Donnerstag 12. Dezember 1907 187. Jahrgang Nr. 292 Zweites Matt schein! tStzN- mit Ausnahme bet Sonntags. NvratwnSbruck unb Verlag bet VrühNche» UnwersttütS - BueH» unb ®tetn0 ruderet» 91 Laog«, Vietze». D'.e „Stefoentr Zamkttendtatter- werden dem »Anzeiger" oterma| wochenlllch betgelegt, daS „Kretsblati Er den Kreis Gießen" zweimal wächerrUrch. Der ^heistiche Landwirt" erscheint «onatlich einmal. Redaktion, ExvedMon ont ®ruderet; stratze ?. Qcrpebttton unO Versatz fcälds bL ^ebafttotLe^ ! 12. Teü-Adr^ Ar^Li^erBietzcn. 3>ie Mreise vcs Aais.rs von Hnj)»anv. London, 11. Dcz. Der Kaiser traf um 6i/< Uhr aberrds auf dem Charing-Äroß-Bahnhofe ein, von einem zahlreichen Publikum, das sich innerhalb und außerhalb des Bahnhofes angefannnelt hatte, lebhaft begrüßt. Eine auserlesene Gesellschaft, darunter der Herzog von Con- naught, Prinzessin Luise, der deutsche Botschafter, der den Kai,er auf der Fahrt begleiten wird, ferner die übrigen Mitglieder der Botschaft, der Lordmayor von London und Lord Lonsdale erwarteten den Kaiser auf dem Bahnhofe. Der Zug verließ den Bahnhof unter lauten Beifallsrufen, für die der Kaiser durch Grüße dankte. Der Kaiser sagte in seiner Ansprache an den Lordmayor von London beim Abschied auf der Charing-Groß-Station: „Ich wünsche durch Sie der großen Befriedigung Ausdruck zu geben, die ich bei dem Empfang empfand, der mir in der Guildhall zuteil tou.be, und durch Sie den Bürgern von London meine aufrichtige Freude über den entzückenden Empfang zu übermitteln, der der Kaiserin und mir bei dieser Gelegenheit bereitet wurde." Der Kaiser fügte, antwortend auf eine Anfrage des Lordmayors, hinzu: „2)1 eine Gesundheit h a t sich sehr gehoben, mein Besuch in London hat mir große Freude gemacht." Der Kaiser traf heute abend 7i/8 Uhr in Port Vic- toria ein und begab sich an Bord der ,Hohenzollern". Der Kaiser wurde in Port Vietoria von dem Admiral Gurard Noel und dem Kommandanten der Heimat- slotte, Vizeadmiral Mridgeman, empfangen. Tie Jacht- „Hohenzollern" ist um 8 Uhr im Hafen von Scheerneß an die Boje gegangen, wo sie, den letzten Bestimmungen gemäß, die Nacht über liegen bleibt. Die Jacht beabsichtigt, morgen früh ?i/2 Uhr in See zu gehen. Das Neutersche Bureau ist von dem deutschen Botschafter in London, Grafen Wolff-Metternich, zu der Mitteilung ermächtigt, daß der Kaiser, dem die Luftveränderung bestens bekommen sei, den Aufenthalt in England sehr genossen hat. „Es ist Seiner Majestät möglich gewesen, das Leben eines englischen Lcuidedelmanncs, frei von den Lasten der Geschäfte, zu führen. Er hat viele Zeichen freundlicher Gesinnung erhalten. Viele hundert Briefe aus allen Gesellschaftsschichten ganz Englands überbrachten ihm freundliche Grüße und gute Wünsche. Seine Majestät empfand diese Kundgebungen dankbar und erwiderte dieselben. Der Kaiser verläßt das gastliche England in der Hoffnung, daß sein Besuch dazu beitragen möge, die freundschaftlichen Gefühle zwischen des König Eduards Untertanen und seinen eigenen zu befestigen." Iüi)rung, öie Fritz sehr gut gefiel. Als ec uh August 1874 noch Bayreuth reiste, nahm er den Klavierauszug des „TuumphUrds" mit dorthin, anscheinend von dem naiven Glauben geleitet, daß sich Wagner daran freuen müsse. Ich sage „anscheinend", weil ich bei späterem Nachdenken doch ans den Gedanken gekommen bin, daß dieses rotgebundene „TriumphUcd" eine Art Versuchsobjekt war und deshalb worden. Straßburg (Elsaß), 11. Dez. Die Kaiserin ist kurz nach 2 Uhr 30 Min. mittelst Sonderzuges von hier nach Karlsruhe zurück gereist. Prinz, August Wilhälm gab der Kaiserin das Geleir zum Bahnhof. Köln, 11. Dez, Tie Konferenz deutscher Bischöfe hat gestern abend ihre Beratungen beendet. Bei der Verhandlung üixr die Enzyklika gegen oen M o d e r n i s - mus tarn es zu Differenzen. Wie die „Köln. Ztg." wissen will, wurde von der großen Mehrheit unter Fuyrung des Kardinals Kopp-Dveslau die Ansicht vertreten, der Vatikan sei zu verständigen, daß es angebracht sei, sich erst in Teutsch- lano zu unterrichten, bevor wieder plötzliche Erlasse heraus- gegeöen würden, die auch für Deutschland Bedeutung Härten, hierbei machte sich eine Oppoftfto.c bemerkbar. Dieser gehörten an: Kardial Fischer-Köln, Bischof Keppler-biotten- burg, Bischof Korum-Trier, und es kam zu keiner Verständigung. Es wurde beschlossen, im nächsten Jahre eine zweite Lton,evenz in Fulda abzuhalten. wesen zu sein scheint. _ ... weiter erzählen, der eine löslliche Art besaß, sich selbst zu Deutsches Uekch. Berkin, 11. Dez. Die „Nordd. Ailg. Ztg." schreibt: Ueber die Gründe, die den Reichskanzler zu seinem Appell an die Führer der Mehrheitsparteien des Reichstages veranlaßt haben, ist in einem WienerBlat.e folgende von deutschen Zeitungen nachaedruckte Meldung erschienen: „Die Krise begann damit, daß am Dienstag abend Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben und Kciegs- minifter v. Einem sich zum Ehef der Reichskanzlei v. Loebeil begaben und ersuchten, der Reichskanzler solle sie gegen die Angriffeder liberalen Redner schützen. Leide Minister stellten ihre Portefeuilles zur Verfügung. Ter Reichskanzler ließ sie bitten, ihre Demission aufzugeben. Wagnccs ungeheurer Zorn nicht ganz und gar grundlos ge* Hiec lasse ich nun Wagner selbst H>retzenec ^onzertverein. Erster Ehorabend. Von dem vielen Schönen, das uns der Konzertverein in dieser Saison schon beschert hat, ist da§ gestrige fünfte Konzert in der Stadttirche wohl unzweifelhaft das schönste gewesen. Welchen fühlenden Menschen könnte wohl die wunderbare Dichtung und Musik von W. de Haan „Das Lied von Werden und Vergehen" gleichgültig lassen? Wer bücbe teilnahmlos bei den biblischen Liedern Dvoraks? Wer könnte sich wohl dec hinreißenden Gewalt des Brahmsschen Triumphliedes entziehen? Das Programm umfaßte nur diese drei 9lunmiern, aber eine jede dieser Prvgrammnummer war ein hehres Meisterwerk, und darum ist es sehr zu bedauern, daß ein solches Konzert so verhältnismäßig schlecht besucht war. So etwas Schönes und Einzigartiges hört man doch wahrlich nicht alle Tage. Wenn ein Vergleich erlaubt ist, dann möchte man bei W. de Haans Lied von Werden und Vergehen, zuerst an BöcklinS Toteninsel denken, aber diese in Musik gesetzte Dichtung des genialen Darmstädter Hofkapellmeisters bietet doch noch viel mehr. Sie greift uns