-kr. 14 Erscheint täglich außer Sonntag-. Tein Gießener Anzeiger verben im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Kamillen blälter viermal in der öwche beifldcgt und wermal wöchentlich daS Kielsblütt für den Kreis Siehen. Zerusprech-An- schluijs.d. Redaktion 112 Verlag u. Expedition 51 Adresse für Tepeschcn: Anzeiger ©k6cn. Erstes Blatt 157. Jahrgang Donnerstag 17. Januar 11)07 s VezngSPretS: monatlich 7öPi., viertel- idbxlid) DU. 2.20; durch Avhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Ps.; durch die Bost DU. 2.— viertel- jährl. auLschl. Destellg. Annadme ron Anzeigen für die Tageümunmer biS vormitlaqS 10 Uhr. Zeilen preis: iokal 15Ps^ auswärts 2ü Piennig. General-Anzeiger für Gberheffen WM * V *ar 1 Bll »Gerlchtssaat'-. Ern st Rotationsdruck und Verlag der vrühsfihen Unlo.-Vuch- und Lteindruckerei. v. tauge. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schülffratze 7. Agenten? Hans s-L 5>ie veutlge Aummer umfaht 8 Leiten. Ion vcr Zbahlötwfgung. Gießen, den 17. Januar 1907. Ter Herr Pfarrer von Queckbera. Herr P'airer schick von Cuecfborn schrieb uns aus Dtünberg einen langen Verteidigungsbrief mit dem Bemerken, tr habe »bei dem maßlosen ?lngnff wohl nicht nötig, auS- drucliich auf das Preßgcsetz sich zu berufen'. TaS hat der der Herr Pfarrer allerdings nicht »nötig', denn erstens ist un »Gieß. Anz.' überhaupt kein Angriff gegen ihn erschienen, sondern nur em sachlicher Bericht über eine Versammlung, in dec der Herr Pfarrer weder mit Geschick noch mit be. sonderem Takt gesprochen hat, und zweitens ist sein ganze; Schreiben nichts weniger als eine »Berichtigung' im Sinne des Preßgesetzes. Trotzdem sei dec Inhalt be» Briefes hier mitgeteilt: Wir batten, ohne von dfr liberalen Versammlung zu wissen, auf die gleiche Stunde in Göbelnrod eine Versammlung an* gemeldet. Wenn wir, obwohl eher anwesend, doch den liberalen betten den Vortritt ließen und uns der frühen Abchlftt der Gegner mit 10 Minuten Redezeit einverstanden erTinT.cn, so zeigt das wahrhaftig genügend unsere Bereitschaft zu friedlicher Debatte. Daß wir „Radau" gemacht hätten, bestreite ich für uns beide. An Unterbrechung der Dorren habe ich mich nur im Ansang der Gcschäilsordnung bctei.igt, als man uns trotz unseres (int* grgenlommens die Redezeit beschranken zu wollen erfidrte. Die fcerren h beit mich bei meiner Rede reichlich unterbrochen. In 1'au ter haben wir keinen Redner am Sprechen ver- Hubert, sondern inc Versammlung beschloß, wenn man Derrn 14>n und mir, dem Ortspsarrer, die Diskussion verwe.gere, tie diS zu Anfang sofort ausgesprochen wurde, daß sie dann aach die Gießener Herren nicht Horen wolle. Daß es hierbei aus- r rc.jt zuging, ist woht ecklärftch, aber die Schuld daran trisst Loch wahrhaitig nicht unS. Rach dem Weggang zweier Herren omief die Versammlung zu Lauter geradezu vordildlia) harmonisch, ilad der Vorsitzende der Versammlung, Herr Gabriel, dankte nie nach meiner Rede ausdrücklich für meine „durchaus sachlichen mb sich von aller persönlichen Gehässigkeit fernhaltenden" Aus* ii orungen. Daß wir durch den D iS küss io ns streit um den vor^ aL'nlidxn Vortrag des ^erm Gehestnrat Schmidt kamen, h'.be ip ausdrücklich auss tiefste bedauert. Ich h.ibe in Göbeinrod nicht von „Judenraupen" gesprochen, auch keine Hetze getrieben, vielmehr ausdrücklich unter dem Beifall der Versammlung erklärt, daß von den sämtlichen antisemitisch gerichteten Werteten feine einzige daran denke, den Juden ihn Staatsbürgerrechte zu nehmen. Den sclyn in der Versammlung erhoben-N Vorwurf, ein Pfarrer solie keine 'Politik