Zweites Blatt Kr. LSÄ Lrfchküit tögNch mit Ausnahme beS Sonntags. Expedition und Druckerei: Schul» Redaktion, straße 7. 157. Jahrgang Die „Gießener FamMenblätter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Krdsbiart ffir den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Der „hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. Expedition und Verlag: 61. Redaktion.^^112. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen. Samstag 17. Augnft 1907 k aa Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen yWj UniversitätS - Buch- und Steindruckerei. H R. Lange, Gießen. Aach oen ^LioLrarchenbegeguangcN. London, 17. Ang. Fürst Bülow hat dem Bericht- rstatter der „Westminster Gazette" über die deutsch-eng- ischen Beziehungen erklärt, daß er sich von der Mon- irchen-Begegnung einen sehr günstigen Einfluß aus >iefe Beziehungen verspreche. Bei den politischen Besprech- ingen, die in Wilhelmshöhe stattgefunden hätten, sei ein allgemeines Einverständnis in Bezug auf alle >abei erörterten wichtigen Fragen zutage getreten. Von >em Berichterstatter um einige Worte der Sonderbotschast n England ersucht, erwiderte Fürst Bülow, Sie lünnen eigen, und zwar so nachdrücklich wie möglich, daß ich als teichskanzler nicht allein die Fortdauer guter Beziehungen und gegenseitigen Vertrauens wischen Deutschland und England wünsche, ondern ihr Verhältnis zu einander bereits ls entschieden gebessert betrachte. Sie können linzufügen, daß die Konferenzen, die anläßlich der Zu- ammenkunft der beiden Herrscher stattsanden, durchaus ozu angetan waren, diese Verbesserungen zu erhöhen. Ischl, 17. Aug. Von der U m g e b u n g K ö n i g E d u - r d s wird bekannt, wie aufgeräumt der König auf der ^ahrt von Wilhelmshöhe nach Ischl war, wie tief der Eindruck gewesen sei, den das herzliche freundschaftliche Verhalten Kaiser Wilhelms gemacht habe uyi> wie freudig en König der Empfang der Bevölkerung berührt habe. Wien, 17. Aug. Aus Berlin wird von offiziösen lreisen gemeldet, daß Baron Aehrenthal, bevor er lit dem englischen Unter staats sekretär Hardinge in Ischl onferierte, erst über den Verlauf der Unterredung n Wilhelmshöhe unterrichtet wurde. Gestern mittag egab sich der österreichisch-ungarische Botschafter in Berlin, on Szö g y eny-Marich nach dem Auswärtigen Amt nd hatte dort eine längere Unterredung, Dieser Besuch eht mit der Jschler Entente in engem Zusammenhang. — Gleich nach der Ankunft König Eduards in Ma- tenbad sandte dieser an Kaiser Franz Josef ein Telegramm ach Ischl, worin er dem hohen Freunde für den herzlichen imvfang dankt und ihm Mitteilung macht, daß er die Leise ausgezeichnet überstanden habe. Eine halbe Stunde arauf kam die Antwort-Depesche des Kaisers Franz Joses. Telegramme ähnlichen Inhalts hat König Eduard auch n Kaiser Wilhelm nach Kassel gesandt. Morenga. Berlin, 16. Aug. Nach einer Mitteilung der deut- chen Botschaft in London hat Sir Edward Grey dieser te M eldung von dem U e b e r t r i t t M o r e n g a ' s auf eutsche- Gebär mit dem Bemerken bestätigt, daß dieser in »nkunft kein Asyl auf englischem Boden erhalten werde. Sir Grey hat gleichzeitig sein Bedauern ausgesprochen, daß die ü'mühungen der Kapbehörden, Morenga am Uebertritte zu hindern, rfolglos gewesen feien. — Ein Telegramm des Gouverneurs v. Lindell i st aus Windhuk meldet: Der Kapgouverneur drahtet, daß ad) Nachrichten vom Polizeiinspektor, der M o r e n g a s S p u r e n ber Kuydas bis zur Grenze verfolgte, dieser mit 400 Anhängern, >ovon 150 bewaffnet und zwar meist mit Martiny-Henry-Ge- »ehren, am 13. August die deutsche Grenze bei Orlogs- loof überschritten hat und an der Grenze von Hotten- -tien mit Pferden und Rindern getroffen wurde. Die Käp- olrzei konnte wegen des ungünstigen Geländes mit Morenga eine Fühlung gewinnen. Der Premierminister hat dem Generalkonsul mitgeteilt, daß Morenga angeblich nach Warm- a d will, um mit Johannes Christian wegen Fort- etzung lote s Aufft andes zu verhandeln. Der Kap- ouverneur benachrichtigte den Magistrat in Upington, daß Mo- enga das Asyl in der Kapkolonie verscherzt habe, aß alle verfügbaren Polizeiträfte an der Grenze zu statiomeren -ten und daß Morenga zu arretieren oder ins deutsche Gebiet zurückzutreiben sei, falls er versuchen sollte, ritisches Gebiet zu betreten. Die Truppen werden nach Möglichkeit n ariden für den Neuausbruch der Feindseligkeiten bereitgestellt ezw. dorthin in Marsch gesetzt. Die Farmer sind gewarnt. Kapstadt, 16. Aug. Die Behörden der Kapkolo- ie ziehen alle zu Gebote stehenden Polizisten an der Grenze zusammen, um mit den deutschen gemeinsam gegen 'korenga vorzugehen. Eine Aundgebmrg gegen Merry del Bal. Nom, 16. Aug. In Berichtigung übertriebener Zoitungs- lelbungen über eine D e m o n st r a t i o n g e g e n d en K ar d in a l- taalssekretär Merry del Val meldet die „Agenzia jefani" : Merry del Val, der sich zurzeit in Castel Gandolfo auf- ill, ürhr gestern nachmittag im Wagen nach Marino, um das artige schottische Kolleg zu besichtigen. Als der Kardinal nach der esichtioung nach Castel Gandolfo zurückiuhr, veranstaltete eine nzahl A n a r ch i st e n in Marino, trotz der von der Polizei ge- offcnen Gegenmaßnahme):, unter Schmährufen und Pfeifen eine e i n d s e l i g e u n d g e b u n g. Die Polizeibeamten wurden mit :n Tlnnultanten handgemein. (Sin Polizist wurde durch einen äockhieb ernstlich verlegt. Die Personalien mehrerer Anarchisten, e Schmährufe ausgestoßen hatten, wurden sestgestellt. Ein Polizei- 'imnissar ist zur Untersuchung des Vorfalles nach Atarino ab- Zandl worden. Körperliche Züchtigung von Eingeborenen. Berlin, 16. Aug. Der Reichsanzeiger enthält heute en Text der vom Staatssekretär des Reichskolonialamts am 2. Juli erlassenen Verordnung betreffend die Anwen- ung körperlicher Züchtigung als Strafmittel egen Eingeborene der ostafrikanischen Schutzgebiete, 's wird darin bestimmt, daß in allen Fällen, in denen egen einen Eingeborenen körperliche Züchtigung (Prügel- der Rutenstraje) als gerichtliche Strafe verhängt wird, über ie Verhandlung, aus Grtind deren die Strafe festgesetzt wird, n Protokoll auszunehmen ist, das insbesondere die Bezeichnung der strafbaren Handlung enthalten und aus dem ervorgehen muß, daß der Beschuldigte über die ihm zur ast gelegte Tat gehört worden ist und daß die von ihm zu iner Entlastung gebotenen Beweise soweit tunlich, erhoben morden sind. Die Vollstreckung des Urteils muß durch ie mit der Ausübung der Strafgerichtsbarkeit betrauten e amt en oder einem Arzte überwacht werden, darf ber nicht durch die ersteren selbst erfolgen. Ueber die Voll- reckung ist ein Protokoll anfzimehmen, das eventuell die :sonderen Vorkommnisse beurkunden muß. In Fällen, in denen eine Prügelirrafe von mehr als 15, eine Rutenstrase von mehr als zehn Schlägen festgesetzt wird, ist das Protokoll der UrteilSbegrün- diing anzuschließen. Die Verordnung bestimmt, daß Abschriften der Protokolle bezw. der Urteilsbegründung dem Gouvernement zur Durchsicht einzureichen sind. Lohsrkünlpse und Meuterei. Alitwerpen, 16. Aug. An Bord des Dampfers „Eam° b r e m a n", auf welchem die englischen Ersatzarbeiter einqiiartiert sind, kam es gestern abend zu tiiimiliiiö)en Austritten, die in eine förmliche Ai e u t e r e i ailsarteten. Tie Engländer plüiiderlen die Vorratskammer, betrankeii