Nr. 283 127. Jahrgang Montag, 2. Dezember 1907 Erscheint tügltch mit AuSnabme deS Sonntags. 'M Rotationsdruck and Vertag her Br 6 bischen Unü>erfüät8 - Bnch- und *5tttnorudeteL R. Lange, Gießen. wird, wie ich fürchte, der Blocksieg bom Januar allerdings nicht dauernden Erfolg haben. (Beifall links.) Die ..Lietzener Santitertblätt*?** werden dem ^Anzeiger^ viermal wöchcnliicb dr'.gelegt, das „Krehbiutt für bin Kreis Pretzen" zweimal wöchentlrch. ..hekfri-e ^Lr.^wir^ erschemt numaind) einmal. Redaktion, LxvedtNon und Druckerei: Schul- siraße 7. (fcrpebüton ^nd Verlag 51. Reöaktiom«^O 112. Tel.-Lll>L.^Nkeiaeru, die Reform de? Vörsengeictzes zu verhindern, intern es ^e Rccknc graulich macht und ihr seine Unterstützung gegen i-d, n*--*- gehende Revision des BörsenaesetzeS anbietet. Das Zen könnte auch versuchen, mit Hilfe der Linken dcm VercmZgcs-tz crne so radikale Fassung zu geben, daß die Rechte nicht mcV stimmen kann. Der Block befindet sich da also in einer 'ck-w-ei-or- nen Lage als weiland in der bekannten Ballade von Borger der Pfalz- und Rheinaraf. Das Zentrum könnte bald den re*!m bald den linken Reiter spielen. (Heiterkeit ) Wenn heitsparteien merken werden, was mit dieser -att'k ocochc. : gt wird, so wird sie keinen Erfolg haben. (Bravo! bei dem Brvck.) Gerade das Beispiel, das nachahmenswerte Beispiel, der Zentrumspartei ze'gt, daß es sehr wohl möglich ist, tiefere,enbe Divergenzen auf wirtschaftlichem und sozialem Gewete au-zugleichen, wenn nur Zweckbewußtsein und Selbstbeherrschung bic Cberbanb gewinnen. Das Zentrum bleibt zusammen, weu «'S sich immer wieder auf der m-ttleren Linie zulammenfindet, wo einander ursprünglich fernerstebende Richtungen, sich in gemeinsamer Arbeit und Betätigung begegnen können. Die Blockparteien .an- nen, wie ich glaube, lange nebeneinander mar sch' e - ren, wenn sie dasselbe tun. Wenn ich das sage, so vemchließe ich meine Augen nicht gegenüber den Gefahren, die dem ~_ocr drohen, und gegenüber den Schwieriakeiwn der Blockvolit^ Gewiß gibt es solche Schwierigkeiten und ^fahren. Sie lasten i.ich aber meiner festen Ueberzeugung nach überwinden. Diese. Schwierigkeiten bestehen vor allem darin, daß es Parteien mckt ie:djt fällt, neue Straßen einzuschlogen und alte Wege zu verkästen, alte Traditionen aufzugeben, namentlich wenn es Traditionen des Streites und des Zankes sind, die uns Deutschen mm einmal besonders teuer sind. (.Heiterkeit.) Es fällt den Parteien nicht leicht, die Dinge losgelöst vom Standpunkt der allerdirektest-n Parteiinteressen zu betrachten. Wir müston ims vor allem darüber klar werden, was möglich ist und was nicht möglich ist, was die Blockpolitik soll und was sie nicht soll. Es kann nafiirTirti n,ch: die Rede davon fein, daß die Konservativen plötzlich liberal oder daß die Liberalen über Nacht konservativ werden sollen (Zuruf der Soz.: Sie sind es ia schon! Heiterkeit be? den Soz. und beim Zentrum.) Die Grundsätze der Parteien dürien weder von der einen noch bon der anderen Seite ignoriert werden. Konservative und liberale Parteianschauungen dürfen.nicht willkürlich durcheinander gemischt und durcheinander geschutw.t werden. ES müsien alle solche Fragen zuruckoestellt werden (stur- milche Aha-Rufe im Zentrum und bei den Soz.), es mu.sten alle solche Fragen zurückgestellt werden, bei denen eine Verständigung in absehbarer Zeit nicht möglich erscheint. (Großer Lärm beim Antiblock.) Es muß überhaupt vorsichtiger operiert w/rp-n. (Erneuter großer Lärm beim Antiblock.) Die Vlockvont-k la.t sich auch nicht ohne weiteres und nicht mit starrem ToJrmar:?- mus vorn Reiche auf Preußen übertragen. (Stürmische Zurure von den Soz.) Es läßt sich aber in Preußen so regieren, daß der Block im Reiche nicht gesprengt wird, (^rmende Riife der Soz.: Wahlrecht!) Es laßt sich im Reich so. Blockpolitik machen, daß in Preußen zwisch-n den Parteien nicht unuberbru..vare Gegensätze entstehen. (Die Soz. rufen fortwährend in lärmendem Ton: Wahlrecht! Wahlrecht!) Die Blockparteien können auch weiter Zusammenhalten. Wenn sie sich ihrer Verantwortung vor dem Lande bewußt bleiben, wenn sie sich klar machen, daß ne keine Ursache haben, mit einander zu streiten, wenn sie sich vor allem klar machen, wie sehr ein Auseinandergehen sie ielbst ur.D das Land schädigen wurde. Die Blockparteien müssen in ben großen Fragen Zusammenhalten, von denen das Wohl und "-;CD- des Landes abhangt. Sie können aber in