Zweites Blatt Nr. 163 157. Jahrgang Montag 15. Juli 1907 Gießener Anzeiger Erscheint täglich mit Ausnahme de- Sonntags. ^Meral-Anzeiger für Gberhefien Redaktion, Expedition and Druckerei 1 Schul- straße 7. Expedition und Verlag» MUU 6L RedaktionenNL Tel.-AdtuAne^gerGtetzen- Rotationsdruck und Verlag der Vrühllchen Universität« - Buch- und Stetndructerei. R. Lange, Gteßen. Die „Gletzener Famliienblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Der..hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. Tie < österreichisch - ungarischen Ausgletchsverharrdlungcn. Wien, 14. Juli. Die AusgleichsverüandlungeiA wurden gestern abend abgebrochen, die ungarischen Minister sind rach Budapest zurückgekehrt. Ministerpräsident Beck begibt sich | n zwei Wochen nach denr österreichischen Parlamentsschluß nach Üudapest, und wird dort mit Weckerle die unerledigten Fragen lurchsprechen. Man glaubt, daß es dann gelingen wird, eine lollständige Einigung, die noch nicht erzielt wurde, herbeizu- llhren. Budapest, 14. Juli. Am Dienstag findet hier ein wich- iger M i n i st e r r a t statt, dem das Resultat der Wiener Ausgleichs-Konferenzen vorgelegt werden wird. In nesem Ministerrat dürfte wahrscheinlich auch die Frage der ^Notenschlüssel und der Verlängerung des Privilegiums der öster- -eichisch-ungarischen Bank zur Sprache kommen, da diese Frage >is zum Herbst, wo die Äusgleichsvorlagen den beiden Parla- nenten zugehen, geklärt sein muß. Ein amerikanisch-deutsches Bündnis? London, 14. Juli. Der „Evening Standard" meldet aus Washington, daß amerikanische und deutsche Diplomaten, wie ein ,wohlbegründetes Gerücht" besage, mit einem Plane beschäftigt eien, dessen Ergebnis ein Pakt zwischen Amerika und Deutschland sein dürfte, und der die anderen Nationen ivraussichtlich etwas besorgt machen würde. Deutschland habe ck-on hinsichtlich des Tarifes Konzessionen gemacht, und die Ver- inigten Staaten hätten diese wie ein guter Freund angenommen. 5s würde ganz in dter allgemeinen Richtung der amerikanischen Sympathien liegen, so versichern „maßgebende Persönlichkeiten", oenn eine Annäherung zwischen beiden Ländern zustande käme. Das französische Natioualsest. Die Feier des 14. Juli, des französischen Nationalfestesi, ist »ieses Mal recht geräuschvoll verkaufen. Tie zahlreichen Kund- sebungen, die an diesem Tage gegen die Regierung veranstaltet vurden, lassen erkennen, daß die Erregungen des Winzerkrieges roch immer fortdauern. Auch die Aufregungen eines Atten-^ ats haben nicht gefehlt, lieber die Vorgänge am 14. Julr regen zurzeit folgende Meldungen vor: Pläris, 14. Juli. Tie Truppenschau von Long- hamp verlief äußerst glänzerrd. Die Ankunft Falliöres er- olgte um 8 Uhr. Unter den Begrußungskundgebungen fuhr r in Begleitung des Ministers Clemenceiaa in einem Taumont >ie Front lab und nahm auf der Präsidententribüne Platz. Un- niuelbiar darauf begann der Vorbeimarsch der Truppen. Ter älitärluftschiffer Lebaudy führte während der Truppenschau iber dem Hippodrom Uebungen aus. — Bei der Rückkehr des Präsidenten Falliöres! von der Truppenschau in Longchamp. wurden in der Nähe des Theaters Wtarigny zwei Rcvol verschüsfe abgefeuert. Präsident erbleichte, stand aber sofort im Wagen auf und •etbeugte sich lächelnd, während ein Offizier und die Menge sich iuf einen Mann stürzte, der in Arbeiterkleidung am Trottoir stand mb den noch rauchenden Revolver in der Hand hielt. Er ließ ich ohne Widerstand verhaften, mußte aber von Polizisten gegen äe wütende Menge geschützt werden. Man glaubte zunächst, es nit einem Antimilitaristen zu tun zu haben, von denem gestern :0 verhaftet wurden. Doch soll es sich nur um einen Menschen ,ehandelt haben, derin dieLuftfeuerte, umdieöffent- iche Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Es ist ein niijcret Marinesoldat namens Leon Mail le. Ter Mann verengerte jede weitere Auskunft und sagte, daß er erst vor dem Richer sprechen würde, und daß sein Fall ungewöhnlich sei. Auf ne Festesfreude der Menge hat dieses Vorwmmnis, das erst in en Nachmittagsstunden bekannt wurde, keinen Einfluß aus- .eübl. Uebrigens wurden schon zwischen Longchamp und Paris, m Bois des Boulogne ztmi verdächtige Burschet festgenommen, ie sich durch feindliche Redensarten gegen das Militär und den lriegsminister bemerkbar gemacht hatten. — Nach den bis 1 Uhr mittags vorliegenden Nachrichten st die Truppenschau in der Provinz ohne Zwischenfall erlaufen. Präsident Fallisres gab das gewohnte Frühstück zu ehren der Generäle, welche an der Truppenschau teilnahmen, luch der Ministerpräsident Clemenceau, sowie die Minister Pic- uart und Thomson waren geladen. — Der Bund der Patrioten veranstaltete heute'vor- rittag die gewohnte Kundgebung vor dem Denkmal er Stadt Straßburg. Etwa 5000 Personen waren anwesend, darunter Deroulöde und mehrere Gemeinderäte. Es reignete sich kein Zwischenfall. Die LL''.zeipräfektur teilt lit, daß der in der Avenue Marigny W jaftete Mann in iner Entfernung von 150 Metern vom des Präsidenten rt die Luft schoß. Im Bois von Boulogne wurden 40 Personen erhaftet, welche: „Es lebe das S i e d . ri z e h n t e" gerufen alten. —; Der allgemeine Arbeitsverband veranstaltete in Paris nd in mehreren Städten des Südens Protestversamm- ungen gegen die Haltung derRegierung ihm selber egenüber und gegenüber den Ereignissen in den Weinbaudistrikten, sn Paris kam es zu einigen leimten Zusammenstößen; troa zehn Verhaftungen wurden vorgenommen. Die Ver- immlung verlief ohne ernsten Zwischenfall. Toulon, 14. Juli. Entsprechend dem Beschlüsse, welcher on den Arbeitern getroffen wurde, fand gestern abend eine Protestkundgebung gegen die Regierung statt. 20 lrbeitersyndrlate waren mit 5000 Kündgebern vertreten. Mähend sie die Stadt durchzogen, schlossen sich noch eine Menge Kund- eber an, sodaß schließlich die Zahl auf 8 bis 10 000 anwuchs. 