Erstes Blatt 157. Jahrgang Donnerstag 14. März 1907 srsweg n Ehesrauki lch der Stzjähir vor dem Lchm igeklagte hat st ' Frauen kürzlit )enn bie 3)1 itg: jeitßreife toiek jen im Terichl- Amerika. Tr hren mit Fast« Nr. (55® Lrtchetnt täglich außer SonniagL. Dem Gießener Anzeiger werden im Mechtel mit dem hessischen Landwiri die Gie&tner Zamtlten- blätter viermal in der Woche bergelegt un< zweimal wöchentlich da. Hrtisblah für den Kreis Gießen. Fernlprech-An- fchlußt.d. Redaktion NS Lerlag u. ExpedMon 51 Adrette tür Tepetchen: Anzeiger Gieße». allein I. S. Bach, hatten das musikalische Gewand geschaffen, in dem die Lieder prangten. Neben den altvertcauten Choral- Melodien Härten wir die mehr tiedarligen Weisen von Bach (»Ich steh an deiner Krippe hier*) und Friedrich UJlergner (f 1891), der sämtliche Lieder von Paul Gerhardt neu gesungen hat. Und alles kam schön zur Geltung: Die Chöre unter der trefflichen Leitung des Professors Traut in ann, sicher im Einsatz, rein und klangschön und mit seiner Schattierung, die Knabenchäre von Herrn Görlach musterhaft geschult, frisch und wohllautend, besonders das herrliche „Die güldne Sonne voll Freud und Wonne", die Soli von Fräulein Mathilde Kempff, die sich damit ihrer Vaterstadt zum erstenmal als Sängerin vorstellte, mit einer schönen Altstimme mit ebleni Ausdruck und geradezu meisterhaft deutlicher Aussprache vorgetragen. Fräulein Kempfs sprach auch den Prolog und rezitierte das unvergleichlich schöne Lied Paul Gerhardts vom Ehestand: „Boller Wunder, voller Kunst", das zum besten gehört, was deiltsche Dichtung geschaffen hat, und bewies auch darin eine schöne Gabe der BortragSkunst. Im Mittelpunkt des Interesses stand natürlich der Vortrag des Professors D. Smend, des derzeitigen Rektors der Universität Straßburg. Er schilderte Paul Gerhardt als den Friedensboten, der Brücken schlägt über die Kluft, die die verschiedenen christlichen Konfessionen trennt und damit auch einigt, und endlich Frieden bringt in Herz und Haus. Las alles wurde fein und geistvoll ausgeführt und aus persönlichen Erlebniffen anregend illustriert. Paul Gerhardtsche Lieder finden sich, so berichtete er, ebenso in katholischen, wie in evangelischen Gesangbüchern, sie werden in der reformierten Kirche ebenso geliebt und gesungen, wie in der lutherischen, von den Duala, den Polynesiern im Süden ebenso, wie von den Eskimos im Norden. Wir können uns kein Fest in Kirche und Haus denken ohne Paul Ger. Hardt. Und das alles, weil dieser lutherische Sänger, der lieber Kanzel und Amt verließ, ehe er auf ferne Pflicht, die Reformierten, die jener Zeit als Jrrlehrer und Versührer galten, zu bekämpfen, verzichtete, in seinen Liedern das eigentliche Innerste semer Seele ausströmte, eine schlichte, inner* liche Frömmigkeit, em kindlich fröhliches Gottoeitrauen, eine heiße Jesusliebe, ein zartes Mitempfinden mit der Natur, und das so unmittelbar und formschön, daß c5 m jedem frommen Herzen den Widerhall weckt, und alles Tränende zurückintt. So wird er, so lange die deutsche Sprache Hingt, zu den Friedensboten gehören, von denen die Schrift sagt: „Wie lieblich find die Füße der Boten, die den Frieden ver- kündigcn". Das wundervolle Abendlied: „Nun ruhen alle Wälder" schloß weihevoll die schöne Feier ab, die hoffentlich noch recht lange in unserem Gemeindeleben nachtlmgen wird. "e? Abtritte, luiig h"9 Itanb lle OOtoe v1W *■ ÄS® SZF )er Qudl ?l.e btti bie SiS ‘ä1«« -«TU 8tib»-«k3 uncilaublich^ e,nen 8>'fna au Clnct Snitjübun; on Qelegentn c|ön- rum Ekelet "dkii Augen. Di; ^kf, l,2o m bie' iörper mit etwa- 'öt man noch do ^eiwache, wob« 16 Nahrung vn. Frage -es Be. &Q6 ein Mann nachts zn itjiei habe. Tagegei Primtzn'hkii: behanbelt worb« ein krankens 2lnhaltepunkte wird, des Mannü der Beryältnrsse der Pensionäre joue in ui-tmici erfolgen, und der Ausschuß hoffe, daß bei Feststellung der Bedürftigkeit derart verfahren werde, daß keinerlei Lelüsrigungen daraus entstehen. Abg. Ulrich legt dar, der Penswnsctat sei in diesem Jahre um 17 000 Mk. niedriger, als im Vorjahre; man loLlie diese Ersparnis den alteren Peniwnären zuwenüen. Auch er wünsche eine weitere Besserstellung der Pcniivns- berechtigten, die dafür erforderliche Summe müsse aber durch eine schärfere Besteuerung der großen Einiommen und Kapitalien gedeckt werden. Abg. Uebel (Zenlr.) wünscht namentlich auch eine Verbesserung der Bezüge der pensionierten Voltsschullehrer, während Abg. Tt. Glässing nochmals für die Besserstellung der pensionierten Beamten und Volksschutlehrer eintritt, wofür die Regierung Vorschläge zur Ausbringung