rr. 242 Zweites tSgNch mit Ausnahme bc3 SomMgS. ©te „Sttetzener LamUienblälter" werden dem Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das ^Lretrbkstt für den Krtl$ Elchen" zweimal wöchentlich. Der „kZeffische Landwirt" erscheint monatlich einmal. 157. Jahramra Blatt General-Anzeiger für Gberhefien Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: b-Obl. Redaktion:e^^lI2. Tel.-Adr^AnzeigerGiehen. Dienstag 15. Oktober 1^)7 Rotationsdruck und Verlag der Dr Ührchen UniversitätS - Buch- und Sietndruckeret. R. Lange, Gießen. ig (16. Dez.) kommt „Fidelio" heraus. :ft Max Möllers „Schön Edelrot" er- nien, zu sehen war, wird bei den Korpsbekleidungsämtern mit Hochdruck gearbeitet. Nach Weisungen, die über die Durchführung der Neuausrüstung der Armee ergangen (mb, sollen zunächst die Jnfanterietruppenteile, die Pioniere und, in feldgrüner Farbe, die Jäger und Schützen je eine Garnitur der neuen Felduniform erhalten. Später werden auch die Kavallerie und die Artillerie damit versehen werden. Der neue Waffenrock erhält eine Taillenschnur uni> einen Umlegekragen, der aufgektappt die Ohren schützt. Der Kragen, die zum Abknöpsen eingerichteten Achselklappen und die Ausschläge zeigen die Farbe des Grundtuches mit bunten Einfassungen. Die Litzen der Garde und einzelner Linienregimenter sind beibehalten worden. Die acht Brustknöpfe, die Knöpfe der Aufschläge und die Trageknöpfe an der Taille sind aus mattem (brüniertem) Metall gefertigt. Der Rock hat auch vorn je zwei Rocktaschen zur Aufnahme von Reservemunition. Statt der bisheriges schwarzen Halsbinde wird ein graues Halstuch eingeführt, wie es die Franzosen in blauer Farbe schon haben. -d) hierzu nicht. • . . „ Ein Reichsvereinsgesetz werden toir im Reichstage zu esprca-en haben und ich kann hierzu sagen, daß es, soweit ich cr- ihren habe, e i n r c ch t l i b e r a l e s toird. A u ch d e n F r a u e n hti) cs volle Gleichberechtigung bringen. Wir werden es der ! erung aber nicht verargen können, wenn sie sich gegenuoer cn polnischen Vereinen gewisse Rechte Vorbehalt, _A/te ^e- irebnng^n der Polen sind mit den Jahren in ein solch radikal ci chafeindliches Fahrwasser geraten, daß toir ^^..?bÜ^rung, oic gesagt, nicht verdenken, wenn sie nach dieser Rrchttrng hrn ich Vorsicht. Auch eine Reform des B ö r s e n g e f e tz e s wird -orgcnominen werden müssen, denn sie ist notwendig geworden. -Er werden die Bestimmungen über, den Getreidetermmhandel iid;t beseitigen, aber das Bestreben verfolgen, Treue und Glauben j.cdct herzustellen, die auf Grund dieser Bestimmungen vielfach rerloren gegangen sind. _ _ ,, In der Iustizreform muß ebenfalls Dampf aufgemacht verd eil. Hier müssen toir endlich aus dem Stande der Erwägungen j-erauskommen. In dem Gebiete des Strafrechts erheischen die Bestimmungen über die Verurteilung jugendlicher und rückfälliger Verbrecher eine Aenderung in liberalerem und sozialerem <2inne. ttür icerden ferner die Einführung einer Berufungsinstanz für Strafsachen nicht länger hinausfchieben können, ebenso wird bie reue Strafprozeßordnung die Heranziehung von schössen in Die Strafkammern vorsehen. Auf 'dem Gebiete der Sozial P o l 1111 •TivarteL uns ebenfalls die