Ai- Heutige Kur-mer umfaßt 10 Seiten. Sokrates stirbt, ein seltenes Genie, Im Lenophon steht seine Biographie. Erbauung Roms! wie wirkte der Tag Aus sämtliche spätere Zeiten nach! Mit Pyrrhus Taten ist es aus: Infam besiegt kehrt er nach Haus. Westgoten von Spanien Besitz genommen, Artig war sicher nicht ihr Kommen. Katharina spricht, watend im Hugenottenblut: Les Feindes üeicrje riecht immer gut! (!!- Napoleon an Preußen den Krieg erklärt, Höflichkeit wurde hierbei entbehrt. hei, was der Gärten Rosen und licht- Blumen trug." Tas diesjährige (4a Womsier Rosen fest leitete am Samstag ein Theaterabend ein, der den deutschen Minnesängern gewidmet war. Tie einleitenden Worte sprach Tr. Eulenburg- Tüsseldorf; und das Mannheimer sog. „Käinwrchester" spielte die Tannhäuser - Ouvertüre. Tann trug Eva Martersteig vom Berliner Kleinen Theater Minnelieder vor, von dem Ritte Bis jetzt wurden 26 sozialistische Abgeordnete verhaftet. Außerdem wurden sechs Sozialrevolutionäre ins Gefängnis gebracht. Das Ministerium des Innern erhielt sehr beunruhigende Nachrichten über Agrarunruhen in den Wolga- Distrikten und den mittleren Gouvernements und über zahlreiche Verhaftungen unter den unruhigen Bauern. Tie Furcht vor Boinben - Anschlägen ist allgemein. nicht zu erreichen ist, zunächst Den Weg zivilrechtlicher Klage, und zwar in erjter Linie gegen den Verleger, zu betreten. Hierauf wurden die bekannten Vorgänge beim Rostocker Aerztelag besprochen. — Lehr-München sprach über den schütz des geistigen Urheberrechts in Amerika. — Ter König von Württemberg verlieh dem Schriftsteller Gustav Kadelburg in Berlin, dem „Dichter" der „Zivei glücklichen Tage" und anderer gewaltiger Bühnenwerke von gleichem Geiste, das Ritterkreuz 1. Klasse deS Friedricl-sordens. — Gereimte Weltgeschichte. Dieser Tage ging uns eine kleine Broschüre aus Frankfurt zu. .Tarin versucht sich ein alter Freiherr Fritz o. Holzhausen mnemonisch reimend in Weltgeschichte. Tas ganze 32 Seiten starke Heftchen wirkt wie eine einzige lächerliche Karikatur. In der Vorrede teilt der Verfasser den mnemotechnischen Schlüssel nut, mU Hülfe dessen man aus den Anfangsbuchstaben der zweuen Reihe eines jeden DerseS die Jahreszahl des betreffenden historischen Ereignisses ersehen kann. — Wir geben tm folgenden eine kleine Auswahl der gelungensten (!) Verse wieder: Lübeck, 17. Juni. (Privattelegr.) Ter Senat hat dem plattdeutschen Tisal^idichter Karl Kinder mann aus Anlaß seines 50jährigen Bürgerjubiläums ein jährliches Ehrengehalt verliehen. — Der Journalisten- und Schriftsteller ta g findet zurzeit in Dresden statt. Am Montag wurde das Präsidium des Delcgierlcntages und die Obmäniier der Pensions- anstalt deutscher Journalisten und Schriftsteller vom König von Sachsen in Audienz empfangen. Ter Telegiertentag des Journalisten- und Schrifrstellervereins nahm in Betreff des DarmstädterBeschlusses in Sachendes Urheberrechts folgende Resolution an; In her Erwägung, daß die grundsätzl. vielfach ergangenen Anfragen, ob sofortiger Verkauf ratsam sei, erkennen lassen. Er dürfte widerraten werden, und mit Recht. Denn wenn jetzt in großen Mengen und ohne Kurslimitierung Russenverläufe erfolgten, dann würde den zur Hereinnahme schließlich verpflichteten Großbanken vielleicht nichts übrig bleiben, als den Kurs streichen zu lassen. Ter Anspruch an die durch die Ungunst des Geldmarktes ohnehin eingeengten flüssigen Mittel der Banken wäre eben am Ende ein zu großer, und andererseits würden die Institute ihren Kredit beim Kapitalistenpublikum aufs Spiel setzen, wenn sie ein andauerndes Sinken der Russenturse zuließen. In nicht wenigen Fällen haben Besitzer russi- scher, vor Jahr und Tag teuer erworbener Fonds auch Beträge von den letzten Ausländsanleihen Rußlands gezeichnet, um die Gesamtgestehungskosten auf einen billigeren Turchschnittssatz zu bringen. Grade diese Kapitalisten tun jetzt gut, nicht „Angstverkäuse" vorzunehmen, sondern die Entwicklung der Tinge in Ruhe abzuwarlen. Die Tatsache steht zunächst fest, daß die russische Regierung grundsätzlich geneigt bleibt, ihr Finanzwesen einer parlamentarischen Kontrolle zu unterstellen. Das Budget für 1907 ist, den Staatsgrundgesetzen gemäß, der letzten Duma unterbreitet worden. Vom Standpunkt eines höheren politischen Prinzips erschien der Regierung auch diese Duma unleidlich. Damit ist aber nicht gesagt, daß die im Herbst nach einem neuen Wahlgesetz zu wählende dritte Duma das gleiche Schicksal zu gewärtigen hätte. Man darf nicht den konstitutioneAen Matzstab Westeuropas an die russische Eigenart legen. Das Versassungsleben des Zarenreichs befindet sich noch immer sozusagen int Keim- zustand, im Versuchsstadium. Der Zar mag der Meinung sein, daß bisher nur Stolypin und dessen Ministerkollegen, nicht aber Mitglieder der Duma in ausreichender Zahl sich als die „Riesen des Gedankens und der Tat" erwiesen haben, die er braucht, um Rußland einer „heiteren Zukunft" entgegenzusühren. Er mag erwarten, daß die wiederholte Ausschreibung von Neuwahlen korrigierend einwirkt auf die politische Urteils- ur.b Entschlußkraft der reiferen Elemente seines Volkes. In Wirklichteit ermangeln ja auch zahlreiche Untertanen des Zaren durchaus des politischen Augenmaßes, zum Teil sind sie noch im finsteren Werglauben befangen. Wenn also diese von der Kultur kaum ergriffenen Volksgenossen wahlrechtlich in Ausnahmezustand versetzt werden, so erscheint das als ein Gebot der Staatsraison, und es ist jedenfalls eine Sache, die Rußland zunächst allein angeht. Eins aber ist für die am Zarenreich interessierten Ausländer, zuerst also für die