Nr. 218 Zweites Blatt Erscheint tSgNch mH Ausnahme des SonnQgS. Die „Sietzener KamiUendlätler" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. Der „hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. 157. Dienstag 1?. September 1907 Rotationsdruck und Verlag der Drühl'schen Universita'tS - Buch- und Steindruckerei. N. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 51. Redaktion: 112. Tel.-AdruAnzeigerGießen. Aleines Feuilleton mit der offenen Unterwerfung zögern, weil der fanatischen Mzableute fürchten. Benn- Meldungen kommen aus Tetuan schule aus wollen, aber sie die Rache ru h i g e n d e Ksarelkebir. Darnuka-KehrauS. Die Deutsche Armee-, Marine- und Kolonial-Ausstellung wird gegenwärtig mit einer fluchtartigen Eile geräumt und abgerissen. Eine Verlängerung der Ausstellung, bei dem endlichen Eintrift guten Wetters, hätte sich gewiß gelohnt, aber es ließ sich auch hierüber, wie über so vieles andere, keine Einigung unter den Teilnehmern herbei- sühren. Ganz so schlecht, wie geklagt wird, sind übrigens die Geschäfte nicht gewesen. Die großen, leistungsfähigen Firmen, die wirklich etwas zu bieten und sich Mühe gegeben hatten, erhielten zum Teil sehr namhafte Aufträge. Diese Firmen hielten sich an den Namen der Ausstellung und tafelten nicht allerlei Gegenstände auf, die jeden Tag, übersichtlicher, bequemer und billiger in irgend einer Kauf- straße Berlins zu haben sind. Auffällig war dqs geringe Interesse, das die Angehörigen von Heer und Marine dem Unternehmen entgegenbrachten. Nur sehr vereinzelt zeigten sich im Publikum Uniformen. Für den kleinen Mann war die Ausstellung mit ihren zahlreichen besonderen Eintrittspreisen viel zu teuer. Obendrein wurden schon um halb acht abends, also zu der Zeit, wo die Meisten überhaupt erst abkömmlich sind, die Hallen geschlossen. Der Vergnügungspark florierte bis spät in die Nacht. Aus dem großen Leinwandzelt des Kabarets „Zur Dattelkiste" — bis obenan gefüllt — ertönte das Lied von der „Da- muka" mit dem im donnernden Chor gesungenen Refrain. Hier herrschte die Heiterkeit von Anfang bis zu Ende und eitel Befriedigung über die vorzüglich gelungene Ausstellung^__ Englands Neformminifler. Es hat in hiesigen politischen Kreisen nicht überrascht, daß der englische Kriegsminister Haldane, wie wir gestern meldeten, wieder einmal von einem großzügigen mili- lärijchen Reformplan Mitteilung gemacht hat. Seit der gelehrte, bekanntlich auch auf einer deutschen Hochschule vorgebildete Herr in Begleitung des preußischen Kriegsministers einem deutschen Manöver beigewohnt hat, läßt ihn der Reformeifer nicht mehr los. Was aber dem ruhmbedeckten Berussmilitär Lord Roberts nicht glückte, daran wird wohl erst recht der Zivilmann Haldane vergeblich jein Wollen erproben, zumal er selbst vor wenigen Tagen andeutete, daß die Zeit der Neuwahlen nicht mehr fern sei. Wenn dann auch die Liberalen wieder obsiegen sollten, jo stehen sie doch nicht mehr so fest in der Gunst des Volkes, wie-das bei den letzten allgemeinen Wahlen der Fall war, und als am wenigsten gesichert darf die Stellung des Kriegsministers Haldane gelten. Im übrigen ist es doch eine merkwürdige Art, wie England seinem eigenen auf der Haager Konferenz gestellten Anträge Folge gibt, die Frage der Rüstungseinschränkung zum Gegenstand erneuten und ernstesten Studiums zu machen. polstifd^c LcrgerßAan. Wahlrechtsarbeit. Die Vorbereitungen für die große Wahlrechtsagitation der Sozialdemokratie in Preußen werden so geheim betrieben, daß nichts davon in die Oesfentlichkcit dringt. Es scheint seitens des Parteivorstandes darauf angelegt, den „Preußentag" im November, der von der Wahlrechtsfrage beherrscht sein soll, zu einen: überraschenden Ereignis zu gestalten. So leicht wird die bürgerliche Welt und die Regierung freilich nicht zu überraschen sein. Was von der Sozialdemokratie aus diesem Gebiet erstrebt wird, weiß jedermann; ebensowenig sind die realpolitisch Denkenden im Zweifel darüber/ daß das angestrebte Ziel „Einführung des Reichstagswahlrechts in Preußen" nicht im Handumdrehen zu ererichen ist, mag in Versammlungen oder selbst auf der Straße diese Forderung noch so geräuschvoll erhoben werden. Auf sich allein gestellt, wird die Sozialdemokratie im November so wenig praktische Erfolge erzielen, wie mit den Massendemonstrationen in den bekannten Januartagen. Die Woge wird sich diesmal vielleicht noch schneller verlaufen, weil der Wiederbeginn der Reichstagsverhandlungen in höherem Grade das öffentliche Interesse fesseln dürfte. angenommen. des Antrages Kämpf-Blell Verkehrspolitik. Ter Anhält fest an den Grundsätzen, die, der Wirtschafts- und Finanzpolitik wurde gegen drei Stimmen lottenburg wurde einstimmig Es folgt die Beratung betr. die Handels- und trag lautet: „Ter Parteitag Air cStsge in Marokko. Tanger, 16. Sept. Es verlautet, daß die Abgesandten der Schaujas alle vom General Drude gestellten Bedingungen angenommen und die Absicht geäußert haben, sich zu den verschiedenen Stämmen zu begeben, um am Donnerstag mit den Kaids und den Abgesandten aller Stämme nach Casablanca zurückzukehren, um sich gemeinsam zu unterwerfen. lieber das Ergebnis der bei der sogenannten Glücksmauer von Birenbarek im Gebiete der Uladhari abgehaltenen BeratungvonsechsStämmen liegt die Nachricht vor, daß diese, dem Beispiele der Medinna folgend, vorläufig an keiner Aktion gegen die Franzosen teilnehmen Paris, 16. Sept. „Petit Parisien" regt die Ein- ber usung einer neuen Marokkokonserenz an. Deutschland, schreibt das Blatt, bestünde zwar auf Wahrung der Algecirasakte, sei jedoch nicht abgeneigt, durch Abänderung der neuen Situation Rechnung zu tragen, in den letzten beiden Jahren habe Deutschland manches gelernt und vieles vergessen. Bei den Beziehungen des „Petit Parisien" ist anzunehmen, daß die Anregung inr Einverständnis mit den leitenden Kreisen der Wilhelm- straße erfolgt. In einer Unterredung mit dem Redakteur des „Gil Blas" über die Marokkoangelegenheit erklärte Ministerpräsident C l e m e n c e a u, die Regierung beabsichtige nicht, den Fuß vorzusetzen, um ihn dann wieder zurücr- zuzichen. Man werde die Polizei organisieren, aber solange die Umstünde nicht dringende Maßnahmen erforderlich machen, werde man sich zunächst auf Caja- blanea beschränken und auch nicht die Operationen der Polizei an der algerischen Grenze abwarten. Der Meinungsaustausch mit der europäischen Diplomatie sei mit Freimütigkeit und ohne Feilschen vor sich gegangen; es konnte sich keine Erkältung daraus ergeben. Man müsse das Risiko einer Ueberraschung so beschränken, daß die Absichten der Regierung in keiner Weise verdächtigt werden können. Die Stellung Frankreichs bleibe nach jeder Richtung hin sehr stark. Es sei ein glücklicher Zustand, daß man den Eindruck der Klugheit und gleichzeitig den der Stärke hervorbringe. Er, Clemeneeau, wolle nicht wieder nach der Art Deleassoes