Nr. 191 Zweites Blatt Erscheint tSglich mit Ausnahme des SonniIgS. Die „Etehener §amllienblätter" werden dem „Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Krekblatt für den Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Der „Hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. General-Anjeiger für Sberhessen Freitag 16. August 190> kl u Rotationsdruck und Verlag der Brüh lachen UniversitätS - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: 51. Redaktion:^^H2. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen. i« c ö. große Beunruhigung. die Stadt anzugreifen. e l, ) bt ft unter der Androhung, rin Weigerungsfälle Sie sollen 7000 Dollars erhalten haben- U 4 L Köln, 15. Aug. 15 5 Handelsange st ellte aus Lyon, Herren und Damen, unternehmen am 19. August eine Studienreise durch Deutschland. Kisumu, 15. Aug. Staatssekretär Dernburg reist heute mittag 1 Uhr über den Victoria-Njansa nach Muanza ab, wo er am 20. August eintrifft. Nürnberg, 16. Aug. Der sozialdemokratische Verein desReichstagswahlkreisesKronach beschloß einftimmig: der frühere Kassierer der Sektion Nordhalben namens Wunder habe durch Parteiverrat, bin er bet den Landtagswahlen zuGunsten des liberalen Pfarrers Grandinger verübte, verwirkt, jemals wieder Mitglied bcr sozialdemokratischen Partei werden zu können. semesiers sollen in der Universitäts-Bibliothek die zahlreichen und zum Teil sehr kunstvollen Adressen ausgestellt werden, die der Universität zu ihrem Jubelfeste zu- gegangen sind- Es wird 'geplant, auch das Ehrendiplom S. Kgl. Hoheit Lei dieser Gelegenheit zur Ausstellung zu bringen- — Aus Frankfurt a. M. wird uns unterm 15. August geschrieben: „Herthas Hochzeit" wird bald vergessen sein. Um so mehr darf man gespannt sein, welchen Eindruck Frank Wedekinds „Erdgeist", diese bitterböse Kriegserklärung an des Weib — richtiger an das Weibchen —, haben wird. In der nächsten Woche wird unser Oberregisseur Dr. Heine das kühne Wagnis unternehmen, dieses Stück, das bei der Uraufführung vor 10 Jahren in Hamburg den größten Theaterskandal der letzten Jahre erregte, und dann fünf Jahre später in Berlin, dank der Kunst Gertrud Eysolds, zum gefeierten Kassenstück zu werden^ stmfzuführen. Mau darf neugierig sein, wie es auf die Frankfurter Gesellschaft wirken wird. Auch der ersten Opern- premiere darf man mit Spanne entgegensehen. Sie wird ein ebenfalls nicht mehr ganz neues Werk bringen: Anton Rubinsteins „D ä m o n", der hier twch nicht gegeben ist. Vorläufig hat lwnsere Oper nur durch das Gastspiel eines neuen Bassisten einiges Interesse erregt. Unser gegenwärtiger erster Baß, Herr Gree ff — der Schwager unserer Primadonna, die am 1. September ausschechet und sich neulich durch eine Absage im letzten Augenblick bei einer wichtigen Vorstellung zum Schluß ihrer Laufbahn noch alle Shnrpathien verscherzt hat —, wird nach Ablauf seines Vertrages ausscheiden. Der neue Baß, Herr Lankow, hat recht gut gefallen. — Aus dem Zoologischen Garten zu Frankfurt a. M. Herr Eonrad Binding beschenkte den Garten mit einem Steinadler, den er persönlich von einer Jagdreise in den Alpen mitbrachte. Von neuangeschafften Vögeln seien drei südamerikanische hervorrageirde Seltenheiten genannt, nämlich die Rolrückeneassike, der Kragens chwarz Vogel uub die überhaupt zum tionsvflicht: 5. den Markenschutz bezw. das Erfordern der Herkunftsbezeichnuug des Weines; 6. für jede absichtliche Uebertretung des Weingesetzes Freiheits- und Geldstrafe. Die Versammlung protestiert gegen jede Weinsteuer und fordert scharfe sanitär eUeberwachungund Ko ntrollederausdem Deutsches Reich. Berlin, 15. Aug. Die „Berliner Korresp." meldet: Im Reichsamt des Innern fand am 14. August eine Konferenz aller beteiligten Ressorts des Reichs und Preußens statt, um die Gefahr einer Einschleppung der Cholera auS Rußland und Maßregeln zu ihrer Abivehr zu erörtern. Allseitig wurde anerkannt, daß kein Grund zur Beunruhigung vorliege. Um jedoch für alle Falle gerüstet zu fein, wird schon jetzt Vorsorge getroffen, daß die bei Einbruch der Cholera im Jahre 1905 bewährten Abwehr- maßregeln, insbesondere die Uebermachung der Flußläufe in den Grenzbezirken, jeden Augenblick in Wirksamkeit treten können. — Heute trafen 42 französische Lehrer und Lehrerinnen zu Sind ienz wecken hier ein. Versammlung der Nhemgauer Winzer. Oestrich, 15. August. Die heute hier unter freiem Himmel stattgehabte Versammlung Rheingauer Winzer, zu der latit „Rheinischen Kurier" etwa 1700 Mann aus dem ganzen Rheingau erschienen waren, faßte nach Anhörung von Referaten der ReichStagZabgeordneten Baumann, S ch u e l e r und Dahlem den folgenden Beschluß: Die heute gn Oestrich am Rhein sta'ttgehabte Versammlung Rheingauer Winzer richtet unter Wahrung des Puri st er st an d punkt es das dringende Ersuchen an die zuständigen Stellen, endlich lind schleunigst in eine Revision des jetzt geltenden Weingesetzes einztitreten und dabei einzusühren, 1. eine eiritz eitl i che Kellerkontrolle für das ganze Reich durch hierzu im Haupt amte angestellte Beamte, 2. eine obli gatorische L a