Erstes Blatt Gießener Anjeige monatlich 7b Ps^oierlel- A. ▲ jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- ll Zweigstellen Ä ▼ monatlich 65 Pf.; durch 157. Jahrgang Mittwoch IS. September 1907 Bezugspreis, »weirnal wöchentlich das Kreisblatt für den Kreis Kietzen. Fernjprech-An- jchluß!. d. Redaktion 112 Verlag u. Expedition 51 yrr. 319 auber Sonntag». Dein Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit de." hessischen Landwirt die Siebener Kamillen- blätter viermal in der Woche de,gelegt und I die Post Mk.2.— viertel- fährt. ausschl. Gestellg. ' / Zeilenpreis: lokal IbPf^ auSwärU 20 Pfennig, Derantwortlich i ms»” _ d < '***' g’ "" iür den politischen Teil: General-Anzeiger für «vderhchen -MZ «'°°rmm°A"iou'h7 Hotatlonsöruff undvrrlag dervriihl'schen Univ.-Such- und Steindruckerei. B. Lange. NedaMon, Expedition und Druckerei: Schulstratzi 7. Der nächste Punkt der Tagesordnung betraf die In der Ausstellung demonstrierte der Dresdener Augenarzt Dr. F-ritz Schanz eine neue Vorrichtung am Gewehr, das S p i e g e l v i s i e r. Aeltere Herren kommen ost mit der Klage, daß sie oeini Schießen llicht mehr die Kimme des Visiers erkennen können. Ihre Augen sind vollständig gesund. Dieser Uebelstand ist einzig durch die mit dem Aller sich einstellende Abnahme der Akkomodation net, sich gegen die Zwangsorganisation deS Handwerks wendet und ihm die Selbsthilfe empfiehlt. Fuchs-Quersurt befürwortete einen Antrag, der sich gegen die staatliche Unterstützung der Genossenschaften richtet. Nach einer kurzen Debatte wurde der Antrag Doormann angenommen, ebenso der Antrag So- chaczewski und ein Antrag Königsberg zugunsten der Neuregelung der Beamtenbesoldung. Dagegen wurde der Antrag Fuchs ab gelehnt. Es folgen die Anträge zur Arbeiterf^rage, in denen ein umfassendes Programm sozialen Fortschritts niedergelegt ist und angenommen wird. (Sih Antrag Pitsch- Berlin zugunsten des zehnstündigen Maximalarbeitstages wird dem geschästs führend en Ausschuß überwiesen. Am heutigen letzten Verhandlungstage wurde ein Antrag Dr. Müller-Sagan, der baldigste Verwirklichung der vollen staatsbürgerlichen Gleichberechtigung fordert (Beseitigung der Bevorzugung des Adels und der Zurücksetzung der Juden), einstimmig angenommen. Zur Schulpolitik lagen Anträge vor auf Förderung des gesamten Schulwesens, wobei im einzelnen gefordert wird: vollständige Durchführung der Unentgeltlichkeit das Volks- schuiunterrichts, Durchführung der Fachaufsicht, Bekämpfung der konfessionellen Gliederung, Beseitigung von Stanves- schulen, Ausrechrerhaltung und Ausgestaltung der Rechte der Selbstverwaltung an den Schulen, bessere Lehrerbildung, zeitgemäße Lehrerbesoldung, Beseitigung jeder Sonoerstellung der Volksschullehrer im össentlichen Leben, zum höheren Schulwesen insbesondere eine stärkere Berücksichtigung nwderner Bildungsmittel, zum Hochschulwesen eine gründliche Reform, u. a. bezüglich der Honorare für die Dozenten wie der Besetzung der Professuren und der Erteilung der Lehrausträge, bessere Ausstattung der für die Wirksamkeit der Hochschulen noiwendigen Institute. U. a. hob in der Diskussion Abg. Dr. Müller-Sagan hervor, manche Hochschullehrer bezögen noch nicht so viel Gehalt, wie ein Außenputzer im Berlin er Baugewerbe! In den alsdann angenommenen Anträgen erklärt sich der Parteitag auch gegen alle Versuche der Bureaukratisieruilg der Universitäten und für Aufrechterhaltung der vollen Freiheit der Hochschullehrer. Tann schloß Abg. Schmidt-Elberreld den Parteitag mit einem Hoch aus die Partei. waren. Der erste dieser Anträge, Antrag Dr. Müller- Sagan und Müller-Iserlohn lautet: „Der Parteitag hält es für unvereinbar mit der notwendigen Einheitüchkeit der Reichspolitik, daß in Preußen, dem Bundesstaat, der den wesentlichen Einfluß ausübt aus die Reichsverwaltung, ein anderes Wahlsystem herrscht, als im Reiche, und erachtet schon aus diesem Grunde, auch abgesehen von allgemeinen Gründen der politischen Gerechtigkeit, die Einführung des im Programm der Freisinnigen Volkspartei geforderten gleichen, allgemeinen, geheimen und direkten Wahlrechts in Preußen für geboten. Der Parteitag erwartet, daß die Fraktion der Freisinnigen Volkspartei im preußischen Abgeordnetenhause, wie bisher, mit allem Nachdruck für die Beseitigung des^ bestehenden, durchaus ungerechten und widersinnigen Dreiklassenwahlsystems eintreten wird." Ein Antrag der Delegierten für Königsberg ferner lautet: „Der Parteitag erklärt es für dringend geboten, 1) unter Hinweis auf die bereits auf dem Hamburger Parteitage gefaßte Resolution wegen der eingetretenen erheblichen Bevölkerungsverschiebungen eine neue, den Grundsätzen des Wahlgesetzes für den Reichstag von: 31. Mai 1869 und des preußischen Wahlgesetzes vom 27. Juni 1860 entsprechende Abgrenzung der Reichstagswahlkreise und der Wahlkreise für die Wahlen zum preußischen Abgeordnitenhause durch Gesetz zu bestimmen; 2) zur Sicherung der Wahlfreiheit und der geheimen Wahl wirksamere Vorschriften zu erlassen, insbesondere inbetress der Wahlurnen, Jsolier- räume und Abgrenzung der Wahlbezirke. " Von den Diskussionsrednern bemerkte u. a. Reichstagsabgeordneter Fi sch deck zum Naumannschen Wahl- re s o r m a r t i k e l im „B. T." (Zuruf: Quatsch!): Wie kann man uns zumuten, daß wir uns damit einverstanden erklären sollen, daß auf Grund des bekannten Beamten- erlajses alle Beamten zum Teufel gejagt werden sollen, die nicht mittun wollen. Unser Programm fordert das Reichstagswahlrecht für die Einzelstaaten, und unsere Taktik muß darauf lossteuern, dieses Wahlrecht einzuführen. Wenn die Regierung sich etwa zu Reformen, wie die Sicherung der geheimen Wahl und die Neueinteilung der Wahlkreise, jetzt entschließen sollte, sollen wir da so töricht sein, der Regierung zu sagen, wir lehnten sie ab? Das würde geradezu Unsinn sein. (Beifall.) Wenn wir ein Stück bekommen, so ist es unsere Ausgabe, dahin zu arbeiten, mit Hilfe dieses Zugeständnisses mehr zu bekommen, um endlich das elendeste aller Wahlrechte zu beseitigen. Das ist unser Standpunkt, und wir lassen uns nicht von einem Manne von unserer Taktik abbringen, der heute so und morgen so Propaganda treibt, der Pikanterien für seinen Kamps braucht. Von dem lassen ioir uns die Zukunft nicht verrammeln. Wir befinden uns mit unserer Taktik in Uebereinstimmung mit Eugen Richter, der manchmal uns Jungen, die mehr fordern wollten, sagte: Ich vertrete in Agitation und in der Minorität nichts, was ich nicht jeden Tag vertreten könnte, wenn ich in der Majorität wäre. Tas ist unser Standpunkt. Die Sozialdemokraten wollen nur Verwirrung stiften. Nehmen Sie die Versicherung mit: Keiner von uns in der Landtagsfraktion denkt daran, auch nur ein Stück des Programms aufzugeben. Aber wenn wir nicht das Ganze kriegten können, wenn wir etwas erhalten, dann wollen wir es annehmen. (Lebhafter Beifall.) — Nach einem kürzen Schlußwort des Abg. Fischbeck wurde der Antrag