Erstes Blatt 157. Jahrgang Freitag 19. April 1907 Nr. 91 Lrl»-«u1 täglich außer SonniagT. Dem ®te6enci Anzeiger werden im Wechsel mit dem hesfischen Landwirt die Siebener Zamitten- blätter viermal in der Woche beigelegl um zweimal wöchentlich da? ErtUblott fax den Krtls Sieben. Fernsvrech-An- schlußi. d. Redaktion l 12 Verlag u. Expedwon 51 Adresse Mr Depeschen: Anzeiger »letze«. Neapel, 18. April. Der König und die Königin von England sind heute zu Schiss hier eingetroffen. Der hiesige Aufenthalt hat nur einen privaten Charakter,___________________ Deutscher Reichstag. H2. Sitzung am 18. April. Die Beratung des Etats des Reichsauns des Innern, Kapitel „R e i ch s g e s u n d h e i t s a m t', wird fortgefegt. Abg. Prinz Larolath (nL) fragt an, ob irgendwelche Maßnahmen bezw. Anordnungen im Gange feien, um dem Unwesen der schädlichen Ausdünstungen und der übermäßigen Ltaub- erregnngen der Automobile em Ende zu machen. (Bravos.) Abg. S e v e r r n g (Soz.) tritt zunächst ein für vermehrte Anstellung von Aerzten in der Eewerdeaulsicht und empfiehlt sodann eine von feiner Fraktion emgebrachle öiesoluuon Albrecht belr. Arbeiterschutz in Hünen- und Walzwerken und Melalsichlei- rereien. Siotwendig sei vor allem Festsetzung einer höchstens achtstündigen Arbeitsschicht für die m den Feuerbetrieben beschältigteu Arbeiter - ferner allgemeine Einschränkung der Ueberarbeu; weiter strenge Durchführung der ztun Schutze der Arbeiter erlassenen geietzlichen Beslimmiingen und Unfallverhiltungsoorschriften und endlich sanitäre Einrichtungen der Arbeitsräume, Stailbjaugean- lagen in den Melallschleüereieir. Tie Zahl der Unfälle in den Hüllen- und Walzwerken sei eine andauernd große. Deshalb fei auch unerläßlich die Anstellung von Arbeiterkontrolleureu zur Ueberwachuiig der Einhaltung der Schutzvorjchriften. Abg. Wattendorf (Ztr.) fordert Maßnahmen gegen Ein- fchleppiing von peslverdächtigen Natten durch holländische Schiffe in Emden, sowie ferner gegen Ausbreitung der Genickstarre m Westfalen. Abg. Korfantv (Pole) befürwortet eine von von seiner Fraktion eingebrachte Resolution Brandys, die Regleruitg zu ersuchen, zu veranlassen, daß sämtllche Unfalloerhütungsvorschriften und Verordnungen zum Schutz von lieben und Gesundheit in Bergwerken, Eisen-, Blei-, Zinkhullen und ähnlichen Betrieben beschäftigten Arbeiter ihnen in ihrer Muttersprache zur Kenntnis gebracht werden. Abg. H o e f f e I (Rp.) äußert den Wunsch, es möge den jungen Aerzten gestattet sein, das vorgeschriebene praktische Jahr, statt in Kliniken, bei praktischen Aerzten durchziunachen. Tanlens- ivert fei, daß eine der vorliegenden Resolutionen (Jäger u. Gen. Ztr.) fid) and) mit der Wohnungs'rage beinhe. Abg. Tr. Mugdan (Frj. Bp.) tragt an, wie es mit einem Gesetze über die Krankenpflege stehe, eo wertvoll die religiöse Krankenpflege sei, jo genüge sie doch man. — -tie Bereinigung von Verwaltung und Wisienichait, wie, ne im Reichsgejundheils- amt beficoe, halte er nid)t für zweckniäßlg. Staatssekretär Graf Posadowsky erwidert, was einWoh- nungsgesetz anlange, so habe ja vor einigen Jahren Preußen emen Die italienische offiziöse „Agenzia Dtefani" veröffentlicht folgende aus Gasra datierte Note: In privater Form erfolgte die Begegnung der Königs don England und des Königs von Italien. Sie ist ein neuer Beweis der Gefühle persönlicher Zuneigung, welche die beiden Herrscher verbinden. Die Begegnung fei nicht durch politische Zwecke veranlaßt, sie wird aber die best» Wirkung auf die ebenso tief herzlichen Beziehungen zwischen England und Italien ausüben. Tie Begegnung der beiden Herrscher, deren friedliche Gesinnungen bekannt sind, ist für alle Welt das Versprechen und die Bürgschaft des Friedens. Die Blatter Roms widmen der Zusammenkunft sympathische Artikel. „Giornale d'JLalia" begrüßt die Gäste und sagt, die Unterredung habe vor allem den Charakter herzlicher Intimität gehabt, ohne in irgend einer Weise die übereilten Vermutungen zu rechtfertigen, die man daran geknüpft hatte. Die Verbündeten Italiens ebenso wie feine Freunde könnten nicht an der Aufrichtigkeit seiner Absichten zweifeln. „Italia" meint, die Zusammenkunft m Gaeta bedeute lediglich einen Art der Höflichkeit und habe keinen besonderen politischen Zweck gehabt. „Corriere b Italia" schreibt, die Zusammenkunft der beiden Monarchen sei eine Kundgebung der traditionellen Freundschaft zwischen Italien und England und könne nur noch rmmer mehr die verbündeten und befreundeten Mächte mit Zuversicht für die Erhaltung des F r i e d e n s in Europa erfüllen. Dem Berichterstatter des „Berl. Tagebl." erklärte ein englischer Gewährsmann in amtlicher Steilung, in England erwarte man, nach der Reise des Königs die im Mittel- meere mobilisierte englische Flotte noch mehr Dermin b e rn und anderwärts verwenden zu können. Die Londoner Presse erklärt, die deutsche Regierung müsse über die Verhältnisse in England sehr schlecht unterrichtet sein, wenn sie glaube, daß König Eduard nach Gaeta gegangen sei, um Campbell-Bannermans A b - rustungswahn zu unterstützen. Man erklärt, dieser „Atarm" sei durch dieselbe Unruhe hervorgerufen, d^e die auswärtige Politik Deutschlands überhaupt durchdringe. Tas Echo de Paris will erfahren haben, König Viktor Emanuel werde während seiner bevorstehenden M i 11 e i m e e r» fahrt ;tn Cartagena Aufenthalt nehmen, wo spanische Neues aus Rußland. Die ReichSduma setzte die Verhandlungen über die Agrarfrage fort, in deren Verlaufe zwei bäuerliche Mitglieder der Rechten heftige Angriffe gegen die Polen und Israeliten richten und erklären, der Grundbesitz müsse den. Grundeigentümern gegen Bezahlung, aber nicht gegen zu hohe, angenommen und unter bie Bauern verteilt werden. Was die Behauptungen betrifft, so führten die Redner weiter aus, daß die Bauern ungeouoet sind, so muß man sich der Ansicht der Eigentümer anschließen, aber ist es des Adels würdig, die Erde zu bearbeiten? Der Kaiser hat nicht Land genug, deshalb muß es den Grundeigentümern abgenommen werden. Wenn sie die Hergabe verweigern, so muß eine ungeheuer hohe Grundsteuer eingeiührt werden, um die Grundeigentümer anderen Sinnes zu machen. Die Redner riefen auf der Rechten und Linken Beifall hervor. Ter Senat verfügte, daß der Gouverneur von Nischny- Nowgorod, Baron Fredericks, der in die Lidval-Angelegenheit wegen Getreidedefaudation verwickelt ist, wegen Utu tätigtest, Kompetenzüberschrestung und Mißbrauchs der Amtsgewalt ^u eigennützigen Zwecken und ebenso der Vizegouoev- neur Kisjukow vor Gericht gestellt werden. In Lodz nehmen die Ctraßenlämp.e wieder an Umsang zu. Am 1b. ds. wurden im Verwirf der Zusammenstöße ' Arbeiter erschossen und 10 verwundet. Tie Ar. zogen sich schließlich in Massen auf den Friedhof zurück, a -> das Militär sie dort vertrieben haste, entdeckte cs iut Erdreich Eutwuri ausgearbeiiet. Wie weit biciee Projekt ]eyt gelangt icr, wisse er im Augenblick nicht. JederöaUs tue man im Reiche gut, eilt einmal die Gestaltung der Tinge in Preußen abzuwanen. Was die Unterstützung von Baitgenoffenfchasien aus den Kreisen der Beamten und Arbeiter in 'Dhlttäiwertftäiieit anlauge, so steht diese unmittelbar bevor. Ter Automobilvcrkebr habe sich stark ent- wickelt und werbe sich jedenfalls noch weiter cmiuidehu Um fo mehr fei cs berechtigt, bet Zeiten jii erwägen, wie den Uebcl- sländen abg-holieu werden (ömie, und ob cs mögüd) fei, durch Borjchrifteu der Staiibeutivickelmig und dem Beuzmgeruch cut- gegcnjmieten. Es meröe das weiterer tecknufcher Eriahrungcn be- dürfen. Ten Wmtfch des Abg. Wattendori wegen cmcc Eutfetzung einer Kommtision in Lachen der Genickstarre werde er au den Alediznialmimster iveitergeben Abg. B i n d'e >v a l d iRespt.) erörtert bie Frage der Viehseuchen, insbesondere für die Lckiaizucht. Tie scharten AnS- 'iihrnngsbestimmungen des Viehsencbengejetzes seien geeignet, die Vaubivivlfcl)git von der Fortfetznug der Lclüuznchl abzufchrcckcn. Geh. Rat Bumtn entgegnet, die Ldiairände fei m letzter Zeit wesentlich zurückgegangcii. Eme Altlderung des VishjeuchengesttzeS fei nicht nötig. Abg. pengSback (Soz.) wünscht vorerst Maßregeln gegen die Genickstarre, bie m bcr Rheingegend ernst aiülreie und die Be- uölfcnmg beuinuhige. Redner bemängelt dann ine WohnungS- verhältnisse im Reviere Thysfen's.^ Hierauf wirb ein Antrag aus Schluß der Debatte angenommen. Angenommen werben die Resolutionen bett. Wemgcfetz, Wohmmgs- gcfetz und 'jlrbciteviürfoige in Hütten- und Walzwerken. Tte VI uS- gubeii iür bas Reichsgeinnbheitsamt weiden bewilligt. Bet den Ausgaben für die Biologische Anstalt wünscht Abg. Tr. VI r e ii b t cReichspl.) Ausdehnung der Anstalt auf die tropische Pflanzeniveit. Staatsfekretar Gras PosadowSky führt ans: er könne derzeit über das Projekt der Errichtung einer Reid)sani!alt für ZüchinngSveijuche leine günstige Auslumt erteilen. Tas Reich unter» IHitze aber Private unb Gefell>chaiten, die derartige Versuche uor- nehmen. Ter Staalsfekreiar erklärt fid) dann bereit, die Bialon gische Anstalt in weiterem Umtange als bisher kolonialen Zlvecken bieustbar zu machen. Das Kapitel wird bewilligt. Bei dem Kapitel .Patentamt wünscht Abg. Dr. Junck (natL) Herabsetzung der Patentgebühren und tritt für eine Verbesserung der Gehälter der technischen Hülfs- beamten em. Abg. Burlage (Ztr.) schließt sich dem an unb will gleich- ialls eine Herabsetzung der Pateistgebühreu. Abg. Pott hoff (irfg. Vgg.) erkennt ebenfalls die Revisions- bedürftigkeit des Parcntgeietzcs an, wenn feine Partei aud) angesichts dec ®efd)äit61agc ferne Anträge gestellt habe. Staatssekretär Graf Po s a b o w s f y gibt zwar die Reform» bebürftigfeit des Pateurgesetzes zu, kann jedoch eine Roi^lle für öiefe und bie nächste Seifioii nicht in Aussicht stellen. D,e Frage werde auf Grtmb der heutigen Anregungen neuerdings geprüft iverben. Er glaube aber nicht, baß die Regierung fid) bereit finden lafjen werbe, hinsichtlich der Grundsätze bei der Erhebung der Gebühren eine Aeuderung vor dem Erlaß eines neuen Patent- gefetzes eintreten zu lassen. Bei den Ausgaben für das ReichSocrsicheruugSamt bespricht Abg. Becke r-Arnsberg (Ztr.) die große Zunahme der Unfälle in der letzten Zeit. Die Beseitigimg der kleinen Renten werde in den bäuerlichen Kreisen keineswegs Freude erwecken. Er befürwortete dann eine Resolution, m der bie Jnoalidenversicher- üngSanstalten nuigeforbert werden, mehr als bisher lüc bie Be- iriebigimg des WohnungsbedürfntsjeS der mmberbemittelten Bolfs- riafien tätig zu sein. Die Verwaltung des ReichsversicherungS- amteS werde jetzt scheinbar nicht mehr jo Liberal gehaubhabt wie unter Tr. Boedicker. Abg. Tr. M u g d a n (Es. Vpt.) hält die Gehälter der Beamten bei den Schiedsgerichten für ausbesserungsbedürsug. Ten Studenten der Medizin müsse Gelegenheit gegeben werden, auf den Uni- versitäten sich über soziale Medizin und Arbetterfchutz 5x1 informieren. Abg. Neuner (natL) klaat über die Höhe der Beiträge zu den landwirtschaftlichen Beruisgenoffenfchaften. Staalssekretär Graf Posadowsky: Wenn das Resorm- gefetz für das Reichsoersicheruiigsamt vorgelegt wird, werden darin manche Vereinfachungen enthalten sein. Ter Untervid)t in der Gewerbehygiene fönne nur m Verbindung mit anderen Kollegien erfolgen. Daß das Verhältnis zwischen den Schiedsgerichts-Bor- sitzenden und der Jnvalrdenoersicherungsanstalt em schwieriges sei, gestehe er zu. Bet der Reform des Gesetzes werden die Schiedsgerichte auf einheitlicher Gnmdlage aufgebaut werden muffen. Die Resolution Jäger wird angenommen und das Kapitel bewilligt. Ebenso das Kapitel Physikalisch-technische Reichsanjialt unb das Kapitel Kolomalamt. Ferner wird bewilligt das Kapitel Aussick)tsamt für Prlvatoersicherungen. Bor der Abstimmung über den Titel: Ausbau der Hohkonigsburg bezwelselt Abg. 'Dl ü 11 e r-'Dlemingeii (srs. Bolksp.) die Beschlutzfährgteit des HaufeS. Somit muß die Sitzung abgebrochen werden. Weiterberalung morgen. Außerdem Farmerentschädigung in Südwestafrika, kleme Vorlagen. jHe flnififle 'Nummer pmfafjt 10 Keilen, Fie Kegegnung der Könige von England und Italien. WB Gaeta, 18. April. AfS König Viktor Emanuel mit bem Nltnistcr Tittoni und feinem Gefolge heute hier an Bord der englischen Königsjacht „Victoria and Albert^ kam, wurde er votn König Eduard, der Admiralsuntform trug, am Fallreep empfangen. Beide Könige umarmten sich. Dte Begegnung trug den Charakter herzlicher Zuneigung. Bei der Begrüßung beider Vlonarchen brachen die Dlannschaften sämtlicher hier liegender Kriegsschiffe in Hurrarufe aus. Die beiden Könige begaben sich sodann nach dem Königssalon der „Victoria and Albert'. König Eduard und König Viktor Emanuel verweilten zwanzig Rlinuten allein im KönigSsalon, gleichzeitig hatte Tittoni eine einstündige Unterredung mit dem englischen Unterstaalssekretär Sic Charles Hardinge. Llachdem beide Könige den KönigSsalon verlaffen halten, begaben sie sich in den Salon, in dem die Königin von England und die Prinzessin Viktoria sich befanden. Ter König von Italien überreichte beiden prächtige Blumenspenden und unterhielt sich mit ihnen einige Zeil, während König Eduard bie Minister Tittoni unb Mirabello sowie andere Persönlichkeiten ins Gespräch zog. Um IO8/* Uhr kehrte König Viktor Emanuel, während die Geschütze der Kriegsschiffe Salven abseuerten