gerbuchführung für Wirte, Wein Händler und Winzer; 3. das Verbot, über die Zeit von der Lese über den 31. Dezember deseZlben Jahres hinalis utehr als 20% zu zuckern; 4. die Deklara- i)ier einge troffen- Als der Tainpfer Mazagan verließ, herrschte dort nach Angabe der Flüchtlinge noch Gibraltar, 15- Ang. (Reuter.) ' Eine heute nachmittag erlassene Regierungsverfügung verbietet das Zuströmen von Flüchtlingen^ aus Marokko- . Paris, 15. Aug. Der Petit Parisien erfährt aus Norderney, Fürst Bülow habe sich in Swineinünde im Ge- spr äch mit bem psisischenMllllster Iswolsky üb er die Trag- weite Ixr Algeeirasakte dahin geäußcrc, daß diese für bestimmte Tauer abgeschlossene Vereinbarung augenblicklich unabänderlich lei, doch stünde der Orientierung der deutschen Politik in der französischen Marokko-Aktion in günstigem Sinne nichts im Wege- Tas Blatt bemerkt hierzu, Frankreich habe la tsächlich alle Ursache, mit Deutschlands Haltung in der M aro kko-Affäre zufrieden zu sein- . — „Matin" berichtet arls Tanger: Der spanische Gesandte ist gestern hier eingetroffen. Er erklärte gleich nach seiner Ankunft, es sei nvttvendig, einen energische nF eldzug gegen die marokkanischen Stännne zu führen- — Admiral Philibert telegraphierte am 13- August abends, daß die Ruhe in Saffi gesichert erscheine- Tie Anwesenheit der Kreuzer „Admiral Aube" und „Conde" vor Mazagan habe die Rul-e wiederhergestellt. Tie Europäer öffneten die Läden wieder- Die Lage in Rabat sei sehr befried digend- Tie Kreuzer „Forbin", „Galiloe" und „Massini", sowie zwei Torpedobcotszerstörer würden sich ablösen, um die Verbindung zwischen den verschiedenen Häfen und die Heber» wachung der Küste zu sichern- Aus Stadt und Lanv. Gießen, 16. August. *• Der frühere Landtags-Abgeordnete W o l f s k e h l Wie uns unser Darmstädter Redaktionsbureau drahtlich meldete, ist heute nacht der langjährige frühere nationalliberale Abgeordnete von Darmstadt Otto Wolfskehl im Alter von 66 Jahren gestorben. Der Verstorbene, der in jüngeren Jahren ein gutgehendes Bankgeschäft in Darmstadt besaß und sich fest dessen Aufgabe fast ausschließlich den öffentlichen Angelegenheiten widmete, nahm mehrere Jahrzehnte hindurch im politischen Leben unseres engeren Vaterlandes eine führende Stellung ein. Er gehörte dem Landtage seit 1875 als Vertreter der Stadt Darmstadt an und wirkte namentlich in sinanzpolitischen Fragen bestimmend mit. Lange Jahre übte er als Vorsitzender des FmanzauS- schüsses hervorragenden und günstigen Einfluß auf die Gestaltung des Staatshaushalts aus, der damals auch ohne die jetzt vorhandenen großen Eisenbahn-Ueberschüffe stets mst einem Ueberschuß abschloß. Am 25. November 1884 wurde er zum Vizepräsidenten der Kammer gewählt und bis zum Schluß des 29. Landtags 1893—1896 amtierte er als solcher neben den Präsidenten Kugler und Weber. Als Justizrat Weber, der Offenbach im Landtag vertrat, nicht wiedergewählt wurde, wurde Wolfskehl als Präsidentschafts^ kandidat nominiert. Er drang aber bei der Wahl nicht durch, da ein Teil seiner Parteifreunde ihn fallen ließ. Dies gab ihm Veranlassung, sein Landtagsmandat niederzulegen, doch blieb er auch fernerhin ein treues und opferwilliges Mitglied der nationalliberalen Partei, der er namentlich zu Wahlzeiten als Verwalter der Kasse unschätzbare Dienste leistete. Der Darmstädter Stadtverordneten-Versammlung gehörte Wolfskehl seit Einführung der Städteordnung, also seit 1874, an. Auch hier wirkte er namentlich auf finanziellem Gebiet mit großem Geschick und der verhältnismäßig günstige Stand bei städtischen Finanzen Darmstadts ist nicht zum wenigsten ihm zu verdanken. Wolfskehl war ferner Vorsitzender des Aufsichtsrats der Landeshypothekenbank und eine Zeitlang Vorsitzender der israelitischen Religionsgemeinde in Darm« stadt. Von den zahlreichen Vereinen, denen Wolfskehl an« gehörte, wird namentlich der Darmstädter Musikverein, dem er als Vorsitzender zu seiner jetzigen Blüte verhalf, fein Ableben beklagen. Persönlich liebenswürdig und bescheiden, hinterläßt Wolfskehl wohl Gegner, aber keine Feinde. Sein Sohn Karl hat sich als Lyriker und Aesthetiker in literarischen Kreisen einen Namen gemacht; er lebt seit Jahren in München« ** Schwere Gewitter zogen gestern über unser! Gegend hin, deren eines mit starkem Hagelschlag verbunden war. Da die Hagelkörner nahezu so groß wie Nüsse waren, ist in Gärten und Feldern mancherlei Schaden entstanden. — Auch von anderen Orten liege über das gestrige Wetter Berichte vor, nach denen Gewitter und Hagel arg gehaust haben. In Marburg z. B. gab es mehrere schwere Gewitter. Bei dem ersten Unwetter, das sich gegen 2 Uhr entlud, fielen etwa 5 Allnuten lang Hagelstücke von der Stärke einer Walnuß, sodaß an Obstbäumen und Fensterscheiben hier und da Schaden angerichtet wurde. Bei dem zweiten Gewitter um 6 Uhr schlug der Blitz in dem erstenmal importierte Rothalstangarie. Drei nordamerikanische Bisamratten, ein indisches, lebhaft schwarz-weiß-rot gefärbtes Flaggenhörnchen und eine seltene rote Manguste aus China trafen im Hause für kleine Säugetiere ein. Zwei