Lösung großer Aufgaben. Hier cr- oüderl die Witwen- und Waisenversicherung, die bekanntlich m Jahre 1910 in Kraft treten muß, unleve Aufmerksamkeit. Es hat. Kein Wander alsir, daß sich die beiden Intendanten I ense n u Elaar dieses Jahr mächtig ansrrengen, um den Zuschuß nicht erhöhen zu müssen. Sämtliche drei Theatergewaltige Frankfurts teilten mir ihre Pläne mit. Intendant Jensen plant in etwa 14 Tagen eine grofze Uraufführung: „die rote Gred" von Mttner. Der November bmngt eine Neueinstudierung von Webers „Eu- ryunlüe" und die Premiere von Puccinis '„MadameButterfly". An Beethovens Geburtstag /1 * * x Als Weihnachtsmärchen is. —c ----- ... , uwrben. Die Reihe der Novitäten soll Enrioo Bofiis einaktige Oper „Der Wanderer" abschließen. Große Wagnerzyklen werden politische Tcrgeskebarr. Haussuchung in der Kirche. Ans Petersburg wird der Russischen Korrespondenz geschrieben: Bon einer Haussuchung in einer Kirche gibt ein Bries Kenntnis, den die Tochter eines Geistlichen aus dem Gouvernement Archangelsk an die Redaktion des „Rjetsch" sendet. Sie beschreibt darin die Verhaftung ihres Vaters, eines 62jährigen kranken und schwachen Greises, der noch jetzt, nach einem Zeitraum von drei Monaten, in Einzelhaft gehalten wird. Ihr Vater wurde in dem Moment, als er in Anwesenheit der Gemeindemitglieder den heiligen Akt der Taufe eines Kindes vornehmen wollte, von dem Polizeikommissar verhaftet. Erst nach der Verhaftung tarn auch der Staatsanwalt in das Dorf. Es erfolgte daraus eine Haussuchung, die nicht nur in der Wohnung des Geistlichen, sondern auch in der Kirche vorgenommen wurde. Die Kirche wurde dabei von Kosaken mit aufgepslanztem Bajonett umringt. Bon Polizisten wurde mit einer Axt ein Schrank im heiligen Altar aufgebrochen, in dem wichtige Kirchenpapiere aujbewahrt sind. Die Haussuchung ergab keinerlei Anhaltspunkte für ein Delikt des alten Geistlichen. Nichtsdestoweniger wurde er zuerst in das kalte Zimmer des Gemeindehauses eingesperrt und dann, nachdem die Herrschaften erst einen Besuch abgestattet hatten, nach dem Orlower Gefängnis transportiert. — Zur Charakteristik dieses Geistlichen führt seine Tochter in ihrem Briefe an, daß ihr Vater feit 33 Jahren Geistlicher dieses Dorfes sei, die Bauern hängen mit außerordentlicher Liebe an ihm. Nun habe sich unlängst eine Filiale des Verbandes des russischen Volkes aus dem Abhub der Gesellschaft gebildet, durch diesen wurde gegen den 62jührigen kranken und schwachen Greis die Anllage erhoben, daß er vor den Gemeindemitgliedern eine revolutionäre Rede gehalten habe mit der Aufforderung, keine Rekruten für die Militür- aushebung zu liefern usw. usw. Obgleich alle Mitglieder der Partei die völlige Unschuld des Geistlichen vor Gericht bekundeten, wird er bis jetzt als gemeiner Verbrecher in Einzelhaft gehalten. Aber noch mehr, trotz eines Gerichtsbeschlusses den Geistlichen gegen Kaution auf freien Fuß zu setzen, muß er doch auf administrative Anordnung weiter in Haft bleiben. . Heer und Flotte. Reue Uniformen. An der neuen feldgrauen Uniform, die im Kaiser- manövec vereinzelt, u. a. bei den beiden Radfahrkompag- Ucöeutei ^ompromihpotttlk. In einer Versammlung zu Dortmund, die von