Müller-Sagan und Müller-Iserlohn mit der Erweiterung angenommen, daß die Forderung des gleichen, allgemeinen, geheimen und direkten Wahlrechts nicht nur für Preußen, sondern für alle Bundesstaaten ausgestellt wird. Der Antrag Königsberg wurde ebenfalls angenommen. Aus dem 79. Deutschen Naturforscher- und Aerztetag zu Dresden sprach über die Bestimmung des Ge- fchlechtes nach Versuchen mit höheren Pflanzen in der Abteilung für Botanik oer Leipziger Pros. Eorrens unter Demonstration einiger bemerkenswerter Bastarde. Er führte aus: Nach allen kritischen Versuchen früherer Forscher muß das Gesck)iecht der Nachkommenschaft getrenntgeschlechtiger Organismen im allgemeinen nach der Befruchtung schon entschieden sein. Es kann sich nur darum handeln, ob es schon vor der '8efruchtung in den Keimzellen unveränderlich bestimmt ist, ob es bei derselben entschieden wird oder ob die Keimzellen zwar bestimultc geschlechtliche Tendenzen besitzen, die definitive Entscheidung aber erst bei ihrer Vereinigung zum Embryo füllt. Die Geschlechterbildung bei Embryonen, die sich ohne Befruchtung entwickeln (habituelle Parthenogenesis), beweisen für das Verhalten befruchtungsbedürftiger Keimzellen nichts Sicheres. Eine Entscheidung läßt sich durch Bastardierung getrenntgeschlechtiger Arten mit zwittrigen und einhäusigen bringen. Hauptversuchs- objelie waren Zaunrübenarten, Bryonia alba ipiD Bcyonia dioica. Auf die sehr ausgedehnten Experimente felbjt kann in der Kürze nicht eügegangen werden. Die kritische Dis- tuffioir der Ergebnisse zwingt zu dem Schluß, daß die weiblichen Keimzellen (Eizellen) sämtlich die gleiche Tendenz haben, die, weibliche Individuen hervorzndringen, die männlichen Keimzellen (Pollenkörner) dagegen zur Hälfte die Tendenz, männliche und zur Hälfte jene, weibliche Individuen heroorzubriugen. Die eigentliche Entscheidung füllt erst bei der Vereinigung der Keiuizelten; besitzen sw gleiche Tendenz — es kann das nur die weibliche fein —, so entsteht ein weibliches Individuum, besitzt die niännliche KeimMittelstandspolitik. Sochaczewski-Liegnitz befürwortete einen Antrag, in dem der Parteitag die Notwendigkeit ausreichender sozialpolitischer Fürsorge für d ie Privatbeamten betont. Reichstagsbag. Dr. Doormann begründete einen längeren Antrag, der eine gesunde Mittelstandspolitik als für den politischen, sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt des deutschen Volks unentbehrlich bezeicb- zelle dagegen eine andere Tendenz als die weibliche — es kann das nur die männliche sein —, so entsteht ein männliches Individuum, indem diese männliche Tendenz über die weibliche der Eizelle dominiert. Das männliche Individuum kanii denn bei der Keimzellbildung (Reduktionsteilung) wieder Keimzellen mit der einen oder der anderen Tendenz liefern, das weibliche Individuum, das aus der Vereinigung von Keimzellen gleicher Tendenz hervorgegangen ist, nur Keimzellen mit einerlei Tendenz, wieder der weiblichen. Auch Vererbungsversuche mit den Uebergangsstufen zwischen Zwittrigkeit und Getrenntge- schlechtigkeit, die bei manchen Pflanzen Vorkommen, zeigen einstweilen wenigstens so viel, daß rein weibliche Individuen lauter gleichartige Keimzellen mit der Tendenz zu weiblichen Individuen hervorbringen. Wieweit sich diese für höhere Pflanzen gewonnenen Resultate verallgemeinern und auch auf das Tierreich ausdetmen lassen, bedarf lwch weiterer Studien. Der Vortragende besprach die llebereinstim- rnung mit den merkwürdigen Beobachtungen E. Wilsons über die ungleiche Ehromosomenzahl in den Spermatozven und den Kernen der weiblichen und männlichen Individuen gewisser Schnabelkerfe und die Deutung- die Wilson feinen Resultaten gibt. Zie ür'uliqe Kummer umfaßt 10 Seiten. Atottcnlordcrungen und neue Steuern. Fürst Bülow scheint mit seinen parlamentarischen Gästen nicht nur über die Wahlresorm in Preußen, die Börsenreform und Über die Mittel, den Block zusammenzuhalten, Aussprache gepflogen zu haben, sondern ganz besonders darüber, wie die neue Marinevorlage dnrchzusetzen ist, und für welche neuen Reichssteuern am ehesten der Reichstag zugänglich wäre. Die Flottenvorlage kommt mit aller Sicherheit, daran ist nicht länger zu zweifeln. Abg. Spahn hat wenigstens die eine Genugtuung, als erster die Vorlage angekündigt zu haben, wenn auch das Reichsmarineamt die argwöhnische Vermutung heimlichen Zusammenwirkens mit dem Zentrumsführer abwies. Dhir bur|te Herr Spahn mit der Schätzung von jährlich 40 Millionen Mehrausgaben für die Marine sich verrechnen. Ter in Aussicht genommene schnellere Bau der Kriegsschiffe, die Herabsetzung der Altersgrenze, die Vergrößerung des Deplacements, das und noch manches andere wird mit dieser Summe nicht zu begleichen fein. Man kann annehmen, da ßdarüber hinaus noch eine Anzahl von Millionen gebraucht werden. Wenn schon, denn schon. Da jedenfalls ein Teil des Zentrums — wenn nicht die ganze Fraktion — für die Verstärkung der Flotte zu haben ist, da die Konservativen, die Reichsparteiler, die Nationalliberalen unbedingt dafür sind, und Die Freisinnigen nicht als grundsätzliche Gegner auftreten, so wird die Marineverwaltung fernen Anlaß haben, mit ihren Forderungen zurückhaltend zu sein. Eine [o günstige Gelegenheit kehrt nicht so bald wieder. Man muß sich also auf eine Flottenvorlage großen Stiles gefaßt machen, die das zwischen Reichstag und Negierung vereinbarte Programm für die Marine in wesentlichen Punkten umflögt. Soweit wird Fürst Bülow bei seinen parlamentarischen Besuchern sreundwilliges Verständnis gefunden haben. Auch darin werden sie ihm beigepflichtet haben, daß die Flotten- Mehrkosten und die Ausgaben für die vom Reichstag in edlem Wetteifer der Parteien gebilligten Beamten-Ge- haltsaufbesserungen sich nicht aus dem Boden stampfen lassen. Die Bitternis neuer Reichs steuern kann nicht erspart bleiben, wenn schon vor den Wahlen amtlich und halbamtlich mit größter Bestimmtheit das Bestehen solcher Msichten bestritten wurde. Aber es muß gerechterweife berücksichtigt werden, daß ein so schlechter Ertrag, wie ihn die letzten Reichssteuem gebracht haben, damals nicht vorauszusehen war. Ebensowenig ließ sich Voraussehen, daß der neugewählte Reichstag soviel Freigebigkeit bei den Beamtenauibesserungen zeigen würde. Das Reichsschatzamt hat in aller Stille gleich eine Reihe von Steuerentwürfen, zur gefälligen Auswahl zunächst für den Bundesrat, dann "für den Reichstag, ausarbeiten lassen. Fürst Bülow wird die Liste des am Lager Vorrätigen den parlamentarischen Führern zur geneigten Durchsicht gegeben haben. Da ist die Zigarren-Band er o lenst euer, da sind Projekte, die aus dem Bier und dem Branntwein höhere Einnahmen erzielen wollen — wofür hat der verehrte §crr Abgeordnete Meinung- oder welche besseren Vorschläge ließen sich in Erwägung ziehen? Bei diesem kritischen Punkt des Gesprächs werden die verehrten Gäste eine beoenkliche Miene gemacht haben. Für Mehrbelastung