und die Blannschaften in Hurrarufe ausbrachen, nach der italienischen Königsjacht ^Trinacria' zurück. Um 11 Uhr begab sich König Eduard an Bord dec „Trinacria'. Beim Empfang wurden ihm bie königlichen Ehren erwiesen. Betbe Könige begaben sich in beu KönigSsalon ber „Trinacria', wo sie etwa zehn Almuten verweilten, während baS Gefolge auf bem Deck zurückblieb. Um 11 Uhr 20 Alin, kehrte König Ebuacd, während bie Schiffe Salven abgaben und bie Besatzungen Hurrarufe ausbcachten, an Bord ber engl. ktönigSjacht zilrück. Bei dem Früh'stück, das im großen Salon der italie- nischen Königsjacht „Trinacria" statlfand, war die Tafel prächtig mit -Orchideen geschmückt. Zur Rechten des Königs von Italien saßen die Königin Alexandrn, Minister Tittoni, Lord Chamberlain und Vriuister Mirabello; zur Linken Prinzessin Viktoria und Graf Howe, König Eduard saß dem König von Italien gegenüber und hatte zu seiner Rechten bie Gräfin Austin, Ärd Egerton und den General Brusari, zur Linken Frau Charlotte Knollys, General Gras Ponzio Vaglia und Dir Charles Hardinge. Bei Beendigung des Frühstücks stießen die beiden Monarchen mit den Gläsern an und tranken auf ihre Gesundhest. Nach dem Frühstück verließen der König und die Königin von England mit der Prinzessin Viktoria mit ihren Gefolgen unter bem Donner ber Geschütze unb Hurrarufen ber Bejahungen bie „Trinacria". Der Abfchieb zwischen bem König von Italien unb bem englischen Königs paar war überaus herzlich. Um zwei Uhr gingen die Jacht „Viktoria onb Albert" unb bie anderen englischen Schiffe unter dem Donner der Kanonen unb Hurrarufen der Besatzungen in See. Nach Abfahrt ber englischen Schifte begab sich ber König von Italien an Land, um nach Rom zurückzukehreu, do er heute abenb ein treffen wird. Kriegsschiffe sich zum Empfang vereinigen sollen. Von den Jnsanten Carlos und Ferdinand begrüßt und nach Madrid geleitet, würde der König dort einige Tage verweilen und dann von Cattagena aus ferne Mittelmeerfahrt fortfetzen. Als der Trojanerheld Aneas am azurnen Tyrrhener- meer feine alte Amme Cajeta begrub und ihr zu Ehren die Grundlage zu der Stadt legte, die in Italiens Geschichte eine große Rolle spielen sollte, da nahm von hier aus fein Leidenszug ein Ende unb bas Reich ber Latiner entstaub gar halb unter feinen Hänben. Als PiuS IX. int Revolu- rionsjcchre 1848 Rom verlaffen mußte, war Gaeta sein Zufluchtsort, in bem er fast ein Jahr lang weilte. Unb als Franz von Neapel sich in seiner letzten Not auf Gaeta zurückzog, als Viktor Emanneis Truppen bie starke Feste zu Lanb und zu Wasser bestürmten, als Garibalbi Cupua eroberte unb kaum einen Monat später Gavta burch Verrat siel, ba versank mit ihm auch ber Kirchenstaat, bes Papstes weltliche Herrschaft, auf Nimmerwiebersehen unb das geeinte Italien erstanb. Und kaum ein halbes Jahrhundert später hielt Viktor Emanuels Enkel seinen Einzug in Gaeta und mitt hm Albions Herrscher — zu „friedlichem „Familienbesuch". Auf Rapallo folgte Cartagena, auf Cartagena Athen, auf Athen Gasca! Unb mitten Darin steht der große Akteur unb läßt bie Puppen tanzen: ber König Englands. Die römische Presse macht den Versuch, den Besuch nur als einen Akt familiärer Höflichkeit hinzustellen. Die richtet an die deutsche Presse und die öffentliche Meinung bie Mahnung, bie freundlichen Beziehungen Italiens zu den Mächten, die außerhalb des Dreibundes stehen, nicht zu mißdeuten unb nicht bei dem geringsten Windhauch auf- zuzucken, als ob irgendwelche ernste Folgen zu besorgen wären. Italien bleibe bem Dreibunde treu. Italien wolle nur Friedensbote sein. Darum möge man bie Sorgen lassen unb vertrauen. Der Dreibund sei unversehrt. Vordem aber sprach dieselbe Presse frank und frei von einer beabsichtigten „Brüskierung Deuts chlort d s" und Don ber „Antwort auf Rapallo". „Trotz bes amtlichen Dünbnisfes feien bie Gefühle des italienischen Volkes allesamt für England unb Franireich." „Mit Eng- lanb sei Italien trotz bes Dreibunbes am festesten verbündet." Soll nun Eduard Don England solche Stimmungen ins Gegenteil umgeänbert haben? Wir glauben es nicht und kein vcrnünfligev Mensch inuLd glatlden Auch nicht, daß Eduard in Gasta dem König des Mittelmeerstiefels nur Schwänke aus feinem lustigen Leben erzählte. Doch wenn er das jugendliche Herz des SpanierwnigA mit feinen Plänen, feinen Versprechungen uno Hoffnungen erfüllt hat, wer wollte daran zweifeln, daß ihm Italiens Herrscher nicht ebenso willig sein Öhr lieh? Täuschen wir uns nicht. Der Tag von Gasta bedeutet Dielleicht oas letzte Glied in der Kette, die Eduards Gin» kreisungsversuche — um mit bem „Wasserstrahl" ber „Köln. Ztg." zu reben — um Deutschland schlingen wollen. Wir bewundern rückhaltlos die geistige Regsamkeit, die feine Diplomatie des englischen Königs, an der sich unsere zünftige Diplomatie mehr als ein Verspiel nehmen könnte, unb werden es nie bestreiten, daß Eduard VII. einer der Schlauesten ist, die jemals einen Thron geziert haben. Wir werden uns aber auch nicht durch offizielle Beschwich- tigungsphrasen tauschen (affen durch Cartagena, Athen unb Gasta und auf ber Hut sein. O ZlV Ak vff ef»ng6prct»r JBflk ■ w mok itlid)75 Vu otcrtel* Glcheim Anzeigers auswärts ZU tteraitfr General-Anzeiger für Oberhessen «s -Gerichtesaal'. (6 i nft Rotationsdruck und Verlag der vruh?schrn Univ.-Vuch- und Ztetndruckerei. R. Lange. RedaMo«. Erpeditton und vrnckerel: 5AnlNraNe 2. vee. tm der. An- ___ _________ __ 1 ' u neigentetl. öan« «c(f schweigen. ** Ein heiteres Stücklein passierte heute vormittag einem Kanalarbeiter in der Sonnenslraße, In einem bunten Taschentuch wohlverwahrt ruhte dort bei allerlei Werkzeug das umfangreiche Frühstück des Braven. War es nun die leuchteiide Farbe des Tuches oder der kräftige Geruch, der dem Frühstück entstieg — kurz, ein großer Kater halte die Situation erkannt. Mit einem mächtigen Latz riß er das stattliche Bündel an sich und in weiteren mächtigen Lätzen suchte er das Weite damit. Der Arbeiter hinterdrein. _Die Betriebseinnahmen der preußisch-hessischen Staarsersenbahnen brachten im März d.J. gegenüber den Erträgnissen des vorjährigen März, welche das Jahr ivuo bereits nm nahe 15 Millionen Mart überstiegen, eine Mehreinnahme n01l 14»/. Millionen Mark, und zwar von 6,3 Millionen Marr aus dcm Berionenverkehre, voii 4,5 Mill. Mark aus dem Güteroerlehre uuö von rund 4 'Millionen Mark aus sonstigen Elnnahinequeüen. An diesem Jahre siel das Ostersesl aus den 31. Marz, uu ^oifayre aus den 15. April. Jniolgedehen floß m hieien Jahre dem Marz noch em großer Teil der Lslereimiahmen aus dem Personenoerteare zu — uu Eiai veranschlagt zu 3,2 'Millionen Mark —, § vorjährige