sich und stießeri Drohungen gegen die Offiziere aus, and) entwendeten sie Revolver ufw. 32 Polizisten wurden an Bord genommen, um die Ruhe wieder herzuilellen. Aiehrere der Aleiiterer mußten in Ketten gelegt werden. — Tie englischen Arbeiter verlangeii bereits eine Lohnaufbesserung von 1 Sh. täglich. Inzwischen mehren sich die auf der Schelde der Löschung harrenden Dampfer. Die Uiiterhandlmtgen zwischen den Streikenden nyd den Reedern werden fortgesetzt. DerrtZches Reich. Wilhelmshöhe, 16. Aug. Zur gestrigen Abendtafel sah das Kaiserpaar den Reichskanzler bei sich, der später nach Norderney abreiste. Morgens gegen 8 Uhr unternahmen die Majestäten einen Spaziergang in den Hcibichts- wald. Um halb 10 Uhr hörte der Kaiser den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts. Zur Frühslückstafel sind geladen: Oberhofprediger Müller, Oberlandesgerichtsrat Dr. Sommer und Professor Knackftlß. Berlin, 16. Aug. Die von mehreren Tagesblättern gebrachte Nachricht, daß im Ministeritim der öffentlichen Arbeiten Erwägungen über die Wiedereinführung der früheren Rückfahrkarten schwebten, ist unzutreffend. Elberfeld, 16. Aug. Der christlich- soziale Parteitag findet vom 8. bis 11. November hier statt. Atis der Tagesordnung ist hervorzuheben, daß am Dienstag nachmittag in der öffentlichen Schluß-Sitzung der ehemalige Hofpredigec Stöcker über die Sozialpolitik des neuen Reichstages sprechen wird. Norderney, 16. August. Reichskanzler Fürst Bülow ist ente vormittag 10 Uhr wieder hier eingetroffen. Solingen, 16. Aug. Die Vereinigten Brot-, Schlacht- und G e m ü s e m e s s er-R e i d er , welche den Fabrikanten ein neues Preisverzeichnis mit erhöhten Lohnsätzen zugesandt hatten, verhängten heute über 108 Fabrikantenfirmen in Solingen, Wald, Hüscheid und Gräfrath, welche die neuen Preise abgelehnt haben, den Streik. 150 Firmen haben die Forderungen anerkannt. Breslau, 16. Aug. Die „Schl. Volksztg." veröffentlicht ein Schreiben des Kardinals Dr. Kopp an den Reichstags- und Landtagsabgeordneten Grafen Präschma, daß er die treukirchliche Gesinnung der Unterzeichner der geplant gewesenen Jndexeingabe an den Papst anerkenne, jedoch den Wunsch nicht unterdrücken könne, daß ein derartiges Vorgehen der Kenntnis deS Episkopats nicht entzogen werden möge. Ischl, 16. Aug. Trn- König von England ist heute vormittag kurz nach 10 Uhr nach Marienbad ab gereist. Ter Kaiser, Erzherzog Franz Salvator und Prinz Leopold von Bayern gaben dem König, das Geleit zum Bahnhof. Trotz des strömenden Regens hatte sich in den Straßen zahlreiches Publikum angesammelt, das die Herrscher begcM^t begrüßte- Marienbad, 16. Aug. Der König v o n E n g l a n d ist heute abend 6 Uhr hier eingetroffen. ' Stockholm, 16. Aug. In diesen Tagen wird eine Gesellschaft Stockholmer Stadtverordneter zum Studium des Verkehrs- und Hafenwesens nach Bremen und Hamburg abreisen. — Ter Berl- Lokalanz. meldet aus Odessa: Im hiesigen Militärlager schoß der Armeekapellmeister auf den Generalgouverneur bon Nikolajeio Stupin. Der 0e> neral blieb unverletzt. Lonstantrnovel, 16. Aug. Von türkischer Seite wird auf Grund von dem Kriegsministerium zugegangenen Meldungen behauptet, es sei jetzt erwiesen, daß eine Verletzung türkischen Territoriums durch persische Banden erfolgt sei, die außerdem Morde, Folterungen, Brandstiftungen und Plünderungen begangen hätten- ' Newyork, 16. Aug. Das deutsche Zollabkommen wird demnächst die Gerichte beschäftigen- Es wird dadurch Klarhett hinsichtlich seiner Rechtsgültigkeit geschaffen werden, was der Wunsch der Jmportei^e ist. Tas Gerichtsverfahren soll herbeigesührt werden auf Grund einer Entscheidung der Zollappraisers von Newyork, welche den erhöhten Einfuhrwert deutscher! Schokolade ausrecht erhält- Die Zollabschätzungsbeamten berufen sich dabei auf eine Eitt^cheidung des obersten Bnndesgerichts in Zollsachen; die Importeure auf das neue Zollabkommen mit Deutschland- — Der Aufruf des Präsidenten des Telegraphistenverbandes zum Generalstreik ist ^nicht befolgt worden- Tie Leiter der Telegraphengesellschasten erklären, die telegraphische Verbindung auch mit den entfernteren und kleineren Städten wickle sich rasch ab- Ter Geschäftsverkehr nehme flott seinen Fortgang. Chikago, 16. Aug. Die Leiter d-esTelegraPhisten- verbandes in Chicago haben sich bereit erklärt, sich einem Schiedsspruch des Schicdsamtcs des amerikanischen Är- beitsbundes zu unterwerfen. ' Sidney, 16. Aug. Infolge der Verteuerung des Rohtabaks haben bereits die Zigarrensabrikanten geschlossen. Auch die Lebenshaltung ist entsprechend verteuert- Taher werden voraussichtlich die Tiäten für Mitglieder des Bundesparlaments auf 600 Lstrsl. erhöht werden. Pretoria, 1'6. ÄUH. In der gesetzgebenden Versammlung kündigte Premierminister Botha eine Vorlage an, nach der die Negierung zum Ankauf des berühmten D i a m a n t e n Lull i n au ermächtigt werden soll, um ihn König Eduard als Zeichen der Lrgebeuhett der Bevölkerung von Transvaal zur Erinuerung an die Verleihung einer vemntwortlichcn Rtz- gierung zu verehren- Aus SraSL und Land. Gießen, 17. Aug. 1907. * * Die Not in Herbstein ist außerordentlich groß. Fünfzig Familien sind obdachlos geworden und der entstandene Schaden wird auf eine Million Mark berechnet. Die Betroffenen, meist unbemittelte Landleute, Handwerker, Taglöhner und kleine Beamte, sind zum Teil gering und zum Teil gar nicht versichert. Schleunige Hülfe tut not. Kreisamtmann von Bechtold, Amtsrichter Cramer, her kath. Pfarrer Dails, Beigeordn. Ruhl, Bürgermeister SchMder und der evang. Pfarrer Zinn erlassen von Herbstein aus einen Aufruf mit der Bitte um rasche und ausgiebige Hülfe. — Wie unsere Leser wissen, hat der Gieß. Anz. bereits gestern eine Sammlung eröffnet, die wir heute erneut in Erinnerung bringen. Die bei uns eingehenden Gelder iverden von uns an das Hülfskomitee m Herbstein abgeliefert roerbt^ Ueber die bei unserer Geschäftsstelle eingegangenen Gelder öffentlich quittiert werden. Bis jetzt gingen bei uns ein: Gießener Anzeiger 50 M5-, Gebrüder Weller 30 Psa-, N. N. 5 Mk., Direktor Wiener 10 Mk., Geh- Rat Buist 10 Mk., K. Pröscher 10 Mk., N.N. 5 Mk., R. K. 4 Mk-, August Kilbiuger 5 Mk., Frau.Paul 3 Mk., N. N. 2 Mk., Lazarus 2 Mk-, P. A 20 Mk., Heinrich Winn 20 Mk., Milchmann Fint-Sichertshausen öO Pfg-; zusammen 14 6.8 0 M k. * * Polizeiamt mann Herberg, der Vorsteher unseres Polizeiamtes wurde mit Wirkung vom 16. September alL Kreisamtmann nach Lauterbach versetzt. Das Ausscheiden des in allen Kreisen der Bevölkerung sehr geschätzten Beamten, wird hier allgemein bedauert werden. Polizeiamtmann wird Regierungsasscssor Reinhart vom Kreisamt Offenbach. * * Oberstabsarzt D r. Wende hat, wie wir hören, sein Abschiedsgesuch eingereicht und wird nach Char- lottenbnrg übersiedeln. Ar beit er Vertreter im Ministerium. Seit 1900 werden bei der Beratung und Bearbeitung von für Handel und Gewerbe wichtigeren Fragen, die die Verhältnisse der gewerblichen Arbeiter betreffen, auch Personen aus dem Kreis der Arbeitnehmer zugezogen. Als solche Arbeiter-Beisitzer wurde an Stelle des seither tätig gewesenen Portefeuillearbeiters Gg. Aut Jäckel zu Offenbach der Zuschneider in der Portefeuillefabrik von Julius Lichtenfels in Offenbach, Jakob Hartung zu Offenbach, Mitglied des Portefeuiller-Verbandes der freien Gewerkschaften, bestimmt. * * Des Großherzogs Absteigequartier iw alten Schloß wurde bis jetzt von mehr als 3000 Leuten besucht. Morgen ist der letzte Tag der Besichtigung, woraus hingewiesen sei. * * Musik ümKriegerdenkmal. Sonntag, 18. Augü^ (Schlachttag von Gravelotte), vormittags ll1/2 Uhr, findet die Anlagemusik am Kriegerdenkmal statt. 