anderen zvrogen ihren eiaenen Weg gehen. (Lärmende Zurufe be'M Autiblock.) Der Block ist nicht so gemeint, daß er auch in untergeordneren fragen immer einig sein muß. Ich würde z.B es ganz begreik-ub finden, wenn eine Frage, die keine politische 'st, die nur eine juristische ist, beim Block nicht in allen Teilen die gleiche Veur.e:- lung finden würde, z. B. die Frage der Haftung deZDi er Haitis. (Stürmisches Gelächter beim Antiblock.) Wohl ..aber muß dec Block Zusammenhalten in Fragen, die für das W oh l des Landes von Bedeutung sind. Die Blockparteien loll^en ihren Gegnern auch nicht das Vergnügen machen, sofort . über Svrenaung und Verfall des Blocks zu jammern, sobald cmmal der Block in einer weniger wichtigen Frage Nicht geschloßen stimm.., sobald einmal Gegensätze zutage treten. ES kommt auf hte großen Entscheidungen an (Beifall beim Block), es k o mm t namentlich darauf an, daß i m Block nicht Gegensätze entstehen, die ein we^iteres Zusammengehen unmöglich machen würden. Meine Herren! In meiner ersten Rede vor dem neugewahl- ten Reichstage habe ich meine feste Absicht bekundet, festzubalten an der von mir vertretenen Wirtschaftspolitik, die sich ^irtfchaf.' lich und politisch Wohl bewährt hat. (Beifall rechts.) _ Iw. oa.e ferner die Fortsetzung einer gesunden^, ? r a t 11 a f n und vorurteilslosen Sozialpolitik rur STruc-rrr mxb Mittelstand angekündigt. Ich habe aber auch gesagt,.paß ich auf anderen Gebieten Neuerungen für angemcsien halte m U*-'U.-S berbriarhl'hrt W-rd-.i und zugleich die Beseitigung von polizeilichen Maßnabm-u. und urbequemen Hemrnnisien erreicht werden, für V« Ttn; . in der Entwicklung moderner Staaten kein Bedürfnis und ici.i Raum mehr vorhanden ist. Das Gesetz beruht auf einer eiten werden. (Staatssekretär Dernburg tritt in die Nähe des Redners.) Und wer weiß, das dicke Ende kommt vielleicht noch nach? Wenn Herr Dernburg eine Reise tut, dann können wir das bezahlen. Heiterkeit, Dernburg nickt.) In einem VreZlauer Blatt hieß cs, der Staatssekretär werde durch die Bescheidenheit seines Nachtragsetats als erster Frucht seiner Reise überrasck)en. (Der Staatssekretär nickt zustimmend.) Ich freue mich, daß er es ausdrücklich noch bestätigt, aber wir wollen den Dernburg nicht vor dem Nachtragsetat loben. (Heiterkeit.) Ein warnendes Beispiel ist die Landungsbrücke in Swakopmund. Wir haben allen Anlaß recht skeptisch in bezug auf die Versicherung, der Wasscrbautechniker zu fein, und es wird einer sorgfältigen Prüfung bedürfen, damit nicht auch die neue Brücke wieder eine Kummerdrücke für den Reichstag wird. , , Bei der Marine werden wir alles bewilligen, was erforderlich ist, die Flotte technisch auf der Höhe zu halten. Für meine Freunde hat stets das Wort gegolten: die b e.st e W a f f e f u r dasLan-dheerunddasbesteSchifffurdieFlotte, und wir müssen auch die finanzielle Konsequenz ziehen, mag^uns Herr Bebel auch unzurechnungsfähig nennen! (Heiterkeit.) freilich, das Flottengesetz wird sehr sorgfältig geprüft werden, der Beweis wird geführt werden müssen, daß die Lebensdauer der schisfe herabgesetzt werden muß. In der Begründung der Vorlage und der vorgesttigen Rede des Herrn v. Tirpitz ist der Beweis noch nicht geliefert. Die jetzige Vorlage zeigt wiederum, wie bedenklich es ist, durch das Gesetz die technische Entwicklung der Manne, festlegen zu wollen. (Zustimmung.) ?rber meine Freunde, und nicht zuletzt dieienigen, die mit einer gewissen Freudigkeit für den Ausbau der Flotte einzutreten bereit sind, halten die Treibereien un v e r a n t w o r t - licher und ungefragter R a t g e b e r fu r südlich Leb- Hafter Beifall), und für den Ausbau der deutichen Äcblartitflotte geradezu für gefährlich. (Sehr richtig!) Wir unterstützen den Staatssekretär, weil er sich der Extravaganzen solcher Flottenschwärmer. die nicht nach der Leistungsfähigkeit der Nation fragen, iU ^Großes Auffeüen hat es erreat, dah der Thef der Nordsee. Nation non Ahlefeld wegen Abl-Hnun g e t ne? Duells mit sechs Saara Stubenarrest bestraft wurde und dann sein Bündel scbniiren muhte. Auch in der Marine scheint sich ,eht der berstie. gene Ehrbegriff geltend ,u machen, der im Heere immer noch herrscht, issurufe links und im ^ntriim: Seibcir!) In anderen Fällen greift das militärische Ehrengericht nicht so schnell ein. Tnä mit besonders von den sexuellen Verfehlungen in der Armee. müssen dem Kriegsminister danken, daß er so offen unö