ans Herz und erschüttert uns bis in die tiefsten Tiefen unserer Seele: „Tempel der Nacht, wir stehen an deiner Schwelle. Von den ewigen Toren starrt uns in düsterer Runenschrift das alte Rätsel an, das uralt-ernste, nie gelöste Rätsel: das Rätsel von Werden und Vergehen/ Finden wir hier nicht direkt Anklänge an Nietzsches' „Zarathustra", wenn wir weiter hören: „Der Tag ist vergangen, aus Morgenrot wird Abendröte, die Sonne sank ins Meer, und klagend rauschen die dunklen Wogen das Wehmutslied, das Tränenlied, das uralt-heil'ge Klagelied: von Werden und Vergehen." Ist es nicht ein Trost, daß in unserer gräßlichen, an ödester Oberflächlichkeit haftenden Zeit noch so etwas tiefer gedacht und nachgedacht werden kann. Man möchte sonst verzweifeln über allen Banalitäten unserer heutigen Kultur. Und bann die Musik W. de HaanS! Wie soll man sie schildern? Sie ist der adäquateste Aus- ironisieren: „Ihr Briider legte das rote Buch auf den Flügel, immer, wenn ich in den Saal herunter kam, starrte mich daS rote Dings an — es reizte mich förmlich, gerade wie den Stier das rote Tuch. Ich merkte wohl, Nietzsche wollte mir damit sagen: sieh mal, da ist auch Einer, der was Guter machen kann, — na, und eines Abends bin ich losgebrochsn, und wie losgebrochen". Wagner lachte herzlieh in der Erinnerung. „Was sagte denn mein Bruder?" fragteichängstlich. „Ter sagte gar nichts", meinte Wagner, „er errötet? und sah mich erftaunt mit bescheidener Würde an. Ich gäbe gleich hunderttausend Mark, wenn ich solch ein schönes Benehmen wie dieser Nietzsche hätte, immer vornehm, immer würdig, fowas nützt einem viel in der Welt". — Tiefe Erzählung Wagners fiel mir in diesem Augenblicke ein. „Fritz", sagte ich, „warum hast Du nur die Geschichte mit dem Triiimphlied oon Brahms nicht mitgeteilt? Wagner hat mir Alles selbst erzählt!" Fritz blickte vor sich hin und schwieg, endlich sagte er leise: „Lisbeth, da war Wagner nicht groß" — Die Verteilung- des Nobelfriedenspreis er in Chriftiania (vgl. unsere gestrige Numrier) rief allgemeine Ueberraschung hervor, da inan annaijin, der Preis würde dem Danen Bajer und dem Schweden Arnoldson zufalleu, beide eifrigst für die Friedenssache tätig waren. Von aoberer Seite war der engt Friedensapostel Stead als der aussichtsreichste Preis- kandidat bezeichnet worden. Ter eine Preisträger Teodora Mo- ne tu wohnt ia seiner Geburlsstadt Mailand und ist bereite SttMMkngStuid aus dem Reichstage. Berlin, 11. De-. Selbst die Ferien, die vor der Türe des Reichshauses stehen, waren nicht imstande, die immer mehr anschwel- icnde Redelust der Abgeordneten zum V?re.insgesetz einzu- främinen. Niemand konnte mehr etwas neues lagen; über bie Notwendigkeit, unklaren uni) dehnbaren Bestimmungen rin festeres Gefüge zu geben und den Sprachenparagrapyen crheblrch zu ändern, ist sich alles einig. Was gestern für *>en lothringischen Teil des Lceichslandes Herr Grögoire ins Feld führ re, zugleich auch als Vertreter der deutsch-natio- iralen und liberal füylenden alteingesessenen Bevölkerung, iviedertzolte heute, nur mit größerer Schärfe, und mit nicht angeschiatem Sarkasmus der Abbö Welterrö für die elsäss. Zentrums Hälfte. Tie Nesormvartei paralysierte die SkeE lang der wirtschaftlichen Vereinigung, da Herr Bindewald an dem Gesetzentwurf gar kein gutes Haar finden kann. Die Bedeuten der Lütauer, bereit deutsche Gesinnung weder die Regierung noch irgend eine Partei im Hause anzweifelt, wurden von dem Konservativen Schickert zum Ausdruck gebracht. Der Aba. Schwabach, der als lioeraler Vertreter LEs littauisch-en Wahltreises Memel-HLydeirug gleichfalls zu diesem Thema sprechen wollte, wurde durch den Schluß der Debatte verhindert, seine Rede zu halten. Ta aber in ber Beurteilung der littauischen Frage alle einig sind, so konnte ber Abg. Schickert ziemlich dieselben Ausführungen machen, die ber Abg. Schwabach gemacht hätte. Nach längeren Auseinanderje^ungen des Gelverfschails§ührers Regien und einer Polenrebe des Abg. v. Chrz-anowski wurde das Vereütsgefetz in die Kommifston geschiat. Aiorgen steht die Börjenreform auf der Tagesordnung. druck für feine Dichtung: düster und granbioS und tronreid.), ivic das Lied von Werden und Vergehen; auch trostreich, und es ist ein musikalisches Meisterwerk, wie ec von ber Schilderung des Vergehens zum Goldharfenklange im Saale der Erinnerung, wie er vom Wehmuts- und Klagelied zum Lieo der Veiföhnung, des Trostes und dec Erkenntnis vom ewigen Sein kommt. Von ganz anderem eigenartigen Reize waren die biblischen Lieder Nr. 1, 7 und 8 (op. ö£») von A. Dvorak, namentlich Nr. 1 und Nr. 7. Es liegt viel ursprüngliche Kraft in dieser Aiusik. Herr August Leim er aus Frankfurt a. M., der die Baritonpartien in diesen Liedern sang, eiwies sich als ein vortrefflicher Sänger. Seine Stimme ist namentlich nach der Tiefe zu von außerordentlichem Wohlklang und von Kraft. Tie Orgelbegleitung hatte Herr Professor G. Trautmann übernommen und führte sie mit bekannter Dteisterfchaft durch Für das Triumphlied von Brahms, dieses Halleluja eines ganzen Volkes, war ber akademische Gesangverein freilich etwas zu schwach, und die einzelnen Stimmen gingen nicht genug aus sich heraus, aber trotzdem muß man es bekennen, daß diese Ausführung ihren tiefen Eindruck nicht verfehlt hat. Namentlich hielt sich das Orchester (die verstärkte Symphouie- kapelle des Zoologischen Gartens aus Frankfurt a. M.) recht wacker und brachte eS zu ganz gewaltiger Tonentfaltung. Auch der Chor tat sein Möglichstes, und so gestaltete sich namentlich das erste und letzte Halleluja recht eindrucksvoll. Sehr packend war hier auch vor allem die Solopartie bc5 Herrn Leimer und besonders schön klang im Chor die Stelle: „Ein König aller Könige, und ein Herr aller Hirten". Zum Schluß sei hier noch ein vielleicht nicht allgemein bekanntes Geschichtchen erzählt, das sehr charaktertstisch ist für Wagner und seinen Antagonismus gegen Brahms. Die Schwester Friedrich Nietzsches erzählt im II. Bande der Lebensbeschreibung ihres Bruders: „Im ‘Sommer 1874 hatten mein Bruder und ich im Baseler Münster das „Triumphlied" von Brahms gehört. Es war eine wunderschöne Auf- AusSand. Stockholm, 11. Dez. Die Kräfte der Königin- Witwe Sophie sind infolge der Anstrengungen während der Krankheit des Königs OSt'ar so geschwächt, daß sie in