5ie begaben sich vor die Präfektur und stießen Rufe aus: „Nie- e r mit C l e m e n e e a u". Zahlreiche Hafenarbeiter, darunter ec Generalsekretär des Hafenarbeiterverbandes, sowie Mitglieder es Verwaltungsrates der Arbeiterverbandes und der Syndikate chlofsen sich den Kundgebern an. Die Kundgeber fangen anar- sistische Lieder und hielten vor der Kaserne des 111. Regiments, egrüßten die Soldaten und forderten sie auf, an der Kundgebung eilzunehmen. Der Wckelzug, der zur selben Zeit stattsand, urchzog andere Straßen, um nicht mit den Kundgebern zusammen- ustoßeu. JSin umfassender Sicherheitsdienst wurde vorgewiommen nd die Truppen zusammengezogen. Um Mitternacht kam es u. ernsten Zusammenstößen, weil die Kundgeber Feiier- -erkstörper unter die Pferde der Gewdarmen warfen. Tie Polizei nd die Gendarnterie war daher gezwungen, von der blanken Lasse Gebrauch zu machen, es gab zahlreiche Berwmrdungen auf eiben Seiten; viele Verhaftungen wurden vorgenommen, die Zolizei beschlagnahmte auch mehrere rote Fahnen, die an der Spitze des Zuges getragen wurden. Marseille, 14. Juli. Auch hier fanden Kund- iebuugen in der Arbeitsbürse gegen die Re- ierung statt. ______________________________________________ Zur Lage in Rußland. Petersburg, 13. Juli. Die Zeitungen berichten au5 lerrioki an der Grenze Finnlands von einem Attentäter s u ch aus denDichterAndrejew. Bei einem Atorgen- laziergang im Walde wurde Andrejew von zwei jungen Leuten angerempelt, die sodann Schüsse auf ihn abgaben. Auch Andrejew «^ortete mit Revolverschüssen, worauf die Angreifer entflohen. Der Ueberfall geschah an derselben Stelle, wo Herzenstein ermordet wurde. Odessa, 15. Juli. 18 Räuber, welche als Passagiere auf dem Dampfer „Sophia" nach Batum reisten, überfielen um Mitternacht die Matrosen und bemächtigten sich des Dampfers. Sie beschädigten die Maschinen, raubten ein der Russischen Bank gehörendes Paket mit 50 000 Rubeln und erpreßten von den Passagieren noch viel Geld. Dann entflohen sie auf den Booten des Dampfers. Von einem zufällig denselben Kurs fahrenden Dampfer wurde die hülflose „Sophia" in den nächsten Hafen gebracht. — In der Arnautskaja-Straße explodierten im Hause eines Kolonialwarenhändlers zwei Bomben, wobei vier Männer und eine Frau getötet wurden, die mit der Anfertigung von Bomben beschäftigt waren. Die Explosion richtete großen Schaden an. Das Treppenhaus stürzte zusammen. Neun Verhaftungen wurden vorgenommen. Kiew, 14. Juli. Das Kriegsgericht verurteilte von 101 wegen der Teilnahme an der Meuterei vom 17. Juni angeklagten Soldaten 6 zum Tode, 12 zu lebenslänglicher Zwangsarbeit, 20 zur Zwangsarbeit verschiedener Länge, 17 zur Versetzung auf drei Jahre in ein Strafbataillon, 30 zu vier Monaten Militärgefängnis und 14 zu Disziplinararrest; 2 wurden freigesprochen. Franko-italienische Freundschaft. Paris, 13. Juli. Der Minister des Auswärtigen, Pichon, hielt heute bei der Einweihung des Garibaldi- Denkmals eine Ansprache, worin er unter anderem daran erinnerte, daß Garibaldi zurzeit von vier französischen Departements zum Abgeordneten gewählt worden war. Heute, so fügte er hinzu, fraternisieren Frankreich und Italien vor seinem Standbild. Die Verleumdungen haben der heutigen Apotheose Platz gemacht. Garibaldi gehört nicht nur Italien, sondern der ganzen Welt an, und ihm ist es zu verdanken, daß Frankreich und Italien ihre Freundschaft heute in so herzlicher Weise bekunden können. Dank dem französischen Blute, welches freiiuidtg aus den Schlachtfeldern der Lombardei gefloffen, ist eine Nation entstanden, welche ein Element des Fortschrittes und des Gleichgewichts für Europa bildet. Wir sind Freunde, weil nirgends auf der Welt unsere Interessen sich zuwiderlaufen, weil wir von den Idealen der Unabhängigkeit und Gerechtigkeit beseelt sind, weil wir in unseren Herzen dieselben Wünsche hegen, mit allen Völkern in einem auf dem Rechte und der Solidarität begründeten Frieden zu leben. Das sranko-italienische Einverständnis ist hervorgerufen durch die gemeinschaftliche Einigung und durch den Patriotismus beider Völker; wenn Meinungsunterschiede zwischen beiden Nationen entstehen, so sind dies bedauernswerte Irrtümer. Gegnerschaft wäre eine Katastrophe. Man muß auf beiden Seiten dem Andenken Garibaldis treu bleiben. Die japanisch-amerikanische Krisis. London, 13. Juli. Die liberale Westminster Gazette bricht das Schweigen über die amerikanisch-japanische Krise und erklärt, die Geschichte von der Verhaftung des Spions sei mit Vorsicht auszunehmen. Dieser Zivischensall sei nicht ernst und die verantwortlichen Personen in beiden Ländern beabsichtigten keine Feindseligkeiten. Die Gefahr läge allein in der Möglichkeit, daß die Situation infolge der Volkserregung der Kontrolle entzogen werden könne. Das Blatt fordert Japan aus, die Schwierigkeiten der weißen Nassen ihnen gegenüber anzuerkennen und vorsichtig zu handeln. — Der Newyorker Timeskorrespondent erklärt, es sei schwierig, 9!achrichten über die wahre Lage in Kali- sornien zu erhalten. Die aus San Franzisko eingetrofsenen Zeitungen enthielten Berichte über erhebliche Reibungen zwischen Amerikanern und Japanern in Vallego und Drohungen der dort liegenden Marinesoldaten, die Japarwr aus der Stadt zu vertreiben. Hiervon sei kein Wort nach Ziewyork telegraphiert worden. In gewissen wohlinformierten Kreisen glaubt man, daß die offiziellen Dementis nicht die wahre Stimmung Japans über die Entsendling der amerikanischen Flotte nach dem Stillen Ozean widerspiegeln. Newyork, 13. Juli. Von einem Flottenska ndal in den Vereinigten Staaten wissen Newyorker Blätter ztl berichten. In einem diesen Gegenstand betreffenden Artikel weist der Newyorker „Globe" auf den Bericht des Marineblattes ,Navy" hin. Danach hätten die amerikanischen Linienschiffe ^Kearsage" und „Kentucky" vor der Europareise evidente Fehler an den Geschütztürmen durch angestrichene Holzpanzer verdeckt. Ueberhaupt werde die Flottengefechtsstärke allzuhoch angegeben. Die Manöver im Stillen Ozean kritisiert „Navy" als ungeschickt und amateurhaft arrangiert. Deutsches Reich. Wilhelmshöhe, 14. Juli. Neueren Dispositionen zu- fvge wird das Kaiserpaar zurSornmerfrische in Wil- Hel ms höhe eintreffen. Die Kaiserin wird sich bereits am 22. ds. Mts. hier einfinden, während die Ankunft des Kaisers auf 'den 5. August festgesetzt ist. Kiel, 14. Juli, Tie Kaiserin ist nach Beendigung! ihrer /auf der „Iduna" von Kopenhagen aus unternommenen Kreuzfahrt heute nachmütag im Meler Hafen ein getroffen^ Tie Kaiserin fetzt in Begleitung der Prinzessin Viktoria Luise und des Prinzeir Joachim die Reife nach Kädinen fort. Berlin, 13. Juli. Der St»aa 1 s se kre tär d es R e i chÄ- kolonialamts, Dernburg, trat