Staatsgläubiger, aus der Wendung der Dinge mit Sicherheit zu entnehmen: daß nämlich die Finanzlage Rußlands die Notwendigkeit weiterer Geldbeschaffung auf dem Wege des internationalen Kredits einfttocUen ausschließt. Tie ausländischen Geldgeber Rußlands Haven ein für allemal erklärt, daß nur mit Zustimmung der Duma über ein neues Anleihegeschäst verhandelt werden könnte. Ta die russische Negierung auch die zweite Duma turzer Hand beseitigt ha., muß cs sonach erträglich bestellt sein um den Stand der russischen Finanzen, muß die Regierung vertrauen, das Tesiztc im Reichs- Haushalt ohne fremde Hilfe decken zu können. Aas Dosenfest zu Zöorms. (Original-Bericht des Gießener Anzeigers.) (b.) WormS, den 17. Juni. „Nun will gen Worms ich reiten und schau'n des Rheines Fluß, nach einem Rosenkränze, nach einer Jungfrau Kuß —" So rief der starke Mönch Jlsan. nachdem ihm sein Bruder Hildebrand, der brave Wassenschmied Tierrichs von Bern, beredet hatte, mit zum Turniere zu fahren, nach der Burgunderstadt ant Rheine, wo König Gibichs stolzes Töchterchen Kriemhilde „voll Rosen einen Garten von einer Meile Lange und eine halbe breit" hegte. Heuer erschallt wieder ein Rus aus Worms: Zum Feste der Rosen! Den Rosengarten will man wieder aufblühen lassen. Und wenn darin auch nicht mehr kühner Recken Schwerterllang ertönen kann, so soll doch wieder die Erinnerung geweckt und lebendig werden, an jene Zeit, da deutsches Wesen, deutsches Fühlen und deutsches Denken sich in glanz- und prachtvoller Herrlichkeit offenbarte. Mancherorts feiert mktn jetzt Stofen feite. Feste zu Ehren der Rose dem strahlenden Symbol der Lebensfreude. War dies die JKoi'e auch nicht immer, galt sie auch als Sinnbild der Verschwiegenheit, als Licbesschützerül, als Preis der Tugend und Sittenreiuheit, stets war sie die Blüte, tm Leben, für das Leben erblühet. Aber für Worms ist die Rose mehr. Hier ist sie die wundersame Blume, die der Menschen Gedaitken zurücklenkt zur Romanttk, und die in ihrem farbenfrohem Prangen erinnert an die einitige Rbacht und Große Worms. Es scheint nicht nur, daß mjan das in Worms" empfindet. Sm vorigen Jahre rankten Rosengewinde am Erter der Häuser hinauf^ zilm Dachfirste und über die Sttaßen hüt zu des Nachbars Haus. Im Lenz der Rosen schier verschwand das Gebälk, und wo eine Lücke im Rosenschmucke blieb, da war es ein Guckloch für ein rosiges Rheinkind. Bot sich diesmal dem Besucher von Worms auch nicht das gleiche äußere Bild, hatte man sich darauf beschränkt, nur bte Fahnen herauszustecken; auf dem Nolenfest zeigten sich die Wormser doch wieder in der ölten Sinnesart rosensroher lebenslustiger Rheinländer. Im ein» Ichmückte sich Jung unb Alt mit der Rose, xer Milchmann gar zterte fein Rößlein mit roten Rosen. Unb auch , per jüngste Sproß Wormser gemeindlicher Entwickelung, Die stabtifche Straßenbahn hatte geschmückt. Ter Garten des lradttfchen -Lpiel- und Festbauses war süttvahr wiq esin dem von Mären berg, Wertster von Tegernsee, Dietmar von Aist und natürlich von Walther von Oer Vogelweide. „Ich saz uf 'einte steine und bähte beim mit deine, das uf saßt' ich den ellcnlbogen; ich hate in mine haut gefntogen daz Finne unb ein min wange, da bähte ich mir vil ange, wie man zer wette solte leben." Diese Strophen waren ja das Motiv zum Festplakat. Ten stärksten Beisall hatte Frau Elsa Laura von Wo l zogen, die altdeutsche Lieder zur Laute zum Vortrag brachte. Miiinelieder der hösischen Sänger rezitierte noch Otto St o e cke l-Düsseldorf; Lieder von jenem sahteuoen Ritter, die sich dem französischen Vorbilde fügten; Friedrich von Hausen, Heinrich von Veldecke, Reinhard von Zweter u. a. Auch das liebliche Lied aus des Minnesangs Frühling sei hier besonders erwähnt (Eva Mattersteig trug es ganz „modern" vor-: „Du bist min, ich bin bin, das solt du gewis sin. Tu bist beslozzen in minem herzen verlorn ist baz stüzzclin, bu nutet immer brirate sin." . . . Arn Sonntag, dem eigentlichen Rosensesttag, feierten viele Tausend Menschen das Fest der Rosen von Mittag bis spät nach Mitternacht im rvsengeschmuckten Festhausgarten. Wie sprach doch der edle Markgraf von Bectzlaren, da er den Wormser Rosengatten gesehen hatte?! „ . . . darin sind schöne Frauen, manch wohl- gezognes Kind, und wer die angeschauet, vergißt, lvas eorgen sind!" politische Cagerscha«. Tas sronzöfisch-japansiche Abkommen hat felgenden Wortlaut: Die beiden Regierungen von Japan und Frankreich vereinbaren, indem sie sich Vorbehalten, in Unterhandlung wegen eines Handelsvertrags einzutreten, mit Bezug auf die Beziehungen zwischen Japan und Französisch-Jndobina folgendes: Die Behandlung als meistbegünstigte Nation wird den japanischen Beamten und Untertanen in Französisch Jndochina jngebilligt für alles, was ihre Person und den Schutz ihre» Eigentums betrisit. Die nämliche Behandlung wird den Untertanen und Schutzbefohlenen von Franzöfisch-Jndocksina im japanischen Reiche zugebilligt und zwar bis zum "Ablauf des zwischen Japan uno Frank- reich abgeschlossenen Schiffahrtsvertrages vom 1. August 1896. Die Regierung der französischeü Republik und die Regierung des Kaisers von Japan, beseelt von dem Wunsche, die zwischen ihnen bestehenden freundschaftlichen Beziehungen zu starken uno für die Zukunft einen jeden Anlaß zu etwaigen Mißvcr- ständnifsen auszuscheiden, habe beschlossen, folgende Vereinbarung zu treffen: Die Regierungen von Frankreich und Japan stimmen übereilt, die Unabhängigkeit und Unversehrtheit Chinas, sowie den Grundsatz der Gleichheit der Behandlung in diesem Lande für den Handel und die Staatsangehörigen aller Nationen zu respektieren. Da