Antilopen von Kanin- cheugröße, nämlich vorderindische Zwergmoschustiere sind einstweilen in einem Gehege des neuen Kängernh-Hauses miterge- bracht. Im Jnsektenhause erregen neben exotischen Schmetterlingen verschiedene merkwürdige Heuschreckenarten Interesse,, so die schwarze, gelbgerändcrre argentinische Laubheuschrecke, die süd- europäische Gottesanbeterin und spanische Sattelschrecken. Die wildgefangenen jungen Leoparden, die Herr G- A. von Skeufville vor einigen Wochen stiftete, haben sich jetzt aut eingewöhnt und erfreuen durch reizendes Spiel. Mit den Ausschachtungsarbeiten zum Neubau des Hirsch Hauses wurde vor kurzem begonnen. Aachen, 15- Aug. Heute mittag wurde hier in feierlicher Weise eine Handwerks-Ausstellung, verbunden mit einet Ausstellung für christliche Kunst, eröffnet- Der Kardinal-Erzbischof von Köln, Dr- Fischer, hielt eine Ansprache über die Kunst im allgemeinen und die christliche Kunst im besonderem — Professor Hermann Karl Vogel, der Direktor des Astnx physikalischen Observatoriums in Potsdam, Mitglied der Akcv demie der Wissenschaften, ist gestorben- — Ferdinand Hodler, bet bekannte Genfer Freskomaler von imposanter Wuchligkeit und naiver Größe, dem man etwas Mlchetangeteskes nachsagen möchte — man sah seine originellsten Werke wiederholt im Frankiurter Kunstverem — wurde von der Jeu en s er Universität beauftragt, sür deren Neubau ein großes Gemälde nach seiner Wahl anzusertigen. Ein W o r t ii n g e h e u e r. Ein Freund der ,Bohemia" in Aussig teilt dem Blatt folgendes köstliche juristische Wortungetüm mit: Piandrechtsvormerkungsrechtsertigungsfristgesuchsbeilagenstem- pelgebührenerjatzanipruchsrecht 1 — Aleiues Feuilleton. - -- Tas Doktor-Diplom Seiner Kgl- Hoheit des Großherzogs. Wir erfahren über das Ehren-Doktor-Diplvm, das die Philosophische Fakultät unserer Universität bei der Jubelfeier «Seiner Ktzl- Hoheit dem Grvßherzoge ausgestellt hat, — es M, lute schon früher erwähnt, das erste deutsche Ehren- vi^lom, das die philosophische Fakultät ausgestellt hat — fol- genoe Einzelheiten. Das Diplom ist eine auf eine große Peraa- menthäut von 78 Zentimeter Breite und 57 Zentimeter Höhe mit der isaud gezeichnete Urkunde. Die Schrift ist in großen kräf- ugen Buchstabeii unter Verwendung verschiedenflnbiger Tinien mit großem reichverzierten Anfangsbuchstaben auf das Sorgfältigste von Herrn Rud- Koch bei der Firma Gebr. Klingspor in Offenbach ausgeführt worden- Auf der linken Seite des Tiploms hängt an einem Pergamentstreif en in silberner Kapsel, die Juwelier Brück geliefert M das in Wachs gedrückte Siegel der Universität- Ter Teckel dieser Kapsel trägt das alte originelle siegel der philosophischen Fakultät in mbbemer Stilisierung nach einem Entwurse von Prof- Kleulens; es ist in der Anstatt der Gebr- Klingspor graviert und von der Firma Gotth- Hain in Hanau in schöner Emaillierung ausgeführt worden- Zur Aufbetvahrung des Diploms dient, wie eS bei Doklor- Tiplomeii üblich ist, eine in der Fakultätsfarbe gehaltene rollenartige Hülle- Sie ist Dom Buchbinder Ludwig in Frankfurt a. M. in dunkelblauem Lerer gearbeitet, mit feinen Goldlinien und auf dem Kopf des Teckels mit dem Universitätswappen, dem blauen Antvniterkreuz auf weißem Grunde, verziert- Außer diesem Originaldiplom hat die Firma Gebr- Klingspor den gleichen Text in ganz entsprechender Anordnung in den schönen Formen der von Prof- Hupp entworfenen Schrift Liturgisch setzen und eine größere Anzahl von Abzügen diests gedruckteil Diploms Herstellen lassen- Beide Ausführungsforuien des Tiploms fmb vollendete Kunstwerke, mit denen die Firma Kliilgfpor der Uiliversillit eine kostbare Jubiläumsgabe, dargebracht hab. Ktzi Beginn des Winter- Gcrüchtweise verlautete, daß auch iwch andere Stämme dicht an Mazagan heraugekommen seien und Geld verlangt haben Lcsgeskchan. Herzog von Pleß j-. Einer der großen schlesischen Magnaten, der Herzog von Pleß, ist nach längerem Leiden auf Schloß Albrechtsberg im 74- Lebensjahre gestorben. Ter Herzog ist an den Folgen eines Gichtleidens gestorben, das ihn seit Tezeinbev des Vorjahres an das Bett gefesselt hielt- Mit Herzog Hans Heinrich XL., zweiter Fürst don Pleß, Graf don .Höchberg, Freiherr zu Fürstenstein re-, scheidet, so schreibt vas Berl- Tgbl., einer der markantesten Vertreter des preußischen Adels- Er wurde in Berlin am 10. September 1833 als Sohn des ersten Fürsten Hans Heinrich X- geboren. Tie Pleß sind schlesisck)er Uradel, er erscheint urkundlich bereits im Jähre 1185- Ter verstorbene Herzog war Herr des Fürstentums Pleß und der freien Stcmdesherrschaft Fürstenstein mit Waldenburg und Friedland in Schlesien, erbliches Mitglied des Herrenhauses,- preußischer Oberstjägermeister, General der Kävallerie und Kanzler des Schwarzen Adlerordens. Mich dem ß^eichÄage hat Herzog Hans als AUtglied der deutschen Reichspartei angehört- Dem Fürsten wurde der preußische HerzvgStitel erst vor kurzem, am 20. Dezember 1905, vom Käiser verliehen, schon 1881 ivurde Dem jedesmaligen erstgeborenen Sohn des Fürsten der Prinzen- titel verliehen- Herzog HauS von Pleß ist