heute vormittag mit dem Chef 'des Kommandos der Schutztruppen, Oberstleutnant Quade, dem Geheim. Baurat Baltzer und dem Rittmeister Grafen Henckel zu Tonnersmarck die Ausreise nach Deutsch-Ostaftika an. Zur Verabschiedung hatten sich neben dem Unterstaalssekvetär in der Reichskanzlei, v. Loebell, die Familienangehörigen der abreifenden Beamten des Reichskolonialamls und die Offiziere des Kommandos der Schutztruppen fast- vollzählig eiligeiunOen. Die Rückkehr Temburgs ersolgt voraussichtlich in der ersten Hälfte des November. Seine Vertretung führt bis Anfang Oktober, der in Ausficht stehenden Rückkehr des Unterstaatssekretärs v. Linden qnist aus Sudwestafrika, der Direktor im Rerchskolonialamt Tr. Conze. — Die Band er ölen st euer auf Zigarren, die mit anderen Steuerentwürfen unlängst von der „Mil. Pol. Korresp " für den kommenden Herbst angekündigt wurde, liegt einer neuerlichen Meldung der „M. P. K." in ihren Grundzügen schon fertig vor. Nach vorläufigen und allgemeinen Schätzungen soll der Rohertrag dieser Steuer etwa 45 bis 55 Millionen Mark jährlich bringen. Nur die Frage, ob die Sorten bis zur 5-Pfennig-Zigarre steuerfrei gelassen werden sollen, sei allein noch offen. Die Entscheidung dürfte aber dahin fallen, daß diese billigsten Zigarrensorten, zu deren Herstellung nur inländ. AabaE verwendet wird, zunächst noch steuerfrei bleiben sollen. — Oberpräsidialrat v. Schwerin in Münster ist zum Präsidenten der Regierung in Arnsberg ernannt worden. — Der vor kurzem durch Verleihung des Titels „Professor^^ ausgezeichnete Afrikaforsch erSchillings wurde als Hülss- arbeiter in das Kolonialamt einberufen. Köln, 13. Juli. Zum Nachfolger des am 1. Oktober in den Ruhestand tretenden Oberbürgermeisters Becker wurde heute in außerordentlicher Sitzung der Stadtverordneten der Oberpräsidialrat Max W a l r a f f beim Oberpräsidium in Koblenz, geborener Kölner, mit 42 Stimmen bei zwei .Stimmenthaltungen gewählt. — Aus den Verhandlungen, die mehrere rheinische Gemeinden mit der Regierung über die Frage der Feuerbestattung gepflogen haben, geht hervor, da ßdie Staatsregierung mit dem H a g en er Verbot Zeit gewinnen will, um Aus - führungsbestirnrnungen für die Feuerbestattung ausarbeiten zu können. München, 14. Juli. Die Berliner.Staatsanwaltschaft hat nunmehr gegen den der Entwendung der vielgenannten „K e i m"- Briefe verdächtigten ehemaligen Bureaubeamten des Flottenvereins Oskar Janke, An klage auf schweren Diebstahl erhoben. Vom Personal des „Bayr. Kurier" werden in den nächsten Tagen in dieser Angelegenheit mehrere Herren, darunter nahezu sämtliche Expeditionsbeamten eidlich vernommen werden. Die „Münch. N. N." erwähnen bet dieser Gelegenheit, daß der ehemalige Chefredakteur des „Bayr. Kur.", Paul Sie- bertz, der kürzlich München verlassen hatte, während der letzten Tage seines Hierseins von zwei Berliner Kriminalbeamten überwacht worden sei. A«»!anv. Hammerfest, 14. Juli. Bei der Abfahrt des Kaisers von Tromsoe schien ein Wetterwechsel bevor- zustehen. Der Kaiser befahl daher die Fahrt durch den Lyngenfjord, die wieder allgemeine Bewunderung hervorrief. Da vom Nordcap nebliges Wetter gemeldet wird, ist die „Hohenzollern" bei Hammerfest vor Anker gegangen. — Der Kaiser hielt heute vormittag Gottesdienst ab. Um 3 Uhr nachmittags wird die Reise nach dem Norkap fortgesetzt, wo das Eintreffen etwa 7 Uhr 30 Minuten stattfindet. Das Wetter klärt sich auf; an Bord ist alles wohl. Petersburg, 14. Juli. Die Zaren-Familie tritt morgen ihre Reife an. Die Zusammenkunft des Zaren mit Kaiser Wilhelm wird Ende August a. St. stattfinden. Rom, 14. Juli. Der österreichische Minister Freiherr v. Aehrenthal ist gestern zum Besuche des italienischen Ministers Tittoni in Desio eingetroffen. Sitzung des Provinzial-Ausschusses. L Gießen, 13. Juli. 1. Die Sache: Ablösung der fiskalischen Jagdberechtigung in dem Pohlgönser Gemeinde- und Kirchgönser Gesellschafts^ wald ^Bodenhardt" mußte infolge Beschlußunfähigkeit de§ Provinzial-Ausschusses vertagt werden. 2. Die Stadt Ortenberg beabsichtigt die Erbauung einer Kanalisationsanlage, und zwar ist geplant an diese auch die Aborte :c. anzuschließen und die geklärten Abwässer in die Nid der einzusühren. Hiergegen hat die Gemeinde Liikdheim Einspruch erhoben, da sie einen nachteiligen Einfluß auf das Wasser der Nidder fürchtet, dessen sie zum Viehtränken rc. bedarf. Der Kreisausschuß des Kreises Büdingen, der über diesen Einspruch zu entscheiden hatte, verwarf die erhobenen Einwendungen und erteilte der Gemeinde Ortenberg die Genehmigung zur Einleitung der geklärten Abwässer in die Nidder nach Maßgabe der vorgelegten Pläne und Beschreibungen. Gegen diese Entscheidung legten die Anwälte der Stadt Ortenberg Rekurs an den Provinzial-Ausschuß ein, welcher in seiner heutigen Sitzung beschloß, vorerst noch weitere Erhebungen in der Sache anzustellen. 3. Leonhard Jüngling zu Usenborn hat im Jahre 1905 auf seiner Hofreite einen Brunnen angelegt, ohne die hierzu nach dem Kreisstatut von Büdingen erforderliche Genehmigung eingeholt zu haben. Er gelangte deshalb zur Anzeige und suchte nun nachträglich um die Erlaubnis nach. Das Großh. Kreisamt Büdingen veranlaßte u. a. auch eine Untersuchung des Brunnenwassers durch daL chemische Unter- suchungSamt der Provinz Oberhessen und diese ergab, daß das Wasser mit Jauchestoffen stark durchsetzt, eine Benutzung als Trinkwasser somit ausgeschlossen ist. Das Lkreisamt verlangte nun Schließung des Brunnens. Da Jüngling diesem Ansinnen nicht nachkam, erließ es Polizeibefehl gegen ihn, wonach er entweder durch Beseitigung der Pumpe und sorgfältiges Verschließen der Brunnenöffnung ober durch Zuwerfen mit Erde den Brunnen zur Wasserentnahme innerhalb 2 Monaten untauglich zu machen habe. Gegen diesen Polizeibefehl wandte sich der Anwalt des Jüngling be- schwerdesührend an den Provinzial-Ausschuß, indem er geltend machte, daß die anderen in Usenborn vorhandenen Brunnen, auf die Jüngling nach Untauglichmachung seines eigenen angewiesen sei, noch schlechteres Wasser enthielten, als dieser. Der Provinzial-Ausschuß beschloß deshalb heute, daß das Kreisamt zu ersuchen sei, zunächst noch das Wasser der Gemeindebrunnen einer Untersuchung durch das chemische 3 I I Märkte. li «täte Ä r" n y. '0! V. N N NNW 14. 14. 