seien, darunter in pol6tiid)c TcÄgesschcrrL. Unruhen am Tschadsee. Air dritte SaKularseier der ^udovrciana. ii. Gießen, 2. August 1907. Den Höhepunkt des gestrigen Hauptfesttages bildete der Festakt der neuen Aula, über den die Leser einen ausführlichen Bericht in der heutigen Nummer der Tageszeitung der Ludo- viciana finden. Es war ein stimmungsvoller, weihevoller Akt, der allen Teilnehmern unvergeßlich bleiben wird. Die einzelnen Ansprachen wurden mit Beifall ausgenommen, namentlich die Versicherung Sr. Kgl. Hoh. des Großherzogs, sowie des Ministers Braun, daß die Lehrfreiheit der Universität und ihre weitgehende Bewegungsfreiheit und ihr Selbstverwaltungsrecht nicht angetastet werden solle. Sichtlichen Eindruck auf die erlesene Festversammlung, der außer den Ehrengästen (ihre Namen sind aus der 1. Nummer der Tageszeitung zu ersehen) namentlich aus jetzigen und früheren Ehrengästen der Hochschule bestand, machte auch die Ueber- gabe der neuen Ehrenkette, die der Rektor fortan tragen wird. Von den Sprechern der gelehrten Körperschaften wurde namentlich Professor Dr. Adolf Harnack viel beachtet. Es würde zu weit führen, auf all die anerkennenden und ehrenden Worte, die unserer Ludoviciana zuteil wurden, näher hier emzugehcn. Es sei bloß noch festgestellt, daß der Rektor unserer Universität der ihm gestellten schweren Aufgabe, auf diese Dankeskundgebungen zu erwidern, in glänzender Weise gerecht wurde, sticht weniger als dreizehnmal ergriff er das Wort und immer sagte er etwas neues und etwas, was selbst in diesem glänzenden Kreis gelehrter Zuhörer Beachtung verdiente und auch sand. Erst gegen 2 Uhr sand der Festakt sein Ende und die Teilnehmer rüsteten sich zu dem Festeffen, das um 2y2 Uhr in der Festhalle begann. Auch über diesen Teil des Festprogramms finden unsere Leser in der ,Tageszeitung" von heute einen ausführlichen Bericht. Waren es bis dahin vorwiegend die akademischen Kreise, die feierten, so ist es bei der sich anschließenden Festveranstaltung, der geselligen Vereinigung im Philosophenwald, sozusagen die ganze Stadt gewesen, die sich zu emem zwanglosen geselligen Beieinandersein an der klassischen Stätte der Gießener Volksfeste vereinigten. Viele Tausende aus allen Kreisen der Bevölkerung waren anwesend und kein Mißton störte die Feier, bei dec in bunter Reihe Akademiker und Bürger sich zusammenfanden und auch aus diese Weise bekundeten, daß Universität und Stadt zueinander gehören. Verschiedene Kapellen spielten aus und aus der Wiese drehte sich die Jugend ini miinteren Reigen. Den Höhepunkt erreichte die Festsreude, als gegen 7 Uhr S. K. H. dec Großherzog erschien und den ganzen Platz umfuhr. Brausende Hochruse geleiteten den Fürsten aus seinem Weg und es spricht süc das schöne in Hessen zwischen Fürst und Volk bestehende Verhältnis, daß niemand der vielhunderte zählenden Kinderschar wehrte, die den Wagen des Fürsten jauchzend umgab. Am Abend lichteten sich die Reihen, aber Geist des Aufruhrs sich bemerkbar machte. das ivestliche Grenzland, Britisch-Nigeria, ebensowenig verschont. Jedenfalls liegt schon jetzt zum Teil eine Interessengemeinschaft der Weißen vor, die sich in Erschwerung der Waffen- und Munitionszufuhr an die Eingeborenen äußern wird. Ter Vorgang erweist aufs neue die Notwendigkeit und Möglichkeit einer Verständigung der europäischen Mächte auf deni Boden der Kolonialpolitik. Wie in Deutschland, so haben sich auch in Frankreich und England Stimmen für diesen Vorschlag erhoben, doch die Negierungen sind bisher der Anregung nicht nähergetreten. Man weiß ja auch, wie schivierig es schon ist, nur eine internationale Vereinbarung über die Alkoholeinfuhr in Afrika zustande zu bringen, da das Handelsinteresse schwer in die Wagschale fällt. Das politische ist bekanntlich noch gewichtiger, und es scheint über die gesunde Vernunst hinweg in dem Sinne ausgelegt zu werden, daß eine koloniale Verständigung mit Deutschland als dem Gesamtinteresse der Wesimächte zuwiderlaufend gilt. Die Unruhen im Hinterlande von Kamerun könnten wohl zu ernsteren Bedenken Anlaß geben, wenn nicht auch auf dem benachbarten französischen Gebiete am Tschadsee der *'' ' ‘ * * Vielleicht bleibt DieKaiserbegegnung vor Swinemürrde. <5^* p 11 f n 1 Aua Die „Hohenzollern mit dem traf, wie der „Stettiner Abendpost" aus Swino- ‘ÄH »i». «w i%>*ÄSs ,ssn& »*"«’j» ümä böen der „Hohenzollern" entgegen und schleppten fte uiden Hasen. Das Kaiserschiff machte in der dache der Anlego- DerrLsches Reich. Berlin, 1 August. Heute ist der Reichspostdampfer „Feldmarschall" mit Staatssekretär DernburganBordinKilin- dini in Ostaftika eingetroffen. Kiel 1 Aug Das Torpedoboot „S. 40 hat, wie die „Kiel/ Neuesten Nachr." melden, als erstes deutsches Krieas fahr zeug die Fahrt von der Osstee durch den Elbe- Trav^e-Kanal nach der Nordsee vollendet. Vor zwei Jahren mußte „S. 55" die Fahrt in Lauenburg wegen ungünstigen Wasserstandes der Elbe aufgeben. . Mülhausen i. E., I. Aug. In entern Schreiben an den Redakteur Wicky bezeichnen der £0^^11^01^111 und der Erste Staatsanwalt das Vorgehen des Untersuch u n g s ri ch t er s , der Wicky gefesselt vorfuhren ließ, für einen bedauerlichen und unbegreiflichen Mißgriff, für den ihm gebührende Genugtuung ohne Zweifel zuteil werde.