Nr. Air, Zweites Blatt 157* Jahrgmtn Erscheint tSglich mit Ausnahme des Sonnt^S. General-Anzeiger für Gbecheßen Die ..Siebener FamiltenblStter" werden dem .Anzeiger* vrennal wöchentlich beigelegt, daS „Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Der „hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 61. Redaktion:S^DI12. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen. Mittwoch 18. September 1907 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unwersitäts - Brich- und Steindruckeret. R. Lange, Gießen. cpte o£agc in Marokko. Die Franzosen haben jetzt den Abgesandten der Stämme folgende Bedingungen gestellt: 1. Verbot des Waffentragens in einem Umkreise von 12 Kilometern um Casablanca. 2. Jeder, der dem Verbot zuwider handelt, wird unter Verantwortlichmachung der Stämme mit einer Geldbuße von 12 Duros belegt und im Falle des Ausbruchs neuer, gegen die Europäer gerichteter Unruhen vom Maghzen bestrast. 3. Entwaffnung der Stämme. 4. Auslieferung der Mörder vom 30. Juli. 5. Auslieferung des Kaid Ulad Hari Uled el Hadjhamen, des hauptsächlichsten Anstifters der Unruhen in Casablanca. 6. Wiedereröffnung des Marktes von Casablanca. 7. Jede Person, die Kriegskonterbande trägt, wird als Kriegsgefangener behandelt. 8. Jeder Stamm soll als Geisel eine Person stellen, die aus den einflußreichsten Leuten des Stammes zu wählen ist. 9. lieber die Kriegsentschädigung soll zwischen Frankreich und Marokko verhandelt werden. Die Abgesandten haben sich eine Frist bis Donnerstag erbeten, um den Stämmen die Bedingungen zu unterbreiten. In Casablanca soll man indessen nur geringes Zutrauen zu den iVersprechungen der Abgesandten haben. General Drude telegraphiert unter dem 17. Sept.: Eine nach der Küste östlich von Casablanca entsandte Rekognoszierungsabteilung ging bis auf ungefähr 8 Kilometer von der Stadt vor, und traf auf eine 25 Mann zählende Abteilung Marokkaner, die die zur Rekognoszierungstruppe gehörigen Gumirs angriffen, von diesen aber zurück- geschlagen wurden. — Ueber diesen Zwischenfall, bei dem eine Anzahl Marokkaner getötet wurden, wird nachträglich berichtet, daß General Drude diesen Ritt beschlossen hatte, um festzustellen, ob eine etwa 8 Kilometer entfernt liegende Quelle zur Versorgung der Truppen mit Trink- wajser verwandt werden könne. Die Marokkaner feuerten auf die kleine Abteilung, die das Feuer erwiderte; hierbei wurden 7 Marokkaner getötet und 7 gefangen genommen, die sofort standrechtlich erschossen wurden. Scharfe Schüsse bei den österreich-ungarischen Manövern. Der, „Berl. Lokalanz." meldet aus Karlowitz: Bei den S ch l u ß m a n ö v e r n des 13. Korps wurden mehrere scharfe Schüsse abgegeben. Ein Zugführer und ein Gefreiter des Infanterieregiments 96 sind gefallen. Der Uebungsleiter ließ sofort abblasen, worauf festgestellt wurde, daß scharfe Schüsse vom 3. Bataillon derEssegerHonveds abgegeben waren. Mehrere Kugeln waren überdies an den Köpfen der Offiziere vor- bcigeflogen. Den hauptsächlich aus Serben bestehenden Offizieren des Bataillons wurde aufgetragen, sofort eine Untersuchung ein- zulciten. Da diese ergebnislos verlief, wurde das Honvedbataillon von anderen Truppen eingeschlossen und die Mannschaften von Offizieren des 96. Regiments durchsucht. Bei vier Soldaten wurden zusammen 14 scharfe Patronen gefunden. Diese vier Mann wurden abgesührt. Eine strenge Untersuchung wurde ein- -eleitet. Deutsches Ueich. Berlin, 17. Sept. Wie seinerzeit berichtet, hatte das Kolonialamt Unterhandlungen mit Bürgermeister Dr. Ku e l z gepflogen, um ihn zur Einrichtung kommunaler Verbände nach Südwestasrita zu entsenden. Diese Verhandlungen haben zu einem günstigen Abschluß gOführt und Dr. Kuelz wird am 2. Oktober die Ausreise nach Südwestafrika antreten. — Der Präsident des Oberverwaltungsgerjchts, Peters, der eben erst ins Herrenhaus berufen worden ist, hat bis 1. Dezember d. I. Urlaub genommen und wird aus diesem Urlaub nicht mehr in sein Amt zurückkehren. — Das Herren Haus Mitglied Graf von Mirbach -S o r q u i t t e n ist gestern in Norderney eingetrosfen. — Die Morgenblätter melden aus Berlin : Der englische ArbeitsMinister John Burns besichtigte außer den städtischen Arbeitersürsorgeanstalten noch die Wohnungsanlagen des Berliner Spar- und Bauvereins am Norduser, sowie die Arbeiterwohnungen in der militärischen Arbeiterkolonie in Haselhorst bei Spandau. Am Dienstag abend reiste der Minister in das rheinisch-westfälische Industriegebiet ab, wo »er besonders die Einrichtungen Bielefelds besichtigen wird. — Zur Regelung des staatlichen Schlepp- Monopols aus dem Rhein-Weser-Kanal, dem Lippe-Kanal und den Zweig-Kanälen dieser Schiffahrtstraßen wird, wie die „Voss. Ztg." hört, dem preußischen Landtage in seiner nächsten Tagung ein besonderer Gesetzentwurf zugehen. Tapiau, 17. Sept. Der „Tapiauer Anzeiger" meldet, daß Rittergutsbesitzer v. Perbandt-Langendors heute im Alter von 83 Jahren gestorben ist. Ec war 37 Jahre lang Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Labiau- Wehlau. Köln, 18. Sept. Der „Köln. Ztg." wird aus Berlin telegraphiert: In französischen Blättern wird mehrfach von einer g e m i s ch t e n Ko m m i s s i o n, die in C a s a b l a n c a die Schäden sestsetzen soll, gesprochen und zwar in dem Sinne, als ob die beteiligten Staaten sich mit der Maßregel einverstanden erklärt hätten. Von einer solchen Kommission ist hier nichts bekannt. Leipzig, 18. Sept. Der Peters-Prozeß gegen die Leipziger Volkszeitung findet am 21. September vor dem hiesigen Schöffengericht statt. Breslau, 18. Sept. In der Nähe von Glatz wird demnächst eine Zweigniederlassung der Kongregation des Heiligen Franz von Sales, genannt Salesianer von Troyes errichtet. Durch einen Mi- nisterialerlaß vom Juni erfolgte die Genehmigung. Sie war eine der letzten Taten der Aera Studt. Damit erhält die Grafschaft Glatz ihre erste Ordensniederlassung. Ausland. Wien, 18. Sept. Für den Monat Oktober droht auf allen österreichischen Privatbahnen ein Streik in der Form der passiven Resistenz, falls die sehr beträchtlichen Lohnforderungen der Arbeiter nicht bewilligt werden. Budapest, 18. Sept. Die Polizei veförderte den aus Deutschland eingetroffenen Bruder des Dichters Leonid Andrejew, den Elektrotechniker Nikolai Andrejew an die Grenze. Nikolai Andrejew, der wegen Teilnahme am Straßenkampf in Moskau zu 21 Monaten Festungshaft verurteilt war, wurde vor einigen Monaten frei, lebte dann in Karlsruhe, von wo er gestern in Budapest anlangte und trotz seines Protestes wieder a b g e s ch o b e n wurde. Mailand, 18. Sept. Die Krise in der Italien. Automobil-J n du st rie verschärft sich immer mehr. Wie vor einigen Wochen die Aktiengesellschaft Rapid in Turin, so hat jetzt auch die dortige Firma Aquila alle Arbeiter entlassen und die Fabrik geschlossen. Der „Berl. Lok.