15. 55 71 88 4 4 2 unseres OrteS wurde von bem Kreisausschuß als begründe erachtet, so daß eine abermalige Wahl stattfinden muß, falls gegen die Entscheidung nicht abermals Berufung eingelegt wird. Durch die Aussagen einer Anzahl von Zeugen wurde Wahlbceinflussung durch Verabreichung von Getränken festgestellt. Die Kosten der Reklamation fallen dec Gerncindekasse -- -4- 20,7' C. -- + 11,2* C. I 3$ z> 750,5 749,8 751,6 9,8 10,3 11,3 am 13.—14. Juli „ 13.—14, , in ihm jederzeit und opferwillig ihre besten Kräfte ihm weihen würden. + Friedberg, 13. Juli. Der seit zwei Monaten von hier flüchtig gegängelte Bierverleger David Schreyack stellte sich am Sainstag freiwillig bei der Staatsanwaltschaft in Gießen. Er wird wegen Unterschlagung eines ziemlich hohen Geldbetrages (2000 Mk.) verfolgt und hat sich seither in der Schweiz aufgehalten. (Schceyack stellte sich, wie wir erfahren, einem ihm begegnenden Gesangen-Ausseher, der seiner Bitte, ihn mit in das Provinzial-Arresthaus zu nehmen, gerne willfahrte, nachdem er sich legitimiert hatte. Red.) 8. Rabertshausen, 13. Juli. Die Reklamation Juli 1997 E Q * 11 I N rkirche rrnd Schule. Der Gustav Adolf-Verein hält die 59. Hauptversammlung des Gesamtvereins vom 17. bis 19. Sept, in Jena ab. I und schilderte die bedeutsamen Gedenktage des Monats Juli; sein Hoch galt dem deutschen Vaterlande, dem Kaiser und dem Großhcrzog. Kreisamtmann Lang ermann ermahnte die Kriegervereine, in guten, wie in bösen Tagen treu zu Kaiser und Reich zu stehen und übergab dem Kriegerverein die Kaiserschleise. In schönen poetifchen Worten übergab Fräulein G. Harnisch den von den Jungfrauen des Dorfes gestifteten prachtvollen Fahnengürtel. Präsihialmitglied der Hassia Mayer-Gießen überdachte die Glückwünsche des Präsidiums und de§ Bezirks Gießen und dankte den Festjungfrauen für ihre gute patriotische Gesinnung, die sie durch daS hübsche Geschenk bewiesen Hütten. Nach kurzen Dankes- worten deS Präsidenten erfolgte hierauf die Uebergabe von Ehrenurkunden an sechs Gründer deS Vereins, von denen Veteran Luh zum Ehrenvorstandsmitglied, Veteran W. Deibel, PH. Weigel, Philipp Adolph, PH. Klingelhöfer und Johann Klein zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden. Nach dem Festakt trugen die drei Gesangvereine Vaterländische Chöre vor, und nun entfaltete sich auf dem Festplatz ein reges vuntbewegtes Treiben. Obwohl der schön gelegene, geräumige Fcstplatz mit den großen Hallen für einen großen Besuch eingerichtet war, reichte ec doch kaum auS, um die Festgäste alle zu fassen. Zn dem Gelingen des Festes haben nicht in letzter Linie auch die Kapelle der Gießener Regimentsmusik und :bic Festwirtschaft S. Spuck-Gießen beigetragen. So hat denn der Hauptfesttag unseres Kriegervereins einen sehr würdigen und schönen Verlauf genommen, und der Verein kann mit Stolz auf sein 25jähriges Stiftungsfest zurückblicken. Heute ist eine größere Nachfeier. □ Butzbach, 14. Juli. In Anwesenheit des Vertreters Großh. Regierung, des Regierungsrats Muhl von Friedberg wurde heute nachmittag dahier im „Gasthaus zum Löwen" im Auftrag der Landwirtschaftskammer durch deren Vorstandsmitglied Abg. Kühler-Langsdorf der Bezirksausschuß im Westbeztrk XV (B utzba ch) konstituiert. Leider waren 6 Mitglieder deS Ausschusses verhindert, an der Sitzung teilzunehmen. Als erster Gegenstand der Tagesordnung figurierte die Wahl des Vorsitzenden, die im Falle des Vorsitzenden durch Stimmzettel, semes Stellvertreters durch Akklamation erfolgte. Die erste Wahl ergab fünf Stimmzettel für Bürgermeister Wettner vonRocken- berg, drei für Wilhelm Fenchel von Ober-Hörgen, ein Zettel wae unbeschrieben. Demnach war Bürgermeister Wettner von Rockenberg als Vorsitzender gewählt. Als Stellvertreter des Vorsitzenden ging nachher einstimmig Bürgermeister Auf Reisen oder an Stelle äweiselhafter Milch sollte gesunden und nrngeutranten Kindern daö Restle'sche Kindermehl unbedmrn gereicht werden, da ext absolut keine Ernährungsstörungen ueruv acht, und hierdurch die Säuglinge die schwierige Sommerpenooe hne Gefahr überstehen. es /» to 20,3 17.1 15,2 r'e 5 c h Griginal-Drahtnieldriirgen. London, 15. Juli. Der gestrigen sozialistischer Kundgebung wohnten über 4000 Leute bei. Mehrere Redner hielten heftige Ansprachen und zum Schluß fand eint Resolution Annahme, in der gegen ein etwaiges russisch- englicheS Abkommen Einspruch erhoben und gegen die Aufäsung der Duma protestiert wird. Paris, 15. Juli. Nach den heutigen Morgenblättern kann von einem Attentat aus den Präsidenten über^ ;aupt keine Rede sein. Dec Revolver, den der Attentäter iei sich trug, stellte sich bei seiner Untersuchung als vollkommen ungefährlich heraus. Der Verhaftete soll aus seinen Geisteszustand untersucht werden. Die gestrigen Berichte rührten von auswärtigen Korrespondenten her, die die Sache außerordentlich ausbauschten. Von verschiedenen Staatsoberhäuptrn waren bereits Glückwunschtelegramme bei dem Präsidenten cingetroffen. ] Universitäts-Nachrichten. — Dokter-Ingenieur ehrenhalber. Auf Antrag der Abteilung für Jngenieurwesen und durch Beschluß von Rektor und Großem Senat dec Techn. Hochschule zu Darmstadt wurde dem ordentt. Pcosessor der Ingenieur- wissenschasten und Baukunde, Geh. Baurat Th. Landsberg i,u Darmstadt, in Anerkennung seiner hervorragenden wissen- chastlichen und schriststellerischen Leistungen auf dem Gebiete dec Statik und des Eisenbaues, sowie in besonderer Wert- chätzung seiner langjährigen erfolgreichen Lehrtätigkeit, die Würde eines ^Doktor-Ingenieurs ehrenhalber" verliehen. ......... ---!----' 'M Höchste Temperatur Niedrigste ic. Frankfurt a. M., 15. Juli. (Orig.