anfangen. ________ die Freisinnige Volkspartei in . des Reiches und der Bundesstaaten von jeher befolgt Hal. Er erachtet jede Gesetzgebung für schädlich, die für die Sonderinteressen irgend eines Standes oder Berufszweiges maßgebend sind, und verwirft die einseitige Bevorzugung agrarischer Interessen als unvereinbar mit dem Gesamtwohl des Deutschen Reiches. Er verurteilt die verkehrsfeindlichen Tendenzen, die u. a. in der Börfengesetzgcbung, der Kanal- und Schiffayrtsabgabenpolitik, der Erhöhung des Ortsportos und in der Fahrkartensteuer zum Ausdruck gekommen sind, und hält eine Aenderung der hierauf bezüglichen Vorschriften in Gesetzgebung und Verwaltung für erforderlich. Falls zur Ordnung des Reichshaushalts weitere finanzielle Maßnahmen notwendig werden sollten, was bisher noch nicht nachgewiesen ist, verlangt er, daß jede neue Belastung der notwendigen Lebensbedürfnisse und des Verkehrs vermieden, von einer Beunruhigung des Erwerbslebens abgesehen und unter Erweiterung des Systems direkter Reichssteuern die schwachen Schulter:: geschont werden. Der Parteitag fordert, daß diesen im Interesse des Gesamtwohls liegenden Grundsätzen in der wirtschaftlichen und finanziellen Gesetzgebung des Reiches und der Bundesstaaten Rechnung getragen wird." Synoikus Me her - Charlottenburg begründet folgenden Antrag: „Der Parteitag fordert im allgemeinen, nationalen und wirtschaftlichen Interesse die baldige Aenderung des Börsenge setze s, insbesondere die Beseitigung des Börsenregisters und anderer Beschränkungen des Börscuterminharrdels." Abg. Max Schulz- Berlin befürwortete solgenden Antrag — Die Frankfurter Oper will in der neuen Spielzeit große Rührigkeit entfalten. In nächster Zeit wird Puccinis „Madame Butterfly" zur Aufführung gelangen. Eine neue Oper „Die rote Gred" von Bittner wird am 12. Oktober die Uraufführung! erleben. Noch^am Ende dieses Monats geht „Ritter Olaf" von Erlanger in Szene. Für den November ist eine Neueinstudierung von TLebers „Euryanthe" geplant. Zum 16. Dezember, Beethovens Geburtstag, wird „Fidelio" neu inszeniert. Als Weihnachtsmärchen wurde Marx Möllers „Schön Edelrot" erworben. Schließlich wird auch Vossis einaktige Oper „Der Wanderer" im Lause des SpieljahreS zur Aufführung gelangen. — In Dresden wurde am 16. Sept, die 79. Versa mmlung verdeutsch en Naturforsch erundAerzte eröffnet, zu der gegen 2000 Gelehrte erschienen sind. Die Regierungen sämtlicher Bundesstaaten, daS Neichsgesuu-dheitsamt und wissenschaftliche Vereinigungen haben Delegierte entsandt. Der erste Geschäftsführer der Versammlung Geh. Hofrat Ritter von Meyer begrüßte die Teilnehmer. Dann begrüßten Staatsminister von Schlieben namens der Regierung und Oberbürgermeister Rentler namens der Bürgerschaft die Versammlung. Nach weitere:: Begrüßungsansprachen erwiderte der erste Vorsitzende Professor Dr. Naunyn aus Baden-Baden und gedachte der im letzten Jahre verstorbenen wissenschaftlichen Kapazitäten. Hierauf folgten wissenschaftliche Vorträge. Wir müssen uns auf die kurze Berichterstattung über nur einige wenige beschränken. In der Abteilung für praktische Veterinärmedizin hielt Professor Dr. Eber-Leipzig einen Vortrag über die Bedeutung deS Beh- r i n g s ch e n T u b e r k u l o s e - I m m u :: i s i e r n n g s - V erfahrens für die Bekämpfung der Rindertuber- kulose. Nach den klassi,chen Untersuchungen Behrings und seiner Mitarbeiter kann es, wie der Redner ausführte, keinem Zweifel unterliegen, daß die Widerstandsfähigkeit junger Rinder Berlin IV: „Der Parteitag richtet an die Neichstagsfraktion der Freisinnigen Volkspartei das Ersuchen, 'in Anbetracht der hohen Preise für Getreide und Futtermittel geeignete Schritte zu tun, damit die Zölle auf (betreibe u n b Futtermittel suspendiert oder herabgesetzt werden." — Redakteur Rebelung- Nordhaufen ersuchte, im Antrag Kämpf hineinzuschreiben, daß notwendige Lebensbedürfnisse des Volks, namentlich Tabak und Bier, nicht weiter belastet werden dürften. Abg. Dr. Wiemer: Auf die Mitwirkung der deutschen Landwirtschaft legen wir das allergrößte Gewicht. (Beifall.) Wir freuen uns, daß cs Tausende von Landwirten gibt, Oie das Heil für die Landwirtschaft nicht in der Unleraützung des Bundes der Landwirte und der Zirkus-Vusch-Leure sehen — wenigstens wie sie bis jetzt gem-efen sind, (Heiterkeit) —, sondern in der Unterstützung des kleinen Bauernstandes. Mit Rücksicht auf die überlastete Tagesordnung, und weil diese Agrartragen infolge der abgeschlossenen Handelsverträge zunächst nicht aktuell sind, haben wir besondere Anträge noch beiseite gelassen. Waldmann-Biebrich begründet einen Antrag: Der Parteitag richtet an die Reichstagsfraktion das Ersuchen, in Anbetracht der enormen Preise für Kohlen Schritte zu tun, daß die Aufhebung der A u s n a h m e t a r i f e für Kohlen schleunigst aufgehoben unb die Einführung von Ausfuhrzöllen beantragt wird. Abg. Kämpf wandte sich gegen diesen Antrag. In der Abstimmung wurde der zweite Satz des Antrages Kämpf gestrichen. In den dritten Satz wurde die Verurteilung des Frachturkundeniwmpels aufgenommen. In dieser Fassung wurde der Antrag Kämpf einstimmig angenommen, ebenso die Anträge Charlottenburg, BerlinIV und Waldmann, letzterer jedoch in folgendem Wortlaut„Der Parteitag ersucht die .Abgeordneten^ zu erwägen, welche schritte zu tun wären, um die gerade in den letzten Jahren besonders zutage getretenen Mißstände auf dem Kohlenmarkt im Interesse der großen Masse der Konsumenten zu beseitigen, insbesondere durch baldige Reform der Ausnahmetarife zu mildern." unumschränkt gewährleistet wird." Auf eine diesbezügliche Anregung von Fräulein Zietz- Hamburg sagt Abg. Dr. M ü l l e r-Sagau: Nachdem die Frauen gelernt haben, im öffentlichen und gewerblichen Leben sich eine selbständige Stellung zu schaffen, ist es noch notwendiger als früher geworden, daß ihnen die Möglichkeit gegeben wird, sich so frei wie die Männer zu versammeln. (Beifall.) Darauf wurde die Debatte geschlossen. Der Antrag Traeger angenommen. Der Antrag Char- iustand setzen sollte, den mühevollen Kampf gegen die Rinder-' tuberkulöse auch unter schwierigen Verhältnissen erfolgreicher als bisher zu gestalten. Der Beweis, daß die Schutzimpfung wenigstens dieses zu leisten vermag, steht zurzeit noch aus und wir dürfen unsere Erwartungen, daß dieser Beweis erbracht wird, nach den bisher gesammelten Erfahrungen auch nicht allzu hoch spannen. Von den Schlußfolgerungen des Vortragenden, seien noch die folgenden hervorgehoben: Die Widerstandsfahig- l'eit junger Rinder gegenüber einer künstlichen Infektion mit virulentem Tuberkulosematerial kann durch Vorbehandlung mit Tuberkelbazillen verschiedenster Herkunft nicht unwesentlich erhöht werden. Die künstlich erhöhte Widerstandsfähigkeit ist jeboa) nicht von langer Dauer. Der Beweis, daß den Rindern durch das Behringsche Schutzimpftlngsverfahren (Borovaeeination) ein ausreichender