von Tabak und Bier, namentlich für eine Bande- rolcnfieuer, die in der Tabakindustrie zur Einschränkung des Verbrauchs und zu Arbeiterentlafsungen führen würde, ist der Liberalismus schwerlich zu haben, und geg^n Abänderungen der Brainitweinsteuergesetzgebung auf Kosten ber Brenner sträubt sich mit Händen uru> Füßen die agrarische Mehrheit des Reichstags. So kann es dahin kommen, daß keine Steuervorlagen des Reichsschatzamts dein Reichstag gefällt. Was aber dann? — 7. Parteitag der Freisinnigen Bolkspartei. UL Berlin, 15. September. Der Parteitag beschäftigte sich am Samstag weiter mit den Anträgen, die zur Frage des Wahlrechts gestellt Nach zweitägigen geschlossenen Verhandlungen trat heute der Parteitag der freisinnigen Volkspartei mit einer Volksversammlung im Zirkus Busch an die Oesfemlichkeit. Stürmisch begrüßt eröffnete Vizepräsident des Reichstags Kaempf die stattliche Versammlung. — Lebhaft begrüßt nahm dann Reichs- und Landtagsabg. T r a e q e r das Wort. Er schilderte die Entwicklung der freisinnigen Volkspartei. Leider fei im Laufe der Zeit in dem geeinten Vaterlande der liberale Gedanke immer mehr zurnckgedrüngi worden. Um verfassungsmäßige Rechte, um die politische Freiheit, müsse noch gekämpft werden. Diese Freiheit sei aber kein Ornament des Staates, sie sei die Seele des Siaaies (lebh. Beifall). Mit dem Gedanken der Freiheit ist unzertrennlich der des Rechts verbunden. Gleiches Recht muß für alle bestehen. (Beifalls Wir verlangen leine besonderen Vorteile, wir wollen keine Liebesgaben. Wir schlagen nicht in der Maske zudringlicher oder geradezu drohender Bettler an die Staatstüre. (Lebh. Beifall.) Es scheint jetzt ant Horizont das Atorgenrot eines für die Freiheit und den Liberalismus günstigen Tages aufzudümmern. Einzelne Lerchentriller verkünden ja schon jubelnd den neuen Frühling. Wir dürfen uns aber dadurch nicht täuschen lassen. Wir müssen auf unsere Rechte und unseren nicht abänderbaren Forderungen bestehen. Etlvaige freundliche Zugeständnisse sind nicht dauernde Verpflichtungen, halbe Erfolgs sind nicht ganze Erfolge. (Zustimmung.) Wir halten au dem fest, was stets Misere Forderung war. — Das freisinnige Bürgertum ist viel zu bescheiden. ES ist daher oft zurückgedrängt worden. Wir sehen aber nun freudig in die Zukunft. Wir sind keine Führer ohne Heer. Wir sind Mitkämpfer einer starken und entschlossenen Schar, des Auges bedingt. Derartige klugen haben für die gerne vollständig norniales Sehvermögen, aber in der Nähe erscheinen ihnen kleine Gegenstände verschwommen. Diese Augen sind infolge deS Alters weitfichtig geworden. Durch Brillen kann man ihnen Die Möglichkeit verschaffen, nahe Gegenstände wieder deutlich zu sehen, aber durch solche Brille erfd)einen Die fernen GegenstanDe wieder undeutlich. Um weitsichtigen Schützen eine zuverlässige Difiervorrichtung zu liefern, kommt es daraus an, den hinteren Visierpuntt weiter vom Auge abzurücken und ihn in eine Entfernung zu legen, in der er auch von solchen weitsichtigen Augen gesehen wird. Wir besitzen dazu den Spiegel, stellen wir hinter das Korn einen Spiegel so, daß sich das Visier Darin spiegelt, so kann der Schütze auch das Spiegelbckd des Visiers zur Einstellung verwenden. Nach einem physikalischen Gesetz liegt das Spiegelbild so weit hinter dem Spiegel, als sich das Objekt vor ihm befindet. Ist an Der Stelle des Korns ein Spiegel, so liegt das Spiegelbild des Visiers so weit vor dem Korn, als sich das Visier dahinter befindet. Verwenden wir zur Einstellung des Gewehrs statt der Kimme des Visiers ein derartig erzeugtes Spiegelvild, so liegen beide Visierpunkte in Entfernungen, in denen sie auch ohne Akkonrodation deutlich erscheinen. Lluch der weitsichtigste Schütze wird mit einer solchen Vijiervorrichlung schießen können. Die Hauptfchwierigkeit bei Der technischen Durcharbeitung war, den beiden Visierpunkten eine deutliche Markierung zu geoem Durch Einführung des Spiegel- Visiers i t nunmehr auch den alterslveitsichtigen Schützen geholfen, sie schießen mit dieser Vorrichtung sicherer als in ihren be ten Jahren mit Kimme und Korn. b i' bi tD a de ^olitißche Lagcsscha«. ' tvj Der entscheidende Punkt, in ' er nicku wohin das Se n:i «erden soll. 8t 6t Dl bi g- in 9- in i n ir de bl Li ID v d T ei S ei bi w ru bu Darauf erstattete Genosse Kaden den Bericht der Kon- trolltommifsion über Beschwerden von Parteiae- noffen gegen die Geschäftsführung des Vorstandes. Unberechtigter Nachdruck verboten.s II. r ir Id jc bi P R hfi R 1 in u $ le! Di lei hi i)v che Lehrer- n&ui ist, ist die r . ,v . - , - Anwachsen der Mittel der Partei zeige, daß fie trotz des Verleumdungsfeldzuges der Gegner durchaus nicht niedergeritten sei. (Lebhafter Beifall.) Eine solche Parte: könne überhaupt nicht niedergeritten werden Sie musse nur auf dem beschrittenen Wege weiterarbeiten' (Lebhafter Verfall.) Der frühere Lehrer Heinrich Schulz (Bremen) berichtete dann über dre Parteischule und den Bildungsausschuß. ö tonen hätten es durchsetzt/dich die bürgerlichen Parteien । . öu einer geschlossenen reaktionären Masse gegen die ^^bmokratre einigten. Für diesen Block habe Der ganze amtliche Apparat gearbeitet. Dann aber seien noch alle die ^lne, der Flottenverein, der Reichsverband gegen die Sozmldemotratie, der Afrikanerverein usw. gegen die I <5ozialüemokratie zu Felde gezogen. Man habe mit hm I unlautersten Mitteln die Sozialdemokratie bekämpft. Die polge dieser skrupellosen Agitation sei der Sieg der Gegner gewesen. So sehr aber auch der Wahlausfall von der^e- I^ung und den bürgerlichen Parteien bejubelt worden ^mgeschlagenh^t oder gar Entmutigung habe er d^^^ossen nicht erzeugt. Niedergeritten seien nur ^oeMe.l,ten .borden in einer Anzahl von Wahlkreisen 9«Aein/ rnrrr™* Majorität erobert worden seien' Aber 31/4 Million über 2o Jahre alte Männer marschieren trotzig und eisenfest hinter dem roten Banner. ' nnfip?eL?eQlC^tCrItattm Parteisekretär Ebert schildert dann ben Lbn Knr9re Partelpresse und die Agitation unter den Landarbeitern, die wahrlich nicht vernachlässigt werde,, aber nicht überall mit gleicher Wucht geführt wer- sonne. Ebenso wichtig wie diese Arbeit sei aber die ^sblt,bei den ^ndnitriearbeitern. Das Zentrum und der Reichslugenverband zur Bekämpfung der Sozialdemokratie ^buden sich mit ihren Verleumdungsfeldzügen vorwiegend ere-nten ^^a^^warbeitern zu, um dort im Trüben einzutoten (Betoll.) ' meiÄX%ato?7i5?K bpr binf 9r• $$ nicht zu verkennen, daß ein Teil der lokalistischen Vereine und ihr Organ die „Einigkeit" Sebr^rübtia^ "Ip' ^ Gegensatz zur Partei gestellt habe, »a itr. S’s- 'Nüsse aber berücksichtigt werden, dass es sich um die ^Parteizugehörigkeit einiger tausend Ar- ü-?