-Anz." meldet aus Rotterdam: Die gestohlene Fahne des 4. Regiments wurde von einem Bauern im Zeister Walde gefunden und am 17. Sept, von einem Bevollmächtigten abgeholt, so daß die Fahne bei der feierlichen Ständeeröffnung vor der Königin getragen werden konnte. Der „Berl. Lokalanz." meldet aus Petersburg: Im Gefängnisse von Odessa wurden unter dem Fußboden einer Zelle drei Bomben und große DL engen Sprengstoffe gefunden. Politische Gefangene hatten sie dort verborgen, um im geeigneten Augenblicke Explosionen zu veranstalten und in der allgemeinen Verwirrung zu entkommen. Ein Gefangener lieferte nach der Entdeckung freiwillig noch mehr Dynamitpatronen aus, da der Plan nun doch unausführbar sei. Moskau, 17. Sept. Am 29. September findet eine hier zum ersten Mal gestattete Synodalzusammenkunft protestantischer Pa stören statt, zu der die Pastoren des ganzen Reiches eintreffen werden. Hauptversammlung des Gustav Adols-Vereius. Jena, 17. Sept. Tie Hauptversammlung des Gustav Adolf-Vereins wurde heute nach einer geschäftlichen Sitzung der Abgeordneten der Hauptverein und nach einleitenden Gottesdiensten in der Stadl- und der Garlnssenkirche im großen Saale des Volkshauses mit einer von vielen Taufenden von Zuhörern besuchten B eh r n ß u n g s v e r s a in ni l n n g eröffnet. In Vertretung des abwe,enden Bürgermelsters Singer hieß der zweite Bürgermeister Wagner die Versammlung in Jena willkommen. In zündenden Worte»: gab Superintendent B r a a s ch der Freude Ausdruck, daß der Guslav-Adotfverein Jena zu seiner diesjährigen Tagung ausersehen habe. Es hielten weitere Begrüßungsansprachen Professor Dr. W end als Vertreter der theologischen Fakultät der Universität Jena» Generalsuperintendent Lohofs- Altenburg im Namett des deutschen Kixchenausschusses, Wirkt. Geh. Oberkonsistorialrat Koch- Tie bevorstehende dritte Säkalarseier des Gießener Gymnasiums gibt uns Veranlassung, wiederholt mit einer Bitte an unseren Leserkreis zu treten. Wir möchten gern von tüchtigen und originellen Lehrern unseres Gymnasiums aus älterer und neuerer Zeit an dieser Stelle erzählen, und ebenso von ehemaligen Schülern des Gießener Gymnasiums, die es zu hervorragenden Stellungen im öffentlichen Leben gebracht oder durch ihre besonderen Charaktereigenschaften im Gedächtnis ihrer Mitschüler sich erhalten haben. Auch Anekdoten aller Art aus früheren Zeiten des Gießener Gymnasiums würden wir mit Dank entgegennehmen und so dazu beitragen helfen, die Feier so erinnerungsreich und freudevoll als möglich zu gestalten. Wir sehen der Einsendung von Beiträgen dieser Art mit Interesse entgegen und hoffen insonderheit, daß viele einstige Gießener Gymnasiasten dieser Aufforderung entsprechen werden. Jeder, der die Absicht hat, uns mit solchen Beiträgen, und seien *fie noch so bescheidener Art, zu erfreuen, möge es uns gütigst recht bald mitteilen, damit wir wissen, was wir zu erwarten haben. Anonyme Einsendungen würden unberücksichtigt bleiben. Doch würden wir auf Wunsch die Einsender der Oejfentlichkeit gegenüber geheim halten. * — Im .Kahre ist am Dienstag in Wien Ignaz Brüll Ein Tondichter von gewinnend liebenswürdiger '.t! . - echte Künstlernatur ist da aus dem deutschen ■ ] hieben. Am 7. November 1846 als Sohn einer geac': . . und wi „ habenden Familie zu Prosnitz in Mähren geboren, .....q . .L früh zur Musik hingezogen. Er wurde zunächst y.'i ■■ ' nur Konzertreisen lebhafte Erfolge erzielte. Schon m tzven. schrieb er seine erste Oper „Der Bettler von Samarkand". Sein reifstes, erfolgreichstes Werk ist die 1874 vollendete Oper „D a s goldene Kreuz" — Text von Mosenthal — die sich die gesamte Opernwelt eroberte. Das Werk ist noch heute ein Repertoire der meisten Opernbühnen', auch der Frankfurter Oper. Das Bombardon-Lied auS dieser Oper — oft auch im Kvnzersaale gesungen und eine Paradennmmer vieler Baritonisten — gehört zu den populärsten neueren: Liedern. Auch Brülls Opern „Das steinerne Herz", „Gringoire", „Schach dem König", „Gloria" eroberten sich die Bühne; den Erfolg des „Goldene»» Kreuz", dieses Werkes, das ntan den beste»» deutschen zuzähler» darf, hat fein arrderes erreicht — zum stille»» Kummer des Komponisten. Frische in der Erfindung, Reiz der Melodie, vornehme Farbenbehandlung im Orchester war seiner Musik immer eigen, wenn.ihr auch große Tiefe und dramatische Wucht »richt nachzurühmen waren. Jedenfalls ein mehr als gewöhnliches Talent, das seine Spur in der Musikgeschichte unserer Tage hinterläßt. — Der Iustinus Kerner-Verein in Weißenburg versendet einen „Aufruf an das deutsche Volk", »vorii» es heißt: Justini teuer» Sohn, Hofrat Dr. Theobald, der bisherige treue Hüter des K'ernerhauses in Weinsberg, hat in einem Alter von 90 Jahren am 11. August die Augen für immer geschlossen, und die Stätte, an der sich ein Stück deutscher Literaturgeschichte in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts abgespielt hat, steht nun verwaist da! Sowohl die Witwe, als auch der einzige Sohn Theobalds, Georg teuer, der als prakt. Arzt in Wehr (Vaden) lebt, hegen den lebhaften Wunsch, daß das K'er»»erhaus mit allen seine»» Andenken unö Erinncrungen in das Eigentum des im Jahre 1905 in Weinsberg gebildeten tener-Vereüis übergehe. Der genannte Verein M)lt trotz seines kurzen Bestehens geaenwärtig schon über 1100 Mitglieder aus Deutschland unb dem Auslände. Nach dem Tode Theobald Kerners tritt nun die erste Aufgabe an ihn heran, das tenerhaus mit seinen Schätzen käuflich zu erwerben, um es späteren Geschlechtern als eine Stätte zu erhalten, an der die Erinnerung an den verdienstvollen, edlen und liebenswürdige»» schlväbischen Dichter seinen ^ohn nrid au beider Freunde, einen Uland, Lenau, Alexander vor» Württemberg, Mörike, Bischer, Barnhagen von Ense, Karl Mayer, Freiligrath, Geibel u. a. lebendig wird. Jedem Besucher Weinsbergs und der durch Justinus teuer der Vergessenheit entrissenen, nun weltbekannten Weiber- Berlin im Namen des evangelischen Oberkirchenrates Berlin. Schließlich hieß Geh. Kirchenrat H ü t t i g den Verein in» Auftrag des weimarischen Kirchenregiments in den großherzoglichen Landen willkommen. Der Vorsitzende Geh. Kirchenrat P a u s ch sprach sodann in warmen Worten für alle diese Begrüßungen seinen Dank aus. 21113 StaSt und Land. Gießen, 18. Sept. 1907. ** Des Geburtstags I. K. H. der Großherzogin wurde in ganz Hessen mit Freuden gedacht. Die Schulen und eine Anzahl Bureaus waren geschlossen und da und dort verkündete Fahnenschmuck die Anteilnahme der Bevölkerung cm dem Geburtsfest der Landesfürstin. In Darmstadt und am Hofe wurde, wie uns von dort geschrieben wird, der Tag mit den üblichen festlichen Veranstaltungen gefeiert. Die staatlichen, städtischen und viele Privatgebüude trugen Fahnenschmuck. In Jagdschloß Wolfsgarten fand Familientafel statt, an der auch die fürstlich Battenbergischen Herrschaften teilnahmen. Am Abend fam das Großherzogspaar mit Prinzessin Dorothea mittelst Automobil nach Darmstadt und besuchten die Fe st Vorstellung im Hoftheater „La Bohöme". Als die Herrschaften in