Aie Heutige Wummer umfaßt 12 Seiten. @3 in flächlichkeit zu finden; cs ist, als ob die Darstellung durch eine ht Flucht von Gemächern eines Traumschlosses führe; je weiter sie uns reden hören und weil wir hier eine Stärke des persönlichen Seins und des Lebensgefühls zu ahnen beginnen, die nicht AnsIauS. Tromsö, 15. Juli. Die Ankunft deS KaiserSs erfolgte heute nachmittag 3 Uhr. Der Kaiser begab sich sogleich an Bord des Schiffes des Fürsten von Monaco „Albion". Nachmittags fand auf der „Albion" eine Tafel zu Ehren des Kaisers statt. Es waren Kapitän Johannsen, der Begleiter Nansens auf der letzten Nordpolexpedition, und der bekannte Spitzbergensorscher Jsaacsen geladen. Der Fürst, von Monaco segelt morgen nach Spitzbergen ab. — Der Kaiser blieb wegen des ungünstigen Wetters in der vergangenen Nacht an Bord und nur einige Herren gingen zum Nordkap. Die „Hohenzollern" bleibt morgen zum Kohlenemnehmen in Tromsö. Das Wetter ist kalt. An Bord ist alles wohl. Prag, 15. Juli. Die Rechtspraktikanten bei dem hiesigen Strafgericht, die seit etwa einer Woche passive Resistenz übten, stellten heute vormittag diese. Resistenz ein und arbeiten seither normal. Budapest, 15. Juli. Die am 14. d. Mts. in Wien beendeten Ausg leichsverha ndlungen haben zu einer vollständigen Einigung beider Regierungen ge* i "Arbeiterfrage, die nicht so ohne weiteres zu lösen ist. cdings wird dies erleichtert, einmal durch den Bahnbail, wseits aber auch durch die geplanten Anlagen für Nähr- ?, um die namentlich im Innern des Landes vielfach schenden Hungersnöte zu beseitigen, die der Verwendung eiec Arbeitergruppen hindernd im Wege ständen. Mit u solchen Programm befindet sich Herr Dernburg auf rechten Bahn, und man kann darulu nur wünschen, daß Reise von glücklichem Gelingen gekrönt sein möge. bringt, desto geheimnisvollere, desto überraschendere Kammern her Urgeschichte der Menschheit schließt sie auf. Und dies geschieht, obgleich sie überall auf die festen Grundlagen einer ganz ncuen, in vielen Zeitschriften der amerikanischen Völkerkunde zerstreuten Einzelforschung gestützt ist. Noch einmal öffnet sich hier für den Geschichtliebenden die Möglichkeit, in ein unbekanntes Land der Vergangenheit unseres Geschlechtes zu schlveifen: vielleicht zum letztenmal. Denn die Forschung der Zukunft wird bald genug die von Breysig zuerst durchzogenen Bereiche ihrer fleißigen Einzelbearbeitung unterwerfen, und dann ist diese Romantik des Unerhörten auch aus ihrer letzten Zufluchtsstätte Der trieben. Das starke Rückgrat der Darstellung macht der Gedanke aus, daß die Geschichte der Menschheit nicht in der Ordnung der Jahreszahlen, noch in der der Erdteile recht erkannt werden kann, sondern nur in der Folge einer Anzahl von Lebensaltern, von Entwicklungsstufen. Von diesen ist die unterste von allen, sind die mittleren von wenigen Völkern, die obersten nur von den Europäern erklommen worden. Jene unterste Schicht, von Breysig die der Urzeit genannt, soll in dem vorliegenden ersten, einem fast vollendeten zweiten und einem in nahe Aussicht gestellten dritten Band geschildert werden. Die außereuropäischen Völker und Reiche höherer Stufen sollen folgen, die europäische Geschichte das Werk krönen. Die Darstellung erstrebt die möglichste Durchsichtigkeit und Klarheit; sie vernieidet grundsätzlich jedes Fremdwort. Das Ziel der groß angelegten Arbeit ist, einen Stammbaum der Formen der gesellschaftlichen Ordnung und des geistigen Schaffens der Menschheit aufzustcllen; aber über diesem Endzweck ist die Ausbreitung aller Besonderheit, aller Farbenfülle, aller Schönheit des einzelnen Menschen- und Völkerfchicksald nicht vergessen. geringer, sondern größer ist, als die unseres späten Alters. Breysig schildert diese Urzeit in dem vorliegenden ersten Bande die der Nordamerikaner, in allen Betätigungen ihres Lebens. Ganz weite Sichten tun sich auf in die dämmernden Anfänge der Gesellschaft: hinter dem Geschlechterstaat, den man gemeinhin als älteste erkennbare Form des Staates ansieht, taucht in überraschend klaren Umrissen die Horde auf, ein Gebilde von nicht rohem, sondern gut aus gearbeitet em Bau, und -'.gleich löst sich die alte Streitfrage, die seit Jahrzehnten die geschichtliche und selbst die gegenwärtige Frauenforschung beherrscht: die Frage nach dem Ursprung oder Nichtursvrung aller Familienentwicklung aus einem Zustand freien Geschlechtsverkehrs. Der Anteil der Frau an der Entstehung von Staat und Haus wird in ein anderes, helleres Licht gerückt. Recht und Wirtschaft, Staats- und Kriegskunst, Sprache und Schrift, Technik und Heilkunde sind in ihren zartesten Wurzelkeimen bloßgelegt. Farbiger iwch ist das Bild, das von den sehr reichen Anfängen von Tanz und Dichtung, Bildnerei und Tonkunst entworfen wird: von den Kunstwerken, die das Berliner Museum aus diesen Ländern birgt, sind die köstlichsten eingehend gewürdigt, von einem künstlerischen Standpunkt, auf den sich die Völkerkunde fast nie bisher gestellt hat, von den Märchen und Sagen sind die bezeichnendsten in die Darstellung in vollem Umfange eingewoben, von den Gesängen die schönsten mit den Noten wiedergegeben. Ganz in die Tiefen urmenschlichen Atmens führt uns die Schilderung der Anfänge des Glaubens, die mit denen der kindhaften Wissenschaft dieser Zeiten zusammen- sallend, schon die Keime der Gottesgestalt der höheren Stufen enthalten und zugleich eine Fülle von Formen ahnungsvoller Welterklärung und hingebender Verehrung der unsichtbaren Gewalten erkennen lassen. Nirgends ist Plumpheit, Roheit, Ober- Derrtsches Reich. Sabinen, 15. Juli. Die Kaise rin mit dem Prinzen Joachin und der Prinzessin Viktoria Luise tft heute mittag hier eingetroffen. In dem Gefolge befinden sich Vizeoberzeremonienmeister von dem Knesebeck, die Hofdame Gräfin von Keller und Leibarzt Dr. Zuncker. Berlin, 15. Juli. Der Entwurf betreffend den zehnstündigen Maximai-Arbeitstag der Frauen wird dem Reichstage bei seiner nächsten Tagung bestimmt zugehen. Die in Betracht kommenden Industriezweige haben sich fast ausschließlich mit der Herabsetzung der Maximalarbeitszeit von 11 auf 10 Stunden einverstanden erklärt. Der Entwurf sieht genaue Uebergangsfristen vor. — Eine landwirtschaftliche Fleisch erei- G e- nossen sch ast zum Verkaufe von Fleisch in Berlin hat sich gebildet. Sie nennt sich Pommerscher Fleischoerkaufsverband und besteht aus Landwirten, die ihr Vieh selbst schlachten und das Fleisch an die Konsumenten bezw. Fleischer direkt absetzen wollen. — Aus Anlaß des gestrigen Pariser Vorfalles stattete Unterstaatssekretär von Mühlberg heute früh dem hiesigen französischen Botschafter einen Besuch ab, um ihm die Glückwünsche be§ deutschen Reichskanzlers und des auswärtigen Amtes zur glücklichen Bewahrung des Präsidenten Fall iß res vor einer Gefahr auszusprechen. _ Mitteilungen des Kriegs Ministeriums über die Fahrt der Truppentransportschiffe: Der Dampfer „Willehad" des Norddeutschen Lloyds mit dem Ablösungstransport für das Ostasiatische Detachement ist am 14. Juli wohlbehalten in Hongkong eingetroffen und am 15. nach Taku weitergegangen. — Der frühere Landwirtschaftsminister Dr. Podbie Iski, der seit mehreren Wochen in Bad Nenndorf Heilung von fernem Gichtleiden suchte, hat den Badeort wieder verlassen und sich auf sein Gut Dalmin zurückbegeben. Sein Befinden hat sich wesentlich gebessert. Dresden, 15. Juli. Eine Konferenz der Vertreter der evangelischen Arbeitervereine Sachsens erklärte sich mit dem Wahlrechtsentwurf einverstanden. Leipzig, 15. 