^ Aug. Heute nachmittag traf mit dem Dampfer der Hamburg-Amerika-Linie „Borussia" der^0 st a s i a t i s ch e A v- l ö s u u g s t r a u s p 0 r t in Stärke von 50 Offizieren und etwa 950 Unteroffizieren und Mannschaften ein Würzburg, 1. Aug. Das vielerörterte Schreibendes Papstes an Professor (Sommer ist heute im Würzburger Diözesen blatt veröffentlicht worden. Spanier. Ein Reichsdeutscher i st nicht getötet oder verletzt worden. Ter Aufruhr richtete sich gegen den Hafenbau. Die Feldbahn für diesen Bau ist zerstört worden. Auch die Zollkontrolle soll die Kabylen gereizt haben. Auf einem Dampfer aus Casablanca besindeu sich 400 flüchtige Israeliten. Auf der Reede von Casablanca liegen drei Handelsdampfer für eventuelle Einschiffung der Europäer bereit, die nötigenfalls unter dem Schutz des französischen Kriegsschiffes „Galilöe" vor sich gehen kann. Der deutsche Konsularvertreter in Casablanca ist beauftragt, alles Erforderliche zur Sicherung der dortigen Deutschen zu tun. Der deutsche Geschäftsträger teilte den Gesandtschaften Frankreichs, Italiens und Spaniens die ihm über die Vorfälle in Casablanca zugekommenen Nachrichten mit und betonte dabei unter dem Ausdruck seines Beileids das Zusammcn- Ter Polizistenstreik in Belfast. Dublin,!. August. Ter V i z e k ö n i g v 0 n I r l a n d richtete einen Erlaß an die P 0 l i z e i m a n n s ch a f t in Belfast, der die von den 9)litgtiebeim der dortigen Polizei an ihn gerichtete Eingabe behandelt. In diesem Erlaß heißt es, daß der Vizekomg es miss tieffte bedauere, daß gerade in dieser kritischen Zen unter der Belwster Polizei eine solche Agitation aufgetreten sei.. Tie Regierung fei nicht in der Lage, sich mit d er Petition zu befassen, die unter solchen Zustanden non Zuchtlosigkeit und Insubordination eingereicht sei und deren Schlußsatz stch als Drohung charakterisiere. Infolge der Haltung der PoUzeimannschatt m Cork bat der dortige Polizeunspektor, der gerade einen Erholungsurlaub antreten wollte, den Befehl erhalten, die Dtenstgeschaste vorlanftg weiterzusühren. _ c „ r . Belfast, 1. August. Barret, der F.u h rer der unzufriedenen P 0 li z e i m a n n s ch a 11 e n m Bestast wurde entlassen. Fünf andere Polizisten wurdeli vomPne^ste suspendier!. Nr. 179 Grscheint täglich außer Sonntags. Lein Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit bem hessischen Landwirt die Gietzener Kamillen, blätter viermal in der Woche beigelcgt und zweimal wöchentlich das Krdsblatt für den Kreis Giehen. Fernsprech-An- fchliißf. d.Redaktion 112 Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen; Arrzctner Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnununer bis vormittags 10 Uhr. Tanger, 1. August. Die neuesten von Dampfern aus Casablanca gebrachten Nachrichten besagen, daß von Kabylen aus der Umgegend vorgestern neun Europäer ge tötet worden fünf Franzosen. Die anderen sind Italiener und Reichsdeutscher ist nicht getötet oder gehörigkeitsgefühl in solchen Augenblicken. — Es bestätigt sich, daß bei den £afenarbeiten fün s französische Arbe iter, zwei Italiener, und e in S p anie r in Casablanca von einer Menge durch Steinwürfe getötet und die Leichen ins Meer geworfen wurden. Der Gouverneur von Casablanca, der durch Abgesandte der Stämme und Notabelen ein Ultimatum erhielt, worin die (Entfernung des Schienenweges und die Einstellung der Arbeiten verlangt wurde, scheint keinerlei Vorsichtsmaßregeln getroffen zu haben, um den eintretenden Eventualitäten begegnen zu können. Der Kreuzer „Galilse wird im Laufe des Vormittags in Casablanca erwartet; er wird alle Fremden, die es wünschen,^ an Bord nehmen, oder ihnen zur Einschiffung, auf den gegenwärtig im Hafen liegenden Handelsschiffen behilflich fein. — Die Leichen von drei Franzosen, drei Italienern und zwei Spaniern wurden in Casablanca gefunden. Die fr anz. Kolonie verließ mit Ausnahme eines Beamten des Konsulats und mehrerer Angestellter der Staatsbank die Stadt. Tie „Boss. Ztg." meldet aus Madrid: Das Kabel zwischen Tanger und Spanien ist unterbrochen. Jedoch ist die Negierung über die ernste Lage unterrichtet. — Mohammed el Torres setzte die Vertreter der Mächte davon in Kenntnis, daß das Dazwischenkommen der französischen Zollbeamten einige Stämme in Aufregung gebracht habe, und daß Maßregeln ergnticn feien, um die in Rabat wohnenden Europäer am Ueberschreiten der Stadtgrenzen zu verhindern. Die Bevölkerung Rabats ist ruhig. Paris, 1. August. Der Kreuzer „Forbin", der sich gegenwärtig bei den Azoren befindet, erhielt vorsichtshalber befehl, sich in Marokko mit den beiden Kreuzern „Conde und „Du Chay la" zu vereinigen, die beide in Toulon zur Abfahrt nach Marokko bereitliegen. Der Kommandant des Kreuzers „Galilee" wird sich sofort nach seiner Ankunft in Casablanca in Begleitung des französischen Konsuls zum Gouverneur begeben und ihm erklären, daß er mit seinem Mfe für die Sicherheit haftbar sei. — Der Vertreter Frankreichs m -Langer erhielt anläßlich der Ermordung der Franzosen in Casablanca Beileidsbezeigungen sämtlicher Vertreter der Mächte. NuskLirrH. Budapest, 1. Aug. In K^rausabes, wo die Militärkapelle des 43. JliNnterie-Negiments das in Ungarn verbotene Lied „Wacht auf 0 Mädchen" öffentlich spielte, kam es zwischen Rumänen und Ungarn z u gr 0 ßen Demonstrationen. Rom, 1. Aug. In N'arazzo zertrümmerte der Volkshlaufen die Kirchenfewiec, Bänke usw. In zahlreichen italienischen Kirchen holen antiklerikale Kun b g e b un g en fitattgeiunben. In La Spezia wurde die Kirche vom Volle erstürmt und die Kultusgegenstande zerstört. Tn Pöbel errichtete außerhalb der Kirche Scheiterhaufen und verbrannte alles. Truppen mußten mit blanker Waffe eingreifen und die Kundgeber zerstreuen. 10 Personen wurden verletzt. _ ? ■ Lissabon, 1. Äug. Ter Führer der Konservativen R1-1 beir o ist plötzlich gestorben. 