iHaferM! Donnerstag, 14 März 1907 157. Jahrgang Nr. 62 Erscheint Niglich mit Ausnahme deZ Sonntags. General-Anzeiger für Vderheffen TU „Eiktznier LamiNendlätter" werden dem Anzeiger^ Dtermal möchenllich beigclegt, daS Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wachet auch. Ter..hessisch« Landwirt" erscheint monaUich einmal. 8lof6E|uai4 - Buch- und StetnCtudeieu St. Lange, Dietzen. Redaktion, Txveditton und Druckerei: Schul- (trage 7. Erveditton und Verlag: DL 9UoaItU)iL€^sll2. Lel.-Adr^2lnzelgerDreßen. oder ob der Beschluß im Reichstage dahin geht, daß solche Diäten jetzt schon bewilligt werden sollten. Ist letzteres der Fall, so kann ich nur sagen: dieser Beschluß liegt dem BundcSrai vor. dieser hat aber bcyu noch leine Stellung genommen. Dbg. Tr. Vareuborst Herr Stadthagen hat für seine Behauptungen keine Beweise erbracht Tire Justiz, die eS jedem recht macht, kann eZ nichi geben. Ganz falsch ist die Behauptung, datz Handwerker und Landwirte nichi Schössen und Geschworene würden. Auf dem Lande werden ne ausschließlich auS den Kreisen der Landwirte und Handwerker entnommen. In Berlin, daS Herr Stadthagen allem ZU kennen scheint, ist daS allerdings nicht möglich. Meine Freunde freuen sich, daß die Reform in Kloß ist und hoffen, daß sie nicht ad calendas oraecas vertagt wird. Dir legen den «roßten Wert auf die Einführung der Berufung und auf die großen schossen- gerichte. Ferner wünschen wir aus historischen, wirtschaftlichen und politischen Gründen eine Beibehaltung der kleinen Landgerichte. Wenn man den kleinen Staaten ihre Landgerichte nehmen wollte, so wäre das ein Eingriff in die Justizhoheit der kleinen Staaten. Tarin stimme ick den Rednern der Lmlen bei, daß die Politik nicht in den Gerichtssaal gehört. Dbg. Dr. von MieczkowSki (VoTe) führt aus, daß seine Partei auch für die Einführung der De« rufung sei. TaS Vertrauen, daS die Rechte den preuhisa'cn Richtern zubillige, könnten die Polen ihnen nicht schenken. In politischen Prozeßen, namentlich den Polen gegenüber, hatten sie sich sehr parteiisch gezeigt. Ein Richter, der dem Ostmarkenverem angehöre, urteile nicht objektiv, sondern als politischer Parteigänger. Die Richter sollten doch alles vermeiden, waS einen Schatten auf ihre Integrität werfen könnte. (Sehr wahr! bet den Polen.) Manche Urteilsbegründungen lesen sich fast so wie hakatistische Leitartikel. Sehr ost komme eS vor, daß Richter irrtümlich annehmen, bet geuge sei der deutschen Sprache mächtig. Hieraus resultierten die zahlreichen Ungebührstrafen, weil Zeugen nickst in deutscher Sprache antworten. Solche Strafen sollten an- diesem Anlaß überhaupt nicht verhängt werden. Abg. Roth (wirtsch. Vgg.) 65H S für notwendig, daß da» Laienelement auch zu den Strafkammern herangezogen werde. Der BerusSrichter könne nicht so wie der Laie die Gesichtspuntte des praktischen LebenS beurteilen, er komme auch durch Sie Gewohnheit leicht zu einer schablonenmäßigen Behandlung der einzelnen Fälle. Die hinreichende ,ahl von geeigneten Laien werde sich gewiß finden lasten, wenn man ihnen Diäten gewähre. Notwendig sei auch die Einführung der Berufung gegen die Strafkammerurteile; bei der Militärverwaltung habe man sie ja auch und sie habe sich dort gut bewährt. Viel zu starker Gebrauch werde von dem Beweismittel der Vereidigung und auch von dem Ausschluß der Öffentlichkeit gemacht. Wo dieser Ausschluß aber wirklich von Interesse sei, z. B. bei der Gefährdung von GeschäftSgeheimnisten, da erfolge er nicht. Die Verhängung der Untersuchungshast sollte viel mehr einge* schränkt werden. ES sei zu wünschen, daß Wit von der Regierung bald Taten sehen und einen der modernen Entwicklung entsprechenden Entwurf erhalten. (Beifall.) Der Vorredner hat bemängelt, daß ich über die Frage der Strafprozeßordnung nicht gesprochen Hobe. Das liegt an oct Form der Interpellationen. Ich habe über die Punkte, die die Interpellanten dem Hause schriftlich mitgeteilt haben, klar und ausführlich onch ausgesprochen. Meine Aufgabe bestand lediglich barm, hohen Hause die Sicherhest zu verschaffen, daß die verbün- dewn Regierungen in der Tat dabei sind, die Sttafprozeßreform in ernsthafter Weise durchzuführen. Ich würde glauben, auch den Rahmen der Interpellation zu überschreiten, wenn ich die wichtigen Fragen hier erörtern wellte, die der Abg. Dr. Müller- Meiningen am Schluß ;einer Ausführungen erwähnt hat. Ich träte auch garnicht legitimiert, im Namen der verbündeten Regierungen mich darüber auszulasten. Ich beschränke mich daher nur auf einige Fragen, deren Nichtbeantwortung vielleicht zu Mißdeutungen Anlaß geben könnte. Zunächst hat der Herr Vorredner der Besorgnis Ausdruck gegeben, als könnte eS ,ich darum handeln, die Schwurgerichte nicht in der Gestalt zu erhalten, wie wir sie jetzt haben. Ich kann ihn in dieser Hinsicht beruhigen. Tie Absicht der preußischen Regierung geht dahin, daß daS Schwurgericht ganz in derselben Art zusammengesetzt sein soll wie bisher, und daß die Schuldirage nach wie vor den Geschworenen überlasten bleiben soll. Der Herr Wg. Dr. Müller- Meiningen hat auch meine Ausführungen über die Gerichtsverfassung nicht ganz recht aufgefaßt. Was wir un Schoß des ReichS- ju'tizqmtes vorbereitet, welche Wuniche wir beruckfichtigt haben und welche Vorschläge wir beabsichtigen, vorzulegen, darüber kann ich Ihnen natürlich jetzt keine Auskunft geben, doch glaube ich, daß daraus kein nachteiliger Schlutz für die Regierungen gezogen werden darf. , Tie Fragen der Voruntersuchung, deS ZeugniSzwangeS für 4 Jahre in Untersuchungshaft sitzt, dann zu 800 Mk Geldstrafe verurteilt wird und die Kosten 60 000 Mk. betragen? In dem Hausler- Prozeh hat der Verteidiger eine ganz vernichtende Anklagerede gegen daS Vorverfahren gehalten, und durchaus zutreffend. Tie großen Polizeiprozeste in BreSlau und in3bcjonbcre m Hamburg zeigen, daß unsere Voruntersuchung oft nicht die Fähig-' hat. Die wirklichen Verbrecher