den letzten Tagen nur kurze Zeit bas Bett verlassen konnte. Das „Verl. Tagebl." meldet aus Petersburg: Die Jnfluenzaerkrankung derZarin erweist sich als .ehr hartnäckig. Die Kaiserin hütet auf den Rat der Aerzte uus d. prcuß. Abgco.Srrelenyaus. Berlin, 11. Dez. Tart Nativnallibcralen haben es die preußischen Beamten zu banken, wenn endlich eünae Klarheit über bte Frage geschaffen ist, wann unb in welchem Umfange die prcuß. Beamtenbesoldungsreform erfolgen wird. In Beantwortung einer nattonalliberaleu Jnterpeckation, die von ber Regierung Auskunft über Zeitpunkt, Grundzage uno Umfang ber in ber Thronrede angekündigten Leamten- befoldungsvorlage forderte, erhärte Herr v. Rheinbaben: DaS Gesetz wird dem Haufe im Jahre 1908 unterbreitet »verben, es wird einen generellen Plan barftellen, der eine Ausbesserung der noch nicht berückftchtiglen Unrerbcancken- lategorten, der mittleren und eines großen Teils der Oberbeamten enthält. Das S.aatsministermm hat allerdings noch nicht gesprochen; aber ber Minister glaubte dort bie)e Zusicherungen machen zu dürfen, und er wird kaum aus dem hohlen Fasse reden. Nach mehr: Im Lause ber Be- jprechung ber vom National!cberalen Schisser begründeten Interpellation versicherte der Minister, daß gleichzei.ig mit Liefer Vorlage auch die Regelung der Gehurier der Geistlichen unb Lehrer das Haus beschäftigen werde. Daneben war von Interesse nicht nur für ule Beamten, sondern für alle Steuerzahler die Mitteilung des Ministers, daß die Regierung unter Umständen an eine Mo dis i- rierung des Kommunal st euer Privilegs der Beamten heranzutreten gedenke. Dies Privileg soll zwar nicht völlig beseitigt, aber doch eingeschränkt weroen, unb zwar so, daß bie Beamtenschaft dabei nicht schlechter fährt als bei dem heutigen Zustande. Die Besprechung der Interpellation, an der sich die Abgg. Frhr. v. Zedlitz (frk.), Tr. Friedberg (natL), v. o. Groeben (tuns.), Gyßling (jrf. Lpt.), Herold (Ztr.) unb Brömel (frf. Vgg.) beteiligten, kann die preußische Beamtenschaft mit ungeteilter Be.riedigung erfüllen. Alle Redner wetteiferten miteinander in der An- erfennung der Vorzüglichkeit unferes Beamtenmaterials und in der Vertretung der Interessen der Beamtenschaft. Und auch der Regierung kann man nach den heutigen Erklärungen ihres Vertreters nicht vorwerfen, daß sie es an Interesse für ihre Bcanrten und an dem WUlen, ihnen zu helfen, fehlen lasse; es gelang dem Finanzminister, mit seinen Darlegungen den Eindruck zu erwecken, daß bte Regierung unablässig bemüht ist, den berechtigten Forderungen der Beamten nachzukommen, unb daß an der Verzögerung der B-eamtenbefoldungSreform nicht Gleichgültigkeit oder gar böser Wille am grünen Tisch, sondern zwingende Umstände schuld sind. ____________________________________________ Er würde, wenn nicht AbhU.e zu scha.fen sei, selbst zurücktreten." Wir stellen je ft, daß diese Angaben in allen Einzelheiten unzutreffend sind, und daß sich ein Vorgang, wie der hier geschilderte, überhaupt nicht abgespielt hat. — DaS „Militär-WochenLI." meldet unterm 12. Dez.: Flügge, Generalleutnant, Inspekteur der zweiten Fuß- Artiuerle-Jnspeküon, wurde in Genehmigung seines W- schiedSgesuches mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt. Lauter, Kommandeur der vierten Fußartillerie- Brigade unter Besöroerung zum Generalleutnant zum Inspekteur ber zweien FußartUlerle-Jnspektion ernannt. — Nach zuverlässigen Informationen aus Abgeordneten- kreisen wird die Kommis,wn deS Abgeordnetenyauses für die Ostmarken-Vorlage den Entwurf noch in zweiter Lesu..g erledigen, auch wenn das Plenum morgen die Weihnachtsserien beginnen wird. — Der „ReicbsLnze.ger" meldet: Der König verlieh dem würüemöergisa'en G-neral der Kavallerie G^a,en von Zeppelin das Großkreuz des Roten Adlerordens. — Der Kronprinz stattete heute mittag einen längeren Besuch beim Reichskanzler ab. — Im Disziplinarprozeß wider den Gouverneur Horn wird das UrteU am 23. Dezember, vormittags 10 Uhr, verkündet werden. — Wie die „Voss. Ztg." hört, arbeitet die Neichs- regierung den Entwurf eines neuen Preßgefetzes aus, der entschieden liberalen Anschauungen entsprechen soll. — Wie bas „V. L." hört, wird bald nach Weihnachten im Kolonialamt unter dem Vorsitz des Staatssekretärs Dcrnburg eine Konferenz zusammcnireten, die sich mit den Gesu ndheilS ver h ä11nif sen der Eingeborenen in den Kolonie n befassen wird. Der Staatsfckvetär hat bei seiner Reise in Oftafcifa die Lieber» zeugung gewonnen, daß eine vernünftige Ziolonialpolink sich in er per Linie auf die Eingeborenen stützen müsse, unb -oaß es vor allem darauf aniomme, diese Eingeborenen zu erziehen, ihren Wohlstand zu heben unb sie gleichzeitig arbeitskräftig uno kaufkräftig zu machen. Einer Verbesserung iyrer ökonomischen Lage muß eine Verbesserung der Gejunohcilsver^ältn^ie vorangehen, und mit bcm Studium dieser Fragen soft die Konferenz sich befassen. Vertreter ber medizinischen Wissenschaften, der Handelswelt und der Misfionsgesellfchaiten sind zur Teilnahme au,gefordert überfahren. Es liegt eigenes Verschulden bor. Der erlitt ganz leichte Verletzungen. Letzten Sonntag, Gastwirt Lingner e;i Obbornhofen, 11. Dez. 8. Dez., sand hier im Saale des politische Bedeutung. . Der Bürgcrvercrn Gießen hielt gestern abend ^nn Neuen Saalbau eine außerordentlich stark besuchte öffentliche Bürger-Versammlung ab, in der Professor Dr. Biermer über den „Fall Dr. Dullo und seine rom mun a 1 p o liti s ch e Bedeutung" sprach. Nach «einigen einleitenden Worten des Vorsitzenden, Lehrer Val. Müller gab er dem Wunsche Ausdruck, daß die letzten .