-Telegr. des „Gießen, Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarklpreis« Weizen Alk. 00.00-00.00, Kurhessischer All. 00.00—00.00, La Plata All. 21.25—21.75, Kansas Alk. 21.25—21.75, Roggen (hiesiges Mk. 00.00—00.00, Gerste (Wetterauer) Alk. 18.25—18.50, Fanten» felder Mk. 18.75—19.00, Hafer 19.75—20.50, Mais Mk. 14.75—15.06. Weizenmehl All. 29.50—30.00, 00—00, 2. Qualität Mk. 27.00 I bis All. 28.00, 3. Qualität Mk. 25.50—26.00, Roggenmehl 00 V. All. 29.00—30.00,1. Qualität All. 28.50—29.00, Weizenkleie Alt. 11.OL |j bis All. 11.60, 9togge:llleie All. 11.50—12.00, Maiskeime Alk. 12.25 Sport. O Radfahren. Bei dem gestrigen Radfahrfest in S ch o tt e n hatte der Radklub Germania Gießen einen großartigen Erfolg iu verzeichnen, irdem er in Abteilivig B beim Preiskorso den 2. (emen echt silbernen Pokal) unter sehr starker Konkurrenz errang Bei dem Täuenahren über 32 Kilometer für Einzclfahrer wurden von 6 ausgesetzten Ehrenpreisen allein 5 Preise uon Mitgliedern obigen Vereins errungen und zwar den 1. P. Kronenberg Ui 58 Minuten, deii 2. A. Kircher, den 4. E. Zcderhcmer, den 5. E. Sauer den 6. L. Volpert. Tie sehr wertvolleii Preise sind im Schausenste' des Möbellabrllanten P. Kronenberg ausgestellt. Anbetung sei unserem Gott und Jerusalem, du hochgebaute Stadt; auch ein Sopransolo verschönte die Feier. Dec 2. Stadtpsacrec Boß sprach die Responsorien und die Gebete. Nach der Feier versammelte man sich im Hotel „Zum Schützenhof", wo ebenfalls die Vereine durch ihre Borträge mitwirkten und verschiedene Ansprachen gehalten wurden. Am nächsten Sonntag sowie während der Zeit der Renovation der Stadtkirche wird der Gottesdienst in der Kapelle abgehalten; diese, die etwa die Bausumme von 15.000 Mark erforderte, bildet ein Schmuckstück unter den Gebäuden der Stadt und stellt den mitwirkenden Handwerkern, insbesondere dem Bauleiter, dem hiesigen Straßenmeister Sonrmerkorn, ein gutes Zeugnis aus. 6 Ruppersburg, 14. Juli. Die Einweihung der neurestaurierten Kirche ist aus Sonntag, 28. Juli festgesetzt. — Am nächsten Samstag findet hier die Wahl von 3 Gemeinderäten statt. Dem Vernehmen nach sind bis jetzt nicht weniger als 21 Kandidaten ausgestellt. + Nidda, 13. Juli. Tie Friedr. Uhl,sche Brauerei wurde für 142000 Mk. an ein Konsortium verkauft, bestehend aus dem Kaufmann Kurl Lorz, dem Gastwirt und Metzgermeister Hch. Rullmaun und dem Braumeister Meier von hier. Tas Erzeugnis der Brauerei kommt künftig unter dem Namen „Niddaer Bürgerbräu" zum Ausschank. () Niederlemp, 13. Juli. Bei dem starken Straßeufall am Eingang des Dörfchens von Oberlemp aus stürzte gestern ein dreijähriges Kind aus einem hohen Wagen, der mit Emaillegeräten behangen war. Das Knäblein blieb bewußtlos liegen und Blut drang ihm aus Mund und Nase. Zum Glück 1)lieben gleich die Pferde stehen. Andernfalls wären die Räder dem Kinde über den Körper gegangen. -r. Win decken, 15. Juli (Tel.) Bei dem gestern hier abgehaltenen Gesangwettstreit erhielten folgende Vereine Preise: Klasse I A: 1. Germania Kelsterbach, 2 Männec- gesangv. Biebrich, 3. Liedeckcanz Andernach. Ehrenpreis Mgsv. Biebrich; Klasse IIA: 1. und Ehrenpreis: Concordia Darmstadt, 2. Männerchoc Schubertquartett Darmstadt, 3. Eintracht Frankfurt; Klasse I B: 1. und Ehrenpreis: Frohsinn Ditzen- bach, 2. Liederkranz Acheilgen, 3. Germania Klein-Steinheim; Klasse IIIA: 1. und Ehrenpreis: Männerquartett Biebrich, 2. Doppelquarlctt Rheingold Darmstadt, 3. Thalia Helden- jergen, 4. Liedeckcanz Hungen, 5. Sängeckcanz Niedcc- Noden; Klasse III B: 1. M ä nn ecq uartett Lich, 2.Sängerust Acheiligen, 3. und Ehrenpreis: Harmonie Darmstadt. Emen besonderen Ehrenpreis erhielt noch Concordia Darmstadt. bis All. 00.00, Franken, Pfälzer, Ried All.00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. ■fc. Frankfurt a. M., lö.Juli. (Telegr. Orig.-Bericht des »Gieß, Anz."). Amtl. Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkaufe standen: 371 Ochsen, 85 aus Oesterreich, 71 BulleL 2 aus Oesterreich, 0 auS Dänemark, 765 Kühe, Fersen, Stiere ui» Rinder, 0 aus Dänemark, 340 Kälber, 234 Schafe und Hammel, 00 Schafe aus Oesterreich, 0 Ziegen, 1400 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 84—87 M., 2. Qual 70-80 Alk., 3. Qual. 70—74All.; Bullen 1.Qual. 74 bii 76 Alk., 2. Qual. 71—73 Alk.; Kühe 1. Qual. 74—76 Alk., 2. Qual. 71—73 Alk., 3. Qual. 65-67 Alk, 4. Qual. 00—00 Alk., 5. Qual. 00—00Alk. Kalber: 1. Qual.93—96 Pfg., Lebendgewichts—58 PQ 2. Qual. 83—88 Pfg., Lebendgewicht 49—53 Psg., Schlacht« gewicht 65-70 Pfg. Schafe: 1. Qual. 82—00, 2. Qual. 00—00 Psg' 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 68—00 Pfg., Lebdgew. 53.00—00.00 Pfg., 2. Qu. 67—00 Psg., Lebendgew. 52.50—00 Psg., 3. Qual. 60—00 Pfg. Lebendgew. 00 Pfg. Geschäft: Markt lott, kein Ueberstand. Für Ochsen auS Oesterreich Uebernotiz. Landwirtschaft. A u s d e m o b e r e u N l d d a l a l, 14. Juli. Endlich jst auch bei uns jetzt die Heuernte so wen beendet. So sehr d„ Menge des eingebrachten Türrfutters befriedigen muß, so sehr läfo die Güte und der Nährwert des diesjährigen Heues zu wünsche«, übrig. Einmal fehlte es felbst in mäßig nassen Wiesen infolge de4 naßkalten Frühjahrs an dem kräuterreichen dichtstehenden Boden, gras und zum andern ist nur der allergeringste Teil des Futters wirklich dürr eingeheunst worden. Infolge der häusigen Gewiuer unb des ständigen Regens während der Heuerilte war man zu- frieden, wenn man fein Heu einigermaßen trocken einbrachle, wo. durch natürlich sein Futterwert bedeutend beeinträchtigt wird, ganz abgesehen von der doppelten Arbeit, die dem Landwirt durch das schlechte Heuwetler erwuchs — ein Umstand der bei dem Al angel an ländlichen, Arbeitern doppelt schwer in die Wagschale fällt. ---Alsfeld, 14. Juli. Ter cm 10. ds. Mts. hier flöge« halt en e Zuchtvieh markt war nut 79 Bullen, 25 Kichen, und Rindern Simmentsaler Rasse, 50 -Aorkshire-Schweinen und 121 Saancr Ziegen beschickt. Sämtliche Tiere waren reinrassiger Abstammung und konnten nur aufgetrieben werden, wenn fa in die «Herdbücher des Laudwirtschaftskammer-Ausschusses für Oberhesseu eingetragen waren. Ter Besuch des Marktes von Käufern war äußerst stark und der Handel ziemlich lebhaft. Bev. kaust wurden 40 Stück Rindvieh, 13 Schweine und 80 Ziegen mit einem Gesamterlös von rund 21000 Mk. Ter Markt, der jetzt zum viertenmale abgehalten wurde, entspricht einem Bedürfnis unseres regen Zuchtgebietes und scheint auch bei den Käufern; die auf besseres Zuchtvieh reflektieren und eine größere AuswaW haben wollen, immer mehr Anklang zu finden. Langecmann überreicht wurde. Am Samstagabend fand auf, dem Festplatz eine Vorfeier statt, die stark besucht war unb puc bei Konzert und Gesangsvorträgen aufs schönste verlief. Der ä Laubach, 14. Juli. Schon von weitem erblickt Präsident Lehrer Keil sprach in kurzen Worten den mit- man die auf einem Berge gelegene neucrbaute Friedhoss- wirkenden