der ntung der nationalliberalen Partei des Wahlkreises Dort- und-Hörde veranstaltet war, sprach am Sonntag der ^ichstagsabgeordnete Bassermann über „Reichs- olitik und Aufgaben der nationalliberalen arteü'. Der Andrang zu der Versammlung war un- -wöhnlich stark: es mochten insgesamt an die 3000 ersonen erschienen sein. Nach einer Schilderung der durch c Neuwahlen geschaffenen Situation, die sich in manchen tücken mit seiner Programmrede in Wiesbaden deckte, kam ir Abg. Wassermann auf die Blockpolitik zu fprechen. n der Beziehung führte er, wie man uns aus Dortmund hreibt, u. a. aus: „Angesichts der beiden mächtigen Feinde ist es lehto Hkupt- hiiigung für den Fortbestand des Blocks, daß die sich in ihm ■remigenben Parteien vertragen. Blockpolitikbedeutet o m v r o m i ß p o l i t i k. Es ist daher im Augenblick auch nicht oglich, das ganze liberale Parteiprogramm durchzubringen, toclpolitik bedeutet aber keinesfalls Verzicht uf die liberalen Forderungen. Wir sind der Ueber- ugnng, daß anch unter der Blockpolitik es uns möglich sein ird, liberale Gesetze zustande zu bringen, und toir nässen auch, iß wir positive Arbeit leisten müssen, daß toir nach Schluß der ejfiou nicht mit leeren Händen vor unsere Wähler hintreten ^Wir werden große und wichtige Fragen auf dem Gebiete m uns Die Heroine, Frl. Josef ine Rottmann. München hat von Frankfurt Fr. Rabitow erhalten^ München lugt noch heute nach mancher Vüyuenkraft der Kaiseritadt am Main., ßur AusfüiMng bezw. Uraufführung find folgende Novitäten erworben: „Das wahre Gesicht", Drama von Max H a l b e, „Anna Karenina", Drama nach Tolstois Roman von Guiraud, ,-Der Dummkopf", Lustspiel von Ludwig Fulda, „John Glahdes Ehre , Schauschel von Alfred Sutro, „Der SckMttmacher", Lustspiel .7- -'wan Viaximvwitsch Velitschko, ,,Der Meister von Palmyra SchausRel 'von Wilbrandt (anläßlich des vollendeten 70. Jahres ^es Dichters-, „Mroderne Diplomaten", ^ck)auspiel von Kurt lieurode, „Der letzte Funke", Lustspiel von Blumenthal und tadelbnrg, „Die Liebe wacht" (L'amour vellle), Lustspiel von Ft«S und Enilluvet. ,Mrqnd", Schauspiel von Henrik Ibsen, eins: Kvnrad Dreher wird im IZrühjahr in Frankfurts drittens Theater mut Neals „Der Zechpreller" gastieren. Pro Aderig Ueberblickt man zusammenfassend die Frankiifrter Theaters plane für 1907/08, so sieht man, daß Deutschlands lheoter-r ärmste Stadt in dieser Saison die theaterfleißigste werden toilq Josef M. Jurrnek. * — Ernst v. Wilde nbruchs „R a b e n st e i n e r i n* ami THSatre Sarah Bernhardt in Paris — da? wird das Ereignis unter den diesjährigen Premiören der Pariser Buhnen feui.i Sarah Bernhardt hat sich die französische Uebertragung des Werkes vorlesen lassen und umnittelbar nach der Vorlesung an Ernsn v. Wildenbruch ein begeistertes Telegramm geschickt. K l e i n e E h r o n i k a u s K u n st u n d Miss e n s ch a s t.l Im Verein für evangelische Freiheit zu K ö l n sprach dieser uragel Geheimrat Professor D. G. Krüger aus Gießen über^Jesus und, die mittelalterliche Kirche". - In Darmstadt soll em deutsches Kammermusikfest stattfinden. Unter anderen sind bereits Richard Strauß, Max Reger und Gustav Mahler gewonnen worden. Tas Fest soll