zweimal verniählt gewesen, zuerst heiratete er 1857 in Zützen Marie v- Kleist, die 1883 im Mter von 55 Jahren starö- Dieser Ehe entstammen vier Kinder, drei Söhne und eine Tochter- Der älteste Sohn und jepige Ches des Hauses Pleß ist der 1861 geborene Prinz HanÄ- Heinrich XV-,, der lebenslängliches Mitglied des preußischen Herrenhauses ist und früher Legationssekretär bei der Botschaft in London war, wo er sich 1891 mit der Tochter Mary des Earls Telaware verheiratete, die zu den gefeiertsten Schönheiten der Berliner Hosge^ellich^ft gehört- Der zweiten Ehe des jetzt ver- ftorbenen Herzogs mit der Burggräfin Mathilde zu Tvhna-Schlo- bitten entsprossen zwei Kinder- Eine Schwester des Herzogs, die im Jahre 1897 verstorbene Gräfin Anna war mit zwei Fürsten Reuß j- L. verheiratet, der Bruder des Verstorbenen ist der in Berlin bekannte ehemalige Generalintendant der königliche^ Schauspiele, Graf Hans-Heinrich XIV-, Bolko zu Hochberg. In der Geschichte Preußens wird der verstorbene Herzog freien der großen Verdienste svrtleben, die er sich im Kriege 18<0/71 in feiner Eigenschaft als kaiserlicher Kommissar und Militärinspekteur der freiwilligen Krankenpflege erwarb- Morenga wieder auf deutschem Gebiet. London, 15. Aug. Tas Reurersche Bureau verbreitet folgende Meldung aus Kapstadt: Morenga ist mit vierhundert seiner Anhänger auf deutsches Gebiet übergetreten. Nach einem Telegramm aus Upington drang Simon Köpper in die Kapkolonie ein, und hat sich dort mit den Streitkräften Morengas vereinigt, woratts beide auf deutsches Gebiet zurücktehrten. Es heißt, daß sie sich mit dem Häuptling Christian beraten wollen. Tie Kappoli^ei eilte schleunigst herbei, um Morenga abzufangen, dre Schwierigkett des Geländes verhinderte aber die Gefangennahme. Die Kapbehörden arbeiten mit dem deutschen Generalkonsul Hand in Hand und haben alle Maßregeln getroffen, um Morenga an dem Wiedereintritt in die Kapkolonie zu verhindern. Wenn er es tut, wird er wieder fe st genommen. Wie es heißt, ist die Be stätigung der Meldung, daß Morenga in deutsches Gebiet ein gedrungen ist, beim hiesigen Korönialamt elngegangen. — (Notiz des Wolff- dureaus: An den amtlichen Stellen ist von den hier behaupteten Tatsachen nichts bekannt.) Berlin, 15. Aug. Nach dem am 15. Aug. früh hier eingegangenen telegraphischen Bericht des Unterstaats- s e k r e t ä r s v. L i n d e q u i st i st M o r e n g a a u s F u r ch t vor der Auslieferung in die Berggegend entwichen. Tie englische Polizei hofft aber, daß er sich nach Aufkläruna des Sachverhalts stellen werde. Auslande eingehenden Trauben und Weine, amtliche Erhebungen über die Lage des Wtttzerstanoes und Anzeigepflicht der vorzunehmenden Zuckerung des inländischen Produktes. 'Die Versammlung erachtet ferner zur Aufrechterhaltung und Hebung des kleinen Winzerst an des im Rheingaue dringend erforderlich: 1. die Gewährung unverzinslicher Darlehen an bedürftige Winzer seitens des Staates; 2. die Geroährung billigen Betriebskapitals an die kleinen Winzer; 3. Einschränlung der Rebenpflanzung auf qualitativ geeignetem Boden und Erwei- terutlg bezw. Vermehrung der ^Nebenerwerbsquellen und 4. obligatorische und behördliche Ueberwachung der Bekämpfung der Rebenkrankheiten und Rebenschädlinge mit staatlicher Subventionierung des kleinen Winzerstandes. Die Versammlung erachtet es auch für dringend geboten, daß eine Zentralstelle zur Wahruirg der Interessen des kleinen Winzerstandes im Reiche gebildet werde. Die Versammlung ernannte eine Kommission, die die gefaßte Resolution zur Kenntnis der Behörden des Reichstages und des preu- tzischen Abgeordnetenhauses bringen soll. __________ Die o£agc in Marokko. Köln, 15- Aug. Die „Kölnische Zeitung" erhielt ein Telegramm aus Tanger, murin es u- a. heißt, daß im Ganzen nur etwa 20 Europäer in Mazagan zurückgeblieben seien, darunter sechs deutsche Kaufleute und der deutsche Postbeamte- Tie im Innern gelegene Hauptstadt des südlichen Ätarokko, Marrakesch, haben die Tcutschen in der Nacht zum Sonntag sämtlich oei> lassen- Ter Vertreter des Sultai^s hatte ihnen eine starke Begleitmannschaft gestellt- Sie beabsichtigen, in Saffi die Küste zu erreichen- Tanger, 15- Aug. (Reuter.) Von Mazagan ist ein französischer Dampfer mit 300 Flüchtlingen, meist Europäern, Ter Realschul Professor Drost aus Meseritz in Als .er schließlich auf beschuldigte er, sich selbst, den Mord begangen zu haben- Er wurde Anfall J)on Irrsinn ausgesprochen hatte- Ter i beiter mit Tunggabeln schwer. Drei Rädelsführer wurden ver- ! hastet. — In Go Ilnow (Posen) erschoß der 27jährige Buch- ftraße gesehen hat. Heute weilte der Vater des Dr. Hau in Karlsruhe, um mit Tr. Dietz Hau im Gefängnis zu besuchen. Halter Bernhard Taunk seine Geliebte, die Verkäuferin Hedwig Schulz, und dann sich selbst. Die Ursache der Tat ist in der * Wölfe in Ostpreußen, lieber das Vorkommen von Wölfen in Ostpreußen wird aus dem Neidenburger MrchUche Nachrichtrn» Evangelifchs Gemeinde. Sonntag deli 18. August, 12. Sonntag nach Trinitatis: chottesdienll. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer S ch lv a b e. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Markus» gcmembc. Vormittags 91/» Uhr: Psarwer IX Schlosser. Beichte und heil. Abendmahl für Alatthäus- und MarkuS- gemeiilde. Annlcldlmg vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. bezirk Klein-Malga die frische Spur eines schwächeren Wolfes sestgestellt; es handelt sich vermutlich hierbei um * Groß feuer i m Bremer Bürgerpark. Wahrscheinlich infolge Entzündung durch Funken eines Feuerwerks ist eins der größten Vergnügungs-Etablissements Bremens zum großen Teil durch Feuer vernichtet worden. Das Parkhaus war eine der charakteristischsten Sehenswürdigkeiten der alten Hansastadt. Ein reicher Kaufmann Deetjen hatte 1890 300 000 Mk. für die Errichtung eines Monumentalgebäudes gespendet unter der Bedingung, daß der Bau bis zur Eröffnung der Gewerbe-Ausstellung fertig werde. Die Ausführung verschlang aber 600 000 Mk. Das damals errichtete Gebäude ist stets ein Schmerzenskind Bremens gewesen. Für den moorigen Untergrund war der Bau viel zu schwer, so daß man ihm von Anfang an kein langes Leben prophezeite. Die Akustik des großen Saales war völlig ungenügend, so daß weder Konzerte noch Versammlungen dort abgehalten werden konnten. .Für Ausstellungszwecke warm die Räumlichkeiten wegen mangelnder Helligkeit auch nur wenig geeignet. Deshalb wird man, so bledauerlich die Katastrophe - auch an und für sich ist, dem Parkhause hier kaum eine Träne nachweinen. Man hofft vielmehr, daß an seiner Stelle ein zweckmäßigeres, wenn auch weniger pompöses Gebäude erstehen werde. * Ein R e als ch:: lpr o f es s o r fälschlich als Mörder verhaftet- Ten Aäörder der Verkäuferin Dora 9iose aus Hannover glaubte man auf dem Bahnhof in Mittelgrund, einer kleinen Sommerfrische bei Tetschen-Bodenbach in Böhmen, ver- Heer unS Flotte. Berlin, 14. August. Dem „Miluärwochenblatt" zufolge ist Prinz Karl A n t o n von Ho Heuzollern, Oberstleutnant und Kommandeur des erstell Garde°Dragouer-Regiments, seinem Gesuche entsprechend, von seiner Stellung enthoben imb unter Beförderung zum Obersten zur Disposition gestellt worden. Metz, 14. August. Eine der letzten Denkma 1Sent - h ü l l u n g e n fand hellte nachmsttag auf dein Schlachtfelde voll Golomb: er statt. Tas ivestsälische Jägerbataiüon Nr. 7 iuid feilt Denkmalskomilee haben in pietätvoller Welse auf einem bedeutsamen Punkt der dainaligen Schlacht ein Deiikntal aufgebaul iuid heilte unter ganz besonderer Feierlichkeit enthüllt. Panik und finanzielles Chaos. Herr Rockefeller hat sich dieser Tage dahin geäußert, daß die Truftverfolgungen eine Panik und finanzielles Chaos bedeuten. Dies scheint in Washington einigermaßen gewirkt zu haben, zumal die Geldmagnaten auch heute noch dafür sorgen, daß in Wallstreet die Kurse einen nahezu panikartigen Rückgang nehmen. Die Unterbrechung am Dienstag war nur von kurzer Tauer, die Mittwochskurse lauteten wieder sehr ungünstig und auch in London sind Canada Pacific an der gestrigen Börse von 172i bis 1671.2, Shacago-Milwaukee von 127 bis 123, Southern Pacific von 861,4 bis 827/s usw. zurückgegangen. Tie Geldmächte haben gezeigt und scheinen weiter zeigen zu wollen, was sie vermögen und es ist daher in dem Lande der unbegrenzten Möglichkeiten nicht unmöglich, daß die Negierung wirklich den Rückzug gegenüber den Magnaten antritt, nur um aus einer Börsenkrisis nicht am Ende eine Wirtschaftskrisis im weitesten Sinne werden zu lassen. Sollte:: Herr Roosevelt und seine Minister aber doch fest bleiben, unb aus dem beschrittenen Wege weitergehen, dann dürfte wohl die von Herrn Rockefeller an die Wand gemalte Panik und das finanzielle Chaos in einer Weise eintreten, die auch den Herren Milliardären sehr unbequem werden kann. das Weibchen des geschossenen Wolfes. Eine sofort angestellte Treibjagd vorn gc; amten Personal der Oberförsterei hatte leider keinen Erfolg, da die Wölfin vorzeitig auf fremdes Gebiet in ein Dickicht ausgebrochen ist. ferner wurde im Grün fließ er Forstbezirk eine Wölfin mit drei jungen Wölfen geseyen. Natürlich werden keine Kosten gescheut, um die zweifellos von Rußland herübergekommenen Räuber auszurotien, was in der Sommerszeit allerdings sehr schwer ist. Die Gestelle an den Grenzen werden gepflügt und von Zeit zu Zeit frisch abgeeggt, damit jede Spur daraus sofort zu erkennen ist. * Ein Stadtrat in: Löwenküfig. Ein Stadtrat in Hüuingen (Reichsland) wollte seiner: Mitbürgern und Wählern zeigen, daß er sich vor niemanden fürchtet, iuid ließ daher ankündigen, daß er mit der dort gastierenden Tierbändigerin Miß Linetle den Löwenküfig betreten, dort eine Flasche Wein trinken, und eine Partie Karten spielen werde. So geschah es denn auch unter ungeheuerem Zulauf aller derer, die ihren Stadtrat einmal in dieser Situation seheit wollten. Neidische Leute gaben jedoch ihrer Meinung dahin Ausdruck, daß der Stadtrat bei der Vorstellung „gebibbert" habe. * Kleine Tageschronik. Wie man aus Zabrze (Oberschlesien) meldet, dränget: 11 Arbeiter aus Paulsdorf, Biel- schowitz und Zabrze auf Dominium Neurode in ein Familienhaus des