'Juli. Der gestern hier versammelte LandeLausschuß des nationalliberalen Landesvereins von Sachsen erklärte sich mit dem Wahlreform-§ Entwurf und der Plural- und Verhältniswahl prinzipiell' einverstanden, äußerte jedoch Bedenken gegen bie Wahlen durch Kommunalverbände und kann deshalb dem Entwurf in der vorliegenden Form nicht zustimmen. « r. 184 ^ Erstes Blatt LSV. Jahrgang Dienstag 16. Juli 1 <>07 mcher Sonntag«. * O Ä M ««»ugSstrei,: I SeTtmffiedWe'm« A AA AA AA jährlich Mk. 2.20; durch H ußf.d.Redaktion113 tjXjr wF Verantwortlich MS General-Anzeiger für Gberheßen -WW itatime VON 2lH3Ctgen V " u. Land" und „Gerichts- DomU?agTiomu^ Rotationsdruck und Verlag der vrShl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerel. R. Lange. Redattion, Expedition und Druckerei: Schrilstratze 7. ^eig°nt-^H^B-ck Bin fett Kolonien. x Am Samstag hat Staatssekretär Dernburg seine Reise h Ostafrita angetreten, um die Kolonie aus eigener An- 3 uung kennen zu lernen, Belehrung zu schöpfen und seine gieren Maßnahmen nach dem Geschauten zu treffen. Be- i ntlich wollte der Staatssekretär ursprünglich sämtliche 1 kanische Kolonien, namentlich auch Südwestafrika besich- j n, aber er ist von diesem Plane abgekommen, sehr zu lüsten seiner Studienreise. Ganz abgesehen davon, daß die 6| se sich gar zu lange ausgedehnt und Herr Dernburg nicht • -1)r zum Parlamentsbeginn hätte zurück sein können, hätte Ä) der Aufenthalt in den einzelnen Gebieten so überhastet 1 den müssen, daß eine eingehende Einsichtnahme so gut ausgeschlossen gewesen wäre. Es hätte sich nur um > sächliche Beobachtungen handeln können und es hätte die ahr bestanden, daß man dem Staatssekretär Potjömkinsche .scr aufbaue. Daß Ostafrika und nicht Südwestasrila als - euige Kolonie gewählt worden ist, wohin der Leiter unserer >' nialen Angelegenheiten zuerst seine Schritte lenkt, hat seine 'n Gründe: Ostafrika ist ein blühendes Land mit großen e ntagen, wo für den Kaufmann viel zu holen ist, und - ibe diesen Gesichtspunkt will ja Dernburg in seiner Ver- y tung voranstellen. In Südwestasrika hätte er augenblicf* j nach der Kriegsnot nicht viel sehen können, öde Strecken । ?n wenig Gelegenheit für ein eingehendes Studium und l;i allem will der Staatssekretär erst den Bahnbau gefördert ; en, um danach die weiteren Maßnahmen ins Auge zu ] n. Die übrigen Kolonien, insbesondere Togo und ■ lerun, sind so gestellt, daß eine besondere eingehende Jn- 1 tion seitens des Staatssekretärs nicht erforderlich ist. Um oberflächliche Vergnügungsreise, wie sie seinerzeit | Kayser machte, handelt es sich also diesmal nicht, viel- 2 r kommt der besondere Charakter und Zweck dieser Reise ■ n darin zum Ausdruck, daß den Staatssekretär verschiedene Bhorragenbe Vertreter der Baumwollindustrie begleiten; sie j vom Staatssekretär dafür gewonnen worden, die Her- iing der erforderlichen Rohprodukte in unseren Kolonien * r vorzunehmen. Herr Dernburg will damit in erster •! e unsere Textilindustrie von Nordamerika unabhängig * .jen, das nicht weniger wie 400 Millionen für den Bamn- ■3 export von Deutschland einheimst. Um dies zu erreichen, a er es verstanden, nicht bloß das Interesse hierfür zu 'z en, sondern auch die industriellen Kreise zur Hergabe von ' Idn zu bewegen, bie es ermöglichen, die Baumwollfrage ■j Ctjenb zu studieren. Von den hierzu ungefähr erforderen 10 WhÜionen ist bereits die Hälfte gezeichnet, obwohl z ich um Ausgaben ä fonds perdu handelt, die freilich .1 •. tausendfältig Zinsen tragen dürften. Selbstverständlich 4 i der Staatssekretär auch der Bahnfrage als conditio sine -1 non sein Augenmerk zürnenden, ebenso der überaus wich- reich-ungariscben Ministers des Aeußern Aehren- thal veröffentlicht der „Corriere della Sera" einen optimistischen Leitartikel. Er konstatiert, daß die Beziehungen zu Oesterreich sich gebessert haben und drückt den Wunsch aus, daß zwischen beiden Verbündeten auch positive Abmachungen über eine gemeinsame Politik getroffen werden mögen, falls der status guo auf dem Balkan von dritter Seite eine Aende- rung erfahre. Der römische Korrespondent des genannten Blattes erfährt von politischer Seite, es sei nicht ausgeschlossen, daß die Türkei durch einzelne Abmachungen mit den drei Mächten dem Dreibund näher trete. Rom, 15. Juli. Die „Agenzia Stefani" veröffentlicht folgende aus Desio datierte Note vom 15. Juli: In der Unterredung, die heute vormittag zwischen dem österreich-ungarischen Minister des Auswärtigen, Freiherrn v. Aehrenthal und dem italienischen Minister des AuswürLigen, T i 110 n t, stattgefunden hat, sind die Gefühle sehr h e r z l i ch e r F r e un d s ch a ft zum Ausdruck gebracht und bestätigt worben, bie infolge des Bündnisses der beiden Regierungen die beiden Länder vereinigen. Die Prüfung der allgemeinen europäischen Lage, sowie all' der verschiedenen Fragen, die für Oesterreich-Ungarn und Italien besonderes Interesse haben, gestattete beiden Ntinistern, mit gegenseitiger Genugtuung ihr vollkommenes Einvernehmen festzustellen. Dieses Einvernehmen, dcss.n Gcundlage immer das Prinzip des Gleichgewichts, die Auirechterhaltung des Status quo bleibt, bezieht sich nicht nur aufdie Gegenwart, sondern auch auf alle Eventualitäten der Zukunft. ________________________ Ein Unfall dec amerikanischen Kriegsmarine. Washington, 15. Juli. Das sDlarineamt erhielt durch drahtlose Telegraphie vorn Schlachtschiffgeschwader an der Küste von Massachusetts von dem kommandierenden Kontreadmiral Thomas eine Depesche, welche meldet, daß bei einer Schießübung im Turme des Schlachtschiffes „Georgia" ein achtz ölliges Geschütz gesprungen sei, wobei 17 Personen verwundet worden seien, davon acht schwer, darunter ein Leutnant und zwei Seekadetten. Thomas sandte die „Georgia" nach Boston, um die Verwundeten einem Hospital zu überführen. Tie „Georgia" ist eines der neuesten Schlachtschiffe und erst seit etwa zehn Monaten in Dienst gestellt. Boston, 15. Juli. Das Schla chtschiff „Georgia" ist heute nachmittag hier eingetroffen. Durch die Geschützexplosion sanden fünf Mann den Tod. Japan und Amerika. London, 15. Juli. Nach Newyorker Depeschen dauert bie jaPanfeindlicheErregunginSau Diego fort. Es soll zu häufigen Zusammenstößen zwilchen 52ünerifanern und Japanern kommen, und Volksredner fachen die Menge zu größter Erbitterung an. Zwei weitere japanische Spione sollen in Fort Rosecrans entdeckt worden sein; beide sind im Fort angestellte Diener. Dem Gerüchte zufolge sollen sie nicht nur Photographien und Zeichnungen der Horts, sondern auch Sraatsdokumente im Besitz gehabt haben. Das amerikanische Kriegsdeparter.tent ist iwch ohne offizielle Nachricht über bie Verhaftung von Spionen und befahl dem Kommandeur, sofort Bericht zu erstatten. Die Londoner Times erklärt, die Verhaftung der Spione habe die gefährlicheLage in Kalifornien verschärft. Washington, 15. Juli. Die beiden in Kalifornien unter dem Verdachte derSpionage verhafteten Japaner Wurden wieder freigelassen, da sich nichts Strafbares gegen sie ergab. N ewy0rk, 15. Juli. Die Behörden in Washington beschäfügen sich zurzeit sehr eingehend mit der Frage der Verproviantierung eines Geschwaders mit Kohle für den Fall der Fahrt des Geschwaders nach dem Stillen Ozean über Kap Horn. Es heißt, daß alle Transportschiffe, welche die Vereinigten Staaten besitzen, nicht genügen, um die Kvhlen- verproviantierung zu besorgen. Es wird hervor gehoben, daß mit wenigen Ausnahmen kein amerikanisches Kriegsschiff einew Aktionskreis von über 40 000 Meilen besitzt. Tie Häfen von Buenos Aires nnb Bahiablanee sind jedoch in der Lage, zu irgend welchem Zeitpunkte je 50 000 Tonnen Kohlen zu besorgen. In Buenos Aires beziehen vier Firmen monatlich 100 000 Tonnen Kohlen, außerdem verfügen die Südbahnen über ein Lager von 40 000Tomim. Dem Gutachten von Sachverständigen zufolge eignet sich der Hafen von Talcahuano am besten zur Verproviantierung eines Geschwaders'mit Kvhlen für den Fall, daß der Weg über Kap 5)om gewählt werden sollte. Dieser Hasen besitzt in modernster Weise ausgestattete WerMtten. Aehrenthal in Italien. Desio, 15. Juli. Die Minister Tittoni und Aehren- !! l unternahmen heute vormittag eine Spazierfahrt im * dec Villa Tittonis, um 11 Uhr hatten die beiden Minister Besprechung miteinander. ' — Die Minister Tittoni und Freiherr v. Aehrenthal .। heute abend über Mailand nach Turin abgereist. uN ail and, 15. Juli. Zur Begrüßung des öfter- Kleine» Feuilleton. 