zwei Tage umfassen und das Programm soll zum Teil klassische, zum Teil moderne Werke enthalten». Der G r o ß h e rz o g hat daS Protektorat übernommen. — Ain 28. Oktober findet in' München in der Galerie Helbing die V e r- st e i g e r u n g der Kollektion des Prilizen Otto S a y n - W i t t g e list e i n statt. Ten Hauptbestandteil der Sammlung bildet das Kunstgewerbe des 18. Jahrhunderts und hier dominiert die Por- zellanknnst. Unter den Manufakturen seien erwähnt Meißen, Nnmphenburq, Höchst, Fraickenthal, Ludwigsburg, Berlin, Wien,^ SevreZ, Vineennes, Wedgewood, Eapo di Mv'.ite u. s. w. Ab-' gesehen von bemerkensiverten Silberarbeiten, sehr hübschen Dosen,- entzückeiiden Fächern der Louis XV.- und Louis XVl.-Periode, geschmackvollen Möbeln, ist noch einer kleinen Zahl von Oel- gemälden alter Meister zu gedenken, wie Teiiiers d. I. und Belasquez« — Tas nächste Heft der »Neuen Rundschau- (Berlin, S. Fischers Verlag) bringt eine größere Anzahl unveröffentlichter Briefe von Friedrich Nietzs che aus dem Jahre 1888, die an die Mutter, Schwester, Peter Gast, den Verleger Naumann uud verschiedene andere gerichtet sind. Tie Briefe offenbaren feinen Seelenzustand m den letzten Monaten feiner geistigen Frifche. — In Brüssel ist der K r e d s f o r f ch e r Dr. R o q n e 11 c am Kehlkopfkreps gestorben, ben er sich durch A n st c ck u n g zugezogen hatte. Der Verstorbene hat vor anderthalb Jahren seinen Psitarbeiter Tr. Jacobs durch den Tod edelifalls iujolge Krebsansteckung verlore-u Frankfurter Thcaterpläne. Frankfurt a. M., ben 14. Oktober. Frankfurt, die Vaterstadt dcs grüßten deutschen Dickstcrs, ist in Bezug auf ihre Größe und Beoeutung , Deuttchlands .Heater ärmste Stadt. Frankfurt hat stich jahrzehntelang mit einem einzigen Theater begnügt, hatte weitere Jahrzehnte ein Fpern- und ein Schauspielhaus und nennt seit September noch 'in drittes Theater sein eigen. Und Oper und Schauspiel inb silbern noch halb städtisch, sie haben den respektablen rähr- Fchen Zuschuß von rund 300 000 Mark nötig. Waren eine Zelllang Oper und SchauFnel so gut wie konkurrenzlos, so ist ihnen seit Bestehen des Albert Schumann- Theaters, das Deutschlands prunkvollster Vavietötheaterbau ist, manche Einnahme weggeschimppt worden. Nun ist noch em drittes Th-ater hinzugekommen: bas Resibenztheater, dessen Leitmig der ölmsteebamer Direktor Max Gabriel t'chernommen „Tie Dame mit den Lilien", Lustspiel von Rudolf Presbcr, „Die Wetterfahne", Lustspiel von Georges Berr, „Paul Lange und Tora Parsberg", von Bjömson, zur Feier bes 75. Geburtstages des Dichters, „Die gelbe Gefahr", Luwipiel von Kurt Kraatz, „Manövertage", Volksstück von Herm. Hausleitner, „Ter fromme Habakuk", Schwank von Reimann und Schwartz, „Doppel)elbst-- mord", von Anzengruber, ,,2'Erbschast", ländliche Kvmödie ton. Alfred Auerbach. _ . . Nicht weniger als zehn Aufführungen, spricht diese Zahl nicht ton einem kühnen Unternehmungsgeist? Auch total» pattiotisch ist der Intendant Elaar, denn die letztgenannten fünf Schwankautoren lind Mitglieder des ^rani» furter Schaufpielhauses. An Neueinstudierungen will Elaar bte Klassiker pflegen,,denn an Neueinstudierungen narben vorbereitet: „Die