sie ein besonderes Interesse daran haben, die Ordnung und den friedlichen Stand der Dinge namentlich in denjenigen Gebieten des chinesischen Reiches gewährleistet zu sehen, welche Den Gebieten benachbart sind, in denen sie das Recht dec Souveränität, des Schutzes oder der Besitzung ausüben, verpflichtet sie sich, sich gegenseitig zu unterstützen, um dcn Frieden und die Sicherheit in jenen Gegenden jicherzustellen im Hinblick auf die Aufrechterhaltung der Lage und der Territorialrechte beider vcrttagsschließender Patteien auf dem asiatischen Feftlande. DaS Abkommen ist unterzeichnet von dem französischen Minister des Aeußeren Pichon und dem japanischen Botschafter in Paris Kurino. In der französ. Kammer interpellierte Graf Boni Castellane den Minister Picyon wegen dieses Abkommens. Dieser erläuterte es unb bemerkte, daß es im Interesse aller Nationen abgeschlossen sei. Die Interessen Deutschlands, Italiens und der Bereinigten Staaten von Amerika feien besonders gewahrt, weil es gegründet sei auf der wirtschaftlichen Gleichheit der Nationen. Das „Journal des Debüts" sagt, das französ. - spanische und iDute englisch-spanische Abkommen seren für das westliche Mittelmeer und die benachbarten Gebiete am atlantischen Ozean dasselbe, was das französisch-japanische Abkommen für den äußersten Osten sei; beide Abkommen garantierten den status quo, und von irgendjemand könnten sie nur in dem Maße übel ausgenommen werden, wie er glauben würde, aus einer Störung dieses status quo Nutzen ziehen zu können. Nußland nach der Aumaaustofung. Tas neue Dumawahlgeseh bestimmt: Die Wahlen zur Rerchsduma finden in den Gouvernements statt, dre nach den allgemeinen Gouverne- mentsverwa.o-ungsgesetzen verwaltet werden und in den sieben Städten Petersburg, Moskau, Kiew, Lodz, Odessa, Warschau und Rrga. In Polen, sowie den Gouvernements Irkutsk und Jenrsseisk finden die Wahlen nach dem alten Wahlgesetz statt, mit der Maßgabe, daß Polen 14 Abgeordnete, darunter zwei Abgeordnete russischer Nationalität, in dre Duma schickt. Die Wahlen im Kaukasus und tm fernen Osten werden durch besondere Gesetze geregelt In fünf Städten, nämlich in Petersburg, Moskau, Kiew, Odessa und Riga stnden die Wahlen auf gründ direkter Stimmabgabe statt. Jeder Stimmberechtigte hat bei den Wahlen nur eine Stimme und kann nur in einer Wahl- kurre wählen. Die Wahlen der Abgeordneten zur Reichs- duma finden in den Gouvernementsversammlungen statt die aus Wahlmännern von fünf Kategorien bestehen: aus Gutsbesitzern erster und zweiter Stufe, städtischen Wählern, Bauern und da, wo das Gesetz es bestimmt, auch aus Arbeitern. Die städtischen Wähler zerfallen in zwei Stufen nach dem VermögenSzensus. Der ersten Stufe gehören die höheren Steuerzahler an, der zweiten Stufe die niedrigeren Steuerzahler, darunter die Wohnungsmieter und Beamten. Die Wahlmanner werden gewählt in den Versammlungen von Gutsbesitzern und von Bevollmächtigten von Bauern, von den städtischen Wählern in zwei Klassen von Arbciter- bevoAmächtigten. Tie Versammlunaen der Gutsbesitzer, der Bauernbevollmächtigten unb der städtischen Wähler können auf Anordnung des Ministers des Innern geteilt werden nach Ortschaften, nach dem höheren oder niederen Ver- mögens^ensus, in Bezirken mit gemilchter Bevölkerung nach ver Nationalität. Bevollmächtigte und Wahlmänner können nur ans Personen gewählt werden, die das Recht der Teilnahme an dem Orte besitzen, an dem die Wahlen stattfinden. Die Personen, denen das Recht der Beteiligung an diesen Wahlen nicht zukommt, dürfen den Wahlen nicht beiwohnen. Irgendwelche Resolutionen und Beschlüsse, welche auf die Wahlhandlung keinen Bezug haben, dürfen von den Versammlungen nicht gefaßt werden. Die Gouvernements-Wahlversammlung wählt in corpore zunächst einen Wgeordneten aus der Zahl der von den Bersamm- li'.ngen der bäuerlichen Bevollmächtigten aufgestellten Wahlmänner, alsdann ebenfalls in corpore einen Abgeordneten aus der Zahl der Wahlmänner der Gutsbesitzer- Versammlungen und hierauf einen Abgeordneten aus der Zahl der Wahlmänuer der städtischen Versammlungen erster und zweiter Klasse. Bezüglich der Reihenfolge, in der diese Wahlen.vorzunehmen sind, enthält bas Gesetz für die verschiedenen Gouvernements verschiedene Bestimmungen. Hierauf erfolgt durch die Gouvernements-Versammlung aus der Gesamtzahl der Wahlmänuer die Wahl der übrigen, vom Gesetz für das betreffende Gouvernement festgesetzten Abgeordneten. Zu den Städten mit eigener Vertretung, Warschau und Lodz ausgenommen, wählt jede der zwei Klassen ihre Abgeordneten gesondert aus ihrer Mitte. Die Gesamtzahl der Abgeordneten beträgt 442; davon entfallen auf das europäische Rußland 403, auf das asiatische Rußland 15, auf den Kaukasus 10 und auf Polen 14. Zur Wirkung der Dnmaauflösung .wird uns aus Berlin geschrieben: Die deutschen Besitzer russischer Fonds sind in neuer Unruhe und Sorge, lvie die an die Berliner Banken | In allen Parteiquartieren der extremen Linken wuroen Haussuchungen vorgenommen. Der Zar hat dem Verband deS russischen Volkes seinen Dank für dessen loyale Haltung ausqesprockjen. Es verlautet, kürzlich sei ein Mordversuch auf den Vizeadmiral Viren, den Kommandant von Sewastopol, gemacht worden, indem ein Withead-Torpedo vom Torpedoboot „2.3" auf seinen Kutter gefeuert wurde. Alle Offiziere des Torpedobootes seien verhaftet worden. Nach einer Meldung aus Loessa wurde die gesamte Schwarzmeerflotte vorläufig außer Dienst gestellt. Die Geschützte'.le wurden and Land gebracht, so daß Die Geschütze unbrauchbar geworden sind. Siebenhundert Matrosen der Kriegsflotte wurden verhaftet. Zwei