1 — Professor Kurt Breysig, Die Geschich^te ber Inschheit. Erster Band: Die Völker ewiger Ur- iJ. I. Die Amerikaner des Nordens und des Nordwestens, i II u. 563 Seiten gr. 8°, mit einer Vülkerkarte. Brosch. *1 k. Berlin 1907. Verlag von Georg Bondi. Kurt Breysig |‘i das Bedürfnis empfunden, für das Helle Bild der europ. 1 -echte den dunkleren Hintergrund der Zustände und Schick- rid ber .außereurop. Völker zu malen. Hundert Kräfte sind am 'k le, unsere Gegenwart auf diese außereuropäischen Zusammen- < 5U verweisen. Unsere Kolonien haben uns den jüngsten, den unentwickelt gebliebenen Völkern gegenüber eine Erzieher- :tbe übertragen, für die uns nur eine Geschichtsbetrachtung geschickt machen kann, die auch dieser Kindheit der Mensch- 1 gerecht wird. Vielleicht ist noch wesentlicher, daß heut wieder, schon einmal vor hundert Jahren, eine Sehnsucht in uns I tig wird, mehr zu wissen von den Ursprüngen, den Anfängen cs Geschlechts. Wenn unsere Jugend zuerst nach den beut» 3 Märchen, bann meist nach den Geschichten der Indianer t, so folgt sie damit dem natürlichen Verwandtschaftsgefühl, die Kinder zu den Kinderzeiten, den Kindervölkern treibt, uns, den Erwachsenen, aber werden eben in unseren Tagen e b c wach, bie uns aus der Stadt auf bas Land, 'P der Verwickeltheit unserer Verhältnisse zu einfacherem 4 doch härterem Leben rufen, und dies Bedürfnis /it uns die Anfänge der Menschheit näher. Wir lauschen . den Nachhall uralter Ahnenzeiten, der ans den Märchen, |i Sagen, t.ern Aberglauben unseres Volkes an unsere Ohren V jt, und der Bericht von den Völkern des Urwaldes und der ' ien, auf bie wir solange als auf Wilde etwas verächtlich I) geschaut hgben, wird uns wertvoller, weil toir aus ihm bie U1 me des älteren Glaubens und Dichtens ber Menschheit zu das Gefängnis gebracht worden. Aus Stadt und Land, ihren Verletzungen erlegen. dein betreffenden Abend haftet und in Neap el, 34 jährige Schuhmacher Mathias Wohls eck von hier in Betracht, der sich aber am Freitag früh mit Lysol vergiftet hat und gestorben ist. Er soll an "führt, so daß nunmehr blos die endgültige Textierung der Abmachungen zu erledigen ist. Beide Regierungen beschlossen jedoch, die Details erst bei Beginn der parlamentarischen Herbstsession zu veröffentlichen. Die Wiener Abmachungen werden morgen dem Ministerrat unterbreitet werden; wahrscheinlich werden da auch die Quotenfrage und die Verlängerung des Privilegiums dec österreichisch-ungarischen Bant zur Sprache kommen, da diese Fragen geklärt sein müssen, ehe die Ausgleichsvorlagen den beiden Parlamenten zugehcn können. Nach der Ratifizierung der Wiener Abmachungen !durch den Ministerrat wird sich Ministerpräsident Wekerle 'nach Ischl begeben, um dem Monarchen Bericht zu erstatten. Rom, 15. Juli. Infolge einer Verfügung des Staats- igerichtshofes ist der frühere Minister Stasi heute nachmittag in seiner Wohnung durch den Polizeipräfekten ver- Vermijetzre-, ""Opfer d e r B e r g c. Zwei norddeutsche Touri st i nu fanden bei tleberschreitung der B i r n l ü ck e iii den hohen TaM GerichtssaaL. BR. Darnrstadt, 15. Juli. Vor beni Feriensenat der Str,-, e a m m e r tarn heilte em iliteressamer P r e g b e t e i d l g uUü prozeß als Beiussjache zur Verhaudlung. In beni tlerif- „Stemheuner Votlssreund" war zur Zelt der Geineinberalswtch am 14. Februar d. I. ein scharfer Artikel gegen die Groß-Steinhe-M Gememdeverwaltung erschienen, in bem es hieß: Der Liberalisiss nut seinen 87 Männchen, die kleinste Partei, die gerade em Siede? alter Wähler zählt, regiert die ganze Geuiemde. Alle (Semem- ämler befinden sich in liberalen fänden. Im ganzen Gemeui^^ stndet sich kein einziger entschiedener Anhänger des ZerUrmiis e des Sozialismus. Der (peldjack und „liberale" Gesinnung o3 können für Grog-Slemheim regierungslähig machen. ZnteliW und GhrenhaUlgteit geben , devi „geringen" Ataim höchstens p Recht, den „Großen" den Sleigbügel halten zu dürfen, zM bekanntlich die „liberalen" Herren voii beiden Dingen ks§ Ueberfluß haben. — Durch biejen Artikel fühlten sich beseit Bürgermeister Spielmami und Beigeordiieter Jung, soivle Gememderaisinilglieder beleidigt und strengten gegen Redaü. S ch u m a li n Beteidigurigsklage an, der dann auch vom Scyo^ gericht zu Offenbach zu 2U0 Mark Geldstrafe rejp. 4 Gesäligiils verurteilt wurde. Der Artikel erregte, wie die Ze^si aussagen sesisleltten, in Groß-Steinheim allgemeine EnirüP. Die Feriensirafkaiumer erkannte das Urteil des Schöffengerichts : gerechtfertigt an und v e r w a r s d i e B e r u f u n g. daß von der Kreisschulfommission geplant t]t, tn den Fortbildungsschulen für besonders gute Leistungen im Rechnen und Schreiben Prämien anszutellen. Ter Vorschlag hat in der Bürgermeisterversammtung Beifall gefunden, sodaß die Verwirklichung ziemlich sicher ist. — Kreisarzt Tr. Lang ermann referierte hierauf über seine Tätigkeit als Schularzt für das Land. Es sind seit Oktober 1906 von ca. 10 000 Andern ca. 2800 untersucht worden und zwar meist die Kinder des 1. Schuljahres; auch dieses Jahr sollen wieder ca. 3000 Kinder untersucht werden. Es werden nicht einzelne, sondern alle Kinder einer Klasse untersucht, um ein richtiges Urteil zu finden. Bei den Untersuchungen wurde konstatiert, daß die Ges und - heitsverhäktnisse in unserem Kreise im Vergleich zu anderen hessischen Kreisen r e ch t g u t sind. Ein besonderer Zweig der schulärztlichen Tätigkeit ist die Kontrolle über Schulhäuser und Lehrerwohnungen. Geheimerat Dr. Treiber! empfiehlt noch die Bestrebungen, des Vereins für hessische Volkskunde aufs wärmste und regt die Anschaffung der Volkskunde-Zeitschrift für die Volksbibliotheken an. An die Konferenz schloß sich ein gemeinsames Mittagessen. K u ustoerein. Die Gemälde-Ausstellung am Brand ist von morgen, Mittwoch, an wieder geöffnet. Die Ausstellung ist täglich mit Ausnahme Samstags von 11 bis' 1 Uhr, Mittwochs auch noch von 3 bis 5 Uhr nachmittags und Sonntags von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen geöffnet. ** Im Kolo sseum findet heute Programmwechsel statt. (Siehe Inserat.) w. Wetzlar, 16. Juli. Der Kreisverein vorn Roten Kreuz zählt z. Zt. 175 ordentliche Mitglieder. Den Gesamteinnahmen von 893,48 Mark stehen 623,91 an Ausgaben gegenüber. Der Zweigverein verfügt über ein Vermögen von 4800 Mark, das verzinslich bei der Kreissparkasse angelegt ist. — Nach dem städtischen Haushalt ist die Beschaffung eines Gasbehälters sowie der Bau eines Schlachthauses vorgesehen. Der Bezirksausschuß hat die Anleihe von 400 000 Mark unter der Bedingung genehmigt, daß außer 3,8 Prozent Verzinsung eine 11/2 prozentige Tilgung unter Hinzurechnung der durch die fortgesetzte Tilgung ersparten Zinsen vorzunehmen sei. 0 Dlllheini, 15. Juli. Gestern fand hier ein Missionsfest statt, das überaus zahlreiche Gäste heran- gezogeii hatte. Im Hauptgottesdienst sprach Herr Pfarrer Kraft in Barmen über die ersten Missionsleute in Europa. Der Nachmittagsgottesdienst rief besonders viele Zuhörer herzu, da Missionar Diehl, im benachbarten Ehrings- haiisen geboren, predigte, lieber 10 Jahre hat Herr Diehl bereits unten in China, zuletzt in Tungun, gearbeitet. Er befindet sich zur Erholung in der Heimat, um