zur Verantwortung zu bringen. Dann hat der Staatssekretär nicht gesprochen über die Be- seitigung des ZeugniSzwangS gegenüber Redakteuren. ES tonte ein nobile officium für den Reichskanzler sein, hier endlich einmal die Preste so einzusckiähen, wie er sie ja auch sonst durch eine klug« Benutzung — was kein Vorwurf für ihn sein soll — zu würdigen versteht. Dringend nötig ist auch eine gründliche Reform deS Eides- Wesens. Der GewistenSzwang der Dist'denten sollte doch möglichst rasch fallen. Gegen solche Verunglimpfungen, wie sie in dem Sim- plizistimuS-Prozeß der Staatsanwalt gegen Professor Forell sich erlaubte» müßte ein ehrlicher Mann ui Zukunft unter allen Umständen gesichert sein. (Sehr wahr!) Dringend nötig ist weiter eine Reform der Untersuchungshaft und der Beschlagnahme. Wir haben eine HabeaS-CorvuS. Akte äußert notwendig, wonach nur auf Grund einer Iontrabihort- schen Verhandlung die Verhängung der Untersuchungshaft zulässig ist, womöglich nur unter Zuziehung eines Verteidigers. Auch die Immunitalsfrage der ReichStagSabgeordneten gehört hierher. E« darf nicht mehr Vorkommen, daß ein einzelner Abgeordneter daS Parlament in einer derartigen Weise wiederholt bloßstellen kann, wie daS leider in der letzten Zeit mehrfach geschehen ist. (Hort! Hört!) WaS die Frage der Richterkolleaien und deS Einzelrichter- anlangt, so liegt sie doch auf einem anderen Gebiet, als von dem au8 man sie zumeist behandelt. Ter englische Richter steht viel mehr im praktischen Leben a!5 der deutsche. (Lebhafte Zustimmung.! Tas ist die Hauptfrage. DaS HerauSwachsen auS der Praxis, die ganze Einrichtung der englischen Anwaltschaft bedingt eine völlig andere Zusammensetzung der Richter. Dieses HerauSwachsen aus der Praxis, die geradezu bewundernswerte Biegsamkeit und Schmiegsamkeit des englischen Rechts, daS in einer überraschenden Weise zum Deltrecht geworden ist, die große schöpferische »rast, Vie konstitutive Kraft der Tätigkeit deS englischen Richter- ist daS Bemerkenswerte in dem englischen Rechtsleben. Aber Herr Adickes irrt, wenn er den Jnstanzenzug m Strafsachen vermindern will. Gerade di« englische PrariS will ja fetzt damit brechen und sich dem deutschen System nähern. Auch hier ist der verdacht Der DiSparität bei der preußischen Regierung. Denn.ich den Staatssekretär richtig verstanden habe, sollen die süddeuftchen Staaten Die Berufung an die OberlandcSgerichte anschließen können. DaS 'st ja ein kleiner Lichtblick für un-, aber die Berufung an dasselbe Gericht, die für Preußen gelten würde, wäre geradezu unheilvoll. Ich will mir den Ausdruck nicht aneignen: eine .Krähe hackt der arideren nicht die Augen auS, aber eS läßt sich nicht leugnen, daß eine solche Verhandlung beim gleichen Gericht nicht dasselbe Ver» trauen hat, wie wenn di« Berufung bei einem übergeordneten ®e- rlchtShof stattfindet. (Sehr richtig! links.) Ein abgespannter, etn abgehetzter, nervöser Richter tonn daS Volk mit seiner Judikatur nicht befriedigen; er wird verbittert, einseitig, weltfremd werden. Deshalb müssen wir unbedingt darauf bestehen, daß daS HrlsS- richtertum, wie cs in Preußen leider GotteS tm Uebermaß besteht, beseitigt wird. (Zustimmung.) Wir brauchen vor allem eine genügende Anzahl ordentlicher Richter in Preußen. Dann wird die RechtSanwendung wieder größere- Vertrauen haben. (Beifall.) Der Reichskanzler bat populäre Reformen m Aussicht gestellt. Hier hat er ein reiches Gebiet. Aber die Reform Der Strafprozeß, prbnung und der Gerichtsverfassung allein kann unter leinen Umständen genügen. Die größte Aufgabe, die wir in kriminal-politischer Beziehung zu lösen haben, ist die, wie wir unsere Jugend vor allem vor krimineller Ansteckung bewahren; sie steht in erster Lime, und da tauchen die Forderungen des ReicbssttafvollzugSgesetzeS und der bedingten Verurteilung immer wieder auf. Leider sind wir auch da auf recht kleinliche Einwendungen gestoßen und keinen Schritt weitergekommen. (Sehr wahr!) Unser Strafvollzug ist die Wurzel des UebclS. Statt sittliche Keime in dem Verbrecher zu schützen, vernichtet er diese Keime sehr häufig. Hoffentlich gelingt eß dem Reichskanzler und dem Staatssekretär wenigstens, einen Teil dieser großen Arbeit in absehbarer Zeit in einem Sinne zu lösen, daß auch die liberalen Parteien, in deren Namen ich gesprochen habe, dem betreffenden Gesetzentwurf freudig chre Zustimmung geben können. (Lebhafter Beifall.) Staatssekretär Dr. Nicberbing: Parlamentarische Verhandlungen. Nachdruck ohne Vereinbarung nicht gestattet. Deutscher Reichstag. 17. Sitzung vom 18. März 1 Uhr. Am BundeSratSiisch: Dr. Schulz u. a. Auf der Tagesordnung steht zunächst bte erste Beratung d-S . am 19. September 1906 in Bern abgeschlossenen -wetten Zusatz- übercinlommend zum Internationalen II c b e r e t n * 1 o m m e n über den E i f e nb a h n f ra ch t ve r! e h r vom 14. Oktober 1890. Präsident deS ReichScisenbahnamteS Dr. Schulz: Die internationalen Uebcreinkommen betreffen den Eisenbahn ftachtverkebr. DaS seit dem 1. Januar 1893 in Wirksamkeit stehende hat für wichtige Zweige deS mtcrnahonalcn Verkehrs ein im wesentlichen auf einheitlicher Grundlage beruhendes Rechl geschaffen. Nachdem auch Dänemark und Rumänien sich auf den Boden diese- UcbereinkommcnS gestellt haben, gilt eS nunmehr für alle europäischen Staaten. ES ist uns gelungen, unseren An. trägen, mit wenigen Ausnahmen, Geltung zu verichaffen. Nur fn einem Punkt haben wir unsere Ansicht nicht durchdrucken rönnen. Wir verlangten, daß dem Absender das Recht zustehen sollte, die Zollbehandlung unterwegs selbst vorzunehmen ober durch Mittelspersonen vornehmen zu lassen. Dieser Antrag wurde in der zweiten Konferenz mit noch größerer Mehrheit als ht der ersten, nämlich nur gegen die Stimmen von Deutschland und Oesterreich-Ungarn abgelehnt. Im übrigen ist bet deutsche Handel heute nicht mehr in Der Weife an der Sache interessiert wie früher. Ich möckste dann noch