der Mittel machen solle. Der Antrag des Finanzausschusses' wird darauf angenommen, und dann die Resttaprtel des Verwaltungsetars, Verhältnis öuni gleich, Einnahme 4 754 083 *11)11., Ausgabe 5 334 174 Mr., AusgleichssondS, 2113 3uO Mk., mid indisponible und reservierte Fonds, Ausgabe 281952 Mk., genehmigt. Es folgt die Beratung be» Zweiten Teils (Vermögen) des Etats. Tie Kapuel Reste ans früheren Jahren, Einnahme 7 295071 Mi., Domänen des Großh. Dauses, 155 400 Alk., und Staats vomuuen, 19 500 Mt., werden genehmigt, ebenso für Saline, Badeanstalt und Tiesbauamt Bad - N au heim und Badeanstalt Bad-Salzhaufen, für 9üu- und Umbauten alS vierte Rate 1140100 Mk., die schon im vorigen Landtag vorgesehen waren. Beim Kapitel LtaatSeiseubahnc» re. Umgestaltung der Bayn^v!vattm^v.u ui Darmstadt 3 000000 Alark treten die Abggv Tr. Osann, Noack und Tr. Glässing für die WunjchiL des Bezirtsvereins Leitungen ein, der um die Errichtung eines Güterbahnhofs sur Besjungen ersucht. Nachdem Finanzminister Dr. Gnauth die diesbezüglichen ab* lehneiiden Erllärungen der Eisenoahndirekrion üicainz verlesen und betont hat, vag die Darmstädter Stadtverwaltung selber ihr diesbezügliches Gesuch fallen ließ, wird die Position bewilligt. Abg. Adelung wünscht die Errichtung einer Wartehalle für die Arbeiter bei der Haltestelle Mombach. Abg. Raab rügt die Verhältnisse ans Station Brauns- Hardt und wünscht eine Haltestelle bei Klein-Gerau. Dis Bewohner daselbst seien über die Verweigerung der Hatte* stelle jo entrüstet, daß sie z. B. bei der Reta)Stagswahi einmütig nicht wählen wvitten und es ieines ganzen Einslusjes bedurfte, sie davon abzubringen. (Da Haven sie also dann schließlich doch ihre Wut besänftigt und — für Berthold gestimmt I) Weiter werden noch bewilligt: Für Erweiterung des Bahnhofs Lauterbach 110 000 Mk., des Bahnhofs Nidda 75 000 Mü, für eine Kreuzungsstatiou bei Maberzell (Gießen—Fulda) 100000 Mk., Erweiterung des Bahnhofs Stock st adt 50000 Mk., für Herstellung von schwerem Oberbau 600000 Mk., für elektrische Strecken* blockung Hanau—Eberbach 385000 Mk., für Beschaffung von Betriebsmaterial 3 900 000 Mk. usw. Endlich wird noch Kapitel „An- und Verkauf von Staatsdomänen", Ausgabe 57 000 Mk., bewilligt mit der Ermächtigung, daß die Regierung im Falle besonderen Bedürfnisses den ausgewor- fenen Kredit bis zum Betrage von 100000 Mk. überschreiten darf. । Die Sitzung wird darauf um r/?2 Uhr abgebrochen; Nächste Sitzung heute nachmittag 3 Uhr. Nachmittagssitzung. D a r m st a d t, 18. März. In der Nachmittagsfitzrmg führt den Vorsitz der 2. Brzeprä- sident Tr. Schnutt. Zur Beratung steht: Ministerrum des Jmrern, Kapitel 124, Zeutralbauweseu. ES werden bewilligl für Regieruugsgebäude in der Neckar- straße zu Tarinstadt 17 UOO M., Kreisainlsgebälwe zu Heppenheim Weilburg eine Wetterzenrraie zu errichten. Daraus wurden dann neue Verhandlungen zwischen Hessen und Preußen eingeleitet, die zu dem Ergebnis führten, die gemeinsame Zentrale in Frankfurt zu errichten. Diese Station verdiene ^ebenfalls den Vorzug, sie sei auch für die Provinzen Startenburg und Rhernhesien günstiger gelegen, als Gießen. Abg. Breidenbach (Bb.) wünscht, daß bie Wetterstation in Gießen beibehalten werde. Minister des Znnern Braun führt aus, daß die klimatischen Verhältnisse in Oberhessen wesentlich andere feien, als in den beiden übrigen Provinzen, und das gelte namentlich auch für das Wetter. Schon bei den vorjährigen aianunerverhandlungen habe der Gedanle an eine Wetterstation in Frankfurt vorgeherrscht und es seien auch infolgedessen in diesem Sinne mit Preußen Verhandlungen gcjüijrt worden. Es würde doch einen recht eigentümlichen Eindruck machen, wenn nian jetzt wieder kommen und ertüiren müßte, daß man sich inzwischen anders besonnen habe. Abg. Bähr bemerkt, die preußischen Wettervoraussagen seien für Oberhessen nicht zu gebrauchen, und stellt den Antrag, die Position zur nochmaligen Beratung an den Finanzausschuß z u- rückzuverweisen. Abg. Wolf halt von der ganzen Wetterprognose nichts und Meint, sie habe sürden Bauern so gutwie gar keinen Wert. Der Bauer wisse ebensogut, wie der Wettermacher, daß feine Vorher,age doch nicht eintreffe. Nicht 1 Pvoz. der Bauern kümmere sich um diese Wetier- pvvphezeiungen. Die iLauinter nimmt darauf Pen Ausschußantrag auf Bewilligung der Regierungsforderung an. Es entspinnt sich im Anschluß daran eine lebhafte Kontroverse zwischen Präsident Haas und dem Abg. Bähr. Letzterer beschwert sich, daß sein Antrag auf Zurückverweisung an den Ausschuß nicht zur Ab- srimmumg gebracht worden