1. Kaiser-Ouvertnre von Voigt. 2. Die Wacht am Rhein, von Wilhelm. 3. ,Jm Zeichen des Mars". Patriotisches Tongemälde von Herold« 4. Pariser Einzugsmarsch, Armeemarsch Nr. 38, von Walch. ** Vom Manöver. Als Vorboten des diesjährigen Herbstmanövers treffen heute in der Wetterau die ersten Einquartierungen ein, und zwar ist es das Infanterie-, Regiment 168 (Offenbach und Butzbach), das auf dem Gelände bei Wölfershettn und Södel sein Regiments-Exerzieren vom 18. bis- 27. August abha.lt, der RegimentsAaü! und 2. Kompagnie kommen nach Bad-Nauheim, andere Teile des Regiments nach Ober- und Nieder-Mörlen, Rockenberg und Steinfurth, die 115 er (Darmstadt) treffen am nächsten Mittwoch ein, ,fie werden ebenfalls um Wölfersheim und Södel einquartiert, weil auch ihr Regiments exerzierend dort stattfindet. Ter Regimentsstab kommt nach Bad-Nau?« heim, die Manuschaftm nach Torheim, Melbach, Schwall yeim, Södel, Wisselsheim, Echzell und Berstadt. Die 116 er treffen erst am 28. August auf diesem Gelände ein und dann beginnt das Brigadeexer^ieren der 49. Infanterie-! Brigade; Vilbel bekommt ebenfalls nächsten Mittwoch Ein-< quartierung, und zwar vom Feld-Artillerie-Regiment Ar. 27, die 166 er (Hanau) werden Donnerstag in den Orten in mrd um Stockheim, Selters, Düdelsheim erncprartiert; der Regr- mentsstab kommt nach Stockheim, bei Hünbach ist das Regiments- und Brigad.e-Exerzieren, Friedberg und'Bad- Nauheim werden besonders stark mit Einquartierungen dacht werden, so erhält Bad-Nauheim in den Tagen vom 7. bis 8. September 700 Mann, am 6. Sept. 650 Mann. Die 81 er hielten bereits dieser Tage eine Gefechtsübung mit Biwak bei Büdesheim und Nieder-Dorfelden und 9^acht^ manöver ab. ** Im Ko loiseum pax. gestern Programmwechsel; der gute Besuch, oen die Vorstellung aufzuweisen hstte, ist der beste Beweis für die gute Aufnahme, die das Unternehmen int Publikum gesunden. Musik und Tanz sind diesmal besonders reichlich vertreten und zwar vielfach mit recht guten Darbietungen. Zunächst bietet Mister Joü einige musikalische Genüsse und dann tritt eine recht fesche Sängerin, Fräulein G e o r g e t t i auf, die ihrem Beinamen „Weaner Kobold" alle Ehre macht. Recht gute Barren-i turner sind die beiden Hör des und ihre akrobatischen Parterrekunststückchen sind von außerordentlich drastischer Komik. Sehr nett sind die sich anschließenden Tanz-, und Gesangs-Darbietungen der deutsch-amerikanischen Tänzerinnen Marga und Milli Bl iß; namentlich der Schluß-- tanz ist von großer Anmut. Humoristische Musik-Imitationen bringt Herr Paul V b b s, und zwar ahmt er Piston, Geige, Zither, Mandoline und Klarinette mit dem Munde täuschend nach. Auch die Witze, mit denen er seine Produktionen begleitet, sind besser, wie man sie sonst bei Hr- artigen Produktionen zu hörest pflegt. Als Humorist tritt der g'schertMaxl von Dachau auf, der geradezu oiv Karri- katur eines Menschen ist und sich in Her humoristisch- derben Darstellung seines heimischen Volksschlags nicht genug, tun rann. Eine recht niedliche Gesangs- und Tanz- soub.^e ist Fraulein Riggers, die in einem ihrer Lieder 'mit Stolz erzähll, daß sie aus Kopenhagen' ttnnnt. Harry und Weston führen sick) als französische Sol-, baten ein und zeigen dann eine erstaunlich Fertigkeit auf dem Gebiet der Parterregymnastik, sür die sogar ihr Schilderhaus als Hilfsmittel bienen muß. Sehr tMsche musikalische Scherze bringt Mister Giffart, der batet auch als Equilibrist recht Sehenswertes leistet. Den Schluß bilden humoristische kinematographische Vorsuhrungen und wenn die Mldex nicht richtig zur Geltung kamezr, isi cv wohl mir dem Umstand zuMschrerven, daß es die erste Vorführung dieser Art im Kolosseum war. ** Branntweinbrennereien gab es in Hessen im Betriebsjahre 1905/06,316, wovon 235 im Betrieb waren. Sie erzeugten zusamrrun 18 783 Hektoliter Alkohol, die mit Ausnahme von 160 Hellolitcv aus Getreide hergestelltem Alkohol aus Kartoffeln erzeugt wurden. Zur Herstellung des Branntweins wurden verwendet 166 527 Doppelzentner Kartoffeln, 273 Doppelzentner Roggen, 6994 Doppelzentner ,Gerste, 3208 Doppelzentner Mais und Dari, 40 Doppelzentner anderes Getreide, 9 Hektoliter Kirschen, 1303 Hektoliter Zwetschen, 30 Hektoliter sonstiges Steinobst, 3 Hektoliter abgefallenes Kernobst und Kernobsttreber, 362 Hektoliter flüssige Traubenweinhefe, 5338 Hektoliter gepreßte Lraubenweinhefe, 12 320 nicht gewässerte Weintreber, 111 Hektoliter gewässerte Weintreber, 5921 Hektoliter Brauereiabfälle, 5 Hektoliter Tropfbier und Bierrückstände, 169 Hektoliter Hefenbruhe, 2117 Hektoliter Traubenwein, 1 Hektoliter Beerenwein und 358 Hektoliter andere nichtmehlige Stoffe, Kunstwein. An M a i s ch b o t t i ch st e u e r wurden 160164 Mark erhoben, davon 33 078 Mk. zum vollen Satz, 45 765 Mk. zu 9/i(k 39 349 zu 8/io und 41972 zu 6/io des vollen Satzes. Tie Rückvergütung der Maischbottichsteuer betrug 93100 Mark, so daß der Reinertrag 67 064 Mk. war. (Rach den im Berichtsjahr ausgefertigten Bergütungsscheinen betrügt die Rückvergütung der Maischbottichsteuer 162 596 Mk.) An Verbrauchsabgabe wurden erhoben zum Satz von 50 Pfg. für das Liter Alkohol 206 922 Mk., zum Satz von 70 Pw. 1927 852 Mk., zusammen 2134 774 Mk. Hiervon gehen av die Rückvergütung der Verbrauchsäbgabe mit 83 502 M, der Betrag der in Anrechnung gekommenen Kontingentsscheine und der aufgerechneten Kontingentswerte 341606 Mk., so daß sich ein Reinertrag der Verbrauchsabgabe von 1 709 666 Mark ergibt. An Zuschlag zur Verbrauchsabgabe wurden 52978 Mk. erhoben. Die allgemeine Brennsteuer hatte einen Heberschuß von — 117 401 Mk., so daß sich eine Gesamteinnahme von 1 712 307 Mk. an Brennsteuer ergibt. Steuerfrei verwendet wurden 15948 Hektoliter Alkohol. X L«eun, 17. Aug. Der Genickstarrefall, der hier vorgekommen ist, wurde von Dr. Schäffer-Leun festgestellt und nachher durch die bakteriologische Untersuchung amtlich bestätigt. Vor einigen Wochen schon wurde hier ein leichter und in dem benachbarten Tiefend ach ein schwerer Genickstarrefall bestätigt. Auch in L ö h n b e r g bei Weilburg und in Vetzberg ist je ein schwerer Genia- starrefall vorgekommen. Der letzterwähnte Lall verlief tödlich, während in den anderen Fällen das He sind en der Kranken verhältnisntäßig gut ist. □ Allertshausen, 16. Aug. Bei dem heute über unsere Fluren ziehenden Gewitter zündete der Blitz einen Kornhaufen und äscherte ihn ein. O Göbelnrod b. Grün berg, 16. Aug. Auf eine Eingabe des Reichstags ab geordneten Köhler-La ngsdor wegen Einrichtung eines Haltepunktes der Oberhessischen Eisenbahnen bei Göbelnrod, erfolgte folgender Bescheid des preuß. Eisenbahnministers an den genannten Abgeordneten: Berlin W. 66, den 8. August 1907. Ew. Hochwohlgeboren beehre ich mich auf das gefällige Schreiben vom 1L März d. I. ergebenft mitzuteilen, daß ich die Königliche Eisenvahndirektron in Frankfurt a. Aä beauftragt habe, wegen der Errichtung eines Haltepunktes bei Göbelnrod zwischen Ktn. 20,3 und 20,5 der Strecke Gießen-Fulda im Benehmen mit der Gemeinde das Weitere zu veranlassen. Breitend a ch. - -- Bad-Nauheim, 16. Aug. Bis zum 15. Aug. sind 246 71 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 5906 anlvesend waren. Bäder wurden bis zum 15. Aua. 307 484 abgegeben. - in. Bao-Nauheim. 