Bataillone Jnsanterie wurden nach Sewastopol gebracht, weil auch unter der Garnison Unruhen ausgebrochen, sind. Die Lage in Sewastopol erscheint im Hinblick auf Die Matrosen sowie auf die Truppen der Garnison recht gefährlich. Rosengartenlied hcißt,^ber Garten „an Freud unb Wonne genug, I Forderungen der Darmstädter Beschlüsse über bas Urheberrecht eine I nicht sofort zu verwirklichende gesetzliche Regelung als Ziel cut- haltcn, baß aber zugleich zum Ausdruck gebracht wurde, als Vorzüge und als (ümcitung gesetzlicher Aenberungen ein schiedsgerichtliches Venahren zur Schaffung fester, praktischer Verhält-, nisse anzustrcben, gibt der deutsche Journalisten- unb Schriftstellertag ben Lerbandsvereinen die Anregung, ihren Mitgliedern zn eychfehlen, bei Nachdrucksälle n c.rit den Weg gütlicher Verstanbigung, mimentlich burti)i Anrufung eines Schiedsgerichtes ober des Borstanbcs eines Berufsvereins, unb wo das Erstes SBIati »57. Jahrgaa, TienSfag 18. Jun, 11107 aufeer Sonntag«. V • monaUkh75&L,Vtnieb- SS General-Anzeiger für Oberheffen WM Adreffe Mr Depeschen: .. - . _ , t • I» Gettchtelaal'-. ttrnft Anzetger Gießen. «otation$oni(! uno Verlag der Bruhstschen Unlv.-Vuch- und Zteindruckerei. R. Lange. Hcöaftiow, Lrpedition und Druckerei: Zchulftrafte 7. H."'' den An- ___________ __________________________ * 1 u zeiqenteil: van« Beck Deutsches Reich. Berlin, 17. Juni. Teür Korps Borussia hat der Kaiser zu dessen 80. Stiftungsfest folgendes Telegramm gesandt: „Mit wärmstem Tank für das treue Gedenken beim 80 jähr. Stiftungsfest entbiete ich allen dort vereinigten Bonner Preußen ^meinen herzlichen Gruß. In dankbarer Erinnerung an die schöne Minner Zeit im 'Kreise der Kommilitonen nehme ich innigsten Anteil au der Jubelfeier, der ich zu meinem lebhaften Bedauern nicht, wie beabsichtigt, persönlich beiwohnen kann. Ein kräftiges Wachsen, Blühen und 'Gedeihen meinen: alten Korps! Hoch das schniarz-weiß-schivarzc Band! Wilhelm/' Der Kronprinz sandte folgendes Telegramm: „Ich bedauere aufrichtigst, daß es mir nicht möglich war, das Stiftungsfest mitfeiern zu können. Dankbar gedenke ich der schönen Bonner Zeiten uich grüße herzlichst das Korps und seine Alten Herren. Vivat, crescat, floreat Borussia! Wilhelm, Kronprinz/' — Der Lordmayor und die Mitglieder der Londoner- Stadtverwaltung besichtigten heute Vormittag die städt. Gemeindeschule, das Realgymnasium und die Badeanstalt. Nach dem Besuch des Virchow-KraulenHauses, eines der größten der Welt, fand im Rathausfaale ein Festbankett statt. Anwesend waren die Minister Graf Posadowska, v. RHei.rbaöen und v. Beth- mann-Hollweg, und die Staatssekretäre Dr. Nieberding und Dern- burg. Graf Posfadowsky brachte ein Doch a nf die Monarchen aus, deren Weisheit der Aufschwung der kommunalen Körperschaften zu danken sei. Oberbürgermeister Kirschner führte aus, der Aufschwung der Gwßstädte und die fortdauernde Vermehrung ihrer Kulturaufgaben mache die örtlichen Vergleiche der Einrichtungen, besonders Groß-Londons und Groß-Berlins bedeutungsvoll. Solche Veranstaltungen räumten die Mißverständnisse fort. Der Lordmayor erwiderte, die öffentlichen Einrichtungen Berlins, die Schulen, Badeanstalten, Postrcurlagen und Krankenhäuser würden von keiner Stadt der Welt übertroffen. — Das Reichsschatzamc ist zurzeit mit der Ausarbeitung eines Gesetzentwurfes zur Neuregelung des Wohnungsgcld- Zu schuss es beschäftigt, der dem Reichstage in seiner nächsten Tagung zugehen wird. ArisSand. D a a g , 17. Juni. Die nächste Plenarsitzung der F r i e d e n s - Konferenz »vird am Mittwoch beginnen. Internationale Fr au en verbände bereiten zu Gunsten des allgemeinen Friedens eine Petition vor. Wahrscheinlich wird der Präsident des Kon- gresses, Nclidow, den Damen eine Audienz bewilligen. — Hier sind Gerüchte verbreitet, daß ein zweiter Delegierter einer südamerikan ischen Republik ein neapolitanischer Anarchist sei, der während des Anarchistenprozesses in Chicago verurteilt worden sei. Antwerpen, 17. Juni. Die deutschen Delegierten der Städte und Handelskammern, sowie der Industrie und des Handels von Rheinland und Westfalen wurden heute abend im Rathause durch die Vertreter der Stadt Antwerpen begrüßt. Der Bürgermeister von Antwerpen Hertogs hielt eine Ansprache. Namens der deutschen Delegierten erwiderte der Oberbürgermeister von Köln, Wirkt. Geh.-Rat Dr. Becker, Handel und Industrie seien in Deutschland dank dem Frieden mächtig emporgedichen und der Schiffbau verdanke dem Kaiser eine Entwickelung, die niemand Hütte afjncn können. Die Fortschritte Antwerpens kämen Deutschlands Macht zugute. Im lried- lichen Wettbewerb, in gegenseitiger Unterstützung, möge eine neue größere Hansa erblühen! Paris, 17. Juni. Als das dänifcheKönigspaar heute zum Bahnhof fuhr, um Paris zu verlassen, verhaftete die Polizei einen Mann, der einen Revolver mit 6 Patronen bei sich trug. Sofort verbreitete sich das Gerücht, der Verhaftete habe ein Attentat auf das Königspaar ausführen wollen. Bei dem Verhör stellte es sich heraus, daß man es mit einem Irrsinnigen zu tun hatte. — „Patrie" meldet aus Argelliers, der Aufenthaltsort Marcellin Alberts, des Führers der revoltierenden Winzer, sei Tag und Nacht von Wachen^ und Radfahrern umstellt, welche beauftragt seien, die Bevölkerung zu benachrichtigen für den Fall, daß Gendarmen kämen, um ihn zu verhaften. Es sollen dann Barrikaden gebaut werden. Zahlreiche Bauern sind mit Gewehren bewaffnet. Man spricht davon, die Brücken in die Luft zu sprengen, wenn Marcellin verhaftet würde. Wien, 17. Juni. Tas österreichische Parlament svurde heute eröffnet. Zum