1 P «Petersburg, 1. Aug. Durch Pis erlichen Erlaß ist der! Genna hl in »des Großfürsten Kyrill der Titel Kais' e r l i ch e H 0 h e i t zuerbannt worden. Die G r 0 ß f ü r st m w i r d den N,amen Viktoria Feo do ro wn a führen. Ale heutige Kummer umsaßt 12 Seiten. "" ■■■ ■" - ■ L Handwerker und Gewerbetreibende bei Der- gebung öffentlicher Arbeiten. In einem Artikel des Neichscirbeitsblattes wird die Frage erörtert, in wie weit die Jnteresfen der Handwerker und kleineren Gewerbetreibenden bei Vergebung öffentlicher Arbeiten berücksichtigt werden. Es heißt da u. a.: Auf dem zweiten und dritten Handwerks- und Ger^erbe- kanimertag zu Darmstadt und Leipzig in den Jahren 1901 und 1902 wurde eine Reihe von Leitsätzen in dieser Frage anfgestellt. Diese Grundsätze enthalten alle wesentlichen Forderungen der Handwerker und kleineren Gewerbetreibenden, und ihre vollkommene Eiiihaltung durch die Staats- und Kommunalbehörden bei den Vergebungen öffentlicher Arbeiten würde den von den Handwerkern gewünschten Zustand herbeiführen. Ein gut Teil der Grundsätze haben denn auch die Behörden bereits zu den ihrigen bei den Vorschriften über Vergebungen gemacht. So schon bei dem ersten Leitsatz, der aus- ; spricht, daß Arbeiten und Lieferungen an Einzelunternehmer im Werte bis zu 500 Mk. zu Einheitspreisen un Turnus an । Gewerbetreibende frei vergeben werden können. In vielen . Gemeinden und auch vori den meisten deutschen Staaten wird dieser Forderung, daß die Vergebung von kleineren Arbeiten un Turnus frei erfolgen möge, entsprochen. Auch der ziveite Grundsatz, daß Arbeiten und Lieferungen im Werte von 500 ■ bis 1000 Mk. an Einzelimternehmer, auch in beschränkter Submission, zu der iuöglichst ortsansässige Handwerksmeister zugezogen iverden sollen, vergeben werden können, wenn die Arbeiten ihrer 9!atur nach zur öffentlichen Ausschreibung sich nicht eignen oder besondere Fähigkeiten erfordern, wird von den Kommunen in ihren Beslimmiingen betreffend die Vergebung fast stets beachtet. Hier sind vor allem Frankfurt, । Dresden, Karlsruhe zu erwähnen, die die Vergebung an Einheimische stets erfordern, wenn dies tunlich ist. Am meisten j berücksichtigt worden ist der dritte Wunsch der Handwerkerkammern, daß die Ausschreibung in möglichst vielen kleinen Losen erfolgen soll, daß ferner die Vergebung an General- imternehmer grundsätzlich nur da zur Anwendung kommen pll, wo örtliche Verhältnisse oder Niangel an entprechenden ! Geschäftsleuten für die Einzelvergebung oder andere ganz besondere Gründe eine andere Art der Vergebung absolut ; unmöglich erscheinen lassen. Hier hat u. a. der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten folgende Besiilnmungen i erlassen, die die Wünsche der Handwerker berücksichtigen: „Die Ausschreibungen sind tunlichst derart zu zerlegen, daß auch kleineren Gewerbetreibenden und Handwerkern die Beteiligung an der Bewerbung ermöglicht tuirb. Bei größeren Arbeiten oder Lieferungen, die ohne Schaden für die gleichmäßige Ausführung getrennt vergeben werden können, hat daher die Vergebung in der Regel den verschiedenen Gewerbs- und Handwerkszweigen entsprechend zu erfolgen. Lluch ist in geeigneten Fällen die Verdingung nach den Arbeiten und den zugehörigen Lieferungen zu trennen. Bei besonders umfangreichen Ausschreibungen sind die ans die einzelnen Gewerbs- und Handwerkszweige entfallenden Arbeiten und Lieferungen in mehrere Lose zu teilen." Auch von anderen Bundesstaaten sind ähnliche Vorschriften erlassen worden und ebenso von den größeren Städten, von denen am weitesten Dresden, Frankfurt a. M., München, Karlsruhe u. a. m. gehen. Diese schließen die Vergebung von Arbeiten und Lieferungen an Generalunternehmer völlig aus. Der vierten Forderung, daß die Vergebung an Handwerkskorporationen erfolgen möge, ist indes bisher tvenig Rechnung getragen worden. 9iur in Bapern und insbesondere in München und Regensburg sind diesbezügliche Vorschriften erlassen. Doch steht zu erwarten, daß demnächst auch Preußen diesen Wunsch berücksichtigen wird. Mehr als diese Forderung wird die fünfte Forderung dec Handiverker beachtet, daß zwischen Ausschreibung und Eröffnung der Offerten ein genügend langer Zwischenraum liegen solle und daß für die Ausführung der Arbeiten oder Lieferungen ausreichend bemessene Fristen bestimmt werden sollen. Hier kommen fast alle Regierungen und Städte den Handwerkern in weitestem Umfange entgegen; alle diesbezüglichen Vorschrfften werden unter dem Gesichtspunkt erlassen, daß sich auch kleinere Unternehmer bewerben können. Dec letzte dec Wünsche der Hand- iverkec ist der, daß die Bekanntmachung in Blättern erfolgt, die von den Handwerkern viel gelesen werden, wenn möglich in Fachzeitschriften. In Preußen, Bayern, Württemberg, Hessen sind diesbezügliche Vorschriften erlaffen, und auch eine Reihe von Städten, so Frankfurt _a. M., Dresden, Ludwigshafen a. Rh. usw., sind den Handwerkern hierin entgegengekommen. Man sieht aus alleui, daß den Hand- werler.i und kleineren Gewerbetreibenden das Konkurrieren bei Vergebung öffentlicher Arbeiten tunlichst erleichtert wird. Das ist die Schlußfolgerung, die aus feinen Ermittelungen vom Statistischen Amt gezogen ivird. —-- Erstes Blatt 15». Jahrgang Freitag ». August 1907 a. Ä Bezugspreis: Hp k 'W monatlich 75Ps.,viertel- ZietzenerMzesger» für den politischen Teil! General-Anzeiger für Kberhchen -MU Rofationsbrud und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Stelndruderei. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstr sf,e r. ''i&d. stelle des Dampfers „Berlin" fest. Dos Publikum bereitete dem Monarchen herzliche Ovationen. Tas Wetter ist unbeständig. ■— Wie der „Stell. Wendp." aus Swine münde telegraphiert wird, trifft die Schlachtflotte dort erst morgen, Freitag, ein. Zahlreiche Russen find in Swinemünde eingetroffen, auch Generalmajor v. Jacobi, der Militärbrvvllmächtigte am russischen Hofe, ist iangetomme n. Aller Wahrscheinlichkeit nach ivird der Zar Sonnabend vor Swinemünde eintreffen und auch den Sonntag dort verweilen. Tie Begegnung mit Kaiser Wilhelm wird streng geheim gehalten, sie wird sich auf offener See vollziehen. Ein Tampser hat Anweisung erhalten, zum Sonnsabend nachmittag seeklar zu fein; er soll angeblich «als GepLckdampser dienen. Nach einer Mitteilung der „Stell. Abendp." wird er jedoch einige Geheimpolizisten aufnehmen, die mit der Beipachung der russischen Käiseryacht beauftragt sind. Berlin, 1. Aug- Ter Reichskanzler und der Lldmiral v o n,T i c p i tz haben sich heute nach Swinemünde begeben. Das Blutbad von Ca?ahlanca. be- muner neue Festbesucher kamen dazu, so daß bis in die Nacht hinein keine Abnahme des festlichen Treibens zu merken war. Auch die herrschende ^Augusts-Temperatur beeinträchtigte die Feier nicht. — S. K. H. der Großherzog sprach sich beim Besuch des Philosophenwald-Festes zu seinem Begleiter Oberst von Lindenau, sehr anerkennend über das Fest und besonders über dessen Vielseitigkeit aus. Tie Festvorstellung in unserem neuen prächtigen Stadttheater bot den Anblick einer glänzenden Feierlichkeit. Im Hause der Kunst waren die Männer der Wissenschaft mit ihren Damen schon lange vor Beginn der Vorstellung erschienen, um nach des Tages wechselvollen Begebenheiten sich an gefälliger Muse heiterem Spiel zu ergötzen. Auch das Großherzogliche Paar wohnte der Festvorstellung in der Hofloge bis ziim Schluß bei. Nicht der Nemesis, des Fatums finsteres Walten sollte man schauen, nicht von Melpomene sich erschüttern lassen; der leicht geschürzten Thalia gehörte der Abend. Sie sollte in buntem Mummenschanz charakteristische Momentszenen aus der Vielgestaltigkeit akademischen Treibens früherer Zeiten neu beleben und enden mit einer kleinen satirisch heiteren Komödie aiis dem Leben eines Universitätsrektors unmittelbar vor einer Säknlarfeier. Eingeleitet wurde der Abend diirch Johannes Brahms ^Akademische Fest-Onverture", die mit ihren Erinnerungsklängen an feuchtfröhliche, poesieoolle Studienjahre die rechte akademische Stimmung wiedergab. Dann hob sich der Vorhang. Man sah in idealer Landschaft eine liebliche Mädchen- gestalt. Sie sprach einen in flüssigen graziösen Versen geschaffenen Prolog. Die kleine Dichtung wurde von Fräulein Netto ausdrucksvoll und mit schöner Belebung vorgetragen und weckte jubelnden Beifall. Der Dichter ist. Professor Dr. Dan nein ann. Im „Tageblatt der Ludovicicnia" kommt das Poem zum Abdruck. Die neue Rektoratskette, die S. K H. der Großherzog der Landesuniversität verlieh, ist em Prachtwerk moderner deutscher Goldschmiedekunst, das von dem der Darmstädter Künstlerkolonie angehörigen Goldschmied Ernst Riegel angefertigt wurde. Tie Kette, die einen Durch- mener von 40 Zentimeter hat, ist .aus Goldfiligran und etwa 200 Saphiren hergestellt. , Das große Mittelstück, das 30 Zentimeter lang ist, bildet eine Minerva in grüner Emaille und Gold, an die sich das Wappen der Ludoviciana, das blaue Antomterkreuz auf silbernem Grunde und Relief-Porträts des Großherzogs, des Landgrafen Ludwig V. des Getreuen und des Landgrafen Georg II. anschließen. Die Kettenglieder, die durch seine Filigranarbeit beweglich miteinander verbunden sind, werden von den 9 im Großen Staatswappen enthaltenen Wappenschildern und der allegorischen Darstellung der vier Fakultäten gebildet Die Wappen sind in Gold und Emaille in Farben ausgeführt und werden von den entsprechenden Kronen gekrönt. Außerdem hängen an den einzelnen Gliedern große Tropfen von Saphir. Ter Glückwunsch des Kaisers. . Es Vertreter des Kaisers war der kommandierende General 18. ^Armeekorps Exzellenz v. Eichhorn anwesend und sprach die Glückwünsche des Kjmsers zur Jubelfeier aus und seinen Tank jur den liebenswürdigen Empfang. Er überreichte hierbei dem Rektor Geh. Rat Prof. Behaghel ben Kiw ne norden 2. Kl. und dem Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Breidert den Kronenorden 2. Kl., dem Oberbürgermeister Mecum den Kronenorden 3. Kl., dem Polizeihauptmann Herberg den Roten Adler- orden,4. Klasse. Oberst von Lindenau brachte der Universität die Glückwünsche des Regiments und als Geschenk für den neuen Dozentensaal die 1 Meter hohe Photographie des Kaisers dar, die bisher im Ofsizierskasiiw gewesen war. Ter Rektor nahm die Glückwünsche und das .Angebinde des Regiments dankend an. Der Glückwunsch der Handelskammern. Die Mainzer Handelskammer hat als Vorort des hessischen Handelskammertages folgendes Telegramm an die Landesuni- versttat gerichtet: onr//?-r ^herzoglichen Landesuniversität sendet zu ihrem Bestehen der hessische Handelskammertag die aufrichtigsten Glückwünsche, indem er auf das wärmste anerkennt wie sehr auch Handel und Industrie der befruchtenden Wirksam- sbtßJ? Hochschule zu Dank verpflichtet sind. Großherzogliche Handelskammer Mainz als Vorort. Tr.Dtto Gastell, Vorsitzender." weg und die Südanlage den Marsch nach Steins Garten zurrt Festkommers angetreten. Hier hatten sich schon viele Damen eingefunden, für die ihm Nebenraum des Saales eine Zuschauer- tribüne hergestellt war. Daneben bildete das - reiche Grün der Tekoration, die zahlreichen Fahnen und Wappen der Hassia und ihrer befreundeten Korps eine farbenprächtige Umrahmung der vielen weißen Mützen. Etwa gegen 200 Teilnehmer waren erschienen, darunter als Ehrengäste Landgerichtsprüsident Kullmann sowie als Vertreter des Provinzialdirektors Regierungsrat Welker' Tie Eröffnungsrede mit dem Trinkspruch auf Kaiser und Großherzog, die Begrüßungsansprachen an die alten Herrn und die befreundeten Korps hielt der ersten Chargierte, stud. jur. Pilger Im Namen der alten Herrn dankte das älteste Ehrenmitglied,' Professor Flegler aus Bensheim, für die befreundeten Korps sprach deren ältester Vertreter. Um 1 Uhr fand der „Landesvater" statt. Der ganze Verlauf des Kommerses war äußerst gelungen. Wie manche herzliche Begrüßung, manches rührende Wiedersehen fand da statt, wie viele