der Hosloge erschienen, brachte Oberbürgermeister Morneweg ein dreimaliges begeistertes Hoch auf die Frau Großherzogin aus, worauf die Kapelle die Nationalhymne intonierte. Die Festvorstellung wurde mit Webers Jubelouverture eingeleitet. Nach der Aufführung fuhren die Herrschaften wieder mittelst Automobil nach Wolfsgarten zurück. Auf die I. K. H. der Großherzogin von der Ludo- viciana dargebrachten Glückwünsche zur Geburtstagsfeier traf beim Rektorat nachstehendes Antwort-Telegramm ein: Wolfsgarten, Jagdschloß. Für die treuen Glückwünsche der Landesuniversität sage ich herzlichen Dank. Eleonore. ** Hilfe für Herbstein. Bei dem Hilfs-Ausschuß für die Abgebrannten in Herbstein gingen ferner ein: Saminlung in der Gemeinde Bellersheim durch Pfarrer König 16 Mk., Gemeindekasse Odenhausen 25 Mk., Sammlung in der Gemeinde Eberstadt durch Pfarrer Karl Kapp- esser 70.25 Mk., Pfarrer A., Münster 8 Mk., Frau L. N. Witwe, Münster, 5 Mk., Gemeindekasse Münster, durch Bürgermeister Gontrum 10 Mk., Sammlung in der Gemeinde Allertshausen durch Beigeordneten Römer 19.45 Mk. ** Uetiertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Ludwig Braun aus Langen-Bergheim die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Balkhausen. ’* Del» Prüfungskommissionen für die Prüfung der Aspiranten zum Staatsdienst im Medizinalfach und in» Veterinärfach in Darinstadt gehören für das Jahr 1907 an: als Vorsitzender Ministerialrat Dr. Weber, Vorsitzender der Ministerialabteilnng für öffentliche Gesundheits- pstege; als Rlitgliedcr für die Prüfung im Medizinalfach die Geh. Obermedizinalräte Dr. Neidhart und Dr. Hauser, Ober- medizinalrat Professor Dr. Heyl, Medizinalrat Dr. Bieberbach, Direktor der Landesirrenanstalt bei Heppenheim, und Kreisarzt Medizinalrat Dr. Lehr in Darmstadt; für die Prüfung im Veterinärfach Geh. Obermedizinalrat Dr. Hauser, Obermedizinalrat und Landesgestütsoeterinärarzt Professor Dr. Lorenz, Obermedizinalrat Prof. Dr. Heyl, Schlachthos- direktor Dr. Garth in Darmstadt und Kreisveterinärarzt Velerinärrat Dr. Schneider in Offenbach. ** Bildungsbestrebungen. Die diesjährige Hauptversammlirng des Verbandes Mittelrheinischer Votksbildungsvereine findet Sonntag, 22. Sept., 12 Uhr mittags im „Hotel Schütz" hier statt. Die Tagesordnung umfaßt u. a. folgende Gegenstände: Erhöhung des Mindestbeitrages der Mitglieder von 6 Mk. auf 8 Mk.; Bericht des Schulrats Scherer (Büdingen) über das Verhältnis der Einzelvereme zur Zentrale; zusammenstellender Bericht des Hauptlehrers Neumüller (Frankenthal)^ über die eingegangenen Jahresberichte der Einzelvereine; treu will der Kerney-Verein, genüiß dem Wunsche Justinus', das Kemerhaus dem Besuche offen halte»». Die in Aussicht stehenden! Mittel reicher» aber nicht aus, das Kernerhaus mit feinen Kunst- gegenständei» erwerben zu können. Wir richten deshalb an alle Deutschen die Bitte, uns in unserm, der Nachwelt zugute komme»»denl Bestrebe»» nicht im Stiche zu lassen, sondern jeder an1 seinem Teile zum Gelingen des schönen Werkes kräftig beizutrageu. Ge/d- sendungen und Erinnerungen an Justinus teuer und dessen Freunde (Handschriften, Bücher usw.) wolle ntan an den Vorstand des Vereins, Prof. Dr. Meißner in Weinsberg, senden. — Neue Marsphotographien. Professor Lowell sendet englische»» Blättern einen-Bericht über die Resultate der Marsbeobachtungen, die nmhrend 'der letzten Opposition des Pla»»eten auf ben Anden in Chile vorgenommen wurden. Die photographischen Platte»» haben eine»» Reichtum an Einzelheiten ergeben, der über alle Erwartung groß ist. Die Marskanäle und selbst die kleinen „Quasen" zeigen sich mit größter Deutlichkeit. Auf einer Platte wurde ein Kanal gefi»nden, der später auch »nit dem Auge beobachtet lvurde. Die Phowgraphien zeigen auch die Ka»»äle am Südpol unb in de»» angrenzenden dunklen Gege»»den. — Aus der „In gend". Wahres Geschichtchen. Ein Pfarrer im Hessenland veranstaltete unter anderem and) einmal einen Familienabend für die ihm anvertrauten ^chäslein. Er erzählte ihnen etwas von Ludwig Richter und zeigte ihnen dessen Werke in Lichtbildern. Der Abend verlief gemütlich bei Kaffee und Bier. 9U« andern Morgen traf er einen feiner Schutzbefohlener», der auch dabei war, uni> srng ihn, wie eS ihm gefallen habe. „Herr Parre, es wor rounnerfd)ien, nun doch anftannig \a — Aus dem „Simplicissismus". In einer kleinen Garnison ist "ein heftiger Brand ausgebrochen, so daß die Hilfe des Militärs erforderlich ist. Eine Kon»pagnie, unter Führung eines Offiziers, eilt im Laufschritt zur Brandstätte. Kurz vor dem Ziel ruft der Offizier erregt den Leuten zu: „Ist das Laufschritt? Nochmal zurück, marsch, marsch!" — Kleine Kun st ch r o i» i k. Ein neuer Roman von Joseph L a u f f wird unter dem Xitel „D i e T a»»z m a m s e l V“ in» Herbst im Verlage von G. Grote in Berlin erscheinen. — Gorkis neuester Roman „D i e M u11e r" wurde in Rußl»u»d von der Zensur verboten. 5. Lik. Der Beitrag soll auf der ©crictytsfaal. Die Gehallsklassen wurden wie r Mk. 10 der 6. < Proz. Neuwahl deZ Ausschusses; Vortrag von Dr. Wiktor Pohl- 'meyer (Berlin) über: „Freiwillige Bildungsbestrebungen der Gegenwart". vermischtes. * Explosion an Bord eines japanischen Panzerschiffes. In der Nähe von Kure trug sich ein schweres Unglück an Bord des Panzerschiffes „Kashirna" zu, das dort Schießübungen mit Geschützen vorgenommen hatte. Der größte Teil der auf einem Gefechtsturm be- sindlichen Personen wurden furchtbar verstümmelt, auch das Schiff erlitt ernste Beschädigungen. Unter den Ge- töte ten finden sich 5 Offiziere und 22 Mann. ' Zwei Offiziere und sechs Mann sind schwer, und zwei Offiziere und sechs Mann leicht verwundet. Wahrscheinlich ist das Unglück dem Umstande zuzuschreiben, daß sich infolge ausströmender Gase Pulver entzündete, als zum Zwecke der Einführung einer neuen Ladung das Berschlußstück eines Geschützes geöffnet wurde. Der Schiffsrumpf des Linienschiffes ist nicht beschädigt worden. * Bluttaten.' In Berlin hat sich am 17. Sept, in einem Hause der Michaelkirchstr. am (Südosten) ein blutiges Familiendrama abgespielt. Infolge eines Streites mit seiner Frau hat der 35 Jahre alte Arbeiter und Hausverwalter Lorber seinen ein Jahr alten Sohn erschossen und seine iebenjährige Tochter durch einen Schuß schwer verletzt. In seiner Verzweiflung rannte nun Lorber aus seiner Kellerwohnung auf das Dach, wo er sich zu erschießen versuchte. Da der Schuß sehlging, stürzte sich Lorber vom Dache in den Hof hinab, wo er mit zerschmetterten Gliedern tot iegen blieb. — In ihrer Kellerwohnung in der Elisabeth- ürchstr. wurde die 46jährige Plätterin Luise Walter von dem 34jährigen Anstreicher Anton Martin, mit dem sie in intimen Beziehungen stand, überfallen und schwer verletzt. Der Täter raubte seinem Opfer 2 Mark und entkam. Am Abend wurde er bei seiner Rückkehr in die Wohnnng der Walter- verhaftet. — In Posen schoß der Kaufmann Willy Heinrich dem diensttuenden Schutzmann