freimütig über diese Dinge gesprochen hat, und daß er mit eisernem Bewn Auskehr halten will. Wir danken ihm, dab er durch tatsachlickie Angaben die Affäre aus der Atmosphäre des Klatsches gezogen hat. Ein gut Teil des Geredes und Geraunes ist ze^tort wordem ms- besondere bezüglich des Fürsten Eulenburg und des Grafen Mottls Die Angelegenheit der Grafen Lvnar unb Hohenau ist aber noch nicht geklärt worden. Gras Lvnar ist eines strafbaren Vergehens beschuldigt worden, der Ehrenrat hat aber nicht eingegriffen. Auch die Angelegenheit des. Grafen Hob en au 'st nicht geklärt. Die beiden Grafen burrten nickt eher verabschiedet werden, als bis nicht die ganze Angelegenheit m allen Einzelheiten klargelegt war. Die Schuld trifft nicht den Kriegsmmister sondern die Kommandobehörde und vor allem das MMtarknbmettz Dieses ist schuld daran, daß solche Enthüllungen dem^ Offtz'erkorps nickt erspart blieben. Diese Angelegenheiten bewenen, M eine Reform des M i I i t ä r b e s ck w e r d e r e ck t s vor allem notwendig ist Bezüglich der Moltke-Harden-Aftare werden wir das Ergebnis des neuen Prozeises abwarten müssen Wie war es aber beim ersten Prozeß möglich, daß das Privatleben m so unerhörter Weise in da? Verfahren hmemgezogen wurde? Umere Pro^verhandlimgra s-llra bo* ftmc Folterkammern ft,m Ucb’ hafte Zustimmung links.) Di- Strafproz-tzr-form erscheint nmner notwendigra^ s.RlpoIitiI , wir erkennen di- Verdienste des Grafen Posadowskh voll an (Beifall); wir n-dm-n d>e Zusage des neuen Staatssekretärs gern -ntgegen. Wir wünschen di- baldig- Einführung der PenftonSOersichernng dm Pr,Not^ amten. Wir halten weiter erforderlich d,e möglichst bawige Rege lnng der Recktsverbältmsie der Berufsvereine mm auch auf prr. vatrecktl'chem Gebiete, , . r. Vereinsgebiete und Borfenreform, sie bringen Gutes, aber unterlaßen auch manches Wort tag in Hamburg bleibt wahr: eine starke Börse 'ft em aktiver mächtiger Bundesaenosie, eine schwache Börse bietet dem gembe eine ungeschützte Flanke! Der Besierung ber Beziehungen zu England dürfen imr un freuen, aber den Erfolg der K a i s er r e isk-soll man mich nickt überschätzen. Fürstenbeaegnungen sind rn'^l'cb' aber am letzten Ende entscheiden sie nickt den Gana der Entwicklung, sondern die real-n Interesieu der Nation. Wir wunscken die W ed.rt.vr ber guten Beziehungen, aber man soll sich mich ^rnbalten von einer Politik einseitiger Avancen ! Die auswartme -age erforbert bie Aufmerksamkeit bes RcickstagS; bie Marokkofrage bat zweifellos nock manche Schwierigkeiten, unb ernst müsien wm auch die Entwicklung am großen Ozean,, das ?^baltmS zwischen Amerika und Japan verfolgen. Da scheint mii: der Schl isiel zu liegen für mancke Vorgänge. Ich danke d-m Reichskanzler, daß er sich bereit erklärt hat, un5 mehr Material zu geben. Tic Eroebnisie der Haager Konferenz soll man nicht unter» schätzen.^ Aufgabe, ohne Ebauvinismus und ohne nationalen Uebersckwang unter Berücksichtigung der LeiftungS. sähiakeit der Steuerzahler emzutreten ft,r die Wehrhaftigkeit und die Machtstellung des Vaterlandes. Er hat aber zugleich auch die Ausgabe vorwärts zu kommen auf dem Gebiet der inneren. Ent- Wicklung' Wir wenigstens sehen es als unsere Aufgabe an, innerhalb der Mehrheit dafür zu sorgen, daß der mnere Ausbau deS Reiches den Anforderungen der Zeit entsvricht. Herr von R'cht- hofen hat gesprochen von den Aufgaben Preußens m der Reicks Politik. Auch ick bin ein Preuße und bin stolz daraus, aber ick glaube, daß Preußen die Aufgabe hat, nicht zuruckzubleiben in seiner inneren politischen Entwicklung, daß es feiner Aufgabe m der Reichspolitik nur gerecht werden wird, wenn es. sich notwendigen Reformen nicht verschließt, und eine der wichtigsten liegt auf dem Gebiete beS preußischen Wahlrechts. (Lebhafte Zustimmung links.) Wir legen baS größte Gewicht darauf daß in Preußen enblich einmal ernst gemacht wirb mit ber Reform beS preußischen Wahlrechts. (Beifall links.) Daß enblick das alt eingewurzelte D r e i kl assen - U n recht beseitigt wird, und wir fordern die Einführung am besten deS Reichs • tagSwahlrechts, schon der Einheitlichkeit toegen. Mit der bloßen Personalunion beim Vizepräsidenten deS Ministerium- m die Frage nicht abgetan. Der Block kann Erfolge haben und ich hoffe, er wird es, wenn er die treibende Kraft ist, die den Staats- wagen vorwärts bringt. Versagen aber Wille und Geschick, da e 4. *) ainiaiifl, wenn nicht nnberS bemerkt, abends UM 7 Uhr. o Sonneuschein ä öomieujajein 2 Heller Himmei Bed. Himmel 2 30. Nov. bis 1. Dez. 30. v 1. 