^tadtverordnetenwahlen zum Wohl der Stadt Gießen beitragen möchten. Das heutige Thema betreffe zwar Gießen nicht in erster Linie, aber es bel-andle eine Geldfrage und dle«e verliere an Schärfe, wenn sie öffentlich behandelt werde. Dies werde mit dem heutigen Vortrag beabsichtigt. Hierauf ergriff Professor Dr. Bi-ermer das Wort zu seinem Vortrag, den wir hier kurz wiedergeben, da wir rms wegen der allgemeüum Bedeutung des behandelten -Gegenstandes eine eingehendere Würdigung desselben vor- ^halten. Der Redner gab zunächst einen Rückbück über die Entwickelung der kornmunalpolillschen Verhältnisse Ofsen- -bachs, die sich zu einer reinen Parteiherrschaft ausgebildet hatten. Bürgermeister Dr. Dullo habe finanzielle Fehler gemacht und es sei zu bedauern, daß die Staats-regieruna, den Anschein habe, sich jeden Gingriffes enthalten wolle. Die Sache hege daran, daß die hessische Stüdteord- ^h^ fornrbedürftig sei. Es folgte sodann eine Dar- stelümg der Vorgänge, aus denen heraus sich der Fall Dr Dullo entwickelt hat. Die Aufnahme der letzten Offenbacher Stadtanleihe von 5 Millionen habe der Stadt durch dre ungeschickte Fassung des Vertragsentwurfs mit den Mauken der Stadt einen Verlust von 30 000 Mk. gebracht und ttm diesen Verlust wieder cm^noringen, habe dann der Bür^nneister sich auf Lombard- und Effektengeschäfte eingelassen, indem er durch Vermittelung des Agenten Wolf m Frankfurt gegen Lombardierung ausgesprochener Speku- Dekans die Bestätigung erteilt. Die Fünfziger von IE Die gestern abend rn den oberen Raumen des Hotels Kaiserhof stuttgefun- dene Versammlung der Altersgenossen 1858—1908 war recht gut besucht, durch die geschehenen Vorarbeiten konnte schon manches zu der am 14. Januar 1908 im Hotel Schütz stattfmdenden ersten Hanptversammlimg erledigt werden Der Wunsch aller Anwesenden war, daß sick/zu dieser KTr3 °IIc 1858a einfinden möchten. Daß bei den .Wucsgenossen ut letzter Versammlung schon eine recht! gemütliche und fröhliche Stimmung vorherrschend war s1* ?Vtc Kvrbedeutung der Feste von 1908,' Kellerfest Don eütem SroBcn Schlacht- und JtvHuL ull. . der H essische Landes verein vom Roten *1 e “5 onI. ätzten Mittwoch in Darmstadt unter dem Vorirtz des Oberkonsistorialhräsidenten Nebel seine ! e L ° mlung ab, die auch von auswärts viele Gaste auszuweyen hatte. Der Kassenbericht pro 1905/06 der 046 unb in Ausgaben mit 36180 Mk ab schließt, ergibt einen lieberschuß von 866.72 Mk Ferner ttrnrbe der KUssenbericht für 1906 nrit 31945 Mk. in Cun- nahmeu, ^.7 962 Mk. ut Ausgaben und 3982 Mk. llcberschuß und der Voranschlag für 1908 mit 19100 Mk. in Einnahme und Ausgabe genehmigt. An Stelle des ausqesch,-denen «Mbe die Forderung einer Durchsicht des tetr. 'öefcLttgung ibe§ Ägeutenlvesens bei Vermittelung städtischer Anlehen. Für die vorübergehende Anlegung inm Geldern empfehle sich der Verkehr mit soliden C?7?an^en r Schaffung einer Ausgleichsstelle für das Land etwa un Anschluß au die staatliche Hypotheken- bank in ähnlicher Weise, wie sie für die öffentlichen Spar- kassen bereits bestehe.- Des weiteren solle man mit der übertriebenen Geheimniskrämerei aufrmimen, namentlich in tytnanjimgen. Etwas anderes sei es mit Grundstücks--! ankaufen, Per)onalfrageu usw., wo man nicht verschwiegen genug sein könne. Schließlich verbreitete sich der Redner noch über das staatliche Aufsichtsrecht, das in Hessen vielfach scharfer fern könne. Gr schloß mit den zusammen- sa))enden Worten, die bisherige Haltung des Kreisamts verstehe er nicht und das Verhalten des Bürgermeisters! Dr- Dullo finde er zum mindesten sehr merkwürdig. Dem mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag folgte eine anregende Diskussion, in der hinsicbtlicv ^s hauptsächlichen sachlichen Inhalts keinerlei von bim Ansichten des Referenten abweichende Gesichtspunkte *ur Sprache kamen; wir kommen auf sie noch näher zurück. pass »ÜlttSfÄ»».«.?. 3"M ch cmen Händler eingeschleoot sei TQ;r 5 'N d-- L°°- Mitten? daß7-in?Einschl-p/üng X lausen d st / M t te ott^o u F^tt,c^ bn§ hundert« Werke von E. Leik Werkstätten der Optischen di- Leitz'schcn Werke mit Her ieü^^"v ° ^nhrcn befassen sich Anfänge der Kunst des (Sl? ?S d'°ftr Instrumente. Die a.s. “**• W« -L ÄÄ5 "A* ^^etzlos-Gehaag, 10 De' n • h o r de belagerte vergangenen Samstag unser ^örfehcn"und nöae!k i nIle§ 2^'“ 5U h-lßen, was' nicht L un! -*-*? »°> ’3“ b” Schul»-»-«-»,» I- Wm »,J „ „“'S ? * “ >;"• °° -- öum Jahre 1866 gehörte er iUl her 6Utt gsW&äSgg« t^r'teabCSrCI6^®l:lmi 2°hrhundcrtS fchi^ ei? btt fi Üpisii 1843?Ut- .-st L Rechts an der Universität mteruatwnalen Frankreichs ebgldct) Öanbe 1 örechts'‘ afe ormnbtrfiMiiSpa beä I langte, liegt seine tigentlitfr Sebeutunrr^d'i dedeutung KÄtrutt tyS’ssati warte m den Kan m«. Te?,!c7^ tÄ" ^in) s verbietet zwar dem B e such er ’ $b 1 Cjn‘ Der Snobismus 11 ■snsä: find'teu i Heimatlied gut zum B trag gebracht hatte, eröffnete Pfarrer Engel i>ic ,T ' sammlung mit einer kurzen Ansprache über den äni' olcher Abende. Hierauf hielt Pfarrer König von Bel lersherm einen interessanten Vortrag über die Rein, matron. Im Anschluß hieran wurde gemeinsam der ä. Vers es Lutherlredes gesungen. Darnach fand »och Lichtbrldcrvortrag „Wanderung durch das heilige omi Pfarrer Brill-Ober-Widdersheim statt, der mi? meinen Beifall fand. In einer Pause und zum Schlnk trug der.Gesangverein noch einige schöne Lieder vor 6 ioar dres die erste derartige Beranstaltung, die in unser» Gemernde gehalten wurde und der hoffentlich noch L andere folgen. 1 DtcIe U Aus der Wetterau, 11. Dez. Infolge hallenden Regenwetters führen die Flüßchen des Vogels sie die Täler und Wiese' der Wetterau zu überschwemmen drohen. Die )üdda in besonders bei Gronau und Vilbel hoch gestiegen. ern- I : \ rb? Der Verein Krankenpflege ... Wie uns von der ^ba hat sich neben der Anstellung einer Krankenschwe^ ,irf bre weitere Anfgn^ ^stellt, ein Krankenhau s zu l Mm. Dazu reichen seine Mittel bis jetzt nicht. £ lstoch 'st I-tzt dem Mangel einer Unterkunft für Krank- . dadurch abgeholfen, daß der Stadtvorstand dem S hn entgegenkommender Weise die alte Kleinkinder Ich ule zu diesem Zwecke überlassen hat. ES werden nun m unteren Stock zwei geräumige Zimmer eingerichtet mo™6 s" ^Dcfmf°ri etnc kleine Familie Wohnung er.' StMI/ die Beauffichtigung des Ganzen und in I Wesenheit der Schwester die Fürsorge für die Kranen ub-rnimmt. — Der neue Anbau an das Amtsgerichts- 8^ de ist nun unter Dach; dadurch hat das sog a(te e'" 8°NS verändertes Aussehen erhalten?