mltteilen, daß für die Beamten ein Eben 25 000 Mark durch dieses Zusatzübereinkommen ge- n worden ist, au5 dem sie im Falle von Erkrankung Ent- jungen erhalten. Für Deutschland erwächst hieraus eine einmalige Mehrausgabe von 6400 Marl. Ich empfehle Me Bor- tage zur Annahme, Abg. Stelle (^og.)' die hi bet Vorlage gebotenen VerkehrSerleschterungen noch picht für ausreichend. Damit schließt die erste Beratung, worauf bet Gesetzentwurf tn zweiter Lesung sofort unverändert angenommen wird. DaS SauS setzt bann die Beratung der Interpellationen Graf Hompesch (Zentrum) imd Dasfermanu ((natL). über die E t r a f p r o z e ß r e f o r m fort Abg. Dr. Müller-Meiningen (freif. Dpt ): Ich nehme an. eS war keine Absicht vom Staatssekretär, baß tt lediglich auf die Ausführungen deS ersten Interpellanten ant- wortele, dagegen die in mancher Hinsicht interessanten Ausführungen deS zweiten mit keinem Worte erwähnt hat. Er hat heb nämlich nur auf die JnterpellationSfrage beschränkt, aber lein Wort von der Reform selbst gesprochen. Wir sind alle überzeugt — Herrn Stadthagen nehme ich selbstverständlich auS —, daß bet Reichskanzler die Reform ernst nimmt. $cb glaube mich, daß der Staatssekretär finanzielle HinderungSgrünoe nicht für vorliegend hält, aber wir haben nach wie vor den Verdacht, daß. die großen Schwierigkeiten hier im Kastanienwäldchen zu finden sind. (Seht wahr! links.) Wit entnehmen baS daraus, daß Preußen bisher noch immer nicht mit feinem HilfSrickstcrunwesen gebrochen hat Wir freuen im« über die Aufrechterhaltung der Schwurgerichte, die unS gestern neuerdings versprochen ist, aber wir hoffen, daß eS keine Schein schwurgerichte sind. Wir haben gehört, daß man eine Zusammenwerfung von Laien und BerufS- richtem in diesen Schwurgerichten will; daS würden nur nominell Schwurgerichte sein. Herr Heinze nahm an, daß die Aburteilung der Prehdclitte durch Schwurgerichte für Norddciitschland endgültig abgetan fet Ich weiß nicht, worauf er diese Annahme stützt Ich entfinne mich wohl einer Aeußerung des Staatssekretärs, aber nicht, daß er eine bindende Erklärung im Namen der verbündeten Negierungen abgegeben hätte. ES wäre doch eine traurige Sache, es wäre geradezu eine capitis diminutiv, wenn die norddeuftcken Staaten als noch nicht reif für etwas erklärt würden, das bei uns in Suddeutschland die Sympathie aller Kreise, auch der Regierungen sich errungen hat. (Lebhafte Zustimmung links.) Die bayerische Regierung hat erst vor kurzem erklärt, daß sie trotz der auffallenden Treibereien eines Teils der ZentrumSpresse wegen einiger unbequemen Freisprechungen an dieser politisch wichtigen Norm nach wie vor festhalte. Wir würden zweierlei Recht grabe auf einem so wichtigen Gebiete be- halten. Ich richte hier einen dringenden Appell an den Reichskanzler. Der Staatssekretär sagte, di- Umfrage deS preußischen Ministers habe ergeben, daß eine genügend- Auswahl von Schöffen für die Besetzung der Strafkammern nicht vorhanden fei. Es wäre sehr interessant, die Grundsätze zu erfahren, narn denen die Auswahl in Preußen erfolgt ist und zu erfahren, ob die Resultate in den anderen deutschen Bundesstaaten auch so un- 0 waren, wie in Preußen. Leider hat man nämlich tn •n nichts von Ministerialerlassen gehört über eine größere Heranziehung von Arbeitern, kleineren Handloerkem und Gewerbetreibenden, wie es m verschiedenen anderen deutfchen Bundesstaaten in der letzten Zeit der Fall gewesen ist. Ich meine, wenn sogar das Königreich Sachsen hier liberale Anschauungen vertritt, dann könnte auch Preußen nachfolgen. Mit großer Hartnäckigkeit hat sich der StoatSiekrc:t über bie Frage der Tiäten an Geschworene^ und schössen ausge- fchwiegen, er, der doch sonst so liebenswürdig auf alle Anregungen auS dem Hause antwortet. Im vorigen Jahre haben wir fast einstimmig einen Beschluß gefaßt, wonach aus Landesmitteln den Geschworenen und Schöffen Siätcn gegeben werden sollen; nut großer Mehrheit sind in einer Reihe von Bundesstaaten die gleichen Beschlüsse gefaßt worden, und die betreffenden Ministerien Haber sich sympathisch geäußert. Man erwartete allgemein ein rasches Vorgehen — und der Staatssekretär schweigt. Nur mit Diälen ist eine richtige Zusammensetzung der Geschwore- nenb aufe und Schöffengerichte zu erreichen. (Zustimmung.) Nur fo. ist die Intelligenz und auch die moralische Befähigung der unbemittelteren Klassen heranzuzichen, und nur so la1™ 6or allen Dingen der plmokratische Zug beseitigt werden. (Lebhafte Abg. Dove (freif. Vgg.) Gebauert, daß bie allgemein als dringlich erkannte Strafprozeßreform so langsam vorwärts schreitet. Die Hindcrungsgründe liegen nicht beim Reichsjustizamt. Die Schwurgerichte mühten erhalten bleiben, das Verfahren bedürfe aber in manchen Punkten der Abänderung Auf die gegen die Schwurgerichte sich wendenden Beschlüsse der kriminalistischen Vereinigung sei nicht allzuviel zu geben; solche Beschlüsse hangen zu sehr von Zufallsmomenten, ab. Die Schrift deS Oberbürgermeister- Adickes betrachte auch er für eine hochverdienstliche Tat. Trotzdem erkläre sie nicht die gegenwärtige Verzögerung, Wenn der Staatssekretär im bisherigen Tempo Wetter erwäge, dann könnte er sich schließlich mit Dem Abg. Stadthagen vereinigen, der eine gründliche Reform des Strafprozesses auf dem Boden der jetzigen Gesellschaftsordnung überhaupt nicht für möglich hält. Tann käme man also zu Dem Resultat: erst eine neue GeiellschafiS- orbnung, dann eine neue Strafprozeßordnung. (Heiterkeit.) Tw Zeit des Hause- könnte besser als durch die Besprechung von Inter- pellationen auSgenützt werden, wenn wir tonlrcte Vorlagen bekamen. Vor allem halten auch wir die Reform des Vorverfahrens für dringend notwendig. Hier handelt eS sich um Beseitigung von 'Resten des mittelalterlichen JnquisitionSverfahrenS. Wir bitten, uns baldigst mit einer Vorlage zu kommen, die dem modernen Geiste Rechnung trägt. (Beifall.) Wg. Werner (Dntt's.) fordert auch, daß in der Behandlung dieser wichtigen Materie, ao der daS ganze deutsche Voll interessiert sei, ein schnelleres Tempo eingeschlaaen werde. Auch er halte es für unbedingt notwendig, daß Schöffen und Geschworene Entschädigung bekommen. Emer Reform bedürfe auch die Polizeiaufsicht über entlassene Strafgefangene. Das beweise schlagend der Fall des sog. Hauplmann- von Köpenick, in dessen Verherrlichung übrigens die Presse viel gesündigt habe. Vor allem müßte der Voreid wieder durch den Nach, eib ersetzt werden. Tie zu beeidigenden Aussagepunkte müßicn erst sorgfältig protokolliert werden, ehe sie beschworen werden. Tw Zahl der Merm:____.