dann seinen Beruf miebcc aufzunehmen. s. Marburg, 15. Juli. Seit heute ist das Schweine- fleisch wieder im Preis gestiegen. Die Fleischer-Innung giebt bekannt, daß gewöhnliches Kochfleisch jetzt 65 Pfg., Bratenstück 75 und Koteletts 85 Pfg. pro Pfuiid kosten. Das Rindfieisch, welches beim letzten Schweinefleischabschlag teurer mürbe, behält seinen damals festgesetzten Preis. ff Frankfurt a. M., 15. Juli. Die 42jährige Tagelöhnerfrau Henriette Laudr, die am vorigen Mittwoch früh in ihrer Mansardenwohnung Wallgraben 5 mit einem Schuß in der Schläfe aufgefunden wurde, ist gestern abend 1 Zustand ist verzweifelt. * Neue r Eisenbahnunfall. Am Sonntag nachmch 7 Uhr 10 Min. ist der E i l z u g S a a r b r ü ck e n - T r i e r in - Nähe des Mettlachertunnels mit allen Achsen entgleist, ssi beide Gleise gestört sind. Die Ursache Liegt vermurlich in ■ Nichtbeachtung des Langsamsahrsignals. Der Perionen- unD ö päctoerkehr wird durch ländliche Fuhrwerke aufrechi erljalu Die Wiederaufnahme des Betriebes auf einem Gleise ist 4® nachmittag zu erwarten. * Stürme und Unwetter. Aus allen Teilen 9io- und Mitteldeutschlands wird starker Temperatursturz g ein ei’ Im Harzgebirge fällt bei 0 Grad schneeartiger Regen. Auch st Thüringen lvird von andauerndem Regenwetter und winterns Kälte berichtet. Der über Pommern niedergegangene Daregen, der 62 Stunden anbauerte, bat große Verwüstungen c gerichtet. In Scheune bei Stettin i]t ein Haus eingestürzi. - Dtauenborf mußten mehrere Häuser geräumt werden, da das Äst! in den Wohnungen in Tischhöhe stand. In Seelow bei garb mußten viele Gebäude gestützt werden. Das Trinkw^ beginnt knapp zu werden. Zahtreiche Gärten in Weizackcr l1 überschwemmt. Durch den Regen i)t das verdorbene Heu st- geschwemmt. Die Oder ist über die Ufer getreten. Das st Schlesien niedergegangene Unwetter richtete den größten & den in der Grafschaft Glatz an. Ganze Gehöfte'wurden von st Fluten weggerissen, die Ernte ist vernichtet. In der Wellt bei Rückers ertrank ein Schullnabe, ein Manil wird vernst In Neiße sind der Roßmarkt, der Holzplan und das Schuld haus schwer bedroht. Jnfanteriemannschaften und Feuerweyr' beiten unausgesetzt an der Absperrung der Fluten. Aus ' genannten Straßen steht das Was,er meterhoch. Der Stadtbahn tarnt nur mit Kähnen erreicht werden. Auf der Schneetol mußten wegen des herrscheitden furchtbaren Sturmes fänitll Fensterläden geschlossen werden, beu ganzen Tag brannten Lampen. In Wien und Umgebung sowie in ganz Niede Österreich lautete eilt heftiger Orkan, wobei starker, woU 15. Juli. Staatssekretär Dernburg silnd seine Begleiter haben heute abend 10 Uhr an Bord des D«as Landgcrtchc < r e it $ i a u ai5 enre Spranz yan? ~ Abweisung bei Klage erkannt, indem es einen Betriebs fall im Sinne des HastpilichtKesetzes nicht für gegeben etßS Auch das Ka mm ergerichr zu Ber lin entschied im M Sinne auf Zurückweisung der von der Klägerin eingelegten rufung. Die gegen das kammergerichtliche Urteil eingelegte fron wurde^ vom Reichsgericht z u r ü ck g e w i e f e n, indem erkennende Äenat ausführt, daß es nicht unbedenklich stj $ bann auch ein Betriebsunfall vorUege, wenn die Lokomonve st gestanden und äußerlich fein Zeichen eines Betriebes ertci-r gewesen ist. Es fei jeovch hier ein Unterschied zu zwischen innerhalb und außerhalb des Betriebes stehe.nben r Ionen. Hier handle es sich aber um eine außerhalb des löetm behende Person und fei es bann für die Anerkennung eines Z triebsunfättes nötig, daß der Betrieb sich nach außen hin crtst bar erweise. Wenn sich der Betrieb aber nun in einem ZuM zeige, als wenn er ruhe, trotzdem er fiattfmbe, so sei zusehen, als wenn Irin Betrieb statt fände. Was die nochüst von der Reviswn gerügte Rauchrmwicketung anlange, f0 k. das Berufungsgericht dahin entschieden, batz bie Pferde aist durch den Anblick der Lokomotive gescheut hätten. Gegen Feststellung des Berufungsgerichts lasse sich in der Revision instanz nicht ankämpfen. Dampfers EFelbmarschall" bie Reise nach Ostafrika an- igetreten. Haag, 15. Juli. Offiziell wirb aus Nieder- llänbisch Indien gemeldet, baß bie Bergbevölkerung aus unbekannten Gründen das Dorf Endeh auf der Floresinsel angriff und verbrannte. Die Regierungsgebäude sind gerettet. Truppen sind bereits abgesandt. Nttv rvistenjctzaft. Frankfurt a. M., 15. Jun. Die preußische Akad^ der AZifienschaften hat den Frankfurter Ehemiker Professor t Graeoe zum lorrefpondierenoen Mitglied der physikalisa)-nla^ malischen Klasse gewählt. X. Hanau, lu. ^uli, Im Alter von 84 Jahren starb, Gymnasialooerlehrer a. D. Projefsor Dr. Sucht er, ein ül kann ter Fwr scher auf dem Gebiete der Altertumsrunbe und ir Autorität auf dem schwierigen Felde der Numismatik, beiden Gebieten entfaltete er eine reiche schriftstellerische Tätigt die mchr als 25 größere Abhandlungen zeitigte. Geboren Karlshasen, besuchte er in Raiteln bas Gymnasium, ftubierte ■ Marburg und Benin und kam bann als Lehrer an das W nafium in Hanau, an dem er 33 Jahre lang wirkte. Mit gir knitze hing er an dem Geschichisvereui. Als langjähriger sitzender wurde er bei der F^cer d-es 50 jährigen Be,iehens . Gefchichtsverems zum Ehren-Vorsitzenden ernannt. Als er U sein 50 jähriges Dpltoriubiläum feierte, erneuerte ihm die p!Zr sophische FiaiuUät der Universität Acarburg sein Diplom l gedachte dabei mit Anerkennung insbesondere feiner VeröM um die hanauische Landesgescmchte. Von den BeröfsentlichuW Tr. Suchiers waren nicht lueniger als 17 der hanauischen o schichte gewidmet. Tie letzte größere Veröffentlichung war : titelt „T^e Akünzen der Grafen von Hanau" und bildete bie Iiä läumsgabe des Geschichtsocrstns ans Anlaß der Neustabt-ßM :eier. London, 14. Juli. Der Chemiker Sir William HeW P e r t i n ist gestorben. Venedig, 15. Juli. Der Publizist und H^sloriker Dr. I Brosch ist, 70 Jahre alt, gestorben. Spset. — Radsport. Bei dem Dauerrennen in Scho tu 32 Kilometer, hat der Radklub Teutonia-Gießen 19v bei starker Zdonkurrenz recht günstige Erfolge erzielt. Karl Seh erhielt den 3. Ehrenpreis, Karl Schäfer den 7. Preis, Ha R önier den 8. Preis, Ludw. W a ck den 9. Preis, Will). R l iln l i n g den 12. Preis. X B a d - N a u h e i m , 15. Juli. Vergangenen Sonntag spie bie 2. Mannschaft des Gießener Fußballklubs vv 19 0 0 in Nauheim gegen bie 1. Mannschaft des Nauheim Fußballklubs. 'Nachdem die vorangegangenen Spiele st nnentschieden ausgegangen waren, konnte Giegen diesmal ciE sicheren Sieg von 6:2 Toren mit nach Hause bringen. B aus einzelne Augenblicke beherrschte die Gießener Mannschast sn das Spielfeld. , e. Gro ßen - Lind en , 15. Juli. Ein großes S ä n g e r f e st fand gestern in unseren Mauern statt, feierte doch der voriges Jahr ins Leben gerufene Wetter au-Lahngau-Säng er- bund fein 1. Bundesfeft. Aus der gesamten Umgegend, aus der nördlichen Wetterau, dem Lahn- und Wiesecktal und dem Hüttenberg waren über 30 Gesangvereine herbeigeeilt, um ihr Bestes in der Gesangskunst zu bieten. Der Festplatz in der Nähe des Bahnhofes an der neuen Turnhalle war hübsch geschmückt und das , ganze Städtchen prangte im schönsten Festkleide. Schon die Eröffnungsfeier am Samstag abend zog zahlreiche Besucher auf den Festplatz^ wo Konzert. Gesangsvorträge und 'turnerische Aufführungen stattfanden. Am, gestrigen Sonntag trafen schon von 8 Uhr. ab die Bundesvereine ein, und um 1/210 Uhr begann in der Turnhalle das Wettsingen mit der Hauptprobe der Bundesvereine. Um 21/2 Uhr begann der lange Festzug sich durch das Städtchen zu bewegen. Nach den Reden und Toasten auf bem Festplatz — es sprachen unter anderem Bürgermeister Leun und der Bundespräsident, während Lehrer Bach die Feft- rebe hielt — trugen 400 Bundessänger einen prachtvollen Massenchor