Erinnerungen aus alter Zeit wurden ausgetauschb'. Die letzten „Ritter von der Gemütlichkeit" verließen die Stätte ihrer Wirksamkeit erst, als der folgende Tag sein erstes Viertel schon überschritten hatte. Ter Dienstag begann mit einem Festkonvent auf dem Korpshaus. Während desselben setzte leider starker Regen ein, sodaß es eine zeitlang den Anschein hatte, als könnte aus der photographischen Aufnahme in Steins Garten über- Haupt nichts werden. Aber der Himmel hatte ein Einsehen — nur ein Sonnenblick, und Herrn Uhl war sein Werk schon gelungen. I nfolge des schlechten Wetters verzögerte sich auch der Beginn des Frühstücks im Klub, das trotzdem bereits um 3 Uhr beendigt war. Während desselben erschien auch das jüngste Ehrenmitglied des Korps, Dr. med. Habicht aus Gießen, dem anläßlich des Stiftungsfestes diese Auszeichnung verliehen worden war. Tas für 6 Uhr geplante große Gartenfest in Steins Garten, vor dessen Beginn sich schon zahlreiche Familien der alten Herrn zu einem Kaffee zusammensanden, erlitt leider im folge des eingeterenen Regens eine erhebliche Störung. Von den im Freien vorgesehenen Veranstaltungen konnte nur spät abends die bengalische Beleuchtung einigermaßen durchgeführt werden. Ter Saal vermochte die Korpsangehörigen und die vielen geladenen Gäste kam zu fassen. Doch versöhnte der reiche Damen- slor die getrübte Stimmung einigermaßen mit dem Groll des Jupiter Pluvius, der uns noch am Schlüsse unsres Festes zeigen zu, wollen schien, daß nichts auf Erden vollkommen sei. Auch unser lieber Sänger Karl Buff-Gießen trug durch den Vortrag einiger wunderschöner, mit wahrhafter Begeisterung gesungener Lieder wesentlich zur Festesfreude bei. Tem Tanz huldigte jung und alt; nur konnte hier der infolge der Witterung beschränkte Raum leider nicht voll und ganz ausgenutzt werden. Erst am frühen Morgen nahm das Fest sein Ende. Mittwoch vormnrng sand dann unter Führung von Dr. Schmitt auf dem Kvrpshause die Besichtigung des Korpsmuieums Trotz der kürzen Zeit ihres Bestehens hat die Sammlung bereits eine Fülle von hochwichtigen, Lenkstücken iauszuweisen, die sich teils auf das studentische Leben/ Gießens beziehen, teils die Entwicklungsgeschichte des Kvrps seit seiner Gründung im Jahre 1815 erläutern. Ein Teil der Gegenstände wirr dein Korps in dankenswerter Weise für die Ausstellung leihweise überlassen worden, wird aber später ganz in seinen Besitz übergehen. Tie einzelnen Stücke luaren zum Teil sehr interessant. Da sah man Stammbücher aller Art von 1750—1840 mit seltenen und wirklich künstlichen Malereien, Mützen und Bänder jaus den 20 er Jahren, Pfeifen köpfe aus Holz und Porzellan von 1805 an, alte Ansichten von Gießen und Umgebung, »alte Korps- undS. E-Bilder, Sllhuetten, Bänder aller Art mit und ohne Namen, alles meistens Geschenke voü alten^Herrn und Freunden des Kvrps. So ist das schöne Fest im ganzen wie im einzelnen als wohl- gelungen zu bezeichnen und als so gelungen, daß eine große Zahl der Teilnehmer entgegen ihrer ursprünglichen Absicht be- Ichlossen hat, auch über die Festlichkeiten der Universitär hinaus öen Aufenthalt in unserer schönen Musenstadt auszudehnen. Plögen ihnen ,auch diese Festtage — wofür alle WahrscheinlickMt spricht — in ebenso schöner Erinnerung bleiben wie das 65* layrrge Stistungsfejr der Hiassia. Ihnen allen aber luien wir zu: Auf Wiedersehen beim nächsten Rhein ko mmers in Bingen im Herbst 1910! , *) Verspätet eingegangen; vgl. die Dienstagnummer dieses Blattes. c Montag trafen, trotzdem der Himmel wieder ein be- denkliches Gesicht machte, schon in aller Frühe eine Menge von alten^ Herren ein. Ueberall leuchteten die weißen Mützen in den Straßen der nPiaiI?cr^r^n links' der Lahn aufzuschütten, wozu allein oOOOOO Kubikmeter Erdiuassen erforderlich sind, welche! oas mächtige ZelSgeü^n des nahen Würzberges liefert. Tag- lill) werben baielbjt Sprengungen vorgenümmen, die ein stunden-, fallendes Getöse verursachen. Bis zum Ausbau des! Gmerbahnhoses, der , zu 655 000 Mark veranschlagt ist, sind zwei Jahre vorgesehen. Erst mit , dessen Vollendung! kann an den Um- resp. den Neubau des Personenbahnhofs gedacht werden. Um von dec Stadt her einen schienenfreien Zu-« S?1!? lLMpfangs§ebäude zu schaffen, wird die gesamte Bahnileiganlage auf die Nordseite des Bahnhofsgebäudes verlegt. Im Zusammenhang mit der Veränderung der Gleisan-^ M ......... t.vn. uic nuuimip I ' e flt der tLrwtz der Babnübergänge der Siegener Chaussee durch von gegen 200 Teilnehmern umfassenden Zuge durch den Selters- m Aussicht genonimcn. Die Gesamt kosten; 0 9 J oert .Um- rmtz MMtexunMW feilen ä9JQQÖÖ 3)i(. itttaflew, Darauf tritt der Dekan der philos. Fakultät hervor, Prof. Dr. König, um die bezügl. kostbare hochgestimmte Urkunde zu verlesen. Daran schließen sich die anderen Ehrenpromotionen, verkündet von den Dekanen der vier Fakultäten und jede i!t begleitet von einer kurzen Würdigung der Verdienste des neuen Ehrendoktors. Der herrliche Schlußchor des Brahmsschen Triumphliedes endet mit seiner Töne Erhabenheit, die eindrucksvolle Feier. Tie theologische Fakultät proiuovierte zu Ehrendoktoren: Wilh. Weber, Pfarrer in Lich. Johann Waltz, Pfarrer in Darmstadt. Lic. Albert Eichhorn a. o. Professor der Theologie in Kiel. Lic. Dr. Rudolf Otto, a. o. Professor der Theologie in Göttingen. Dr. Paul Wendland, o. Professor der klassischen Philologie in Breslau. Dr. Henry Charles Lea in Philadelphia. Frederick Cornmallis Conybcare in Oxford. Jean Reville, Professor der Religionsgeschichte am College de France. Paul Sabotier, erneuerter Pfarrer in Saint-Sanveur (Ardeche). Dr. Friedrich Paulsen, o. Professor der Philosophie in Berlin. Lic. Dr. Friedrich Michael Schiele in Tübingen. Tie juristische Falultät promovierte: Karl