des Zentrums über dessen VerwandlungS- kunst, zum Beispiel gegenüber dem Begriffe Toleranz. Hoffentlich werden die B o n n e r V o r g ä n g e im Preutzischeti Abgkordnetcii- hause eingehend und gründlich im nationalen Interesse behandelt werden. J.' Die Zentrumspresse hat in letzter Zett zur Verwirrung der innerpolitischen Verhältnisse das Menschenmöglichste gelesitet. Tau^ sende von Artikeln sind nur mit dem Zwecke geschrieben worden,^ die Blockparteien auseinander zu reißen. Das ist die große Sehnsucht der Zentrumsparter.^ (Gelächter im Zentrum.) Wenn dem Zentrumswunsche nachgegeben würde, dann würde eine große konfessiamlle Erregung im Vaterlande entstehen. Wir bedauern jede konfessionelle Zerklüftung und betrachten uns vor allem al§ gemeinsame Vurge^r eines Landcs. (Beifall.) Abg. Legien '(Soz.) : Unbeteiligt, aller nicht ohne' Interesse)^ stehen wir bei diesem konfessionellen.Streit dabei. Die Prozessionetr sind Herrn Eberling wohl weniger ein Greuel wegen ber .Verkehrs-^ storung, als wegen ber Intoleranz. Legien behandelt die Fragen- des KoalitionSrechtö der ländlichen Arbeiter^ der Rechtsfähigkeit der BerufSbereine, und den- Sprachenparagravhen bom Standpunkt her Gewerkschaft-' lichen Tätigkeit. Die Großindristriellen wollten /den deutsch^ sprechenden Arbeitern die Möglichkeit nehmen, sich mit den Polin-, scheu zu berständigen. Nach ber Rede bon Dr. Müller könnten die Freisinnigen für diesen Varagraphen nichts als eine glatte Ab-i leünung haben. Auf bie Anschulbigung, § 7 fei bas Kuhhandels^ obsckt zwischen rechts und links, haben die Freisinnigen nicht gec antwortet. _ __ Nach einer Rede des Abg. b. GhnnnowM '(Pole)',gegen § T und preußische Polenpolitik wird bie Diskussion ge*1 schlossen. Abg. Schwabach '(nl.)' erklärt sein Bedauern, durch ben Schluß der Debatte berhindert zu sein, die bringenden Wünsche der Litauer borzutrageu. Er werde es bei der zweiten Lesung tun. Abg. Wonnnelsdorf (natl.) bedauert, die schiefe Darstellimg der Verhältnisse in Nordschleswig durch Hansen nicht berichtigen zu können. . v Das Vereins gesetz geht an eine Kommissiond o'n] 28 Mitgliedern. Donnerstag: Börsenreform, Wechselprotest.' Schluß 6 Uhr. ■< * < v - ' f./.-# "V Sitzung des Provinzial-Ausschusscs. (L.) .Gießen, 11. Dez. Die Johannes Roth Gl-eleute haben bis Juli 1907 etwa sieben Jahre lang in Liederbach gewohnt. Bon dort verzogen sie mit ihren beiden Kindern nach Storndors, wo die Ehefrau Roth verstarb. Nach ihrem Tode sielen ihre beiden Kinder der Llrmenfürsorge anheim, da der Vater derselben nicht in der Lage war, für den Unterhalt der Kinder auszukommen. Die Gemeinde Storndorf verauslagte für die Zeit vom 1. Juli bis 1. August 1906: 16 Mark Psleggeld, bereit Rückersatz sic von dem O r t s ar m e n v e r b a n d Liederbach fordert. In der heutigen Verhandlung bestritt der Großh. Bürgermeister von Liederbach, daß eine Hilfsbedürftigkeit vorgelegen habe, da Roth feine Kinder »elbst habe ernähren können, wie er dies auch jetzt noch tue. Der Vertreter des klagenden Ortsarmenverbandes hielt die Behauptungen der Klagschrift ausrecht. Der Provinzial- Ausschuß setzte die Entscheidung behnfs weiterer Beweiserhebung aus. . Die Sache: Klage deS Ortsarmenverbandes Sontra gegen den Ortsarmen verband Friedberg; hier Erstattung von Anwattskosten wurde auf Antrag der Parteien vertagt. Gegen die am 4. Mai d. I. zu A l l e r t s h a u s e