65 77 81 226 9’6 725 752,8 751,2 749,0 3,8 ö,3 3,7 3.3 - 0,8 — 0,2 + 3,6 * C. - 1,5 • c. 1. 2. 2. ESE E ESE ... . Staatssekretär des Reichsmarineamts v. Tirpiir: Herr Wiemer ist über die Angelegenheit b. Mefeld falsch unterrichtet. Der Zwist dem Schlffsbcmmeister ist auf Veranlassung des Kaisers glücklich beigelegt worden. Der Admiral hat seine Stellung nur zur Disposition gegeben, weil in einer formellen Beschwerde über QTSrvw ******** Y- Y... . ^ ** *** . od e n wurde, ^urrral, einem hochverdienten Offizier, sind bei der Verab, schiedung alle Ehren gewährt worden. bahn der Sud-NorddeutMn Verbindungsbahn und ixrr Böhmischer Nordbahn eingekaden Vertreter zu ernennen, mit denen d« Zerium der FU ^eröffnenden VerstaatlichungsDerhandlungen it vereinbaren )em wird. (Ein Vertagungsantrag wird angenommen. . Montag, 2. Dezember, 1 Uhr: Fortsetzuna der Etatsberatung. Schluß 3Z4 Uhr. r^orriehung * ••^rrIXCn Un^ ^^lcr den Erwartungen nicht Zurückbleiben. (Lachen bei den Soz.) Ich glaube aber auch, daß da- Geich diejenigen Schranken innchält, welche die Aufrccht- ^haltung der Staats- und Rechtsordnung erfordert, durch die not» d^unchaltnng der Staatsgewalt, welche die Gefahren aus» schaltet oder eindammt. Ich glaube deshalb, daß der Gescheut- Wurf aus diesem Gebiete der rechten Seite dieses hohen SauseS gefallen kann. Die Ihnen vorgeschlagene Abänderung des D o r j e n g e ) e tz e s trägt den Klagen Rechnung, die seit langem aus den Krerien des Handels an uns herangetreten sind. Die Vorlage will eine der Konkurrenz des Auslandes gewachsene, in ^riea unö Frieden leistungsfähige Börse schaffen. Die Vorlage ^7 E uiaumgfachen Schaden beseitigen, die das Borscngesetz un- gewollt zur ^olge gehabt hat, aber im Interesse der Landwirtschaft das Gesetzliche des Gebotes des Derminhandels aufrecht er» glaube, daß bei gutem Willen von rechts und links beide Gesetzentwürfe zu dem erwünschten Abschluß geführt werden können. Die Zusage wegen der Aufbesserung der Beamten- a V r<5 ^."gelöst werden: eine entsprechende Vorlage wird ^hnen baldmöglichst zugehen. Auf sozialpolitischem Ge- 1 c * c ~ l>crfür bürgt schon die Persönlichkeit meines Herrn Nach- barn (Staatssekretärs v. Bethmann-Hollweg) — wird weiter ge- arbeitct. Die Gesetzentwürfe betreffend Herstellung von Zigarren in der Hausarbeit und betreffend den sogenannten kl e^i neu Befähigungsnachweis, sowie der Ge. setzentwurf über die Hilfs lassen liegen Ihnen bereits vor. Eine Novelle zur Gewerbeordnung, welche neue Bestimmungen über die Höchstarbeitszeit der aewerb- lichen Arbeiterinnen, über die Hausarbeit und die technischen Angestellten enthält, wird Ihnen alsbald zugehen. Ein Gesetzentwurf über Ar b e i t s ka m m e r n soll Ihnen sobald als möglich vorgelegt werden. Ich bin weit entfernt zu glauben, daß damit alle Aufgaben erfüllt suib die d e r B l o ck zu lösen imstande ist. Ich zweifle nicht daran, daß die im Interesse der Wehrkraft des Landes gestellten Forderungen, auf einmütige Annahme von feiten der Mehrheitsparteien — ich hoffe, sagen zu können, aller bürgerlichen Parteien zu zählen haben, und daß auch eine Verständigung erzielt toerpen wird über die bereitzustellenden Mittel zur Deckung des $in(™3en des Reiches befinden sich, wie Sie aus ^n Ausführungen des Herrn Schatzsekretärs, wie Sie aus dem iLtat erleben haben, wie von allen Rednern hervorgehoben ist, in einem Zustande, der die verbündeten Regierungen und die Volksvertretung mit ernster Sorge erfüllen muß. Die Reichsfinanz- reform von 1906 hat nicht die von ihr erwarteten Erträge gebracht und ist auch insofern keine abschließende gewesen, als die b01L k- verbündeten Regierungen geforderte und als unbedingt Gesamtsumme an neuen Einnahmen damals m# bewilligt worden ist. Soll das Reich nicht in finanziell unhaltbar Zustande geraten, so werden neue Einnahmen geschaffen wer- 6611 Aussen. Es sind auch neue Steuern erforderlich iur ber notwendigen Summen für die uns besonders am /egende Aufbesserung der Beamte nbezüge. Mit dieiem ganzen Hause halte ich diese Aufgabe für eine ungemein schwierige Ich halte sie auch für eine überaus ernste; ich hafte ^rÄ^^.sür eine sehr dringliche. Das hohe Haus wird sich der Pflicht, die ^'inonzen des Reiches auf eine gesunde Grundlage lc5>— vicht entziehen wollen. Eins aber will