März eine gleiche Emuaymc nicht haue. Ander ens ualie der öiesinijü^ wtärr zwei Aibensiage weniger. Die gteichwoyi Willigt. , M «n je Lampertheim, 15. April. Vor einigen Wochen war gegen den hiesigen Bürgermeister Boxheimer der Verdacht ausgesprochen worden, daß er an der Beseitigung eines Mäbchens beteiligt gewesen sei. Von der Staatsanwaltschaft, die eine Untersuchung eingeleitet hatte, traf nun nach der ,Frkf. ßtg/ am Samstag die Nachricht em, daß die angestellten eingehenden Ermittelungen auch nicht die Spur eines Verdachtes im Sinne der Leschuldigungen ergeben haben. Daraufhin fand gestern eine äußerst zahlreich besuchte Volksversammlung statt, die sich mit ihrem so schmählich verdächtigten Bürgermeister solidarisch er- klärte. Mit dem Beigeordneten Wegerle und dem Gemeinde- Einnehmer Bär als den Urhebern des Vernichtungskampfes gegen Bürgermeister Boxheimer gingen die einzelnen Redner scharf ins Gericht. . . Marburg, 18. April. In hiesigen Universttatskresten wird mit großer Bestimmtheit erzählt, Mitte Mar werde Professor Harnack das vom Kultusministerrum losgelöste oreuß Uurerri chtsMinisterium^bernehmem^^^ Gießen heilig erfreuliche Anwachsen der städtischen Steuer ist rn erster sind bei Zinre durch neue große Schulhausneubauten,, die irn Bau be- arrjfene ständige Ausstellungshalle, das große städtische Lchwunm- bad 2C. bedingt worden. Der vorläufige vaushaltsetat balair- zrert in Einnahme und Ausgabe mit7Üo6 600Mk. gegen 6 Ö08 080 Mk. im Vorjahr. — Die Erweiterung der st a d t r s ch e n Gasanstalt hat sich als dringend notwendig erwreien. Die Versammlung bewilligte heute für die Aufstellung eii^s dritten Dampfkessels zc. 46 000 W., ebenso wurden Lie Mittel für eine ständige Sonntagsseuerwache während der Lommermonare ve- Dre Begrüßung des Internationalen Kurses fand prv- grammüßig am Sonntag abend im Saale des Hotel Großherzog statt. Mit den Nachmittagszügen waren die Teilnehmer von nah und fern in Gießen eingetroffen und stellten sich von 8 Uhr an am Treffpunkt ein, an dem bald reges Leben herrschte. Gegen 8 Uhr sprach Professor Dr. Sommer warme Worte des Willkomms an die Gäste, die inzwiscyen m stattlicher Schar sich versammelt hatten. Er konslatterte nut Freude und Genugtuung den so deutlichen Erfolg der anfänglia) nur nut Jagen und in Hoffnung auf eine beschränkte Teilnehmerzahl gewagten worden, die einfache Mitteilung an eine Reihe von lzach- Veranstaltung, die einem Bedürfnis der Gegenwart zu entsprechen scheine. Es sei keine Reklame für den Kurs gemacht und Tageszeilschriften und an die. Ministerien einiger Bundesstaaten und des Auslandes habe genügt, um das allseitige Interesse zu westen und sogar verschiedene Ministerien zu veranlassen, Aerzte oder Richter zu entsenden, oder doch ihnen das Kommen zu ermöglichen. Ter Redner sprach sodann dem Hess. Ministerium Dank aus für die Förderung des Kurses, wies auf die in Hessen zwischen Juristen und Gerichtsärzten seit Ungern, bestehende enge Fühlung hin, die für alle Teile so ersprießlich sich eriviesen und sprach Den Wunsch aus, daß allen Erscyienenen Die Tage in Gießen ebensoviel gewünschte Belehrung, Anregung, wie auch genußreiche Stunden bringen möchten, damit sie ebenso befriedigt wieder abreisen möchten, wie die Teilnehmer am vorigen Osterkurs für die Behandlung der angeboren Schwachsinnigen. Für die Stadt hieß Oberbürgermeister M e c u m den Kurs willkommen und versicherte die auswärtigen Herren, daß man erfreut sei, so vielem Wissenseifer Gasnreunoschqst bieten zu können. Es sprachen weiter Geheimrat Professor Dr. B e h a g h e l als Rektor, und Oberstaatsanwalt Theobald für das Großh. Landgericht Gießen. — Nachdem die Gäste in der bei solcher Gelegenheit üblichen Weise sich einzeln durch NameliSneunung der Versammlung uorgesteltt hatten, war an allen Tischen bald eine rege Diskussion im Gange, fodag trotz der „internationalen" Färbung schon sehr bald jener Geist herz.icycu ibmtgegeutommens Überall zu jMrexi war, Hessen jLttlüMW lÄvu her Crolluung von Kongressen und Bereinigungen zu wissenschaftlichen Zwecken i so ost Die Garantie bieten gegenseitigen Verstehens vom ersten ^n'§r rniipen es'uns versagen, aus die Vorstr 2ge und D e- monftr ationen in der Klinik einzugehen. Auch Die aus Einladung Der Herren Kursveranstalter am Dienstag erfol- genDe abendliche gesellige Zusammenkunft tm Hau e Sommer kann hier nur kurz erwähnt werden. Dagegen durfre die Nachmittags- und A b e n d v e r a n )t a l t,u n g .des Mittwoch, zu der die Kursteilnehmer von der Dtadt eilige» laben waren, allgemeines Interesse beanspruchen und auch, weil des privaten Eharatters emoehrend, hier turnen Bericht hüben Dürfen. Eine stattliche Wagenreihe setzte sich nachmittags um 3 Uhr vom Hotel Großherzog in Bewegung. Dran fuhr über Seltersweg, Mäusburg, Vrandplatz, Watttorstratze, Ost-Anlage, Süd-Anlage, Bleich- und Ludwig flraße durch die Läadt, um den Gästen einen Eindruck unseres Gießens zu ermöglichen, worauf e». zum Neubau der Irrenanstalt hinausging. Von den StadtverorDneten erblictten wir Die Herren K i r ch , H e l m, Brück, Jahn und andere, sowie Beigeordneten E n r s aj - mann. Nach rurzem Halt an der Anstalt, deren Plane Professor Dr. Sommer mit Unterstützung des Rcgicrungsbaunieisters Schön erklärte, hierbei einen Exkurs über das hessische ^rren- iv cf en und seinen so liberalen Ausbau gebend, ging es weiter zum Sch iss en berg. _ Trotz des wenig einladenden Wetters war Die Stimmung Die denkbar beste, und die hessische Landschaft sand ihre Ve- wunderer, obwohl ihren Wäldern noch das junge Grün fehlt. Gegen 6V2 Uhr fuhr man zur Stadt zurück, um sich bald nach 8 Uhr in Steins Garten zum Imbiß,, gegeben von der Stadt, zu vereinigen. Der Saal war mit Kübelpflanzen ansprechend | dekoriert. An drei Tafeln saßen die Kursteilnehmer, ,an einer! Ouerkafel fanden die Vertreter der Stadt, darunter unser Oberbürgermeister, die Stadtverordneten Kirch, H a b e r k 0 r n, Gabriel, Helfrich, Löb er, Helm, Platz. Herr Oberbürgermeister Mecum begrüßte die Gaste. Pros. Sommer sprach auf die Stadt, in der seit Den 12 Jahren )einer Anwesenheit Des Trefflichen und Anerttnnenswertim so mew» geleistet sei, dank Dem Zusammenwirken aller, in Der Der Gemein- linn Der Bürger so glänzend sich betätigt habe, z. B. in gingen der Hygiene und nun auch der Kunst, der man eben cur so würdige» Haus zu erbaueii im Begriffe sei. . ; Des weiteren sprachen Stadtverordneter Kirch und von den Gästen in launigen, der Sympathie, derselben sur unsere Stadt und der Befriedigung für die hier gefundene Aufnahme Ausdruck gebenden Worten Medizinalrat Dr. K a r r/ r - Klingenmünster, Landgerichtsrat