Schutz gegen die natürliche Tub erku lose an st eck n n g verliehen wird, ist noch nicht erbracht. Sicher aussichtslos ist es, in stark verseuchten Beständen mit diesem Verfahren allein die Rindertuberkulose zu bekämpfen. Es liegen zurzeit inne Veröffentlichungen vor, welche beweisen, daß irgend ein anderes, auf der Einverleibung von Tuberkelbazillen beruhendes Vc: >' > -ii für die praktische Bekämpfung der Rindertuberkulose mehr leistet als das ursprüngliche Behringsche Schutzimpfungsverfahren. — Ein Sem in ar für Städtebau ist an der T echN. Hochschule zu Berlin-Charlottenburg von den Professoren Gest Hofrat Genzmer und ^tadtbaurat ei. D. Brix eingerichtet worden. Es wird darin für Architekten und Bauingenieure die Bearbeitung von Stadt- und Orlsbebauungsplänen ans praktischer Grundlage in Vorträgen und Hebungen behandelt und ein Vortragszyklus! über aus gewählte Kapitel des angewandten Städtebaues abgehalten werden. — Ein solches Institut, verstände sooft und mit Geschmack geleitet, könnte bedeutende Erfolge mit sich bringen u. dem vielfach arg unvernünftigen, ungrstchütenmmkm.ei, men, un- künstlerischen Drauflosbauen in nxanchen deutsä)cn Städten ein Ende bereiten. Am heutigen zweiten Verhandlungstage beschäftigte sich der Parteitag nach Genehmigung des Geschäftsberichts mit dem Vereins- und Versammlungsrecht. Hierzu lag folgender Antrag Traeger vor: „Der Parteitag fordert die reichsgesetzliche Regelung des Vereins- und Versammlungsrechts auf freiheitlicher Grundlage durch ein Gesetz, das entsprechend dem in der Sitzung des Reich>Stags vom 16. April 1907 angenommenen Antrag Ablaß allen Deutschen ohne Unterschied des Geschlechts das Recht gewährt, friedlich und unbewaffnet Versammlungen abzuhalten und zu Zwecken, die den Strafgesetzen nicht zuwiderlaufen, Vereine zu bilden. Der Parteitag fordert weiter die reichsgesetzliche Regelung der Rechtsverhältnisfe, der Berufsvereine und die Beseitigung der dein Koalitionsrecht noch entgegenslehenden Beschränkungen." Syndikus s3)t eyer - Charlottenburg begründete folgenden, vom Reichstagswahllreife Charlottenburg - Teltow - Beeskow gestellten Antrag: „Der Parteitag spricht feine Genugtuung aus über die scharfe Bekämpfung des im Jahre 1906 dem Reichstage vorgelegten unzulänglichen und vielfach völlig verfehlten Gesetzentwurfs über die Rechtsfähigkeit der Beruss- v er eine seitens der Mitglieder der damaligen Reichstags- ftaktion. Er fordert, daß die mit Rücksicht auf die wachsende Bedeutung der Organisation im gewerblichen Leben immer dringender erforderliche Rechtsfähigkeit der Berufsvereine endlich gegenüber einer künstlichen Infektion mit virulentem tuberkulösem Material durch Vorbehandlung mit Tuberkelbazillen der verschiedensten Herkunft nicht unwesentlich erhöht werden kann. Fraglich ist es nur, ob der so erlangte Impfschutz von genügender Stärke und hinreichender Dauer ist, um auch bei der zwar langsam wirkenden, aber darum nicht minder gefährlichen natürlichen Infektion wirksam zu bleiben. Bekanntlich hat Behring diese Frage bejaht und seit 1903 einen Impfstoff (Borovaccin) für die Schutzimpfung der Kälber in der Praxis zur Verfügung gestellt. Um ein Urteil über die Wirlfamkelt dieses Schntzimp- fungsverfahrenö gegenüber der natürlichen Ansteckung zu erlangen, sind in den letzten Jahren auch im Veterinärinstitut der Universität Leipzig zahlreiche Versuche an Rindern zur Durchführung gelangt. Die Ergebnisse dieser Tierversuche berechtigen leider weder ebensowenig wie die Erfahrimgen bei der Kontrolle der in der Praxis ausgeführten Immunisierungen zu der Annahme, daß den Rindern durch das Behringsche Schntz- impfungsverfahren ein ausreichender Schutz gegen die Tuberkulose-Ansteckung verliehen wird; auch die, bis jetzt in der Literatur vorliegenden Beiträge zur Beurteilung des Wertes der Behringschen Schutzimpfung sprechen mehr gegen als für die Wirksamkeit der Impfung. Auch Behnugs Auffassung von dem hohen Werte seiner Schutzimpfung hat zweifellos im Laufe der Zeit, wahrscheinlich bedingt durch die eigene Erfahrung bei der Kontrolle schutzgeimpfter Rinder, eine tiefgehende Wandlung erfahren und aus der allen bisherigen Tu- bertulosebekämpftlUgsmitteln absolut überlegenen, für sich allein zur Bekämpfung der Rindertuberkulose völlig ausreichenden Schutzimpfung ist auch nach seiner in den jüngsten Veröffentlichungen sich wiederspiegelnden Auffassung ein für sich allein kaum wirksames, erst im Verein mit anderen hygienisch prophylaktischen Maßnahmen wirksam werdendes Heilmittel bei der Bekämpfung der Rindertuberkulöse gciv i.n. Aber auch sür ein solches Hilfsmittel schulden wir dem Entdecker großen Dank, wenn es uns 7. Parteitag der Lreiftnnigen Volkspartei. li. Berlin, 13. Sept. Es folgte die Beratung der Anträge Dr. Wiemer und Rostock, die sich mit der Blockpolitik beschäftigen. Ter Antrag Dr. Wiemer lautet: „Der Partestag erklärt: Die Freisinnige Volkspartei erstrebt, getreu dem Eisenacher Programm von 1894, die Befestigung der nationalen Einigung Deutschlands, den Ausbau der politischen Freiheit und die Hebung der Wohlsahrt des gesamten Volkes. Die Partei ist bereit, wie bisher, gesetzgeberische Maßnahmen zu unterstützen, die in der Richtung ihrer Forderungen liegen, und mit anderen politischen Parteien zur Bekämpftmg gemeinsamer Gegner zusammenzuwirken. Für ein solches Zusammenwirken ist Voraussetzung, daß die grundsätzlichen Anschauungen der Partei gewahrt und die Forderungen ihres Programms zur Geltung gebracht werden." Ter Antrag des Wahlvereins Rostock-Doberan lautet: „Der Parteitag erklärt: Nachden: die Blockpolitik des Reichskanzlers den berechtigten Wünschen des Liberalismus so loenig Rechnung trägt, ist es wünschenswert, daß die Fraktion der F-reisinnigen Volkspartei innerhalb der FraltionSgemeinschaft der Liberalen darauf hinwirkt, daß die Politik des Abwartens aufgegeben wird, und daß energische Forderungen nach wirklich liberalen Gesetzesvorlagen erhoben werden." In der Abstimmung wurde der Antrag Wiemer einstimmig angenommen, ebenso eine Resolution Herzberg-Königsberg, die der Fraktion das Vertrauen der Partei ausspricht. Der Antrag Rostock war zurückgezogen worden. R-rche «n- Schul«. h ü Ul LI Hafer 1) ( (- Frankfurt a.M. 225 bi 200 (• 194 192 ) ) M (- 2) (+ (+ (— ( + ( + (+- s li fr Rtannheim Straßbnrg Plünchen (- 5) ( + 5) (- 1) (- 3) Rc ke 4 ha la I en Up ha fo, kö- del l'P ltze tiu vL re V ai m ui de r a I bi h- et di ui 193 193 201 201 200 203 198 205 206 210 210 198 **Zum Geburtstag unserer Groß Herzogin. heutigen Tage vollendet I. K. §. die Großherzogin Eleonore ihr 36. Lebensjahr. Mit besonderer Treue und Verwendung futbcn, wo sie Gelegenheit haben, das Versäumte nachzu^len. Aber den Lehrern, deren große Vdehrhett ihr ganz-es ^-eben fern von den Brldungszentrcn auf dem Lande zubringt, sollte nran wahrend chrcr Ansbildungsz-eit alles bieten > Getreidewochenbericht des