sei, während der Präsident erklärt, daß er von einem Antrag Bähr bei der großen Unruhe im Hause nichts gehört habe, alle Anträge auch schriftlich eingebracht werden müßten. Es folgt die Bewilligung der Kapitel Internationale Erdmessung, 1800 Mk., Betrievskrantenlasse 20 500 Mk., Privat- und außerhessische Staatseisenbahnen, Einnahme 8400 Mk., Ausgabe 6300 Mk., Staatsrenten 267 119 Mk., Allgemeiner Fonds für Vertretung^- und Aushülfskosten 56 boO Mk. usw. Die 9. Hauptabteilung: Ausleihungen und Staatsschuld, Einnahme 2 021 953 Mk., Ausgabe 13 981 728 Mark, wird ohne Debatte genehmigt. Beim Kapitel Pensionen, Einnahme 780 709 Mk., Ausgabe 3 998 284 Mk., mit welchem auch die Vorstellungen der vor dem 1. April 1897 pensionierten Staatsbeamten und der vor dem 1. April pensionierten Volksschullehrer, sowie der Antrag des Abg. Dr. Frenay, betr. die Offiziers- und Unteroffiziers- Witwenkasse zur Beratung gestellt werden, ist auch ein Betrag von 50 000 Mk. als Dispositionsfonds für Ausbesserung der Bezüge der petttonlereuderr Beamten und Vottsjchultehrer eingestellt. Die Abgg> Dr. Osann und Dr. Glässing treten für die Erfüllung der Wünsche der petitioniereudLN Be- amtenpensionäre ein. Der Betrag von 50000 Mk. genüge dafür nicht, denn die Pensionsberechtigten wollten sich nicht als Bedürftige hinstellen und von der Gnade der Behörden abhängig sein. Finanzminister Dr. Gnauth erklärt, es würde mindestens ein Betrag von 200—300 Tausend Mark erforderlich werden, wenn man alle Wünsche der pensionierten Beamten berücksichtigen wollte. Die Regierung habe geglaubt, mit dem vorerst auf 50 000 Mk. festgesetzten Dispositionsfonds wenigstens die dringendsten Bedürfnisse befriedigen zu können. Eine weitere Erhöhung dieses Fonds könnte nur durch eine Steuererhöhung möglich gemacht werden. Abg. Dr. Gut fleisch führt aus, der Finanzausschuß habe sich eingehend mit den Vorstellungen der Pensionäre beschäftigt und den zuerst nur auf 30000—40000 Mk. bemessenen Fonds auf 50 000 Mk. erhöht; die Ermittelung Krsjljche Zw.ile Kummer. R. B. Darmstadt, 13. März. Am Regierungstische: Staatsminister Ewald, Finanzminister Dr. Gnauth, Minister des Innern Tr. Braun, Ministerialräte Best, Frhr. v. Biegeleben, Dr.Becker, Puckel und S ü f f e r L Präsident Geh.-biat Haas eröffnet bie Sitzung um yi/i Uhr. Las HauL fetzt die VtatSberaluug beim Ministerium der Justiz fort und genehmigt ohne Matte bie Kapitel Zentralbauwesen, Ausgabe 106 U50 Mk., Sterbequartale, Ausgabe 6000 Mk., Allgemeiner Fonds für Stellvertretungs- unb Aushülfskosten usw., Ausgabe 130 000 jjlarf, Porto, Telegraphen- und Telephongebühren 132 000 Mark. Beim erstgenannten Kapitel hatte Abge Bähr an- gefragt, weshalb die Oberförsterwohnung in Büdingen nicht vom Staate übernommen wird. Dieselbe fei doch billig. Finanzminister Dr Gnauth erwidert, der Erwerb sei abgelehnt worden, weil die Wohnung für ungeeignet erachtet wurde. Es folgt die Beratung der 10. Hauptabteilung: Ministerium der Finanzen. Ohne Debatte lueroeu ueiüiliigi: Ministerium, Einnahme 12 732 Mk., Ausgabe 522 340 Mk., Hausverwaltung 21640 Mark, Hauplstaatskasse, Ausgabe 97 340 Mk., Forstverwal- inng, Ausgabe 39 300 Mk., Kataster, Einnahme 21100 Mk., Ausgabe 193425 Mk., Bauwesen, Einnahme 1365 Mk., Ausgabe 568820 Mk. Abg. Seelinger (natL) ersucht um Abhülfe der Mißstände, die infolge der Versandung eines Kanals bei Lampertheim eingetreten sind. Weiter werden bewilligt für Brücken und Heberfährten, Einnahme 21 700 Mk., Ausgabe 70493 Mk. Bei diesem Kapitel bringt Abg. Molt Han wieder die Frage der Brüplengelb- Lufhebung auf der Mamz-Kasteler Brücke zur Sprache, ferner spricht der Redner sein Bedauern darüber aus, daß Diainz durch die lleberleitung der Züge über Wiesbaden sehr geschädigt werde. Die preußische Leitung sei stets be- jtrebi, Wiesbaden Mainz gegenüber zu bevorzugen. F-inanzMinister Dr. G n a u t h entgegnet dem Vorredner, i)-ie Regierung hege den Wunsch, die Brückengelder zu beseitigen, sie sei aber bei der Mainzer Stadtverwaltungi vus Widerspruch gesroßen. Die Regierung könne doch nicht in Diainz erst petitionieren gehen. Im übrigen glaube er nicht, daß der preußische Eis en babn Minister die ihm in den Mund gelegte Aeuherung wirklich so getan habe, wie sie kolportiert werde. Abg. Adelung (Sozd.) führt gleichfalls Beschwerde über die Behandlung der Brückengelderfrage, worauf Minister des Innern Braun kurz erwidert. Abg. Reinhart regt an, ähnliche Verhandlungen, wie in Aiainz, auch mit anderen Städten über die Aushebung der Brückengelder anzuknüpsen. Auch für Worms wurde bie Ablösung des