16. Aug. Als gestern eine Hiesige Frau die Füße badete, zerbrach ihr plötzlich die Schüssel. Hierbei zerschnitt sie sich sämtliche Sehnen, sowie die Schlagader des linken Wadenbeins. Nachdem die Schwerverletzte einen Siotverband erhalten hat, wurde sie dem städtischen Hospital überwiesen. Auf Veranlassung Einiger Kurgäste wurde eine Sammlung für die Abgebrannten in Herbstein veranstaltet. Die Sammlung soll eine hübsche Summe ergeben haben. . > ** Friedberg, 16. Äug. Tjie Bahn Friedberg—Hom- bürg wird in Zukunft mit einer Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometer in der Stunde befahren werden. Aus diesem Grunde sollen die vorhandenen unübersichtlichen Wegübergänge in Schienenhöhe Mit Schranken versehen und durch'Warter bedient nxroen. Auf der 14 1/2 Kilometer langen Strecke von hier bis Friedrichsdorf sind im ganzen 30 Hebergänge vorhanden, von denen 17 mit Schranken versehen werden- ' ( . sd-Darmstadt, 46. Aug. Ms heute vormittag das Auto- msobil des Generatinspekteurs von Lindeqnist diesen zu den Truppenbesichtigungen auf den Truppenübungsplatz bringen wollte, stteß es vor der Stadt auf der Griesheimer Chaussee auf einen die gleiche Richtung fahrenden breit mit Kisten beladenen Wagen des Fuhrmanns Karl Gölz von hier, der nach RüsselA- heim fahren wollte- Die Kisten gaben nach, einige fielen herunter und auch Gölz siel vom Wägen; er kam unter das eine Hinterrad, das ihm über die Brust fuhr, sodaß er ziemlich stark ver- letzr durch die Sanitätskotonne in das Krankenhaus gebracht wurde- Anscheinend gibt sein Zustand zu besonderen Bedenken kerne Veranlassung. Das Auw hatte zunächst den Unfall lveiter nicht bemerkt, hielt aber, als es einen Schrei hörte, sofort an; der General erkundigte sich nach dem Verletzten, sprach sein Bedauern aus und sagte Unterstützung sowie Kostenersatz re- zu. Alzey, 16. Aug. Tie Großh. Divektwn oer hiesigen, Realschule und des Progymnasiums hat eure gründlich aus- gearbeitete Eingabe an den Stadtvorstand eingereicht, worin sie um Errichtung ernes Neubaues nachsucht; die Kosten sind auf 300 000 M5 veranschlagt. Im Zusammenhang mit dieser Frage wird sich die Stadtverwaltung auch mit der Erweiterung des Voltsschulhausesi zu beschäftigen Haden, da die derr- zeiligen MumliäKiren nicht mehr genügen und zwei Schul- Llassen schon außerhalb des Volks schulgebäudes untergebracht werden mußten. e. Gleiberg, 17.Aug. Die Ausb esserung s ar- b-eiten an der Burgruine, zu denen alljährlich von dem Gleibergverem und dem Staat ein entsprechender Betrag zur Verfügung, steht, sollen demnächst wieder begonnen lucrbeii- Zunächst soll der 120 Fuß hohe Turin in Angriff genommen werden- Gegenwärtig ivuD das Gerüst um den Turm herum ausgestellt, was mindestens 14 Tage'rn Anspruch nimmt Die Gerüst- stangen reichen in ihrer Länge bei weitem nicht aus, und müssen daher doppelt aufeinandergcsetzt werden, eine sehr gefahrvolle, aber auch interessante Arbeit- Hoffentlich wird die Arbeit, wie auch dre früheren an den Umfassungsmauern, ohne Unfall beendet werden tonnen- Die Arbeiten werden von Maurermeister Drescher in Kcofdors ausgeführt- — Der Sohn des Burgwarts hat oei ieinem Unfall, der seinerzeit gemeldet wnroc, ein Auge eingebutzt, uno es wird noch eine geraume Zelt dauern, bis er wieoer geheilt ist. □ Groß-Altenstüdten, 16. Aug. Bei dem gestern nachmittag H20 Uhr über unsere Gegend niedergegangenen Gewitter schlug der Blitz in die Sch e u e r des Landioirts und Krämers Georg Krauskops, und ließ sie mit ihrem reichen Vorrat in Flammen aufgeyen. Die ^tuei Ortsfcuer- spri^en waren rascg zur Stelle und setzten rraftig em, nm das entfesselte Element auf das Gebäude zu beschränken. Aber dennoch wurde das inzwischen vollständig geräumte Wohnhaus in Asche gelegt; desgleichen ein anstoßender Stall zerstört. Tie Spritzen der Nachbarortschaften ließen nicht lange auf sich ivarten, weshalb wir vor größerem Schaden bewahrt blieben. Die glimmende Brandstätte gewährt einen traurigen Anblick. Glücklicherweise ist niemand verletzt worden; auch sind keine Tiere umgekommen. Ter Besitzer des Anwesens ist versichert. A Marburg, 16. Aug. Der vor einigen Monaten neuaewählte Obcrbürgermeisler Trote ist nunmehr bestätigt worden. — Professor Dr. Sreveking, der au die Unioersität Zürich übersiedelt, hat die nachgesuchle Entlassung auZ dem Staatsdienst erhalten. ll Frankfurt a. M., 16. August. Der Chemiker Dr. Scriba, der in die mehrfach erwähnte Automobilaffäre verwickelt ist, wurde gegen Stellung einer Kaution von 20 000 Mk. aus der Haft entlassen.- ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Bingen wurde als Beigeordneter der Kandidat des Zentrums Franz Rech mit 8 Stimmen gegen den Kandidalen l)>ec vereinigten Liberalen, Gg. Racke, der 5 (Stimmen erhielt, gewählt. Zwei liberale Stadtverordnete waren nicht anwesend. — Die Großherzogin-Mutter von Luxemburg hat einen Teil ihres Gartens in Königstein im Taunus der evang. Gemeinde sür einen Bauplatz für ein Pfarrhaus Überlassen. — In Sossenheim wurde der Tagelöhner Loos verhaftet, der auf dem Weg nach Schwalbach ein Dienstmädchen überfallen hatte. —- .Der von einer Lokomotive in Fulda überfahrene Hiljsbahnwärter Wehner ist seinen Verletzungen er- l c Zum Kalle Kau. Nachdem die Nevisionsjchrift der Verteidigung ßes zum Tode verurteilten Hau eingcreicht worden ist, wird sowohl von der Staatsanwaltschaft, als and) von den einzelnen Verteidigern ein nur mit Freuden zu begrüßendes absolutes Schweigen über den Stand der Verhandlungen beivahrt. Der Berliner Lokal-Anzeiger dagegen will „uon zuverlässiger dritter (?) Seite" folgendes erfahren haben: „Es sit der Verteidigung gelungen, den „O e st e r r e i ch e r" zu eruieren, den Frau v. Reitzenfteiu des öftern auf der Kaiser Wilhelnistraße gesehen hat, diese Angelegenheit hat einen komischen Beigeschmack. Frau v. Reitzenstein hatte öfters einen älteren Herrn .Jt dem österreichischen Kaiserbart gesehen und glaubt ihm ßiiuj am Mordtage begegnet zu sein. Trotz eifrigster Nachforschung gelang cs der Staatsanwaltschaft nicht, den Mann ausfindig zu machen. In Wirklichkeit soll aber der betreffende Herr nach lüie vor die Kaiser Wilhelmstraße als Passage benutzt haben. Der Gatte der Frau v. Reitzenstein stellte fest, daß der sog. „Oesterreicher" ein wohlhabender Herr aus Preußen ist, der in Badm-Baden pensioniert lebt. Bei einer Besprechung mit der Verteidigung äußerte er, ich gehe täglich dort vorbei, da ich mich rasieren lassen muß, wenn ich in die Stadt gehe. Nur am 6. November bin ich den ganzen Tag zu Hause geblieben. Gerade da mußte ich nicht ausgehen, als die Mordtat passiert ist. .Da es sehr dunkel war, glaubt Frau v. Reitzenstein, daß es jemand anders gewesen sein muß, den sie gesehen hat, als der Ocsterreicher. Bon Lindmau kann sie nichts sagen, da dieser jetzt ganz anders angezogen ist, als der „graue Herr" es damals war. Im übrigeic hält die Verteidigung die Zeugenaussage der Frau Eisele nach wie vor für sehr wichtig. Es ist dies in allererster