Barm ohne jeden Anlaß, ledig. N B. Darmstadt, 18. Sept. (Tel.) In dem S chaden- a U.ro S eß, den die Angehörigen des seinerzeit ernror- oeten Mädchens Dörsam gegen die Erben des Mörders Gölz K u t HAen, fand gestern der erste Termin statt. Der Anwalt der Beklagten bestritt, daß Gölz als Mörder der Dörsam m Betracht kommen könne und suchte nachzuweisen, daß Gölz rcKÄ"1? Elchen Vermögensverhältnissen gewesen sei, um eine äu können. Schließlich wurde die Sache vis Anfang Oktober vertagt. fieiitP V? V 9 17* ec?f- Beim hiesigen Landgericht wurde antiL Li em Preßprozeß gegen den ver- antwortlichen Redakteur der „Neuen Bienenzeitung", Lehrer a. D. batfp 1 CruH tntrJ^arf)Qd) verhandelt. Im Februar d. Js. hatte F. dem Generalsekretär der LandwirtMftskommer, Oekono- Beleidigung. «Ja w * V 6' $ p- aus Heisters kam zu einem ^JanfeJtau# unt etne Forderung einzuziehen. Der Vandler bemerkte ihm, er möge doch nicht so hungrig sein, bvch Weitz «daß er in Heisters keine Nummer mehr pabe. O. unterstellte sofort, daß diese Aeußerung von dem mit ihm verfeindeten Gastwirt Th. D. herrühre, indem er bemerkte- Das kann nur das Theodorchen gesagt haben, dieser schlechte Kerl, oer bat einen Meineid geleistet. Wenn er etwas hören wolle, in Kf (ä na? ^hen, dort hat er einem Handelsmann 10 Mk. Schmusgeld abgeschworen." Als D. von dieser Aeußerung Kenntnis erhielt, strengte er wegen Beleidigung Privatklage an, und das Schöffengericht verurteilte O. zu 30 Mk. Geldstrafe, indem ey annahm, daß er von der Richtigkeit seiner Behauptung überzeugt war. Das von dem Angeklagten angefochtene Urteil ?bm Anfügen bestätigt, daß, falls der Kläger sich dem Rechtsmittel des Angeklagten angeschlossen hätte, das Berufungsgericht «ich mtt der Frage beschäftigt Hütte, ob nicht eine schwerere Strafe am Platze gewesen wäre, da auf Grund der Beweisauf- nahme feststand, daß die Beleidigung gegen besseres Wissen er- I l* V |ie ** Unser Kaiser Wilhelm-Regiment traf heute mittag in Büdingen ein und wurde dort gespeist. Sodann fährt es in 3 Sonderzügen nach Gießen. Das 1. Bat. fährt um 6.05 Uhr dort ab, das 2. Bat. um 7 37 das 3. Bat. 8.14 Uhr. Nach 8i/2 Uhr wird das 1. Bat. hier emtreffen. ' . . ... - . -....., -- Basis von durchschnittlich j. des leweiligen Gehalts bemessen werden. Entsprechend Leistungsfähigkeit der verschiedenen Einkommensschichten der Versicherten wird in den verschiedenen Bcüragsklasseii ausgleichenb ür die höheren und niederen Klassen eine Abstufung der Beiträge nach oben und unten gewünscht. । 7. Es sind .an Uebergangsvorschriften bvrzu- ehen, die L )( Gießen, 17. Sept. Grundlose Anrempeleien. Dem Schrein er geh Ülsen E. H. hier, der in der Mühl- gasse euren Händler anrempelte und ohne Veranlassung einen «olchen Skandal verübte daß ein Menschenauflauf statrfand, ging IM vuf 7 Tage Haft lautender Strafbefehl zu, gegen den er Widerspruch erhob. Er versuchte nachzuweisen, daß er zur fraglichen Zeit den ihm zur Last gelegten groben Unfug gar nicht fenÖJrn ^ben fan?' er sich auf dem Felde befunden habe. ?ie[e Zugaben wurden redoch durch mehrere Zeugen widerlegt, ^^.Schöffengericht zur Abweisung des von ihm eingelegten Rechtsmittels kam. Auch dieses Erkenntnis wurde von dem Angeklagten angefochten und zwar behauptete er, er sei wegen dieses Vortommnisses bereits zweimal bestraft worden err .^rrmlal 5 Tage und ein andermal 3 Wochen 21bafdrr bekommen. Der Aufforderung, düse Angaben christlich zu belegen, kam er zwar nach; cs stellte sich aber heraus, daß es sich um Vorgänge vor, bezw. nach der hier | ^5^6enden Straftat handelt, so daß ihm wohl mit Recht vor- 19bb^/v v^urde, daß gegen ihn so viele Sachen vorliegen, daß selbst Vrcht mehr daraus klar wird. Es mißlang ihm auch auftehpmer^^h?e^f erc Jld)!r öu, der in Rede stehenden Zeck auf dem chelde befunden habe, somit nicht in der Lage gewesen sein konnte, tn der Mühlgasse Unfug zu verüben, da der von Ä biCina?^tek Beuge seine Angaben nicht bestätigte. Unter mu^te Jejne Berufung zurückgewiesen werden. Gleichzeitig wurde eine bei Aufruf der Sache nicht anwesende, ordnungsmäßig geladene Zeugin in eine Ordnungsstrafe von 5 Mk. 8Uo-t.b6n ^urd) Ausbleiben verursachten verurteilt, ^»hre nach der Verhandlung vorgebrachten Entschuldigungen blieben unberücksichtigt. a) allen Angestellten den Eintritt in die Versicherung ermöglichen, b) die Interessen derjenigen wahren, die durch eine private Versicherung den Zweck des Gesetzes bereits erftillt haben. (Gemäß der Uebergangsvorschriften, die in den Gesetzen vom 22. Juni 1899 und vom 13. Juli 1899 getroffen worden sind.) Außerdem wurde beschlossen, um eine heute bestehende Lüae der Versicherungsgesetze auszufüllen, zu sordern: 8. Es sind durch Reichsgejetz der Unfall- und Krankenver- icherungszwang auf alle Privatangestellten bis zu den im Jii- validen-Versicherungs-Gesetz festzulegenden Gehaltsgrenzen auszir- dehnen. Ein weiterer Antrag, 9. die für eine Witwen- und Waisenversicherung bereit- gestellten Reichsmittel sind den Angestellten in demselben Maße wie den Arbeitern nutzbar zu machen, wurde mit 5 gegen 2 Stimmen abgelehnt. Dagegen wnrdc beschlossen, als Beispiel eine Tabelle über die erhofften Rentcn- lei)tiingcn und ihre Steigerung den Leitsätzen beizugeben. Die Besprechung der zu erstrebenden Kässenart wurde sehr lebhaft bis 8 Uhr abends 'geführt. Eine Einigung wurde noch nicht erzielt, die Verhandlungen wnrden vielmehr abgevrochen. Am Montag nwrgen sollen sie fortgesetzt und womöglich zu Ende geführt werden. Die Meinungen, ob besondere Kasse oder Ausbau, stehen sich noch sehr schroff gegenüber. ** Abschredsfeier für Ko n si sto r ia lrat Euler. Im oberen Laale des Restaurant Kaiscrhof hatten sich gestern abend der ^Vorstand, der Lukasgemeinde, sowie des Ev. Arbeitervereins zu« ammengefunden, um in gemeinschaftlicher Sitzung über die geplante Abichiedsfeicr zu Ehren des sestherigeu Geistlichen der ,-ukas- und Acilitärgemeinde, der auch gleichzeitig lange Jahre des Ev. Arbeitervereins ist, zu beraten. Aua) die ^.'lilitargemeinde war durch einen Offizier vertreten. Fabrikant Kaufmann begrüßte die vollzählig erschienenen Mitglieder der beiden Vorstände, indem er gleichzeitig den Ztveck der Sitzung kürrlegte. ^zm weiteren Verlauf der Verhaiidlungen wurde be-! schlofsen, daß die geplante Abschiedsfcier nächsten Montag, Mts. stattfinden soll. Die Begrüßiurgsänsprache an deni Ablchiedsabend wird voraussichtlich Pfarrer D. Schlosser halten, bet auch gleichzeitig als Vorsitzender des Gesamtkircheiworstandes sprechen wird. Für den Kircheiivorstarid der Lukasgemeinde wird Geh- Rat Prof. Wimmenauer die Abschiedsrede halten, für den Ev. Arbeiterverein Werkmeister Schufst. Auch der gemischte Chor des Ev. Arbeitervereins sowie der Posaunenchor Klein-Linden werden bei der Feier mitivirken; außerdem haben Rentamtmann Schäfer uiid Musiklehrer Gernhardt einige Vorträge auf dem Klavier und Harnwnium in Aussicht gestellt, so daß