Brückengeldes für die Rheinbrücke sehr erwünscht sein. Finanzminister Dr. Gnauth legt bar, daß die Brücken- gLldertrügnisse sich in Mainz auf 127 000 Mk. belaufen, ui Worms dagegen nur auf 18800 Mk. Er halte es für sehr zweifelhaft, ob en ent. Verhandlungen mit der Wormser Ltadtverwaitung viel Aussicht auf Erfolg haben würden. Beim Kapitel Hydrographisches Bureau und Meteorologische Beobachtungen, 16 230 Mk., entwickelt wiederum eine längere Debatte. Auf eine Anfrage des Abg. Molthan bemerkt Minister des Innern Braun, die Regierung Babe mit Preußen das Uebereinfommen getroffen, daß der hessische Wetterdienst in Frankfurt an den preußischen Wetterdienst angeschlossen werde. Die preußische Regierung habe sich bereits damit einverstanden erklärt. Abg. Brauer (Bb.) wendet sich gegen diesen Anschluß an Preußen und plädiert für die Beibehaltung der hessischen Wetterstation in Gießen. Dort sei ia das Wetter bisher fast immer richtig „gemacht" worden. Ministerialrat Frhr. v. Biegeleben legt bar, die Mische Regierung, wie die zweite Kammer seien im vorigen Huhre nicht auf den Vorschlag Preußens eingegangen, in A Zht 'wdT Ä VezugSpretSr 'Sy nun ithchTöÜt^oiertel» letzener Anzeiger PS äeilenprete. total 161^ • '***' _ auswärts 20 ihenntg, General-Anzeiger fur Gberheffen MW Hotationsbnid und Verlag der vrühl'schen llnlo.-vuch. und Zteindruckerei. R. tange. Bebaftion, Lrpeditton und Druckerei: 5chn'sfraße 7. . tüt öen ^nn- _______,, , ____ _____________ __________________ u jeiqenteil San« «tchl eine solche Besorgnis unbegründet sei. — Die Budgetkommission des Abgeordnetenhauses setzte am Mittwoch dte Verhandlungeii über den Kultusetat beim Kapitel .Universitäten" tort. In der allgemeinen Besprechung kam die A u s l ä n d e r i r a g e zur Sprache. Es luurbe uon einer Sette verlangt, daß angesichts der Teilnahme der L t u d e n t e n an den Wahlen diejenigen A u s l ä n d e r, die L 0 z» a l d e m 0 f r a t e n seien, entfernt würden. Die Regler u n g steht grundsätzlich auf demselben Standpunkt. Zu. Bezug auf die R 0 0 s e v e l t - P r 0 1 e s s 0 r e n wird mttgcicilt, caß die Kosten dafür aus Stiftungen gedeckt mürben, daß aber die Rus wach leoiqiici) durch den Munster erfolge Heer und Flotte. Berlin, 14. Mürz, j.t uvc OLüttenüerein§«i angelegenheit iuirl) den „B. N. 9c." von gut unterrichteter Selle lin.ßeteiii, oaß öer ui ^clltebriege auf Empfehlung ehic4 coroneicn unter gebrachte tauf»' tuu.'.uijuju.c Ange,^lt:m au» Beell.t Aanieus Schmieter-- h-vll mit dem Dllve uer äieim-Briese ü)eniifm i|i. Janke» >er Tiieb, wurde dort unter diesem Namen untergebracht, damit die Spur fo verwischt werden sollte. Neues aus Rußland. Der Zar soll den Großfürsten Nikolaus zum Oberbefehlshaber der Armee sowie der Kriegsmarine ernannt und ihn beauftragt haben, Finnland am 28. März zu besetzen. Zwischen oen Sozialdemokraten und den Kadetten wurde eine Verständigung angebahnt. In Jarvslaw machte ein junger Atann in Stuben ten kleid ung mit einem Revolver einen Morvanschlag auf dem Gouverneur von Rimslo, Korsfakowla, der mißlang. Der angebliche Student hatte sich bei dem Gouverneur ein geführt unter dem Vorwand, diesem eine Einladung zu einem Konzert zu überbringen. Der Gouverneur, der rechtzellig die Absicht des Mannes erkannte, raette ihn an der Keyle und hielt ihn fest, bis Leute herbeieilten, die den Verbrecher unschädlich machten. In den Taschen wurden noch mehrere Lievolverpatronen ge,unden. In Charkow explodierte, während mittags die Polizei in einer Studentenwohnung eine Haussuchung vor- nahm, eine Bombe. Daonrch wurden ein Gen darin erieofsizier, drei Polizisten und zwei Privatpersonen getötet, sechs andere Personen wurden verwundet. Der Direktor des Petersburger Polytechnikums Fürst Gagarin ist infolge von Bombensunden in der Hochschule ohne Gesuch aus dem Dienst entlassen wor- oen. Gegen den akaoemischen Senat ist in corpore die Strafverfolgung eingeleitet worden. Aie „Iena^-Kateftlop.)e. Dem „Journal des Tebats" zufolge halten berufene Marinelreifen die Annahme, daß die Explosion auf der „Jena" durch Selbstentzündung des Pulvers herbeigeführt wurde, für unbegründet. Man sei angeblich eher geneigt, an einen verbrecherischen Anschlag zu glauben und stützt diese Ansicht darauf, daß die Explosion int Hinterschiff erfolgte, woselbst sich die Offizierskabinen befinden, und zwar nach der Ruhepause vor dem Appell, also in einem Augenblick, wo zur Vorbereitung des Anschlages Zeit war. Mit der Untersuchung der Angelegenheit wurde eine Kommission unter dem Vorsitz des Aomirals Germinet beauftragt. So