ich mit voller Offenheit aussprechen: ich verstehe es sehr Wohl, daß die Parteien auch auf diesem Gebiete an ihren Grund- wben und Überlieferungen festhalten, aber vergessen Sie nicht: Erimum vivere, deinde philosophari 1 Mit Theorien und Doktrinen kommen w ir auf diesem schwierigen Gebiet nicht weiter. Daoer herrscht hinsichtlich der Doktrinen und hinsichtlich der ^efi- volle Einigkeit. Ist ja noch nicht einmal eine Einigung,darüber erzielt worden, ob die Erbschaftssteuer eine dwekte oder eine indirekte Steuer ist. (Heiterkeit.) Sogar im ^ause dieser Debatte trat diese Diskrepanz zutage; vielleicht ist es Kjk Äwie,palt der Anschauungen, daß die Erbschaftssteuer bald als eine direkte bald als eine indirekte Steuer anqesprochen wird, die schon eininal m diesem Punkte zu einer Einigung geführt bat. Ich denke weiter an die auch bereits im Frühjahr und im Februar von mir in Aussicht gestellte R e f o r m a u f d e m G e^ ordn"ung^ Strafrechts und der Strafpr7zeß- toj? .bekennen, daß ich Reformen auf diesem ^te nM nur für wünschenswert, sondern für dringend not- —”15 ni(?t ein' ein fertiger Jurist zu sein . ? vscht Weiter gebracht als bis zum Referen- vTt aber ich glaube, daß ich in dem, was ich jetzt lagen will, die große Mehrheit des gebildeten deutschen Vüraer- ttims aus meiner Seite habe. Nicht erst eine Reihe von Prozessen, ^^-^nch^777^0^ unliebsames Aufsehen erregt E&Jaben ble Ueberzeugung verschafft, daß in unserer ^chkf^ege und in den Formen, in denen sie sich bewegt vieles ^rbesserungssahig und verbesserungsbedürftig ist. (Sehr 'wahr ) batte mir die Lektüre der Rub?ik'in den Zeitungen Ä 9U b^fen gegeben. Ich fand da Verurteilungen, nlta h)arcn" Da waren Vergehen armer Leute namentlich aus No. begangen. (Sehr richtig!) Mir ist ein Fall int Gedäckt- "5- w° em jn einem Berliner Barart wähnender A»t der in eQ.f,aar Schert- Holz von einem Bauplatz entwendet aÄ yrsw-g xs s: sei«. Äte 6«^r ^nnd L°uch«Lk"übe^^änL^P^ • standhalten werden, es sei denn, Daß aus der Geschichte keine Leh. F?nr fi^cyen wenden, daß die Söhne immer wieder dieselben Fehler Dummheiten wiederholen müssen, die die Väter began- g n haben. (Heiterkeit.) Ich will Ihnen, m. H., die OlesckicW X0Tn ^eicn nicht vorführen. Sie kennen sie mindesten- ebenso gut wie ich. Aber blicken Sie über die Grenze nach Qesterreich, so sehen Sie, wohin eine d-°be Partei kommen kann, wenn sie der uns Deutschen nun einmal innewohnenden Neigung zur Kritik und zur Nechtbaberei zu sehr nachgibt wenn wir versäumen, d e n r e ch t e n Augenblick beim schöpf zu fassen und festzuhalten. Die Geschichte die traurige Geschichte jener von hohem idealistischem Schwung ge,' tragenen und erfüllten Partei der d e u t s ch e n L i b e r a l e n i n «e-1lrer? V $' bic Ivr>t Bismarck mit Spott die „Herbst, Wu onSin-te. (Heiterkeit), sollte jedem deutschen Liberalen als warnende- Beispiel vor Augen stehen. Die Geschichte der k o n, 1 e r v a 11 v e n Parteien in romanischen und slavischen Lön- dern zeigt andererseits, wohin konservative Parteien gelangen, die N.chb v 6 o r d e r u n g e n d e r Z e i t v e r s ch l i e ß e n. (Sehr Und in diesem Zusammenhang sei es mir gestatet, eine persönliche Reminiszenz zu erwähnen. F ü r st Bismarck sagte Mir einmal in einem Gespräch über die konservative Partei, in- oeni er ^dem Wunsche Ausdruck gab, daß der Einfluß dieser Partei auf unsere Gesetzgebung eine kräftige bleiben möge, das geniale + • sollte der Fürst — müsse die konservative Par- ter bleiben und den tellurischen Zug dürfe sie nicht aufgeben. Im übrigen aber müsse die konservative Partei recht modern sein, recht otoTCs le e§ ln ^0land zum eigenen Nutzen und zum Nutzen des Landes gewesen ist. Ich glaube, daß von beiden Seiten nur dem eigenen Interesse gedient wird, wenn der Parteiegoismus gezügelt wird. ö Dampskesselraum vollständig bunte 1 werden würde. fisSLdes Kreises Friedberg gab dem Antrag des statt als er die fragliche Bedingung dahrn abanderte,daß die nach der Straße zu befindlichen Fenster- osfnungen mit Drahtglas zu versehen seien, das derart in ^zusetzen sei, daß es nicht hcrausgenommen ebenso wie der Nahmen so mit dem Gebäude zu fci, dass eine Herausnahme desselben un Bö glich sei. £/ie vorhandene Tur sei zuzumauern; doch könne der Gesuchsteller an ^^Slelle rn der Größe der anderen Fenster ein weiteres Fenster anbringen, das wie die übrigen beschaffen sein müsse. Custor fnS^lCTtd ?e?CU ^ie^c Entscheidung an den Provinzial-Ausschuß indem er behaufstete, daß die Forderung der Beseitigung der vndurchsuhrbar sei. Nach Anhörung des Großh. Gewerbe- inspektors verwarf her Provinzial-Ausschuß den Rekurs kosten- ^g. Liebermann von Sonnenberg (wirtfch. Vgg.)': Wir haften de? B a^ig unb empfinden Freude über den Sünder. -h t (Holtcrkeit.) Dem nationalen Block müßten aber E^Parteien, außer den Sozialdemokraten, angehören. Der glan- A"^Paares in England war nur eine schuldige Genugtuung für ftuhere Angriffe. Wir dürfen die Vorsicht aber untergeben lassen. Der Redner fordert eine ^P^eniteitCr' Verstaatlichung der Lebensversicherung und die --esteueiung teurer Zigarrenmarken; Börse und Reichsbank muß, ten reformiert werden. Besonders die letztere müsse ein ganz anbereS Haupt mit anderen Gedanken bekommen. Die Homo- &?AeJ-en' rble- Jei3t von sich reden machen, sollte man nach deii Ionien schicken, freilich sollte man ihnen keine Diener beigeben, sondern kräftige Waschweiber. (Heiterkeit.) Warum spricht man immer vom Harden- und nicht vom Wittkowski-Prozeß? Benehmen des Advokaten Hardens in diesem Prozeß war geradezu innert'^' ^an touröe an ^cn Stöcker- und Peters-Prozeß et« . dlbg. Dr. v. SkarzhnSki (Pole) verlangt ein Eingreifen des Reichs gegen die preußische Polenpolitik. Das polnische Volk sei ein frommes Volk von Landwirten ohne Proletariern Für Preußen k, es durchaus keine Gefahr. Di- ganz? P°lengefah?sel nur -ine Seifenblase. Der Reichskanzler scheine zu glauben, daß es einmal zu einem furchtbaren Zusammenstoß zwischen SlaMen und Ger- .chren V°r7e^zu^hren Mnn Itu9 6enu8 Kandel. Die Schulden des Reichs. Nach der dem Reichstage c,ugegangenen Denkfchrfst über die Ausführung der seit 1875 ^Ä^rhegesehe betnig am 1. Otwber 1907 das Schuld- AbÄcs 4003.o0 Mill. Mark, zerfallend in 1860 9^10. Dcarf ^/^stwz.- uno 1783.50 Mill. Mark 3prozentige feste Flechen, sowre 160 Mill. Mark 3^ Prvz. und 200 Mill Mark nö^if03' ^ch^tzstnweisungen. Die letzteren, im April zu netto 195 9% 407%M2r^tnh°° brachten einen Erlös von .0,^06,407 Mark und erhöhten damit die Summe der realifter-- ßJi'JÄ'H' o789,238,665 Mk. Gegenüber den seit 1875 erfolgten aWSnfrf . von 3923,401,990 Mark, worunter 292,010,309 Mark aus den Gesehen von Marz—Mai 1907 bleibt demnach als noch, verfügbarer offener Kredit der bereits im Etats- ^uschlag für 1908 erwähnte Restbetrag von 134,163,335 Mk. 6ie Schuldverschreibungen im Durchschnitt begeben Uad, betrügt fc die frühere 4prozentige, jetzt 3hdvro^en- tige ^chulo 09,0455 Prvz., die Zinslast darauf 3,5337 Prvz /für Schuld 100,6209 Proz., die Zinslast 3,4784 bl^3 Proz Schuld 88,0203 Proz., die Zinslast DurchschnittsÄrnssuß, zu welchem die Reichs- tasfe die Gesamtheit der Anlelhen und verzinslichen Schatzanwei- sungen zu verzinsen hat, .stellt sich danach auf 3,489 Proz. ‘ATvrvwv. ■ 1 sb a h n v e r st a a t l i ch u n g Tie österreichische Regierung hat die Verwaltung der St?at'seise^ Meine Herren dre Bahn ist frei. Was von meiner Ceife geschehen konnte, die Bahn frei zu machen, ist gesehen. Ich glaube, daß selbst m Deutschland, wo man im allgemeinen gewohnt ist, alle Schuld auf die Regierung abzuschieben, und alles von oben erwartet, doch bei allen verständigen Leuten darüber lebereinstimmung herrschen wird, daß die Regierung diesmal das b 51 £5 * a n at, damit mit dem Block regiert wenden kann, mr« r '.st es an d e n P a r t e i e n , zu zeigen, was wir können. Wenn die^Parteien verständig sind, wenn sie verträglich sind, wenn sie, statt jsonbertoege einzuschlagen, die in den Sumpf führen, zum Ganzen streben, so wird uns in Deutschland eine Zeit ruhi- gerEntWicklung und fruchtbarer Arbeitbevor- 1 e 9 (Ln‘ Gegenüber dem Spott, der vielfach geübt worden ist mit Wort von der konservativ-liberalen Paarung aber möchte ich Ihnen zum Schluß em Erlebnis erzählen, das zu den tiefsten und dauerndsten Eindrücken meines Lebens gehört. Als ich beim Fürsten SJW® diesem einfachen, schmucklosen Zimmer im Sachsenwalde itemb fiel mein Blick auf em Bild, das einzige Bild, das an der ein Holzstich und zwar das Bild von ^udwig Uhland. Der Sänger des alten guten Rechts, der m-! ^?er m der Paulskirche gesagt, hatte, es werde kein Haupt über Deutschland leuchten, das nicht mit einem reichlichen m fen demokratischen Oe l s gesalbt wäre, schaute hinüber nach dem Lager, wo der große Mann der Tat verschied, der dem dentsasen ^olke den Traum der Jahrhunderte erfüllt hatte, üie ganze Geschichte sprach aus diesem Gegenüber. Und nur die Verbindung von a l t p r e u ß i s ch e r konservativer Tatkraft und Zucht mit deutschem weitherzigen und a r-! ® e TÄC r?Tn. ?ic Zukunft der Nation zu einer glück- SeüöHjiL lDer Reichskanzler schließt unter einer Beifalls- falbe des Blocks, wahrend das Zentrum sich lautlos verhält.) ?Cr'rC£}inSen und sonstige Frevel aus niedrigsten Motiven, wie Habsucht, Rachsucht oder gemeiner Bosheit. In Uebereinstimrnung ?ll7.?