ä' Samstag wurde die h ö h e r e B ü r g er schule bnrrfi » Schulrat Block aus Darmstadt revidi«t'1)u glÄ i ?"C Prüfung des Handarbeitsunterrichts der Bolkchchule durch zwei Dameu i,nd Schulrat Scher'statt ...,A N'eder-Oh men, 11. Dez. Die Zig eures Wahlen mit Vorliebe die Grenzgebiete der Leise, um schnell die Grenzen zu überschreiten, wenn der Boden ihnen zu heiß geworden ist. So lagerten dieser Tage in dem naßen Bernsfeld und hier sieben Wagen der ar" bertsscheuen Wanderer, und im Walde bei Büßfeld drei tei‘?Trf,e,f'ihbtC amatt Wagen nur Kinderivägelchen L. * 5 l^h^len. Was für ein Obdach bei diesem Sturni- und Regcnwettcr? muß man unwillkürlich fragen Die umliegenden Ortschaften sind allerdings wenig erfreut über diefe langfingrigen wandernden .Gesellen. SF„rf»^ro6/ei^en' u- 3cä- Was für unverfrorene Belchen unter den Handwcrksburschen Vorkommen die ziehen""al?'"son»'° s W allf den Landstraßen «St da b ? ' ?rTU§r • et" h'esiger Schmiede,neister. Stammt bn dieser Tage ein Handwerksb ursche in eir.c Schmiede, stellt sich ihm als Schmied vor und bittet m eine milde Gabe. Der Schnriedemeister fragt den frem- iu !eirtert ^aP'c»i’- Danach habe er nichts rnortete tefi a8 ?tefer- Der Schmiedemeister anb Da erasitt b ® bann auch nichts zu gebeu brauche. “8rtr.f der Bur,che e,ue lange Eisenstangc und bedrohte vuntt^ar°»nd mit der Drohung, .hm später den Stand" punkt klar öu machen, verlaßt er die Schmiede den SW 1 ' terb ~ ein^a9enb- In seinen Handwerk? toct,m,eb °uf einem kürzeren Seitenweg rhebend Li'"uo''^b "?°b5"^9° bei ber Gendarmerie eryevend. ^>tc naym den G.:b, gesellen in Emviana un!» transportierte ihn nach Grünberg in das GZ^ S^i?C8?bSC6' TT* G!iß'voll-nÄ inr9b1,iUnXrDnI,r‘VI§ sinec bei" tüchtigsten Jäger. Durch lerne Anipr.chslopgkeit und persönliche Tüchtigkeit bat er lic^ ou» kleinen Verhältnissen zur Wohlhabenheit enwor» BKX ■* *• ™ ÄK Reu. chirurgische Klinik. „„„ m, . ---------- «... ~JircfnoH der chirurgiicyen Klinik mitgeteilt wird, soll biePie toeitere Aufgabe gestellt, neue Klinik der allgemeinen Besichtigung zugänglich gemacht " werden, und zwar wird der Besuch nächsten Samstag und Sonntag zwischen 2 und 4 Uhr für jedermann geltnttct jein. Da die Klinik zum großen Teil schon belegt i;t, können selbstverständlich mcht sämtliche Räume geöffnet werden, doch i,t dafür Sorge getragen, daß die Besucher einen vollständigen Ueberblick übet die Einrichtungen der Klinik gewinnen. ka5 Bett. Auch Großfürst Mkolai Nikolajewitsch ist an Influenza erkrankt. Hongkong, 11. Dez. Die Rcgierungstruppen chahmen die von den Aufständischen kürzlich besetzten drei jBefestigungen zwischen L u n g s ch o w u n d L a n g s o n nach blutigen Kämpscn, die zwei Tage und zwei Nächte währten, lieber ein. Beiderseits waren die Verluste groß. N e w y o r k, 11. Dez. (Auf Deutsch-Atlantischem Kabel.) iI^i dem Bezirk Pickens im Staate Alabama ist ein Rassenkampf zwischen den Weißen und d-en Negern ausgebrochen. Es wird gemeldet, 25 Neger feien getötet, fünf Weiße und viele Neger verwundet worden. ,Me Wvhnräume der Ne§er seien in Brand gesteckt Worden. Aus Stadt und Land. ' Gießen, 12. Dez. 1907. 2er Fall Dr. D«Üo in Offenbach «nd ferne kommunal- Die Lehrerinnengehälter. Die von uns bereits angekundigte Regierungsvorlage über die Erhöhung der Gehalte der Lehrerinnen ist nach der „Darmst. Ztq." ^anbftänben inzwischen zagegangen. Die vorae- schlagene Erhöhung, die in jeder Gehaltsstufe 100 Mark beträgt, soll am 1. Slpril 1908 in Kraft treten * Dekan-Stellvertreter. S. K. H. der Gro'ß- yerzog haben der durch die Dekanatssynode des Deka- u°ks ÄEßen^ für den Rest der im Jahre 1908 ablaufen-! ~vutvu4.uicc.umj auegeiprocycner ispeku- ^vklzogenen Wahl des evangelifchen Pfar- laUonspapiere jKaiferhosaktien) Darlehen aus den zurzeit “r.§ ab“m ®1 u d Heuchelheim zuni Stellvertreter des disponiblen Anleihemitteln gab. Das sei als ein leicht- ^‘,,nna -----— ftmnges Ilnterirehmen zu bezeichnen, das kein Privatbantier, >Nch,^gc denn ein städtisches Gemeinwesen mit gutem ^mffen tmn dürft. Es handelte sich nm Kaiserhofaklien ^^°M'V°kwe^ do» 540000 Mk., wogegen die Stadt 500000 M«k belieh Es fanden inzwischen Zwangsverkäuft statt, so daß dm Stadt ,cht noch über 300000 Mk. zu bekommen M. Wenn dm Men jetzt zum Kurswert verkauft wer- den, hat dm Stadt cmen Verlust Vvn 56 000 Mk daiu dm 30 000 Ml. Anleiheoerlust, und event. Leiäre M000 ML, toetm dm restsiche ti Millionen-Anleihe zu den B^rngungM des 5 Mtllronen-Darleh-ns zustande Lmmt Souders widrigen Umständen etwa 24000 ML Zrnftn. Ob. dm Stadt durch eine inzwischen au>genommene Sicherheitshypothek und eine etwa trf.u.bT’i’™? 'S1 ”^T"bc ^egreßpflicht des Maklers Wolf fchadlos gehalten w«d,.tezw. mit einem blauen Auge davon- Lommt, ist ungewiß. Bürgermeister Dr. Dullohält diel Mböor^nt>mnKm£ Finanzoperation für ein ganz wbM-dgeschaft, wm es die Reichsbank und rede A^dskasse mmk^. Das fei vollstäuüig unrichtig. Auch chnst seren noch nrcht oollgeöeckte Mtinrobelechungen anl und zwar zu ei7en, außer- ämsfuß. Das ganze fti eine unglaub-! ir^e ^i^wut]d)a\t iutb wenn )ie in einer preußischen Stadt! ff^gtware, ,o wäre der Bürgermeister sicher teZqraEck NMEndrertivorden und eine Zwangsverwaltung eMtzt ------------tenberg und Grebenhain Gg. R u h l zu Ortenberg L ä). iHaas zu Grebenhain m gleicher Dienfteiaenscknist s;n Bezirkskassen Pfeddersheim, Be rn. Ortenb ra vlr tz unb den Assistenten ber der Bezirkskasse Mainz ILMoritz S e r tz I gU Mainz zum Bezirkskassierer der Bezirkskasse Wöllstpkii ^-Erlebigt ist die 6611^^1 unb die Assrstentenstellc bei der Bezirkskaiie ta ms- *• “ fw1 n bre Gemeindeschule zu Bubenheim. ° V r e r st e l l e an L - . f'ni): Eine mit einem evang. Qe6rcr -» be,etzende Lehrstelle an der Gemeindeschule ,n°Ri-d-r»" b®Cnl treffenden Lehrer können die Funkt,m,en wertem * 0-gen besonder- Vergütung übertragen 1 tmfcbcr große Mathematiker und Physiker Gauß dem kaum 1 Drciundzwanzigjährigen seine Anerkennung nicht versagte. Karl Kellner i|t der Erfinder des nach ihm benannten Okulars, das noch heute sehr viel verwendet wird. In dec von i jhm 1850 begründeten Wcrkstätte beschäftigte er sich zunächst mit der Herstellung kleinerer Fernrohre, bis mit dem Jahre 1852 die Fabrikation des Mikroskops in den Vordergrund trat, Karl Kellner wurde nur 29 Jahre alt, am 13. Mai 1655 starb der hochbegabte Mann, den das Leitz-Werk nicht ohne Stolz seinen Gründer nennt. Ein Lorbeerkranz schmückt heute feinen Grabhügel. Die Produktion der Mikroskope betrug 1861 etwa 70 Stück, im Jahre 1887 wurde das 10 000. Mikrostop fertiggestellt, 1898 betrug die Zahl bereits 50 000, heute 100 000, ein wahrhaft großer Erfolg industriellen Schaffens. Die Zahl der beschäftigten Mechaniker, Optiker und Hülssarbeiter beläuft sich auf 549. ]f Marburg, 11. Dez. Unter Beteiligung aller Bevöl- lkerungskreye fand heute abend