Deutschen Laudwirtschaftsrats. l.0. bis 16. September 1907. ' --------- u— uwfz der aber er* er zu Hause bleiben wolle. Als Neuroth dann (- 1 ) <+ 2%) gl fo ab Di K erj Ich du ih' zu da be ai et 91: bi gl £■ tn eii oh vo be ba be Königsberg Danzig Stettin Posen Breslau Berlin Magdeburg Halle Leipzig Hamburg Düsseldorf sprach zum Schlüsse der Vorlesungen dem Vortragenden den herzlichen Dank der gesamten Lehrerschaft aus, die sic vor allem für die empfangene geistige Anregung schulde. » —-?c?cd Lehrerseminar. Ausl Lehrer kreisen wird uns geichrieben: Die wiederholte Blättcrmeldung, daß als Sih oes künftigen, vierten Lehrer,eminars kleine und mittlere Orte mbetracht„kämen, hat in Lehrerkreisen schr beftemdet. Darüber U >U?och klar, daß vom pädagogischen Standpunkte aus für die) e Anstalt iiur eine der größten hessischen Städte gewählt 1) 2) 1) 3) ■ ) 7) 7) ) b) 6) 216 215 228 233 225 220 218 216 220 225 reizen 1UU )xg. 20.00-00 00 Wil loggen 100 Mq, 20,75-21.00 165 170 171 171 182 185 162 165 175 190 185 191 6 1 2 Noggen ( + (- 31/,) B (+ >/,) it fi ri 5 le Dl n: irvelvvrol 2 Ätg. öö 'p,g. iSchwarzbrot 2 Kg. 54 Pfg. (d.) Frankfurt a. M., 15. Sept. Gestern gingen die von Prof. Dr. Joh. Nehncke-Greifswald gehaltenen Vorlesungen zu Ende. Von dem hiesigen Lchrcrverein ins Leben gerufen, waren die Vorträge wohl von mehreren hundert Lehrern und namentlich auch Lehrerinnen besucht, von denen eine große Zahl auch aus den benachbarten 231 (4- 2) 2377, (4-71/,) 234 (- ) Weizen 230 (- sammlung ab, in l_, ....... i l über „Charakterbildung" sprechen wird. . . ' e r Heinratpflege ist die diesjährige Hauptversammlung der Gesellschaft zur Verbreitung von Volksbildung gewiomet, die vom 28. bis 30. Sept, in Hannove r stattfiudet. Tie Verhandlungen sollen die wichtigsten Beziehungen zwischen der Heimat und den freiwilligen Bil- oungsbehrebungen zur Darstellung bringen. Es werden u. a. Vorträge gehalten werden über die niedersächsische! Heimatliteratur (mit Deklaniationen und Gesanasvorträaen^ ^■ntffa6tlfVCratU^Knb Volksbüchereien, Heimatsgeschichte und Boitsbiloung Haus und Heimat (mit Lichtbildern), sowie Uber heimatliches Naturleben. ' Der Umstand, daß dre zu Anfang der Berichtswoche ein- getretene sa-one Witterung die Aus,ichtcn der Kartoffelernte in weniger ungünstigem Licht erscheine ließ, übte zunächst eim» park verstauenden Einfluß auf den Getccidemarkt aus. Natürlich kann von einer Be„erung nur dort die Rede sein, wo die Ernte durchras vielfach vorkommende Faulen der Knollen nicht bereis uneinbringlichen schaden erleidet; nur mit Vieser Einschränkuna wird man sich der günstigeren Auffassung anschließen könne/ ! Dw gleichzeitig aus eine Verinehrung des inländischen Angebots S^fCtmp^!?USi9eA sich jedoch Hrur in bescheidenem Maße Äa- oUrct} Verzögerung der Ernte im Rückstand ^blsebencn Beftellungsarbeiten vorerst die meisteii Arbeitskräfte .^spruch nehnien Allerdings konnte dein Drusch in der letzten Zett etwas mehr Aufnierk,amkeit geschenkt werden, aber es war Fall, wo feucht cingcbrachtes Getreide dec BeaÄieitung auf dem Boden bedurfte. Damit stimmen auch die zahlreichen Klagen über die zu Markt gebrachten Quaw . 'Uberem, und sofern sich bei der Verwertung der Ware Schwierigkeiten ergaben, waren es meist auch qualitative Be- Preisdruck noch verschärften. Guter Weizen sand F crnn?aW-tc4 Preisen bereitwillige Aufnahme. Die ameri- kamichen PreiSsordcrungen vernrochten die zeitweise 9—12 Mk. Serrtc=ge zur Heimat" ber Universitätsprosefsor DQ W Georg ^zos Martiii gedungen, der am vorigen erbilduna" svrecken wird. ' I ^^nstag seinen Dienst antrat. Am Freitag erhielt Neuroth den Bejuch eines Kaufnianns, dem er auch eine Rechnung von 65 Mark, bezahlte. Martin war dabei und sah, wie Neuroth zu diesem Zweck aus der Tischlade einen Schlüssel nahm und eine Komode öffnete, aus der er einen Geldbeutel mit ea. 800 Mark Inhalt entnahm, worauf er ueu Beutel mit dem übrigen Geld wieder in die Komode steckte. Am Sonntag war in Asbach Kirchweih und Neuroth befuchte sie am Nachmittag gemeinsam mit dem Knecht. Beide kamen um 7 Uhr wieder zum gemeinschaftlichen Ubendessen zuruck. Nach 9 Uhr ging Neuroth noch einmal Am Sonntag, 15. d. M., ^hl aus geschäftlichen Rücksichten zur Kirchweih und Es stellten sich die Preise für inländisches Getreide am letzten swÖrr’'Ä ln pro 1000 Kilogr. je nach Qualität, wobei bas Mehr (+) bezw. Weniger (—) gegenüber der Vorwoche in Klain- rnern Q beigesugt ist, wie folgt: r.v. < ^0^0 g r aphische s. oumnag, 10. 0. '»JJC., I 7'7* uuuu|Liyieii zur t)iclt der Bez in Gwsten im Rhein-Main-Verband der Gabels- forderte auch Martin zum Mitgehen auf berger,chen Stenographenvereine in Bad -Na uhe i m unter ktärte, daß c- ~ j b SÄtÄÄM SÄ-Ä? Wn 77 Uhr allein wieder zurückkehrtl'und ie7»7 Woh- Bereine warm sehr gut vertreten. Ans den'Bernhren"der Seine b°t fta) rhm em fürchterlicher Anblick dar. Vertreter war zu entnehmen, daß nicht nur ein sehr reacs ? s9 blutubcrgromt int Bett, wies ihn aber Leben m den einzelnen Ortsvereinen herrscht, sondern auch b T ."»deren Bett hm, wo die 12jährige Tvchtcr durch das große ^uicrcsse, was der schönen Kunst bes ebenfalls m ihrem Blute schwamm. Der Mörder Mepter Gaoeisverger aus allen Bolksichichten cntgesen^ Jatte nut c,ncm Beil, das später unter der Komode ac- ^bracht wrrd, ein lanoiges Steigen der Zuht der Anhänger Hunden wurde, mit vier Hieben erst der Frau den Schädel (Mar ,nnr, sU au, oie Lmsachheit 7r öcrirümmert, dann den neben der Frau im Bette licantd'n SÄÄÄÄä&Ä'eaÄ ä iS itt den «lbteilungcn für 80 Silben: Otto Keßler, Steno- ’eJex»' 1 ^ei§ "Nb Adolf Rühl, Stenographen- 7°"^-gleichwertigen Arbeit auch den r Itu«10? ®tIbeu: Karl Plank, Gesellschaft, 1. Preis ÄrÄ 1' ^rem, 3. Preis; 120 Silben: Max Wolfs Gcfcllschast, 1. Preis, Eduard Rademaker, Gesellschaft ■ ^uch den Verhandlungen hielt Prof. Dr. Pitz- ~ r- .v , —, — । euren imt großem Beifall auf genommenen Vortrag. ÄDrten des Großherzogtums Hessen erschienen waren. Prof, ^uschließend hieran wurde unter Leitung einiger Nauheimer Rehncke las in der vergangenen Woche täglich von 6 bis Herren eine Besichtigung der Salinen und der Badehäuser 8 Uhr in der Aula der Musterschule über Materialismus, Idealismus und Monismus. Vor seiner kritischen (Sonbe bcu Sl^eL' Tonwerken pro- tonnte keine der drei Weltanschauungen vollauf zu Recht während ber neieMirbPn1 n n 8 bxrcd) ««c b-stehc-u In gedrängter Kürze brachte er in verständlicher nähme des leigen ©tabtoolfton^S cine $VSö ae t un6a 2Geife bie inaterialistischen Anschauungen von Demokrit erlitten. Die Gebäulichkeiten sollen im Norben ber^Stabt in und Epikur, von Hobbes, Larnettrie, Moleschott und Ludwig etwa 40 Meter Entfernung zwischen der Gießener und Grün- Büchner; zeigte dann den Idealismus von Platon, Leibnitz, berger Straße errichtet werden. Mit Rücksicht auf die Nähe Berkeley, Fichte, Hegel und Ostwald, sowie die Erkenntnis- Stadt, der hiesigen St. Marienstistskirche, der sogen, theorie von Kant, führte sodann seine Zuhörer ein in die I ^1^7 ^ tn ber ^w-ei Knabenklassen untergebracht sind, monistischen Ideen von Giordano Bruno, Spinoza und unseres schönen Rathauses, das die übrigen Schelling, beschäftigte sich besonders eingehend mit Häckel Maßt Ü bi^XÄ einen Beschluß und bot dann in kurzen Strichen ein Bild seiner eigenen der durck den ?