ernst die Beschädigungen der „Jena" auch sind, jb meinen einige Offiziere doch, daß die Wie de r- tnstandsetzmng des Schiffes möglich und daß es bann, wenn auch nicht mehr in der ersten aktiven Schlacht- flotte, so doch noch als Küstenverteidigungs- oder Schulschiff verwendbar fei. Rings um das Schiff schwimmen allerlei Gegenstände, darunter die Stapelklötze, auf denen das Schiff ruhte, als das Dock trocken war. Tie Quais sind mit Trümmern der verschiedensten Art bedeckt, sogar mit Geschossen und Eisenstücken, dte noch heiß sind und einen unerträglichen Geruch verbreitert. Ter Vorderteil des Schiffes ist unversehrt. Minister Thomson begab sich zu den int Marinehospital liegenden 36 Verwundeten und versprach denjenigen, die sich durch besonderes tapferes Verhalten hervorgetan, Auszeichnungen zu überbrirtgen. Thomson besichtigte auch die „Jena". Tas Bassin ist jetzt ganz trocken, sodaß das Schiff untersucht werden kann. Tas Vorderteil ist völlig unver,eyrt. Im Hinterteile zeigt sich ein enormer Riß am Schiffs rümpfe. Tiefer Riß, der gewissermaßen als Sicherheitsventil wirkte, durch welches die Gase eiirwichen, verhinderte, daß das iLchiff völlig zerstört wurde. Der Panzer, das Steuerruder und die Schrauben scheinen uiwersehrt zu sein. Lagegen sind die Brücken, der Speisesaal und die Kabinen trotz ihrer soliden Bauart völlig vernichtet. Tie Leichen werden von Matrosen in Säcken transportiert. Der Minister begab sich dann nach den Kasernen, wo durch einen Appell festgestellt wurde, daß 110 Mann fehlen, also mit den Offizieren 118 Mann umgekommen sind. Dazu kommen noch die Verunglückten, die sich in ärztlicher Behandlung befinden. Der Kommandant Adlgare wurde in seinem Zimmer durch die Explosion überrascht. Er kleidete sich gerade an, um an einer technischen Konferenz teilzunehmen. Sein Zimmer wurde durch die Explosion in tausend Stücke zerrissen. Er war jedenfalls sofort tot. Schiffsfähnrich Clömentel, ein Neffe des früheren Kolonialministers, welä-cr ihn begleiten sollte, entging der Katastrophe, weil er schon auf dem Verdeck stand. Ueber den Tod des Fregattenkapitäns Vertier wird erzählt, daß er in seinem Zimmer, welches in einem Hinteren Turm gelegen war, durch die erste Explosion überrascht würbe. Er wollte sein Zinuner verlassen, die Tür war jedoch durch das Herabfallen eines Balkens verrammelt. Vergebens suchte er einen Ausweg. Der zweite Kvmmandaill Vangaver, »velcher anfänglich für tot angesehen wurde, hatte sich gar nicht auf dem Schiffe befunden; er wohnte einer Hochzeit bei. Die Leiche des Kommandanten Adigäre ist nickst zu finoen, es ist offenbar nichts von ihm übrig geblieben. Die Fleisch- und Knochenreste, welche man auf dem Schiffe sand, wurden gesammelt. Es ist ausgeschlossen, daß noch wellere Lebende gesunden werden, da sie jedenfalls erstickt sind. Toulon bietet das Bild tiefer Trauer; die Theater und Cafes sind geschlossen. Eine große Menschenmenge belagerte die Admiralität die ganze Nacht hindurch, um die letzten amtlichen Einzelheiten über die Verluste zu hören. Einen herzzerreißenden Anblick boten die vielen Frauen und Kinder, die vor dem Arsenal und der Admiralität laut jammernd auf- und niederschreiten, Auskünfte heischend, die ihnen niemand geben kann. Viele legten sich ans der Straße nieder und bald waren sie in tiefen Schlaf verfallen. Ferner wird berichtet, daß in der Stadt selbst eine große Menge Granatstücke nieder gefall en sind. In der Rue St. Michel schlug ein vier bis fünf Kilo schweres Granatstück durch das Dach eines Hauses und durchbrach die Decke des dritten und zweiten L-tockwerks, ohne jedoch Schaden anzuricksten. Im Vorort Pontlas wurde ein 17jähriges Mädchen durch einen Granatsplittergetötet, die Mutterschwer verletzt. Kaiser Wilhelm hat unmittelbar nach dem Empfang der Nachricht von der Katastrophe int Hasen von Toulon einen Flügel- adjutantcn nach der französischen Botschaft in Berlin entsandt, uni bei dem Marine-AttachH nähere Nachrichten über das Unglück einzuziehen und zugleich seiner herzlichen persönlichen Anteilnahme an dem schweren Verlust, den die französische Marine betroffen, Ausdruck geben zu lassen. Die Teilnahmekundgebuns war die erste vom Auslande. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Ein schweres Mißgeschm hat die französische Marine heimgesucht. Wir glauben im Namen deS deutschen Volkes zu sprechen, wenn wir dem Präsidenten, der Regierung und dem Volke von Frankreich wie seiner tapferen Marine herzliche Sympathie bei diesem schrecklichen Unglück ausdrüaen. Wie uns jedes Schiff unserer Kriegsflotte teuer ist, so verstehen und teilen wir den Schmerz ^unserer pan* zusifchen Nachoarn um den Verlust des jchönen SchlachtschiN^' lücytiger Osstziere und so vieler braver Seeleute, üi denen uv MarinehospiL denjenigen, te ‘borgetan, W NaM; t werden loiu Unterteile zetz T'iejei Riß, dc :, durch rote schiss völlig }tr- niber und di! agegcn sind du ■ot> ihrer solider n von Mattoser egob sich bom isrgestellt wurde [teuren 11t ommen noch dii 1DI11118 besinder in seinem Zimm torctylidje uvnngeHid)c iricmeinoc. Fn der Jol-anueölirche. Freitag, den 15. M ä r z, uuenöd u ll()r: 5. Passions- a n d a ch t. Piarrer (Lute r. Arveitcrdewegung. Fast 40 Ortsgruppen des Allgemeinen Deutschen Arbeitgeber- Verbandes für das Schneibergewerbe wnrden von den Gehülfenorgamsationen neue, erhöhte Lohnlarise unterbreitet. Beteiligt sind n. a. tue Städte Berlin, Darmstadt, Nürnberg, Hani- bürg, Mannheim und Wiesbadeii. Angesichts der Bewegung haben sich alle beteiligten Ortsgruppen des Arbeilgeberverbaiides solidarisch erllärl. Sie beschlossen die Löhne an'zubeüern, den Gehulien iven- gehendes Entgegenkommen zu zeigen und Tariivei träge abzuschließen; andererseits haben sich die Arbengebervereine verpflichtet, die Lohnbelvegiingen eiiihenlich durchztlfuhren. Für den Fall, daß eure Einigung ent allen Orien bis Donnerstag, 14. ds. nicht erzielt wird, werden alle Orlsgriippen am Samstag nmsangrelche Maßnahmen lrefsen. In Berlin, Königsberg, Nürnberg und Furth streiken bereits 6000 Gehiilsen. Die Situation ivirb als ernst betrach t et. ■a" auch sind, ie Bieder, i und daß ej ttioen Schlach- > oder Schus. ei Gegenstäick, > Schiss ruhu, mit Triimmm Geschossen uni unerträglichen -chisses ist ui? Märkte. -th. Gießen, 13. März. Der gestrige und heutige Vieh- markt Halle einen Auftrieb von zirka 1400 Stück Großvieh, 250 Halber imb 300 Schweinen. Ter Borhaubel in sclnvarzbnnlen Alilchkühen beganii biesmal schon acht Tage vor bem Markte; täglich langten größere Transporle oslsriesischer Hülje am Bahnhoie an, die flott Llbnehmer fanden, obgleich die Preise recht hoch ivaren. 'l’ht Recht klagen die Handelsleule, die Alilchware auf den Markt zum Verkauf bringen, daß dieser Vorniarkt in der Art, wie er in Gießen sich ausgewachsen hat, zum yiad)teil des Marklgeschäsls ist, »veil die Hänier lur gme Ware ihren Bedarf vor dem Markt decken ilnd mit ihrem Einkauf auf die Preisbildung des Marktes nicht emiDirCeu können. Tas Atarklgeschäst in frischmelkenden Hüben zeigte wieder, daß trotz lebhaflen Handels tue Preise endlich zum Stillstand gekommen sind, lueiui auch an ein Bllllgerwerden besonders guler Ware vorerst nicht gedacht iverden kann. Tas Geschäft in Fettviey war schleppend; fette Stiere, Rinder und Hübe waren der Zentner ca. um 3-4 Alk. billiger zri haben, als am legren Markt, wodurch die Kundschail aus den Provmzslädten zum Häufen bewogen ivurde. Tie Handelsleute erklären, daß die überaus billigen Preise für fette Schweine besonders auf den großen Fleischmarkten in Frankfurt uni) Köln auf bie Preise von fetiem Rindvieh herabmnibernd eimvirkeii. Der Handel in Halbem war diesmal lebhailer als am letzten Markte, wodurch em geringes Anziehen des Preises bewirkt wurde. Fahrochsen waren ziivor am Markt, doch entwickelte sich so gut wie kein Handel, da die winterliche Temperatur den Aiikaiis diese Tiere nur auf Spekulation zuläßt. — Der Handel auf dem Schweinemarkt , auf dem immer noch Vieh aus Preußen ausgeschlossen ist, kann aus diesem Grunde für die Preisbildung nicht als Norm gelten. Die Tiere sind im neuen Jahre allerdings billiger zu haben, würden aber auf dem Gießener Markt noch ivohlfeiler zu haben sem, wenn Tiere von jenseits der hessischen Grenze zu Markt gebracht werden könnten. Es wurden gehandelt Hühe frischinelkeiid imb trageitb I. dual. 430—500 Alk., II. Qual. 350-410 Alk., III. dual. 275-325 Alk. das Stück. Verkauft ipiirden fette Rinder I. dual. 68—70 Alk., II. dual. 65—67 Akt.; fette Hühe I. dual. 66-63 Alk., II. dual. 63-65 Alk. pro Etr. Schlachtgewicht. Halber wurden gehandelt der Etr. Schlacht- getvicht I. dual. 68—72 Alk., II. dual. 61—64 Alk., III. dual. 56—59 Mk. Tie Schweinepreise blieben die des letzten Marktes. N ä ch st e M a r k t t a g e 2 6. u. 2 7. At ä r z, am zweiten Tage auch Frühjahrspferdemarkt imb Hrämerniarft. ** Schon seit Jahren wurde dem Bureau des Reichstags der Gießener Anzeiger zugestellt. Jetzt hat unser Jieichstagsabgeordneter Herr Köhler-Langsdorf wie er uns aus Berlin mitteilr, veranlaßt, daß der Gieß. Anz., gleich den größeren Blättern des Reiches, nebst seinen Beilagen im Lesejaal