anzunehmen ist, daß die Abschieds feier einen schönen Verlauf nimmt. * Neues Stadttheater-Abonnement. Ans dem Theater-Bureau wird uns mitgeteilt, daß die Abonnements Von Fnckag, den 20. Septenrber ab, täglich zwischen 11 und 1 Uhr jm der Tageskasse des Stadttheaters abgeholt werden fimncn. Die Abonnenten werden ersucht, die Abholung der Abonnementsblocks frühzeitig zu veranlassen, damit sich die Auslserllgung nicht auf den letzten Tag vor Beginn der Spielzeit zusammendrängt. Die Spielzeit beginnt am Sonntag, 29. September, mit Shakespeares „Wintermärchen". Da die bisherige Verteilung der Theaterzettel viele Unzuträglichkeiten ergeben hat, wird von letzt ab ein Abonnement auf sämtliche Zettel der Spielzeit zum Preise von 1,50 Mk. ausgegeben. Anmeldungen auf dieses Bettelabonnement werden ebenfalls an der Tageskasse des Stadttheaters entgegengenommen. . „ Vom Korpsmanovcr. Auch am Dienstag wieder hatten die Regimenter große Märsche aus den Biwaks zuriick- sulegen. Die 25. Division lag in der Gegend von Schwickartshausen (llbcr), tt-auerbach (llöei), Ober-Lais und Glashütten, ihre Ka- valleme und Arttlleriehatten in den Nachbarorten Atassenquartier. ®Le Biwaks der 41. Brigade von der 21. Division befanden sich UM Wenings und Gelnhaar und bei Bindsachsen. Die 42 Bri- 6ade hatte nachmittags auf den Höhen bei Wolferborn Sckiützen- 6Tä2enr-2^§e^oben und rückte abends i/29 Uhr ins Massenquartier Swelberg und Streitberg. Diese Brigade stellte gestern bon Pwnieren an den Verschanzungen die Feldbe- jßß19 Q7b bbsedte die Schützengräben, hinter denen 16!& l7!l//unb ,88er eintrafcn. Die Geschütze der „Jrankftirl und „Oranien" wurden eingegraben, ebenso die Haubitzenbatterie. Die 25. Division rückte um 6 Uhr mrs ihren Biwaks und traf y2l Uhr vor Bindsachsen ein. In I nr5ir • konnte sich die Infanterie unbeobachtet entwickeln. Den Artilleriekampf hatte die 4. reitende Batterie der 25er um 9 Uhr abgesessener feindlicher Kavallerie auf m % ber Gelnhaar eröffnet. Um y2ll Uhr fuhr die sm^lIrene T Keckenstein auf, die 61er am Hercheberg und ber Michelnau, so begann denn allmählich das Gefecht/ Interessant war eme Kavallerieattacke der feindlichen 23er Dragoner gegen zwei Batterien am Keckenstein, bereit Jnfanteriebedeckung ^^Offen ^otz hefttgen F-uers sprengten die ^?ter bis an die Geschütze und versuchten E nehmen, wurden aber von der sich entwickelnden mSn und mußten schleunigst Kehrt machen. Inzwischen begann die Infanterie sich zu entwickeln, llßprVnh iaL bem rechten Flügel rückten gegen Michelnau, die hi? 115er gingen am lmken Flügel bei Allenrod vor, nahmen ^ikk^Ä^O und säuberten Kefenrod vom Feind, um dann gegen einen Umgehungsversuch zu unternehmen. Das Wetter 'c?o?^tkag neblig es regnete sogar einmal, doch um, 1 lallte sich der Nebel und die Sonne brach durch Die bie8eil7erb Bindsachsev als Reserve, währmd mute Zer bie uns Michelnau Vertrieben und dann auch Wolferborn am Seemenbach besetzten. Es war 1 Uhr geworden des Herzbergs dröhnten fortwährend die Schutze Wen die von He, en besetzten Höhen herüber. Ä Kampf zum Stillstand; die Toppen kochten ^efechtsgelande ab, die Gewehre wurden zusammen-! gesetzt, nur die Vorposten blieben in Geftchtsstellung. Auf dem Hohenzug zwischen Rinderbügen, Wolferborn, Leisenwalde bis zum Herzberg hatten die Schützengräben, Laufgräben und Schanzen ü?°n- ^ue/Stunde, sie waren von 80em, 166ern unb in Reserve lagen 87er, 88er und 166er; etwa bmrer ber Schützenlinie waren die Kanonen und Hau- ^ugegraben, auf einer weiteren Anhöhe dahinter standen Festungsartillerie. Die Gefechtslinie hatte mit ^5" ^^elsicherungen eine Lange von zwei Stunden. Der Feld- führte bis in die Schützengräben und zu den Geschützen, TpTP?r^niUn9 9f^^?h durch Telephon. Die Telephon- und Te egraphenwagen standen etwa 400 Meter hinter der Schützen- ,^ad Manovergelände wimmette von Tausenden von' ^H^^Hbummlern aus Oberhessen, Frankfurt, Hanau, Offen- .Viele fühlten sich enttäuscht, da das Haupttreffen nicht W Auyführung kam und erst für die Nacht zu erwarten ist hbsillche Division gilt es nämlich, die feindliche Stellung .dem Herzberg, die noch durch ausgedehnte Drahtverhaue gesichert ist, zu sturmen. Dies soll im Laufe der Nacht bis zum h^feBP1me JruWS1en bezogen nachmittags Marm* ben Orten. Um 9 Uhr morgen früh soll 6aS Geiecht unb bamit das Korpsmanvvcr hnrnbeUrf!nr Wirtschaften in den Orten Kefenrod, Wolser- inak' Lnsenwald waren von den Zivilisten ausgegessen m8uInetit "ur noch trockenes Brot. Die Entwicklung des Gefechts, der Aufmarsch unb das unaufhörliche Feuergefccht boten bem Zuschauer ein prächtiges Bild. u 1 J ** Versammlung der Gauturnwarte. Am L3. und 29. Sept, findet in Wiesbaden die Herbstversammlung der Gauturnwarte des Mittelrheinkreises unter der Oberleitung des Kreisturnwartes Bolze-Frankfurt statt Die Uebungen, bestehend in Freiübungen, Ordnungsübungen, Stabubungen, Keulenübungen, Geräteübungen, Turnen einer Musterriege des Turnvereins Wiesbaden, Spielen und dergl., beginnen am Samstag nachmittag um 5 Uhr und endigen am Sonntag mittag um 1 Uhr. Die ersten Gauturnwarte sind verpflichtet, an der Versammlung teilzunehmen; im Verhinderungsfall hat der zweite Gauturnwart zu erscheinen. | swbeu, sich bic Beglaubigung ber Bedürftigkeit bei der Orts- vehoroe,, dem Armenamt, ausstcllcn zu lassen. Die Taktlosig- kett Dicjer Zumutung ist wirklich bewundernswert. Haben beim bie ^cute am grünen Tisch gar keine Ahnung davow, wie be- |a>amenb es für einen in Ehren grau gewordenen Lehrer ober lieamten sein muß, um die bessere Anpassung seiner Pension bie ^.euerungsverhältnisse aufs Armenamt lausen zu müssen? Es müßte doch eine diskretere Und taktvollere Methode sich ausfindig machen lafsen, um zu den notwendigen Unterlagen zu gelangen! Die Mitteilung ist vorn ersten bis zum letzten Wort erfunden. Weder in bem zur Versendung gelangten Fragebogen J-lx Begleitschreiben wird den Pensionären „anhcimgegeben, ich die Beglaubigung der Bedürftigkeit bei der ^Ortsbehörde, dem Armenamte, >ausjl.ellen zu lassen." Es ist aber auch nicht etwa I ?.n bie Lehrer ein besonderer Fragebogen gegeben worden; vielmehr I ist den penponierten Lehrern derselbe Fragebogen zugegangen, den die penfwnlerten Beamten erhalten haben. ,. ~ Eber stabt (Kr. Gießen), 16. Sept. Am Samstag fand hier G e m e i n be rats lv a h l statt. Wiedergewählt wurden Schuh- machermeifter ^oh. Adam Alles II mit 71 und Zimmermeister I nut 52 Stimmen, während Landwirt Vch. Bender II mit 49 stimmen neugewahlt wurde. ** Nieder-Florstadt, 17. Sept. Hier erkranken in der vorigen Woche kurz nacheinander etwa fünfzehn Personen unter Vergiftungserschei- n u n g e n. Eine ältere Frau ist gestorben. Die Untersuchung des Kreisarztes Dr. Nebel stellte fest, daß es sich um eine Infektion mit Para-Typhus handelte und die im hygienischen Institut der Landesuniversität ausgeführte Untersuchung gab seiner F-eststellung recht. Die Träger der Bazillen