Alterspräsidenten wurde Dr. Funke bestimmt. Die Sozialdemokraten trugen alle rote Mäntel. Die Ehrist l i chso z . a l en hatten sich in w e i ßc M än t cl> gehüllt, die Mitglieder des deut fchsozia len Verbandes mit Kornblumen geschmückt. — Als der Alterspräsident daZ Kaiserhoch ausbringt, erheben sich auch die Sozialisten von den Sitzen, stimmen aber nicht in das Kaiserhvch ein. Das Automobil. Der Plan der Errichtung einer großen Automobil-Rennbahn soll, wie verlautet, der Kaiser beim Kaiserpreisrennen in Anregung gebracht haben. Das Projekt, das vom Kaiser in großen Zügen charakterisiert wurde, dürfte voraussichtlich in kürzester Zeit verwirklicht werden. Die Finanzierung des Unternehmens soll durch Geh. Kommerzienrat von Friedländer-Fonld in die Wege geleitet sein. Als Ort für die zu erbauende Bahn kommt'vorerst die Lüneburger Heide in Frage. Man wird, ganz besonders bei uns in Südwestdeutschland, in weiten Kreisen diesen Plan begrüßen. Am Samstag abend gegen 11 Uhr ereignete sich bei Eschborn (Taunus) ein schweres Automobil-Unglück. Der Chauffeur Josef Bitterlin, der im Dienst des Rittergutsbesitzers von Mummy von Burg Herren Hausen bei Hannover ist, machte von Frankfurt mit einem Freund und der 20 jährigen Wirtstochter Johanna Knoth aus Bockenheim sowie deren Bräutigam eine Fahrt nach Eschborn. Mit einer Stundengeschwindigkcit von 80 Kilometer ließ er seinen OOpscrdigen Opelmagen auf der Landstraße sausen. In der Dunkelheit kam er in der Nähe von Eschborn an einer Kurve in den Chausseegraben. Ter Wagen überschlug sich, der Chauffeur und das Mädchen gerieten unter den Wagen und wurden lebensgefährlich verletzt; die beiden anderen Insassen kamen mit dem Schrecken davon. Ein weiterer Automobilunfall ereignete sich bei Werder am Tegelsee. Tort befindet sich eine Zugbrücke, die infolge einer starken Kurve erst wenige Meter vorher sichtbar wird. Als das Automobil des Direktors Götjes aus Berlin die Kurve passiert hatte, sah der Chauffeur plötzlich vor sich die geöffnete Zugbrücke. Obwohl die Bremsen sofort in Tätigkeit gesetzt wurden, war cs nicht zu hindern, daß der vordere Teil des Wagens in die Brückenöffnung geriet. Nur dem Umstand, daß der Hintere Teil an der eisernen Brückenschwelle hängen blieb, war es zu danken, daß das Automobil — in dem außer dem Direktor G. noch zwei Damen und zwei Kinder saßen — nicht in die Havel stürzte. Die Insassen kamen sämtlich mit Hautabschürfungen davon. Die beiden Rennwagen, die bei Wiesbaden am Donnerstag verunglückt sind, sind von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden. Herr Ceifermann aus Frankfurt am Main ist als Sachverständiger zugezogen worden. Ein Automobilist aus Köln hat bei Capellen am Rhein einen Spaziergänger angefahren. Der Mann erlitt einen Beinbruch und wurde mit dem Automobil ins Stiftskrankcn- haus gebracht. Aus Stadt itnO Land. Abdruck unserer durch Korrcspoudeuzzcichen kenntlich gc- nkachtcn Orginalartilcl ist nur unter genauer Quellenangabe (Gieß. Auz.) gestattet. Gießen, den 18. Juni. •* Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben den Vorsitzenden des Hessischen Handelskammertages Dr. Otto Gaste l l zu Mainz zum außerordentlichen Mit- glied der Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe des Ministeriums des Innern, für die Zeit, in der er jene Stellung einnimmt, ernannt, den Kreisrat des Kreises Bingen Geh. NegierungSrat Adolf Spanier auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner mehr als 50jährigen treuen und ersprießlichen Dienste in den Ruhestand versetzt, den Kreisrat des Kreises Oppenheim Dr. Edm. Steeg zum Kreisrat des Kreises Bingen ernannt, dem Bibliothekar an der Hofbibliotbck Dr. Karl Bader in Tarnistadt den Charakter als „Professor" verliehen und den Aktuariatsassistenteu beim Amts- gericht Darmstadt I Emil Ries zum Direktionssekretär am Landes'nuseum ernannt. — Uebertragen wurde dem Lehrer Ludw. Dern zu Ulfa und dem Schulamtsaspiranten Karl Rausch aus Maar je eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Offenbach. — Erledigt ist die Stelle de§ Bezirkskassiers der Bezirkskasse Ulrichstein. •* Neue Mitglieder de r Ersten Kammer. 2. K. H. der Großherzog hat den Bankdirektor Carl P a rcu s (von der Darmstädter Bank) zu Darmstadt, den Geh. Kommerzienrat Friedrich Stroh, Handelskammer-Präsidenten zu Osfeubach, und den Kommcrzienrat Wilhelm Cail zu Cies,eit zu Mitgliedern der Ersten Kammer der Stände auf Lebenszeit berufen. Diese Ncuberufungen in die Erste Kammer iverden in den Kreisen der Industrie und des Handels des ganzen Großherzogtums mit Befriedigung aufgenommen werden. ** Landes-Universität. Professor Dr. Hermann Oncken, der Ordinarius für Geschichte, hat einen Ruf nach Heidelberg erhalten und angenommen. — S. K. H. der Großherzog haben dem Bibliothekar an der Bibliothek der Landes-Universität Dr. Karl Ebel zu Gießen den Charakter als „Oberbibliothekar" vrrliehen. Schu tz den Anlagen. Nachdem nunmehr die städtischen Anlagen hergestellt sind und das Auge jeden Spaziergängers erfreuen, und insbesondere auch die Anlagen um das neue Theater fertiggestellt sind, ist eS Sache des Publikums, diese Anlage zu schonen und zu schützen. Es wird deshalb darauf hingewiesen, daß das Radfahren und ebenso das Drücken der Räder durch die Anlagen verboten ist; insbesondere ist es unzulässig, daß Hunde in den Anlagen frei umher laufen. Wie rmS mitgeteilt wird, ist das Polizeipersonal mit strenger Ueberwachung dieser Vorschriften beauftragt, insbesondere ist auch der Polizei-Hundefänger ivieder an der Arbeit, um alle Hunde emzufangen, die die Anlagen betreten. *’ Die Stenograph