-.-esse wurde bann ganz wesentlich abnehmen. Endlich werde sich auch eine Reform der Zivilprozeßordnung nicht langer aufjchieben lassen. Dbg. Storz (Deutsche Bp.)' hält bie Kosten des Privalklagcverfahrens für zu hoch. Sur scicn höher, als die Kosten De5 Slrafoerfahrens. Es komme vor, Dap Privatklagen nur zu Dem Zweck angestrengt werden, um bem Gegner groß« Kosten zu machen. Es mutzte infolgedessen nach Art bes B. G B. auch in das Strafgesetzbuch ein Smitoneparagraph eingeführt werden. Auch er beöaurc es, datz Beschuldigte vielfach m Untersuchungshaft genommen wurden, auch wenn es sachlich nicht gerechtfertigt sei. „ w , Hierauf wird vorn Dbg. v. Narmann (Ions.) etn Antrag auf Schluß der Debatte e-.ngereicht. Tie Abstimmung über diesen Antrag bleibt zweifelhaft, es muß Auszählung (Ham« melsprung) stattfinden. Diese ergibt, daß 121 Abgeordnete für, 133 gegen Den Antrag waren. Ter Antrag auf Schluß Der Debatte ist also abgelehnt. Tas Resultat der Abstimmung wird vom Zentrum und den Sozialdemokraten mit großer Heiter- kett, die sich gar nicht legen will, begrüßt, da die Blockparteien dabei überstimmt wordeu find. Unter allgemeinem Hallo nimmt hierauf das Wort Mcher SchnA 'den Namen AUo- Ml erbeten an M Kail schen öZ Hörens -1907. * tfÄ !»• KMltube r >n derUu --rSf st*« fM empfohlen. durch Plakeli Dbg. Stadtbag en (So-.), mit schallender Heiterkeit und minutenlanger Unruhe'begrüßt, kritisiert nochmal? die Erklärungen des Staatssekretärs und polemisiert gegen den Abg. Varenhorst. Abg. Heckscher (Freisg. Vgg.) glaubt, es wäre die Aulgabe des Neichsjuslizamtes und der Einzelslaaten von jetzt ab dafür zu sorgen, daß den Bestimmungen des Gerichtsversasiungsgesehes genügt werde. In dem Kerichtsverfassungsgesetz und den Motiven dazu wird kein Mort gesagt, daß die Arbeiter und Minderbemittelten von den Schöffen und Geschworenenämtern auszuschließen seien. Daß die Arbeiter die Kosten des Amtes nicht tragen könnten, sei durchaus richtig. Sie wären stolz, wenn ihnen diese Funktionen übertragen würden. Staatssekretär Dr. Nieder ding erklärt: In dem Gesetz werde die Heranziehung von Arbeitern zu Schöffen und Geschworenen nicht gefordert, sondern nur zugelassen. Tie Zurücksetzung des Arbeiterstandes hinter den anderen Bevölkerungskreisen sei nicht beabsichtigt, die Frage der Vorbildung spreche auch in dieser Angelegenheit mit. Aba. H e ck s ch e r glaubt, unter den Millionen von Arbeitern würden sich genügend Personen finden, die dieses Amt einnehmen. Es bandelt sich nicht tun die Frage der Jultizresorm, sondern um die Anwendung der Gesetze. Redner fragt sodann, wie es komme, daß Bayern ein Reskript erließ, wonach die Arbeiter herangezogen werden sollen, wenn eine derartige Bestimmung schon existierte. Abg. Wagner (Kons.) bemerkt: In Sachsen, z. B. in Dresden, würden vielfach Arbeiter herangezogen. Abg. Günther (Freis. Vp.) meint dagegen, daß außer in Dresden auch in Sachsen höchst selten Arbeiter herangezogen würden. Abg. Singer (Soz.) stellt lest, daß überall, wo Sozialdemokraten berufen würden, die ganze Welt voll des Lobes über ihre Objektivität sei. Protestieren müsse er dagegen, daß die neue Mehrheit hier wiederholt versuchte, die Ehre der Arberterkreise herabzusehen. Abg. Wagner (Kons.) führt aus, die Sozialdemokraten seien nicht die Verteter der deutschen Arbeiter. Singer sei etwas ganz anderes als ein Arbeiter. Seine Partei wolle auch zukünftig den wirtschaftlich Schwachen Schuh angedeihen lassen. Abg. Tr. Müller- Meiningen (Freis. Vp.) protestiert heftig gegen die Ausführung Singers, daß die neue Mehrheit die deutsche Arbeiterschaft beleidigt habe. Seine Partei vertrete mindestens ebenso gut oder besser die Interessen der Arbeiter als er, Singer. Seine Partei besitze doch wenigstens die Gerechtigkeit, auch die Sozialdemokraten zu der deutschen Arbeiterschaft zu zählen, während Singer glaubt, daß die Sozialdemokratie alle deutschen Arbeiter vertrete. Eine solche Zusammenschweißung von Sozialdemokratie und Arbeiterschaft weise er itamens hunderttausenden von Arbeitern zurück. (Lebhafter Beifall rechts und links.) Wenn die Sozialdemokratie in dieser Weise wie Singer uns vollkommen unmotiviert angreikt, so weise er dies einfach als Verleumdung zurück. (Lebhafter Beifall.) Abg. Stadthagen (Soz.) konstatiert, daß die bürgerlichen Parteien es waren, die die Anträge der Sozialdemokraten au? Ein- sührung der Diäten für Schöffen und Geschworene abgclehnt hätten. Abg. K r e t h (Kons.) führt aus, es wäre eine Beleidigung des sächsischen Richterstandes, wenn er ihn gegen die Verunglimpfungen der Sozialdentokratie in Schutz nehmen wollte. Redner protestiert ferner dagegen, daß die Sozialdeinokraten sich wie im Wahlkampfe als Vertreter der deutschen Arbeiter aufspielen. Abg. Junck (Nall.) legt zur Steuer der Wahrheit dar, daß die Arbeiter in Sachsen sich als Geschworene und Schöffen sehr gut geeignet hätten. Nach weiterer unwesentlicher Debatte wird die Besprechung geschloffen. Morgen: Rest der heutigen Tagesordnung; Reichsinvalidenfonds. parlamcitfarifdyes» — Dem Herrenhause ging ein Eiitwur? des Gesetzes betreffend die Erweiterung des Stadtkreises Hanau zu. — Tie Budgetkommission des Reichstages verhandelte heute über das Etatnotgesetz tuib bewilligte die darin enthaltenen Forderungen