^oltsvehorde um Begutachtung Anschauung. Der Worsitzenbe des hiesigen Lehrervereins ersucht werben soll? Da nörblN"bes'^Pr°^ktiEen"Ofen7 le der Vorlesungen hPm größere Erdmassen lagern, die dadurch leichter erschlossen nttht bnachtett?g Verlegung dem Projekt durchaus ! Weickartshain, 16. Sept. Heute fand hier Ge- ,m e V?b'e 1 aJ) ^ ftatt. Von 78 Wahlberechtigten mach- f Wahlrecht Gebrauch. Es wurden wieder- gewahlt Schneidenneister Johaimes Trüller VI. mit 53 und! ........ w ^-andwrrt Wilhelm Peter mit 55 Stimmen. Neugewählt Wöben Eann, di« den Söolingen“ Mt, I und La^wir?«^^n"^ ®od mü 46 stunden einen Vortrag, ein Kvnzcrt oder eine gute Theatcrvor- i Truller I. mit 40 Stimmen. Die Wahl srellung besuchen zu können. Sicher haben derartige Erwägungen verlief sehr ruhig. ' bestimmend mitgewirkt, als man vor wenigen Jahren das'neue ,X Bub in gen, 16. Sept. Der Großh. Ortsein- wehrerinnenscnltnar in die Residenz verlegte. Uitb hier würden uehmerei Bübingen ist bie Befugnis zur Ausiertiauna b0i) »«hl weniger ausschlaggebmd gewesen sein, von U e b e r g a n gs sch e in c n über^^Bier Weüi und M wnl bic Lehrerinnen mciftLns in größeren nnb mittleren etäbten I wein erteilt worben. ' Vesoenbung ftnbcw wo sie Gelegenheit haben, bas Vcrsänmie fr Main' it; Rom t>. q • nachzuholen. Aber den Lehrern, deren große Däehrheit ihr ganzes '5'1 Finthen würbe gestern Leben fern von ben Bildnngszentren ins dem Linde znbrwgtz sÄ» ' 7 oef ^6°» Pfarrer Kemp ein, sollte man wahrend chrcr Ansbildungszcit alles bieten, was 1» begangen. Der dem Trünke ergebene und Gemüt fordert. Außerdem bildet die größere Stabt st^^ahre alte ^akob Schottler drang, während Pfarrer Kemvi itfiere Eharatzer, da zweifelhafte Elemente sich hier eher in ihrem “,I‘) Kaplan Lcinbcrger allein beim Breviergebet in der SS?ficn und.noch rechtzeitig abgcswßen werden können. Kirche weilten, in sie ein und stach mit einem Dolckimesscr ?a rfEmen Otte bie AnsbildungS-kosten blindlings mehrere Male durch den am IE ÄnJ^ Äenbe ,1’7^ L Lchg^beblobwlbn Ä9' ?? A lachen stnd auchGwßh. Regierung bekamtt und die Hess. Lchrerschaft .Spöttler mit dem Messer. Kaplan teste Vertrauen zu ihr daß sie eine derartig wichtige wandt, und wehrte ihn ab. Nunmehr' Ene der Lehrerbildung, nicht vom einseitigen In- M Schottler gegen oen Kaplan und versolgte ihn, tereßenstandpunkte einer Kommune aus löst. unter Drohworten durch die Kirche. Pfarrer Kemvi fiVtr —— indessen Männer herbei, die den gefährlichen Menschen dinq- AUS StaSt v't und Der Gendarmerie übergaben. Schottler ist bem Trünke ergeben ; er hatte früher ein hübsches seMögeu. Gießen, 17. Sept. 1907. L. sc. Bingen, 16. Sept. Das Sperrgebiet in der Gemarkung Kempten beträgt 38 Morgen Wein, bfrge burchwe« bessere Lagen. Ein Reblaushcrd von solcher Dimension war noch nicht ba. Es wird vorgeschlagen d» n-? verseuchten Weinbergen unter strenger Aufsicht im Herbst zu ernten und dann Den Most zu versteigern. ö Höchste Cchlachtviehpreise m F r a 11 k f u r l a. Ri. Fleischpreise in Gießen Ochsen Üä'lber Schiveine 50 Kg. Schlachtgewicht 84-86 Mk. '/2 ^g.Schlachtgeiv. 92—95 Pt. lk^-_______»__67—00 „ 7. Kg. 82-88 Psg. 7. . 84-90 , 7t , 76-90 „ Gctrcideprcisc in Mannheim Brotprcise in Gießen Zur Lpiouagenarrgelegenheit Schiwara. Berlin, 16. Sept. Dem „Bert. Tagebl." zusolge hat der wegen Hochverrats verhaftete Schriftsteller Schiwara ein umfangreiches Geständnis abgelegt. Die übrigen Verhafteten bestreiten weiter ihre Mitschuld. Der „Berliner Lokalanz." meldet aus Trier: Ein Trompeter und ein Sergeant des 8. Feldartilleric- regiments in Saarbrücken wurden unter dem Verdachte, in die Schiwaraangclegenheit verwickelt zu sein, im Manöver verhaftet. verrnischtes. * Der Kölsch Häuser Postraub. Man schreibt uns: Anr sogen- „Herborner Steg" zwischen Kölsch Hausen und Ehringshausen wurde nach einer im Jahre 1767 gedruckten Schrift in der Nacht vorn 13. ans den 14. November 1765 der Kur-Pfälzische, von Frankfurt nach Herborn und von da über Dillenburg nach Siegen fahrende Postwagen von einer Räuberbande angegriffen, der Postknccht geschlagen, der Jude Liebmann von Herborn verwundet, heransgcrissen und mit Schlägen mißhandelt. Ihm wurden 7556 sl. nebst anderen Sachen, dem Kaufmann Zickwolfs von Iserlohn 70 Reichsthl- abgcnoinmcn, auch ein Ballen goldener Uhren, Tabaksdosen n- dergl. Kostbarkeiten im Wert von 29 822 Frank, dem Kaufmann Majona zu Amsterdam gehörig, sowie noch verschiedene Waren geraubt- Die fürst!- nassauische Justiz zu Dillenburg lat nach, Eingang der Nachricht sofort Schritte zur Entdeckung der Täter, die auch von Erfolg waren- Wer^ sich sür den weiteren Verlaus der Verhandlungen in dieser Sache interessiert, den verweisen wir auf die „Herborner Geschichtsblätter Nr- 3 ff. 4. Jahrgang. Für die Leser des „Gieß- Anz." aber wird diese urkundliche Nachricht von Interesse sein, zumal der Kölschhäuscr Postraub mit allen möglichen Zusätzen und Veränderungen noch heute gern erzählt wird- Daß es aber am „Herborner Steg" seit dein Post- ?aub „spukt", glaubt heute wohl kaum noch jemand- * Die Folgen einer Ehe. Aus Piacenza wird,berichtet: In der vergangenen Woche heiratete der jetzt 50jährige Giuseppe Moja die 84 jährige sehr reiche Madda- lena Lusignani. Diese eigenartige Heirat ries in der Bevölkerung berechtigtes Aussehen hervor. Vorgestern abend nun begab sich eine Bande junger Leute vor das Haus des „jungen" Paares und brachte dieseur eine regelrechte Katzenmusik mit alten Blechdeckeln, Gießkannen und ähnlichen Musikinstrumenten. Obgleich in der Stadt die Spekulationsheirat des Moja allgemein mißbilligt wurde, so stand doch die Bürgerschaft dieser nächtlichen Nadauszene recht unsympathisch gegenüber, so daß es zwischen den Musikanten und den Bürgern zu handgreifliche:: Auseinandersetzungen kam, die von der Polizei geschlichtet werde?: mußten. Am nächsten Abend wiederholte sich das Konzert und auch diesmal kam es zu einem Handgemenge zwischen den anständigen Bürgern und den Radaubrüdern. Die Polizei mußte diesmal aber in größerer Zahl erscheinen, um die Ruhe wieder herzustellen. Durch die Ersahrnng des vorhergehenden Abends gewitzigt, hatten sich die „musikalischen" jungen Leute mit Knütteln bewaffnet und setzten ihrer Sistierung heftigen Widerstand entgegen. Tie Folge davon war, daß einige Polizeibeamten verletzt, dafür aber auch die ganze Geselochaft sestgenommen wurde. Bei Feststellung der Personalien zeigte es sich, daß ein großer Teil der