M a l Y -Leitmeritz, Dr. H i r s ch f el d -Char- lottenburg, Dr. Westphal, Landrichter zu Duisburg. Den Kursveranstallern wurde in mehreren Ansprachen der herzuche Dank der rbursteilnehmer dargebracht und der Wunsch nach Wiederholung des Kurses geäußert. — Leute, abend findet das offizielle Schlußessen im Großherzog von Lessen statt, bei dem auch die Stadt o-sfiziell vertreten fein wird. Am am»tag schließt die anscheinend allseittg nut unae teilte nommene Veranstaltung mit eiltet Besichtigung anstalten, nach der noch ein gemeinschaslliches Abenuessen tm r. ... <t berichten.»"vchreri, die wir auch diesen qcetqncten Augenblick eines Bahnanschlußes entgegenbringen werden, falls. erschließen, künftig ein- liege, manhabe biT©emeinDe von groBem Söoi> mal zu flletujer Gelegenheit ins ^.agntal sU^ahrui. tciMein tömicn, größere Geschäfte, wie Fabriken hierhergebracht —----unt) dadurch dcr Gemciude gute Einnahmequellen erschlosseiu Aus StaOt und Land. Die Ausführungen des Referenten fanDenBeifallundZustim- Giesien den 19. April. niung. Fast sämtliche Anwesende erllärten sich für die Gründung Gießen, oen iv. upru. | Bürgervereins. Bauunternehmer Bernhardt erklärt, es * * Die hessische Wahlrechtsreform kommt! L-Otfc gcgcn uiemaud ein Druck ausgcübt werden, sondern der Aus Darmstadt wird uns folgende Meldung drahtlich Ortsvorstaiid solle — ähnlich wie in Gießen, Heuchelheim und Wieseck — durch den Verem die Wün,che der Bevölkerung ge- qS GH; ririnau itn einer neuen Wahlre chts-Vor- naucr Tennen lernen. Auf Vorschlag des Referenten Linker sä säääSäs. »äS’izs'J'Ä» w. >« K&feMSi- es e ... » ss,“ “ sä«? e daß dieser dritte Versuch, i-as allgemeine Wahlrecht i» ^ Zimmermeister au dessen im Geschäft benutzten Kreis- Hessen zu erlangen, nicht aoerinals an Den Disferengen tz^schättigt war, fpraug plötzlich ein Stück .Hol- ab miD ttaf zwischen beiden Kammern scheitern möge. üen jungen Mann am Unterleib. Der Getroffene erhielt chwere * * Ein Besuch des Zaren in Darmstadt soll nach ^nere Verletzungen, au deren Folgen er fchon am Diens- der Voss Ztg." sür den Spätherbst, in Aussicht genommen sein, tQg Lauterbacher Krankenhause, wohin man ihn gebracht hatte, „falls bis dahin die inneren russischen Verhältnisse eine solche starb. w . yteile gestatten." Tann werde auch wahnchemlich cme Begeg- M <3. Darmstadt, 18. Apnl. Die Stadtverord- uung mit Kaiser Wilhelm erfolgen. Wir registrieren diese Mel- ^teuVersammlung hat in ihrer heutigen Sitzung den Dung, ohne ihr Glauben zu scheulen. . Antrag der Bürgermeisterei mtgenomnten, wonach zur Deckung de» * * B es itz w e a; s el. Die oinua Abermanu u. Kling ver- Bedarfs der Stadt eine Steu e r er höhun g 00 u sech sPr0- kaufte ihr Anwesen Blockstraße 9 an Konditor s4nton L e n t eintrcten soll, dtachdem schon im Vorjahr eine Er- Geißner für 91000 Mk. t Höhung bei Steuer um drei Prozent erfolgt war, ist der, * * 3t a D l e n n e n. Die Preise für das am Sonntag, QU]d)lag zur Staaissteuer von 88 auf 97 Prozent gestiegen; i>iejc»- Den 21. d. M. vom Radlerverein „Diana" 1 ----- fi-riktifApn Kt-uer ift in eriter veranstaltete 50 Stint.«-Straßenwettrennen Herrn Gärtner Noll, Mäusburg, ausgestellt. 6 ** Haltet den Dieb. Gestern nachmittag bemerkte eine Frau in einer Wirtschaft der Fra nkf urterstraße, daß ein Fremder aus dem Nianfardenstock kam^und das Haus oerlicß. Sie teilte Dein Kellner, der sein Schlafzimmer in dcr Riansarde hat, den Vorfall mit und dieser begab sich hinaus, um Die unliebsame Endcckung zu machen, daß ihm ein Anzug und ein Ueberzieher im Werte von 90 Mark gestohlen worden war. Weiter war bemerkt worden, daß der Fremde in aller Eile die Klinikstraße hinab über die Bahnüberführung ging und etwas unter dem Ueberzieher verborgen I trug. Ter Bestohlene ahnte nicht mit Unrecht den Dieb in dem Fremden, verfolgte ihn, holte ihn auch ein und machte ihm Vorhalt. Der Sieb warf daraufhin die gestohlenen Sachen oon sich und ergriff die Flucht. Run begann eine wilde Jagd durch den Heßler in der Richtung nach Dutenhofen. Telephonisch hatte man den Bahnwährter am Uebergang des BZegs ziir Heuchelheiiiier Brücke und auch die Polizei verständigt. 2lls sich Dem Ausreißer nun Leute entgegeistlelllen. sprang er unterhalb der Heuchelheimer Brücke in die Lahn und durckifchwamm sie, um auf dem gegenseitigen Ufer die Flucht foctzilsetzen. Seine Verfolger hatten inzwischen aber auch über die Brücke das andere Ufer erreicht und er mußte sich ergeben. Man brachte ihn in das Wäcterhaus und bann nahm ihn em Kriminalbeamter in sichere Obhut. Seine Papiere hatte der Fremde zerrissen und forlgeworfen, er nennt sich Ignaz Kämper aus Kempten, allein das dürfte sein richtiger Name nicht fein, er hat jedenfalls Ursache, diesen zu ver- Rfe1:-’ ' x (11 n .nißb; > = NL1 llei iW b<“Aeow »flS bie Ge «-'Aw» °-d M-mrs- (v inStante das aut zwe Jahre Mveilu c Ueber d fomnit es bei C einem solchen ^ Hochzeusgesche-' lassen, das nick welches die ,vl Siqeiiniin Die P [öltet Ehe die | Leslimmimg. J m beweisen, -as aewordeii sei- t darauf, dav be ober freundschaii Familie zu den vielmehr, wem Hingabe zum -s tigen. Da die, strochen zu we aeschlossen wer der lLeqenstain Wahl der Lch gründende» H jungen Ehepn sollen, also des Taraus dar' c Verwandien- u ougehören, den machen. Nur alleinigen Gedi wird aus den i eigentumer wer gäbe eriolgk ist. gememichaslliche bei WchMn Im«. - hu btibtn Teilen aushMlich i( schenkes anzm London spieleiin j)U ouärssoh Eheversp^ werden, nacht veinber v. 3. teilte aber der Klage zuri - Nidd wegen des sttk mürben, sind Gewächse in t Ainterfru geht allerwärt aber obendrein Bimen haben W noch |dl berg kommt 0 zu,lange Liec g ®elf£n öieret 'n die Fabrik " tom iu ^ssen, kamen ^'berfetzien sie Le5t iwiröen ^'"'mlle deinol ?^verschui konme achi bei ■ ?^riz, ° ,^u e n sind 'uhrimg bei hn deuieÄbend ^°nleMtb5.j eimflen Rena.. ,^»en ivoidx S2?er «01l sechs H0UBEN5GA5HE]ZüFE^ dkr 1, U6^Wb£U SQflN CÄRvAASHEN M rlsMILM r^iLiLT!. 12Goldene und Kal. Preuss. SiaahsrngdaiLb LS starben an: Kandel. Brie-l'testen Oer tteOaktion. Älexge zurückzrehe. Drahtwäscheleinen 1719 Emil Pisior Nacht, Giessen eckig Drauiäeueuuiü eckig verzinkter Draht, Stachelzaundraht, Draht- schlauten, Hasenschutzgitter, Rabitzgewebe, Universitäts-Nachrichten. «u Wirklichen Geheimen Raren (Exellenz) wurden die ordentlichen Profestoren an der Heidel der q er Universität, Dr. meb. Julius Arnold unb Dr. meb. Ödheim Erd ernannt. Pro'. Arnold ist mit Ende des Wintersemesters 19u6 07 von der Prostsiur und Leitung des pathologifch- analomischen Instinns zn- riitf gen eien. Gib lenere von 1883 bis Ostern 19 7 die Heidelberger medizinische Klinik. — Ter Tuet und Rang eines tiebeuncn poi- x-aie=. winde dem ordentlichen Profestor und Tireklor der Augen- klinik an der Universiräl Würzburg Dr. Karl Hetz verlieben. Prof. Heß (geb. 1863 zu Mainz) hat vor einigen Tagen einen Rn, nach Straßburg u Els. abgelehnt. Von 1891-96 lehrte Hev m Plarbnr q. ——— Evangelische Gemeinde. Hottesdlenll. 