für die Miliiärverwaltung, u. a. die für stragetische Bahnbauten a.igeforderleii Mittel von insgesamt 10 396 800 Mk., für eine Kaseriie in Mainz 25 0 0 00 Ai k. Bei „Titel" Truppenübungsplatz in Köiiigsbrück fragte Gras Oriol a ob nicht in der Gegend von Hanau ein Truppenübungsplatz geschaffen werden könne. Der Mangel eines solchen schädige die dortige Gegend recht fühlbar. Der ermordete bulgarische Ministerpräsident Petkow war 1858 in einem Dorfe in der Dobrudscha geboren. Mit Schulbildung kaum belastet, ging er 17jahrig nach Rußland, um auf Wunsch seines Vaters K a u fni a n n zu werden. Aber bald zogen ihn die bulgarischen Verschwörer, die damals mit aller Macht an den Vorbereitungen für einen Aufstand ihrer Heimat gegen die osmanische Herrschaft arbeiteten, in ihre Reihen, und beim Beginn des russisch-türkischen Krieges gehörte er zu den ersten Freiwilligen, die sich zum Dienst in den von Rußland ausgestellten bulgarischen Druschinen meldeten. Mit diesen Truppen focht er tapfer bei Gurkos Uebergang über den Balkan und büßte auf dem Schipka die linke Hand ein. Später huldigte Petkow noch sozialistisch-nihilistischen Anschauungen, und seine Wühlarbeit gegen Alexander von Battenberg brachten ihm Gefängnisstrafen. Aber allmählich arbeitete er sich zu ruhigeren Ansichten durch und trat Stambulow nahe. So klomm Dimitri Petkow die Stufen der politischen Laufbahn empor. Er wurde Bürgermeister von Sofia und leistete außerordentliches für die Entwickelung der Stadt. Aus dem schmutzigen, verwahrlosten, fast dorfähnlichen Gemeinwesen der Türkenzeit wurde allmählich eine den westeuropäischen ähnliche Siedelung, allerdings mit schwerer Verschuldung der kommunalen Finanzen. Rücksichtslose Tatkraft drückte sich schon in Petlows ganzem Aeußern, in der untersetzten Figur aus mit den breiten Schultern, auf denen ein runder Kopf saß, dessen Augenstellung und dünner Kinnbart ihn: etwas Mongolisches gaben. Der Sturz Stam- bulows, dessen Bautenininifter und Kammerpräsident er eine Zeitlang gewesen war, riß auch Petkow aus der Regierung in die Opposition. Sein Kampf gegen Rußland wurde mit wilder Leidenschaft geführt und verfeindete ihn mit den Panslawisten. Er wollte Bulgarien frei von jeder äußeren Beeinflussung sehen und glaubte wie Stambulow, die großen nationalen Ziele am besten zu erreichen, wenn man suche, sich mit der Türkei auf gutem Fuß zu stellen und für die friedliche, aber erfolgreiche Arbeit in Schule und Kirche die nötigen Vorbedingungen zu schaffen. Den Geheimgesellschaften konnte er schon deshalb kein Freund sein, und seit mazedonische Handschare Stambulows Lebensfaden durchschnitten hatten, war Petkow noch erbitterter gegen diese Elemente gesinnt, die ein Staat im Staate fein wollten. Erft 1903 kamen die Stambulowiften wieder an das Ruder, in dem Kabinett Petrow wurde er Minister des Innern und zeigte bald, daß ihn die furchtlose Tatkraft nicht verlassen hatte, die ihm eigen gewesen war, als er fast zehn Jahre vorher unter den Drohungen einer wütenden Menge, ohne Schutz der Polizei unbedeutenden Nachfolgern den Platz hatte räumen müssen und später bei den scheußlichen Auftritten, die Stambulows Beerdigung schändeten, bent rasenden Pöbel Trotz bot Doch der unerschrockene Kämpe mit den starken Rednerlungen und spitzer Zunge wurde allmählich ein ruhiger und besonnener Staatsmann. Mit gleicher Energie wie früher setzte er seinen Willen durch, wenn es galt; nur die Formen waren allmählich denen der zivilisierten Welt niehr angepaßt. Auf die Dauer konnte Petkow sich mit bem Ministerpräsidenten Petrow nicht verständigen. Er hatte sich das volle Vertrauen des Fürsten Ferdinand gewonnen und war der berufene Mann für die Leitung des Ministeriums, als der unruhige General int November 1906 zurücktrar Daß er den Gesandten in Petersburg, Stantschiow, zum Minister des Aeußern nahm, bewies seinen Wunsch, zu Rußland - Beziehungen zu unterhalten, und auch mit der Pforte wußte er eine Besterung der Verhältnisse anzubahnen. Es ist ein fc lchimes Verhängnis für Bulgarien, baß seine besten Männer durch Meuchelmord fallen. Auch in Petkow verliert Bulgarien einen seiner hervorragendsten.Söhne. Aus Stadt und Land. Gießen, den 14. März. *• Der Großherzog a ( 3 Jagdpächter. Die Gemeinde Berkach im Nied hatte ihre 280 Hektar große, zu M. 500 gewertete Gemeindejagd, seit Jahren von der Hofjagdverwaltnng gepachtet, von neuem zur Verpachtung ausgeschrieben. Forstmeister Kleinkopf-Dornberg blieb namens S. K. H. deS Großherzogs mit M. 1100 JahreSpacht Höchst- bietender. Die Gemeinde verweigerte aber den Zuschlag und forderte M. 100 mehr. Man ging hierauf ein. Doch auch jetzt noch verweigerte die Gemeindevertretung den Zuschlag, ohne Angabe des GrundeS. Hierauf erhob der Steigerer Beschwerde vor dem Kreisausschuß in Groß-Gerau. In der Sitzung war die Gemeinde nicht vertreten. Der Kreisausschuß entschied, daß die Ausübung der Jagd der Hofjagd- vermaltung für jährlich M. 1100 zuerkennen sei und ver- urteilte die Gemeinde in eine Aversionalstrafe von M. 10. * Der 2 0. Verbandstag Oberhessischer freiwilliger Feuerwehren wird vom 13.