^.i>andele. Solange noch die Möglichkeit vorhanden sei, die Verhandlungen mit den Lokalisteu auszunebmen i---- - — xar u. «•äsätääs: IK 'txi11*”«'“* ©. u. H. Essen, 16. Sept. , Im Mahscheir Restaurant in Rüttenscheid bei Essen trat heute früh der sozialdemokratische Parteitag zu seiner e r ft e n Sitzung zusammen. Die heutige Versammlung «wurde vom Reichstagsabgy Singer geleitet. L erster Stelle stand der Geschäftsbericht. - Parteisekretär Ebert (Berlin) streift in großen Zügen die ^Hgemeine Situation, in der sich zurzeit die Partei befindet. I hervor, daß die Zahl der organisierten Genossen nun über eine halbe Million geworden ist. Auch die Zahl der organisierten weiblichen Mitglieder habe sich vermehrt Es seien jetzt rund 11000 Frauen organisiert. Von Sen, Wuchsen werde vielfach eine Aenderung des Oraanisations- ! statuts verlangt. Man sollte aber nicht ohne-wing^dc Grunde zu einer solchen Aenderung schreiten, ehe nicht überall das Organisationsstatut durchgeführt fei und man b? erprobt habe. Die Frucht der konservatio- . i b e r a le n Paarung solle ja auch ein neues Reichs- vereinvgejetz sem. Viel werde bei dem Gesetz freilich nicht! herauskommen. In dieser Hinsicht müsse man alle Hoffnung fahren laisen. (Beifall.) Der Redner beklagt dann daß in einzelnen Organisationsbezirken noch immer zu geringe Beiträge aufgebracht werden. Die Einführung eines Wochenbeitrages von 10 Pfg. sei unbedingt anzu- streben, ^n Sachsen habe man auf der letzten Landesver- jammlung in Dresden beschlossen, einen solchen Wochenbeitrag zu erheben, was aber in Sachsen gelingen wird 1 bas muf)e auch anderswo gelingen. Wenn in Sachsen'I wo es sehr arme Leute gäbe, die Parteigenossen so op er- willig feiert,, fo sei es bedauerlich, daß befserge stellte Bezirke die Hand fest aus der Tasche hielten. (Beifall.) Lr , dem Geschäftsbericht wurden auch eine Reihe von fragen vorgelegt. Von besonderem Interesse waren die Anträge, die sich mit der Stellung der Lokalorgani- L? * * t e n- SU der Partei beschäftigen. Die Frage ist schon feu I langem in der Sozialdemokratie brennend. I Hierauf erfolgte der Bericht des Parteivor- Isiondes an den Parteitag. Der Bericht erwähnt mit besonderer Genugtuung, daß die Hoffnungen der Gegner, es Iw?rde zu einem Konflikt zwischen Partei und Gewerk- ichosten kommen, sich nicht erfüllt haben. Auf dem letzte" nraÄtCtta9^Xn ^ann^2UU habe man alle Zwistigkeiten begraben. Ein Gegensatz zwischen Partei und Gewerkschaft LünnL tn der Theorie bestehen. Der praktische Kampf dev Tages führe aber Partei und Gewerkschaften unweigerlich wieder zusammen. Der Bericht schildert dann weiter die Wahlrechtskämpfe in Preußen, Hessen und ^er^M^a'bs?pb^?^bworstand habe sich bereits eingehend mit >der Wahlrechtsfrage beschäftigt und alle Vorbereitungen getroffen, dre für eine mächtige Entfaltung der Wahlrechtsbewegung ui Preußen in Frage kommen. Die Partei stehe also vor großen Aufgaben, denn der Ernst der Zeit sei nicht! ^u leugnen. Die sogenannte Blockpolitik entbehre jeder positiven Grundlage. Die einzige Frage fbeL^C^ ^i, fei die sozialdemokratische. In dieser^ Beziehung ruseii alle Teile des Blocks mit gleicher Preise der Partei. Die Kassenverhältnisse seien sonst redr erfreulich. Mit dem Ueberschreiten der ersten Million hat DTP HPIltrnl trri im Zti-r.r. •• r. - . < C . 2 1 Zur Militärdebatte in Esien. fflnn Sortfetung der in Stuttgart beim internationalen Kongreß begonnenen sozialistischen Militärdebatte auf dem Parteitag in Essen gab dem vielgeschmähten Reichstags- .^emni0' W- Noske, endlich Gelegenheit, sich wegen seiner „militarfreundlichen" Reichstagsrede vor der zuständigen Parteiinstanz zu rechtfertigem Er hatte die Genugtuung, daß eine ganze Reihe von Rednern auf seine Seite trat und ihm durchaus beistimmte. — „Wir nehmen bie Flinte auf den Buckel" -, als er sich auf ähnliche Aeußerungen Bebels berief. Sein Hauptgegner, ein Redak° ät3er sog in dem Rededuell ent. toerib LfiC9rfUlitreU^nb eä am meisten bemerkens- L I 6 o®9' UIV^ °us Offenbach die Haltung des kannt a/w ^anä ^nn0d polemische Kraftleistungen be- 'eneü Parteiblattes als „nachgerade llandalös bezeichnete. Herr Ulrich ist kein Mann der ^at er bei ben Zolltarifkämpfen im Reichstag bewiesen. Wenn selbst ihm eine acwissc Art von Ktitik in der Partei ■ . ,.r icheint,^ dann k°nn dm Derbheit des Tones bf - u.a , . einer Stei- gerung fähig sein. pH). Beifall.) -^ohl sind die e.. ?,einen Kompagnien ge- blieben, aber sie haben sich zu einem Regiment znsammen- 5?? lV. gleichem Schritt und Tritt marschiert. iLebh. Beifall.) Einmütig und beharrlich, besonnen und zuversichtlich schreiten wir vorwärts. Der Tag der Freiheit wird kommen, und wenn wir ihn nicht mein* erleben, fo werden doch die späteren Geschlechter dankbar unser Andenken jegnen und uns das Zeugnis geben, daß iuir brave *^anncr gewesen )ind. (Stürmischer anhaltender Beifall.) , Reichstagsabg. Dr. Wiemer: Ter Freisinn ist der An •• Zogen die sozialdemokratische Ueberflutung. (Beifall.) -ver^entschiedene Liberalismus will mit anderen Parteien zur Bekämpfung gemeinsamer Gegner Mitwirken. Er wird die Regierung unterstützen, wenn sie bereit ist, gesetzgeberisa)e Reformen im Sinne der linksliberalen Forde- rungen durchzuführen. Es wird jetzt soviel über Block- , Zoredet. Für uns ist das nichts anderes, als ein Z u 1 a in ni e n g e h e n m i t a n d e r e n P a r t e i e n v v n «.oll zu Fall, um der Wiederkehr einer schwarza-roten N,Ehrhett im Reichstage zu begegnen. Für uns ist die Bloüpolitik der Bersuu), volkstümliche Reformen durchzu- etzen und dem Liberalismus Gleichberechtigung und Geltung im Staatsleben zu verschaffen, auf die es nach sünen L Fk^ungen und nach seiner Bedeutung Anspruch hatZ (Lebh. Beifall.) Eine Blockhütte auf schwierigem Gebiet ist ^^^on, freilich ist sie keine Wohnung unsere Blouhutte ist eine Schutzwehr gegen die Roten und ! gegen die Schwarzen. (Beifall.) Wir denken nicht daran ' bee Blockpoutii Opfer unserer politischen Ueberzeuquna zu bringen. (Beifall.) Wir muten das auch nicht anderen Parteien zu Wir laffen unser altes Banner flattern, auch wenn sich der Wind dort oben geändert hat. (Beifall. Wir fordern liberale Reformen nicht als Mitgift bei der Paarung, sondern im Interesse der Kulturentwicklung. (Beifall.) ^vir verlangen, daß die liberalen Männer nicht weiter- < SP SäMlinge und Parias betrachtet werden. (Lebh. Beifall.) Wir wollen der zersetzenden Agitation der So- ziachemolratie entgegenwirten, die bestrebt ist, Haß und Unfrieden ^zu säen. (Beifall.) Und wenn heute in Essen von der Sozialdemokratie ewiger Klassenkampf gepredigt wird, so wollen wir hier den wirtschaftlichen Frieden pro- Uamieren und die Staiidarte der sozialen Versöhnung auf- tzflanzen. (Stürmischer Beifall.) b 1 Reichstagsabg. F ischbeck: Gar mancher hat es schon ausgemait, wie schon es wäre, wenn wir in der Wahlrechts- prage den Sozialdemokraten an die liebende Brust sinken wurden. Wie ist es aber dem Dr. Barth in dieser Beziehung ergangen. Die Sozialdemokraten haben ihn verlacht und verspottet, und von seiner Versammlung als! von emer Totenbeschwörung gesprochen. N e i n, w i r w o l-! ™ 1 e-n üon den Zielen dieser Parker, v o n Ma ff en ft reit und Straßendemonstra-! t io neu. Die Arbeiter sind uns zu lieb zu einem solchen Experiment. Die Sozialdemokraten machten das Experiment ia nur auf Geheiß von Führern, die sich hinter- wenn es ernst wird. (Lebh. Brnfall.) Wir gehen mit der Sozialdemokratie in der Agi- ! tatwn nicht zusammen, weil wir wissen, daß der sozial- ' demokratische Partner uns bei der nächsten Ecke zu überfallen und niederzuschlagen versuchen wird. (Lebh. Zustimmung.) Wir lassen wis von der Maske der Sozialdemo- !