3n der Stadtkirche. Sonntag, den 21. April 1 907, I ub il ate: Vormittags 97, Uhr: Piarrer Schwabe. Vormittags 11 Uhr: Kindrrttrche 'ur ^M°r.u-g-m-md°. Kräftige, geiunde ^2751 Gemüse- und Zusammen: Erivachsene: im vom 1. LebenSiahr: 2.—15. ^ahr Ju der Johauneskirche. Vormillags 97. Uhr: Pfarrer Kraus. Vormittags 11'Uhr: »Uld-rkirch- 'ur die Lak°sg°m«°d«. vUic u — SchatzanweisllngendeS deutschen Reichs und Preußens. Die bevorstehende Transaktion ist Gesprächsiwff m der gesamten deutschen Finanzwelt. An der Börse hat_ bitt Bekanntgabe des Abschlusses einen beruhigenden und günstigen Eindruck gemacht, denn erstens ist der Börse damit eine der vielen Unwissenheiten genommen, mit denen sie noch zu kämpfen hat und zweitens ist der Schatzscheinwp oen <-taat/anle ;en minder gefährlich, als es eine neue Anleihe ocweien ware. Es wird angenommen, daß der Verkauf der noch im Besitz de- Konsortiums befindlichen dreieinhalbprozentigen Rcichsanleihen und Preußischen Konsols von etwa 120 MUlwnen noch mehr m- Swcken geraten wird, als seither, sodatz man über kurz oder lang an eme Verteilung dieser Bestände denken mutz zumal wenn der Geldmarkt eine weitere ErleMerung erfahrt, xie 100 Millionen neuen v'erprvzentigen Schatzscheine, die nicht zur öffentlichen Subskription getragen, sind von ein-m be- sonderem Konsortium, bestehend ausden mellten der Konsortialen des gwß-n Konsortiums zu 98,50 Prozent mit der Verpflichtung überLmmcn worden, solche nicht an Unterbeteiligte °bzugeben Tie Einzahlungstermine sind letzt ba^m feitgeseht, daß 1-0 Millionen Mark am 3. Mai, 120 Mill, am 31. Mai und 60 Mill Mk. am 14. Ium einzuzahlen sind. Der Prospekt wird am nächsten Samstag erscheinen und die -Lubmillion, wie ve- ii vermischtes. ♦ Erdbeben. Nach Mewungen mehrerer Observatorien hat am 18. April in Kalab rien sowie rn dem nordöstlichen Teil von Sizilien eme Caderschutterung stattaefunden. Auch wurde ein kurzes Erdbeben m den Ost tiroler Tälern sowie in Agorde verspürt, sowie in >en Grenzgebieten am Travignol- und Pellegrinopaß. ferner wird aus Valparaiso gemeldet, Chile befinde sich unter dem Schrecken eines furchtbaren Erdbebens. Riefiae Waldbrände seien durch Lavastrome entstanden, die von feuerspeienden Vulkanen flössen. Die entsetzten Ein- mohner befänden sich auf der Flucht, man befurchte den Verlust vieler Menschenleben. „Sun' meldet, daß nach ihm zugegangenen Drahtmeldungen aus der chrle- nULen LauPtstLt Valparaiso dar Vulkan By ha e m der Provinz Valdivia (700 Kilometer südlich Valparaiso) sich in heftigem A u s b r u ch befinde. Große Mengen Asche, Lava und kochendes Wasser werden ausgefpien. Unterirdisches Getöse, Erdstöße und elektrische Entladungen begleiten das Phänomen. - Neue Hiobsposten kommen endlich noch aus Mexiko. Ein Telegramm aus Vera Cruz berichtet, daß eine große Flutw^elle die Küste von Mexiko überschwemmt und enormen Schaden cmgerichtet hat. Die Stadt Adapilco ist teilweise unter Wasser gesetzt, der Eisenbahnverkehr im Westen und Süden ist gestört. 3um letzten Erdbeben wird ferner benotet: Der Vultan Contra befindet sich in voller Wigkeit und wirst Lava unb Asche aus. Nach den letzten Nachrichten sind zwölf Städte und Ortschaften zerstört worden Die der Opfer wird nunmehr auf u o er 10 0 ang^geoen. "Q.y J. v 1 b.or 6ni-nftrnnnp laufen Salat-Ffflanzen bei Eduard Rieger Kunst - u. B andelsgärtnerei syiatouvacc Strane oo« 1 tn kine Eingabe bauung einer Äadn J ju achten. ^«chweineprst adi.Aieüer-tti^ba^ 1 ^uderheim, Pfordt, n iloar, Lhmes und fleAäude unter lirnhain und Heidel- tut „Deut. ; rund.ung eines ■ Miedrich Linker rgerverems für eine ' öei Verein solle air utb Wirten und stete \ ichtige Fragen sollen | die Cimvohnerschail I illeajten Veriehrsvei- I listigen Bahnilrecten [ eines Bahnanschlusses L ibe von grotzem Vor- ! brikcn hierhergebrachl ? mequellen erschlossen. Veijall und Zuslim- ich für die Gründung > :nhardt erllärt, es roerben, [onbeni der n, fyuüuijiim und er 'iteiJoLfaung ge- ' Referenlen linier ) I >»t Xi\s> M ■cvtfeÄim Vie nfviderüchen tteiftn solle. Durch chmer Bernhatdt k- , Beisitzer Linll und >.i vorausfichtlÄ m Montag der 21Ä- Storniorf bei tu- chafr benutzten fita; M Sck ab Md lr« trossene erhiell Mto ien er non ihn gebracht hatte, Sie Stadtverord. heutigen Ätzung wonach ^/2Äro. ung von sechsvro erfolgt Mr, en steuer ut-n,rt"btü(6eSd)n,aIIin' "yWWbalw ^Sonunermonaie Ls-- i« b ,„e lal|l‘ die O m'1 -Ls- Lelegramm. Verkaufe Samstag auf dem Fifchmarkt eine große Sendung lebeMrische KabLiau ohne LTops tauf fonuni. Ärau Klees amö ^werieto. Gerichtssaal. Prntnt Ain 18. April. Wegen Widerstandes gegen die Ai austm verursachten, wurde der Berittführer Eineerlick vom Garde- r^rMiment zu drei Monaten VeEangniS verurteilt. rnicrrepuneiitjuä(^r Hauptmann von Köpenick. Der a qiinri 1881 in Hamm geborene Adam Arn o ld , früher Keoinetergehnlie in Bergmbicn, hat am 12. November 1906 den Kroirt Leebacker in Ludwigshaten durch allerhand Vorspiegelungen rmr leihweisen Ucberlassung eines ^awrades zu bestimmen gewmst. Mn dem geliehenen Rad ist e> nach Roxheim ge'ahren, wo er sich für einen G c o m e t e r a s s i st e n t e n ausgab, der deau'nagt lei, ben über die Gcniarkunq anfgenommen Plan nachzuviusen. *.a ber Bürgermeister nicht da ivar, ging Arnold m die Wohnuiig des idenlalls abivesenden Gemeindeschrelbers Riedmuller und ließ sich »oh dessen Frau die Schlüssel zu dem Bureau des Gemenideomtes geben. In diesem Bureau bat der Schwindler 80 Mark vorgemn- ?en, mit denen er das Weite luchte. In ähnlicher Weile ist »old bi anderen (Gemeinden vorgegangen, wobei er sich \ntPeil^‘ falschen Schlüssels bedient hat. Es ,md ihm 'n die Hande gefallen. in He,'.beim 20 Mark, in Kleinniedesheim 25 Mark, m Heppenheim 40 Alark. Rian hat den Angaben des Schwindlers, der sicher und gewandt austrat, allerorts Glauben geschenkt. Rach Aus "brnng >er Diebstähle ist Arnold mit dem m Lndwigshafen aeliehenen Rad nach Plainz gefahren, wo er verhaltet wurde^ ^'"/^nStag stand er in F r a n k e n t b a l wegen Betrugs und Diebstahls vor Ger cht, bas ral zwei Jahre vier Monate Gefängnis und fünf Jahre Ehrverlust erkannte. Weber b a§ Eigentum an Ho ch z e11S ge sch e n k en kommt es bei Ehejcheidungsprozesien häu^g zu Streitigkelten. In einem solchen Streitfälle, in