Tominiums ein und überfielen die dort beschäs- tigten ruthenischen Arbeiter; sie bedrohten sie mit dem Tode, zertrümmerte:: die Wohnungseinrichtungen und verletzten die Ar- Explosion in einer Dynamiifabrik. Dömitz a. d. Elbe, 15. Aug Heute morgen ist auf den: Dynamitberg die Wasch- und Mengbude der Dynamitfabrik in die Luft gefloge::. Es erfolgten vier ungeheure Detonatiomn, die noch m einem Umkreis von 100 Kilometern stark verspürt wurden, und die in Dömitz selbst sämtliche Fensterscheiben zertrümmerten. Zwei Fabrikationshäuser sind abgebrannt, ebenso fünf kleinere Werkstätten, die zur Fabrik gehören. Zirka 16 Patronenwerk- Itatten sind zertrümmert, teilweise explodiert. Der gewaltige Luftdruck zerdrückte auch eine große Zahl von starken Schaufensterscheiben und beschädigte viele Dächer Der Bevölkerung bemächtigte sich eine Panik. Fast alles flüchtete aus den Häusern, die bei jedem Schlag erzitterten und einzustürzen drohten, auf die Felder. Es wurden, wie die Ermittelungen von Wittenberger Aerzten ergaben, die todes-! mutig an die Brandstelle vordrangen, zunächst 12 Tote gezählt. E:n Arzt allein fand zwei Tote und die Gliedmaßen eines Tritten. Die Toten sind sämtlich Arbeiter der Fabrik. Drei niedergegangene Wolkenbrüche haben das Feuer gelöscht, ^etzt ist die Gefahr der Explosion des großen Dyna- mttlagers von 10 000 Kilogramm vorüber. Die Feuerwehr war ohnmächüg, da kein Wasser vorhanden war. Bisher sind 20 Xotc testgestellt. Der größte Teil der verletzten Personen 'ft M Glassplitter verwundet. Der Generaldirektor bot ^000 -0". für das Abschneiden der kupfernen Oelleitung, die den Mengbuden vom Zentral-Reservoir die flüssigen Stoffe zu- fuhrt. Ter Arbeiter Bath führte dies mit eigener Lebensgefahr aus In den Nachbarorten Holz und Kleinschmölen hat die Cxploswn viel Schaden angerichtet. Die Explosion wurde 100 Kilometer wett bis über Wilsnack hinaus gehört. Tie geborgenen Leichen sind teils verkohlt, teils schrecklich verstümmelt. Nur ein 15jähriger Junge ist schwerverletzt aus den Ncengebuden gerettet worden. . ^^^ftätte ist noch von einigen mächtigen Dampfwolken eingehullt. Tas Feuer ist in Bude 5 ausgebrochen. Der Schaden m Tornitz ist nicht allzu beträchtlich. Die eine Seite ist stark beschädigt, die andere nur wenig. Der Bahnhof von Dömitz ^ls sei er beschossen worden. Tie Sanitütskolonne i auy Wittenberg und 12 Feuerwehrleute haben mit großer Bravour gearbeitet. nahen Dorfe Wehrshausen in die nut Korn vollgepfropfte Scheuer der Witwe des früheren Bürgermeisters Weber (gen. Hohmann). Die Ortsfeuerwehr, in Gemeinschaft mit den Feuerwehren von Marburg und Gelnhausen, hatten bis in die Nacht hinein Arbeit, um den Brand zu dämpfen. Die Scheuer, sowie zwei angrenzende Stallgebäude gingen in Flammen auf. Das Vieh wurde gerettet. ■— Vom Blitz erschlagen wurde der Landwirt Sensfelder in Groß- Gerau, der mit seiner Familie im Felde beschäftigt war. Seine Frau wurde am ganzen Körper schwer verbrannt und ist alsbald in das Krankenhaus Groß-Gerau ausgenommen worden. Sie ist ca. 43 Jahre alt und ihr Zustand ist sehr bedenklich. Die Verunglückten besitzen fünf Kinder. ** Ordens aus^eichnung. Tem Obermonteur Weiß, in Tiensten der Firma H. Schaffstädt hier wurde vom Fürsten von Waldeck-Pyrmont die goldene Verdienstmedaille verliehen. ** Ga st spiel Eere notti-Strauß. Die moderne Soloschauspielerin Fräulein Minny di Eerenotti-Strauß vom Kgl. Belvedere in Dresden, die gegenwärtig eine Gastspielreise durch Deutschland unternimmt, veranstaltete gestern abend einen Rezita tionsab end im Neuen -Saawau, der recht gut besucht war. Tie Künstlerin brachte fast durchweg moderne Dichtungen zum Vortrag und die Namen Der vom Bürgermeister Dr. B o h n ausgegebene amtliche - kT K ci lautet v:el beruhigender als die früheren. Darnach find o Tote und 20 Verwundete zu verzeichnen. Drei der letzten sind schwer verletzt. Vier Tote sind, obwohl sie fast in Stucke genffen worden sind, erkannt worden. Ein sechster liegt vielleicht noa) unter den Trümmern. Diese Zahl dürste aber nicht uberfchrttten werden. In: Tunnel, in welchem die Ar- better be: Gefahr Rettung suchen sollen, ist niemand verschüttet. , Usiache der Katastrophe konnte nicht ermittelt werden, oa uie Arbeiter, die sich in der Mengbude befanden, sämtlich tot find. Schwer verwundet sind 8, leicht verletzt sind 50 Arbeiter, nach einer anderen Version 80. ~ Dre Dynamitfabrik gehört der schwedischen Aktiengesellschaft ® Sie beschäftigt gegen 900 Arbeiter und fertigt vor allem Dynamitpatronen an. Ein Merkwürdiger Zufall fügte es, daß der jetzige Direktor Wo 11 mann gestern verhafret wurde. Doch soll diese Verhaftung in fernem Zusammenhänge mit der Explosion stehen kTn™ ^i-^üch infolge Verfehlungen erfolgt fein, die Möllmann sich :n feiner früheren Tätigkeit bei der Dynamit- -Angeblich habe zu Schulden kommen lasfen. Grigittai-DrahtmeldUNge«. Dresden, 16. Aug. In Obermendig ist eine Familie infolge versehentlichen Genusses giftiger Pilze erkrankt. Die Eltern starben, ivährend der Sohn gerettet iverden konnte. London, 16. Aug. Die Times