-eJn ^olksgefühl betrachte ich es auch als in hohem Grade ver- derblich und anstößig, in wahrem Sinne unsittlich, wenn im Gerichts s aal prägen vorgelegt werden, ohne Not Fragen vorgelegt werden, die tief in das Privatleben, in das Seelenleben des Angeklagten oder Zeugen eingreifen (Lebhaftes Sehr wahr!), wenn ^agen gestellt werden, deren Beantwortung für den Beteiligten sthE^uch oder peinlich sein muß. (Sehr wahr!) Das ist etwas Häßliches aus den Zeiten unfreier Rechtspflege. Der Gerichts- saal darf nicht eine Folterkammer werden, nicht eine Tortur, die /5-nn diejenige, die abgeschafft zu haben die Neuzeit mit Recht sich rühmt. Ich meine, daß namentlich bei öffentlicher ^^^abwurdigung von Personen wegen unglücklicher Umstände ihres Privatlebens der Napoleonische Grundsatz Geltung haben u?uß- Um das Privatleben muß sich eine Mauer ziehen. (Sehr ml ’-c ist. im letzten Ende gerechter als die Zulassung de^^Lahrheit-becheises. (Sehr wahrl) Gehen wir, m. H., diesen Erscheinungen tiefer nach, so stoßen wir, wie so oft in Deutsch- ^nd' nuf die Ueberspannung eines Prinzips, nämlich eines an und s J m Kon nnrichtigen Prinzips, nämlich die Ueberspannung ^,^'F^"3^kentIichkeit". (Lcbtzaftcs: Sehr wahr! recht-.) , Noch heute früh las ich irgendwo, die Oeffentlichkeit sei gewiß ein heilsamer Kulturfaktor, sie sei aber auch eine größere Macht als Parlament und Regierung. Die Oeffentlichkeit — so Kfo G§ ~ kaun verwunden, sie kann vergiften, sie kann auch EN. Wie viel Leiden ist über einzelne, wie viel Jammer und rx U-L^i Onnze Familien gekommen, die aus Furcht vor Skandal fich nicht an die Gerichte wenden und deshalb Erpressern oder e-2.Cr c m ,rie, Hände fallen, die vom Skandal lebt. (Sehr richtig!) Namentlich in Großstädten ist neuerdings eine Schmutz- L\eUC enwornefommen (Sehr richtiql), die bom Skandal lebt ^onasser sich ohne jede Berechtigung gleichfalls als rläitial) bCI ®r°6ma^t "O-ff-ntlichkeit" aufspiclen. ■ (Sefjt Spielplllkt her vereinigten Frankfurter Stadtthenter. _. Opernhaus. Dienstag den 3. Dezember'): „Norma." Mittwoch dm Dezember, o. Ubonneuients--Konzert. Donnerstag den 5. Dez. „Die lustigen Weiber von Wiudior." Freitag den 6. lernte, abeiibo halb 8 Uhr. „Samson und Taftla". Samstag den 7. Dez. „Josef und seine Bruder." Sonntag den 8. Dezember, nachmittags * "^unstlerblut. Abends 7 Uhr: „Guryanthe." Riolitäc de» 9. Dezember, abends halb 8 Uhr: „Die lustig- Witwe." ' =. . o Schauspielhaus. Dienstag den 3. Dezember*): „Rosen/ Mittwoch den 4. De- hnf h« Hk?.er ^""utouf." Doiinerstag den 3. Dezember, abends ^nbe,Htemerm." Freitag den 6. Dezember m?hP ‘ Sumslag den 7. Dezember: „9lora." Sonnte 7 k halb 4 Uhr: „Tie Rabeusteinerin. Abends ? Uhr. Zum 7o. (Geburtstage Björnson s: Ein Falllsse ment. Aionlag den 9. Dezember: „Rosen." " j Sitzung des Provinzial-Ausschusses. aro . , _ r Gießen, 30. November. h-a von dem Kreisausschuß Bedingen verurteilt worden, der Marie Lott Witw rn Lorbach eure monatliche Unterstützung bis auf weiteres zu- Ä Obwohl biefe Entscheidung nach Art 67 der Kver^- und Provrnzralordnung endgültig war. Der folgte der Ge- ^ruJun9 an deir Pwvrnzial-Ausschuß. Diese wurde ledoch tn der heuttgen Sitzung von dem als Vertret der Ge! wenche erichienenen Bürgermeister zurückgenommen. Tie Besitzer von Hofreiten an der Ortsdurchfahrt ? Crn E.° K'reisstraße von Grmenwd nach der Bettel- bue^ hatten den vor ihren Hofreiten belegenen Straßengraben ^brbriickt. Ta dieser Kan^?erarl ^licr nicht mehr durchfließen konnte wuiche den betreffenden Gigentüniern aufgegeben, den Kanal zu reinigen. D^fer. Auslage kamen auch sämtliche nach, mit Aus- 1S?