Ewald, Staats- Minister in Darrnstadt. Wilhelm Keller, OberlandcSgeuchtsrat in Darmstadt. Hugo Molitor, Oberstaatsanwalt in Kolmar. Adolf Harnack, Professor, Wirkt. Geh. Oberregierungsrat in Berlin. Karl Bücher, o. Professor in L-.ipzig. Max Lehmann, o. Professor in Göttingen. Geronimo Vitelli, Profcsior in Florenz. Hermann Credncr, BcrlagS- buchhändlcr, Leipzig.' Die mcdizrnlsche Fakultät promoviert ehrenhalber zu Doktoren der Acedizin: S. Exzellenz Artur Graf von Posadoipsty-Wehuer, Staatssekretär a. D. Franz Himstedt, o. Professor der Physik in Freiburg. Oswald Külpe, o. Professor der Philosophie in Würzburg. Wilhelm Hilbrecht, o. Professor der Zoologie in Utrecht. Otto Wiener o. Pro- scssor der Physik in Leipzig. Louis Merck, Geh. Kommerzienrat in Daunstadt. Georg Wilhelm Koch, Zahnarzt in Gießen. Tie vereinigte medizinische Fakultät promovierte ehrenhalber zu Doktoren der Beterinärmedizm: Engen Fröhncr, o. Professor a. d. licrärzttlcheu Hochschule in Berlin. Karl Dammann, o. Professor und Direktor der tierärztlichen Hochschule in Hannover. Johann Wilhelm Schütz, o. Professor an der tierärztlichen Hochschule in Berlin. Georg Röckl, Geh. Regierungsrat in Berlin. Friedrich Löffler, o. Professor der Hygiene in Greifswald. ~ Die philosophische Fakultät promovierte zu Ehrendoktoren: Seine Königliche Hoheit Ernst Ludwig, Großherzog vou Hessen und bei Rheiu. S. Exzellenz E. Braun, Minister des Innern m Darmstadt. Friedrich Gutsleisch, Dr. jur. Justfirat, in Gießen. Ferdinand Katteubusch, Professor der Theologie in Halle. K. Berger, Professor in Daumiadt. W. v. Reichenau, Konservator in Mainz. H. Brunner, o. Professor der Jurisprudenz in Berlin. Georg Kawerau, Architekt in Konstantinopel. Hans Meyer' Professor in Leipzig. H Frise in Schwerin. O. Sarazm, Geh. Baurat in Berlin. Ferdinand Ave- narius in Dresden. Ritter v. Guttenberg, k. k. Hofrat in Wien. P,o Rajna, Professor in Florenz. Molk, Professor in ^Rancy. Browne, Proscsior ui Cambridge. E. Rutherford, Professor in Moutreal. I. K. Lauahlin, Professor in Chicago. Ein hübscher Anblick bot sich gestern abend den Passanten auf dem Brandplah vor oem alten Schloß Tort hatten sich etwa 300 Kinder angesammelt wohl ^um den verehrten Landesherrn und seine Gemahlin Großherzogliche Paar erschien auch wirklich aus der Estrade des alten Schlosses und bereitete den Kindern eine Mbsche Ueberraschung. Von einem zufällig in der Nähe befindlichen Händler wurden kleine Luftballons und Fähnchen auf gerauft, um sie unter die Kinder zu verteilen. Die Ballons wurden an den Kordelenden beschwert und dann vom Großherzoa in den Kinderhaufen hineingeworfen. Natürlich streckten sich Hunderte kleiner Ktnderhände nach der kostbaren Gabe aus, um sie zu erhaschen. So konnte es nicht ausbleiben, daß die Ballons als die Schwächeren meist nachgaben, mit lautem Knall sn §ubel der Kleinen war, wie man sich denken kann, unbeschreiblich und auch das hohe Paar hatte seine Freude an den vielen lustigen Szenen, die sich hierbei zutrugen. Als sich oie Her.'schäften zurückzogen, drückten die Kinder ihren Tank durch fauchzende Hochrufe aus. g Das GSjährige Etiftungsfest der „Hasfia". *) III. r Londorf, 1. Aug vergangene Woche im großen Woog m ThrWaM beim Baden ertrunkene Gardist Wallenfels sjammt nicht ans ^onborf selbst, sondern aus dem benachbarten hdenlroufen a. d. Lumda. h. Darmstadt, 1. Aug. Der funge Mann, der gestern von einem ^ug überfahren wurde, ist ein junger Kellner Georg Pieters jaus Berlin Er war 26 Jahre alt und vorübergehend in einem hiesigen Küfseehaus. Zu seinen Kollegen hatte er von Selb st nrorviab sichten gesprochen. Zweifellos hat er sich vom Znge überfahren lassen. sd. Darmstadt, 1. Aug. Die Macht des Kohlen- Kon tors hat auch auf den hiesigen S t adts ä ck el jetzt seine nachteilige Wirrung ausgeübt. Das Kdntor hat der Stadt ruirge- teilt, daß cs infolge der ungenügenden Förder nicht in der Lage sei, den s. Z. eingegangeuen Dertragsverpftich- tungen nachzukominen. Tie Stadt ist dadurch gezwungen, den Ausfall, der für die verschiedenen städtischen Werke ca. 25 Proz. des ganzen Bedarfs aus'macht, anderweit zu decken und muß sich an ausländische Firmen um Lieferung englischer Kvhlen wenden, wenn cs nicht vom Syndikat direkt die angebotcnen teueren englischen Kohlen beziehen will. Ta feststeht, daß das Syndikat in der Tat viele Kohlen meist sehr preiswert nach dem Ausland liefert, in der bestimmten Absicht, dadurch den Markt in Deutschland nach Wunsch dirigieren zu können, wurde in der heutigen Sitzung der Stadtvcrordnctcn-Versammlung mit Recht auf diese Mlamität hin.gewicsen und zu energischem Vorgehen gegen das Syndikat aufgcsordert. Es wird als Pflicht aller maßgebenden Behörden 2C. erachtet, dieses die ganze deutsche Bevölkerung schwer schädigende rücksichtslose Geboren Wit allen zu Gebot stehenden Mitteln zu bekämpfen, Mas dient, auch durch den Zusammenschluß aller Konsumenten von Bedeutung, namentlich der großen Städte geschehen müsse. Man will zunächst versuchen, dem Kontor nochmals schriftliche Vorstellungen zu machen, zudem der Vertrug, nach welchem cs sich in keiner Weise zu Lieferungen verpflichtet, während es seinen Bertrugskontrahenden nicht gestattet, auch andere Kvhlen zu beziehen, nach Ansicht der Versammlung wider die guten Sitten verstößt. Hl Hohensolms, 1. Aug. Unser am höchsten gelegener Ort des Kreises Wetzlar wird demnächst ium einen stattlichen Neubau vergrößert. An der Kreisstraße nach Wetzlar, in unmittelbarer Nähe der neuen Schule, entsteht das für die zehn Gemeinden der Bürgermeisterei Hohensolms schon so lange geplante Bürgermeistereigebäude. Ueberhaupt vollzieht sich der Ausb-au unseres Ortes neuerdings nur nach dieser Richtung, da bei allen Neubauten in