berichten aus Fez, der Sultan fei über den Beschluß der Ulimas sehr erregt. Er habe erklärt, daß er sich nunmehr in einer sehr heiklen Lage befinde. Er stehe in Gefahr, entweder abgesetzt oder ermordet zu werden. London, 16. Aug. Daily Telegraph berichtet aus Casablanca, daß circa 2 5 0 0 0 Niann gegen die Stadt vorgehen. Diese Nachricht ist zwar noch nicht amtlich bestätigt, ruft aber trotzdem große Aufregung hervor. Den letzten Nachrichten aus Fez zufolge hat eine Konferenz der Ulimas, das sind die Rechts- und Gottesgelehrten, statt- gefunden, der auch der Sultan beiwohnte. Diese Konferenz besprach die Ereignisse von Casablanca. Wie es heißt, mißbilligte die Mehrzahl der UlimaS die von der marokkanischen Regierung eingeschlagene Taktik und sprach sich für den heiligen Krieg aus. London, 16. Aug. Das Unterhaus nahm das Etatsgefetz in zweiter Lesung an. Auf eine Anfrage wegen Atazedoniens erklärte Staatssekretär Grey die Bereit- ivilligkeit der Regierung, bei der Einführung von Reformen mitzuwirken, wenn ihr ein gangbarer Weg dazu gezeigt wird. Auf eine andere Anfrage erklärt der Staatssekretär, eS sei unmöglich, Mitteilllugen über das russisch-englische Abkommen zu machen, so lange die Verhandlungen darüber noch im Gang seien. Paris, 16. Aug. Der Berichterstatter des ,Matin^ meldet, daß die Franzosen tatsächlich von der Landseite ans umzingelt seien. Es seien zwar 2800 Mann gelandet, aber ein Teil davon werde zu militärischen Hülfs- diensten verwendet. Wenn die Spanier sich auch fernerhin iioch weigern, die ihnen von dem General Drude angewiesenen Stellungen einzunehmen, wird Drude neue Verstärkungen verlangen müssen. Die Spanier gehen vollständig unabhängig vor. Bilbao, 16. Aug. Der Genera laus st and der Grubenarbeiter ist beschlossen worden, jedoch ist das Datum für einen Ausbruch noch nicht festgesetzt. Es ist aber wahrscheinlich, daß der Streik am Tage der Ankunft des Königs einsetzen wird. Tanger, 16. Aug. Brieflichen Nachrichten aus Fez zufolge, fand vor dem Sultan eine Versammlung von Staatswürdenträgern statt, in der in heftigen Worten gegen die Politik des Machsen protestiert wurde. Tie Lage Marokkos sei durch die Besetzung von Udscha und Casablanca unerträglich geworden und die einzige Lösung sei die Pro- klamierung des heiligen Krieges. Es gelang den Ministern, durch itzre Erklärungen die Versammlung zu beruhigen. Bank von England und Deutsche Reichsbank. Was schon seit Ende vergangener Woche befürchtet worden war, ist gestern tatsächlich eingetreten — die Bank von England hat ihren Bantsatz von 4 Proz. auf 4V2 Proz. erhöht. In der gleiche:: Vorjahrszeit konnte die den ganzen Sommer über in Geltung gewesene englische Bankrate von 3y2 Proz. bis zum 13. September aufrecht erhalte:: werden und erst alsdann trat die Erhöhung auf 4 Proz. ein. Unter den gegenwärtigen Umständen steht zu befürchten, daß die Deutsche Reichsbank angesichts der überall hervortretenden Bemühungen, sich für den Herbsttermin möglichst zeitig zu rüsten, diesmal früher als in: Vorjahre zu einer Diskonterhöhung schreiten lvird, und mög- licherweye schon in allernächster Zeit sich gezwungen sieht, diese vorzunelMen. Es ist dies umso eher möglich, als der Rückfluß anfangs der Woche nur wenig befriedigend gewesen sein soll unb^ gegenüber der entsprechenden Vorjahrsperiode zurück- b.lleb- Im vergangenen Jahre erfolgte am 18. September eine Erhöhung des Distonts von 4y2 auf 5 Proz.; am 10. Ott. • wurde der Diskont sodann auf 6 Proz. erhöht. piniplupn DittNuiiaen betten6 nprprht fn hrrü fip nnnrpnftirh rHu luul1/ ucu ..'loiu mgangen zu ijjolu- ci rouwe et-n^eirten Az-tcpturtgen gerea)t, )o DaJ i.e nantci:tlict) mwigedefien sofort auf "das Polizeirevier gebracyt, wo sich in- Msi den vorgetragencn erlisten Tichtnngen eine tiefgehende dessen bald herausstellte, daß Trost die Selbstbezichtigung in Wirkung erzielte. . Ernst und Scherz wechselten in unge- einem plötzlichen ; zwungener Reihenfolge, denn nichts menschliches schemt Unglückliche wird einer Heilanstalt überwiesen werden- der Künstlerin fremd zu sein. Tie zweite Abteiluiig, die au3 dramatischen T ich tun gen und Solo-Szenen bestand, w.t ... uu... bot Fräulein Eerenott: Gelegenheit, ihr nicht alltägliches Kreise folgendes gemeldet: Nachoem bereits vor mehreren schauspielerisches Können zu zeigen, das durch ihre anmutige Tagen in der Overförsterei Kaltenborn ein starker Wolf Erscheinung und ihr ausdrucksfähiges Organ vorteilhaft erlegt wurde, hat jetzt der Hegemeisrer Lemke im Schutzunterstützt wird. Tie Stärke der Künstlerin ist das Gebiet"^"'"-" ----- der Satyre, namentlich „der ästhetische Tee" war geradezu köstlich. Allerliebst waren auch die netten Kindergeschicht- chen, die den Hauptteil der dritten Abteilung ausmachten. Etwa die S^üifte des Programms bestand aus eigenen Dichtungen der Künstlerin, die manchmal allerdings Anklänge an anbere nwderne Dichter hatten, aber auch viel Älbst- empsundenes und Selbsterlebtes in ausdrucksvollen Versen schildern. Manches davon ist durch den Simplizissimus schon in weiteren Kreisen bekannt