Nibelungen st von Hebbel, sowie d,es Dichters „Maria Magdalena", Shakespeares „Sommernachtstraum" (in neuer, aus das Original zuruck- greifender Einrichtung und gänzlich neuer Inszenierung und Ausstattung). In das Repertoire wieder ausgenommen werden ferner: Miß Sara Sampson", „Minna von Larnhelm", Emilla Ga- totti" und „Nathan der Weise" (die vier Lesfingdamen m einer Woche), „Wallenstein-Trilogie", „Tartüsf" und „Miianthrop , „Nora", sowie „Othello". Mit Spannung sieht man dem Werdegang von Frankfurts drittem Theater entgegen. Max Gabriel, der m Amsterdam das .Nembrairdt-Theater nach mannigfackwn Trubniisen endlich glücklich in den sicheren, ertragreichen Port geleitet hat, hat ein Kunststück mit der Leitung des lyranliurtcr Re) idenztheaters unteniommeii, das von kühnster Tatenlust unt> gtofeent . . . Optimismus kündet. Das Frankfurter Re)rbenztheater' durfte ems der schicksalsreichsten deutschen Theater sein. Es diente sck>on jeder Theatergattung, > angefangen tom Barrrson-Itummel dis zum literarischen Probierstück. Nun kam Gabriel und griff gleich Mit fester Hand zu. Begann mit dem tollsten aller neuesten schwanke: „Hau/o Chinesen . . . Aktien: Bochum Guss . . . . Harpener Bergwerk Laurahütte Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose . . (- 2%) (+27,) Berliner Handelsges. Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat Bank . Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank Kreditaktien . . Baltimore- und Ohio- Eisenlahn . . Gotthard bahn . . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staatsbahn . 1‘nnce-Heuri-Eisenbabu 94.50 84.70 92.95 92.50 98.00 97.90 92 90 101.25 64.30 65 50 92.50 90.00 92.80 142.00 47.90 85 00 63.- 95.25 Königsberg Danzig Stettin Posen Breslau Berlin Magdeburg Halle Leipzig Rostock Hainburg Hannover Braunschweig Düsseldorf Köln Frankfurt a. M. Mannheim Straßburg Stuttgart München 230 ( — ) 234 (4- 15) Buderus E. W. . . . Tendenz: befestigt. 204.70 . 226.50 . 29.00 * 141*50 224 (4- 230 (-4- 237 (4- 233 (4- 220 (4- 227 (-1- 230 (4- 202 199 2037, 200 204 208 209 220 218 197 199 215 212 218 215 215 222 217 7, 210 1 Ö- . Ungar. Goldrente 4% Italien. Bente . Hl 12 Esch weilet Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik.°Paketf. Harpener Bergwerk. . . Laurahütte...... Nordd. Lloyd . . Ob erseh les. Eisen-Industrie Hafer 170 (4- 2) 170 (- ) 1727, (4- ix/) 171 (4- 1) 167 (-- 1) 188 3) 8X7o Hessen . . . . Oberhessen . . . 4% Oesterr. Goldrente 47s % Oesterr. Silberrente reichen Fang zu machen, wobei vielfach die junge Brut zerstört wird. ** Der ärztliche Landesverein für das Großherzogtum Hessen hat den Geh. Medizinalrat Dr. Krug in Mainz itt dankbarer Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste um die Entwicklung und das Gedeihen des Vereins, den Medizinalrat Tr. Weckcrling in Friedberg in. Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste als Gründer des Vereins und mehrjährigen .Vorsitzenden und den Dr. med. Wiebel in Rüsselsheim a. M. in Anerkennung seiner unermüdlichen Tätigkeit im Interesse der hesfi-! schen Aerzte zu Ehrenmitgliedern ernannt und ihnen I kunstvoll ausgeführte Urkunden überreichen lassen. ** Ter Gesetzgebung sausschuß der Zweiten Kammer Fat Sam^ag nachmittag wieder zu einer Sitzung zusammen, in der über die Wahlrechtsvorlage beraten wurde. Die Beratung fand ohne die Anwesenheit von Regierungsvertretern £Jtouerte bis 1/26 Uhr; sie war wiederum streng vertraulicher Natur. △ Mainzlar, 12. Okt. Bei der am 10. ds. Mts. abge- haltenen Gemetnderatswahl wurden gewählt: Landwirt Johcumes Klingelhofer mit 59 Stimmen, Landwirt Heinrich Rein mit 53 Stimmen, Landwirt Kaspar Kvch mit 37 Stimmen und cl^lnes Schäfer mit 26 Stimmen. Letzterer ist als Ersatz prl ^laHe Die Wahlbeteiligung war sehr stark. Das au^scheidende Mitglied H. Decker erhielt nur 18 Stimmen Neu-I örtwiWt hmrben die 3 Erstgenannten, Johs. Schäfer war schon seither Gememderatsmitglied. j Bad-Nauheim, 14. Okt. Trotz der diesjährigen herrlichen Herbstwitterung hat sich die Schar unserer Kurgäste bedeutend gelichtet. Die Hauptursache hierbei ist wohl, daß seit Anfang Oktober unsere Kurkapelle wieder nach Leipzig übergesiedelt ist und so den Fremden die Unterhaltung genommen wurde. Gerade das Bedürfnis nach einer Verlängerung der offiziellen Kur macht sich daher bei den schönen Herbsttagen von neuem geltend und es wäre sehr zu wünschen, wenn die in dieser Hinsicht vom KUr- und Bürgerverein angestrebten Versuche von unserer Regierung Berücksichtigung fänden. Trotzdem ist das Ge- samtresultat unserer diesjährigen Saison sehr günstig, ist! doch dre Frequenzziffer um beinahe 2000 gegen das Vorjahr gestiegen und hat die Zahl 29 400 erreicht. Die Gesamtzahl der 1906 verabreichten Bäder haben wir jetzt schon erreicht O Friedberg, 14. Okt. Die Pläne zum Bau unseres Bolksbades sind jetzt soweit gefördert, daß sie in den nächsten Tagen dem Ministerium zur Genehmigung vorgelegt werden können. Die zu erbauende Anstalt wird wre das Gießener Volksbad, von der Straße entfernt seinen Platz erhalten. Ein Portal an der Haagstraße bildet den Hauptzugang zu unserem Volksbad. In Aussicht genommen rst, neben dem Portal an der Haagstraße ein Gebäude zu errichten, dessen Parterre als Volkslesehalle und dessen oberer Stock als Wohnung für den Verwalter des Bades dienen soll. Es besteht die Möglichkeit, zu dem Bolksbad von der Ludwigstraße aus, über das katholische Pfarrgrundstück einen zweiten Zugang zu schaffen. Die Anstalt selbst wird eine Schwimmhalle mit einem Bassin von 19 Meter Länge und 9 Meter Breite, sowie 39 Auskleidezellen galten. Im Erdgeschoß werden 6 Wannenbäder für Manner und im Obergeschoß 6 für Frauen eingerichtet. | Dre 18 Brausebäder werden in der Weise untergebracht, daß acht davon im Souterrain, acht im Erdgeschoß und zwar für Männer und zwei für Frauen im Obergeschoß zu liegen kommen. Außerdem ist ein Dampfkastenbad, ein medizinisches Bad und der dazu benötigte Ruheraum, sowie ein Sonnenbad vorgesehen. Die Ausstattung und Einrichtung _ der Anlage ist, ohne daß dabei gespart werden foll, einfach aber vornehm geplant, nur das Vestibül und der damit verbundene Treppenaufgang des Hauses, überaus geräumig gedacht, werden reicher ausgestattet werden. Die Disposition der Anlage ist so getroffen, daß später durch einen Anbau noch römisch-irische Bäder geschaffen werden können^ doch soll die Fundamentierung resp. Unterkellerung dieses Teiles der späteren Erweiterung jetzt schon ausgeführt werden. Die Kosten des Volksdades, das vom Architekten .)ans Meyer-Gießen nach dessen Plänen erbaut wird, betragen 180 000 Mk. " 3% « do. 3Konsols 4 °/o russ.Staatsanl. 