vor, an den sich Einzelchöre der Gastvereine schlossen. Bei anschließendem Konzert der Kapellen Sames-Holzheim und Harnisch-Steinberg, bet Tanz und Volksbelustigung herrschte auf dem Festplatze bis spät in die Nacht hinein ein fröhliches Treiben. Der festgebende Gesangverein „Germania" hat ein Festbuch herausgegeben, in dem u. a. auch die im Umbau begriffene Kirche abgebildet ist. Die Gesangskunft wurde durch die drei maßgebenden Sachverständigen, Prof. Trautmann, Großh. Universitäts-Aiusik- birettor, Gießen, Musikdirektor Schmidt, Friedberg und Chor- meister Daubler, Bieber bei Offenbach, gewertet. Allgemein wurde anerkannt, daß die Gesangskunst in unserer Gegend auch in den Landorten zu einem hohen Punkt der Vollkommenheit gekommen ist. Aas Ergebnis des Wett singens ist: 1. Pr. Germania-Kirch-Göns, 2. Frohfinn-Garbenteich, 3. Liedertafel - Lollar, 4. Eintracht-Leihgestern, 5. Germania-Lollar, 6. Lieberkranz-Leihgestern, 7. Geemania-Großen-Linden, 8. German ia-Großen-Buseck, 9. Germania-Krofdorf, 10. Männergesang- verein Beilstein. den Tod infolge Llebermübung und eisiger Kälte. — Vln b Kornette de Bise (Valliser Alpen- stürzte der 3214 Als Täter kommt derj Emil Bl anchard aus Viois ab und wurde mit SchädelM und auf gerissener Brust aber noch lebend aufgefunben. 4 Paris, 15. Juli. Der Urheber de 8 gestrigen lZwischenfalles, Maille, erklärte, er hätte nicht die 1 Absicht gehabt, Fallieres zu töten, sondern nur, die Oeffent- lichkeit auf sich zu lenken. Er sei ein Opfer der Justiz ’ geworden, da er vom Gericht sein Recht nicht erhielt. — Der Revolver enthielt noch 4 Patronen. London, 15. Juli. 9iach einem Telegramm der t ^inieS* aus Tokio wird der Frage der koreanischen !Delegation im Haag in erhöhtem Grade ernste Bedeutung zugeschrieben. Nach japanischen Anschauungen .verursacht das hartnäckige Verhalten des koreanischen Hofes ! Spannung. Einige Zeitungen in Tokio verlangen wirksame Schritte, um dem Abenteurerprinzen Ui das gesamte Vertrauen, das ihm geschenkt worden ist, zu entziehen. Marquis 3to fordert die strengsten Maßnahmen. I Lissabon, 15. Juli. Premierunnister Jodo Franco !hat bem König vorgeschlagen, durch ein Diktaturdekret fdie PairSkammer abzuschasfen und sie durch einen ! aus Volkswahlen hervorgehenden Senat zu ersetzen. Franco 'ist der Ansicht, daß auf diese Weise ein auf der Seite der Regierung stehendes Oberhaus an Stelle des bisherigen oppositionellen gewonnen werden könne. Belgrad, 15. Juli. ^Stampa" meldet den Ausbruch ^ernster Unruhen in Drobujak in Montenegro. Newyork, 15. Juli. Der Zensusdirektor North, welcher als Tariffachmann in Deutschland war, spricht sich für einen Doppeltarif aus, wobei, der gegenwärtige Dingley das Dlaximum darstellt, während das Minimum etwa 20 % niedriger sein soll. North erklärt, er habe in letzter Zeit mit vielen hervorragenden Persönlichkeiten gesprochen und den Eindruck gewonnen, daß der nächste ! republikanische Nationalkonvent zweifellos das unzweideutige Versprechen der Tarifrevision sofort nach -der Präsidentenwahl durch eine Extrasefsion des Kongresses geben muffe. Der hiesige griechische Generalkonsul erhielt eine /Depesche aus Roanake (Virginien), die von 150 Griechen unterzeichnet ist, die um Schutz gegen den Pöbel nach- /suchen. Der Konsul wandte sich heute in dieser Angelegen- cheit an den Staatssekretär Root. ! San Francisco, 15. Juli. Die ,Associated Preß" schreibt: Die amerikanische Schunerbark 8 7 ^Castle" meldet, daß sie beim 5>abel Jautang außerhalb der Dreißigmeilengrenze -an der sibirischen Küste von Offizieren des russischen Kanonenboots „Mandschur" nach Beschlagnahme der Schiffspapiere den Befehl erhalten habe, sich außerhalb der ^Dreißigmellengrenze zu halten, unter Androhung der Beschlagnahme im Falle der Nichtbefolgung. Drei > anderen amerikanischen Fahrzeugen i)t es ebenso ergangen. 1 2)aS Staatsdepartement wurde von diesen Vorgängen unter- ,richtet und wird die Angelegenheit voraussichtlich 'weiter verfolgen. , Tokio, 15. Juli. Der Minister des Auswärtigen, Vicomte Hayashi, begab sich heute inkognito nach Söul. ! 1 n Mit dieser Frage hatte sich kürzlich der 6. Zivilsenat des - Reichsgerichts zu befassen, und zwar Ijar er sie im verneinen- - den Sinne entschieden. Es handelte sich um einen Anspruch der brandenburgischen landwirtschastlichen Berufsgenossenschaft als . Vertreterin eines verunglückten Ackerbürgers gegen die Märkische : Sttaßendahngesellschast. Ter Ackerbürger W. mar am 13. Mai 1903 mit einem mit zwei Pferden bespannten Fuhrwerk die 1 Kreischaus,ee nach Joachimstal entlaiig gefahren. Parallel mit ber Chausiee läuft die Acarsische Siraßenbahn. Als W. eine Eisenbahnunterführung der Staaatsbahu passierte scheuten die Pferde seines Fuhrwerks plötzlich und gingen durch: W. wurde aus dein Wagen gefchleudert und s'ch^ver verletzt. Während er angibt, daß seine Pferde vor dem Zuge der Märkischen Straßenbahn gescheut hätten, macht diese geltend, daß der Zug still iiaud, um Dampf ^u sammeln, wie es gewöhnlich 60—90 Meter j aor oer Brücke ge,chehe, damitz die Lviontotive die dortige Steigung rlchiMii Lv.mc. In der zweiten Jnsmuz berief sich W. re,p. die juageriii noch daraus, daß die Ntufchrne aber ckotzoem Dampf - uno die Pferde deshalb ge,cheut hatten, wofür mit ber Frau gezecht haben. Seine Frau machte Anzeige bei ber Polizei, in eil sie bie in den Blättern befchnebene Uhr mit ben zwei Bildnissen wiebererkannte. Reichsgerichtsbriese. Nachdruck verboten. I. S. L ei p z i g , 15. Juli. Fällt das Scheuen von Pferden 00r einer ftehen- b e n Lv ko Motive unter bei-, Begriff des Betriebs» Unfalles? , Gießen, 16. Juli. ** KreKlchrerkonferenz. Gestern fand im Neuen Saalbau unter überaus zahlreicher Beteiligung die Kreislehrer- konsereuz chatt Der forschende Geheimerat Du Breid er t BegrMe die Erschlmenech worauf Lehrer $. Müller-Gießen litt« WofoU der voriahrigeu Konferenz verlas. Erfreuliche iForsichritte wurdeii auf dem Gebiete des Schulhausbaues ge- , ui acht; l90o wurden 10 Gebäude in Angriff genommen, 1906 1Ä?. üleich-e Zahl Hiernach gab Schulrat Kleinschmidt die ftatist Mittellurigen über bas laufende Schuljahr 1907/08. Der Kreis 7J' e^ulen mit 207 Klassen ausschließlich ber Privat- fWlen; b Mafien sind wegen Lehrermangels unbesetzt. Von ben Schulen such einklassig 34, zweiklassig 25, breitlassig 9, vier- klassig 6, Mehrllasiig o Schulen. Ohne Schulgeld sind 76 Schulen, 1 3 Orte erheben noch Schulgeld, doch ist man. auch in diesen ;beftrebt, bas Schulgeld abzuschasfen. Jui Kreise wirken 195 ' und 9 Lehrerinnen. Von ben 12 741 Schülern sind 6316 Knaben, 6425 Mädchen. Nach dem Bekenntnis find katholisch ^^evangelisch 12 381, israelitisch 117, anderer Konfession 7 ^Aus Gießen entfallen 2462 Schüler, 223 mehr als im Vorjahre' ^0 ^.'