Vereinen Dank aus, gedachte der so folgenschwerenstapelle, die mit ihrem spitzen Turme sich bedeutend von ! Begegnung König Wilhelms mit Bcnedetii zu Emö und per Stadt abhcbt. Die Einweihung galt der heutige toastete auf Kaiser und Grohhcrzog. Der gestrige Haupt- Festtag. Am Kriegerdenkmal stellte sich um 2 Uhr ein Festfesttag mar trotz der Rcgcnansagc des Gictzcncr WctlermachcrS p"g nut dem Musikverein an der Spitze auf. Der Gräfin vom schönsten Wetter begünstigt, und cs herrschte em solcher Mutter mit 2 Söhnen, Superintendent Petersen aus Darm- ,Menschenandrang, wie ihn Klein-Linden wohl kaum noch st"dh dle Geistlichen der hiesigen Stadt sowie aus der gesehen hat. Fast sämtliche Giestener Militärvcreine waren Umgegend eröffneten den Zug, in dem der Kirchenvorstand, anwesend. Zu dem starken Besuch trug auch die zwischen stw Kirchengemcindevertrclung, der Gcmemderat und zahl- Vließen er Wetterdienst. VoranSsichtltche Witterung für Hessen am Dienstag ben 16. Julu Heiter nnb trocken. Warm. Schwache nördliche Winde. Sonnenschein Bew. Himmel Bed. es 4 gegen die Wahl des Karl Reichardt als Bürge em ei st er Meteorologische Beobachtuuge» der Statisu Gießen. ^MtersuchungSamt zu unterziehen, und setzte seine Ent-iKrauSgci'll von Niedec-Weisel auS dec Wahl hervor. Bei Ischeidung einstweilen auS. dec nachfolgenden Diskussion, an dec sich in besonders an- " " ~~ ---- • ---------—.................. ...geregter unb anregender Weise auch der RegierungSvertretec Aus MilO RunO» RegieningScat Muhl beteiligte, wurden nachher noch eine Gießen, 15. Jtili 1907. I Reihe sehr wichtiger landwirtschaftlicher Fragen erörtert und - Gießen — 30000 Einwohner. Nach den Sum Schluß folgende Resolution gefaßt: Ergebnissen der Betriebs- und Berufszählung am 12. Juni 1- ®cc BeztrkS-AuSschliß Butzbach beschließt, den Herrn I. IS. hat die Stadt Gießen eine Bevölkerung von 30 2 23 Vorsitzenden des landw.VezirksvereinsFriedberg dringend Personen, darunter 15864 männliche und 14359 weibliche. B“ ersuchen, den bestehenden Verein den neuen Ver- ES wurden 6055 Haushaltungen, 752 land- und forst- haltnissen angemessen neu emzukichten und zu wirtschaftliche, 547 größere und 1667 kleinere gewerbliche! organisieren. Betriebe gezählt. 2* Dec Bezirksausschuß XV (Butzbach) beschließt in seiner *• Zur 3. Jahrhundertfeier der alma mater ersten konstituierenden Sitzung, den Vorstand derLand- Jjudoviciana in Gießen wird, wie wir hören, im Ver- wirtschaftskanimer zu ersuchen, bei der Großh. Regierung läge von Alfred Töpelmann (vormals I. Ricker) in Gießen dahingehend vorstellig zu werden, daß ebenso wie in eine zweibändige, von der Universität selbst als Erinner-1 anderen Bundesstaaten bei ausländischenArbeitern, ungSgabe herauSgegebene Festschrift erscheinen. Der erste *c nuc saisonweise in Deutschland sich auf* Band wird eine ausführliche Geschichte der ersten 50 Jahre a ,ef,1' ,ne Beiträge mehr zur Llltecs- und Inder LandeSuniversität, bearbeitet von Herrn Dr. Becker in validilätsversicherung erhoben werden möchten. Darmstadt, und eine Chronik dec Universität bis 1907 ent- . Um 4V* Uhr schloß der Vorsitzende Kamniervorstands- hatten. Der zweite Band bringt interessante Einzelbeiträge "i^glied Köhler-Langsdorf die konstituierende Sitzung des zur Geschichte der Universität und der Fakultäten, die zumeist Bezirksausschusses, betonend, daß der Bezirksausschuß nur von Dozenten der Universität geschrieben sind. Zahlreiche, I bann fruchtbringend wirken könne, wenn die führenden Männer sorgfältig ausgewählte Tafeln und Textillustratiolien werden die sehr schön ausgestattete offizielle Festschrift zieren. Ohne Zweifel wird dieses prächtige Weck für alle, die es eriüerben, ein würdiges Andenken an die Jubelfeier dec Landes-Universität sein. ** i e feierliche Grundsteinlegung des B iS m a r ck t u r m e S auf dem Taufstein sand am Sonntag mittag 1 Uhr bei zahlreicher Beteiligung statt. Die Festrede hielt Forstmeister Diefenbach von Schotten. Auch Geh. Regierungscat Schönfeld-Schotten hielt eine An- Änsprache, worauf von verschiedenen Herren die üblichen Hammerschläge unter entsprechenden Worten erfolgten. 9ln den Akt schloß sich ein Festessen zu 50 Gedecken im Klub-: haus auf dem Hoherodskopf. [J Klein-Linden, 15. Juli. Unter starker Beteiligung feierte gestern der Kriegerve rein sein 25jährigeS Jubiläum, aus welchem Anlaß ihm ziigleich die vom Kaiser gestiftete Fahnenschleife durch Kreisaiiltiiiann Gießen und dem Fesiplatz hergcstellte Omnibusverbiuduug bei, rct$c Gemeindemitglieder sich befanden. Am Haupteingange !deren Wagen fortgesetzt überfüllt waren; Hunderte roanbetten foI9te die Zeremonie der Schlüsselüberreichung durch Baurat 'zu Fuß nach unsereni Dorf. Nachdem von 12i/2 bis 2 UEjv auS Gießen an Geh. Regierungsrat Schönfeld chie auswärtigen Bercinc empfange» morden waren, bewegtestus Schotten, durch diesen an den 1. Pfarrer Nebel hier, sich um 2y, Uhr unter Leitung des Festpräsidenten Dönges der ihn bem Superindenten Petersen zur Oeffnung ein stattlicher Zug durch das im Festschmuck prangende Dorf, überrerchte. Betritt man das Innere, so überrascht die Der Jestzug umfaßte 28 Nummern, davon 20 Vereine aus Farbenpracht der großen bunten Fenster, die seine Aus- lden hessischen und preußischen Nachbarorten und 4 aus Gießen, si'hrung der in gotc ischcm Stile, teilweise so z. B. int Dem Fcstzug voraus ritten drei Fcstreiter in Husarenuniforui, 'm Jugendstil angewandten Atalcreicn, wie die ihnen folgten mit geschniücktcn Rädern der Radfahrcrverein, Pt.on- und Reliefbilder. Da die Kapelle nur Platz für 300 die Festdamen, der Vertreter der Rcgiertmg und das Hassia. Personen bietet, mußten viele die Besichtigung aus den Präsidiums, der Bczirksvorsitzende, der Octsvorstanü, ein späteren Nachmittag verschieben. Die Weiherede, die znm Wagen mit dem Feldzugsteilnehmern von 1866, 1870/71 Text hatte „Jesu sprach: Friede sei mit Euch" hielt Super- mnd hieran schlossen sich in langer Reihe die Vereine, darunter endentent Petersen, der 1. Stadtpfarrer Nebel hielt Feuerwehr in Uniform und Turner. Auf dem Fcstplatz die Fcstpredigt mit dein Texte: „das Fleisch ist wie das angekommen hielt Präsident Lehrer Keil die Begrüßungs- Gras und seine Herrlichkeit wie des Grases Blume. Der und Festrede. Er gedachte der Entwickelung des Vereins Gemelndegesang wurde mit Musikbegleitung ausgesührt, der ■ ..... Kirchengesangverein fang die beiden Chöre: Preis und Vertrag gibt es ja gar nicht. Das ist ein Ueberein kommen, das der Korea und die Friedenskonferenz. dass es Um stille Teilnahme bitten B“/r der Psg. Frau Margarete Müller Wwe ff des Gesetzes vom 5. Mal der in § 137 Wiese ck, den 15. Juli 1907. 