in den Stadtsälen die allgemeine Feier der siebenhundertsten Wiederkehr des Ge b u rt s t a g e s der heiligen Elisabeth, die bekanntlich hier in Marburg lebte imb starb, statt. i ^tantfurt o. M., 11. Dez. Der Ortsverein Frankfurt des Verbandes mittlerer Reichs-Po st- und Delegraphen-Beamten hat in seiner letzten Hauptversammlung beschlossen, mit Rücksicht aus die anhaltende Teuerung unb die damit nicht int Einklang stehenden Beamlengehältcr auch in diesem Winter von allen Festlichkeiten abzu- fehen, die mit nennenswerten Ausgaben. für die Mitglieder Verknüpft sein könnten. Im Stadtwalde wurde von der Polizei ein junger Mensch festgenommen, der wiederholt Passanten belästigt hatte. Es stellte sich heraus, daß er an religiösem Irrsinn leidet. Er kam in die Irrenanstalt. — Weiter wurde ein jüngerer Mann, der in der Rächt zum Dienstag auf idem Schillerplatz, nur mit einem Hemd bekleidet, herurn- 'spazierte, in die Irrenanstalt cingeliefert. X. Hanau, 11. Dez. Bei den heute zu Ende ge- Ncurgenen Stichwahlen zur Stadtverordnetenversammlung in der dritten Wahlabteilung erhielt )ie bürgerliche Kandidatenliste 2194, die sozialdemokratische 2048 Stimmen. Durch diesen bürgerlichen Sieg find die aus dem Stadtverordnetenkollegium ausgeschie- .denen Führer der hiesigen Sozialdemokratie, die wieder auf der Kandidatenliste standen, u. a. Reichstagsabg. Hoch, nicht wiedergewählt. Die Zahl der sozialdemokratischen Stadtverordneten betrug bisher 9, durch die jetzt vollzogene Wahl verringert sich die Zahl auf 5. ^Gouverneur Horn vor dem Disziplinargericht. d. Berlin, 11. Dez. Vor dem kaiserlichen Tlsziplmarhoi für Sie Schutzgebiete hat sich heute der Gouverneur von Togo, Waldemar Horn, wegen Verletzung des Reichsbeamteugesetzes verantworten. Der der Anklage zu Grunde liegende Fall liegt bereits 87, Jahre.zurück und erregte seinerzeit in Togo große Entrüstung. Den Vorsitz jührt Kammergerichtspräsident L i s c o , die Anklage vertritt Geh. Legationsrat Goldinelli,- während Juslizrat Dr. u. Gordon als Verteidiger des Angeklagten fungiert. Der Verteidiger macht Mitteilung von einer Erklärung des Herrn W i sl n b a, bet, zu dem Angeklagten in keiner Beziehung steht, imb worin Wistuba behauptet, daß unter allen Gouverneuren, die in Togo gewesen seien, gerade Horn die Eingeborenen mit besonderer Humanität behandelt habe, so daß sie ihm besonder? geneigt waren unb ihm öfter Ovationen brachten. Der Verteidiger nimmt an, daß das Gericht diese Tatsache als wahr ansieht, da er sonst geneigt märe, Wistuba als Zeugen laden zu lassen. Die Verhandlung wendet sich nun dem Falle Z e d u zu. Wie der Berichterstatter hervorhebt, hat er sich am 19., 20. und 21. März 1903 in Togo Zugetragen. Folgender Tatbestand sei erwiesen: Horn hat den Zedu, der sich weigerte, das Versteck des Geldes anzugeben, auf eine einen Meter hohe Cteinpyranude treten und ihn mit nach rückwärts gebogenen Armen und mit fest zusammengeschnürten Ellenbogen und Handgelenken, sowie mit zusammengebundenen Füßen em einen Flaggenmast binden lassen. Zedu schrie laut und Die Schmerzensrufe wurden von dem Angeklagten gehört. Nach smer halben bis dreiviertel Stunde sagte Zedu, er wolle das Versteck des Geldes angeben. Er wurde darauf auf Anordnung des Hauptmanns von Döring losgebunden. Da aber an der bezeich- »eiert Stelle das Geld nicht gefuiiden ivurde, ivurde Zedu wieder put die Steinpyramide gestellt tuid festgebunden, allerdings etwas lockerer. So stand er eilten ganzen Tag über, den Strahlen der Sonne preisgegeben. Der Angeklagte beobachtete ihn genau, ja er ging von Zeit zn Zeit zu ihm hin und sprach mit ihm. Zedu schrie Immer lauter. Zu einem Zeugen hat der Angeklagte gesagt: „So ein abgebrühtes Schwein. Haben Sie bei ihm schon einmal eine Trane gesehen?" — Tie Nacht brachte Zedu ebenfalls am Flaggenmast zu, wobei er sich auf den Steinen zusammenkauerte. Es ist sicht erwiesen, daß Zedu während der Fesselung etwas zn trinken gekommen hat. Am Morgen des 21. trat der Angeklagte an Zedu leran. Er sand ihn gänzlich erschöpft vor, ließ ihn aber ntd)t lo5» finden. — Das Urteil soll am 23. Dezember verküiidet werden. LSttiVerjitäts-Ncrch richten. Göttingen, 11. Dez. Die Gesamtzahl der im laufenden ßVinterserncster immatrikulierten Studierenden beträgt 1857 (gegen B12A L Ä tober 1907 begonnen. Gießen, den 4. Dezember 1907. Großherzogliches Amtsgericht. Bekanntmachung. In das Handelsregister Abt. A. wurde eingetragen bezüglich der Firma Hermann Katz IV. in Gießen: Das Geschäft ist auf die Kaufleute Joses genannt Jillius Katz und Max Katz übergegangen, welche dasselbe als offene ,Handelsgesellschaft unter der feitherigen Firma weiterführen. Die dem Josef genannt Julius Katz erteilte Prokura ist hiermit erloschen. Die offene Handelsgesellschaft hat am 1. Ok- Lautsagrmg. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei m dem schweren Verluste unseres lieben, unvergeßlichen W Sohnes p Heinrich und für die vielen Blumenspenden, sowie zahlreiche Be- E glcituna zu seiner letzten Ruhestätte, besonders Herrn M Pfarrer Gußmann für die trostreichen Worte am Grabe U sagt herzlichsten Dank 09400 K Die tieftrauernde Familie Brück. ...... Mainzlar, den 12. Dezember 1907. ' Bekanntmachung. Der Plan über die Errichtung einer obcrirdifwen Telegrapben- Ünie an der Landstraße von Weickartshain nach Lardenbach (km 3,8—5,2 der Kreisstraße) liegt bet dem Kaiserlichen Postamt in Mücke (Hessen) von heule ab 4 Wochen aus. Darmstadt, 11. Dezember 1907. D32/„ 1 Kaiserliche Ober-Postdirektion. I. V.: x Dingeldey. 1858 im Wintersemester 1906/07). Davon zählt: die evang.-theologische Fakultät 102 (gegen 100), die juristische 441 (443), die medizinische 188 (189) und die philosophische Fakultät 1126 (1126). Der Staatsangehörigkeit nach sind: 1276 Preußen (darunter 762 Hannoveraner), ferner 439 aus den übrigen deutschen Staaten (darunter 133 Braunschweiger), schließlich 142 Ausländer (darunter 44 Russen). Außerdem haben die Erlaubnis zum Hören der Vorlesungen vom Prorektor erhalten 221 (gegen 183)., Die: Gesamtzahl der Berechtigten ist mithin 2078 (gegen 2041). Marburg, 11. Dez. In der theologischen Fakultät habilitiert sich am 14. ds. der Stadtpsarrer und Dekan a. D. Lic. theol. Rudolf Günther mit einer Antrittsvorlesung über „Das deutsche Ehristenlied des 19. Jahrhunderts". Litercrriscyes. Kein Büchlein erscheint uns für eine Mutter geeigneter, ihrem Kinde daraus die notwendige sexuelle Auskla- rung, worauf es ein Recht hat, zu vermitteln, als das bei Alfred Köpelmann in Gießen im 5.