—15. Juli in Assenheim abgehalten werden. Ein aus zirka 60 Herren bestehendes Komitee, an der Spitze Graf Franz zu Solms- Rödelheim und Affenheim, ist zusammengetreten, um das Fest vorzubereiten. Evangelischer Bund. Ter Familien »Abend des Gießener Zweigvereins des evangelischen Bundes war sehr stark besucht und in jeder Hinsicht wieder wohlgelungen. Wie üblich bestand das Programm ans einem Vortrag und aus musikalischen Darbietungen. Ter Redner des Abends, Pfarrer Fr i t s ch-Ruppertsburg, sprach über das Thema: „Luther das Vorbild eines deutschen Mannes." Es schien ihm nicht darum zu tun, eine erschöpfende wissenschaftliche Anssührung des Themas zu geben; in volkstümlicher Weise, stets auf die Gegenwart blickend schilderte er Luthers Wesen nach den Eigenschaften „bieder", „fromm" und „stark". Luther zeigte die rechte Frömmigkeit, die im Gewissen mit Gott versöhnt, wurzelt und fern von aller Frömmelei und Weltenlfremdung ist. Bieder war er, d. h. aufrichtig und ehrlich, wie seine Schriften zeigen, genügsam, nicht von Goldgier erfüllt, wie es leider in der Gegenwart so oft vorkommt, gemütvoll, wie seine Hochschätzung der Frau und der Ehe beweist, wogegen jetzt so oft gefehlt wird. Seine Stärke und sein Mut ziehen uns besonders an, da er sie stets bewahrt, sowohl nach oben gegen Kaiser und Papst, wie auch nach unten, gegen die aufrührerischen Bauern. Stark war er in seiner Vaterlandsliebe, zu der er auch uns auffordert. Luther ist ein Erzieher des deutschen Volkes; ihn zu ehren und gegen Cchntähnngen zu verteidigen und seinem echt deutschen Vorbild nachznleben ist Aufgabe des evangelischen Blindes. — Reicher Beifall lohnte die packenden Ausführungen des Redners und dankte ihm für seine warmen Worte. — Auch die mtrsikalischen Darbietungen des Abends standen auf seltener Höbe. Der Maschinenbauer-Gesangverein fang unter der Leitung seines Dirigenten Gernhardt eine Anzahl von Liedern, die das vorzügliche Stimmenmaterial und die gute Schulung in ein Helles Licht setzten. Besonders gefiel das „Schlummerliedchen", eine Komposition des Herrn Dirigenten selbst. Treue Freunde besitzt der evangelische Blmd in den Solisten deS Abends. Fräulein Stammler, sowie die Herren B l u m e n a u und S ch ä 11 l e r haben uns schon öfters durch ihre Kunst erfreut. Auch diesmal waren ihre Gaben mustergültig und sanden lebhaften Beifall. Mögen dem evangelischen Bunde durch feine anregenden Familien- Abende immer neue Mitglieder zuwachsen und seine gute Sache weitere Ausbreitung finden. ** B e i dem anhaltenden kalten Wetter suchen unsere befiederten Sänger wieder häufiger die Futterplätze auf. Man versorge sie mit Nahrung, bald lohnen sie wieder die Wohltat mit jubelndem Gesang und durch Vertilgung vieler Schädlinge unserer Kulturpflanzen. + Großen-Linden, 13. März. Die Neno- vierungsarbeiten an unserer alten Kirche haben am Montag ihren Anfang genommen, indem die Zimmerleute mit dem Absprießen beschäftigt sind. Die Arbeiten sollen bis Herbst d. I. vollendet fein, doch begegnet man allenthalben Zweifeln, ob die umfangreichen Ausführungen bis zu dem betr. Zeitpunkt zum Abschluß gelangt fein werden. X Reiskirchen, 12. März. Die Frau des hiesigen Handelsmannes L. stürzte heute und verletzte sich an der rechten Hand so, daß sie sich nach Gießen in die Klinik begeben mußte. A Münzenberg, 12. März. In den letzten fünf Jahren wurden von den standesherrlichen Familien zur Erhaltung unserer unter dem Namen „Wetterauer Tintenfaß" rühmlichst bekannten Burgruine ca. 20 000 Mark ausgegeben. Auch in diesem Sommer werden wieder umfangreiche Restaurierungsarbeiten vorgenommen. Der Besuch der Burg hat infolge der Verbesserungen und besonders seit Erbauung der Bahn Lich—Butzbach in den letzten Jahren sehr zugenonunen. ? Ettingshausen, 12. März. Vergangenen Sonntag wurde der Handelsmann Seligmann Lüwenberg von hier zu Grabe getragen. Löwenberg war ein Veteran und machte den Feldzug 1870—71 mit. Der hiesige Kriegerverein war vollzählig erschienen und gab die üblichen drei Ehrensalven ab. || Aus der Wetterau, 12. März. Daß es nun doch bald Frühling werden muß, beweist, daß jetzt täglich die polnischen und oslpreußischen Arbeiter auf den Wetlerauer Höfen eintreffen und die Vogelsberger Rechen m acher mit schwerbeladenen Wagen zu Tal ziehen. — Vilbel, 13. März. Von den Ueberschüssen der S p a r k a s s e V i l b e l (Malhildenstist) wurden den in Frage kommenden 27 Gemeinden des ehem. Kreises Vilbel 1000 Mk. zur Anschaffung von Material in den Industrieschulen und Lehrmitteln in diesen Schulen sowie zur Beschaffung von Lehrmitteln für arme Volksschulkinder zur Verfügung gestellt. Die nach der Einwohnerzahl der Gemeinden ansgeschlagenen einzelnen Beträge schwanken zwischen 10,04 Mk. (Rommelhausen) und 186,55 Mk. (Vilbel). Mainz, 12. März. Die für heute anberaumte gemeinschaftliche Sitzung der Unterkommissionen und Deputationen bezüglich des Theatern m baus ist, wohl infolge der Oppo- fition der 'Mainzer Presse, auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Ter Umbau soll nach dem „Rh. SL" 900 000 Mk. kosten. Gonsenheim, 13. März. Gestern nachmittag wurde auf dem Wege von Marnbach nach Gonsenheim eine ältere Frau, eine Hausiererin, von einem unbekannten jungen Menschen überfallen, blutig geschlagen und ihres Geldes beraubt. Mehrfach verletzt und blutend begab sich die Frau in Gonsenheim m ärztliche Behandlung. Sie schilderte n. d. „M. I." die Sache dem sie behandelnden Arzte mit der Behauptung, daß sie bei Gegenüberstellung des Täters diesen sofort wieöer erkennen würde. M a r b u‘r g, 13. März. Heute fand, n. d. „6eff. LdZztg.*, die Verletzung des Denkmals des Rentmeisters Jeremias Stamm (1537—1601) statt. E§ wurde vom alten Friedhöfe am Barfüßertor, wo es sich an der Rückseite der Straßenmauer links vom Eingänge befand, nach der lutherischen Pfarrkirche verbracht und an der Mauer unter der Treppe rechts aufgestellt. Das Denkmal ist noch gut erholten und ist wohl eins der schönsten Renaissance-Grabdenkmäler. Die Ueberführung wurde auf Kosten eines Nachkommen des Ver» storbenen, des Eisenbahnsekretärs Stamm in Frankfurt a. M., vorgenommen. Es wäre erwünscht, wenn solchen alten Grabdenkmälern überhaupt mehr Aufmerksamkeit geschenkt würde. Kassel, 13. März. In dem seit zwei Tagen hier verhandelten Lu stm ordp rozeß gegen den Arbeiter Mai, der im Sommer des vergangenen Jahres das zwölfjährige Schulmädchen Ebenau mißbraitcht und barouf ertränkt hatte, bezweifelten die Sachverständigen Medizinalräte Heinemann- Kassel und Tuezek-Marbiirg, ob der Täter, wenn auch nicht damals, so doch gegenwärtig verantwortungS- oder zu- rechnungsfähig sei, woraus durch Gerichtsbeschluß die vorläufige Einstellung des Verfahrens