waren Kuchen, die in zwei Familien gebacken waren, von denen auch noch Stücke an andere verschenkt wurden, die ebenfalls erkrankten. Eine Lebensgefahr besteht bei den Erkrankten nicht mehr. X. Hanau, 17. Sept. Die Stadtverordneten- versammlung bewilligte einen Betrag bis zu 2000 Mark für eine dem Kgl. Gymnasium bei der Drei- hundertjahrfeier darzubringende Spende. Als zweck- mäßigfte Spende wurde der Ankauf eines Konzertflügels erachtet. — Mr den Neubau der gewerblichen Fortbildunas- schule wurde ein Betrag von 193 500 Mk. bewilligt. Wetzlar, 17. Sept. Am Samstag ging ber seit 1. August hier abgehaltene Ausbildungskursus für Hanbarbeitslehrerinnen zu Ende. Der Handarbeits- uuterricht ist iin Kreise einheitlich geregelt; einer jeden Jn- dustrielehrerin ist es zur Pflicht gemacht, einen solchen Aus- bilbungskursus durchzumachen. Ein besonderes Gewicht wird auf Flicken, Nähen, sowie Zuschneiden und Zeichnen von Wäsche gelegt. Es beteiligten sich 19 Frauen und Jungfrauen an dem Kursus. Das über den Kursus ausgestellte Zeugnis berechtigt zur Anltellung als Handarbeitslehrerin an einer Volksschule des Kreises. 4rt. V ^7? ** t s a l m o s e n". Im Hauptvoranschlag für 1907 ‘Sarmft. Ztg. schreibt, im Kap. 115 ber Regierung ein A kA^^ond, von 50000, Mk. zur Aufbesserung d!r BeMge ülterer Penfionare zur Verfügung gestellt worden U^ber^bi<> (^n205^u£r^ bvJm §?tt haben v.iöer bVsanbrtänb?1“^?1’^wtej’ba&^c mierat Gerland in Kassel, in seinem Blatte den Vorwurf g«. macyt, bieier würde vom Kasseler Bienenzüchterverein „geschmiert" Die Folge war eine Anklage unb F. wurde zu 60 Mk. Geldstrafe und* Publikation des Urteils in seinem Blatt verurteilt. (yr fam bem auch nach, machte aber zu ber amtlichen Zuschrift einen -oor- und einen Nachsatz. Aus diesem Grunde wurde er vom Schockengericht zu 20 Mk. Geldstrafe verurteilt. F. machte beule geltenb, daß er nur nach einem allgemeinen bei der Preße üblichen Verfahren gehandelt unb keineswegs strafbar sei Das Gericht war anderer Ansicht unb so blieb es bei ber Strafe' W. K ö In, 17. Sept. In dem Beleidignngsprozesse des Oberlandesgerichtsrats a. D. Roeren - Köln gegen Bezirk'-- amtmann a. D. Geo Schmidt- Berlin, welcher heule vor bcin mengen Schöffengericht seinen Anfang nahm, ist gegen Schmid! Anklage erhoben worden wegen des im Dezember 1906 in bet „Nationalzeitung", sowie in ber „Täglichen Nunbschau" unter ber Ueberschrift „Offener Brief an ben Oberlanbesgerichtorar Noeren" veröffentlichten beleibigenben Artikels. Der Angeklagd- hat gegen ben Privatkläger Widerklage erhoben auf Grund der von diesem gehaltenen beleidigenden Rede; wegen ber Broschüre „Schmidt contra Roeren" ist nicht Anklage erhoben worden. Der Angeckagte bestreitet die Beleidigungsabsicht. Er sei zu ber Veröffentlichung des Artikels gezwungen gewesen, weil Roeren im Reichstage so schwere Beschulbigungen gegen ihn erhoben unb trotz der Aufforderung durch feinen, Schmidt's, Rechtsanwalt ben öffentlichen Wiberruf unter den verschiedensten Ausflüchten verweigert habe. Er, ber Angeklagte, habe um feine Existenz unb um ferne Ehre gekämpft und freiwillig Mschied von bem Staats- bienst genommen. Darauf gelangten bie Reichstagsreben des Privatklügers, sowie bes Staatssekretärs Dernburg zur Verlesung. Staatliche Perrsionsversicherung der PrivaLaugestellten. Die Siebenerwmuiission des Hauplausichusses tagte am Sonntag in Kassel. Der Wunsch, zur Einigung zu gelangen, führte wiederum zu einer Reihe von Beschlüssen: 1. Als Privatangestellte im Sinne des Gesetzes gelten Personen, welche gegen Gehalt im Privatdienste ober bei staatlichen, .kommunalen ober kirchlichen Behörden in mich nicht mit Pensionsberechtiguiig ausgestatteten Stellen beschäftigt sind, soweit sie nicht als geweüoliche Arbeiter (Gesellen, Gehilfen, Lehrlinge, Fabrikarbeiter u. f. f.), als Tagelöhner unb Handarbeiter oder als Gesinde Dienste verrichten. 2. Vom Zwange in ber allgemeinen Staats- Versicherung befreit nur die Zugehörigkeit zu privaten Versicherungseinrichtungen, wenn es sia- um Kassen handelt, bie von öffentlichen Körperschaften (Staat, Gemeinde unb bergt.) eingerichtet unb geleitet sind, und die ben Versicherten mindestens bie gleichen Rechte unb Ansprüche gewähren wie bie staatlich? Einrichtung. (Gemäß § 8 des I. V. G.) 3. Personen, die erst n a ch Vollendung des 50. LebeuÄ- lahr-V eine bie Versicherungspflicht begründende Anstellung erhalten, unterliegen nicht ber Versicherungspslicht. 4. Die Wartezeit für den Bezug per Invalidenrente betragt vier, diejenige für ben Bezug ber Altersrente betragt 24 Beitragsjahre. dAarburg, 17. Sept. Gestern abend rannte un- P.eit Krrch hain ein führerloses Bier fuhrwer k gegen dre geschlossene Schranke bei Posten 35II der Strecke Kassel-Frankfurt. Der Schrankenwärcer Rhein aus Allen- dors wollte es aufhalten, kam aber durch den Anprall gegen die geschlossene Schranke mit dem Pferds auf dem Wegeuoergang^zu Fall und wurde von dem gerade heran- brausenden Schnellzug 74 D Kassel-Frankfurt üb er fahren. ^,arter und Pferd wurden getötet und das Fuhrwerk -;er- trummert Weiterer Schaden ist nicht entstanden. Der Wärter Vater von 6 unversorgten Kindern, ist ein Opfer ferner Pflichttreue geworden.____________ r Gießener Strafkammer. Klasse 1 für Einkommen bis 550 V 2 II u über 550 „ 850 V 3 H II 850 „ 1150 y 4 ir y H 1150 „ 1500 y 5 ii n 1500 „ 1800 y 6 if 1800 „ 2400 II 7 fi II II 2400 „ 3000 y 8 y II 3000 „ 4000 ,, 9 n 4000 „ 5000 H 10 ii II 5000 und mel leustadt 69 befindet. — Ich bitte zugleich, das mir seither, geschenkte Vertrauen auch ferner- 5879 Zur bevorstehenden Gcmeindcratswabl schlagen wir folgende Herren als Kandidaten vor: 5886 Poppert. BL7A I. V.: Kalbfleisch. B18A 5873 Christian Reuter ii, Ludwig Darrbert, 06899 Das AUSSEHEN wird von Tag zu Tag besser. Hiermit Freunden und Bekannten die traurige Mit- 4 eilung, daß unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Groß- und Urgroßmutter Frau Marie Löb flkb. Tchmitt beute Abend 11 Uhr sanft entschlafen ist. Gießen (Schützenstraße 8), den 17. September 1907. Die Beerdigung findet Freitag, den 20. d. Mts., nachmittags 4 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen Familie Frebel. Kenntnisnahme, dass sich mein Geschäft jetzt Neustadt 69 O Gießen, den 11. September 1907. Großherzogliches Amtsgericht. in der Gemarkung Holzheim versteigert werden. Anfang vormittags 1/2^ Uhr am Roßweg. Großh. Bürgerlneisterei Holzheim. Klotz. Brookland-A uto mobil-Nennbahn -der Fahrer Hermon jo schwer, daß er am 17. Sept, seinen Verletzungen erlegen ist. Ans Bordeaux wird gemeldet, daß der am Sonntag in Brüssel ansgestiegene deutsche Ballon Tschad y, der von Dr. Niemeyer gestetiert wurde, in der Nähe von Bordeaux glücklich gelandet ist. , Auf dem Manöverseld in Iss 1) (Frankreich) unternahm der französische Erfinder Bleriot mit der von ihm konstruierten Flugmaschine einen Aufstieg. Als er etwa 150 Meter zurückgelegt hatte, sank der