n vor- aenommeuc B ü r g c r m er st e r w a h l hatten eine Anzahl Wähler Einspruch erhoben mit der Begründung, daß em stimmberechtigter Wühler nachträglich aus der Wahlttste gestrichen worden sei, sowie daß bei der nach der Wahl stattgesundeuen Losziehung, die infolge von Stimmengleichheit erforderlich wurde, unlautere Manipulationen vorgenommen worden seien, die das Ergebnis der Wahl beeinflußt hätteu. Der Kreisausschuß des Kreises Gießen erachtete diese Reklamation für begründet und erklärte die Wahl für ungültig. Dagegen legte der Anwalt des Gewählten Rekurs bei dem Provinzialausschuß ein, über den heute verhandelt wurde. Der Provinzialausschuß verwarf deu Rekurs kostenfällig. Er erachtete zwar die angeblich bei der Loszieyung stattgefundenen^Gesetzwidrigkeiten nicht als erwiesen und hielt auch die Streichung des einen Stimmberechtigten nicht für ungerechtfertigt. Er erblickte ober darin, daß bei der Losziehung die Oeffent- lick)keit ausgeschlossen worden war, einen Verstoß gegen die bestehenden Vorschriften, der die Ungültigkeit der Wahl zur Folge haben mußte. Meteorölöflischo Beöttrrchrnngen der Station Orießeu. 5,8 Q U •<3 Wetter Himmel 86 WSW 742,4 8.1 11. Dezember --- + 8,4 11. „ = + W -5 U3 SW 11. 11. 12. 741,8 742,5 Dezember!, 1907 Höchste Temperatur am Niedrigste , , SAFETY FÜLLFEDER Wer eine Caw’s Fallfeder einmal benutzt hat, verwendet sie dauernd und mpfiehlt sie weiter. Seit 30 Jahren das beste Fabrikat — schreibt stets — kleckst nicht — kinn nicht auslaufen. Bezug durch Papiergeschäfte. Die Nachahmungen deuten nur die Vorzüge von Caw’s Füllfedern an. ohne sie zu besitzen. Belehrung darüber durch Caw’s illustr. 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Ml. hinter ihr zurück. Fürwahr eine erstaunlich schnelle uno grotze EmtwMimg: Ans der Direttion der Gesellschaft arbeiteten 18äd 80 ^mreauoeantte, 1895 571 und 1906 2108. Die Grundstücke, aus denen dao Geichaftsgeväude ber Gesellschaft steht, sind zusammen 16223 qm groß mit emer bebauten Fläche von 10671 qm. Roch in diesem Monat tomuu eine Mappe mit Bildern aus Dem Geschäftegebaude und um seinem (9uuuöriu an die Geueratageniiiten und JeiUraliniassosiellen ber Gesellschait zum Bersand, wo üe urr jeden Fntere'geriteu zur Ginsickn bereu stehen. Postpalel-Adreßen m« gitma u*r. trtuiafi BrühHche UmveNitärs Vnräeret Siebe«. 3 Bekanntmachung.. Wir machen hierdurch die ergebene Mitteilung, dass sich von Dienstag, iß. Dezember aö unsere beschäftslokalitäten in unserem neuen Bankgebäude Job strase gegenüber der Johanneskirche befinden. 1907 Mutelae titsche Oreditbank Filiale liessen ( Eigene Röstmig, allseitig beliebt ■ MlhimS A UA i .; - -* L r. k biS 7.50 verschiedene Preislagen Kinderschlitten Sportschlitten Bahnhofstr. geeignete, Passende Gegenstände Wollene Schlafdecken Steppdecken LeiLttberdecken Tischdecken Herrenwäsch Kragen. Mauschelt. u.Cravattes amenwäsche Handtücher Unlerzeuge Tischtücher und Servietten Flanell-Hemden Puppen - Steppdecken in allen Furben, Stück von 90 Pfg Seltersweg 22 Telephon 460 Seha11p litten und Walsen in grosser Auswahl. Th®® Wsisi Kunsthandlung — Einrahmung sge schäft Werkstätte für Kunstverglasuugen. Vorführung d. Instrumente jederzeit ohne Kaufzwang Teilzahlung, gern gestattet u Psd. 5 Pfg. v. Psd. billig^ Pfund Mk. 1.- ------ Päckchen von Niederlage der Berndorf. 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