erfolgte. verinischtes. * Ein geheimnisvolles Duell sand in der Nähe von Paris auf der Ehanffee von Enghien nach Argenteuil statt. Wie ein Mechaniker berichtet, der sich auf dem Rückweg von Saint DeniS nach Epinay befand, kam gegen 11 Uhr abends auf einmal ein rotes Automobil angefahren, dem sechs Herren entstiegen. Ohne ein Wort zu wechseln griffen zwei der Ankömmlinge zum Degen, und ein Kampf auf Leben und Tod entspann sich. Im dritten Gang erhielt der eine der Gegner einen Stoß in die Brust, der ihn kampfunfähig machte. Er wurde auf das Automobil gehoben, und in rasendem Tempo entfernte sich die ganze Gesellschaft. Wie es heißt, ist der Verwundete ein Ingenieur aus Saint Denis, während sein Gegner der Besitzer der Fabrik fein soll, in der er angestellt war. Der Fabrikant soll Grund zur Eifersucht gehabt haben, weil der Ingenieur seiner Gattin zu auffallende Huldigungen entgegenbrachte. * Kleine Tageschronik. Ter Intendant be§ Stuttgarter Hostheaters Baron zu P u t t l i tz ist nach vierwöchiger Hast aus der Festung Rastatt beurlaubt worden. Puttlitz war wegen Zweikampfes mit dem Redakteur oon „lieber Land und Meer" D r. Pieper zu drei Monaten Festungshaft verurteilt worden. (ßericfytefaaL 4- Marburg, 13. März. Wegen Uebertretung des Dynamit-Gesetzes wurde heule ein älterer Bergmann au5 Ottrau, der eine Sprengstoffe enthaltende Kiste kurze Zeit ohne Beaufsichtigung gelaffen, von der (Straffammer zu der Mindeststrase von 3 Monaten Gefängnis verurteilt. — Gelegentlich beS vorjährigen Erdarbeiter-Streiks belästigten vier Streikende einen Arbeitswilligen. Drei der deshalb Angeklagten wurden zu je 8 Tagen und der letzte zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt. Hamburg, 12. Marz. Die Strafkammer 4 des hiesigen Landgerichts verhandelte heule im Wiederaufnahmeverfahren des Prozesses gegen den verantwortlichen Redakteur des sozialdemokr. „Hamb. Echo" Wadersky, der von dieser Strafkammer wegen verleumderischer und einfacher Beleidigung der Hamburger Polizeibehörde zu einer G e f ä n g n i S ft r a f e von 5 Monaten und 300 Mark Geldstrafe verurteilt worden war. Der Staatsanwalt beantragte, unter Aufhebung des ersten Urteils den Angeklagten wegen des Delikts Fahrlässigkeit zu einer Geldstrafe von 200 Mark zu verurteilen und die Strafe durch die bereits verbüßten 42 Tage Gefängnis für verbüßt zu erklären. Die Strafkammer verurteilte den Angeklagten dem Antrag des Staatsanwalts gemäß. Posen, 12. März. Vor dem hiesigen Schwurgericht hatte sich gestern der jetzt 22 jährige Handl ungsgehülfeWardonski unter der Anklage des versuchten Al o r d e s zu verantworten Er hatte mit einem 13jährigen Mädchen ein Liebesverhältnis unterhalten und faßte, wie er behauptet, in Gemeinschaft mit seiner Geliebten den Entschluß, aus dem Leben zu scheiden. Tas Gericht erkannte gegen Wardonski auf ein Jahr Gefängnis unter Anrechnung von drei SDlonaten Untersuchungshaft. Briefkasten der Re-aktion. (Anonyme Einsendungen bleiben unberücksichtigt.) P- H- Die Witwengelder>Berechnung für die Hinterbliebenen von Staatsbeamten ist in dem Gesetz vom 30. 7. 86 bezw. vom 2. 8. 99 wie folgt geregelt: Das Witwengeld beträgt 80 % dec Pension, zu der der Verstorbene berechtigt gewesen wäre, wenn et am Todestag in den Ruhestand versetzt wäre. Das Witwengeld soll jedoch nicht unter 216 Alk., bei Besoldungen bis einschließlich 2500 Alk. mindestens ein Fünftel der Besoldung und bei höheren Besoldungen mindestens 500 Alk. betragen. — Wenn Sie die bezl. Bestnnmuiigen einsehen wollen, bitten wir um Ihren Besuch. W. Nach Ortsgebrauch um 12 Uhr mittags des nächsten Werktags, also Tieiistag, 2. April. Telefonische des Giessener Anzeigers, mitge und Jndusti Frankfurter Börne 3^e/o Reichsanleihe . . 95.75 3% do. . . 84.75 3^°/0 Konsols .... 95.70 3% do. . « . . 84.70 3%°l0 Hessen .... 95.20 -z4°/o Oberhessen . . . 94 UO 4% Uesterr. Goldrente. . 98.80 4‘/5 % Uesterr. Silberrente 99.3u 4^0 Ungar. Goldrente . . 94.55 4% Italien. Rente . . . 103.40 3% Portugiesen Serie I . 68.20 3% Portugiesen „ III 69 00 4)j0/ö russ.Staatsanl. 190a 90.25 4j$"ojapau. Staatsanleihe 91.00 Conv. Türken von luuo 94.75 Türkenlose ... . . 141.80 1 % Gneeh. Monopol-Anl. 50 50 \% äussere Argentinier . 84ch0 d°/0 flleuaauer . . 66.25 4»*7O Chinesen .... 97xKJ Aktien: Bochum Guss..... 223.25 Buaerus E. W .... —.— Tendenz: flau. Berliner Börse, 14 Canada E. B......174.50 Darmstadter Bank . . . 132.2t Deutsche Bank .... 2ii4.K Dortmunuer-Lnion 0. . . 74.ou Dresdner Bank . . . 149.7t lenden/.: flau. Kursberichte teilt von der Bank für Handel is, Giessen. . 14. März, 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmeyer . . . 131.00 Elektriz. Schachert . . . 112.00 Eschweiler Bergwerk . . 226.50 Gelsenkirchen Bergwerk . 198.20 Hamburg-Amenk. PaketL 139.80 Harpener Bergwerk. . . 207.00 Laurahütte...... 224.00 Äordd. Llojd ..... 120.00 Obeischles. Eisen-Industrie 110.50 Berliner ilandelsges . . 163.50 Darmstädter Bank . . . 132.90 Deutsche Bank . . . 235.30 Deutsch-Asiat Bank . . 167.60 Diskouto-Kommandit . . 178.80 Dresdner Bank . . . 150.50 Kreditaktien.....212.40 Baltimore- und Ohio- Bisenlahn . . . 101.60 Gotthard bahn . . . . — Lombard. Eisenbahn . . 26 80 Uesterr. Staatsoumi . . . 142.80 rruiee-Henn-Eiseubaha . 135.00 März. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . . 2^7.00 ..aurauütte .... 323.60 umbarden E. B. ... 26.50 -\urdd. Lloyd.....118.50 i uraeuluse . ... 142.50 Foulard - Seide p,. Zollfrei! — Muster au Jedermann! — D'/.° Seidentabnki. Henneberg, Zürich. Elisabeth Müller geb Müller 01692 den die Rm. n (vidjen-yteiiifl. 3900 V Herberg. holz Schiel, Bürgerineiner. 1762 B L. Moescr, Gartenstr. 30. nimmt entgegen I. V.: N. Stamm. B'V, 4. 6. 7. B“/, 8. 9. 10. 11. 