Apparat zu Boden und ging in Trümmer. Bleriot erlitt Gesichtswunden. Aus B r-ü ssel wird gemeldet: Bei der I n t e r n a t i o n a l e n Ballon-Wettfahrt für lange Distanz wurde der deutsche Ballon „P o m m e r n" erste r. Der schweizerische Ballon „Le Cognac" unb der englische Ballon „Zephir" werden wahrscheinlich als zweite mit gleichet: Rechten anerkannt werden. In Bagni AcqueÄlbule bei Ttvoli (Italien) ereignete sich uit Laboratorium einer Fabrik sür Feuerwerkskürper eine furchtbare Explosion. Dem „Messagero" zufolge sind sieben Arbeiter der Katastrophe zum Opfer gesallen. Auch eine Frau befindet sich unter den Gelöteten. Bei Newhaven im Staate Connecticut erfolgte ein Zusammenstoß zweier Eisenbahnzüge. Eine Person wurde getötet, 15 verletzt, darunter mehrere schwer. Ju den Mine n von Kosakane bei Kolaro (Japan) brach Feuer aus, das sich auf das Dorf ausoehnte und hundert Häuser in Asche legte. Bei den Versuchen, das Bergwerk zu retten, barst das Wasserreservoir und die Flut ergoß sich in das Torf. Dreißig Einwohner, darunter viele Frauen und Kinder, sind t o t. Märkte. tc. Frankfurt a. M., 11. Sept. (Orig.-Telegr. des „Gieß. Anz.") Viehmark t. Zum Verkaufe standen 00 Kälber, 00 Schafe u. Hämmel, 2263 Schweine, 0 Ziegen. Schweine: 1. Qual. 73—00 Pf., Lebendgewicht 57—00.00 Pf., 2. Qual. 71—72 Pf., Lebendgewicht 56.50-00 Pfg., 3. Qual. 62—64 Pfg. Kälber 1. Qual. 00—00 Pf. Lebendgewicht 00-00 Pfg., 2. Qual. 00-00 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 00-00 Pfg. Schafe 1. Qualität B18/9 Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Ludwig Hesikelmann IV. Heuchelheim, den 17. September 1907. Die Beerdigung findet Donnerstag den 19. September, mittags 1 Uhr, vom Sterbehause aus statt. 5878 Universitäts-Nachrichten. Marburg, 17. Sept. Wie uns gemeldet wird, ist zum Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe an den Düsseldorfer städtischen Krankenanstalten und ordentlichen Mitgliede aii der Akademie für praktische Medizin daselbst an Stelle von Prof. H. Eellheim der a. o. Professor Dr. med. Erich Opitz an der Universität Marb u r g in Aussicht genommen. — Wie wir hören, folgt der Privatdozent für Chirurgie und Assistenzarzt an der chirurgischen Klinik der Universität Greifswald, Dr. med. Rudolf Häcker seinem Chef, Pros. Friedrich nach Marbur g. Statt besonderer* Anzeige- Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass unser innigstgeliebter Sohn und Bruder Ludwig BCari im 16. Lebensjahre heute Nacht 21/, Uhr sanft in dem Herrn entschlafen ist. Geschäitsverlegung und Empfehlung! Einem verehrlichen Publikum von Giessen und Umgegend zur gefälligen Mittwoch, den 25. September l. Js., soll das Gemeinde-Obst, bestehend in Aepfeln, Birnen u. Zwetschen B ekanntm achung. In das Hgndelsregister Abt. B wurde eingetragen: Gesellschaft zur Errichtung eines Oberhessischeu Hauses iu Darmstadt, Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Sitz dec Gesellschaft ist Gießen. Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb eines Bauplatzes und Errichtung eines Hauses auf demselben für freie und angewandte Kunst sür das Jahr 1908. Die Höhe des Stammkapitals beträgt 36 000 Mark. Der Gesellschastsvertrag ist errichtet am 20. Juni 1907. Zu Geschäftsführern sind bestellt: 1. Bauunternehmer Heinrich Winn; 2. Oberlehrer Dr. Georg Krausmüller, beide von Gießen. Als Vertreter der Geschäftsführer: 1. Möbelfabrikant Franz Brück von Gießen sür den Geschäftsführer Krausmüller. 2. Karl Philipp Müller von Gießen für den Geschäftsführer Winn. Willenserklärungen für die Gesellschaft sind durch beide Gc- jchäftssührer gemeinschaftlich oder durch einen Geschäftsführer und den Stellvertreter des anderen Geschäftsführers abzugeben. Die Gesellschaft beginnt am 1. Juli 1907 und endigt, sobald da§ Haus, welches von derselben errichtet wird, verkauft ist. Vergebung von Bauarbeiten. Die für die Erbauung eines eisernen Fußgängersteges über die Lumda in Treis erforderlichen Arbeiten und Lieferungen im Voranschlagsbetrage von 2200 Mk., worunter die Lieferung von ca. 4400 kg Träger und 70 lfd. m Geländer sollen im Wege des öffentlichen Angebotes vergeben werden. Die Angebotsunterlagen liegen auf dem Bureau de§ Unterzeichneten Zimmer Nr. 17 während der Dicnststunden zur Einsicht der Interessenten offen. Angebote mit entsprechender Aufschrift versehen sind verschlossen und portofrei bis spätestens Donnerstag, den 26. September d. Js., nachm. 4 Uhr auf Großh. Bürgermeisterei Tcets einzureichen, woselbst die Eröffnung in Gegenwart etwa erschienener Bewerber erfolgt. Gießen, den 17. September 1907. Der Großh. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen. Heinrich Neidet, Philipp Heinrich Mank. Mehrere Wähler« Schellfische lebendirisch in Eispackung treffen beute ein bei Georg Wallenfels gegenüber der Engelapotheke. Telefonruf 46.h™ Vergebung. Die Ausführung des Umzugs der inneren Einrichtung und der Transport der Kranken der chirurgischen Universitäts-Klinik in Gießen in die neuen 'Anstaltsräume soll auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung vergeben werden. Die Bedingungen und der Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 liegen nachmittags von 3 bis 5 Uhr aus dem Ver- waltungsdureau offen. Angebote, versiegelt und mit der Aufschrift „Angebot auf Umzug" versehen, sind bis zum 26. September 1907, mittags 12 Uhr, auf dem Verwaltungsbureau abzugeben. Die Zuschlagsfrist beträgt 8 Tage. Gießen, den 16. September 1907. Großh. Direktion der chirurgischen Klinik. Drucksachen aber Art liefert In jeder gewünschten Ausstattung, stilrein und preiswert die Brühl’eche Univorsitä'ts-Druckerei« Schulstr. 7 Bekanntmachung. Das dritte Ziel Gemeindesteuer sür 1907, sowie das Schulgeld für zweites Quartal 1907 für Realgymnasium und Oberrealschule tür Gymnasialvorschule für Höhere und Erweiterte Mädchenschule find binnen 8 Tagen bei Vermeidung der Beitreibung zu zahlen. Gießen, den 18. September 1907. B18/0 Stadtkasse Gießen. Doepfer. Arbeiterbewegung. Frankfurt a. d. O., 17. Sept. Nach einer Mitteilung der „Franks. Oderztg." betrug heute, Dienstag, die Zahl der Ausständigen im Niederlausitzer Kohlenrevier 1292 gegen 817 nm Montag. Den größten Zugang an Ausständigen hatten die Nucderlausitzer Kohlenwerke mit 113, Grube „Elisabeth-Glück" mit HO, „Treuherz" mit 74 und „Meurostollen" mit 65 Alaun. Antwerpen, 17. Sept. Der Sekretär des Ministerpräsidenten Frooz ist in Spezialmission hier eingetroffen und konferierte lange mit dem Bürgermeister Hortog. Die Situation im Hasen erfuhr eine weitere Verschlimmerung durch die Arbeitseinstellung der S ch i s f s m a s chi n i st e n. Tie hiesigen Börsen- und Handclskreise sind durch die neue kritische Zuspitzung der Verhältnisse außerooentlich beunruhigt. GrigtnaUDrahtmetbungem Christian ia, 17. Sept. Weltmann i|t heute hier ein- gekrosfcn und setzt am Abend seine Reise fort. Er erklärte, daß er ganz bestimmt seine Versuche wieder aufnehmen werde. Die seitherigen Flugversuche hätten benüesen, daß sein Ballon gegen 15 Meter Windgeschwindigkeit manövrierfähig sei. Weltmann begibt sich zunächst nach Amcrcka, während der Ballou zur Vornahme der erforderlichen kleinen Reparaturen nach Paris gebracht werden wird. Paris, 18. Sept. Aus dem französischen Kongo laufen Meldungen über Greueltaten ein, die sich ein Agent einer Handelsgesellschaft Eingeborenen gegenüber hat zu schulden kommen lassen. Der verbrecherische Agent wurde unter militärischer Bedeckung nach dem Gefängnis von Brazzaville gebracht. Im Kolonialamt ist eine Bestätigung der Nachricht ein- getroffcn. Cherbourg, 18. Sept. Während des Manövers im Departement Manche sind zahlreiche Reservisten der Hitze zum Opfer gefallen. 