geworden. Auch ein nettes selbstverfaßtes Küplet „Vtein Theater-Repertoir" wirkte durch seine geistvolle Originalität. Tas Publikum folgte den Darbietungen der vielseitigen Künstlerin mit regem Interesse und spendete ihr reichen Beifall. O Leun, 15. Aug. Nach Aussage unseres Kreisarztes Dr. Tkraun zu Wetzlar ist eine hiesige Frau Kle e m an n an Genickstarre erkrankt. Tie sanilär-polizeilichen Vorschriften finden genaueste Befolgung. II O b e r i e m p (Kreis Wetzlar/, lo. Aug. In Aufregung wurde unser stilles Tors dadurch versetzt, daß ein Mann namens Kob seinem Leben durch Erhängen im nahen Walde ein Ende bereitete. Ter Unglückliche hat sicherlich im Zustande geistiger Umnachttmg die Tat begangen.' In der JohanneSkirche. Vormittags 8 Uhr: Siehe Stadtkirche. Vormittags 9'/- Uhr: Pfarrer Ausfeld. Beichte und heil. Abendmyhl für die Lukas- und Johanues- g cme i ude. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer (Sud-Anlage 8) erbeten. Abends 8 Uhr im Konsirmandensaal: Versammlung und Bibelbesprechung. Katholische Gemeinde. Samstag den 17. A u g u ft 1 907: Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag den 18. August. 13. Sonntag nach Pfingsten: Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenbeit zur heil. Beichte. , um 1 Uhr: Die erste heil. Ntefse, vor und in oerselbeu Austeilung der heil. Kommunion. g UM 8 Uhr: Die zweite heilige Messe. Militärgottesdienst mit Predigt. „ um 9V, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Sakramentalische Bruderschafts-Andacht. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am SamStag den 17. August: iDleift heiter und trocken. Etwas wärmer. Leichte südliche Winde. Zum Kalle Kau. Vn' r?'- ^er Staatsanwalt weilte gestern abermals hier. Seme Anwesenheit galt einer weiteren Vernehmung des rZ-recherm v. Lindenau. lieber dessen Anwesen^ ?e-lt u: ^.aden-Baden ^i 6. November v. Js. ist bisher noch kein Beweis erbracht worden. J ' q -VE Rechtsanwalt Dr. Dietz dem Landge^icht^iarlsruhe überreicht worden. Wie man wissen will, i|t es der Jserterbigurcg gelungen, den Oesterreicher zu eruieren, eme Nau v. .Rechenstein des, Defteren auf der Kaiser Wilhelm- 1906 Arno Holz, Rideamus und Frank Wedekind besagen schon, haftet zu haben- ........ ... in welcher Richtung die Auswahl ihrer Tarbietnngen ae- .Mähren hatte sich durch Gespräche, die er über den Mord in troffen war. Ihre durchweg realistische und stark dra- Hamwver führte, verdächtig gemacht- ""1 malisch bewegte Vortraasweise wurde der Eigenart der in Mittelgrund mwlge von Anzeigen sistiert wurde, 1 ’ ° ~ .. o ,. . hp rnii hiate hrn fp n f1. ’i rnnS Eennunpir in hrrhen. Irr miirhp Weigerung der Elten: zur eheliche:: Verbindung des Paares zu suchen. — Bei einer H o ch z e i ts f ei e r in Bürgerfelde bei Oldenburg erstach im Streit der Schwager des jungen Ehern a nn es seinen Gegner mit einem Dolchmesser. — In Danzig erschoß sich bei einer Trauerfeier für seine verstorbene Mutter in der Leichenhalle des Diakonissenhanses der 34jährige Glaser Sieg. — Bei Kroppenst ed t (Prov. Sachsen) prallte ein A u t o- mobil, dem ein Hui:d in die Steuerung sprang, gegen einen Baum. Die vier Insassen wurden herausgeschleudert. Eine Dame wurde schwer, zwei Herren leichter , b e r l e ö t. — Im Dorfe Weiler bei Trier hatte der Lehrer Hammes in seiner Wohnung einen kurzen belanglosen Wortwechsel mit dem Feldhüter Velz, in dessen Verlauf dieser ihn durch einen Schuß in die Stirn mit einem Dienstrevolver tötete. — Bei Eisk- Szereda (Ungarn) entgleifte ein Zug auf offener Strecke. Die Lokomotive und mehrere Wagen wurden zertrümmert. Eine Person wurde getötet ; drei Personen wurden schwer, mehrere 1 eichst verletzt. ______________________________________ Arbeiterbewegung. Brüssel, 15. August. Ter Aulwerpeuer Reeder-- verband hat sich nunmehr entschlosseli, das Aeußerste zu wagen und zwischen morgen und Nwnlag oie Allgemeine Aussperimng zu verkünden. Damit würden 30 000 Hafenarbeiter brotlos. Belfast, 15. Aug. Ter Ausstand ist beendet. Die Arbeit wird morg en wieder ausgenommen werden. Gleichzeitig bewilligten die Arbeitgeber einen neuen Stundeittohntarif. — Die Beisetzung der bei den Unruhen Getöteten 9 gab gestern Anlaß zu einer großen V o 1 k s k n n b g e b u n g. Der Beisetzung wohnten tausende Personen bei. Der Klerus machte große Aiistrengungeii, um die Riihe zu predigen. Täglich finden an verschiedenen Punkte!: der Stadt Konferenzen über den Ausstand statt. New-Pork, 15. Aug. Ter telegraphische Verkehr läßt eine steuge Besserung erfemien. Eine Anzahl Ausständiger hat den Dienst wieder aufgenonunen. — Die Lener der T e le - g : aphen-Gesellschaften behaupten, daß der Ausstand tatsächlich zu Ende sei, da sich der Telegraphendienst normal abwickle. Tie Ausständigen erklären, daß die Gesellschaften stark im Nachte:! seien und noch fortwährend im ganzen Lande Arbeitseinstellungen erfolgten. Ottava, 15.Aug. 2000 beider Montreal-Cotton-Company in Valleysield beschäftigte Perso::en sind wegen Lohnforderungen u: den A u s st a t: d getreten.________________________________ Kandel.