treiben, habe ich dort schon zurück- gewiesen als daS, was er ist, alS nicht liberal. Ich habe liebten geaen Gott wie jeder Mensch, aber auch Pflichten gegen mein Vaterland. Unser Korrespondent schreibt unS zur vorstehenden Aeußerung: Ich habe auf Grund genauer Information bei den in Queck- Lcin und Lauter bcfci.igien Gießener Herren und meiner eigenen lachhrnehmung in der Versammlung zu Göbelnrod nur die Lat, fachen wahrheitsgetreu wied^rgegeben. In Lauter haben allerdings zwei werten des liberalen Wahl- LuSsmuises vvrgezogen, in der Versammlung überhaupt nicht tu spceä-en und zwar deshalb, well es, wie der Derr Pfarrer k selbst zugegeben hat, hierbei „aasgeregt" zuging. Er verschweigt aber wohlweislich, daß bei seiner Anfrage an die übrigens kleine Versammlung, ob sie deut yerm Pfarrer aus Queckborn und feinem Begleiter, Herrn Dörr, beschränkte Redezei tauserlegen wollte und wer dagegen sei, sich vom Platze erheben möchte, niemand sich erhob und erst, als er aujstand, beide Arme gegen den Himmel streckte und m pathetischer Weife ausrief: „Auf! auf! auf, Leute!" fich zögernd die Mehrheit der Anwesenden ererr ^>arrer Sebib von Unterbrechungen in Göbeln* tob spricht, so ist das richtig. Seine KampfeSweise und die beleidigenden Ausdrücke waren eben die Veranlassung dazu. Richt wahr ist es, daß ihm die Rebe; eit auf 10 Minuten beschränkt wurde, sondern man bat ihn, sich möglichst furj zu fassen, well den Gießener £)errett nur kurze Zell zur Beriügung stand. Km übrigen war die Versammlung von dem liberalen WahlauS. ja)uö durch Plakate und Ortsschelle einberufen und ich überlasse ta meinen Lesern, ob sie es glauben, daß der Pwrrer Schick aus Lucäbom (einem Nachbardorfe) am gleichen Lage zu gleicher Ltunde im gleichen Wirtshaus (ohne Wissen des Wirtes) vorher eine Versammlung eütberufen hatte. £>err Pfarrer Schick hat von den „Judenraupen" und dem „Semitenblatt", dem „Gieß. Anr.", in dem vor Weihnachten unpsohlen fei, die Geschenke bet den Juden zu kaufen, gt» forvchen, und wenn er ertlätt, daß er und keine d-r antisemitischen Parteien daran denke, den Juden ihre Staatsbürgerrechte zu nehme* so ist dies ja nach seiner Ansicht christlich, und die ßuden werden ihm gewiß für die, es Entgegenkommen dankbar sein. Der Vorwurf in der Versammlung zu Göbelnrod, „ein tfarrcr solle keine politische Agitation treiben", ist gefallen und wird auch aufrecht erhalten. Es komnll eben an auf die Form enb auf die Art und Weise, wie die politische Ueberzeugung »um Ausdruck kommt. Polllik zu treiben, wird kein vernünftiger l'lcnsch einem Pfarrer berjagen wollen. Antifemit.smus ist aber leine Politik. . ■ ,^Jch habe Pflichten gegen Gott wie icdsr Mensch, aber auch Pflichten gegen mein Vaterland." Vergessen hat der Herr Pfarrer, daß er außerdem Pflicksten gegen seine Mttmenichen und feine Gemeinde hat. Versöhnung zu predigen ist m. E. die Ausgabe und Pflicht eines Pfarrers, aber nicht. Wie ti geschehen ist, Unfrieden und Klassenkamps im Volke anzusachen und zu schüren. Noch alledem scheint ja der Herr Pfarrer eine phänomenale Fertigkeit tn der Kunst der Begriffsverdrehung zn bkfttzen. Tas komischste Stücklein auf diesem Gebiete ist, daß cc von uns als einem Semitenblatt geredet hat. Nach ber wundervollen Logik de§ Herrn Pfarrer Schick ijt einfach alles, was nicht antisemitisch tst, semitisch, oder alles, was nicht weiß ist, schwarz, oder jeder, der nicht die Llntiduell- liga- oder die Antialkoholiker-Bestrebungen mitmacht, ein Duellant bezw. Alkoholiker. Und der »Gieß. Anz.' hat nach Herrn Pfarrer Schick empfohlen, bei Juden