des Reichstages in besonderem Rahmen auSgelegt wird. Klein-Li n den, 14. Mär;. Zum 300jährigen Geburtstag des Liederdichters Paul Gerhardt wird nächsten Sonntag im Gottesdienst eine entsprechend,' kirchliche Feier veranstaltet. Der hiesige Posaunen- und H^rchenchsr haben chre Mitwirkung zugesagt. -OK. Vom Vogelsberg, 13. März. Wie in anderen Gegenden unseres Valerlandes, z. B. im Odenwald, so besteht der Plan, auch für den Vogelsberg ein Heimat- mufeum zu errichten. Die alte baufällige Kirche tu Helpershain, welche in diesem Jahre durch einen Neubau ersetzt werden soll, ist als gce'gnetsler Naiim dafür ins Auge gefaßt. Sie selbst ist bann rooül das Hauplftück des Heimatmuseums, als Merkmal oberhessischer Klrchbaukunst aus bei Zeit der Not mittelbar nach den Schrecken des 30jährigen Krieges. Als Ausdruck einer bäuerlich-naiven, aber doch kraftvollen und technisch richtig entwickelten, bandwerllich echten Baukimst, mit ihrer primitiven JnnenelMichlung, mit ihren grotesken, fast rohen Apostelbildern muß sie als em wertvolles Dokument der Baukunst des 17. Jahrhunderts angesehen werden. Durch thre Verwrndimg als Heimatmuseum wird sie vor dem sonst unvermeidlichen Abbruch beivahrt. Ministerium und Tenlmalspsleger erwägen zurzeit den Gedanken, das alte ehrwürdige Kirchlein zu erwerben und für gedachten Zweck zu verwerten. Es wäre nicht das erste Mal, daß außer Benutzung gestellte gotlesdienstliche Gebäude profanen Zwecken dienstbar gemacht würden, gerade zu Museen lüitrben schon des öfteren Kirchen verwandt, wofür in unserer engeren Heimat das „Paulusmuseiim" in Worms ein Beweis ist. Hoffentlich gelingt es, den Plan zu verwirklichen und eS gibt hoch oben nn Vogelsberg durch das Zusammenwirken aller Kreise ein echtes Vogelsberger Museum, em neuer Anziehungspunkt für die vielen Touristen, betten das heimatliche Gebirge lieb geworben ist. — Der Neubau der Kirche soll in biefem Frühjahre begonnen werben. -ann in °l°. Ä '=i be“ > ,e» n staunte S'Lön. n ^enöar, .dwei Px: |onen wurden th?8 t c.n tn bei ^ksenivor- n corpore die Vriginal-Srahtineldttttgcn. R-B. Darmstadt, 14. 'JJiaij. dberlonullvrialprästbent D. BuuMr ist auf sein Anmchen in ben Ruhe it and verletzt worden unter Verleihung des Titels Wirkt. Geh. Rat mit bem Prädikat Exzellenz. Zu feinem Stachfolger wurde Geh. Obcrfonfi iorialrat Rebel ernannt. Neuwied, 14. März. Eine Seminaristin wär hier wegen Versendung anun ,in.-r x_»ricjc zu cuuui Ge,unguis verurteilt worden. In der Verhandlung hatte der Landgerichts- sekretär Hoffmann eidlich ausgesagt, daß er keine Beziehungen zu der Dame gehabt häkle. Gr wurde vom Schwur- geriujt wegen Meineides z u einem Jahr Gefängnis verurteilt. Dortmund, 14. März. Wegen Unterschlagung amtlicher Gelder wurde vor dem Schwurgericht der Stadt-Sekretär Franz Wendler zu I Jahr 1 Monat Zuchthaus verurteilt. Breslau, 14. März. Das dbcrkriegsgericht verurteilte den Leutnant Kania wegen Duellvergehens zu vier Monaten F e st u n g. Brussei, 14. Marz. Ein außerordentlicher Kongreß der belgischen Bergarbeiter wird am 21. April in Anvelais l'tattiinben. Au, der Tagesordnung steht die Frage der Veranstaltung eines allgemeinen Ausstandes sur den 1. Mai zwecks Erlangung des M in t m a l-Ärb e its t a g e s. Hvek bau Holland, 14. Marz. Aon den Geretteten des Dampfers „Berlin" sind Frau Wenberg aus Berlin unb ihr Dienstmädchen Minna RipPier gestern zu vorläufigem Aufenthalt nach Elberfeld abgere.st. Fraulein Th ei le gedenkt am Samstag nach Dresden abzureffen. Rom, 14. Marz. Ser V es in erfreuen. ES sei dal-er nochmals darauf Hingelviesen, daß diese Kollektionen nur noch morgen Freitag von 11 bis 1 Uhr zu besichtigen sind. Von Samstag ab bleibt die Ausstellung wegen vollständigem Wechsel der Gemälde einige Tage geschlossen. sere Seeoffiziere unb Mannschaften wackere Kameraben kennen gelernt haben. Ans Marinekreisen wird ims geschrieben: Tie französische Hochseeflotte bestel-t zum größten Teil aus mehr oder weniger veralteten Schiffen unb bleibt damit an Gefechtswcrt hinter der beut scheit Hochseeflotte zurück. Der französischen Marineleitung galt eben geraume Zeit hindurch der Pan.