^, mehr 411. Von ben 80 Fortbildungsschulen rVtn^affs9, 4 mehrklassig. Im abgelaufenen tourben durch Ordensverleihung ausgezeichnet: Weil- U2lb Wagner-Großen-Buseck; es star- bm. Albach-Watzenborn-Steinberg und Diehl, früher in Gießen Bezüglich des Schulbauwesens bemerkte der Schulrat, daß in feiern Jahre 8 Neubauten emgeweiht werden, Eberstadt hat jetzt euren Neubau beschloffen, mit anderen Gemeinden sind öel^^anb^ ^ng, so mck Nonnenroth, Röthges, Grünberg, Heuchel- Burkhards selben u. a.m. — Lehrer V. Müller -.Gießen ' W* T ?nen BSrtrag über „F r i e d r i ch d e r G r 0 ß"e und ferne Stellung zur Schul- n n d E r z i e h u n g s f r a g e" Dm: hochinteressante und formvollendete Vortrag eruiere iana- ten^en a k Schulrat Kleins ch m i b t gab dann einige «tarun^m Verordnungen und Bücherempfehlungen seitens der obersten Schulbehörde bekannt. Die Denkmalspflege soll durch Belehrungen und Anschauuugen in den . Schulen durch Berücksichtigung der Orts- und Gebietsgeschichte gefördert wcrdm soweit es sich mit dem Gesamtschulplan vereinigen läßt.' Er —u— eilipfiehlt ferner die Zeitschrift für Beiträge zur hessischen Schul- abgegeoen haoe u,.u viu uno lMwerilt-t-Elchte. KcHermerat Ar. Breidcrt teilte mit, Beweis Mgetretsn werden sollte. trru^artiger Regetr niederging. Der Sturm richtete an zahlreichen Anlagen und Häusern bedeutenden Schaden an, viele Bäume .wurden entwurzelt, Parkanlagen vernichlet usw. Bei Stadlau ist die Donau ausgetreten, auch bei Nutzdors uub Klosterneuburg sind viele Auen überschwemmt. Der Zahnradbahnverkehr au' den Schneeberg mußte wegen Sturm eingestellt werden. Am Montag ließ in Wien der Sturm nach, der Regen dauert fort; auch in fast ganz Böhmen herrschte Unwetter mit heftigem Sturm und Regen. Fast alle Flüsse sind stark gestiegen, zahlreiche Holzbrücken und Stege fortgerissen. Soweit bisher bekannt, sind keine Opfer an Menschenleben zu beklagen. * Das Paradies der Frauen. In Frankreich, so lesen wir in der „Köln. Ztg.", sind die Sachen am dauerhaftesteii, die dem Vergnügen gewidmet sind. Das wußte vielleicht der Graf von Artois, als er lächelnd mit Marie Antoinette die Wette einging, ihr in siebzig Tagen ein elegantes Luftschloß int Bou- logner Wäldchen zu bauen. „Um hunderttausend Franken, Ma- daure!" „Es gilt! Und in siebzig Tagen erhalte ich.mein Schloß?" „In weniger! Ich stehe dafür ein!" Da schließlich Frankreich sowohl die Wette wie das Schloß bezahlte, so entstand tatsächlich in dem kurzen Zeitraum von nur sechzig Tagen das Schlößchen Bagatelle, dessen Eleganz noch heute bewundert wird, und das alle. Stürme der großen Revolution überdauert hÄ. Marie Antoinette war entzückt, und man sagt, daß il>re Dankbarkeit für Artois sehr weit, allzuweit sogar gegangen sei. Es ist ja auch bedeutend unterhaltender, oId Gaben der Galanterie solche Schlösser in Empfang zu nehmen, als sich dafür zu interessieren, was ihr eigener Mann rutzgeschwärzt am Amboß und an der Drehbank anfertigte. Vier- zchli Jahre später wurden keine Schlösser mehr für sie gebaut, sondern ein Gerüst auf dem Revolutionsplatz, und Bagatelle stand öde und verlassen. Es überlebte aber die Tuilerien und überlebte so manche Regierung, und heute ist es noch mit seinem wohlgepflegten Park das Ziel der Spaziergänger im Bois und eine hübsche Erinnerung an die Zeit, wo Frauenlaune alles war in Frankreich. Daß Paris im besonderen nun freilich das Paradies der Frauen geblieben ist, besagt nicht nur das Sprichwort, sondern bezeugt auch die eigenartige Ausstellung von Frauenporträts, die einige Tage vor Pfingsten, auf Veranlassung der Soeidts Nationale des Beaux Arts in Bagatelle eröffnet wurde. Weniger vielleicht vom Standpunkt der Porträtkunst als von dem der Gesellschaftsstudie aus betrachtet man mit Interesse diese Säle, wo nicht ganz zweihundert Frauenporträts, deren Originale den letzten vierzig Jahren angehören, aufgestellt find. Und mancher schöne, interessante geistvolle Kopf lächett uns da von der Wand herab zu, Aristokratinnen, Künstlerinnen, Typen des Bürgertums, die Finanz- und Gelehrtenwelt, Trägerinnen berühmter Namen, von denen viele noch leben. In bezug auf die letzteren ist es eigentlich etwas boshaft, Porträts von ihnen auszustellen, die zwanzig Jahre und mehr zurückreichen. Dieser ganze Frauenfrühling hier hat etwas Diktatorisches, Gebietendes, und etwas von einem sieghaften Lächeln scheint auf fast allen Gesichtern zu lieg ein so verschieden ihre Tracht und Herkunft sind. Und wenn die tote Königin und ihr galanter Schwager yier spukten, könnten alle diese Frauen ihnen erzählen, wie man ihnen gehuldigt hat, wie die Frau, die wirkliche Frau, nur leben kann in Paris. Das erzäilen die schönen, jetzt verwelkten Züge der Kaiserin Eugenie, von ter ein großes Bild von Winterhalter und ein kleines von Holftlo da ist, das predigt das Bild der kleinen blonden Herzogin von Morny von Winterhalter, das Bild der Gräfin Kersaim von Eh..ptin, das der Marquise Vallombrosa von Cabane (ein Meisterwerk!), das in schillerndem Blau schwelgende Bild Boldinis, der eine ,panische Infantin gemalt hat. Bastien-Lepage zeigt uns eine ^aray Bernhardt in — sagen wir einmal in jüngeren Jahren, Aublet ein großes Porträt der Gräfin Märtel (Gyp). Und Hor- tense Schneiders Büste begrüßt uns am Eingang, von Triumphen erzählend, deren sich heute kaum noch jemand erinnert. So geht es fort bis zu den neuesten Schöpfungen von Nasfaelli, von Dagnan- Bouveret und anderen bekannten Meistern der Gegenwart. Die Gesichter werden da anders, die Augen etwas nachdenklicher, der Typus der Frau bekommt etwas Herbes, Bewußtes. Der Reiz der Pariserin verblaßt nicht, aber ein ganz Hein wenig hat der Typus seine Sicherheit verloren. Er hat verglichen, geprüft, gesucht. Was? Sollte er eine Schlange entdeckt haben, die sich in sein Paradies ein geschlichen hat? * Die Pantoffelhelden spielen von altersher in der Literatur und in Witzblättern eine komische Rolle; das Volk straft die oft doch bemitleidenswerten Angehörigen des „starken" Geschlechts mit seiner Verachtung. Im ehemaligen Fürstentume Fulda war ein solcher Schwächling sogar der obrigkeitlichen Pön verfallen. Man lieft darüber in dem „Journal von und für Deutschland" (Jahrgang 1784) einige ergötzliche machen: Wurde bekannt, daß ein Mann von seiner Frau Schläge erhalten habe, so war das fürstfischösliche Hofmarschallamt verpflichtet, die Sache zu untersuchen. Faird es das Gerüjcht begründet, so verhängte es eine ganz außergewöhnliche Strafe. Dem unsried- lichen Ehepaar wurde nämlich durch „sämtliche in fürstlicher Livrey stehende Bediente" das Wohnhaus abgedeckt. Sie begaben sich in geordnetem Zuge an Ort und Stelle. Voran schritt ein Hofsourier. Ihm folgte der jüngste fürstliche Lakai mit einer Fahne, auf welcher dargestellt war, wie sich der junge Mann vor seiner wütenden Frau, die ihn mit dem Bierkruge bearbeitet, unter ben Tisch zu retten sucht. Vor dem Hause kam ge- wöhnlich das jetzt demütig gewordene Weib dem Bedienten mit Wein oder Branntwein entgegen, um dadurch die Strafe zu mildem. Es wurden im Falle einer solchen Spende auch nur einige Ziegel entzweigeschlagen, die anderen aber sorgsam auf den Boden gelegt. In kurzer Zeit jedoch starrten die leeren Sparren zum Himmel. Daß die Exekution nicht still vor sich ging, kann man sich denken. Es sammelte sich eine gewaltige Zuschauermenge an, und der Janhagel ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, den geprügelten Mann und sein schlagfertiges Weib auszupfeifen und durch Gejohl und beißende Spottreden zu verhöhnen. War das Dach abgedeckt und aller Wein oder Branntwein vertilgt, so begab sich der Zug der Hosbeamlen wieder in derselben Ordnung,Ivie er_ gekommen, zurück in^das Schloß. * D i e Verlängerung des Sebent. Aus London wird berichtet: Das soeben herausgegevene Blaubuch über die britischen Sterblichkeitsziffern enthält eine Reihe interessanter Daten. Es zeigt, daß die Sterbtichkeitsziffem in England und Wales von 21,74 auf 1000 vom Jahre 1840 auf 18,19 vom Jahre 1900 zurückgegangen sind, und die Zahl der Lebendgeborenen zeigt ein stetes Wachsen. Interessant ist die auf Grund des statistischen Materials gewonnene Feststellung, daß die Frauen im Durchschnitt drei Jahre länger leben als die Männer. Unter den Todesursa chen ist die Schwnrd- sucht im AbnelMen; die Zahl von 3457 auf die Million in dem Jahrzehnt 1850—60 ist auf 2010 in der Dekade 1890 bis 1900 geiunten; dagegen weist der Krebs ein Fortschreiten auf; die Ziffer 758 für die letzte Dekade zeigt eine Zunahme von mehr als einem Viertel gegen die vorhergehenden zehn Jahre. * Kleine T a g e s ch r o n : t. An Bord des Da mp fers „Neu st e i n", der mit Salpeter beladen, von Hamburg kommend, nach Atlantik unterwegs ist, brach Feiler au§. Der englische Dampser „Warwick", der ihn im Goli von Gascogne antraf, schleppte das Schlff nach Brisl. Die ljiutere Kommandobrücke und die Boote sind vollständig verbrannt. — Auf dem Hauptbahnhose Halle a. d. S. würbe der Eisenbahnajsistent Wiegmann üon einem einsahrenden Schnellzuge zermalnit. — In Augustendors (Bukowina) stürzte der Turm der fall). Kirche infolge Senkung des Fimdameiites ein. Aus dem Schutte wiirde bereits eine Leiche hervorgezogen. Außerdem wurden acht Personen schwer unb sechs leicht verletzt. Man befürchtet, daß das Unglück noch mehr Cpier gefordert hat. — Am 24. Juni rvar bei eilie>n Volksfest in Lünkirchen der Pariser Luftschiffer Bulken mit dem B al l o n „Florecll" aufgestiegen. In einer Begleitung befand sich sein Freund Taunay. Von den beiden Aeronauten fehlt seildeni jede Spur. Jetzt ist Bulkeiis Leiche an der Küste von Ostende ans Land geschivemmt morbem Ter Leichnam seines Begleiters ist bisher trotz eifriger Nachforschungen nicht mfgefimbeii worden. — In der Rahe des Ortes Enkirch a. b. Mosel brach gestern nachmittag 4l/2 Uhr Großfeu er aus, welches sich rasch verbreitete und 17 Häuser, darunter einige Oekononuegebäude, jo- vie Erntevorräte einäjcberte. Eine große Anzahl der Einwohner waren des Sonntags wegen auswärts, weshalb die Löscyarvenen nur langsame Fortschritte machten. Die Baulichkeiten sind zum Teil, die Erntevorräte gar nicht versichert. — Der 48 jährige frühere Bankbeamte Albert Pohlman n, der als Lungenkrank aus dem Untersuchungsgefängnis der Berliner Charite überwiesen worden war. ist gestern entflohen. Pohllnann hatte Urkundeu- fälschungen. Wechselschwindeleien unb Betrügereien verübt unb war in das Ausland entkommen, von dort aber an Deutichlaud aus- geüefcrt worden. — Wie amtlich mitgeteilt wird, ist in einem Kranlenhause Odessas ein Fall von echter Bubonen pest festgestellt worden. Der Kranke, der inzwischen gestorben ist, war Heizer auf einem Tainpfer der Linie nach Alexandria. Arbeiterbewegung. Duisburg, 15. Juli. Eine gestern abgeh. Vertrauensmännerkonferenz der Ruhr-Bergleute beschloß die Einberufung von M a s s en-^V e r s a m m l u n g e n der Bergarbeiter- schast für die nächsten Sonntage behufs Ausstellung von Forderungen an die Grubcnvcrwaltungen. Prag, 15. Juli. _ Eine in Dux abgehaltene Versammlung der Bergarbeiter formulierte chre Forderungen, deren wesentlichste eine 25prozentige Lohnerhöhjung ist. Als Termin zur Beantwortung wurde der 25. Juli leftgesetzt. Schließlich veranlaßten sogenannte Anarchisten derartige Lärmszenen, daß die Versammlung aufgdöft und der Saal von der Gendarmerie geräumt werden mußte. New York, 15. Juli. Man erwartet hier jeden Augenblick den Ausbruch eines Streikesl der Telegraphisten, der sich über das ganze Land zu erstrecken droht. Vertreter der Regierung sind bemüht, zwischen den Telegraphengesellschaften unb ihren Beamten zu vermitteln, doch ist die Hoffnung auf friedliche Beilegung gering. ,Sobald bas Fehlschlägen der Verhandlungen feststeht, dürfte die Arbeitsniederlegung erfolgen. Landwirtschaft. * * Manöver ft roh unb Holz. Um bie umständliche Heranschaffung der Bedürfnisse an Biwakstroh unb Holz aus den oft sehr entferntliegenden Proviamtämtern zu vermeiden, ferner zur Verminderung der Vorspannleistungcn machte die Heeresverwaltung seit einigen Jahren den Versuch, den Bedarf an Stroh unb Holz ganz ober teilweise burchbie Truppen ankaufen zu lassen. Die Landwirtschaftskammer für Hessen weist in einer Bekanntmachung auf die Vorteile dieser Einrichtung hin, bie darin beruhen, daß auch Landwirte, welche Strohvorräte nur für ihren eigenen Bedarf besitzen, sich trotzdem an dem Verkauf beteiligen können, da das Lagerftroh nach dem Gebrauch wieder verkauft unb nochmals zum Streuen verwendet werden kann. Die Landwirte tun gut, sich vor dem Verkauf bezüglich des Rückkaufes zu verständigen. UttSVerssLÜts-Aciehs'iehLett. Berlin, 15. Juli. Zum Nachfolger von Leydens ist dem Vernehmen nach nunmehr der Göttinger Kliniker Prof. H i s in Aussicht genommen. Dieser hat bereits heute die mediz. Klinik an der Charittz besichtigt. Kandel. — Zehnmark-Kassenscheine. Die in Aussicht genommenen Zehnmark-Kassenscheine werben vor Ende Oktober resp. Anfang November kaum zur Ausgabe gelangen. Es wird dann Reichs-Kassenscheine ä 5 unb 10 Mark im Gesamtbeträge von 12 Millionen Mark geben. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Mittwoch ben 17. Juli: Fortdauer der heiteren trockenen Witterung. Etwas wärmer. Nördliche bis östliche Winde. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Juli 1S67 | Barometer am 0° reduziert Temperatur der Luft Absolute ; Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wett-r 15. 2 * 752,4 21,4 10,9 58 NW 2 Bew. Himmel 15. 8" 752,6 17.9 12,7 83 ENE 2 16. 7" 754,2 15,1 11,9 93 NNE 2 * w Höchst e Tem^ rereckur am 1 4.—U . Juli a + 22,0* C. ^ciebriQfte V , 14.—15 • ---- + 11,3 • C. Tas lenkbare Luftschiff bei der Truppenschau. Ein recht anschauliches Bild von dem hohen Stande der französischen Luftschifftechnik entwirft der Pariser Korrespondent des „Berl. Tagebl.". An der Truppenschau anläßlich des National- festes hat, wie bereits gemeldet, auch ein lenkbares Luftschiff teilgenommen. In dem eiugangserwähnten Berichte heißt es u. a.: Es war kurz vor 9 Uhr, als sich in der Ferne hoch über dem Kirchturm von Meudon ein leichtes, kleines Wölkchen zeigte, wie eilt gelblicher Fisch, der in blauen Lüften schwamm. „Voilü leb irigeable!", sagt ein Herr hinter mir, der wie ein Offizier in Zivil aussieht, unb wenige Minuten später kann man die Form des Luftschiffes schon unterscheiden. Es beschreibt einen Bogen um ben Kirchturm, nimmt bann bie Richtung nach dem Felbe von Longajamps, wo eben die Truppen am Präsidenten vorüber zu defilieren beginnen unb fährt mit ruhiger Geschwindigkeit heran, ohne auch nur einmal vom Kurse abzuweichen. Jetzt hat es die Reihe der „Asrostiers" erreicht, der Luftschifferabteilung, die einen Fesselballon in der Revue mitführt. Der Flug der „Patrie" wird langsamer. Gleichmäßig mit ben Truppen auf dem Felbe zieht ber Riesen fisch hoch über der Ebene, hin, macht über ber kleinen Mühle links eine Schleife, fährt bis zur Hälfte den Weg zurück, wendet gegenüber der Präsidentenloge unb fliegt schnurgerade zwischen Loge unb Tribüne in einer Höhe von ungefähr 300 Metern über bie Häupter der Zuschauer hinweg, um mit einer eleganten Wendung nach links abzuschwenken und bann rasch in der Richtung von Meudon zu verschwinden. Begeistertes Rufen, Hüteschwenken, Tücherwinken. Aber wohl nur wenige der Huirderttausende, die sich des Schauspiels im Sonnenschein erfreuen, denken daran, daß diese Maschine da oben für bie Menschheit von ebensogroßer Wichtigkeit werden kann als bie erste Lokomotive ober bas erste Dampfboot. Als die „Patrie" langsam zur Präsidentenbühne sich wendet und über unseren Mpfen hinwegzieht, habe ich die Möglichkeit durch ein gutes Glas genau zu beobachten. Ter Ballon ist länglich geformt, vorn breiter als am Hinterraude, aber mit einer scharfen Spitze versehen. Unter dem etwas abgeplatteten hinteren Ende, über dem kappen förmig drei Segelabschnitte in bie Höhe stehen, ist die Steuerung befestigt in ber Form eines länglichen Ruders, dessen hinterer Teil beweglich ist. Mehr nach 'vorn hängt unter bem Bauch des Ballons bas Boot für die Mannschaft. Es ist 'scheinbar aus Stahl gefertigt und besteht aus zwei^Teilen, die durch eine Art Brücke verbunden sind. An den Seiten drehen sich mit rasender Geschwindigkeit zwei Schaufelräder. Nach vorn hängt unter dem Ballon, etwas über dem Boot