Verhafteten den ersten Kreisen Piacenz/as an- aehörte. Drei der Festgenommenen wurden in das Untersuchungsgefängnis abgesührt, wo sie ihrer Verurteilung wegen Beleidigung und Widerstandes gegen die Staatsgewalt entgegensehen. * Eine Schönheitsschau. Der englische Badeort Folkestone hatte zur Unterhaltung seiner Besucher eine männliche Schönheitsschau veranstaltet. Das Publikum sollte entscheiden, wem die Preise für Schönheit zuzuerkennen seien, und eine junge Dame hatte als Extrapreis für den mit dem ersten Preis gekrönten schönen Mann sich selbst als Frau ausgesetzt. Sie erhielt dafür bei der Schau in der vordersten Sitzreihe einen Platz. Etwa fünfzig Adonisse hatten sich auf einer Bühne versammelt, in deren Front ein goldener, plüschverhängter Rahmen stand, durch den die Bewerber auf Befehl ihren Kopf durchstecken mußten, um sich eit face und en profil bewundern zu lassen. Als sich der Vorhang hob, stieß zur allgemeinen Heiterkeit des Hauses ein Hund ein jämmerliches Geheul aus. Die Schönheitsritter erregten stürmische Heiterkeit. Die Haare glänzten von Oel. Die Kravatten strahlten in den unglaublichsten Farben und die meisten der Bewerber sahen so unglücklich aus, daß man ihnen den Wunsch vom Gesicht ablesen konnte, irgendwo anders zu sein, als auf der Bühne. Die Zurufe, die den in dem Bilderrahmen erscheinenden Köpfen galten, waren nicht immer schmeichelhaft. Dem ersten, der den Kops zu zeigen hatte, wurde ein unbeschreiblicher Lacherfolg zuteil. Er machte ein unglaublich dummes Gesicht und zog den Kopf blitzschnell zurück, als ihm zugerufen wurde: „Percy, du hast deine Schönheit zu Hause gelassen." Die Zeitungen stimmen darin überein, daß sich die meisten der schönen jungen Herren „eselhaft benahmen". Eine Dame äußerte etwas laut: „Sie sehen aus wie Schase." Aus dem Norden Englands war sogar ein Zigeunerkönig erschienen, der aber keinen Preis bekam. Auch ein kleiner Japaner, der sein gelbes Gesicht grinsend durch den Bilderrahmen steckte, ging preislos aus, obgleich er dem Publikum viel Spaß machte. Unter den Schönheitshelden befanden sich ferner: ein Schweizer, dem man zurief, er sehe aus wie abgerahmte Milch, ein Franzose, ein Deutscher, ein Ungar und ein Italiener. Der letztere ohne Orgel. Den ersten Preis erhielt ein junger Sergeant von den achten Husaren, der unhöflich genug war, durch den Arrangeur der Schönheitsschau bekanntgeben zu lassen, daß er auf die Hand der heiratslustigen jungen Dame verzichten müsse, da er schon einen Schatz habe. * Ein lieber Mann. 2(u§ Schwaben erzählt ein Korrespondent folgendes Gcschichtchen, das von schwäbischer Gemütlichkeit zeugt: Kam da kürzlich ein Mann in der Nahegegend, der den Tag über zumeist im Wirtshaus zugebracht hat, abends spät nach Hause. Seine Hausfrau lag schon längst im Bette. Vor dem Bette der Gemahlin angekommen, empfand der Hausvater plötzlich heftiges Durstgefühl und sprach: „Wcib, hol mir no en Stein Bier!" „I moin, Du habest heut Bier gmig g'hat. Mach, daß Du ins Bett kommst!" war die Antwort. „Holst mir fein?" „Noi i könnt's ii saga! Du hoscht Bier gmig g'hat!" Was tat der Durstige. Er seines Zeichens Ortsböllerer, der „Böller- lipp" genannt, holte einen Böller, lud ihn, stellte ihn unters Bett seiner Hausfrau und sprach: „Stand auf oder Du fluigst mit samt an: Federnbette in D'luft nauf!" Noch nie oll die Frau sich jo rasch erhoben haben; aber einen Stein holte sie jetzt mit Fleiß nel." — Hoffentlich hat sie dem Gemütsathletcn von Mann tüchtig die Meinung gesagt. * Dekolletiert. In einem Vergnügungsznge der Fiunländischen Bahn — so wird in einem Petersburger- Blatte erzählt — hatte ein junger Mann im Damenabteil Platz genommen. Es kostete dem Schaffner viel Ueber- redungskilnst, dem jungen Herrn klar zu viachen, daß die An- wesenheit von Herren die Damen, die allein zu sein wünschten, genieren könnte. Schließlich mußte sich der Passagier bequemen, in die benachbarte Wagenabteilung überzusiedeln. Hier saßen nur drei Herren, sonst lauter Damen. Unwillkürlich zog eine der Damen in sehr tief ausgeschnittenem Kleide die Blicke auf sich. Der Nacken und ein Teil des Rückens waren in quadratischem Ausschnitt entblößt. Die Vorderseite der Dame zeigte ein ebenso tiefes „Decolletö" und eröffnete noch tiefere Einblicke, da unter dem Dccollete noch ein kleiner quadratischer Ausschnitt angebracht war. Die Arme der Dame waren fast bis zu den Schultern entblößt. Kurzum, das Dccollcts ließ kaum noch etwas zu erraten übrig. Der aus dem Frauenabteil hinauskomplimentierte junge Mann betrachtete sich lange die zum großen Teil aus fehlendem Stoff bestehende Robe; daun sprang er plötzlich auf und begann erst seinen Nock auszuziehen, dann seine Halsbinde abzuuehmcu und schließlich Weste und Vorhemd wegzulegen. Im Wagen entstand eine peinliche Verwirrung. Tie Damen wandten sich entrüstet ab und begannen gegen diese Entkleidungsszcne zu protestieren. Inzwischen hatte der nnge Mann seine Arme und seinen Hals entblößt und sich ein ähnliches Dccolletä wie die Dame mit dem tiefen Ausschnitt zurechtgeymcht. Auf die lauten Proteste hielt der dekolletierte junge Mann eine kleine Rede, in der er den Beweis erbrachte, daß er sich noch bei weitem nicht so ausgiebig dekolletiert habe wie die Dame; was dem einen recht sei, sei dem anderen billig. Die Dame mit den: auffallenden Decollets sprang tief errötend auf und eilte ins Damencoupe. Daraus brachte der Vorkämpfer für das männliche Decollete seine Toilette schnell wieder in Ordnung. * Welche Rolle die Wnrst in: Gemütsleben des So ldaten zuweilen spielt, davon gibt Zeugnis ein Soldatenbrief, den der „Wests. Volksfrd." nach dem Original folgendermaßen wiedergibt: „Liebe Eltern! Ich danke euch feer führ die Worrscht. Ich habbe mir übber die Worrscht feer stehl gefveiht. Die Worrscht hat feer guht geschmeckt. Es war feer stehl Worrscht. Ich habbe dem Schorsch aug von der Worrscht gegebben. So gute Worrscht hatt er noch nicht gegessen. Meine Worrscht ißt bald wech. Esst doch nich alle Worrscht auf, damid ich neujaahr auch noch Worrscht krieche. In der Hofsnunch, daß ihr mich wieder Worrscht schickt, verplcipe ich eiter treuheren Soohn ignaz." * E i n eigenartige/ „St1 u n st w e r f" hat ein Unteroffizier Metzger eines deutschen Infanterie-Regiments während seiner freien Zeit an gefertigt. Er machte sich ein Erinnerungsblatt nfit folgendem Text: Königlich Bayrisches Infanterie-Regiment Prinz Karl von Bayern. Vierte Kompagnie. Zur Erinnerung an meine Dienstzeit 1885—1888. Michael Metzger aus Nördlingen. Die besondere Eigenartigkeit dieses Eriunerungsblatte^ besieht darin, daß der Text aus — Flöhen hergestellt ist, die der „Künstler" in der Kaserne selber gefangen hat. Jeder einzelne ist auf das Papier geklebt und nicht weniger als 8500 kamen zur Verwendung. Sport. O Fußball. Vergangenen Sonntag spielte die 1. 