welchem die ötau die Herausgabe der HochzeuSgcschenke verlangte, hat das Kammergericht etnUrteil erfassen, das nicht ohne allgemeines Interesse ist. In diesem Urteil, welches die ,Bl. f. Rofl.' Mitteilen, heißt es u. a.: Darüber, westen Eigentum die Hochzeitsgeschenle werden und an wen nach au gelöster Ehe die Hochzeitsgeschenke lallen, enthalt das B. G. B. keme Bestimmung. Nach allgemeinen Grundsätzen hat daher du^^Usierm iu Veiveisen, daß sie die Alleineigentümerin der Hochzeitsgeschenke geworden sei. Zu dieser Darlegung genügt aber nicht der Hinwels darauf, daß die Personen der Schenkeliden durch oerwandtschastliche nber freundschaftliche Beziehungen ju der Klägerin oder zu ihrei Kamihe zu den Zuwendungen veranlaßt seien. Enticheidend sei rnelmehr, wem die Geschenkqeber ihre Gaben nach dem bei der Hingabe ziun Ausdrucke gebrachten Willen zu übereignen beabu tiflen. Da dieser Wille bei der Hingabe nicht ausdrücklich ausgesprochen zu werden pflegt, muß aus den Uinstaudeu auf de" willen oeschlossen werden. Dabei i,t von °uslchlaggebender Bedeutung Eer Gegenstand des Geschenks. Es entspricht der Sitte, das die Wahl der Schenker auf Gegenstände fällt, welche in dem neu zu [rundenden Hausivesen Verwendung finden, die Einrichtung des ungen Ehepaares vervollständigen oder sein Heim verschönern ollen, also bestimmt sind, den Interessen beider Ehegatten zu dienen. Taraus darf gefolgert werden, daß die ecbenter, niogeri sie dem Verwandten- und Freundeskreise deS Bräutigams oder der Braut ongehören, deii Willen haben, beide Eheleute zu Eigentümern. zu »nachen. Nur wo ausnahmsweise der Gegenstaiid erkennbar den alleinigen Gebrauch eines der Ehegatten zu dienen bestimmt ft, itub auf ben Willen geschloffen werben können, daß diefer Allein- eiaentiimer werden foll. Ohne Bedeutung ist, an wen die lieber- cabe criolgt ist. Sie wird, fo lange die Beschenkten noch nicht eme Senieinschaitliche Wohnung bezogen haben, also lnsbefo"dere vor Ler Eheschließmig, regelmäßig nur an einenoon_ beiden erfolgen tonnen. — Hiernach wirb das Eigentum der Hochzeitsgeschenke beiden Tellen geinein, insofern nicht der Geschenkgeber em anderes nusdrücklich festgesetzt hat, oder es aus der Beschastenhert des Geschenkes anzunehineu ist. ., London, 18. April. Ter Prozev der a m e ri k a n- Scha u- spiclcrin Marron Draughn gegen den deutschen Mi li- onärssohn Heinrich Thyssen wegen gebrochene E h e v e r s p r c ch e n s sollte heute zum ziveitenmale verhandelt werden, nachdem nach der ersten fumtagigen Verhandlmig un j - oeniber o. I. b.e Jury zu keinem Verdikt gelomme.i war. Heute teilte aber der 'Advokat von Fräulein Draughn nut, baß diese ihre Aliens KL SSta .etüJa Die: bnipn t“ Ö "tlch der den jent ;Mto^eneued. S ?toielt ad- J°n11 von Cued, ? von Grünberg ö ^er eme & die Üüiie dem c ^>len Trace - ; 7lf2id) erfolgt l-Gelnhausen. Scmemberat n 1 ^üUwoch, tzx. Landwirtschaft. — Nidda iu April. Die Beiurchtmigen, dievielfach wegen des strengen Winters inbetreff der ^Ader-eu^nrsse gehegt wurden, sind glänzend widerlegt durch den Stanb dieser (S)eroädnc in der Gegenwart. Der Klee sreht cuisg^erchnet, die Winterfrucht konnte, nicht schöner.sein; die ^ommerfruch gebt allerwärts schön auf. Das Obst ist salw vieit zuruck, laßt aber obendrein aus eine gute Ernte hoffen. ^^-^^>sülrten außer Birnen haben eine ALenge Tragknospen. ^20 schon hat sich das Feld noch selten bearbeitet als in diesem Jahre. Vorn Vogels^ berg kommt allerdings die Kunde, daß die Feldfrüchte durch das zu lange Liegen des Schnees erstickt und ver^a^^seiein^^^^ 2(1) 4(1) . N ii in : D ie in Klammern geseisien Zistern geben an.jnie uid ber Todesfälle in der betresiendenKrmikheit auf von auswariS nach Gießen gebrachte Kranke fowweu. __ Arbeiterbewegung. Gelsenkirchen, 17. April. Tie seit heule ft r e i k end en Rangierer des Schalter Gruben- unb Huiteiwereius brangeu m die Fabrik ein, um die Arbeitswilligen mit Gewalt an >er Arbeit zu verhinbern. Ter Ailfforberung, die Fabrik zu ver- lasten kamen sie nicht nach. Bei der gewallsamen Ent-ermmg widersetzieu sie sich, wobei mehrere A r b e l t S w l l l 1 g e v e r- l^etzt wurden. Tie Fenster des Wiegehauses wurden bei dein LÜ?.mü° ecueno ber Sünden «e- volverschüsse verfehlten zum Glnck ihr Ziel. *ne Bouzei ta"M’B«is“ iTllpnl.1'“r^Siter ber Untergrunb- bahnen nni in ben SluSftanb gelrelen: l‘e ocÄ^u®^lt^ iiU)mng ber tzygienijchen Bestimmungen n t en WeitI ““en. Heute Abend ge.vaun der K e l l n e r sl r e ik an Ausdehnung, w Boulevards-Terrassen vom Opernplatz an _ waren fast leer. Ai unter ben Trümmern eines Hauses tot hervorgeholt wor- ben, 39 waren verlent. In Tirla wurden gleichfalls 12 Tote geborgen 29 Schwerverletzte werben unter freiem Himmel verpflegt. In Chilpancingo sind 1- Personen gelötet und 3i> i~ ?'-v i-erle^t worden. _ ytonatli/e iirbrrCdit irr Tidrsfillk i« vif tn. Monat Mär; 1907. _ , _ Einwohnerzahl: onocnnv.u cn zu 30 000 linkl. 1600 Mann Militär Sterblichkeitsziffer: 47,L /M, nach Abzug von 21 Ortsfremden: 8,8 'U Kinder m.hrunnfthmf non 4 5 Millionen Mark aus dem Güter-1 Erwachsene MEh^elnnahme ^-e por baS qc|nmte Erwerbsleben «erkebre bewetst. wie reg am w Alark aus sonsligen ft- D'e Diehre nnahme von runo^ ^ianqreicheren Alt. ^:S^ö:rtäu.= 8n ^^ber'^S^rTtn.i, .^.anh.b .na-, mel-r n-arbien. Katholische Gemeinde. Samstag, den 2 0. April 1907: Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit jur heil. ®el^nntag- den SI. April 1907, 3. Sonntag nach Ostern: Vormittags von 67, Uhr an: Gelegenheit zur he«. Beichte. 9 um 7 Uhr: Tie erste hell. Nieste, vor unb in derselben * Austeilung ber heil. Kommunion. um 8 Uhr: Tie zweite heilige Nieste. Vormittags um 97, Uhr: Hochamt mit Prebigt. Nachmiltags um 2 Uhr: Ehristenlehre; darauf Sakramentalische Bruders chafls-Andacht.^_____— ■—r Orisrnäl-Drahtmeldungen. Nizza, 19. Aprll. Gestern sprach im betg if chenLon- sulat em Mann vor, der, den Konsul zu sprechen wmischte. Auf eine Frage des anwesenden Beamten, m welcher Ang^ tegnbeti et tiune, sog der Fremde euren Rebolter und feuerte drei Schüsse auf den Beamten ab, ohne sedoch zu. resün Es gLlrag ihm alsdann, in das Nebenzimmer ein^ Len wo sich 'der^nstll selbst aufhielt. Auch rar gab er drei Schüsse ab, wiederum ohne zu tcenen. Bei bet Lerbaitung stellte es sich heraus, datz man es mit dem bei* gischm Anarchisten van Loo zu tun balle, der vor vitt J^rcn einmal eine Heute Untemützrag vom Konsul ^halten hall. Naris, 19. April. Die Zahl der Ausständigen Hot in der Nacht noch zugenommen. Kelllier durchzöge, aruvpenweise einige Cafßs rad Restaurants und oersuchlln die W^ndÄ an ihrer Wigkeit zu verhindern. Eine grose Merwe benote sich abends auf den Loillevards und verhinderte hierdurch die vvn der Polizei 9etroneuen ITcayc^ibx. Die Polizeibeamten mußten insolgedenen wiederholt S-geudw Gießener Wetterdienst. Noi auSsiibtlichc Wtttcrnug für Scsie.i< am SaEag dm um UUU4UW vn , 20. April: Wechselnde Bewölkung. Geringe Niederschlage, meist rclls miigeteilt, am nächsten Donnerstag stallimden. Schnee. Kühl. Leichter Nachtfrost. A^amge nördliche ^.mdi.. K°n"rab°SaJm’ Btt£*'SarbÄ.