4682 steigert werden. [4587 Gem mecker, Pfandmeister. B15A B15/t fecö b«/7 B16/r welcher der Die Beiträge ff V u zum Dreschen Futtersohneid. Schroten etc. etc. I. II. III. IV. V. VI. VII. zum Holzschneid. Buttern, Wasserpumpen etc, etc. Klasse u u n ff u 78 69 52 42 33 24 18 folgende für die'/ Gießen, den 10. Juli 1907. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Ateenm. morgens von 4 bis 8 Upr abgeschaltet. Gießen, den 15. Juli 1907. Städtisches Elektrizitätswerk Giehen. Stolte. herigen Firma weiter. Gießen, den 10. Juli 1907. Großh. Amtsgericht Gießen, den 11. Juli 1907. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I- V.: Eurschmann. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. jedoch vorbchältlich Ciu Redakteur des '„Courier de lä conference de la paix" richtet über eine Unterredung, die er dieser Tage mit einer korea- schen Abordnung gehabt hat. Diese Abordnung war nach m Haag gekommen, um der sogenannten Friedenskonserenz e Nöte Kvreas zu klagen. Es ist recht interessant, die Auf- ssung der Koreaner von den Aufgaben der Haager Konferenz irnen zu lernen. ' , f Auf die Frage des Interviewers, was er denn in Haag reichen wolle, erwiderte Prinz Tpijong-Oni-M: „Ich bin hierher reist aus fernen Landen, um zu sehen, ob ich den Gott des echtes, der Gerechtigkeit, des Friedens finde, dessen Altar im iag stehen soll." „Den Altar," erklärt der Interviewer, „entdeckte Herr Martens >99 im Haag." „1899?" rief der Prinz. „Seit dieser Zeit hat sich der Gott s Rechtes wohl nicht mehr offenbart? . . . Was machen übrigens e Deputierten im Rittersaal?" „Vertrage, die Frieden und Gerechtigkeit in der Welt sichern llen." „Oder solche, die dazu bestimmt sind, daß sie verletzt werden. Mir um ist denn Korea von der Konferenz ausgeschlossen worden?" „Bedenken Sie doch, Prinz, daß durch den Vertrag vom 17. No- mber 1905 . . ." „Entschuldigen Sie," unterbrach hier der Koreaner, „diesen Auf Beschluß der Stadtverordneten - Versammlung vom 11. April 1907, nach Anhörung des Kreisausschusses und mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 1. Juli 1907 erhält das Ortsbaustatut für die Stadt Giehen folgenden Nachtrag: Zu Artikel 59 der Allgemeinen Bauordnung. § 1. Für die Ost-, Süd-, West- und Nordanlage wird offene Bauweise vorgeschrieben. Zu Arttkel 59 der Allgemeinen Bauordnung. § 2. Die an diesen Straßen zu errichtenden Gebäude dürfen nicht mehr als zwei Stockwerke über dem Erdgeschoß enthalten und müssen von den Nachbargrenzen mindestens 3 Meter entfernt bleiben. Ein Vorspringen vvn Treppen, Erkern, Balkonen usw. bis aus 2 Meter Abstand von der Nachbargrenze ist zulässig. Zu Artikel 37 der Allgemeinen Bauordnung. 8 3. Seiten- und Hintergebäude können nur mit besonderer Zustimmung der Stadtverordneten-Versammlung und unter den von dieser etwa zu stellenden Bedingungen genehmigt werden. Zu Artikel 59 der Allgemeinen Bauordnung. § 4. Alle von einer Straße aus sichtbaren Außenseiten der Vorder-, Hinter- und Seitengebäude müssen eine gefällige architektonische Ausbildung erhalten. Zu Artikel 29 der Allgemeinen Bauordnung. § 5. Anlagen, die unter den § 16 der Gewerbeordnung fallen, sind in den in 8 1 genannten Straßen unzulässig. § 6. Diese Bestimmungen treten mit ihrer Veröffentlichung in Kratt. Gießen, 2. Juli 1907. Großh, Amtsgericht. Verdingung. Zum Neubau des Empfangs gcbäudeS auf Bahnhof Marburg a. d. Lahn sollen die Terra nova-Puparbeiten emschließlich Lieferung der zugehörigen Werkstoffe, umfassend rund 1400 qm äußeren Ansichtsflächenputz, vergeben iverden. Verdingungsunterlagen könn. gegen post- und bestellgeldfreie Bareinsendung von 2 Mark von hier bezogen werden. Die Angebote sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Erüffnungs- termin Sonnabend, d. 27. Juli 1907, vormittags 11 Uhr bei uns einzureichen. fhv11/? Marburg a. d. L., d. 10. Juli 1907. König!. Eifenbabn-Betriebs- Jnfpektton. Geschäfts - Empfehlungen liefen billigst örühl'sche Universität; Druckerei, Sieben. koreanische Minister des Aeußeren ohne jede Vollmacht feines Kaisers abgeschlossen hat, es wurde übrigen^ nie ratifiziert, und ist somit null und nichtig. Wir Koreaner betrachten es wenigstens als nicht existierend. Und auf Grund dieser Urkunde ohne Rechtskraft^ und Wert schließt uns die Kdnserenz von ihren Beratungen „Was gedenken Sie dagegen zu tun?" „Wir wollen vor dem Altar des Rechts und der Gerechtigkeit unsere Klage Vorbringen; wir wollen fragen, ob jenes Abkommen im Sinne des Völkerrechts gültig ist." „Nehmen wir nun an, daß der Vertrag als ungültig erklärt würde, was iwürde; dies in praktischen Hinsicht bedeuten? Auch Iwenn Kvrea seine eigene diplomatische Verttetung hätte, bliebe es ja doch in der Gewalt Japans." „Sie glauben also auch nicht an die Bedeutung und den Wert von Verträgen, selbst wenn diese von einer Großmacht vom Range Japans realisiert sind? Wissen Sie, daß Japan im Jahre 1904 die Unabhängigkeit und Unantastbarkeit meines Vaterlandes anerkannt, und daß es weiter für die Sicherheit unseres Kaisers Gewähr geleistte M rl. . . .Freilich sicher ist unser Souverän, denn er ist in seinem eigenen Hause eingekerkcrt. Unsere Unabhängigkeit ist in Sklaverei verwandelt worden. Nur eines hat Japan treulich gehalten: die Integrität des Landes, — weil es dieses ganz verschluckt hat." < infolge » itn evang. Schwesternhaus, <Üeasen, lobanneettr. 