^bnnicht tauschen Die letzten Wahlen haben gezeigt, oast das Egerrum sie überwinden kann. Das sollte die viegiernng bedenken und sich in der Frage des Walü- unlerm Standpunkt nähern. (Lebh. Beifall) chi i Reichstagsabg. Dr. Müller (Sagan): Die liberalen Gut Dmg will bC1s Jetzt tonnen ivir aber schon verlangen, daß wir nicht mehr als Staatsbürger 2. Klasse i ^Kübelt werden. (Beifall.) Wir lchen uns in der Vaterlandsliebe von Niemanden überbieten, von keinem Junker ünd kemem Agrarier. „Nicht Roß, nicht Reisige sichern die steile Hoh wo fürsten stehen, Liebe des freien Mannes Lr ' -u. v ' w» ^ivu» mu, mtimer - des Vaterlandes, sicherri den Herrscherthron, wie ^^Äbrung: „Gegen die Sozialdemokratie!" Der Tels rm Meer". (Lebh. Beifall.) U 9 ' ^ Bericht steltt dann fest, daß die „niedergerittene" Mül ler-Dteiningen, lebhaft begrüßt glänzenden Aufschwung genommen habe, politischen Verhältnisse in Süd-Lo^rg anis ie rt en Mi t gl ieder habe hfpf ? 1 a n E Lcheralismus sei in Süddeutsch land Vorfahr um 150000 auf 530000 viel weiter, als tn Norddeutschland. Das liege aber oor I ? e r breites Kapitel nehmen die letzten Reichs- -daran, daß Preußen politisch sehr zurückgeblieben Wk ein. Die sozialdemokratische Agita- feL ^Tmfn ' 1 * ■ ÖLDUCDeillttoi bei den Haupt- und Stichwahlen wird eingehend ae-! schildert. Vom Wahlkampf selbst wird gesagt, daß er in! war clie!' r!*ie für.bi.e Regierung ungewöhnlich günstig icke Die erfreu- L 5n der Diskussion über dm Geschäftsbericht sprach u. a. Bruhns (Kattvwitz) über die Polenfrage in der Sozial- demokratie Die Polen würden voraussichtlich bei den nächsten WMen nicht v r e l m e h r M a n d a t e e r r i n ge n aß te ^ute , schon haben. Aber sie werden vielfach, nicht nur in Ober!chlesien und Posen und Westpreußen, sondern auch im Rhein- r^ld ^ild Westfalen bei den Stichwahlen das Zünglein an der Wage fprbert größere Rücksichtnahme auf I Z- V°rnaJ€ n^l§rentumI icr)feit en der Polen und I die Agitatwn in polnischer Sprache. (Beifall .Widerspruch.) Wenn man die Polen in deutscher Sprache auu? , ^ude /nan die Sprache ihrer Unterdrücker an, die den Polen naturgemäß verhaßt sein müsse (Hörti hört!) Mit einer ^^nd-rten polnischen sozialdemokratischen (frtnSr1011 c nta^ u O berschlesien die besten i V b acht. Man solle nicht gewaltsam deutsche > brinaen Auch dip frprrjFtrtö_ •,', • 0isation zusammen^ ,Auch die schriftliche Agitation in polnischer Sprache müsse kräftig gefordert weroen, dann werden auch die polnisckien tyWnin m der-Sozialdemokratie zu finden fern. " Stuttgart gibt seiner Freude Ausdruck KEn-^^Wung Kwpchen der Partei und den Gewerk- chaften. (Beifall.) Die gaiize gerühmte Sozialpolitik, der nicht nur die kapitalistische Gesellschaft, sondern auch die Herren Revgwnisten soviel Wesens machen, sei nichts als ÜÜerdauw^^?^^'^ ?actei JoUe W überlegen, ob es zunebmm an den parlamentarischen Aktionen teil- ;Je m “I-Jm e r-2)rc§oeii warf den Leitern ktegungÄ 0“nS °3t' ba6 fle dw Arbeiter. Diskussion bedauerte L e t h-Hamburg, daß der Gewerkschaften heute d^n Lrufirt nhn = rl111 1 e 11 - ^Q^en- Es komme vor, daß sie haufta das perwuliche, Intereste in den Vordergrund schieben bafyer zu befürchten, daß es noch zu größeren Ab- «S säxä ML L aUer Unterdrirckten und Enierbten und nicht ausschlicßlick eine I — Der Gew er ks ch a f ts sührer der »°S-h-mburg fprU^fidi'f^in« i e J eJe n zr/ u ® a-u. ^er Organrsatl onen der Vartpi I s-n ^>€r<-^c-tvcr a f t e.n aus. In demselben Maße wie Rf 4 Achsen, erstarken auch die Organisationen der 2abei.tgel)er Künftig werde man es nicht mehr mit Einzel kämpfen SU tun haben, sondern die Zeit liegt nicht inXur fpS s-n unb’fm Regung Kiämpfe in einzelnen Landesteilen I HJ“? ganzen «nelche zu fuhren haben wird. Dann werden di? I Arbeitgeber mit allen Mitteln versuchen, die Arbeiter ni?h.pr zubmtteln. Der Zersplitterung der Arbeiter im gewerkschaftlichen ^ben müsse endlich em Ende gemacht werden. Der Bimderstreik müsse bcigelegt werden (Beifall.). Die Diziplinlosigkeit lwbe b^° IEM paar tausend Mann in die Arme anderer Oraanifationpn getrieben Das sei bedauerlich, denn prinzipielle Änsätz^ftien AC "r Aentralverbändlern nicht vorhanden. Man I allerlei theoretische Fragen herum, heute Über den Mapenjtreik, morgen über etwas anderes. (Sehr richtig I hpm^rffnnb111 Schlußwort des Referenten wurden dann dem Vorstande und der Kontrollkommission Entlastung erteilt Dann nahm der Parteitag eine Resolution des Vorstandes m der L o k a.l i ft e n f r a g e' mit allen mgen stimmen an. Dadurch wird der Vorstand aufgefordert die mit Luüü^^^p^^rkschaften eingeleiteten Verhandlungen fort- I Metzen. Zugleich werden dadurch auch die Parteigenossen * hie brs letzt den lokalistischen Gewerkschaften angehöN haben\u! gefordert, ftch den der Generalkommission angegliederten ^entrnL verbanden anzusch ießen.. - Weiter iLbe awnommen eÄ ^Sitation für die „Neue Zeit" und für die berthip^ni^^V S2lntra0 wurde angenommen, der for- ,^ie Naturalpation der verschiedenen Genossen in den Bundesstaaten systematisch betrieben ivird. Ebenfalls wurde noch ^rfpn11^»9 ^"9^owchen, der aufforderte, in allen größeren Orten eine große Agitation auf dem Gebiete des Volksschule ÄA“ cn‘faltm und überall da" wo es möglich ist wto liche Kindergarten zu errichten. (Beifall.) W e P ä> äs» «- Ich" """«SS* "-'--d Loziatdemokratischer Parteitag! l™arI 9eftle.0en Dieses Anwachsen der Mittel der Partei fpt 'l re, , rv r !/ ■'*' gilt Ult yeOtlCOeil ~a§ skrupelloje Techtelmechtel der intet« hpr n r«"» S0t « Unb Schwarzen i st die typische Situation Änten imh ^ehr gut!) Es herrscht zwischen r, o Schwarzen em wahrer pathologischer Freund-1 cirk,»' '"i" wit vrrreu» in München. Wie Bleisoldateii^ lassen Wartung der Gewerkschaften und der Parteiorganisa- sich die Schwarzen Wähler hin und herschieben bald für ^atten durcaaespkt ha-a — bald gegen die Kgl. bayerische Sozialdemokratte.(Große Heiterkeit.) Eine Umkehr i]t nottoenbi#. Schule und Volk muß frei werden.