erhöht, eine längliche Vorrichtung, die wahrscheinlich zum Visieren bestimmt ist. Tie Bemannung besteht aus vier Personen. Alle Manöver werden mit erstaunlicher Präzision ausgeführt. Dieser „EDirigeable" gehorcht dem Steuer wie ein gutes Boot. Er ^scheint keinen anderen Zufällen unterworfen als denen der Natur, denen alle Werke des Menschengeschlechts preisgegeben sind, und Als er mit surrendem, Rauschen über unsere öaupirr ijinrceg gleitet, megen mir tym üte wevanren tn eine neue Zeit ber Wunder hinein. Müller'sche Badeanstalt. Wasjerwärrne am 16. Juli: 16 0 R. Griginal-Drahtmeldringe«. i Dresden, 16. Juli. Die Regierung wird auf ihrem Wahlrechtsentwurf nicht unbedingt bestehen, sondern Abänderungsvorschlägen zugänglich sein. München, 16. Juli. „Der „Münch. Allg. Zeitung" wird aus Rom gemeldet, der Papst habe den Eindruck gewonnen, als ob ihm die Angelegenheit Schell wie die des Kulturbundes in einer Form vorgetragen worden sei, die den Verdacht einer wohl Überlegten Jntriguc erweckt. Der Papst soll sich sehr verstimmt über die Art der Information geäußert haben. Prag, 16. Juli. Die R echtspraktikanten beim hiesigen Strafgericht haben die p a s s i v e Resistenz eingestellt. Budapest, 16. Juli. Die Christlich.Sozialen wollten gestern eine Versammlung abhalten. Die Sozialdemokraten, etwa 200 an der Zahl, waren mit der Absicht erschienen, die Versammlung zu stören. Bei der Präsidentenwahl erklärten die Sozialdemokraten, sie seien in der Majorität unb hätten allein das Recht, den Präsidenten zu wählen. Als die Christlich-Sozialen trotzdem den Vorsitzenden wählten unb dieser die Tribüne bestieg, warfen die Sozialisten faustgroße Steine gegen ihn, die ihn jedoch nicht verletzten. Es entstand ein unbeschreiblicher Tumult und eiiu große Schlägerei. Ein Arbeiter gab drei Schüsse in die Lust ab. Die Polizei schritt mit blanker Waffe ein und säubert? ben Versammlungsort, wobei mehrere Personen verwundet wurden. Polizisten verfolgten die Ruhestörer auf die Straße, indem sie flache Hiebe austeilte. Ein Konstabler stürzte vom Pferde und erlitt eine Verletzung. Der Arbeiter, der die Schüsse abgegeben hatte, wurde verhaftet. Rom, 16. Juli. Gestern abend wurde der frühere Kabinett sch es des Ministers Nasi auf Anordnung des Staatsgerichtshofs verhaftet und ins Gefängnis gebracht. Pans, 16. Juli. Die Zimmerleute haben für heute den Generalausstand verfügt, weil die Arbeitgeber sich weigerten, den neuen Tarif anzunehmen. Paris, 16. Juli. Gestern nachmittag brach in dec Rue Montreux in der Werkstatt eines Lllöbelsabrikanten Feuer aus, das sich bald über einen ganzen Häuserblock erfireefte. Fünfzig Familien sind obdachlos und der Schaden beträgt mehr als eine Million. Paris, 16. Juli. Ein Marseiller Blatt glauat mit-< teilen zu können, daß die Ursache des Demissions-' gesuchs Dreyfus in seiner Unzufriedenheit liegt, nicht zum Oberstleutnant befördert ivorden zu fein. Die Demission ist' vom Kriegsminister noch nicht angenommen worden. Roubaix, 16. Juli. In Aseq explodierte infolge• Unvorsichtigkeit eines Rauchers ein Luftballon, der un Begriff stand, zu landen, 20 Personen wurden verletzt, darunter 10 schwer. Brest, 16. Juli. Am 22. d. M. wird hier eint japanische Schiffsdivision erwartet, die hier mit dec bereits auf der hiesigen Reede befindlichen amerikanischen, Schiffsdivision zusammentreffen wird. Letztere! wird erst am 25. d. M. den Hafen verlassen. , San Sebastian, 16. Juli. In Bilbao fanden, gestern Meetings statt, an denen sich mehrere tausend Straßenarbeiter beteiligten. Der allgemeine Ausstand wurde fast einstimmig beschlossen. Die Bewegung! droht eine große Ausdehnung zu nehmen und den ganzen! anstoßenden Gruben-Bezirk zu empfangen. Lissab on, 16. Juli. Gestern ist bei Coimbra ein Arbeiterzug ent gleist. Neun Arbeiter wurden schwer verletzt. Tanger, 16. Juli. Blutige Kämpfe haben zwischen den Berberstämmen und dem Stamm der Babel stattgefunden. Letztere sind bis kurz vor die Mauern' Tangers verfolgt worden und haben schwere Verluste erlitten. Newyork, 16. Juli. Die beiden in Kalifornien unter dem Verdacht der Spionage verhafteten Japaner, sind wieder freigelassen worden, da die Untersuchung nichts strafbares gegen sie ergeben hat. Lehrfabrik SS18/12 » । ii htirlnglsches ——I —— g« ■ ep g. Elektro- und Maschinen- ikEMiilum «limenaü ^^%u^r:V7ohÄ: matik Wenn Schüler u. Schülerinnen höherer Lehranstalten infolge von Blutarmut, Bleichsucht oder allgemeiner Schwächlichkeit die Anstrengungen der Schule nur schwer ertragen, empfiehlt es sich, als tägliches Morgen- getränk regelmäßig den bekannten Kasseler Hafer- akao zu gebrauchen. 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Mac u Ebarles Lomnche Akrobaten und EascadeurS, Syrers Denham Dancrmg Idyls Transformations. o- , Die Stadt Giessen ist durch ehe ihr auf Grund des § 795 des Bürgerlichen Gesetzbuches und des Artikels 61 des hessischen Ausfuhrungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuch von der Grossherzoglich Hessischen Recderunif von Schuldverschreibungen bewirkt, so wird dies unter Angabe des Betrages8 der TAr^a“fhen<.Scbm^erSC-hreibu“8i]en a sbald nach -Ablauf in gleicher Weise bekannt gemacht. Geht eins der ezeichneten Blatter ein so wird an dessen Stelle von der Stadtverordnetenversammlung em anderes Blatt bestimmt eine qiA verpflichtet sich, für den Fall der Konvertierung der Anleihe in Berlin und Frankfurt a M eine Stelle einzurichten und bekanntzugeben, bei der diese kostenfrei vorgenommen werden kann. Giessen, im Juni 1907. p16. Grossherzoglich Hessische Bürgermeisterei der Provinzial-Hanptstadt Giessen. Mecum, Oberberbürgermeister. L & E. Wertheimber. Frankfurt a. M., im Juli 1907. Mitteldeutsche Creditbank. Auf Grund des vorstehenden Prospektes sind t..m 3 000000 4°/0 Schuldverschreibungen der Stadt Giessen, ugnng bis zom Jahre 1912, verstärkte Tilgung und Gesamtkündigung bis zum L April 1917 „ ausgeschlossen. zum Handel und zur Notiz an der Frankfurter Börse zugelassen. Bekanntmachung. Zwecks Vornahme von Arbeiten am Kabelnetz ist Mittwoch, den 17. Juli d. Js. den ganzen Tag die Johannesstrahe, Blockstraße, Neuen Bäue und Neuenweg abgeichaltet, was wir den betreffenden Konsumenten zur Lkenntms bringen. Gietzen, den 16. Juli 1907. Städtisches Elektrizitätswerk Giehen. Stol t e. bi6/7 = Brauerei-Treber — hat noch abzugeben Giessener Brauhaus Wä Fress- heie-Fabrik iX. &. W. Denninghoff. 4700 Bekanntmachung» Bindefeld aus Offenbach bringt diesen Jahrmarkt ganz neue Sachen. 4701 1 Posten hochprima Seide, 1 Posten Briese Biescs 1 Po len Tüll Kanten 1 Posten Alpacca 1 Po ten Serge usw. Bindefeld. 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[4704 Geißler, Gerichtsvollzieher. Mittwoch den 17. Juli d. IS., vormittags 10 Uhr, wird im Solmser Hof ein nock gut erhaltenes Fahrrad versteigert. Versteigerung bestimmt. Geißler, Gerichtsvollzieher. [4705] Vorteilhafteste u. billigste Bezugsquelle in all. Haushaltungs-Bedarfsartikeln Konsumverein Giessen u. Umgegend empfiehlt den Mitgliedern: Gebr. Kaffee, lose und in I Palleten, Kathr. Malz- kaffce, Gerstenkaffee, | La Mehl, Zucker gemahlen, Würfel und im Hut, Brot weiß 50 Pf-, schw. 46 Pf, 1». Wurst Kakao, la. Tee Zigarren, Tabak Hülsenfrüchte la. Seife, Wolle Bürstenwaren u. s. w. Anmeldung kann lägl. in unseren Verkaufsstellen erwlgen. Fresiöank. Heute [B16/, Schweinefleisch 45 Pfg. aesr Feinste Mesfim-Mmeii per Dutzend 70 Pfg. ff. Murcia- Vlur-Apfelsinen per Dutzend 120 Pfg. empfehlen a16/7 Gehr. Loräux Vabnbo,straffe. Asterweg 6 Konsumverein Giessen u. Umgegend Bahnhofstr. 31 3 ! _ Ä ‘ für reisende HOSpiZ.Damen evang Schwesternhaus, hielten. lunannesstr. /. 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