7« Versteigerung. Donnerstag, d. 18. Juli l. Js., nachmittags 4 Ubr sollen im städt.Pfandlokale ScltcrSwcg 11 dahier die wegen rückst. Gemeindesteuer, Holzgeld, Beerdigungskosten usw. gepfändeten Gegenstände als Möbel all. Art, 1 Partie Stiefel, 1 Partie geschn. eichene Stämme, 2 Kassenschränke und 2 Pferde sowie 1 Fahrrad ver- 1886 für die in § 1 Ziffer 2 dieses Statuts bezeichneten Personen vorgesehenen Ermäßigung, nach welcher die wöchent- lichen Beiträge vom 2. Iuü 1907, erhält § 30 des Kassenstatuts Fassung: Die wöchentlichen Kasfenbeiträge betragen Mitglieder: Bekanntmachung. Zwecks Vornahme von Anschlußarbeiten m der Kraftstation ist das gesamte Stadtnetz am Mittwoch den 17. Juli d. I. Bekanntmachung. Der Bebauungsplan für den südlichen Teil des Schiffen- rgerwcgs iji mit nachstehender Ortsbausatzung genehmigt und stgestellt worden. Der Plan kann von jedermann bei unserem Tiefbauamt einsehen werden. Ortskrankenkasse Gießen. Durch Beschluß der General-Versammlung vom 10. Juni^ l. Js., genehmigt durch Verfügung Großh. Kreisamts Gießen Bekauntmachung. In den Vorstand der Spar- und Vorschußkasse, e. G. m. u. H., in Mainzlar, wurde an Stelle des ausscheidenden Wilhelm Bingel dec Ludwig Vogel IV. von Mainzlar zum Direktor gewählt. Eintrag zum Genossenschaftsregister ist erfolgt. Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben t Anschluß an den Bebauungsplan für den südlichen Teil des chiffenbergerwegs folgende Ortsbausatzung erlassen. 8 1. Abweichend von den Vorschriften in den §§ 7 und 8 des rtsbausiatuts wird bestimmt, daß an den bei A, B, 0, D, E, F und vom Schiffenbergerweg abzweigenden Straßen nur die Eckgrund- tcke bebaut werden dürfen. § 2. Die Bebauung dieser Eckgrundstücke ist nur auf eine lese von 20 m von der Straßenfluchtlinie des Schiffenbergerweges ts gerechnet, gestattet. § 3. Diese Eckgrundstücke dürfen Ausgänge nach den vom chiffenbergerweg abzweigenden Straßen vorerst nicht erhalten. Gießen, den 10. Juli 1907. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Die trauernden Hinterbliebenen: I. d. N.: Christian Enders. Giessen (Liebigstrasse 70), den 15. Juli 1907. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 16. Juli, 3 Uhr nachm. von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. [4670 Versicherte der 51 ässe angehört hat, ihrem vollen Betrag nach zu entrichten. Dabei gilt als Woche dec Zeitraum von Montag bis .Sonntag einschließlich. c15/7 ’ Sehr grosse Anzahl i. Betrieb! Glänzde. Zeugnisse a.d.PraxisI Korenfabrik Oberursel A.-G. Oberursel bei Frankfurt am Main. Pläne u. Kostenanschläge gratis! Coulante Bedingungen. Bekanntmachung. In das Handelsregister Abt. A. wurde eingetragen: a) die Firma Rehm Stern zu Burkhardsfelden ist erloschen. b) bezüglich der Firmen: 1. I. H. Fuhr, Gießen: Dem Kaufmann Hermann Fuhr in Gießen ist Prokura erteilt. 2. I. Rothschild, Metzen: An Stelle des verstorbenen Teilhabers Israel Rothschild ist dessen Witwe Emma geb. Vogel in big offene Handelsgesellschaft eingetreten und die ihr erteilte Prokura hierdurch erloschen. 3. August Hell, Hotel Grotz- Herzog von Hessen, Metzen: Das Geschäft ist auf Hotelier, Georg Wissig m Gießen übergegangen. Die Firma ist geändert in: Hotel Großherzog von Hessen, Inhaber Georg Wissig. 4. Julius Bach, Gretzen: Der Teilhaber Julius Bach ift am 1. April l. Js. aus dec offenen Handelsgesellschaft aus- geschieden und diese damit erloschen. Der andere Teilhaber Kaufmann Wilhelm Bach führt das Geschäft unter der seit-' Tooes-Anzerge Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß mente innigstgeliebte Frau, unsere gute Mutter, Tochter, Schwester und Schwägerin Kn ÜIiim Kchmim Stiller geborene Körber heute nachmittag 11 Uhr im Alter von 28 Jahren sanft entschlafen ist. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Stühler. Familie Körber. Rödgen, den 13. Juli 1907. Die Beerdigung findet Dienstag den 16. Juli, nachmittags 2 Uhr, statt. 4678 „Das ist alles sehv böI was Sie da sagen, ober was können Ste dagegen tun?" _ "Aibt es denn kein Recht in dieser Welt, nicht einmal im *25?$ je. . r ma!1, uns auch hier zu verstehen geben, daß die Schmach nicht getilgt werden soll: wird man die Klageschrift unseres Volkes voll Verachtung beiseite legen; wird man aus-, drucken, daß die gewährleistete Unabhängigkeit eines Reiches straf-, los ntedergetveten werden darf?" -; „Diesen moralischen Erwägungen steht die Tatsache starr ent-, gegen, daß Japan de facto, im Besitze Koreas, und daß es sehn mächttg tst." । r -£ie von der Konferenz wirklich so denken sollten, tst ihr Begriff vom Recht em Phantom, ihre Achtung vor der Gerechtigkett Heuchelei. Warum soll Korea hingeschlachtet werden? Weil es schwach ist. Warum soll Japan die Verträge nut Füßen treten? Weil es stark ist. Wozu also von Recht und Gesetz sprechen? Die Herren mögen viel lieber zugestehen, daß die Sprache der Geschütze ihr stärkstes Argument ist, und daß der Starke immer im Rechte ist. Koreas Schicksal ist der beste Beweis gegen die Theorien der Friedensbewegung. Korea wollte, da es von Bergen umgeben ist und seine Bevölkerung den Frieden liebt, die Schweiz Ostasiens werden. Wir hatten ja auch nur 7000 Soldaten im Lande. Was ist das Ergebnis? . . . daß ich hier vor den Toren betteln muß. . ." Tie Koreaner werden mit ihren Klagen wohl Recht haben, aber das kriegsstarke Japan hat unzweifelhaft noch mehr Recht. Orisbausatzuua. Auf Grund der Bestimmungen in Artikel 2 und 20 des Ge- ____ vom 30. April 1881, die Allgemeine Bauordnung betreffend, ld in den 88 5 und 8 der Verordnung vom 1. Februar 1882, die nsführung der Allgemeinen Bauordnung betreffend, wird nach ernehmung der Stadtverordneten-Versammlung unter Zustimmung s .'-lreisausschusses und mit Genehmigung Großherzoglichen Kni teriuutv des Innern vom 29. April 1907 zu Nr. Al. d. 1.11638, Jeder Landwirt spart viel Zeit und Geld auch in kleineren Wirtschaften mit der Locomobile U schon von Uark 1900.— an Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, Gott gefallen hat unseren lieben Vater, Grossvater und Urgrossvater Herrn Johann Jost Birkenstock im Alter von 81 Jahren gestern morgen um 6 Uhr plötzlich und unerwartet Herzlähmung zu sich zu rufen. sowie für die trostreiche Grabrede des Herrn Pfarrer Hellwig sagen wir unseren tiefgefühlten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. 1. dec I. Klasse 39 Pfg. 2. n II. ii 33 ff 3. 1, III. ff 26 n 4. ii IV. ii 20 ff 5. ii V. u 17 n 6. V VI. II 13 n 7. VII. ff 10 V sind für jede Woche, innerhalb ruh. ca. 38161 Seltersweg 14. 43841 Geräumige Scheuer zu vermieten, r-täheres vteunadt Ä. Liebi^shöhe ßei kühler Witterung im Saal. Suv-Aulage 23. Statt Karten. 3 Zimmer Die Geburt eines Jungen zeigen an l ■Alzey, den 13. JuH 1907. 4669 4 Pfg. 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