12. B13/; tt Eurfchmaun. Bu/t B.: Eursckimann. Eichen-Stämme nut 9U,6U 160 » By/a Brauvach. Gcrmauiadrogcrie. hvVi Eichen n Zwr Konfirmation 2. Freitag, dcn 22. d. Mts Gebe von jetzt bis Ostern aut sämtliche Wäsche, beginnend in den Distrikten Tcufelspfütze, Blockswalv und Weiss- und Mannfakturwaren 1443 Klause: m Rabatt B«/s ii Elchen-Schntltholz Stück — 3,79 Im. 4 Bau- u. Grubenholz 225 M II M H Dienstag, den 19. März: Rm. Buchen-, Kiefern-, Eichen- lind Fichten-Reisig, 250 ii Blichen- und Eichen-Stockholz, 90 im 1689 Eichen-Knüppelholz Fichten-Knüppclholz 3 23 3 40 6 die von 88 42 12 Buchen Fichten u ii Fichten-Derbslangen Eichen-Terbstangen Buchen-Scheiter Buchen-Knüppel Eichen-Knüppel Kiefern-Knüppel Reisig-Knüppel 170 12 3400 800 36 12 2 Eichen- Kiefern 2 35 7 200 100 94 66 20 Buchen-Scheu Buchen-, Kiefern- und Eichen-Knüppel, = 98,— = 3,14 = 4,98 = 2,46 = 17,08 = 1,19 30 1350 70 20,2 4 Rm. Buchen-Scheitholz „ Eichen- „ (darunter Küferholz) , Buchen-Knüppclholz Buchen-Schnittholz Fichlen-Bauholz Kiefern-Schniltholz , -Bauholz Birken-Stäimne Holzverfteigerung in den Waldungen der Gemeinde Wieseck. Es werden versteigert: 1. Dienstag, den 19. d. Mts., vormittags 9 Uhr beginnend in den Distrikten Hegwald und Teufelspfütze: Tic Ausführung der Erd-, VlanicrungS- u. Vesei'tignngS; arbeiten, sowie bed 330 m langen Tunnels, der Durchlänc, Brücken, Mutter- und Ramvenmauem, Verlegung der Rohr- durchlänc und Herstellung der Qbcrbaupacklage in Los IV der Nenbauitreäc Usingen—LLcilmüstcr von Tcilpunkt 184,“ bto Dcilpunlt 229,^ (Vabnhos Ltscilmünttcr), rd. 04900 cbm Erd- und Fclsmancnbcwcgung, 1380 cbm Mauerwerk uud 23 cbm Wcrkstcinarocitcn; desgl. die Ltuoiübruug der Erd-, Vlancerungo-, VvschuugSarbeitcn in Los V derselben Strecke von Tcilvuukt 229,“ bis km 9,6,“ bettet)end in der Anlieferung von rd. 16000 cbm Boden zur Verbreiterung des Babuboscs Weilmünster soll entweder zusammen au ciucn Untcrncvmcr oder getrennt verdungen werden. Zeichnungen und Bedingungen liegen aus Diesigem Bureau zur Einsicht aus. Angebvksnuuter können daselbst für Los IV zu 2 tUtf, sür Los V zu 1.50 wiL (Pou- anweisung) bezogen werden. Die Singebote werden am 0. Avril, vormittags io ubr im Bureau der unterzeichneten Bauabieilung geöffnet. — Bollendungssrisl 10 tDlonate. — ^Zuschlagssrist 4 Wowen. Ufingen (Launuos, Königliche Eisenbahn-Bauabteilung. IDB/S zugetanen morden. Wiegen, den 11. März 1907. Grobherzogliche Bürgermeisterei ©leben. Mecum. Anfang an beiden Tagen vormittags 10 Uhr Hiuterwald (Wetterbergslopf). Muscheuhenn, den 9. ll)Larz 1907. Großherzogliche Bürgermeisterei. Becker. Städtisches Hochbauamt werbet. 12 Fichten-Derbstangen , 400 Fichten-Reissiangen 4 Rm. Buchen-Scheitholz ülice-ScStule. Die Ausstellung der Arbeiten aus dem Bügel-, Schneider- und Weitznähkursus findet Sonntag und Montag den 17. uud 18. März von 11 bis o Uhr im Schullokale statt. vl8/a Ilähere Auskunft und Anmeldung neuer Schülerinnen Hcheiü Lttßeigcrilllg Montag den 18. d. Mts^ nachmittags 3 Ubr, lasse ich aus dem hiesigen Rat- Hause durch das Ortsgericht die rllogurann sche Horreite (HtoUfe= slraize Nr. l'a) versteigern. Das Wohnhaus i;t zweistöckig mit ic 3 Zimmern und Küche. >torridoraoschluy vorhanden. Jm Dachswck smd 3 Zimmer und im Himerbau 2 Zimmer und eine dcüche. Größerer Grab- u. GraSgarten gehört oazu. _ . Groszen Minden, 11. März 190«. 1736J Der Borutunü: Ludwig aber L Arbeitsvergebung. Der Anstrich der spreng-, Kehricht- und Schlanumvagen soll Dienstag, bett 19. Marz d. Z., vormittags 11 Ubr öffentlich vergeben werden. Angebote aus Bordruck, der bet uns erhältlich, sind späte,tens bis zum obengenannten Zcitpuntt ver- schtvlseu und mit entsprechender Aufschrift versehen, an uns einzu- retchen. — Zuschlags,ri,t 14 Lage. Gießen, den 12. März 190/. Stadt. Tiesbauantt Oum bevorstehenden Frühjahr empfehle ich mich in derAn- ;cn. --— Gleichzeitig bringe ich meinen neu eingerichteten Maschinenbetrieb für Holzbearocnnug bei prompte,ter und billig,ter Bedienung in empsehtende Eruuierung. [1783 August Httsenbeitt, Zimmergeschäft Wiefeckerweg 40. ^Nutzholz. Lütrellinden. Nadelholz: 2 Stämme II. Kl. — 2,77 Fstm, 53 111. Kl. — 34,20 ÖfttiL, 2 IV. Kl. = 0,55 Fstm. und 30 Rm. Stutz- Holz. Münchholzhausen. Nadelholz: 94 Stämme HI. Kl. -- 89M ftnu 270 IV. Kl. — 49,29 Fswt., 260 Stangen I. und II. Kl. und 24 Rm. 7 56 8,20 29,— 1,41 Mopfbaut. Bekantttmachuttg. Der Klempner und Installateur Jakob Schloiscr dahier ist zur Aussüvruug von uuilügcn un Auscnlusr au das Gas und LtZafferwert au, Grund der Bestüimmngen vom 29. Dezember 1902 66 60 Amllicher ,g. für ä ^.etU'r Suppe, ^iit kurze per Zeit und nur mit Wasser zuzubereitcu. Angelcgcntlichst einpsohlen von Gedr. Michel, Juh. Aul^.Miüjk!, Wal!t0lst .29 Wellen Buchen-Reisig , Elchen- , Rm. Buchen-Stockholz „ Elchen- , , Fichten- , Holzverftekgernng in dcn Waldungen der Gemeinde Langsdorf Arcitag, 1860 n Nadel-Reisig. Die Zusammenkunft ist aus der Straße nach Rödgen an der Ochsenwiese. Gietzen, dcn 13. März 1907. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen I. B-: Curs ch mann. NrchhoZzversteigerima. Freitag, den 22. März d. I. von vormittags 10 Ubr ab kommt im Saale des Gastwirts Wilhelm Am end hierselbst aus den Waldungen der nachbezeichneten Gemeinden folgendes Holz zur Ber- fleigerung: 1. Groff-Rcchtenbach. Eichen: 7 Stämme II. Kl. — 11^0 örfhtt, 53 III. ML — 33a>7 Fstm., 34 IV. SIL — 32,14 Fstm. und V Rm. Stamml)oLzverfteigernna. Donnerstag, den 21. März l. Jö., vormittags 10V3*U()r an fangend, toninu im Grävenwiesbacher Gemeindewald zur Ber- Iteigerwg..^ BogclSgrund: 50 Stück Ktesernftämme von 3S,70 Im., 76 Stück Eichen,lamme von 130,09 Fm. Dniritt Kapcv, vardt, Wolsskaut, Uberholz, Georaundtchaag, Rnukelouarot: 59 Stück Eichenuamme von 45 o'uu, 1 Buchenuamm von 1^-6 Fm. Zusammeutunst oben am Bogelsgrmtd an der Wellerstratze. Grävenwiesbach, den 12. Marz 19u7. < W ä 1 jilärli Ziehung 28. März d. F. sind wegen ihrer gümtigen Gewinnchancen sehr beliebt und in allen durch Plakate kenntlichen Geschäften zu haben. 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