1905 4B?0/0 Japan. Staatsanleihe 4 % Couv. Türken von 1903 Getreidepreise in Mannhei m Weizen 100 Kg. 25.25-00.00 Pik. Roggen 100 Kg. 22.00—00.00 Mk. 252 (— 13) 252% (4-77,) 245 (- ) ......... jun jug oemnachst >*.• dem Projekt befassen. — Der russische Minister des wärtigen v. Iswolski ist mit Familie aus Wien einqetrofi' und hat im Englischen Hof Wohnung genommen. — 4Kt Abordnung von höheren bayerischen Eisenbab^ beamten besichtigte Sonntag vormittag den Haupt s ** Unser Elektrizitätswerk ift trotz der Vermehrung seiner Leistungsfähigkeit durch Aufstellung einer 200 pferdekrästigen Gaskraftmaschine, schon zu Beginn des Jahres an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit angelangt, so daß die schon beschlossene Beleuchtung der Hauptstraßen und Plätze der Stadt durch das Werk unterbleiben mußte. Die Stadtverordneten haben 150 000 Mk. zur weiteren Erweiterung des Werkes und der Betriebskraft zur.Verfügung gestellt. In 4—6 Wochen wird diese Erwetterung fertig sein. Man ist dazu übergegangen, für die Neuanlage Dampfkraft zur Herstellung der Elektrizität anzuwenden dre bei Erzeugung großer Mengen von Strom billiger arbeitet, als mit Gasmotoren getriebene Dynamomaschinen, die neben der Wasserkraft bisher in dem städtischen Werk AnüLndung gefunden haben. Neu errichtet mußte ein Kesselhaus werden, in dem vorerst ein Dampfkessel aus dem Borsigwerk Tegel-Berlin, mit einer Heizfläche von 220 Quadratmeter, Aufstellung gefunden hat. Er setzt erne Dampfmaschine von 600 Pferdestärken in Bewegung, der eine ebenso starke Dynamomaschine angeschlossen wird' Für dre beiden Maschinen ist in der bei Errichtung des Merkes hergestellten Maschinenhalle noch genügend Raum vorhanden. Das neue Kesselhaus ist so'angelegt, daß noch zwer wertere Liesset darin Platz finden und bei Bedarf dre Maschinenhalle durch einen Anbau vergrößert werden kann. Im Anschluß an das Kesselhaus ist der 50 Meter ! jhohe, oben zwei Meter Lichtweite messende Kamin, sowie das Kohlenlagerhaus erbaut. Auch hat man für die Arbeiter ' des Werks erne Badeeinrichtung usw. geschaffen. Die.Vergrößerung war dringend nötig, weil der Bedarf an elek- ttischern Licht und Kraft fortwährend zugenommen hat und nm kommenden Jahre noch intensiver zunehmen wird. Dre Produktion des Werkes hat sich feit 1903 mehr als verdoppelt. Im letzten Jahre beträgt die Zunahme des Stromverbrauchs 20 Prozent gegen das Vorjahr. In aller- nachster Zett werden am Werk angefchlossen die oberhesfische Werkstatt, dre Augen- und die chirurgische Klinik und die l^ufeIrrenanstalt. Diese Anstalten haben zusammen einen täglichen Bedarf an Elektrizität, zu dessen Herstellung mindestens 350 Pferdestärken gehören. Hierzu kommt, daß der Stromverbrauch der Eisenbahn von Jahr zu Jahr sich gesteigert hat und für die Folge noch zunehmen wird ^re neue Anlage wird also hiernach voll ausgenutzt werden. Zurzeit verfügt unser Werk über zwei Turbinen mit zusammen 