= . 77------------------- Philivvshosviä? beT Goddelau verstorbenen Ko n r a d S «Anonyme Einseudnugeu bleiben nnberucksichtigt.) Nauheim, als Vertreter der Röderberg-Brauerei zu I^nnkfurt gegebenenfalls wegen Hausfriedensbruches im Sinne des § 1-3 amMain und der Firma Emil Reiß Nachfolger in Friedberg ut Slnjeige zu bringen (§ 903 B. Wenn Sie (Hessens die Eröffnung beantragt unb slaubhast gemacht hat, I . flQnJ ^bcr zum Teil an einen -tritten Dermieten, daß die Konrad Lahm Witwe, Barbara geb. Enders zu Dor- ^eii Sie sich damit dieses Rechtes. Ter Mieter kann die Per- Heim zahlungsunfähig sei, was von dieserauch eingeraumb wrrd, bet rtrf) empfangen, die ihm passen; er ubt selbst für feine unb daß der Nachlaß des Konrad Sahm überschuldet sei. Rechts Räumlichkeiten das Hausrecht aus. Emer Person, die mit Zu anwält Dr. Brücher zu Bad Nauheim wurde zum Konkurs. I ,, n fl Ihres Mieters bei diesem vei kehrt, können Oie dem Verwalter ernannt Konkursforderungen find bis zum 22. April H^us nicht verbieten. Dagegen kounen ^ie bei dem Amtsgericht Bad Naicheim anzumelden. - Weber ben uofi 3brcm Mieter verlangen, dab/r den Verkehr der Nachlaß des Fuhrmanns Johann Ludwig Zissel 1. zu betreffenden Person nicht duldet, wenn deren Persönlichkeit uno Biebesheim wurde am 9. April, vorm. lOVa U6r, das ^nkurs- ö QnflCjan ist, Ihr Haus in Nachteil zu bringen. Nach verfahren eröffnet. Amtsgerichtstaxator Joh. Dr au t zu Gerns-- vergeblichen vorgängigen Abmahnung können Sie ihm dann heim wurde zum Konkursverwalter ernannt.«em. § 553 B. G.-B. auf sofort kündigen, well bann em Vertrags- sind bis zum 27. April bei dem Amtsgericht Gernsheun anzu Gebrauch ber Wohnung oorliegt melden. — lieber bai Vermögen des Karl Theodor Dof- jd 2. Für einen Tarlehensvertrag ist gem. § 607st. B. G. B. mann Spezereihändler in Worms, wurde am 10. April, nachm. 1f^orm nicht vorgefchneben; er ist auch so gültig. C 51/2 Uhr, das konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwaltsgehllfe Gg. ^nerlei?ob der Text der Schuldurkunbe geschrieben oder gedruckt Fuhrv in Worms wurde zum Konkursverwalter ernannt. Kon-1 genügt zur schriftlichen Form, daß der Cd)nü)ner eigen FnrUrbeSngen sind bis zum 1. Juni bei dem Amtsgericht Worms K^ ^it einem Namen unterschreibt. Es muß natürlich aus anzumelden. dem Tert der Urkunde klar heroorgehen. bau ber «chillvner oe- Märtte. leimt em Darlehen erhalten zu Haden und ben angegebenen Betrag l] Marburg, 18. April. Aus bem heutigen Schn' "e' 7^ geworben zu sem. markt erreichte bie Zufuhr die gabt pon. Stück. Der Handel ging bei sinkenden Preisen S'emsich lebhaft Aikchliche Nachrichten, weil manche Verkäufer aus Alangel an Futter ihre Ware un- bedingt losschlagen mußten. Es kosteten 6-8 -^9^^ alte ferkel > >0—30 Alk kleine Läufer 35—42 Alk. und größere 4o 60 Ju. das P°«. Fü-M°ftichtt-°,N° M man 70—90 M5. das Smck io Frankfurt a. Ak., 19. Aprll. .Orig.-Telegr. des -Greß. Anz."s V i e h m a r k t. Zum Verkaufe standen 00 ^lber.M Schafe u Hammel, 56 Schweine, 0 Ziegen. Schweine: l-^nal.o7 58 tzs., ‘ Lebendgewicht 45.00-00 Pf., 2. Qual. 55-56 Pf., ^beudgewicht oo—44 lila 3. Oual. 50—52 Pfg. Kalber 1. dual. 00 00 pf-, ' Abaibgewicht' 00-00 Pfg., 2. Qual. 00-00 W, Lebendgewicht 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 00—00 Pfg. ..^chaf^ 1. Qualität 00-00 Pfg., 2. Qualität 00-00 Pfg. Geschäft bei Schweinen: gut, Ueberftanb unbedeutend. __ Lebensfchwäche 4 (3) — 4(3) sftltersfchwäche 2 (1) 2 (1) "— Tuberkillose 2 (1) 1 1 (1) Lungenentzündung o(2; 3(2) —- Fustuenza 1 1 Ruhr KD 1 (1) Genickstarre 1 1 — Herz- unb Gefäß- kraukheiten 5 (2) 5 (2) Schlagsiuß 2 2 Mageukatarrh 1 1 Krebs und Neu- bllbungen 7(3) 7 (3) Selbstmord 2 2 Verunglückung 1 (1) 1 (1) — anderen Krankheiten 9 (7) 6 (5) i a) Summa 43 (21) 32 (15) _ 7 (5) Todes-Anzeige. Gestern Nacht 1 Uhr entschlief sanft nach schwerem Leiden unsere liebe, gute Gattin, Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Lina Hofmann geb. Hochmuth im 28. Lebensjahre. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: I. d.N.: Wilhelm Hofmann. Gießen (Rodheimer Str. 36), 19. April 1907. Die Beerdigung findet Samstag, den 20. d. M., nachmittags 3 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. 2778 Arveitsvergebung. Nachstehende Arbeiten und Lieferungen zur Ausnthrung eines Anbaues am Gießener Bolköbad und des Hauptzugangsweges daselbst sollen in öffentlicher Bewerbung vergeben werden. L Maurerarbeiten, 2. Zimmerarbeiten, 3. Svengterarbeiten, 4. Dachdeckerarbeiten- 5. Wewbinderarbeiten, 6. Schreinerarbetten; 7. Glaserarbeiten, 8. Plattenarbeiten, 9. Schlosserarbeiten, 10. Wegebauarbeiten: a. Liefern und Berlegen von gekuppten Zementplatten, b. Bordstemlieferung. Pläne und Bedingungen liegen im Bureau des Architekten fcon# Metzer, Westanlage 0, zur Einsicht offen. Die Angebote sind bis zum 26. d.M. morgens 11 Uhr an den Unterzeichneten, mit entsprechender Aufschrift versehen, portofrei rinzureichen. D18/* Der Vorsitzende der A.-G. Gießener Volksbad. Herrn. Eichenauer, Alicestratze 13. Fremdsprachlicher Unterricht in der Kaufmännischen Fachschule. Der Unterricht im Französischen und Englischen wird an der Kaufmännischen Fachschule abends von 8'/, bis 10 Uhr erteilt Junge Leute, die gewillt sind, sich in die modernen Sprachen einzuarbeiten, können sich in den nächsten acht Tagen an jedem Montag und Donnerstag abend in ’ dem Kaufm. Veremshause — Nord-Anlage lö — anmelden. Das Schulgeld beträgt für jede Sprache 20 Mk. pro Jahr. Gießen, den 18. April 1907. v19/* »_________________________Die Schulkommission. Achtung! Achtung! Heute u. morgen treffen folgende frische Gemüse ein: Schöner Weister Blumenkohl, das Stück 15—40 Pfg., Spinat, das Pfund 20 Pfg.- Uopffalat, Stück 15 Pfg., Feldsalat, 1 Teller 8 Pfg., dicker Sellerie, Stück 8—15 Pfg., Zwiebeln, 1 Psd. 6 Pfg., Meerrettig, 3 Stück 30 Pfg., saftige Orangen und feine Tasclapfel, durch täglich direkten Bezug und in Berbindung mit den größten Bersand- geichäften des f>n« und Auslandes, bin ich in der Lage, billiger zu verkaufen, als jede Konkurrenz. 102/39" \ Hochachtungsvoll I. 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