Linie eine Frage, in der die Länge der Beine .entscheidet, und wenn es noch einmal zur Verhandlung kommt, wird Hau das Kunststück wohl dem versammelten Publikum vormachen müssen. Andererseits sind Widersprüche in dm Zeugenaussagen bemerkenswert. Frau Eisele behauptet, Hau wäre links, der Drofihkenkulscher sagt, er wäre rechts von der Allee aus in den Wagm gestiegen. Hau selber sagt, es sei ihm in diesem Augenblick ganz gleichgültig gewesm, ob er rechts oder links eingestiegm sei. Heber die Revisionsschrist und die in ihr aufgetretenen Fehler der Schwurgerichtssitzung muß aus dienstlichen Gründen Stillschweigen bewahrt werden. Aber man hört, daß mehrere der angeführten Punkte in andern Fällen zur Revision geführt haben. Heute weilt der Vater Hau's in Karlsruhe, um mit Dr. Dietz Hau im Gefängnis zu besuchm. Es finden fortgesetzt weitere Erhebungen statt." Das Polizeipräsidium zu Breslau verbot dem dortigen Skalatheater die Aufführung des Schauerdramas: ^Ein mysteriöser Mord^, dem der Hau-Prozeß zu Grunde gelegt ist. Aus Bädern, Touristik und Reisen. Wie die Jll. Badez. ein Verzeichnis der Frequenz der Bäder bis Ende Juli veröffenllicht, ist hierilach ein großer Rückgang in d em Besuch der deutschen Bäder zu konstatieren, der in der Regel 25—33‘/2 Prozent beträgt, in Gebirgssommersrischen 60—70 Prozent erreicht unb in den Seebädern bis 50 Prozent wächst. Um zunächst mit Nachbarorten zu beginnen ist Bad Nauheim von 27 779 aus 20 471, also um 7300, Salzschlirf von 4616 aus 3355 also um 1300, Bad Orb vou 4115 auf 2521 also um 1600, Homburg von 13 886 auf 8996 also um mehr 5000 in diesem Jahre im Vergleich zum vorigen gesunkeii. Als Grund des Rückgangs müssen die schlechten Witterungsverhältiisse in erster Linie zu suchen sein, was aus dem Besuch der großen Gebirgssonimersrischen hervorgeht; so meldet Harzburg 12 553 gegen 35 909 d. i. 23 400 oder 65 Prozent Abnahme. Ebenso sei ein Beispiel aus den Seebädern angeführt, so gibt Cuxhaven seine Frcqnenz auf 8 321 an gegen 21188 Personen um bieselbe Zeit bes vorigen Jahres, Abnahme 13 567. Auffällig ist ber Besuch beS berühmten Weltbabes Wiesbaben, bas gegen 159 535 jetzt 107 879 also einen Wentgerbesuch von 52 656 (hier werden Passanten mit ausgeführt) zeigt. Hier muß als Ursache der Alinderfrequeiiz die schlechte Lage des Geldmarktes angesehen werden. Weiin auch der heiße Augustmonat die Steigerung des Badbesuchs nad) sich bringt, so ist das Verlorene nicht ivieder ein- zuholen; die Folge für den Geschäftsbetrieb in den Badeorten wird nicht lange ausbleiben._______________________________________ Börserrwochenbericht. = Fran kfurt a. M., 16 Aug. Die europäischen Märkte befanden sich diese Woche in starker Abhängigkeit von der Newyorker Börse. Dort hat das energische Vorgehen gegen die T r u ftm a g n a t en den ganzen Markt in Verwirrung gebracht. Hat in dem Falle der Standard Oll Companh die letzte Instanz auch noch nicht gesprochen, so wird man doch immerhin 'auf eine hohe Strafe, die gegen die Gesellschaft verhängt werden wird, gefaßt sein müssen. Weitere Prozesse sind eingeleitet und wie die Verhältnisse einmal liegen, ist . an. einen Rückzug der Regierung kaum zu denken. Die Animosität gegen das Trustwesen mit der Ausbeulung des Konsums ist in den breiten Schichten des Volkes zu groß, als daß die Regierung jetzt, wo man einer neuen Wahlperiode entgegengebt, tragen könnte, die Zügel wieder locker zu lassen. Die Bezahlung der Strafen wird natürlich neue Effcktenvcrkänfe im Gefolge haben, unb bei bei mißlichen Lage der Newyorker Börse können diese leicht weiteren Druck ausüben. Die Lage des amerikanischen Geldmarktes ist noch sehr prekär, langsichtige Anleihen sind kaum unterznbringeu, man nimmt deshalb seine Zuflucht lvieder zur Diskontierung von Finanztratten in Europa, die aber auch nur in mäßigen Beträgen genommen werden. Jedenfalls trug das Angebot solcher Tratten dazu bei, den Zinsfuß an den europäischen Geldzentren zu steigern. Die Bank von England ist mit ihrem Satz bereits auf 4siz Proz. gegangen, die Schweizerische Nationalbank auf 5 Proz., andere Notenbanken werden bald folgen, denn der Zinsfuß ist überall im Anziehen begriffen. Die gespannte Lage des Geldmarktes hält die Efsektcnniärkte natiirlid) fortgesetzt unter Druck. Viele Papiere, sowohl in Amerika als auch bei uns rrw^n heute unter ihrem inneren Werte stchep, aber troy alleben» kann feine Besserung Platzgreifen, weil cs (in Käufern mangelt Tie Jnterventionskäufe, die diese Woche sowohl in Newyorl als auch in Berlin von der haute Banque ausgeführt mürben haben nur zu einer ganz vorübergehenden Befestigung geführt" Bei den wenig günstigen Ernten dürfte auf eine rasche Kräftigung des Geldmarktes auch kaum zu rechnen sein und deshalb ist auch eine starke Erholung der Kurse vorerst ivohl nicht in Aussicht zu nehmen- Deutsche Fonds gingen neuerdings durchschnittlich J/2- Prozent zurück, fremde Renten fielen bi* 1 Prozent, B an ka ktien 1—2 Proz-, Oesterr. Kreditaktien trof der günstigen ^emestralbilanz 6 Proz-, weil dem Institut aus seinen Petroleumintcressen Verluste drohen- Ei scnb a hüll ktien sind 1—3 Proz- schwächer, Baltimore sogar 6 Proz Mio n t an Papiere erlitten Einbußen von 3—5 Proz-, auch andere Jndustriepapiere sind fast durchweg niedriger Kleyer 10 Proz-, andere Sorten 4—5 Proz. 1 Privatdiskontv 4 2/4 Proz- Kandel. — Barletta-Lose. Schon oftmals ist mitgetellt worben, baß nun endlich die Gläubiger resp. die deutschen Losbesitzer befriedigt werden sollten. Aber das Vcrsprcckien ist bis heute nicht eingelöst worden. Nun hat die Frankfurter Bankfirma Moritz Stiebet Söhne, die sich schon seit längerer Zeit der Interessen der Lvsbesitzcr angenommen hat, sich im Namen der von ihr begründeten Schutzv'ereinigung durch einen Rechtsanwalt mit einer Eingabe an den Reichskanzler gewandt mit dem Ersuchen, amtlich dahin wirken zu wollen, daß die Auszahlung endlich vorgenommen wird. In der Eingabe wird darauf hingewiesen, daß von den 300000 Losen der Stadt Barletta im Jahre 1871 110.346, also mehr als der dritte Teil, mit bero beutschen Reichsftempel versehen würben. Die Schiffahrtsgesellschaften im ersten Semester 1907. Tie deutschen Gwßrocdereien bcröffeut» lrchen über den jeweiligen Geschäftsgang im ersten Halbjahr keine Mitteilungen, well im Recoereibetrieb die Bücher nicht am 30. Juni abgeschlossen werben können. Doch läßt sich, wie Hamburger Blätter berichten, ein ungefähres Urteil dahin ab. geben, daß das Resultat im ersten Halbjahr ein sehr zufrieden^ stellendes war. Zu Beginn des Jahres allerdings war die Loge schlecht, wegen der Lohnbewegungen mit ihren, den Verkehr sehr hemmenden und verteuernden Folgeerscheinungen. Auch die er- höhten Kvhlenpreise müssen in Betracht gezogen werben. Auj ber anderen Seite aber erzielten die Reedereien aus der indu» striellen Hochkonjunktur großen Nutzen. Ferner wirb eingenommen, baß wenn jetzt eine gewisse Ruhe eintreten sollte, dies vorerst auf ben Verkehr doch nicht ungiinfttfl wirkt, da sehr viele Halbfabrikate eingeführt würben, die dann als Ganzfabrikate wieder ihren Rückweg über die See nehmen. Wenn die Dividenbenev trägniffe. nicht höher ausfallen sollten als i. B., so kann biet nur auf bie erhöhten Akticnkaptitalicn zurückgeführt werden- was übrigens bei ben zwei leitenden Gesellschaften, Hanchurg- Amerika-Linie und Norddeutscher Lloyd kaum ins Gewicht fallet dürfte, weil die etwa 26 1/4 Mill. Mk^rneuen Aktien, die an ben Jahrcserträgnis mehr partizipieren, bei ben großen Umsätzen, mit denen die Gesellschaften nun rechnen können, sich kaum fühlbar machen. Schließlich muß auch noch beachtet werden, daß das Passagegeschüsi geradezu glänzend ausgefallen ist. Märkte. Gieße«, 17. Aug. Marktb ericht. 