«* Ferdinand Fink. Das Großh. Kreisamt Alsfeld erliest ^shalb an .dresMi förmlichen Polizeibefehl, in dem er zur ÄS Kr“ Probrnzral-AusschuH verwarf heute Die von ihrem Ehemann getrennt lebende Elisabeth Nau- mann mußte von dem Ortsarmeiiverband Frankfurt a_ M unter' fW werden. Ta nach einer ErMrung Ls Ehemannes die Dcrhanulung. Der Provinzial-Ausschust fehle feine Entfchelduna au5 „un£> Zrt>nctc roeitcrc Beweiserhebung an da er n.cht genügend geklärt belwchtele ' ' u0r öu Frredberg war um die Erlaubnis *2* i-ststehenden Dampfkessels U feine? £■ äWäS Sä "S i s&c : Höchste Temperatur am Niedrigste , Gewiß, meine Herren, macht sich gegen solche Auswüchse in :tr "drigen Presse, die sozialdemokratische nicht ausgeschlossen ■— t® ftnfe ute sozmldemokratische Presse darin gerade so anständig * i . ^^/^rliche — eine ehrenwerte Reaktion geb fich aber, ob nicht ein besserer geseb'-cher Schutz Rn?» ??^bens und der versönlichen Ehre notwendig ist (Sehr rf^rac? .€I1J Schutz, bei dem gerade diejenigen nicht versagen, sollten, die wie der Herr Vorredner das Duell verwerfen. (Sehr richtig!) Und wenn oft rühmend bervorgehoben wird, daß rVen soll, und ferner auch da, wo ein Stück Land durch chlechte Kultur ausgezehrt und verarmt ist. Bei der Haupt- uucht eignet sich besonders gut die Lupine anzubauen, da re eine der besten stickstoffsammelndeir Pflanzen ist und Zugleich auch tief in dem Boden wurzelt. Erbsen, Bohnen, Wicken und Serradella eignen sich weniger gut für diesen Zweck, sie sind vorteilhafter im reifen Zustande abzuernten. Arrs verschiedenen Gründen ist es zweckmäßig, die Lupinen m5r d? Neinsaat, sondern irn Gemenge, wie z. B. die gelbe, Inane und weiße, oder auch nur zwei von den ae- •^Pn^en, anzusäen, auch bedeutet es keinen nennenswerten Schaden, zur Zeit der Ernte ben Samen nur abzustreifen, die Pflanzen selbst aber als Dünger dann unterzupflüaen. Die -oeit, ™ LuPrnen-Aussaat bei der Hauptsrncht soll nicht zu früh vorgenommen werden — Ende Mai bis Airfana wird ~ bn ,ie fonf‘ Reicht von Insekten stark befalle» ! Mnsere Wäume im <ßfr6fferrscheild trocken und verhältnis- matztg luniln. xmi manchen Gegenden fiel etwas Regen. Mitte November brachten reichlichere Niederschläge die nötige Fruchtig- mcK^it9 Cr den ganzen Monat ohne nenneiis- wcitetl R<.genfall, so daß borc mit der Zeit große Dürre und Mkrmangel eintrateir. Vielenorts kamen anfangs November ziemlich scharst' Nachtsröste. — Die Beendigung der fcerbftbe* bc'l von Dürre heimgesilchlen Gebieten infolge 11 erschwert und stellenweise uumög- I bk wohnlich zahlreich sind die Klagen über Feldmäuse r T verursachte Schaden ist teilweise recht er.-eblich. Verschiedentlich mußten die vernichteten Saaten iwu Wt Weiten, auch befürchtet man, daß deshalb im Owuhjahr größere Umpfliigungen nötig sein werden. Winke- rung: Durch anhaltende Trockenheit und auch Fröste ist die hipÄ unb- n-5 und Aufläufen der jungen Saaten vielsach ungünstig beeinflußt, besonders die späteren Saaten' un^ Andererseits stehen die früheren Saaten fast durchweg gut und kräftig, stellenweise sind sie so enl- wickelt, daß srnhbestellte Roggenfelder abgeschnitten und abge- hütet werden mußten. Im allgemeinen findet daher der Stand der Winterung ziemlich günstige Beurteilung. Nur Mccklenburg- Schwerm berichtet, daß Weizen und Roggen dort in keinem der letzten zehn Jahre einen so ungünstigen Novemberstand aufwiesen wie in diesem Jahre. Kleine praktische Ncrtscbläge. , ,77 ? j c ® ,lp e r n u n g von Warzen an Tieren ge- ichieht einfach dadurch, daß man dieselbe mit einem starken Faden, lutjen. gattlerfeibc, unterbindet; nach einigen Tagen fällt sie dann ab. elnf die entstandene Wunde schmiert man etwas Karbolsalbe. Kleinere Warzen schneidet man mit einem Messer ab unb bestreicht bnim die entstandene Wunde mit Höllenstein. Wenn ein Schwein unter den angegebenen Erscheinungen bald nach dem Ankauf erkrankt, ober wenn mehrere Schweine eines Bestandes die angeführten Krankheits- merkmale zeigen, so liegt der Verdacht des Ausbruches der Schweineseuche vor. Von dem Schweineseuchenverdacht rst der Ortsposizeibehörde Anzeige zu erstatten, ivorauf E'ch cnte amtstierürztliche Untersuchung festgesteltt wird, ob der Verdacht begründet ist oder nicht. Verhütung der S ch w e i n e s e n ch e. . Bur Verhütung der Einschleppung der Schlveineseuche tit f iltern Bestand ist der Zukauf von Schweinen mit größter Vorsicht zu bewirken. Nene Schweine, deren Herkunft nicht uachnoeislich unverdächtig ist, sind, lvenn irgend möglich, in ernent besonderen Stalle unter Beobachtung zu stellen, ehe Dte Tiere nut einigen Ferkeln des alten Bestandes entweder unmittelbar oder so in einer Bucht zusammenzubringen,