9)1 aitii- schäft des „Gießener Fußballklubs von 1900 gegen die 1. Mannschaft des Fußballklubs Jahn Siegen. Tas Spiel, das das erste Verbandsmeisterschastsspiel in dieser Saison war, fand in Siegen statt. In der ersten Spielzeit war Gießen ständig im Vorteil und ^erzielt bis zur Pause 2 Tore. Inder 2. Spielhälfte ronrbe die Siegener Stürmerlinie dem Gießener Tor des eiteren gefährlich, errang jedoch, miolge des guten Spieles der Gießener Hintermannschaft keinen Erfolg. Im Gegenteil ist es Gießen vergönnt, bis zum Schlußpfiff noch zweimal zu skoren. In der letzten Minute kann auch Siegen ein Tor treten. So endet das Spiel mit 4 : 1 Toren zu Gunsten Gießens. Kanvcl. Errichtung e i n e r^R e i ch s - M a s ch i n e n f a b r i k. In Ergänzung der fiskalischen Schiffs- und Maschineubauaustalteu, die für die Zwecke der Kriegsmarine an der Nord- und Ostsee, neben denen jedoch bekanntlich auch die privaten Schiffswerften erheblich m Anspruch genommen werden, soll eine neue eigene Maschinenfabrik des Reiches in der Nähe von Emden eingerichtet werden. Hier sollen ausschließlich elektrotechnische Bedarfsartikel, hauptsächlich für die Zwecke der drahtlosen Telegraphie, hergestelli, und Reparaturen beziv. Verbesserungen für die zurzeit an 13 Nord- und Ostseeplätzen vorhandenen, für die Manne tätigen Funksprechsialiouen vorgcnommen werden. — Der B. B. C. bemerkl hierzu: Wenn es auch verständlich ist, daß die Marine mit Rücksicht auf ihre strategischen Pflichten auf die Privaliiidustrie auch auf diese Gebiete nicht ausschließlich angewiesen sein will, so würde es sich doch nicht rechtferligen, wenn die hervorragenden und leistungsfähigen elektrotechnischen Werkstätten, die ivir in Deutschland haben, von der Befriedigung des Bedarfs der Marine für Zivecke der drahtlosen Telegraphie ausgeschaltet werden sollten. Es ivürbe wohl genügen, wenn eine siskaüsche Werkstatt nur aushülfstveise zur Versorgung des Reiches herangezogen werden würde. — Man kann sich dieser Auffassung nur auschließen. Mrchltche NachrichtE, Israelitische Neligionsgesellschaft. Gottesdienst. M i t t iv o ch , den 18. September 1907: Bersöhnungsfest. Vorabend 6.30 Uhr. Predigt. Morgens 6.00 Uhr. Fcftesa»isgang 7.15 Uhr. Wochengotlesdienst: morgens 6.30 Uhr, abend? 6.00 Uhr. Reichsgerichtsbrics. I. S. L e i p z i g, 14. Sept. Gefährliche Bahuhofsanlage. Auf dem Bahnhof Wülfrath kam der Metzgermeister Friedr. Birkenbeil am Montag den 29. Dezember 1902 früh 6 Uhr beim erforderlichen Ueberschreiten eines Gleises, um zum Zuge nach Elberfeld zu gelangen, dadurch zu Unglück, daß er von dem gewöhnlich auf dem dritten, diesmal aber infolge Bahnhofsbauten auf dem zweiten Gleise einführenden Personenzuge überfahren und getötet wurde. B. hatte das Gleis im Gespräch mit andern Metzgermeistern überschritten und den Zug nicht gesehen, teilte Frau und ein unmündiger Sohn machen nun gegen den Preußischen Eisenbahnfiskus Schadeusersatzansprüche geltend, indem sie eine Jahresrente von 3500 Mark von dem Beklagten verlangt. Das Landgericht Elberfeld, erkannte beit Anspruch im vollen Umfange als gerechtfertigt an. Aus di« Berufung des! Beklagten erklärte das Oberlandesgericht Köln den Arni spruch der Kläger zu vier Fünfteln den: Grunde nach sür g e r e ch t s e r t i g t und wies sie zu einem Fünftel wegen Anrechnung der eigenen Unvorsichtigkeit des Getöteten ab. Tie vom Beklagten gegen das oberlandesgerichtliche Urteil eingelegtL' Revision wurde vom 6. Zivilsenat des Reichsgerichts zurück^ gewiesen: „Tie Revision richtet sich lediglich gegen diese Scha- densverleilung. eie hält des Selbsiverschulden des Getöteten für zu gering bewertet.^ Es besieht jedoch unbeschadet der Festhaltung an den strengen 0-rundsätzen, die gegen denjenigen anzuwenden sind, der ohne Umschau ein Bahngleis betritt, unter den gegebenen Verhältnissen fein Anlaß, dem Berufungsgericht entgegenzutreten. Das Berufungsgericht nimmt tatsächlich an, er müsse, um zum Zug zu gelangen, das zweite Gleis überschreiten, und könne dies wie seither ohne Gefahr tun, und ferner daß er, wenn er kurz zuvor einen Blick aus den herankommendeir Zug geworfen hätte, in der Dunkelheit nicht zu erfemten vermochte, daß sich dieser! auf "dem zweiten Gleis näherte. Der Schluß des Berufungsgerichts, daß nicht die Unbedachtsamkeit des V., sondern die besondere Gefahr des Eisenbahnbetriebes den Unfall überwiegend verursacht habe, ist nicht zu beanstanden. Weiter ist dem Berufungsgericht darin beizupslichten, daß die Eiscnbahnverwaltung oder ihre Angestellten die gebotene Sorgfalt für eine gesicherte Abwicklung des Verkehrs außer Acht gelassen haben. Mit dcw Gewöhnung des Puplikums an die bisherige Einfahrtsordnung war zu rechnen. Es hätten daher die Reisenden auf die eingetrelene Aenderuug durch deutliche Gleisansage hingewiesen und solange nicht die neue Regelung^ sich eingebürgert hatte, von dem Betreten der Gleise vor dem Stillstehen des Zuges zurückgchalten werden müssen. Ob dieses Verschulden, wie das Berufungsgericht meint, gerade in Erfüllung des Bcfördcrungsvertrages begangen ivurde, und ob es dem Stationsvorsteher und seinen Leuten oder auch dem verfassungsmäßigen Vertreter der Beklagten, dem Betrieösinspektor, zur Last fällt, kann dahin gestellr bleiben, da die Kläger nichts weiter als eine Unterhalts:ente nach § 3 Hastpflichtgesetz begehren. Jedenfalls ist durch die Versäumnis der Bahnbeamten die Betriebsgefahr wesentlich gesteigert worden, sodaß das eigene Verschulden des Getöteten noch weiter zurücktritt, und die Abwägung des Berufungsgerichts nicht als rechtsirrig erscheint." IpielplaK der vereinigten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Mittwoch den 18. September, abends halb 6 Uhr: „Salome." Donnerstag den 19. September *): „Der Dämon." Freitag den 20. Seplember, abends halb 8 Uhr: „Die lustige Witwe." Samstag den 21. September: „Das Glück. Hierauf: Z u m ersten Ata le: „Ritter Olaf." Zum Schluß: Zum ersten Male: „Rokoko." Sonntag den 22.September: „Margarethe' Montag den 23. September, abends 6 Uhr: Der Ring des Nibelungen. Dritter Tag: „Götterdämmerung." Schauspielhaus. Mittwoch den 18. September*): „E i n W i n t e r m ä r ch e n." Donnerstag den 19. September, abends halb 8 Uhr: „Erdgeist." Freitag den 20. September: „Die Frau vom Dteere." Samstag den 21. September: „Salome." Hierauf: „Johannisfeuer." Sonntag den 22. September, nachmittags halb 4 Uhr: „Husarenfieber." Abends 7 Uhr: „Salome." Hierauf: „Johannisfeuer." Montag den 23. September: „Die Frau vom Meere." Dienstag den 24. Sepember: „Der Dieb." *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. — Der weltbekannte Verlag von Dr. Langenscheidt in Groß-Lichterfelde bei Berlin legte uns in dem dreibändige,: Werke Dufours „Geschichte der Prostitution" ein Werk von hohem wifsenschastlichen Werte vor. Uebersetzt von Adolf Stille und Dr. Bruno Schweigger und ergänzt durch Franz Helbing leitet es der Staatsanwalt Dr. Wulfsen