en-Gesell schäft „Gabelsberger" in Gießen, die am 30. Mai d. Js. auf ihr 10jäh- riges Bestehen zurückblicken konnte, beging am 15. und 16. d. Mts. die Feier dieses Tages. Ein am 15. im Hotel Einhorn abgehaltener Kommers vereinigte eine stattliche Anzahl von Kunstgenossen. Der erste Vorsitzende, Herr Lenz, begrüßte die Erschienenen, insbesondere die Vertreter der Vereine und gab einen kurzen Ueberblick über die Entstehung der Gesellschaft, wobei er vor allem des Gründers derselben, des in Brandenburg a. H. wohnenden Herrn Heinz Kurt Bickel gedachte. Diesem galt auch sein Hoch. Namens des Gabelsberger ^tenographen-Vereins sprach hierauf der erste Vorsitzende desselben, KreisamtS-Bureauvorsteher S ch i f f n i c, herzliche Glückwünsche aus, der Gesellschaft ein weiteres Wachsen, Blühen und Gedeihen wünschend. Weiter übermittelten Glückwünsche Herr Ate per für die Vereine am Gymnasium und Realgymnasium und Herr Kuhl für den Verein in Heuchelheim. Herr Bickel hatte es sich nicht nehmen lassen, auf telegraphischem Wege die Gesellschaft zu beglückwünschen. Bei musikalischen und deklamatorischen'Vorträgen hielt man in guter Stinnnuug noch lange ans. — Ein am Sonntag, den 16. nach dem Windhof unternommener Ausflug, der unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung stattfand und bei dem auch der Tanz zu seinem Rechte kam, beschloß die Feier. ""Das 8. hessische Athleten-Verbands- f e st naj)ir. am gestrigen Montag seinen Fortgang. Arn vormittag um 10 Uhr war Frühkonzert auf dem Festplatz. Tas Stemmen und Ringen wurde um 3 Uhr wieder aufgenommen und dann begann das Mcist erseh afts- Ringen und -Stemmen für Hessen und Kurhessen. An diesem Kampf nahmen 8 Konkurrenten teil, er hatte eine beträchtliche Anzahl Zuschauer herbeigelockt. Die Meisier- schast im Ringen erwarb Rey-Cassel (Athleteni-Sport- Vereinigung), 2. blieb Weber-Cassel; die Meisterschaft im Stemmen errang Köhler-Cassel, zweiter blieb Schmelz- Cassel. Die Preisverteilung selbst wurde durch Kampfrichter Simon vorgenommen. Den Vereins-Wanderpreis bekam für die beste Gesamtleistung in Klassen- slemmen die Athleten-Sportvereinigung Cassel mit 534 Punkt. Ehrenpreise erhielten in der 1. Klasse im Stemmen Köhler-Cassel, im Ringen Rey-Cassel, in der 2. Klasse im Stemmen Gunkel-Cassel, im Ringen Kalbreiter- Cassel, und in der 3. Klasse Krug-Cassel, 4. Klasse Klug- Hersfeld. Im Ringen in 1. Klasse erhielten den 1. Preis Rey-Cassel, 2. Weber Cassel, 3. Rüppel-Cassel, 4. Hubcn- thal-Cassel; in 2. Klasse, 1. Preis Gunkel-Cassel, 2. Siebert- Hersfeld, 3. Hartung-Cassel. In 3. Klasse errangen im Stemmen, Ringen und Steinstoßen Preise: Neuzer-Cassel 14-f-5-s-13, Schäkel-Heiligenstadt 10Z-l-j-7, Spor-Wel- heidcn 1 l-f-6, Llebold-Hersfeld 16Z-12,Nephut-Hersfeld 7-j-10, Cannenberg-Cassel 3-s-4-s-5, Pfläging-Cassel 15-f-10, Schade- Hersfeld 15-|-19, Spohr-Wehlheiden 184-3-4-12, Schillmg- Cassel 2-j-24-3, Herbold-Cassel 64-4, Pfaff-Welheiden 21-|-20, Lorenz-Gießen I6-4-8, G. Reicher 12; in 4. Klasse Luther-Cassel 12, Opfer-Hersfeld 11, Dörfler-Cassel 34-34-6, Schindewolf-Cassel 24-54-5, Roth-Wehlheiden 24-2-|-3, T. Erb-Gießen 44-64-8, Lämmer-Cassel 34-1, H. Erb- Gießen 94-84-7, Müller-Friedberg 134-6, Klug- HerLfeld l—j—4, Marichall-Cajscl 3-|-3, Möller-Cassel 6-J-7, Harndorf-Cassel 94-4-s-6, Roppel-Casfel 7-j-8, Portu ga ll- Gießen 10-frlO, Eberhadt-Casscl 34-2, Köhler-Cassel 24-14-4, Repp - Gießen 54-9. Nachdem die Preisverteilung um n Uhr vorgenommen worden war, begaben sich die meisten auswärtigen Sportgenossen nach dem Bahnhof, die übrigen vereinigten sich zu einem fröhlichen Tanze auf der Terasse. ** Im Kolosseum war am Samstag Programmwechsel und das neue Programm ist so, daß alle Besucher damit zufrieden sein können, und der Besuch kann angelegentlich empfohlen werden. Zunächst entzückt Miß Paula die Zuschauer als elegante Globetrotterin, indem sie auf einem Globus jongliert und mit gleicher Sicherheit und Liebe in allen fünf Erdteilen herumtanzt. Herr John Armeud zeigt dann seine erstaunliche Fertigkeit als mimischer Darsteller. Er wählt seine Typen zumeist au§ militärischen Kreisen. Eine recht fesche und dabei dezente Soubrette ist Fräulein Minni Herrnani, die lebhaften Beifall fand. Besonderes Glück hatte Direktor Rappmann diesmal bei dem Engagement des. Komikers, denn Herr Oswald Naumann ist unzweifelhaft der beste, der sich hier seit Eröffnung des Kolosseums hören ließ. Er verfügt über Humor, Witz und Schlagfertigkeit und kann vor allem das, was so viele Künstler nicht können, nämlich fingen. Times und Money, zwei köstliche Gestalten, bereiten dann durch ihre drastische, echt amerikanische Komik dein Publikum einige sehr heitere Minuten. Dann ziehen in unheimlich rascher Aufeinanderfolge 18 Charakter- Darstellungen über die Bühne, die alle von einem Künstler ausgeführt werden. ES ist Herr Fred Seyband, der dieses^. Kunststück bewerkstelligt und dazu noch jedesmal eine kleine charakteristische So.'oszcne vorführt. Eine allerliebste Operetten« Diva ist Frl. Mary Darling, die ihrem Namen (Liebling) alle Ehre macht. Nach ihr riß die Gesangs- und Tanz- sonbretle Frl. Etelka Nicklas, eine majestätische Erscheinung, das Publikum durch ihre Darbietungen zu lebhaften Beifallsäußerungen hin. Die Troupe (Surerro de Mexiko, zwei Damen und ein Herr, boten recht hervorragende Leist« ung.'n als Akrobaten, die um so mehr gefielen, als sie mit äußerster Eleganz ausgeführt wurden. Ten Schluß machten die Ro me oS mit einem vornehmen Ausstattiingsakt, bei dem der Künstler unter Assistenz einer Dame mit allen möglichen Gegenständen balancierte, selbst