erster Linie die Wasserfrage mitspricht und Brunnen nach der anderen Seite des Dorfes gar nicht zu graben sind. Was aber unserM Ort zu einem so gern alten Linden umgebene Schloß, die ehemalige Residenz der gräflichen Linie Solms-Hohensolms, das für alle Besucher offen steht, besuchten Ausflugspunkt wacht, i'st vor allem das ston ur- () Marburg, 1. Aug. Universitätssekretär Kanzlei rat König beging heute sein 5ahri ges D i e n st j ub i l ä u m. Von den Beamten und dem akademischen Senat wurden ihm Ehrungen zuteil und der Kurator Geh. Justizrat Prof. Tr. Schot l- meyer überbrachte den Roten Adlerorden mit der Zahl 50. ve^nrischtes. * In den Bergen abgestürzt. Auf bein Gletscher der Kraspezspitze stürzte Fräulein Ellen Süß milch aus Leipzig ab. Sie erlitt Verletzungen an Arm und Kopf und wurde mittelst Tragbahre nach Nnhlthal gebracht. — In Meran rutschte der bekannte üiederkomponist Eugen Hi ldach, der sich mit seiner Familie auf dem Schneeberg befand, im Steingeröll aus. Ec stürzte 50 Meter tief und erlitt einen Armbruch und Kontusionen. Er befindet sich in der Heilanstalt zu Meran. — Aus Bern trifft die Nachricht ein, daß die drei Berner Touristen Dr. med. vet. Wy ß v. Jenner, Arzt in Steffisburg bei Thun, sein Bruder Max und Paul Montandon aus Thun, welche von Grenoble nn§ am Montag eine Tour in die Berge der Dauphine machten, verunglückten. Dr. Wyß ist tot, Paul Montandon verletzt. Evangelische Gemeinde. Sonntag den 4. Augnst, 10. Sonntag nach Trinitatis: Hottesdieng. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Plärrer S cb w a b e. Zugleich Christenlehre für die Reukonsirmierten aus der Markus- gemeinde. Vormittags 972 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. In der Johanneskirche. Vormittag? 8 Uhr: Pfarrer Euler. Zugleich Christenlehre für die Reukonsirmierten aus der Lukas- gemeinde. Vormittags 97r Uhr: Pfarrer Ausfeld. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannes- gemeinde. Pfarrer A u s f e l d. Abends 8 Uhr im Konfirmandensaal: Versammlung und Bibelbesprechung. Katholische Gemeinde. Samstag den 3. August 1907: Rachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag den 4. A u gust, 11. Sonntag nach Pfingsten: Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte. „ um 7 Uhr: Tie erste heil. Blesse, vor und in derselben Austeilung der heil. Konununion. u nm 8 Uhr: Die zweite heilige Messe. „ um 9V, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Andacht. Märkte. " fc. Frankfurt a. M., 2. Aug. iOrig.-Telegr. des „Gieß. Anz.") V i e b m a r k t. Zum Verkaufe standen 00 Kälber, 00 Schale ii. Hammel, 387 Schweine, 0 Ziegen. Schweine: 1. Qual. 70—71 Pf., Lebendgewicht 55—55.05 Pf., 2. Qual. 70—00 Pi., Lebendgewicht 55.00-00 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg. Kälber 1. Qual. 00—00 Pf. Lebendgewicht 00-00 Pfg., 2. Qual. 00—00 Big., Lebendgewicht 00—00' Pfg., Schlachtgewicht 00—00 Pfg. Schafe 1. Qualität 00—00 Pfg., 2. Qualität 00—00 Pfg, Geschäft bei Schweinen: gut, kein Uebcrsiand. Greßene^ Wetterd i e u st. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Samstag den 3. August: Wolkig, meist trocken, tags wärmer. Veränderliche Winde. GriginarsDrahLmelSnngett. Rom, 2. Aug. Tis Tribuna erfährt, daß anläßlich der Unzulänglichkeit der französisch-spanischen Po» l i z e i in Marokko es nötig sei, u n v e r z ü g l i ch änderte Maßregeln zu ergreifen. Saloniki, 2. Ang. Eine bulgarische Bande verwundete auf der Straße in Guaregi einen englischen Obersten E l l i o t an den Beinen. Uiari-s, 2. Aug. Die nach Marokko entsandten dreiSchiffe wurden für drei Monate ausgerüstet. Hier herrscht lebhsafte Besorgnis wegen des Schicksals des franz. Konsuls sowie der übrigen Europäer in Casablanca, da die dortige Garnison aus unsicheren Soldaten besteht, welche - mit den Plünderen fraternisieren. Mit der spanischen Regierung wird unverweilt ein Meinungsaustausch über ein gemeinsames Vorgehen sisattfinden. Es heißt, daß inbesondere der Plan einer kombinierten Aktion von der jalgerisch-marokkanischew Grenze und von der Küste erörtert werden soll. Weiter evrtautet, baß der französische Geschäftsträger in Tanger schon heute beauftragt werden wird, in Fez mit aller Energie Beschwerde zu erhebet: und den Mfaghzen direkt für das Massacre in Casablanca verantwortlich zu machen. * Toulon, 2. Aug. Tie Kreuzer Condö und du Chayla sind um Mitterniacht nach d'er marokkanische:: Küste a b g e - gangen. Wie verlautet, soll auch der Kreuzer Tevaix Ordre erhalte:: haben, sich z>ur sofortigen Abfahrt bereit zu halte::. Madrid, 2. Aug. Die spanische Regierung hat aus Anlaß der Ereignisse in Casablanca eine dringende Rote an Mohamed el Torres gerichtet. .Dünger, 2. Aug. In Casablanca sind zwei 'weiters L e i che n von ^ermordeten Arbeitern ans Land geschwemmt Wörden. In der Stadt verbleiben nur noch 3 Franzosen, darunter die Mutter des Konsuls. Die übrigen Europäer sind nicht beunruhigt worden. Die Erhebung ist eine speziell antifranzösische. Der Pascha «tzfu gestern aus seiner Villa vev, trieben worden. , -sf Osterby, 2. Aug. Der Sekretär de? Präsidenten erklärt, daß das Marine-Departement bereits Vorkehrungen zur Ent- endung des atlantischen Geschwaders nach bcn; killen Ozean getroffen habe. New-York, 2. August. Die Verbrechen gegen Frauen und Kinder nehmen hier in erschreckender Weise zu. In der letzten Zeit wurden wieder mehrere Frauen und Kinder erwürgt und mit schrecklichen Verstümmelungen auigebinden. Die Polizei erklärt sich außer Stande, dem verbrecherischen Treiben Einhalt zu tun und warnt davor, Kinder unbeaufsichtigt auf die Straßen zu lassen. Washington, 2. Ang. Das Staatsdepartement hat noch keinen Einspruch Japans gegen die Entsendung der amerikanischen Flotte erhalten. Man erwartet auch keinen solchen, da die Flotte nach den amerikanischen Gewässern des stillen Ozeans gehen wird. TeSef©nasche SCursbeiricMe des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Hande) und Industrie, Giessen. Frankfurter Börse, 2. Aug., 1.15 Uhr. 3^°/0 Reichsanleihe . . 