in Dresden mit Niettzsches Worten ein: „Grad und Art der Geschlechtlichkeit eines Menschen reicht bis in den letzten Gipfel seines Geistes hinaus und nennt die Prostitution einen integrierenden Bestandteil der gesamten Kulturgeschichte. Sie- brandmarke zwar nach Dufour, !vie mit einem glühenden Eisen eine der traurigsten Schwächen der Menschen, ihrer Kenntnis könne sich indessen niemand entziehen dürfen,' der die Menschheit in ihrer wahren nnd vollen Geistigkeit erkennen und verstehen will. In solchen: Sinne ist denn auch der Stoff der geheimnisvollen öffentlichen Liebe von dem Autor behandelt. (Streng im Rahmen der historischen Quellen bietet Dufour sür lüsterne Leser eine Menge des' Pikanten und Reizvollen, für den Verständigen aber ein Werk von großem historischen und dauerndem wissenschaftlichen Werte. Aus ihm zu schöpfen lohnt sich wohl der Mühe.) Der Lüsterne wird kaum auf seine Kosten kommen, der gereifte Leser dagegen seine Kenntnisse und sein Wissen, dauernd und wertvoll ergänzen. Teie?cnäsoSia des Giessener Anzeigers, mitgi und Industi Frankfurter Bör 3^°/o Beichsanleihe . . 93.70 3% do. . . 83.95 3% °/0 Konsols .... 94.10 3% do. . « . . 83.95 B%o/o Hessen .... 92.10 3j^°/0 Oberhessen . . . 92.00 4% Oesterr. Goldrente . 98.05 4x/6 % Oesterr. Silberrente 98 20 4% Ungar. Goldrente . . 92 90 4% Italien." Rente . . . —.— 356 Portugiesen Serie I . 66.00 3% Portugiesen „ III 66 55 °/0 russ.Staatsanl. 1905 92 00 4J4°/o japan. Staatsanleihe 90.75 4% Uonv.Türken von 1903 94.00 Türkenlose 142 00 4% Griech. Monopol-Anl. . 48.50 4% äussere Argentinier . 84 60 3°/0 Mexikaner < . . 61.90 4>^7o Chinesen .... 95.50 Aktien: Bochum Guss 207.25 Buderus E. W. .... —.— Tendenz.: fest. berliner Börse, Canada E. B 165.50 Darmstädter Bank . . . 126.20 Deutsche Bank .... 226.50 Dortmunder-Union C. . . 65.60 Dresdner Bank .... 138.90 Tendenz: träge. Kursberichte teilt von der Bank für Handel ie, Giessen. se, 17. Sept., 1.15 Uhr. I Elektriz. Lahmeyer . . . 119.00 Elektriz. Schuckert . . . 103 50 Eschweiler Bergwerk . . 212.50 Gelsenkirchen Bergwerk . 196.00 Hamburg - Amerik. Paket!. 129.10 Harpener Bergwerk. . . 197.70 Laurahütte ..... 222.50 Nordd. Lloyd 113.00 Obeischles. Eisen-Industrie 101.00 Berliner Handelsges. . . 153.80 Darmstädter Bank . . . 126.60 Deutsche Bank .... 226.50 Deutsch-Asiat. Bank . , 140.00 Diskonto-Kommandit. . . 170.80 Dresdner Bank . . . 139.30 Kreditaktien 201.40 Baltimore- und Ohio- Eisenlahn 92.60 Gotthardbahn .... —.— Lombard. Eisenbahn . . 30 90 Oesterr. Staatsbahn . . . 141.30 Prince-Henri-Eisenbahu . 127.00 Sept. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . . 197.20 Laurahütte .... 220.00 Lombarden E. B. ... 30.20 Nordd. Lloyd 112.70 Tiirkenlose ..... — Zehen Sie die Sache an, wie Sie wollen: !$. es läßt sich nicht wcgdisvutieren, daß Fays ächte Sodener M Atineral - Pastillen seit mehr als 20 Jahren sich bei allen W Erkaltungssormen des Halses und der Luftwege glnuzcud M bewahrt haben und daß Millionen Atenschen sie vorbeugend ÄS und zur Bekämpfung selbst schwerster Katarrhe mit stets Äl gleich glänzendem Erfolg gebraucht haben und noch ge- brauchen. Fays ächte Sodener sollen in keinem Haushalt y seh len, damit sie immer zur Hand sind. U ehern II für 85 Pfennig die Schachtel erhältlich. Da Nachahmungen existieren, so weise man dieselben ganz entschieden zurück „ 1"" und verlange stets „Fays ächte Sodener". Jn Schuhwaren ist das ßeste im Gebrauch stets das Billigste! ?<•» ssNfcM Sommer-Schuhwaren H 0 in ^uten Qualitäten werden zu billigsten Preisen verkauft. brennt der erbte DEQBA“ durch rote 0 D.R.R k IOC Mk. Mk. 5WGS Tanz-Lehrinstitot W® Mk. LOGE 10©©! elo. ete. Mk. Mark W. WiOB von Lose L 50 Pfg., 11 Lose 5 Mk. hv3/n 5846 W.Wiü, Tanz- u. Anstandslehrer SOGSCSSLSSSDSSSLGGGL a “A tiöthestraße 67 [066941 Göthcstraße 67 06700 H.FritzNulsauu, Neuem Weg 15 FregsseüfeeersM 5859 5850 ERG BER-1 . T-T I T , LSZMWS MAGGI M MWW H0UBEN5 muß gewinnen 3 P König). Preuss. Staate.Medaille ±]£-andcre Anszeichn"ngeTi. zu haben bei den Kgl Prenss. Lotterie Einnelunem sowie in all. bekannt Verkaufest. RH o sie 39 0307 USW. „r Ijooloene und Kgl. Preuss. ShalsrnedaiIle Kaufen Sie in einschlägigen Geschäften Agenturen in Giessen: Carl Loos. Grünberg: Julins Carl. 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Der Vorstand des Allgemeinen Vereins für Armen- u. Krankenpflege. D. Schlosser. j}u/0 E2 Grosso Hessische Md-Lonerie les Alice-Franon-Vereins Mainz. •Ziehung am 3. Okt. 1907. 2189 Geldgew. i. Werte v. 5®0®0™. bar ohne Abzug. Hauptgewinne: Die sparsame Hausfrau verwendet stets uur C17/ö s Würze. in Würzekraft^ und n, , Aroma! Angelegentlichst empfohlen von 7^ ducbt: ».Legehühner, Enten-, Gänse-, Trut- EÄN Hühner, Hutterartilel für Geflügel u. Hunde, Knochenmühlen, Brutapparate 2c. 2c. lief. s. 25 Jahren gut und billig unter Garantie. M. Becker, Weidenau-Sieg. Interessant. Preist, tofienl. b2/3 Gasmotorenfabrik A.-G., Köhi-Ehrenfeld 96 tTebcr (vormals C. Schmitz) 4® ®00 SauP^asmoi@ranlagen PS. in Betrieb. Anthrsz*1-,. ^auinkohienlQr'ekefits, Koks usw. ZwiebelkucheN iurontags, Mittwochs, Freitags »y frisch "EM [4647 Äozdäcker Nott. Jede Hausfrau ist entzückt vom dem neuen Hertzlatleiijitzer Likz-illank Hunderte davon bereits verlaust u. int täglichen Gebrauch. 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Sprinpanss Schahvamhaas Giessen, Bahnhofstraße 58. Meine diesjährigen Winterkurse beginnen: Montag, den 7., Dienstag, den 8., Mittwoch, den 9. Oktober. Zur gefl. Beteiligung gaiu ergebenst einladend, bemerke ich, dah von heute ab Anmeldungen in meiner Wohnung, Weidengasse 7, entgegengenommen werden. Gleichzeitig empfehle mich in Leitung von Tanzveranstaltaiger Heu ! H Antoniafiscke Eohlenbcsehiekon? P. K. G. M. Vergebung von Drainagearbeiten. Zur Herstellung von Drainagen für die Feldbereinigultg Lollar sollen nachstehende Arbeiten auf dem Wege schriftlichen Angebots vergeben werden: 1. Anfahren von Nöhren, veranschlagt zu 660 Mark 2. Drainagearbeiten ,, 7618 3. Maurerarbeiten „ 75 Die Verdingungsunterlagen liegen auf" Großh. Bürgermeisterei Lollar zur Einsicht offen. Die Angebote haben in Prozenten des Voranschlages zu erfolgen und sind verschlossen, postfrei und mit entsprechender Aufschrift versehen bei wrotzh. Bürgermeisterei Lollar einzureichen, woselbst deren Eröffnung Freitag den 20. d. Mts., vormittags 0 Uhr, in Gegenwart erschienener Bieter stattfiudet. Zuschlagssrist 3 Wochen. Gießen, den 9. September 1907. B12/ Grotzh. Kulturinspektiö» Gießen. ’ __hv13^____________ Wasserdichte 5651 Wagendeckeu Dm von Mk. 1.50 an empfiehlt ludwig Lazarus, Astermg 9 Kartoffeln prima Lpeisekartofscln, weih- u. gelbfleischlg empfiehlt blüigst Z. Wiisel, Iouurustr. 6. _______Telephon 235. f^es Aaer-Lo wenn lefcat kenntlich. A vergesellschaft B-ERLLN O. 17. HOUBEN SOHN CARL A.-G., AACHEN ß prächtigen 'Mabfärbende. Hochglanz!