mit zahmen radfahrenden Papageien. ** Schlägerei. In einem Hause der Da mm st raße gerieten gestern abend zwei Arbeiter in Streit. Dem einen wurde angeblich in feiner Wohnung arg mit einer Eisenstange der Kopf verhauen. Um Ruhe herzustellen, wurden beide verhaftet, nachdem der Verletzte von einem Arzt verbunden worden war. ** Verhaftet wurde auch ein Handwerksbursche, der kleine Mädchen in der Anlage und auch auf der Straße an sich zu locken versuchte, indem er ihnen eine Brosche zu schenken versprach, wenn sie mit ihm gingen. Der Mensch war angetrunken. ** Zwei Einbrecher ab gefaßt. Der Wächter Reh m e der Wach- und Schließgesellschaft beobachtete in verflossener Nacht in der Frankfurter Straße zwei Leute, die ein Fahrrad hinter einem Hause versteckten und sich bann wieder entfernten. Nehme nahm das Rad an sich, brachte es in ien Versteck und harrte der kommenden Dinge, da er Diebe vermutete. Gegen 4 Uhr erschienen die beiden Burschen wieder mit einem großen Bündel. Rehm nahm beide fest und verbrachte sie mit Hülfe des hinzugekommenen Wächters Sperling nach der Polizeiivache. Es wurde bann festgestellt, daß die beiden Verhafteten der Bergmann Wilhelm Welzig aus Lotzendorf und der Schlosser Ferdinand Scheffel aus Edingen waren. Beide hatten zunächst einen Einbruch bei Kaufmann Happel auLgcsührt, wo sie das Kontor gcwalt- sain öffneten und den Geldschrank zu erbrechen versuchten. Dies gelang ihnen jedoch nicht und sie nahnien nur Br'ef- marken und sonstige Sachen mit, die teilweise in ihrem Besitz und teilweise am Pissoir an dem Neuslädter Tor sich vorfanden. Sodann haben beide am Eilgüterschuppen einest Waggon erbrochen und daraus ein Fahrrad und einen Koffer mit Kleidern gestohlen. Die Kleiber halten sie aus- gepackt und m einen Bünbel geschnürt. In bem Waggon öffneten sie mehrere Gepäckstücke, In zwei betreiben fanden sie Butter, in zwei weiteren rohes Fleisch und in einem eine Anzahl Schinken. Diese Gegenstände ft reuten sie umher, nur bret Schinken ließen sie mitgehen. Sind) diese erschienen ihnen zu lästig beim Transport, beim sie ließen sie in der Nähe des Tatorts liegen. Ob die beiden Einbrecher aiich noch weitere Diebstähle begingen, bedarf noch der Feststellung. ** Unfall. In einem .Hanse in der Wilsonsiraße siel gestern vormittag eine Fran auf der Treppe zum ersten Stock so unglücklich, daß sie ein Bein brach. Das Unglück ereignete sich dadurch, daß die Treppe kein Ge- länuer hatte. O Aroßen-Lin den, 17. Juni. Am 17. Juni 1861 trat der damals 14jährige Adolf Weinandt als Arbeiter in den Dienst der Gießener Braunsteinbergwerke, welcher Arbeit er ununterbrochen treu blieb. Aus Anlaß dieses 40jährigen Arbeitsjubiläums wurde ihm heute ein ansehnliches Geldgeschenk durch den Vorsitzenden des Grubenoorstandes überreicht. Id. Saubringen, 17. Juni. Etwas über ein halbes Jahr ist verflossen, als hier ein zweiter Turnverein, .Männer- turuverein*, gegründet wurde, der dem Tilrnerbunde Lahn- Dünsberg beitrat. An der gestern in Wismar abgehaltenen 2. Bundes turnfahrt haben nachfolgende hiesige Turner Preise errungen: 1. Preis Wilhelm Lehr, 4. Karl Hildesheim, 11. Emil Schäfer, Metzger, 14. Heinrich Michel. ? Aus dem oberen. Biebertal, 17. Juni. Ein seltenes militärisches Schauspiel wurde uns heute geboten, an der die Bevölkerung lebhaften Anteil nahm. Nach der schon erwähnten Besichtigung auf den herrlich gelegenen Hohen bei Königsberg mürbe ein Gefecht aus- geführt, das sich in der Richtung Hohensolms bis hinab nach Erda hinzog. Dort wurden bie größten Vorsichtsmaß« regeln getroffen und war es den Mannschaften strengstens untersagt, daselbst Wasser zu trinken. Erda steht nämlich noch in Anbetracht der vielen Typhusfälle in lebhafter Erinnerung. Am Nachmittag galt es, die Mannschaften zu speisen und dabei bot sich gleichfalls ein sehr interessantes! Bild im nahen Schwalbachtal unweit Hof Haina. Von hier begann der Nüumarsch über Grube Morgenstern durch den schattigen Wald. Unter klingendem Spiel ging der Marsch durch Kinzenbach uni) Heuchelheim, woselbst die Bewohner zu beiden Seiten der Straßen Wasser für die Mannschaften bereit hielten. l Si-E die 9 srüssel tu* .6 ollds 1,1,9 g a ni te2__ Anwesend i *. börden 1 Zeitvon verpfhE' titel tn voraus/ erheblich- fruchte, allen Ar kann der schlecht c weniger Gegenteil durch E des Jatz cs die M Unzuttäg hat die S taillistenr Innern 1 jahres J den Sub: zuberaum inittenten 3 'Locher teilung £ b. Tri beul Sitze in: einer au lverbeordi bet mm rchzeit Ausnahm lässig zu lange Bk tagen, vc der @qd handelst handelst gegen b< ausgespr c. Die jünc Hauses D hat der schen dl geneigt von M zurzeit < nicht nu Bevölker zusühren und fori Wtym lande e N da Preise Indus! crschwk d. Bon i täglich der sei hoben, . S 76 i die Geg und 8J nannten Verkehr nicht nu leiden, h öffentlich von dem e) Den Eis Reihe vo erstattet 5.02 nac D-Lug $ Ueberdat gung eit M alt Wen! ^ersehn, dem M füi A QrlfertM D Aus öe fanifa t Betriebe M beit Ms. 2 ö( Nng für Mlvendur Hin das niungeil s Mlion Mlsabrj >i|eln fr ^enoinm '»es Frag 9 Ij^nann Me R im öu ^ntragt 1 «.’S: ‘^tedjen ungen & Snben f . 