2luf heutigem Wocbenmarkte Mieten: Butter pr. Psb. 1.10—1.20 All., Hühnereier 1 St. 8—9 Pfg,, 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 10—00 Pfg., Enteneier 8 Pfg., Kgse pr. Stck. 6—8 Pf., Käsematte 2 Stck. 5-6 Pfg., Erbsen p.Pfb. 18-24Pfq, Linsenp. Pfd.25-40Pfg., Tauben pr.Pr.0,80-l,00D!k.,Hühnerpr.Sl, 1,00—1,60 Wik., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stüä 1,80-2,20 All., Gänfe vr. Pfd. 00—00 Pfg., Ochsensteisch pr. Pfd. 82—88 Pfg., Kuh- unb Rinbfleifch pr. Pfunb 80—82 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfunb 70—84 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfd. 88 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 80—90 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfd. 61—84 Pfg. Welsche per Pfunb —.— Kartoffeln pr. 100 Kg 8—9 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,00—7,00 Mk., Milch per Lüei 20 Pfg., Nüsse 100 Stück 50—00 Pfg., per Ztr. 9—15 Mk^ Weiß, kraut per Stück 15—30 Pfg., per Zentner Mk. 0.00—0.00. — Marktzeit von 7—I Uhr. Vermischte«. ^Unwetter- Ejin Gewitter, begleitet von orkanartigem Sturm, ging über Dresden und Umgebung nieder unb richtete schweren Schaden an- Gärten wurden vielfach verwüstet- Ter Blitz beschädigte vier Häuser; im Weiftritztak brach eine ganze Kastanienallce um, und das Wasser überschwemmte dort Keller Und Wohnungen- Auf der Straße nach Plauen wurde einMagennritKutscherundGespann umgeweht. — Auf der Bahnstrecke Vdonchenroden-Sonneberg (Thür.) wurde gestern nachmittag ein Bahnarbeiter vom Blitz erschlagen, ein anderer Bahnarbeller schwer verletzt- Mehrere Landleute, die mit Emtearbeiten beschäftigt waren, wurden vom Blitzschläge gelähmt. — Durch stürzende Felsen erschlagen »vurden in einem Steinbruch bei St- Moritz im Kanton Graubünden drei italienische Arbeiter, während vier an- dere lebensgefährlich verletzt wurden- ' *J£iie letzten Eisenbahnunfälle- Die Untersuchung des ^Staatsanwalts in Sachen des Eisenbahnunglücks von Tre- messen haben keine Anhallspunkte zur Erhebung einer Anklage gegen irgend einen Beamten ergeben. Der zuständige Bahnmeister war in der Unglücksnacht beurlaubt, und fein,Vertreter war angeblich nicht verpflichtet, die Gleisauswechslungsarbellen an der Unglücksstelle beständig zu überwachen- Die Schuld "trifft bann also bie höheren Beamten, die nicht -dafür sorgten, baß eine ständige Aussicht vorhanden war- — Ein Auswanbererzug stieß auf der Fahrt nach Antwerpen auf dem Bahnhofe Herenthals mit einem Güterzuge zusammen- Eine große Anzahl Reisender wurde schpiier verletzt- — Bei ber Eisenbahnkatastrophe bei Csik-Szereda (Ungarn) sind Über 70 Personen in Mitleidenschaft gezogen worden. Außer der Lokomotive sind drei Waggons abgestürzt. Tie Strecke ist stack beschäbigt- Ter Verkehr wird durch Unrjteigcn aufrecht erhalten. 14 Personen sind schwer verletzt- Tie Kätaftrophe wurde bürd' Verwcnbung einer minderwertigen Lokomotive veranlaßt, di< bem Truck des Zuges nachgab und infolgedessen entgleiste- ' * Um das Duell zu verspotten, haben sich ausländische Studenten einen Witz geleistet- Ein Student L. aus Odessa sollte von F-reunden auf seinen Mut hin geprüft werden- Graf M- war dazu ausersehen, diese Probe zu Leiten und provozierte L- derartig, daß eine Herausforderung zum Duell unausbleiblich war- Dieses wurde auch bereits für den nächsten Morgen fest' gefegt- Studiosus L. machte bei einem Notar sein Testament, schrieb Abschiedsbriefe an seine Angehörigen und erschien pünktlich früh 5 Uhr mit feinem Sekundanten im Tegeler Forst- Alle Anstalten zur Vomahme des Zweikampfes wurden getroffen- L. glich bereits einer Leiche, iwch 'ehe das Drama feinen Anfang genommen hatte- Als der Unparteiische den Sefunbanten die Piftolenkästen überreicht hatte, würben diese den Duellanten präsentiert, und n>er beschreibt das Gelächter: Als die Kästüi geöffnet wurden, befanden sich darin anstatt der geladenen Pistolen — zwei gefüllte halbe Kranzkuchen! * Kleine Tageschr onit. Der leitende Arzt des et)au« gelischen Krankenhauses Horn zu Kalk bei Köln ist an den Folgen einer Blutvergiftung, die er sich durch Verletzung mit einem verrosteten Nagel zugezogen butte, gestorben- — In der Kaserne des 169. Infanterie-Regiments in Lahr ereignete sich ein schwerer Unfall Ein Soldat nahm von einet Ucbung auf dem Schießplätze Hagenau eine nicht krepierte Granate mit. Bei dem Hantieren mit dem Geschoß explodier te dieses unb verletzte brei Solbaten schwer. Einer ist seinen Verletzungen bereits erlegen. — Wie nunmehr feststeht, beträgt bie Zahl ber Opfer bei der Explosicmskatastrophe beiDömitz 12 Tote, 12 Schwerverletzte und 41 leichter Verletzte. — Der lettzc Akt eines Ehebraiuas spielte sich in Karlsruhe ab. Der 3b Jahre alte Geschäftsreisende Kunzmann, der eben von einer M' | schäflsreise zurückgekehrt -var, trat an das Bett feinet noch wachenden Frau und gab einen Revolverschuß auf sie ab, der sie an der Brust nickt unerheblich verlebte. Hierauf schloß sich Kun^uann in sein Wohnzimmer ein und tötete sich durch zwei Schüsse. Zkunzmann, der als Trunkenbold bekannt war, lebte mit seiner 7 Jahre älteren Frau in Unfrieden. — Die 52jährige unverehelichte,Anna Witte in P r i b b e r a n o w (Pommern) wurde von ihrem Geliebten, dem 45jährigen Kahnschiffer Stüber, erschossen, weil sie das Liebesverhältnis nicht fortsctzen wollte, darauf erschoß sich Stüber selbst. — Ein mit Fahrgästen überfüllter Omnibus der Linie Trient-Tiona ist bei Sarche um gestürzt und in Stücke gebrochen. 9 Personen erlitten schwere Verletzungen. Der Kutscher und ein Sprachlehrer wurden tödlich verletzt. Die Ursache des Unglücks ist in dem defekten Zustande des Wagens zu suchen. — Der englische Dampfer ,,Arawatta" überrannte unweit Brisbane das dänische Barkschiff ,,Jngeborg", das sofort sank. Kapitän Schmidt und sechs Mann der Besatzung ertranken. Ter Dampfer „Arawatta" mußte beschädigt in Brisbane einlaufen. GerictzSssÄM. Arnsberg, 16. Aug. Die hiesige Strafkammer verurteilte heute morgen den 14jährigen S ch ü l er Hoffmann, der int Februar ds. Js. den 7jährigen Knaben Vollmar erschlagen und in den Bach geworfen hatte, wegen Totschlags zu sechs Jahren seais Monaten Gefängnis. Briefkasten oer ucdaHkn, (Auoupme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) T. L. Ihre fleme Fabel Hal unsern Bestall gemnden; Sie werden sie demnächst in ben Familienblättern nnederfinden. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Heffeu am Sonntag den 18. August: Abnehmende Bewölkung Meist trocken. Etwas warmer. Leichte westliche Winde. KSS dkll ^iariitßaibtBrtijißcia iitr LIM Aufgebote. Aug. 10. Friedrich Hermann Suchland, Fußgendarmerie- Wachtmeister in Birkenwerder, mit Johanna Fink dahier. — Wilhelm Heuser, Samtäts-Unteroffizier dahter, mit Maria Meuser in Neuß. — 12. Wilhelin Georg Otto Leidig, Eisendreher in Lollar, mit Anna Stamm dahier. — Karl Schmidt, Oberkellner, mit Maria Margareta Hetsch, beide dahter. — 13. Franz Müller, Kürschner dahier, mit Barbara Henriette Kratts in Offenbach. — 15. Karl Eellarius, Hotelier in Schottert, mit Karoline Luise 9ioll dahier. — Albert Hatz, Erdarbeiter, mit Margarete Gnckelsberger, beide dahier. — Johann Philipp Nicolaus, Llrchitekt dahter, mit Martha Florine Kunz in Wiesbaden. — Hans Koettschau, Hauptmann uttd Kompagniechef, mit Mathilde Kempff, beide dahier. Eheschließungen. Aug. 10. Otto Diehl, Postbote, mit Margarete Gringel, beide dahier. — Dr. August Brüning, Privatdozettl für Chirurgie, mit Augusta Spengel, beide dahieL Gedkä Dürr, Läckiersr, hitt Lina Kehr, beide dahier. — Wilhelm Boeck, Oberlehrer, mit Katharine Trautmann, beide dahier. — 14. Philipp Weidemann, Großhcrzogl. Gerichtsassessor, mit Thekla Kümmich, beide dahier. Geborene. Aug. 4. Dem Spengler Wilhelm Mohr eine Tochter.—5. Dem Kaufmann Julius Berditx ein Sobn. — 6. Dem Kutscher Christian Krug eine Tochter, Anna Katharine Margarete. — 7. Dem Alaschitnsten Augttst Deist ein Sohn, Aitgitst Heinrich. — 8. Dem Weißbinder Heinrich Stühler ein Sohn, Erich. — 9. Dem Taglöhner Philipp Schtteider eine Tochter. — Dem Schuhmacher Wilhelm Masitr eine Tochter, Martha Ottilie. — 10. Dem Großherzogl. Kultiirtechniker Johann Karl Klopf eine Tochter, Emma Hedwig. — Dem Vizefeldwebel Wilhelm Luh ein Sohn, Walter. — Dem Eisendreher Karl Stratib eine Tochter, Margarete Johanna Wilhelmine Elise. — 11. Dem Betricbsbeamten Georg Schütz ein Sohn, Georg Hermann Otto Hans. — Denr Eisenhobler Albert Bill eilte Tochter, Emilie Alane Anna. — 14. Dem Korbmacher Heinrich Klein ein Sohn, Adam Heinrich Karl. Gestorbene. Aug. 10. August Heinrich Deiß, 2 Tage alt, Weserstr. 15. — Anton Reuter, Gastwirt, 46 Jahre alt, Sonnenstr. 13. — 11. Agnes Magdalette Eckert, 1 Jahr alt, Leihgesterner Weg 9. — 13. Marie Taschö, geb. Schäffer, 77 Jahre alt, Attcestr. 26. — Franz Peter Roth, Pottzeisekretär, 44 Jahre alt,Hiitter der Westanlage 9. — Sophie Brück, geb. Etiler, 7b Jahre all, Schlotzgasse 16. — Hermann Katz IV., Kanimann, 59 Jahre alt, Schillerstr. 19. — 14. Wilhelm Ulrich Vaubel, 2 Jahre alt, Bahtthoistr. 29. — Hermann Kottrad, 8 Alte, all, Rittergnsse 8. — 16. Georg Löber, Privatier, 50 Jahre alt, Mottkestr. 28. Grigrttal-Drahtmcidungen. sd. Darmstadt, 17. Aug. Das Großherzogspaar begibt sich am Montag vorlnitlag nach Mainz, nimmt im dortigen Schlosse Wohnung und wird am Dienstag früh der durch den Kaiser vorzunehntenden Truppenbesichtigung beiwohnen. (Auch tlnser Kaiser Wilhelm-Regiment wird voraussichtlich an der Truppenschau teilnehnten. Red.). sd. Darmstadt, 17. Aug. Der Fuhrmann Gölz ist hcttte nacht im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. (S. u. Stadt u. Land.) München, 17. Aug. Der bayrische Benedik- tiner-Orden hat mit Unterstützung des protestantischen Reich srates Fr ei Herrn von Cramer-Klett das dem Herzog Karl Theodor in Bayern gehörige, vor hundert Fahren durch die Säkularisation an das lönig.iche Haus gefallene große Schlotzgut Banz im oberfräntischen Maintal bei Staffelstein gepachtet. Der Orden wiro dorthin eine seiner oberbayrischen Studien- An st alten für Laienzöglinge verlegen. Haris, 17. Arig. Der Matin meldet als Casadlanecu General Drude hatte im französischen Konsulat eine Konferenz mit dem spanischen ^ruppen-Kommandanten. Es wurde vereinbart, daß die Spanier die Stellung außerhalb der Stadt einnehmen sollten, die ihnen bereits früher vom General Drude bezeichnet worden war. Der General betrachtet seine Position für uneinnehmbar, welche 8ln- griffe auch aus sie gerichtet werden mögen. .Ich besitze/ so sagte der General, „über 200 Mann Infanterie, 350 Mann Kavallerie, 4 Schnellseuergeschütze, eine Batterie von,,6 Gebirgsgeschützen, sowie 4 Marinegeschütze. Indessen gestatten mir diese Truppen nur, die Stadt zu verteidigen/ Paris, 17. Aug. Wie aus Tanger gemeldet wird, erwartet man jetzt sofort die Besetzung der Höhen bei Casablanca durch die neu angekommenen weittragenden Geschütze. General Drude ist entschlossen, die befestigten Orte energisch anzugreisen. Der Kreuzer „du Chay/ Hegt seit 48 Stunden vor Mogador. Flüchtlinge erzählen, daß die Besorgnisie vor dem Zauberer Ma-el-Ainin noch fortbauere. Vorläufig habe sich dieser mit Umgehung der Stadt Mogador zu dem befreundeten Anflus begeben. Betde zusammen sollen über einen persönlichen Anh ang von über zehntausend Bewaffneten gebieten. Weit mehr noch als in Mogador fürchtet man die vereinte Diacht dieser beiden geschworenen Feinde alles Europäertums in Fez.________ Schon seit beinahe 40 Jahren wird mit so großen Erfolgen von ersten Autoritäten und tamenden Aerzten das Neslle'sche Kindermehl angewandt, weil es stch bei Berdauungsstörungen aller Art am besten bewährt hat. Die von einem Kinderarzt verfaßte Broschüre: Dic Ptiege des Kindes, seine Ernährung und Aufziehung, ein Ratgeber für iimge Mütter, versendet gratis und franko Nestte'ö Kmoernwhl <9. m. u. H., Berlin 8. 42. Luckauerstr. 3. Bsto/6 | Darmstädter Möbelfabrik, Darmstadt | Heidelbergers tr. 129. B Pabrikationsbetrieb bedeutend, erweitert. — Neueste Holz- H trocknungsanlageu mit bewegter Luftzirkulation. Grösste existierende übersichtlich arrangierte I Ausstellung ca. 300 Zimmereinrichtungen, I in allen Preislagen. 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Großherzogliches Polizeiamt Gießen. __________________Herberg.___________________ WWcr McitSuchmiS Skjjeii. Gartenttratzc 2, Zimmer 2. Gs können eingestellt werden: 2 Bauschlosser, 1 Bauschlosser (auswärts), 1 Schmied (auswärts), 1 Maschinenschlosser, 1 Wagner, 1 Wagner (ausw.), 1 Glaser, 1 Glaser (auswärts), 2 Schreiner, 6 Schreiner sauswärts), 1 Tapezierer, 1 Anstreicher, 1 Bäcker (auswärts, 1 landwirtschastl. Arbeiter (ausw.), 1 Flickfrau, 5 Schuhmacher, 3 Installateure, 4 Laufsrauen, 2 Dienstmädchen, 3 Hausburschen, 24 Arbeiter, 2 Kutscher. Lehrlinge: 1 Mechaniker, 1 Glaser. Es iucyen Arbeit: BI7/8 1 landw. Arbeiter, 1 Maschinenschlosser, 1 Schreiner, 1 Friseur, 1 Schuhmacher, 1 Schneider, 5 Arbeiter, 1 Hausdiener, 1 Haushälterin, 1 Dienstmädchen, 6 Lauffrauen, 3 Haushurschen. Lehrlinge: 1 Mechaniker. ______________________________ MWer WsjnWMchwkis Achn. Garteutzratze 2, Zimmer 2. (Geschäftsstunden von 8—1 und von 3—6 Uhr.) Es sind zu vermieten: 1 Wohnung von 8 Zimmern, 1 Wohnung von 6 Zimmern, 4 Wohnungen von 5 Zimmern, 5 Wohnungen von 4 Zimmern, 4 Wohnungen von 3 Zimmern, 1 Wohnung von 3 Zimmern mit Laden, 1 Wohnung von 2 Zimmern, 1 Werkstatt, 3 möblierte Zimmer. Zu mieten gesucht: 40 Wohnungen von 1—7 Zimmern._____________________[B17/8 ArdeitsvergeLmng. Die Arbeiten und Lieferungen für die Entwässerungsanlage des Hauptsteueramtsgebärrdes zu Gießen mit Lagerhäusern und Dienerwohnung werden hiermit auf Grund des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 unter den hierzu berechtigten Unternehmern am Ort öffentlich ausgeschrieben. Die Angebotsunterlagen können auf unserem Ainte, Stephanstraße 18, eingejehen, Angebotssormulare dorther bezogen werden. Die Angebote sind mit entsprechender Aufschrift versehen, bis Mittwoch, den 21. August, vormittags 11 Uhr, dem Eröffnungtermin, bei uns emzureichen. Gießen, den 12. August 1907. Großherzogliches Hochbauamt Gießen. _________________________i. V. Heyer.