^rtreiizer als wickligster KciegsschiffStyp, während für bie Modernifferung der beutscken Flotte „Vervollkommnung der Schlachkgc^chwadcr" leitender Grunbsay war, zu bem sich übrigens auch die englische und japanisa'ie Aomiralitüt bekennen. Deutichland verfügt infolgedessen jetzt über mindestens ein Dutzend imbedingt erstklassiger Liitienschifse. Bon Panzerkreuzern sind erst drei neu üt Dienst gestellt. Einer, und zwar der „Roon", wird die deutsch: Flagge zeigen bei bar im Sommer in bem virginischen Hasen Jamestown Itaitiinbenbcn internationalen Flottemch-au. In Ostasien kreuzt seit Jahren schon dar seiner Zeit probeweise erbaute Panzerkreuzer Fürst Bismarck", dessen Konstruktion nunmehr veraltet ist unb ben Gefechtswert bes Schliffes für die Gegenwart annähernd, auf das dctvean etneS Mittleren Hrenzers hecabdcückt. Dem sranzösischm Beispiel in der Bevorzugung des Patlzertceuzertyps wird Deutschland wohl nie folgen, dagegen ist anznnehmen, daß diesem Tpp eine umiangreiche Verwendung im Auslandsdienit Vorbehalten bleibt, fei es nun in Gestalt eines „fliegenden Gaschwabers" ober als Stamm- unb Flaggschiff ber oersasteoeiten Flottenstationen im Ausland. Tie Kosten eines modernen Panzerkreuzers einschließlich Armierung bürsten sich auf 15 M i l l. M a r f belaufen, die eines Linienschiffes auf mindestens 22 Mill. In der Zeit, bis zu welcher Frankreich den lEnatzvau für bie „Jena" vollenbat haben wird, ist Deutschland jedenfalls in ber Lage, seinen VvrsprungvordemrvestlichenNachbar m der Seerüstung zu erweiiern.^ — Ein Schüler und ein Rechlsaitwalt vor Gericht. -m Friedberg, 12. März. Bel der heutigen Schöffen-Gerichtsverhandlung kamen folgenbe Fälle zur Verhandlung: Gegen den 1891 geborenen Fortbtldungsfchüler Georg W o l l r a b zn dbenvöllsladt tvegen tätlicher Beleidigung feines Lehrers. Tas Urteil lantete, unter Annahme mildernder Unisländc, auf 100 Mark Gelbstra ' e, bie im Nichlbeitreibungsfalle mit 50 Tage Gefängnis zu verbüßen ist. W. hatte bem Zehrer vor ben Veib getreten, ohne ihn erheblich zu verletzen. Trotzbem würbe aus bie angeführte Strafe erkannt. Der zweite Fall, ber eines größeren Interesses nicht entbehrte, richtete sich gegen ben seitherigen Rechtsanwalt Ludwig Seyb von hier wegen Betrugs. Der Anklage lag folgender Tatbestand zn Grunbe. Im An'ana bes Jahres 1902 kam bie lebige S. S. von Assenheim zu bem Angeklagten, um bei Ihm Rat einzuholen. Sie hatte mit einem bamals in Bugbach stationierten Poslassistenlen ein Verhältnis, bas nicht ohne Folgen blieb. Seyb nainn bie Sache in bte Hanb unb erwirkte einen Vergleich, baß ber Poslassistent an die S., deziv. an bereu Rechtsvertreter bie Summe von 7000 Ak. ausbezahlte, unb zwar in zwei Raten. Seyb soll iiiln wie bie S. behauptete, bie duitnmg sich unlerfchreiben lassen haben, ehe er baS Gelb auszahlte. Nach- vein er ben unterschriebenen Schern hinweggetan hatte, zählte er 4280 Ai. auf ben Tisch, mit dem Benterken, baß 227 M. Höften, sowie 500 Ai., bie bie S. schon früher erhalten hatte, in A brech- iiuug tarnen, die wetteren 2000 At. müßten dem Hmbesvaler zurück- cegeben werden, da sie für spätere Alimente ihre Benvendling finden würben. Die S. glaubte tiefe Darstellung, insbefonbeve, weil sie infolge bes vielen Gelbes so in Aufregung geraten war, daß sie bie ihr vorgelegte duittimq nicht gelesen hatte. Als sie tm vorigen Herbst bas Urteil ber Anwaltskammer hörte, wonach Rechtsanwalt L. Seyb als Anwalt abgesetzt würbe, schöpite sie Verdacht imb zeigte bie ganze Angelegenheit ber Staatsanwaltschast cu. Die heutige Verhanblimg zeigte beim auch bas oben augesührte teilte Ter Angeklagte leugnete beharrlich unb würbe freigesprochen, weit der S. als Zeugin kein Glauben beigemessen rninbe. Ter Vertreter ber Staatsbehörbe, ber bie Freisprechung selbst beantragte, hob hervor, baß Leuten, welche da hin- neig t e n, sich sittlich zu vergehen, kein Glauben zu schenken sei. Tie Atotivierung bes Urteils durch den Vorsitzeiiben Assessor Dr. Wüllenbücher sührte ans: Ter Angeklagte L. Seyb wurde von ber Anklage bes Betruges nach § 268 freigesprochen, obschon es dem Ailgeklagten zuzutrauen ist, bie Hanbluug begangen zu haben, bniüt spricht fein ganzes Vorleben, sowie jeme Absetzung als An- tvalt, bte voni Reichsgericht am 8. Janiiar 1907 bestätigt ivurde. h bei11 il ,, ^äb^1 hie Theater ur- W6 „bie ich'-» S ten Eiten hey »"* K» ammernb M :ss:4 it \* 1 Telegramm! Hau^ew- Hük. 40000. 20000. 10000 3169 Geldgewinne mit Mk. 120000. hv“/. —--------— Friscla gewagt ist halb gewoMMeai Dienstag den 19. ^ärz Sinzählnng der lose — ZieNnng an 20. JKIrz 18 Lose ä 2 Mk. 11 Lose 20 Mk. Lose ä 2 Mk. 11 Lose 20 Mk. GeS' Ferda Schäfer, Strassburg Els., Langstr. 113. Auch za haben bei den königl. preuss. Lotterie-Einnehmern nnd in allen Los- und Zigarren-Geschäften. - feinst. Lmrkront „ Salz- n. Wg-Zuckn „ Prciselbceren „ Nate Räben empfiehlt billigst [1591 Georg Wallenfels Marktplatz 21 Telephon 46 gegenüber der Engel-Apotheke. la. 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