2 anflaltung nicht int Interesse von Deutschlands Industrie und Handel gelegen sei und daß aus den durch die Kammer vertretenen Kreisen eine aktive und opferwillige Beteiligung nicht zu er» macten Gießener Wetterdienst. ■" Voraussichtliche Wttternug für Hesie» am Mittwoch den 19. Juni: Trübung und Regenfälle, teilweise mit Gewitter. Etwas wärmer. Südliche Winde. gpidploK der «reinigten Frankfurter Staüttheiüer. Opernhaus. Von Sonntag den 16. Juni bis inff. Samstag den 18. Juli, bleibt bas Opernhaus geschlosten. Schauspielhaus. Mittwoch ben 19. Juni'): „Das Blitzmäbel." Donnerstag den 20. Juni: Zum crsten Dlale: ^Die Raben st eine ri n.N Freitag den 21. Juni: „Die Rabensteinerin/ Samstag den 22. Juni: ,Maria Stuart." Sonntag deu 23. Juni: w3)ie iHabcn- fleincrm." Montag den 24. Juni: „Salome." Hieraus: ,Eist Ersolg.' ') Ansang, wenn nicht ander? bemerkt, abends um 7 Uhr. Monatliche Werßcht drr Todesfälle in Eikftn. Monat Mai 1907. Einwohnerzahl: angenommen zu 30 000 (mH. 1600 Mann Militär)^ Sterblichkeitszister: 25,6 %0, nach Abzug von 37 Ortsfremden: 10,8 u/o*. Kinder Es ft arbeit au: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensiahr: 2.- -15. Jahr Lcbensschwäche 4(1) — 4(1) — im Wochenbett 2(2; 2(2) — —— Diphtherie 1 — — 1 Tuberkulose 7(5) 7(5) •T- Lungenentzündung 13 (7) 11 (6) 1(1) Herzleiden 4(2) 3(1) 1(1) Echlagfluß 4 4 — — anderen Nerven- krankheitcn 3(1) 3(1) — — Tarmkraiikheiten 6(5) 1 (1) 1(1) 4(3) Niereneiitzündung 3(1) 3(1) —— — Bösartigen 1(1) Neubildungen 7(5) 6(4) — Selbstmord Kl) 1 (1) — —— Verunglückung 3(2) 2 (2) — 1 anderen Krankheiten 6 (5) 4(4) 2(1) — Summa: 64 (371 47 (28) 9(4) 8(5) Sinnt.: Tie m Klammern gesetzten Ziffe m geben an, wie viel btt Tobcssälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Griginal-Drahtmeldnngen. Kopenhagen, 18. Juni. Ein Unbekannter, der in einem Schnellzuge fuhr, warf in einen Abteil, in welchem sich 6 Schweden befanden, eine Bombe. Sämtliche 6 wurden schwer verwundet, während der Täter s e l b st u m s L e b e n k a m. Das Motiv zur Tat ist völlig dunkel. Petersburg, 18. Juni. Das amtliche Informations-Bureau hat das Manifest des Zaren merkwürdigerweise ohne Dalum und mit dem Vermerk: Zarskoje Sselo ausgegeben. Ta der Zar jetzt nicht mehr in Zarskoje Sselo, sonocrn in Peterhos lebt, so ergibt sich hieraus, daß das Manifest schon minbeftens seit einer Woche fertig war. Tie Stelle, worin die Verweigerung der Ausschließung und der Genehmigung zur Verhaftung der sozialistischen Abgeordneten bic Rede war, fehlt in dem von dem Informations-Bureau mitgeteilten Text vollständig. San Francisco, 17. Juni. Sofort nach Verurtei- lung des Bürgermeisters wegen Betrügereien ist gegen 92 Polizisten unb 96 stäblische Beamte bie gerichtliche Verfolgung eingelcitet worben wegen Anfertigung falscher Schriftstücke. Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung, stilrein und preiswert die BrühPsche Universitäts - Druckerei, Schulstr. 1 Näheres Frans 7 Zimmer Gut erhalt. Kinderwagen bill. -u verk. Wetzsteingasse 43,1. [04385 I 5 Zimmer Möbl. 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Juni 1907 wurde in hiesiger Stadt gefunden: 1 Handtaschie, 1 Peitsch^, 1 Tamengürtel, 1 Porte-- monnaie mit Inhalt, 1 Uhr und 1 Brille; verloren: 1 Portemonnaie mit 75 Pfg. Inhalt, 1 Portemonnaie mit 7—8 M. Inhalt, 1 grünes Portemonnaie mit 12—13 Mk. Inhalt, 1 bpaunes Portemonnaie mit 50—60 Pfg. Inhalt, 1 Brillantbrosche und 1 schwarze Tamenuhr. En tlau fen: 1 weißer Foxterrier. Tie Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände beliebet? ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 15. Juni 1907. Grobherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. Btlltge Wobnuug, 5 Zimmer, sehr geraum., ist wegen Hauskaus s mit Nachlaß per L Juli abzugeb. I *i Schriftl. Anfragen unter 3955 an d. Gießener Anzeiger erbeten. Wr-tzaufe. Iüsklisffig. Lalildursihk 4014] Heüstrett, Lklinitstr. 21. Ei« jüvMffizkr Arbeiier Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsardeiten wird die Wilhelm straße zwischen Frmtlfurter- und Ludwigstraße von heute an dis auf weiteres für den Fuhrverlehr gesperrt. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird der Schis- fenbürg er Weg von Haus-Nr. 71 bis Keplerstraße von heute an bis auf weiteres für den I-uhrver'kehr gesperrt. Tie unterm 5. Juni 1907 angeordnete Sperre der Eder- straße zwischen Nord-Anlage und Steinstraße wird hiermit aufgehoben. .Gießen, den 17. Juni 1907. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. : 4-Zimmer-Wohnung mit Loggia in. reicht. Zubehör zu vermieten. ■2502] Wutz. fenler, Asterweg 54. D-Humig zu mieten gesucht. Schriftl. Angebote unter 04307 an den Gießener Anzeiger erbet. Schöne 4-Zimmerwohmmg '[Mansarde) zum 1. Juli zu verm. O423o) Steinstraße 65. Per 1. Oktober. Eine sehr ruh. Dame sucht eine 2—3-Ztmm.-Wohn. ( 4 - wimmer-Wohnungen mit I nUem Zubehör zu vertuiettm. Wb. m°L^ 5=221---------Neuenweg 50. unter 04362 an d. Gieß. 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Angebote, versiegelt und mir der Auffchrift „Angebot auf Umzug" versehen, sind bis zum 29. Juni 1907, vormittags 11 Uhr auf dem Verwaltungsbureau abzugeben. Die Zuschlagsfrist betragt 14 Tage. Gießen, den 17. Juni 1907. B18/e Großh. Direktion der Univ.-Augenklinik. Vossius. gegen hohen Lohn gesucht. [04337 I Hantel, Neuen Bäue 7. Ar-v. Zrnigc L°7n-°°.1ZL schristen ges. Walltorstr. 21. [04390 1 keill-DchsMerlklMng wird gesucht. Stäheres in der Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers. [4036 ........- " Die Beletage meines Hauses iDtdOlicrteS Zimmer zu verm. Bleichstr. 6 besteh, aus 5 Zimm., 104219] Licherstraße 9, II. ' Badezimmer uiitBadeeinrich^ng, Jreundl. möbl. Zimmer sof. zu 2 Mamardenzimmern und allem vermieten. Neustadt 45. (3885 sonstigen Zubehör, der Neuzeit'--------------------------------- entsprechend eingerichtet, ist per 1. Juli zu vermieten. [2"2 fiäheres Hinterhaus I. Stock. Weitzbindermetster Schäfer. J-rdl. 2-Zinunerw. m. Kab. zum .1. Juli zu v. Liebigstr. 55. 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