92.90 Elektriz. Lahmeyer . . . 115.90 3-6 do. . . 82.7o 3 Xİ/6 Konsols .... 93.45 3% do. .... 83.00 3^°/o liessen . , . . 92.10 3^°/n Oberhessen . . . — 4% Oesterr. Goldrente, . 98.00 4l/6 % Oesterr. Silberrente 99 00 4% Ungar. Goldrente . . 92.40 4% Italien. Rente . . . —.— 356 Portugiesen Serie I . 66.40 3% Portugiesen „ III 67.20 4J^°/0 rnss.Staatsanl. 1905 91.40 4%°/o Japan. ^Staatsanleihe 89.90 456 Conv. Türken von 1903 97.60 Türkenlose 140.00 \% Griech. Monopol-Anl. ♦ 48.65 4% äussere Argentinier . 83.90 3°/0 Mexikaner . . . 62.60 4>^% Chinesen .... 96.30 Aktien: Bochum Guss 205.70 Buderus E. W . . . . 112.00 Tendenz: ruhig. Berliner Börse, Canada E. B 172.40 Darmstädter Bank . . . —.— Deutsche Bank .... 221.00 Dortmunder-Union C. . . 65.40 Dresdner Bank .... 136.10 Tendenz: ruhig. Elektriz. Schlickert . . . 101.10 Eschweiler Bergwerk . . 203.50 Gelsenkirchen Bergwerk . 198.00 Hamburg-Amerik. PaketL 131.80 Harpener Bergwerk. . . 192.25 Lanrabütte 216.10 Nordd. Lloyd 116.80 Oberschles. Eisen-Industrie 101.00 Berliner Handelsges . . 150.40 Darmstädter Bank 127.05 Deutsche Bank . . « 222.10 Deutsch-Asiat. Bank . . 148.50 Diskonto-Kommandit. . . 167.00 Dresdner Bank . . . 186.40 Kreditaktien 203.30 Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . . 95.20 Gotthard bahn . . « . —.— Lombard. Eisenbahn . . 30.50 Oesterr. Staatsbahn . . . 140.00 Prince-Henri-Eisenbahn , 130.00 2. Aug. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. , « 192.00 Lanrabütte .... 216.10 Lombarden E. B. ... 80.10 Nordd. Lloyd’ 116.80 Türkenlose . . ... 140.10 „Es gibt tatsächlich kein bcsieres" Die Unterschrift des nachstehenden Briefes ist amtlich glaubigt: Marxloh, den 23. März 1907. Die Polizei-Verwaltung C. Vollmann, Polizei-Kommissar. Atarxloh, den 12. März 1907. Teile Ihnen mit, daß ich Bioson mit stauncncrregendem Erfolge bei meinen Kindern angewandt habe. Ich habe zwei Pakete in einem Zeitraum von vier Wochen verbraucht gegen Blutarmut und Magerkeit und ich muß sagen, daß sich meine Kinder vollständig erholt und gekräftigt haben. Sie haben jetzt ein ganz gesundes Aussehen und habet: an Körpergewicht bedeutend zugenommen. Meine Kinder nahmen das Bioson sehr gerne. Es gibt tatsächlich kein besseres Nähr- und 8lräftigungsmittel wie Bioson. Mit aller Hochachtung ! Ludw. Carl^. 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Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß wir dem Herrn Peter- Rau in Lnmda eine Bezirksaaentur für Lumda u. Umgegend übertragen haben. Mainz, :m August 1907. hv1^ Die General-Agentur: H. Schmidt. Bezugnehmend auf vorstehende Bekanntmachung empfehle ich mich zur Aufnahme und Vermittelung von Verslckerungcn aller Art, indem ich mich erbiete, jede zu wünschende Auskunft auf das Bereitwilligste zu erteilen. Peter Ran, Bezirksvertreter. Einmach-Zucker Cristall- und gemahlen 10 Pfund Mk. 2.10 bei Georg Wallenfels gegenüber der Engel-Apotheke. Telephon 46. [4634 ?i8 ,T±Srik Cocusnussbutter Deutscnlantis in „ .. sucht ÄiXÄ Äiieinhändier Offerten mit Referenzen und ausführlicher Auskunft unter I«. 9818 an HEINR EISLER, HAMBURG erbeten. bP/8 Nur wirklich erstklassige, kapitalkräftige Firmen wollen eich melden Frsabanki Heute Rindfleisch !>2 Psg. L'/- Reues Sauerkraut neue kinMlchtc Surkkii empfiehlt [1909 Willi. Hans, Bleichstraße 18. Wichsrischckier. Liikrahiii-li.Liiiiöbiiiter. 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November) im Fabrik-, Engros- oder Bankgeschäft zu beschäftigen, wo ihm Gelegenheit geboten, sich praktische kaufmännische Kenntnisse an» zueignen. Schriftl. Angebote unter 5018 an den Giehener Anzeiger erbeter^ Fuhrteistungen jeder Art übernimmt [05511 ____________Cb. Haubach I. , Wer würde sein Haus oder Bauplatz verkaufen, eventl. auch in der Umgegend. G. Hofmann. Frankfurt a.M., Töngesgasse L ________________slVa____________________ Im Perkeo am Mittwoch abend zwischen 7 n. 10 Uhr ein [05517 KWm-Iatjtttt oertauscht worden. ES wird um Rückgabe gebeten 5kaiser-Allee 5, IL Mittwoch abend kleiner schwarz Chiffon-Umhniis vcrlornij Abzugeb. geg. Belohn, bei Frau L. Rothenberger, Neuenweg 2L Kanarienvogel entflog. Wieder» brmger Belohn. Earl Wenzel L 05504 Samstag abend 9 Ubr Bootsbaus HB = Feier zs zu Ehren der siegreichen aka- deintschen Via nn sch ast. Wir bitten unsere aktiven und passiven Mitglieder urn zahlreiches Ericheincn. Dv/8 Der Borstand. Während der Festtage von 12—3 Uhr Oiners s) IfcHc 3 in eier Festere Festhalle in Empfang nehmen. I C7. Kolosseum, Miltvkßnfe 36-38 früher Lass Leib Telephonruf 644. AWn Zeftkitm bei hohem Lohn per sofort gesucht. 5015] Gebr. Cbristopberfen. I 5 Zimmer Babnbofstr. 39. I 5-Zimmer- Wohrmng zu vermieten. Näheres im Neubau daselbst. [3157 Nein. 5011 Bücherrevisor Lu! CO Telephon 365 Frankfurter Strasse 11 j Möbl. Ziminer~\ I. A. 4988] Plockstrahe 14. Der Dirigent: O. Görlach. j Statt Karten. München. iOffrnr Stcllni Bit« ■ ätiietiiermhe 'EN 1 Ä Bfir frrfchc Siedware "AL 10 Stück 60 Pfg. L. Steinhäuser 27 Geltersweg 27 2 17 Neuen Baue 17 Z !!i!jchr3-Iiitlm.-Wohn.L November zu micleii gesucht. Scbristl. Anfragen unter 05514 au den Giehener Anzeiger erbet. Bulle. Mittwoch, den 7. August L IS., vormittags 11 Uhr wird ein gut genährter Gemeindebulle aus unterzeichnet^ Bürgermeisterei versteigert. Allendors a. d. Lumda, den 1. August 1907. Großherzogl. Bürgermeisterei Allendors a. d. Lumda. 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