150 Pferdestärken, zwei Gaskraftmaschinen mit zu- ^men 300 Pferdestärken und eine Gaskraftiuaschine mit 300 Pferdestärken, welch letztere, wenn die 600 pferdige Dampfmaschine erst im Betrieb sein wird, als Reservemaschine dienen wird. Selbst wenn dies nicht der Fall sein müßte, langt die Anlage, selbst nach chrer Vergrößerung, nicht hrn, um eine elektrische Straßenbahn damit treiben zu können, wenn man allen Anforderungen die sonst an das Werk gestellt werden, gerecht werden will. Für den Betrieb einer Straßenbahn müßte die maschinelle Anlage des Werkes um weitere 600 bis 1200 Pferdestärken vergrößert werden, worauf bei der jetzigen Antage schon Rücksicht genommen wurde. Ter Angelklub Gießen hat das Wasser des Seenbaches von der ehemaligen Oelmühle bis zur Einmündung des Baches in die Ohm bei Merlau, sowie das Wasser der Ohm von der Untergässerbrücke zu Nieder-Ohmen -»L Gemarkungsgrenze von Burggemünden für die lahrliche Pachtsumme von 161 Mk. erstanden. Die Frsch- gerechtigkett gehört dem Freiherrn Schenk zu Schweins- berg. Die Wasser sind besonders reich an Forellen. — ^ofef von Battenberg, Rufs. Ministerresident v. Doubensky, Nroßbrrtannischer Geschäftsträger Mr. Harford, spanischer Legationssekretär Msr. Francisco Serrat, Staatsminister ^Dr. Ewald, Minister des Innern Dr. Braun, Generalleutnant v. Strantz, Oberftallmeister Frhr. v. Riedesel-, General- Ldjutant Generalleutnant v. Wachter, Oberkammerherr Frhr. v. Riedesel, Geh. Staatsrat v. Krug, Generalmajor v. Nieder, Generalmajor v. Hartmann, (Generalmajor v. Werder, Generalmajor v. Eckenbrecher, Hoftägermeister Frhr. van der Hoop, Geh. Kabinettsrat Römheld, Kammerherr Frhr. von Bellersheim, Kammerherr Frhr. Dr. v. Schenk, Kvmmer- lunker v. Detinger, Ordonnanzoffizier v. Schrocder, Oberleutnant Wernher. — In Verbindung mit dem Empfang /hat sich ein Vorkommnis abgespielt, über das in eingeweihten Kreisen nach dem Bekanntwerden viel gelacht wurde. Als man nämlich vom Hofmarschallamt aus dem italieni-I 'scheu Gesandten die schriftliche Einladungskarte zur Galatafel zustellen wollte, konnte man trotz allen Suchens .die Wohnung, in der der Gesandte abgestiegen war, nicht stuf find en, da diese nicht angegeben war. Die Nach- jftage in allen besseren Hotels, die in Bettacht kommen Tonnten, war vergeblich und man war sehr in Unruhe, da Die Audienz- und Dinerzeit schon sehr nahe war Durch einen Zufall entdeckte man dann, daß der Gesandte im „Darmstädter Hof" abgestiegen war, einem kleinen, noch Mcht lange bestehenden Hotel, das diesen hohen Besuch .sicher nicht erwartet hatte. Anscheinend wurde dem Ge- /sandten das von früher her sehr renommierte alte Hotel ! „Darmstädter Hof" empfohlen, das aber schon längst nicht .mehr besteht und einem Geschäftsneubau weichen mußte. ■ *-"Topographis che Landesaufnahme. Durch den Generalstab ber Armee, Abteilung für Landesvermessung, sollen 010(1) in diesem Jahre in unserer Provinz umfangreiche tovo- graphiiche und trigonometrische Vermessungsarbeiten stattfinden 252 (-st 6) 210 (-st 4) ? 5 Lrx Eise: Weizen : Berlin Okt. 234.25 (-st 9.75) 7'50^ . Budapest Okt. 202.70 (4- 9,80). Markttage ui Maik pro 1000 Kg. je nach Qualität, wie folgt: 1