—10. Tausend erschienene Schristch en: Mutter un d Kind. Wie man heikle G egen st ändemit Kindern behandeln kann. Die Zartheit der Darstellung und das pädagogische Geschick der Verfasserin kann nicht wohl übertroffen werden, womit sie die Unterweisung in diesen ernsten Lingen der körperlichen und geistigen Verfassung des Kindes jeweils anzupassen und sie mit seiner zunehmenden Reife schrittweise zn erweitern versteht. Professor Dr. Georg Sticker, der in Gießen wohlbekannte und hochgeschätzte hervorragende Arzt, hat dem Büchlein eine Einführung mit auf den Weg gegeben. v-e'.riizchtes. * Der Kinematograph als Verräter. Ein Geschäftsmann mußte zu seinem großen Leidwesen während seiner vielen Reisen seine schöne junge Frau sich selbst überlassen. Besonders erschwert wurde dem Gatten der Abschied jedesmal dadurch, daß er glaubte, Ursache zur Eifersucht zu haben. Wiederholt war er schon unerwartet von seinen Reisen znrückgekchrt, um seine Gattin zu überraschen, allein die Teure harrte stets seiner Rückkehr in Liebe und Treue. Trotzdem nagte der Wurm der Eifersucht nach wie vor an seinem Herzen. Eines Tages weilte der eifersüchtige Ehegatte in einer größeren Stadt, u:rd um sich die lauge Zeit seines Aufenthaltes etwas zu verkürzen, beschloß er, einer kinematographischen Vorstellung beizuwohncn. Es wurden nach einigen langweiligen Sachen auch verschiedene mehr als pikante Szenen vorgeführt. Ter Besucher ließ die Bilder mit gelangweilter Mene an sich vorüberziehen, griff jedoch endlich, da er sehr kurzsichtig war, halb mechanisch nach seinem Opernglas. Wer beschreibt seinen Schreck, als er in einer der pikantesten Szenen seine Gattin und deren „Hausfreund" erkannte. Sofort veranlaßte der betrogene Ehegatte den Besitzer, ihm den Film zu überlassen, und mit diesem Beweisstück ausgerüstet, trat er schleunigst die Heimreise an. Alle Zärtlichkeiten der Gattin prallten wirkungslos an ihm ab, und am nächsten Tage reichte er die Scheidungsklage ein. — Es wird ein interessanter Scheidungsprozeß zu erwarten, sein, in dem die Vorführung des Films ein stummes, aber trotzdem beredtes Zeugnis zugunsten des so schmählich Betrogenen.ablegen dürfte. Kleine Tageschrouik. In Lohne (Oldenburg) zertrümmerte ein dreizehnjähriger Schulknabe einem gleichaltrigen Spielkameraden im Streite mit einer Eisenstange die Schädelbecke. Aus dem Picardiemuseum in Amiens würben acht Dil- b er alter Meister im Werte von über 300000 Franks gestohlen. Tie Diebe kletterten an dem Blitzableiter hinauf unb drangen vom Dachboden aus in das Museumsgebäude ein. Ter Prinz von Ligne dementiert die Gerüchte, wonach die Prinzessin von Signe eine Supfkription organisiert haben soll zur Sammlung von Geldern um den Verkauf der Juwelen der verstorbenen Königin Henriette von Belgien zu verhindern. In Mailand stürzte, sich der bedeutende Seideninduftrielle Seth Grob in einem Anfalle von Neurasthenie zum Fen st er hinaus. 1 Ein Erdbeben richtete in Nikder (Türkei) nicht unbedeutende Verluste an. Die Ortschaft Olu-Kischleh wurde zu drei Vierteln zerstört. Ta auch die stehengebliebenen Häuser unbewohnbar waren, suchten die Einwohner, 800 an der Zahl,: Zuflucht in Höhlen und Grotten. Durch einstürzende Mauern wurde ein Kind getötet. Auf dem Telegraphenamte in Sta m bul (Türkei) wurden Veruntreuungen in Höhe von fast 109 000 M. entdeckt. Ter betreffende Beamte Kenau Bey eignete sich diese Gelder im Laufe mehrerer Jahre aus den Einkünften der Auslandstelc- grammc an. Wie aus Philadelphia telegraphiert wird, sind im mittleren und östlichen P e n n sty l v a n i e n, infolge Hochwassers des Delaware unb des Schrylkill-Flusses, sowie ihrer Nebenflüsse große Landsrrccken und zahlreiche Städte überschwemmt. Bei Mifflinville wurde eine noch nicht ganz vollendete Brücke durch die Fluten fortgerissen, wobei llArbeitcrertranken. Besonders schwer ist die Stadt Benton vom Hochwasser betroffen. Es besteht die Gefahr, daß ihre Häuser, soweit sie nicht massiv gebaut sind, sortgesä)wemmt werden. Betämrtmächrmgl Der Voranschlag der Plockifchcn-Stiftung für 1908 liegt vom 11. Dezember ab 8 Tage lang auf dem Armenamt, Neuen Baue 25 zu Jedermanns Einsicht osten. Gießen, 30. November 1907. Bu/12 Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. ______________________Keller.______________________ BekttNMwKKMNU ' Die Rechnung der Plockischcn Stiftung für 1906 liegt vom 11. Dezember 1907 ab 8 Tage lang auf dem Ärmenamt, Neuen Baue 25 zu Jedermanns Einsicht offen. Gießen, 30. November 1907. Bu/i2 Die Armen-Deputation der Stadl Gießen. ______________________Keller.___________________ BetarrurttlaHnug. Der Man über die Errichtung einer oberirdischen Telegraphenlinie in Stockhausen bei Akucke (Hessen) liegt bei dem Kaiserlichen Postamt in Akücke (Hessen) von heute ab 4 Wochen aus. Darmstadt, 11. Dezember 1907. Kaiserliche Ober-Postdirektion. I. B. _____________________Dingeldey._________________D13/n Betrnmtmachung. Der Plan über die Errichtung einer oberirdischen Telegraphen- llnie an der Landstraße von Beltershain nacy Reinhärdshaui liegt bei dem Kaiserlichen Postamt in Grünberg (Hessen) von heute ab 4 Wochen aus. Darmstadt, 11. Dezember 1907. Kaiserliche Ober-Postdirektion. I. V. ______________________Dingeldey.________________[Plä/i2 Bekanntmachung. Der Plan über die Errichtung einer oberirdischen Telegraphen- linie an der Landstraße von Ettingshausen nach Harbach liegt bei beui Kaiserlichen Postamt in Grünberg (Hessen) von heute ab 4 Wochen aus. Darmstadt, 11. Dezember 1907. DI2/r Kaiserliche Ober-Postdirektion. I. V.: Dingeldey. Märkte. Gießen, 11. Dez. Viehmarkt. Bei dem am 10. und 11. Dezember abgehaltenen Markte waren ausgetrieben 971 Stück Nnidvleh unb 225 Schweine. — Der nächste Markt findet am 14. unb 15. Januar 1908 statt. Limburg a. d.L., 11. Dez. Fruchtmarkt. DurchschnittspreifL pro Alalter. Jtotcr Weizen (nass.) 17,76 Mk., weißer Weizen 00,00 Mk., Korn 15,00 Mk., Gerste 11,16 'Mk., Hafer 8.08 Mk., Erbsen 0,00 Mk^ Kartoffeln 4,80 Mk. ic. Fränkin r t a. M., 12. Dez. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Vieh Marktpreise. Zum Verlause slanben: 18 Ochsen, 2 aus Oesterreich 3 Bullen, 0 ans Oesterreich, 86 Kühe, Fersen, Stiere unb Ninber, 00 aus Rumänien, 843 Kälber, 286 Schafe unb Hämmel, 18 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 0 Schastämmer. Bezahlt ivurde für das Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1 Qualität 78—80 Mk. 2. Qualität 71—73 Alk., 3. Qualität 60—63 Mk.; Bullen 1. Qual. 69—71, 2. Qual. 65—67; Rühe 1. Qualität 71—72 Mk., 2. Qual. 65—67 'Mk., 3. Qual. 50—54 'Mk., 4. Qual. 00—00 Mk., 5. Qual. 00—00 Alk. Kälber l. Qual. 93—95 Pfg., Lebendgewicht 54—57 Psg., 2. Qualitär 80 —85 Pfg., Lebendgewicht 45—50 Pfg., Schlachtgew. 60—68 Pfg.; Schafe: l. Qual. Schlachtgew. 78—U0 Pfg., 2. Qual. 60—64 Psg. — Geschäst bei Hornvieh gut, Uebet- stand unbedeutend; bei Kleinvieh gut, Uederstand unbedeutend. Spie plan des Aeuen tz-lißener Stavlryearers. Sonntag, nachmittags 31/, Uhr, bei kleinen Preisen: „Der Tieb." Ende nach 6 Uhr. Abends I1]» Uhr, bei kleinen Preisen: „Die Ehre" von Sudermann. Ende gegen IO1/* Uhr. Dienstag, 8 Uhr: 10. Dienstag - Abonnements - Vorstellung : „Der Herr Senator." Lustspiel von Schönlhan unb Kadelburg. Ende gegen 10^Uhr. Mittwoch, abends 7 Uhr: 10. Attttwoch-Abonnenienls- Vorstellurig: „Die lustigen Weiber von Windsor". Ende gegen 10 Uhr. Freitag, 8 Uhrl 9. Freitag-Abonuements-Vorslellung: „Der Herr Senator." Mrehliche Evangelische Gemeinde. Donnerstag den 12. Dezember, abends 8 Uhr, im Matthäus- faal: Bibelstunde. Offeub. JohS. Kap. 17. Pfarrer D. Schlosser. Israelitische ReligionSgemeindc. Hottesvieuü in der Syungoge (Südanlage). Samstag den 14. Dezember 1907; Vorabend 4.30 Uhr. Morgen s 9.00 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Schrifterktärnug. Sabbatausgang 5.15 Uhr. Fsraelitische Religionsgesettschast. Gottesdienst. Sabbalfeier am 14. Dezember 1907: Freitag abend 4.00 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Sabbat-Ausgaug 5.15 Uhr. Wocheugottesdieust: morgens 7.00 Uhr, abends 8.00 Uhr. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Freitag den 13. Dezember: Abnehmende Bewölkung. Nachlassen der Niederschläge^^__ GrögittLk-DratztmeLdungerr« Mailand, 12. Dez. An amtlicher Stelle zeigt man sich wegen der starken Zunahme der Rückwanderung der italienischen Auswanderer sehr beunruhigt In Neapel und Genua treffen saft täglich Italiener aus den Verein. Staaten ein. In den letzten Tagen sind 50 000 Italiener in die Heimat zurückgekehrt. 100 000 sind noch unterwegs. London, 12. Dez. In der Nähe von NewcafUe fiel eine brennende Lampe in einen Eimer mit Pnlver, während ein Grubenarbeiter mit der Herstellung von Patronen beschäftigt war. Es erfolgte eine Explosion. Das Gebäude flog in die Luft. Der Arbeiter und seine Frau wurden getötet. Stockholm, 12. Tech. Dr. Laveran, der Inhaber des Nobelpreises für Medizin, hielt einen beifällig ansge- uommenen Vortrag über seine Versuche mit Pro^oen. Lissabon, 12. Dez. Unter den Oppositionsparteien gelangt immer mehr der Einfluß der gemäßigten Elemente zur Herrschaft. Die Nationalisten unb bic Klerikalen, bic bisher scharfe Gegner des Ministerpräsidenten Franco waren, zeigen sich jetzt bereit, Wahlabkommen mit diesem zu treffen. Belgrad, 12. Dez. Der serbische Minister des Aeußern befaßt sich mit der Neubesetzung verschiedener Gesandt en posten. Zum Gesandten in Berlin wurde der jetzige Gesandte in Rom, Milanowitsch, ernannt. Petersburg, 12. Dez. Der Anarchist Tschaikowsky ist in Finnland verhaftet worden. Tokio, 12. Dez. Die Arbeiten für bic Weltausstel- lung im Jahre 1912 werben eifrig betrieben. Bis jetzt haben vier auslänbische Mächte, barunter Deuts chlanb, ihre Beteiligung zugesagt. Den fremden Ausstellern sinb 5 Sektionen zugewiesen worben. Die japanische Regierung plant im Anschluß an bic Ausstellung bic Veranstaltung einer internationalen Konferenz für medizinische Wissenschaften in Tokio. Bekanntmachung. Der Plan über die Errichtung einer oberirbstmen Telegraphen- luuc an der Lanbstraße von Villlngen nach 9connenroih liegt bei dem 5laiserUchen PostanN in Hungen von heute ab 4 Wochen aus. Larmsiabt, 12. Dezember 1907. Kaiserliche Ober-Postbirektion. Dö/i. I. V.: ______Dingelbey._____________________________ BekamMnaHm. Der Plan über die Errichtung einer oberirdischen Telegraphen:- littic an der Landstraße Grünberg — Huugen, von der Straßenkreuzung bet Münster bis Röthges, liegt bet dem Kaiserlichen Postamt in Laubach (Oberhessen) von heute ab 4 Wochen aus. Darmstadt, 11. Dezember 1907, D12/15 Kaiserliche Ober-Postdirektion. ____________________I. B.: Dingeldey.______________ Bullen- und Edev-Bertauf. Die Gemeinde Bmlhardsfeldcn verkauft einen Eber und einen zum Schlachten geeigneten Bullen, unb dies soll im Wege schriftlichen Angebots geschehen. Offerten können bis zum 16. Dezember 1907, vormittags 11 Uhr, bet aus eingereicht werden, um welche Zeit die Eröffnung derselben stattfindet. Bei dem Eber wird auf das Ganze, unb dem Bullen auf pro Zentner Lebendgewicht eingereicht. Die Verkaufsbedingungen liegen zur Einsicht bei uns offen. Diejenigen, welche schöne, dienstfähige, junge Vogelsberger Btillen zum Verkaufe haben, wollen sich bei uns melden. Burkhardsfelden, am 11. Dezember 1907. Großh. Bürgermeisterei Burkhardsfelden. Hoffmann. 7622 . ^Massige, gut.emgesüyrte Unfall-, Haftpflicht- und Wafser- iLlLungstchadcu-Vernch.-Gciclbchatt sucht stir Gießen und Umgebung rührigen, talträstigen r Vertreter welcher über gute Beziehungen verfügt, und gewillt ist, sich der Hebung des uorpanoenen Geschäfts durch persönliche aeauisitorische Tatigte'.t energijch zu widmen. Oßerten mb. C 1273:4 an Haaien- Uciu L Vogler, Ül.-G., Frankfurt a. M. erbeten. er-Gruvve. Vormittags von 11-1 Uljr Frühsciw^g bei freiem Gmtntt ° 5 Zimmer j Cteta-W< *4 Zimmer Telephon Nr. WO. WirtschrrfL des K. Rau. 1. 7612 Prompte Bedienung. sowie alle in das Glafcrfach Seltersweg 12 7625 & Zimmer Verschiedene Emil Karn, Zchulüraßk. JLt&den etc. Schöner Vaöen zu ueruucien. äheres Bleichstr. 15. (>428 M- ul ffetaal <^LLorrer)röreich. ^andstädtchen a- %U Gerichts- sitz, ist altemgeführtes Beamten familie (3 erwachsene iz» w <*.» w Normal-Hemden Mocco-Hemden •Hosen*. -Jacken geeignet, an. Fei Aug.'Waag Seltersweg 60 und Rreuzplats 6. . 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