^ Ein Kultusminister, der die Rechte des Staates an, der Schule aufgibt, übt einfach Landesverrat. (^.turm. Beifall.) Wehe den Hochschulen, wenn sie nach den werden^ (AU 1 klerikale Agitationsschulen i^ObU- (-ebh. Beifall.) Dann wurden weitere solcher handlichen Hyanentaten Vorkommen, wie im Falle Schell I ,lvar daß er den Ultramontanismus als 9a?r Wahrer Religion bekämpft hat. (Lebh. Beifall) femen ne“en Polizeikulturkampf, aber auch keine Privilegierung und Alimentierung des Klerikalismus durch den Staat. (Lebh. Beifall.) Em Frühlinasraunen fiat* -^ie /belt, selbst durch katholische Kreffe. Das hat die Verfchwörung in Münster gezeigt. Der Ultramon-I jütisch unschädlich gemacht werden - er der rr9'affe( (Berlin) nahm die Stadt Berlin gegen die Vorwürfe Adolf Wagners d^r fie als rürffrfivI lichsteder Welt bezeichnet hatte, Lergisch n Schul tot, der ein gehässiger Feiuü des FartAittes Äe ■vinn"" ■ ”1- ®errn. Stöcker einen Sturm auf das, Rote 'N sticken a;,, "»> w« «I« »raven H"us in Szene gesetzt. (Lebh. Pfuirufe.) Wenn damals^ e i n $ « ,|e bAe Soziatdemottati« nach wie cor antisemitischen Herren gesiegt hätten, baSKS ? nÄlriPW0r^Cn- • ®£n<' «-rhältnis der Partei zu den whr traurig nut der Stadt bestellt fein. (Lebh Beriall t ’ rtenF^CCen-e6°/o Chinesen . . < Aktien: sd. Darmstadt, 17. Sept. Der heute vormittag in Frankfurt a. M. festgenommene Raubmörder G. Jos. MarNn wurde ebenso die Bibliothek für Lehrer wie Zöglinge. Hier könnten w e r k für die Ortschaften Trohe, Rödgen, Alten- die pädagogischen Vorlesungen und Hebungen ausgenutzt Bus eck und Groß en-Bus eck einzurichten. Doch wird werden. Hier könnten allgemein wichtige Vorlesungen dieser Plan kaum zur Ausführung gelangen können, weil (z. B. Kunstgeschichte) besucht werden. Hier könnten Theater die Beleuchtung jedenfalls nicht billig werden würde. Mehr und Konzerte ihre eminent aufklärende und erzieherische Anklang findet in den Gemeinden schon der Gedanke, Wirkung üben. Auch würde etwas freierer und reicherer die Stadt Gießen möge die in Aussicht stehende Er- gesellschaftlicher Verkehr dem jungen Manne gewiß nichts Weiterung ihres Elektrizitätswerkes derart vornehmen, daß schaden, der die Jugend zu weiterem Blick und zu an- die Möglichkeit der Stromabgabe für umlie- ständigen Umgangsformen erziehen soll. Auf der anderen gen de Orte besteht. wichtige Ausgabe erblickt der Gieß. Anz. in seiner Eigenschaft als größte Tageszeitung Oberhessens in der Förderung der Landwirtschaft nicht durch Schlagworte, sondern ** Zur Bekämpfung der Mäuseplage. Eine von Butter und Schmalz. und in einet offenen Droschke, in der noch Wachtmeister Schor- mann Plah genommen hatte, nach dem UittersuchunctsgefÜrinnisl gebrachst Viele Hunderte von Neugierigen hatten sich auf dem Bahnhvssplatz schon lange vor der Ankunft deI Zuges eingefunden und empfingen den Uebeltäter mit heftigen Schimpfworten usw. 9211t der energischen Abwehr bet Begleiter hat es M. zu verdanken, daß er nicht gelyncht wurde. Es ist ein schmächtiger Bursche mit schlappem Gang, der altes ttmisch hinnahm. Der Oberstaatsanwalt und der Untersuchungsrichter nahmen r" ald seine Vernehmung vor. Er legte, wie auch in Frankfurt bei. seiner ersten Vernehmung, ein volles Geständnis ab, macht aber übet seine Motive vollständig widersprechende Angaben. Er gibt jetzt an, daß er am Sonntag nachmittag auf der Kirchweihe in Asbach einen früheren Bekannten getroffen habe, der auf einem benachbarten Gut dien«' und der Hannes heiße. Dieser Hannes habe ihn vor den Eheleuten Neuroth gewarnt. Er (Hannes) habe früher dort gedient, aber schlechtes Essen und feinen Lohn erhalten. Am besten schlage er dort einmal alles kaput. Er habe dies auch seinem Freund versprochen, aber beim Nachhause- kommen sich totgenommen, sich lieber ?,n hängen. Zweimal habe er dies auch im Stall versucht, doch jedesmal sei der Strick gebrochen. In seiner Aufregung habe et dann ein Beil genommen, sei in die Wohnung, habe alles zusammen und totgeschlagen. Zuerst die Frau, und als die Kinder schrieen, auch diese. An das Stehlen des Geldes, das tr bei der Anwesenheit eines Kaufmannes gesehen hat, habe er aber zuerst nicht gedacht. Erst als er alles tot glaubte und dann im Hof einmal Wasser trank, sei ihm bet Gedanke gekommen, er könne doch auch das Geld mit- nehmen. Er sei jd-'ann nochmals in die Stube, wo die Frau und Kinder lagen — angeblich hätten sie noch gewimmert — und habe das Geld an sich genommen. Seine Angaben hierüber machen einen sehr unglaubwürdigen Eindruck. Tie weiterem Vorgänge gibt er dann so zu, wie sie schon veröffentlicht wurden. Er fuhr morgens nach Darmstadt, kaufte sich dann ein neues Hemd, Strümpfe, Portemonnaie und bei Jakob ein Paar Schnürschuhe, die alten zurücklassend. Auf dem Louisenplatz nahm er daun ein? Droschke nach Frankfurt. Er gab dabei dem Kutscher an, daß er Mälzer sei, zu seiner Braut nach Frankfurt wolle und Geld genug habe. Unterwegs wurde verschiedentlich, aber an den Enden der Ortschaften Rast gemacht, damit es nicht auffalle. Auf der Galluswarte in Frankfurt stieg M. aus, machte aber bann noch mit dem Kutscher und weiblicher Gesellschaft eine noble Zeche. Der Kutscher bekam noch 25 Mk. Trinkgeld. Die Fahrt hatte von Vorm. 9 bis Nachm. 4 Uhr gedauert. Als der Kutscher heute früh auf seinem Standplatz die Mordtat hörte, meldete er sich sofort bei der Polizei. Die Verhaftung ist dem ausfallenden Auftreten Martins, der sich Mohr nannte, zu verdanken. M. ist vielmals, auch schon bei dem Militär, (er diente 1885 bei den 87 em in Mainz), zweimal mit Versetzung in die 2. Klasse, vorbestraft. Angeblich sind mehrere seiner Angehörigen geisteskrank. Die ganze Act der Ausführung der Tat läßt aber auf große Ueberlegung schließen. Heute vormittag wurde der 4 jähr. Knabe seziert und die Sektion des heute Nacht gestorbenen Mädchens findet am Mittwoch statt. Frau Neuroth soll im Darmstädtep Krankenhause operiert werden. sd. D a r m st a d t, 18. Sept. (Tel.) Die beim Raubmord auf der Schnakenmühle schwer verletzte Frau Neuroth wurde gestern abend im hiesigen städtischen Krankenhaus einer Schädeloperation unterzogen, nach deren Verlauf es nicht ausgeschlossen ist, daß die Frau am Leben erhalten bleibt. Moderne WHobte Möbel kaufen keine Einrichtung ohne vorher das grosse Muster- laauptnussteliunsshaiis der Darmstildter Möbelfabrik, Heidelberft-er-^trasse, welches als Sehenswürdigkeit 1. Ranges und bedeutenstes Haus seiner Art bekannt ist, besichtigt zu haben. Man verlange Preisliste mit Abbildungen. - Perspektiv-Aufnahmen von kompl. Zimmern). 10jährige Garantie, freie Lieferung, Sonntags von 11—1 Uhr geöffnet. b1 /s Tendenz : still und fest. Berliner itörse, 18. Sept. Anfangskurse. Berliner Handelsges. Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio- Eisenlahn . . . e Gotthardbahn . . . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staats bahn . . Prince-Henri-Eiseubahn Ans Stcrbt nnd Land. Gießen, 18. September 1907. Telefonisch© Kursberichte Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen. Frankfurter Börse, 18. Sept., 1.15 Uhr. " _ , .. v ■ • - r _ I iurr a. ’JJC. Teiuicirjmiiitut: oiuuumuLun. w. 1 durch praktische Arbeit. Durch den aus die heuntschen K nachmittag, 3,41 Uhr, mit dem D-Zug hier in Begleitung Verhältnisse zugeschnittenen „Hessischen Landwirt" und die l zweier Frankfurter Kriminalbeamten stark gefesselt hier eingebracht Kandel. ** Reichsbank-Ausweis. Der Status der Reichsbanl hat in der zweiten Septemberwoche eine weitere Kräftigung erfahren und zeigt zum erstenmal seit Jahresfrist eine entschiedene Besserung gegenüber der Parallellwoche des Vorjahres. Es ist dies, zum Teil wenigstens, auf eine Verschiebung der Verhältnisse zurückzusühren. Diesmal wurde der Ausweis per 14. September abgeschlossen, während er im Vorjahr per 15. Sept, erschienen ist, so daß sowohl die Fälligkeiten wie die Anforderungen zum Medio größtenteils noch eingeflossen sein dürften. Der Barbestand hat in der Berichtswoche eine Zunahme von 4.59 Mill. Mark aufzuweisen, gegen 6.85 Mill. Mk. i. V. Die Wechsel sind um 21.38 Mill, Mk. gestiegen (i. V. um 155.30 Mill. Mk.), damals war die Diskonterhöhung direkt vor der Türe. Der Effektenbestand hat eine Zunahme von 11.07 gegen 11.68 Mill. Mark erfahren. Auf Giroeinlagen wurden 57.46 Mill. Mk. (148.97 Mill.) eingezahlt. Der Notenumlauf hat sich um 13.11 Mill. Mk. (11.85 Mill.) verringert, so daß die steuerfreie Notenreserve 41.25 Mill. Mk. betrug gegen 18.11 Mill, am 7. Sept, und 24.04 Mill, am 15. September des Vorjahres. Der Metallvorrat stellte sich auf 936.06 Mill, gegen 950.2 Mill. Mk. i. V. Es muß aber noch darauf aufmerksam gemacht werden, daß die Notenreserve, trotzdem sie ja höher ist als zur Vorjahrszeitgegenüber den zu Monatsschluß zu erwartenden Ansprüchen überaus niedrig ist. Die Bank ist Ende September im Vorjahr mit 505.34 Mill. Mk. und vor zwei Jahren mit 450.28 Mill. Mark in die Notensteuer geraten, und es deuten vorerst noch keine Anzeichen darauf hin, daß die Anforderungen zum OuartaL wechsel wesentlich geringer ausfallcn werden, als in den voran-' gegangenen Jahren. Seite haben auch namhafte Universitätsprofessoren sich Butzbach, 17. Sept. In dem Stallgebäude schon dahin geäußert, daß eine innigere Fühlungnahme Jakob Reuhl entstand heute nachmittag aus bis jetzt der Universitäten mit dem Volksleben dringendes Bedürfnis ^ch unaufgeklärte Weise Feuer, das sich rasch auf das sei, und am besten durch Heranziehung der Volksschul- anliegende Wohnhaus ausbreitete. Zum Glück war die lehrer gewonnen werde. Denn so wie es heute ist, daß auj ber andern Seite angrenzende Zitzer'sche Wagnerei viele Professoren nur für einen beschränkten Kreis von ge- durch eine Brandmauer von dem Herd des Feuers getrennt, lehrten Interessenten arbeiten, kann doch die eigentliche wodurch man des verhexenden Elements nach zweistündiger Kulturmission der Wissenschaft nicht erfüllt werden. Löscharbeit der hiesigen Feuerwehren Herr werden konnte. So steht also für die Lehrerschaft die Verbindung $er Schaden soll durch Versicherung gedeckt sein. — Bei der Lehrerausbildung mit der Universität als Hauptsache Konkurs des Bäckermeisters Ohl, der sich in Basel im Vordergründe, nicht, wie für den Abgeordneten Köhler, entleibt hat, dürfte für die Gläubiger nach dem heutigen die Verbindung mit der Stadt Lich. Auch Köhler stellt Stand der augemeldeten Forderungen eine Dividende ja freilich „ein nachfolgendes Studium der Pädagogik auf L 0 n 2 Prozent übrig bleiben, wenn nicht, was nicht der Landesuniversität" in seinen Antrag ein. . Sehr zu unwahrscheinlich ist, noch nachträgliche Forderungen die fürchten aber ist, daß diese zweite Forderung weder der Aussichten nicht noch weiter vermindern, was einer .Ein- Regierung noch dem Abgeordneten Köhler ebenso wichtig stelluug des Verfahrens gleichkommen dürfte. ist, wie jene erste, zumal gegen das Studieren junger , Allertshausen, 16. Sept. Die Errichtung einer Realschulabiturrenten wirklich mancherlei triftige Grunde ^^^ntl ich en F e r n s p r e ch st e l le fand ihre Genehmi- sprechen. Dann bliebe am Ende doch nur das Seminar güüg und wird in kurzem in Angriff genommen. in Lich die einzige praktische Errungenschaft des Antrags. ß Ruppertenrod, 17. Sept. Der hiesige Brief- Sollte aber der Herr Abgeordnete auch die Forde- faubenz ächte r, Gendarm Meyer, ließ dieser Tage acht rung des Studiums für eine „unabänderliche" be- Tailben in Griesheim bei Darmstadt auffliegen. Der Auftrachtet wissen wollen, dann ließe sich allerdings über vollzog sich dort u,n 121/«, Uhr. Die vier ersten kamen den anderen Vorschlag reden. bereits um 2 Uhr 15 Min., die übrigen kurz vor 3 Uhr hier Auf alle die Vorurteile, die diesem Gedanken ent= Qru Die Entfernung zwischen Griesheim und hier beträgt gegenstehen, kann hier nicht eingegangen werden. Es ist ca> 130 Km., mithin legten die Tauben in einer Stunde geplant, sie im Laufe des Wintersemesters in einer Ver- go Km. zurück. sammlung in Gießen zur öffentlichen Diskussion zu bringen. △ Vom Vogelsberg, 17. Sept. Das Rüb öl, auf Dr. Strecker. dem Lande Samenöl genannt, ist abermals um 5 Pfg. das , ■ Liter aufgeschlagen, so daß sein Preis jetzt 85 Pfg. gegen 65 Pfg. im vorigen Jahre beträgt. Die Verteuerung dieses Produktes trisst insbes. sehr empfindlich die kleinen und mittleren Haushaltungen, denn hierin vertritt es die Stelle A% Oesterr. Goldrente 4l/6 % Oesterr. Silberreute 4^'0 Ungar. Goldrente . . 4°6 Italien. Rente . . . „ ■ hlfier 3tnge bonbclt es sich nicht um bie Zukunft der, für don.L«ndm°nn °ls Verkäufer besonders wichtige rasche -'ich, der auch wir unsererseits gewiss alles Gute wün- und zuverlässige Marktberichterstattung (bte für unsere Ge- sthen, sondern es handelt sich.um die viel allgemeinere Frage, ^nd. fast ausschließlich in Betracht kommenden Frankfurter die ein geradezu nationales Interesse beanspruchen darf: Wo Marktnotierungen gelangen noch am Markttage selbst in werden die künftigen Erzieher unseres deutschen Volkes diel ^leaensten Dörfer Oberhessens und des Lahngebiets) «w “ V* **in Standpunkt nur eine Antwort': Da, wo sie den besten Ein- oft scheiterte die Einführung von rm Hess. Landwirt vor- vlick in deutsches Geistesleben und deutsche Kultur gewinnen geschlagenen Verbesserungen und Neueinrichtungen daran, können. Das aber ist unter heutigen Verhältnissen die Uni- der einzelne Landwirt außer stände war, sie durch- versitätsstadt. Das neue Seminar gehört nach Gießen. Ehren und die Mittel der landwirtschaftlichen Ver- Das Werk der nationalen Erziehung rst em emhett- in allen Fällen die Prüfung von in Uwes. Wir sind über die Zetten htnaus, wo jeber otauo J J ; nut sein eigenes beschränktes Gebiet beackert und für die unserer Gegend noch nicht erprobten Neuerungen zulassen, allgemeinen Interessen eine Negierung von Gottes Gnaden Aus diesem Grunde haben wir uns zur wirksamen Besorgen ließ. Allgemeine Wehrpflicht und allgemeines Wahl- xämpsung der Mäuseplagc mit einem zoologisch-bakterio- recht beziehen jeden einzelnen Staatsbürger in Stadt und ^gischen Institut in Verbindung gesetzt, um durch unsere -v - -WH* «- „icht nur Rüben zu stecken und Korn zu säen, er braucht suche mit den rn Nr. 8 des „Hefl. Landwirt" empfohlenen