______________________[B18/a VerdiuM von ZrmllMrbeiten. Für die Feldbereinigung Rodheim b. Huugen sollen die zur Ausführung der für den Herbst 1907 vorgesehenen Drainagen erforderlichen Graben- und Rohrvertegungö- arbeiten — 34400 in sowie das Anfahren der Nähren — 3500 Zentner —. Samstag, den 24. d. Mts., vorm. 10 Uhr auf dem Rath auje zu Rod he im durch öffentliches Ausgebot vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen auf Großh. Bürgermeisterei Rod heim zur Einsicht offen. Gießen, den 9. August 1907. Großh. Uulturinspettiou Gießen. I. V.: Wallet. Grummetgras-Versteigerung der Stadt Gießen. Samstag 24., Montag 26. und Dienstag 27. August 1907 soll das Grummetgras von den städtischen Wiesen meistbietend versteigert werden uno zwar: Samstag, 24. August nachmittags 4 Uhr an Ort und Stelle von der früher Pascoe'schen Wiese, an der Klinikstraße, bei der Kläranlage, bei der Aktienbrauerei und in der Stephanstnark, Montag, 26. Angust a) vormittags 9 Uhr bei dem Elektrizitätswerk von den Wiesen im SLeustädterfeld, b) „ 9‘/a „ an Ort u. Stelle von den Wieseckböschnngen, c) ff M/r „ in der Restauration v. Atelch. Schäfer Ww. in der Grünbergerstratze von den Wiesen im Heegstrauch und im Rußland, d) „ HVt n an Ort und Stelle vom Friedhof am Nahrungsberg, e) nachmittags 2 Uhr im Philosophenwald von den Wiesen am Fürstenbrunnen im Wiesecktal, von den Hospitalwiesen in der Gemarkung Wieseck, f) „ 5 „ an Ort und Stelle von den Wiesen in- der Schwarzbach, Dienstag, 27. August a) vormittags 9 Uhr an Ort und Stelle von den Ochsenwiesen, einer Hospitalwiese, von den Wiesen im Stolzenmorgen, Uters- brunnen und Altentisch, b) nachmittags 3 Uhr an Ort und Stelle von den Wiesen m der Gemarkung Rödgen, c) „ 3V2 „ an Ort und Stelle von den Wiesen in der Gemarkung Grotzen-Buseck. Dic Zusammenkunft ist am 24. August an der Eisenbahnbrücke im Zug der ztllniksiratze, am 26. Auguä bei dem Elektrizitätswerk und am 27. August bei den Ochsenwiesen. Die Grotzh. Bürgermeistereien der umliegenden Gemeinden werden ersucht, Vorstehendes in ihrer Gemeinde bekanntmachcn zu lassen. Gietzen, den 17. August 1907. Grotzherzoglichc Bürgermeisterei. F. V.: Eurschinann. B17/s Arbeitsvee^ebung. Die Weißbindcrarbeiten am Schulhause z,i Großen- Buseck veranschlagt zu 1158 Mk. 47 Pfg. sollen im Sub- inijsionslvege vergeben werden. Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum 21. August l. Js., nachmittags 2 Uhr auf Großh. Bürgermeisterei Großen-Buseck abzugebcn. Gießen, den 15. August 1907. Senßfelder Kreisstratzenmeifier. 5235 Drog. z. roten Kreuz, Balinhofstr. 51 Unerreicht in Güte und praktischer Verwendbarkeit ist ‘ ' ßßti.e Stets vorrätig in BW» §86^70 allen Flaschen- VWÜI ffrößen bei [C17/8 Aua. Noll, MAGGI Gestern abend wurde uns ein prächtiges Töchterchen geboren. A.lbert Wallenfels u. Frau Marie geb. Berg\ Giessen, den 17. August 1907. 5264 Weier LinibuMsclWsl. E. G. m. b. H. Freitag, den 30. August 1907, abends 9 Uhr in der Restauration Kaiserhos Außerordentl. Generalversammlung Tages-Ordnung: Ergänzungsivahl des Vorstandes. Gießen, den 17. August 1907. C1T/S Der Vorstand: Friedberger. Helfrich. Spöhrer’sche Höhere Baadeisschule CaiWs^Äd Pensionat. Institut I. Ranges für Handelswissenschaften. Sechsmouatliche Fachkurse. = Musterkontor (Prakt. Uebungskontor). = Sechsklassige Realschule mit kaufm. Unterricht und Vorbereitung für das EinJ.-Examen. Ausiünderkurse. Prospekte durch Direktor Weber. [hvto/8 Anfang 8. Okt. Emil Funcke,“ Miedenau 15 ZiieertfirtflfabriH g Grosses Lager fertiger Türen, Futter, Bekleidungen, Kehlleisten etc.) Restaurant zum Andres Sonnenstrasse Vorzügliches Mittagessen Abends nach der Karte Bekannt gute Zubereitung 5142 Kaltwasser (früher Hess.-Hof). Versteigerung. Montag, den 19. ds. Mts., nachrn. 33/< Uhr, sollen dahier Walltorstratze 6, Tarrnst. 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Angebote aus Vordruck, der daselbst erhältlich, und bis zum ge- ^EL??bltpunkt an uns einzureichen. - Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 16. August 1907. Städtisches Hochbauamt. . _____________Gerbet.__bi7/8 E3ara3$sagung. Für die in so liebevoller Weise uns entgegengebrachte Teilnahme bei dem Heimgange unserer unvergesslichen GRROWWDWMWKW ü. Lolli LL. Nacht. Telefon 322. Walltorstr. 5. empfiehlt: Nene Voüäeringe v. St. 6 P. „ marinirte Heringe St. 8 P. Neues Grnnkorn Pfund 40 Pfg. Neue Salz- u. Essiggurken 5272] Stück 5 Pfg. Neues Münchener Dclikatcst- Sauerkraut. Kriegtl-Lweii! WtzeiMMMg Zetert morgen den 18. August sein 34. Strftungsfest, verbunden mit der Gedächtnisfeier der ruhmreichen Schlacht bei Gravelotte, auf den Terrassen zwischen Watzenborn-Steinberg. Alle Kameraden und Gönner sind freundlichst eingeladen. 8357. Fünfziger. 1507. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, von dem am erfolgten Ableben unseres Altersgenossen, ergebenst Kenntnis zu geben. Die Beerdigung erfolgt 18-,August, nachm. 41/, Uhr aus dem neuen Friedhof. Wir bitten um zahlreiche Beteiligung an der Beerdigung. 5238 Der Vorstand. Wm-Nklkaus. Jobs. Breunig & Co. t48»7 Weingutsbesitzer, empfehlen: Weisswein per Ltr. 60 Pfg. „ „ FL 50 „ Kotwein per Liter 80 Pfg. „ „ FL 70 „ Karl Jekel, Giessen Marburger Straste 25. _______________________________Der Vorstand. ArbeitsvergeLmng. Die zur Unterhaltung des Forsthauses Hochwart nötige Schreiner- bczw. Zimmerarbeit Samstag den 24. August d. I., vormittags 11 Ubr, öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen zur Einsicht bei uns offen. Angebote aus Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum ge- nannten Zeitpunkt an uns einzureichen - Zufchlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 16. August 1907. Städtisches Hochbauamt. __________________ Gerbet. I^orridols.! Waffen, Munition und Fagd- geräte. Neuheit Hühnerdrachen, Lermos - Trinkflaschen vollitänd. wasserd., Jagd-Eapes 280 Gramm schwer. 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Das Promenade - Konzert findet am Kriegerdenkmal statt. diii Einladung des Herrn Obersten zu einem Vortrag bei Herrn Maiors Mohr über die Schlacht am 18. August 1870 im Offiölerkauno. ____________________________ I. A.: Bausch._________ Achtung l Achtung l Lonys-Bierkeller Sonntag, den 18. August to914 Tanzmusik bei staut oder LUeillgung K Grösste Vorsicht! nJirklkb reelle Angebote VirkSuflfchtr hiesiger u.au$wärtigcr6e$cbäfte, öewerbe* Ee/riebe, Zln$-,6e$cbäft$., yabrikflrnnd- siHcke, 6äter, Villen etc. und Ceilbaber- gcsi'.che jeder Art finden Sie in meiner rel'hballigen Offertenliste, die jedermann bei näherer Angabe des Wunsche* voll- kommen kostenlos zusende Bin kel* Egeut, nehme von keiner Seite Provision. €. Hemmen Guterh. Küchen sehr. sow. Kmher- bettst. z. vt. Ebelitr. 13, p. 105926 Aütüj!lu»tkk, tzol», Silber, 6ilru uni) WclaHe ganze Einrichtungen: wie gebrauchte Betteu u. 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Der regelmätzige Uebungsabend findet von letzt ab Dienstaas, abends V$9 Uhr, im Vereinöloral zum „Postkeller" statt und bitten wir um zahlreichen Besuch. Interessenten machen wir darauf aufmerksam, daff anfangs Sept, ein neuer Unterrichtsknrius beginnt. ID17/» ____________Der Vorstand. Gesang-Beredt Heiterkeit Rheiutour. Abfahrt Sonntag, ntorgens 4,59 Uhr, nach Koblenz. lv‘Va