71 Mann vom 25. Jnf.-Regt. bekamen den Sonnenstich. Der Zustand mehrerer Soldaten ist bedenklich. Cherbourg, 18. Sept. Fünf Matrosen von dem englischen Dampfer „Briardne" weigerten sich in betrunkenem Zustande, an Bord des Dampfers zurückzukehren. Sie beschimpften die Offiziere und vergriffen sich an ihnen. Die Offiziere wandten sich an ihren Konsul, auf dessen Betreiben die Meuterer verfolgt wurden. Einer wurde verhaftet, den übrigen gelang es, zu entkommen. Ajaccio, 18. Sept. Während der Verfolgung von Banditen kam es zwischen diesen und Gendarmen zu einem Gefecht, wobei einer der letzteren getötet und zwei weitere verwundet wurden. Es gelang den Banditen, zu entkommen. Man vermutet, daß bic Banditen Mitglieder der berüchtigten Bande Mieelli und Bartoli sind. 00—00 Pfg., 2. Qualität 00—00 Pfg. — Markt schleppend, Ueber- stand bedeutend. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hesse« am Donnerstag den 19. September: Meist trüb. Keine erheblichen Niederschläge. Kühl. Westliche Winde. Bekanntmachung. Wer für den kommenden Winter Fichtcndeckreiier aus den städtischen Waldungen zu beziehen wünscht, wolle dies spätestens dis zum 1. Oktober aus der Bürgermeisterei, Zimmer Nr. 15, anzeigen. Die Lieferung erfolgt frei vor das Haus. Der Preis beträgt 20 Pfg. für die Welle und ist bei der Anmeldung zu entrichten. Gleueu, den 16. September 1907. Grogherzogliche Bürgermeisterei Gießen. B.: Curschmann. Iidj ans Hebern: u t, das rechte Auge au8. Der Attentäter wurde verhaftet. * Memoire n" von: österreichischen Kaiser- ßofe. Schon vor längerer 'Zeit hatte verlautet, daß Frau Maria Brucks, die Gattin des Direktors des Metzer Stadttheaters und früheren Kammersängers Otto Brucks, eilte geschiedene Gräfin La risch und Tochter des Herzogs Ludwig von Bayern aus seiner morganatischen ^he mit der Baronin Wallerfee, ihre Memoiren zu veröffentlichen gedenke, in denen insbesondere das erschütternde Drama des Kronprinzen Rudolf von Oesterreich- Ungarn und das Schicksal der Kaiserin Elisabeth auf Grund besonderer, nur der Verfasserin dank ihrer intimen Beziehungen zur Kaiserin, bekannter Details behandelt werden. Damals wurde mitgeteilt, daß das österreichische Herrscherhaus das Erscheinen dieses Memoirenwerkes verhindert habe, und die Vermutung lag nahe, daß die in Geldnöten steckende Frau Brucks eine größere Summe für pas Nichterscheinen ihres Buches erhalten habe. Vor kurzem ist nun Frau Brucks neuerdings und zwar durch Vermittlung des Berliner Theaterdirektors Ferdinand Bonn, an eine Berliner Verlagsfirma mit dem Anerbieten herangetreten, ihre Memoiren herauszugeben. Die Firma trat auch mit ihr in Unterhandlungen, in deren Verlauf sich Frau Brucks zur Vorlesung ihres Manuskripts und zur Deponierung bei dem Rechtsanwalt der Firma verpflichtete. Plötzlich aber verreiste Frau Brucks und ihr Aufenthalt konnte längere Zeit nicht ermittelt werden. Dadurch und durch andere Momente gelangte die Firma zu der Heber* zeugung, daß die Unterhandlungen von feiten der Frau Brucks uicht ernsthaft gemeint und sür sie nur Mittel zu anderen Zwecken waren. Die Firma will nunmehr durch einen Zivilprozeß Frau Brucks zur Deponierung ihres Manuskripts an Gerichtsstelle zwingen. Frau Brucks gibt an, sie habe einige Abschriften ihrer Memoiren in der Schweiz zur Sicherung vor Beschlagnahme deponiert. Eigenhändige Briese und ungedruckte Gedichte der Kaiserin Elisabeth liegen dem umfangreichen Manuskript bei. Kleine Tageschronik. In Gotha verübte Selbstmord nach ZOjähriger Tätigkeit der Bureauvorsteher Andreas des Justizrates Kunreuther. Andreas beging Unterschlagungen, angeblich in Höhe von 40 000 Mark. In Kiel wurde wegen Wechselfälschungen der Reisende Babbe verhaftet. Er hat mehrere Firmen erheblich geschädigt. Bei dem Verhafteten wurden zwölf gefälschte Wechsel im Gesamtbeträge von 10 000 Mk. beschlagnahmt. Zwischen Karden und Rohnstock (Schles.) wurde versucht, den von Bolkenbain nach Striegau fahrenden Personenzug zum E n t- gleisen zu bringen. Auf die Geleise war eine zweiräderige eiserne Pflugschleife gelegt worden. Dem Lokomotivführer gelang e§, wenige Schritte vor dem Hindernis den Zug anzuhalten. Wie aus Mitterndorf (Oester.) gemeldet wird, wurde dort in der Wallfahrtskirche em 14jähriger Bauernsohn vom Blitz erfchlagen: sein jüngerer Bruder, der neben ihm auf der Kirchenbank saß, blieb unverletzt. Nach einer Meldung der „Times" weilen die Gräfin Montignoso und der Pianist Toselli in London und suchen eine Speziallizenz zum Heiraten. „ Dem „Berl. Tagebl." zufolge stürzte auf der Londoner hin bewahren zu wollen. Mit vorzüglicher Hochachtung HeinrieSi Sa©k :: und Buchbinderei :: ff. Limburger Küsel per Pfd. 45 Pfg. i. ganzen Stein, hoWttsten Edamer Kale per Pfd. 1 Mark, echt EnMttthaler SchwcherW per Psd. 1.20 Mark, frische (Ster, frische Tafelbutter, ganz frisch bezogen: Btlcllo Margarine, hochfeine Tafel'Margarine per Pfd. 70 Pfg., Palmin per Pfund 70 Pfg., Sanin per Pfd. 65 Pfg., Schweine - Schmalz garantiert rein per Pfd. 6ä Pfg., 5 Pfd. 3.10 Mk., 10 Pfund 6 Mark, empfehlen Gebrüder Berdux Bahnhofstraße. L18/e StiiWer WeitMchveis Achen. (Sartenstraße 2, Zimmer 2. CS können eingestellt werden: 1 Bauschlosser, 2 Bauschlosser (ausw.), 1 Schmied, 1 Schmied lausw.), 1 Heizer, 1 Schneider, 2 Schuhmacher, 1 Glaser lauem.), 2 Schreiner, 3 Schreiner lausmärlö», 2 landwirtfchaftl. Arbeiter lausw.), 4 Dienstmädchen, 2 Waschfrauen, 2 Lauffrauen, 3 iüng. Hausburschen, 6 Erdarbeiter. Lehrlinge: 1 Mechaniker, 1 Glaser, 1 Schlosser lausw.), 1 Installateur, 1 Schreiner. Es suchen Arbeit: B18/0 1 jung. Fahrbursche, 1 landwirtschaftlicher Arbeiter, 3 Arbeiter, 1 Auslauser, 1 Hausdiener, 2 Fluifrauen, 4 Lauffrauen, 2 Haus- burschen. Die Unterschrift des nachstehenden Briefes n't amtlich beglaubigt: Reutlingen 18. Juni 100/, F. 5'cur r, t. öffentl. Notar Urach, den 12. Mal 1907. Neuffenerftraße 32 a. In der Zeit vom 7. April btd jetzt habe ich drei Pakete Brown gebraucht, da ich jeden Tag drei Tassen davon rrinte. Ich brauche das Präparat zur Krallt gung des Blutes und befinde mich fertdem sehr wohl. 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