auch Verständnis für Genossenschaftswesen, für die Lage Mäusetyphuskulturen vornehmen zu lassen. Durch das der Konsumentengenossenschast, gegenüber der^ Produzen- Entgegenkommen des Instituts wird es möglich sein, in ten-Genossenschast, er braucht einige nationalöMnomischel allzugroßen Gemeinde die Vertilgung der Feld- L" r-chten Verständnis für die großen Kttlturaufgaben, vor können - und zwar vollständig kostenlos für die Gemeinde denen unser Volk im Ganzen steht. Der Lehrer aber ist und die beteiligten Landleute. Gemeinden, die besonders der natürliche und oft genug der einzige Vermittler un|er der Mäuseplage zu leiden haben, werden gebeten, sich derartigen allgemeinen Verständnisses. Deshalb kann ^^ ^^ter Angabe der in Betracht kommenden Gemarkungsgröße, tivss- «ÄTÄt »7- Es handelt sich ferner auch beim Lehrer, so wenig wie den sich meldenden Gemeinden wird die für den Versuch bei irgend einem andern Stand, allein um ein beschränktes am geeignetsten erscheinende ausgesttcht werden, worauf Berufsinteresse, sondern vor allem auch um die Beziehungen K. bie erforderliche Anzahl Bouillonröhrchen zugehen wer- dieser Berufsarbeit zur Gesamtkultur Man muß es> sich Gemeinde übernimmt lediglich die Wer- abaewöhnen, den Lehrer immer bloß rn ferner Stellung ' vor unmündigen Kindern zu sehen, und sich einzubilden, Pachtung, dav Mittel nach Maßgabe der ihr von uns uber- daß er selbst als großes Kind seiner Aufgabe am besten mittelten Anleitung zu verwenden und über die erzielten gewachsen wäre. Als Persönlichkeit unter den Erwachsenen, Resultate uns zu berichten. Zu Nutz und Frommen unserer in steter Fühlungnahme mit ihren Interessen und Auf- ^samten Landwirtschaft werden wir während und nach gaben kann er allein erst den rechten Zusammenhang fmderb ^schluß der Versuche über das Ergebnis berichten. Wir in den seine Arbeit hinetngehort. Schon ist der Gegensatz 1 ' M .... . „ mv, zwischen Stadt und Land tief genug, und macht der hoffen dabei umsomehr auf die verstandm.volle ..?tt- Schwierigkeiten genug, daß wir ihn nicht noch künstlich Wirkung der beteiligten Landwirte, als in anderen Gegen- Lehrer hermetisch absperrt von allen den Bildungsstätten, Zwecks sorgfältiger Durchführung werden wir die wo alle übrigen gebildeten Stände sich ihre Bildung ^r£e^en holen. Je mehr Berührung der werdende Lehrer mit allen übrigen Berufen und Anschauungen gewinnt, umso besser ** Giftpflanzen! In den feuchten Laubwäldern wird die Grundlage für seine Erziehertätigkeit sein. Das der Umgegend, namentlich in der Richtung Hochwart-Schif- heutige Seminar sollte seinem ursprünglichen Charakter fenberg kommt die Tollkirsche häufig vor. Ihre nach nur der pädagogischen Fachvorbildung dienen, ähn- schönen schwarzglänzenden Beeren sind jetzt reif und lich wie das Predigerseminar für Theologen. Daß man leuchten verführerisch durch das üppige Blattwerk. Sie es zu einer besonderen Anstalt für allgemeine Bildung enthalten ein schnellwirkendes Gift, das Atropm. Daher neben so vielen anderen gemacht hat, und daß es infolge- ist auf Spaziergängen mit Kindern Vorsicht geboten, um dessen unter einem kaum zu bewältigenden Ballast anderer so mehr, als sich die Giftpflanze hier und da bis dicht Aufgaben für seinen eigentlichen Zweck nur noch den schmal- an die Schneisen und Waldpfade heranwagt. Nicht selten sten Raum übrig hat, ist vom pädagogischen Standpunkte tritt sie auch mitten unter den Brombeerstauden auf und aus betrachtet, ein Unding. kann so leicht zu Verwechslungen führen. Es wird ntcht Die Vorbildung der künftigen Lehrer auf den Real- unangebracht fein, wenn Eltern und Erzieher unseren schulen des Landes mit der übrigen Jugend zusammen kleinen Näschern wieder einmal den Sinn der Verse wäre der erste Schritt zu einer vernünftigen Verknüpfung einprägen: der Lehrerbildung mit der allgemeinen Volksbildung. Die „Schwarz' Beerchen, sei du noch so schön: Verlegung des Seminars in die Universitätsstadt wäre Kenn' ich dich nicht, laß ich dich stehn!" ein zweiter erfreulicher und höchst wünschenswerter Schritt. (—n.) Rödgen, 17. Sept. Eine auswärtige Firma Hier wären die Sammlungen der Universität benutzbar und beabsichtigte auf der Mittelstmühle ein El e kt r i z i t ä t s- 3% Portugiesen Serie I 3% Portugiesen „ III 4 °/0 russ.Staatsanl. 1905 4^% japan. 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März 19Qß auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung vergeben werden: Die Lieferung von: Jleifchwaren, Backwaren, Spezereiwaren, Kaffee, Milch, Butter^ Eier, Bier, Seifewaren, Eis und Schreibinaterialien. Die Abgabe von: Knochen, Lumpen, leeren Flaschen und Gespül. Die Bedingungen und der Minisleclalerlaß vom 16. Juni 1893 liegen auf dem Verivaltungsbureau an den Wochen- tagen von 3 bis 5 Uhr offen. Angebote, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, find bis zum Freitag deu 27. September 1907, mittags 12 Uhr, auf dem Verwaltungsbureau abzugebcn. Der Zuschlag erfolgt innerhalb 8 Tagen. Gießen, den 16. September 1907. Großh. Direktion der chirurgischen Klinik. Oeffcrttlichcr Vortrag des Herrn Dr. Viktor Poblmctzer (Berlin) über „Freiwillige .. ______Vildnilgsbestrebnngen der 0)egenwart". 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C Cp ° ' Boonstraße 31, Kaufmännischer Herein §luf unsere Veranlassung findet die diesjährige Hauptversammlung des Berbaiides Diittclrheimschcr Lollsbiiduiigsvereiue nächsten Sonntag, den 22. ds. Mts., von 12 bis 3 Ubr im ^nfPr . Vier statt., laden dazu innere wittglieder hieruut^in und v.iica um zahlreiche Beteiligung. v uun eui“E° Ter Vorstand. KTohLesliieferrmg. Für die Chirurgische Universitäts-Ktluik soll für die Zeit vom 15. Oktober 1907 bis 31. März 1908, auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung die Lieferung von ca. 300 Zentner Nusskohlen und ca. 7000 Zentner Hüttenkoks vergeben werden. Die Bedingungen sowie der Ministerialerlass vom 16. Juni 1893 liegen auf dem Verwaltungsbureau an den Wochentagen von 3 bis 5 Uhr offen. Angebote, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, sind bis zum Donnerstag, den 26. Sept. 1907, mittags 12 Uhr auf dem Verwaltungsbureau abzugeben. Die Zuschlagsfrist beträgt 8 Tage. Gießen, den 16. September 1907. Großh. Direktion der Chirurgischen Klinik. Poppert. Vergebung von Pflasterarbeit. Die für die Aeubefestigung der MäuSburg, der Marktstrabe und deö Marktplatzes erforderlichen Pflasterarbelten sollen Montag, den 23. dieses Monats, vormittags li1^ Ubr, । oneniiicy vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen 1 wahrend der Dienststunden bet uns zur Einsicht auf. Angebote aus Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spaienens bis zum vor- genannten Veitpunkt, oerschlosten und mit entsprechender Aufschrift versehen, an uns einzureichen. Zuschlags frist 3 Wochen. Sieben, den 16. September 1907. Städtisches Tiefbauamt. __________________ V.: Köhler.