zu taufen! TaS lcht auf der gleichen Höhe der Logik und der Wahrheitsliebe. Ter »Gieß. An;.' hat bekanntlich in Nr. 295 v. IS. ein ibm au3 seinem Leserkreise zugegangenes Schreiben ver- öffcntlicht unter der Rubrik »Eingesandt', für die obendrein die Redaktion noch regelmäßig ausdrücklich jede Verantwoi- tuug ablehnt, in dem auf ein in unserer Stadt allgemein verbreitetes antisemitisches Flugblatt Bezug genommen wurde, das die Bevölkerung Gießens aufforderte, nicht in jüdischen Geschäften zu kaufen. Die von uns abgedruckte Zuschrift tadelte diesen Versuch zur Boykottierung unserer jüdischen, ihre Gewerbesteuer gleich jedem anderen Rammann zahlenden Mitbürger, o.hne auch nur mit einem W ort jüdische Geschäfte zu empfehlen. TieseS Eingesandt sprach ganz nchiig davon, daß daS WeiyuachlLiell em Feit der christlichen Liebe und btS WohltunS sein solle, daß aber jenes Flugblatt, das dem Herrn Pfarrer zweifilloS bekannt ist, deut Sinne der christlichen Liebe Hohn spreche, und sagte u. a. wönlich: „Also laßt Euch nicht betören durch Leute, die auS der Religion ebenso ein Geschäft machen, wie ans dem Patriotismus; fragt bei Euren Einkäufen nicht nach Abstammung und GlaubenSbekenmniS, sondern danach, wo Ihr gute Ware zu angemessenen Preisen bekommt ' Tiescd Flugblatt war unmittelbar nach Eröffnung eines großen hiesigen, von Israelitin geLitcLn WarenhauSneudancs Derbe eilet worden; in welcher Absicht, das weiß a ; ) der von christlicher Liebe ganz und gar buuy,onnie Herr Pjarrer aut Cucdborn. Daß ein „Pfarrer Line Politik treiben' solle, ist vom „Gieß. Anz.' niemals behauptet worden. Es wurde von ilnserem GewahrSiuanne in unserer Nr. 12 sehr richtig gesagt: „Alan sollte doch meinen, daß jemand, dein die Seelsorge tn ■>wei Deien obliegt, besseres zu tun baue, als die Versammliiiigen der Liberalen mit seiner antyenrulschen Hege von Ort zu Ort zu verfolgen und durch Lärmen zu fiorcn." Damit wird von uns keineswegs die Ansicht vertreten, die Herr Pfarrer Schick un3 unterstellt. Es ijt denn doch cm großer Unterschied zwischen ernsthafter und an- ständiger politischer Betätigung und politischer Agitation oder gar Hetze, die unseres Erachtens eures Geistlichen durchailS unwürdig ist. Ter £>crr Pfarrer von Queckborn scheint darin freilich anderer Ansicht zu sein. Welcher Heros von Wahrheitsliebe dieser Prediger christlicher Liebe, Duldimg und Gesittung ist, das haben wir nun ivohl ziir Genüge gekennzeichnet. Unsere Rechnung mit diesem Herrn ist ein für allemal abgeschlossen. Als Termin für den Zusammentritt deS neuen Reichstages weiden der 14. und 19. Februar genannt. Endgültige Beschlüsse können erst nach den Wahlen gefaßt werden. Das Großh. Ministerium des Innern hat an sämtliche ihm unterstellten Behörden die Anweisung ergehen lassen, den ihnen unterstellten Bea m ten und Bediensteten zur AiiSübirng des Reichstags-Wahlrechts an den Tagen der Haupt-, Stich- und Nachwahlen die nötige dienst - freie Zeit 311 gewähren. Im Reichstagswahlkreis Hanau-Gelnffausen- Orb unterstützt Herr Löhler die Kandidatur eines Natio- nallibekalen durch folgende in der »Deutschen Volksmacht' abgedruckte Erklärung: Hiermit erkläre ich, daß ich von der mir angebotenen Kandidatur für diesen Wahlkreis zuiiicklrete. Ich halte diesen Schritt im Interesse der Bauernsache für nötivenbig, da jede Absplitterung dem Gegner zum Siege verhelfen könnte. Ich fordere daher alle Parteigenossen auf, die gesonnen waren, nur ihre Stimmen iu geben, am 25. Januar gerade so einmütig dem Kandidaten Bundes der Landwirte Herrn Amtsrichter Lucas ihie Stimmen zu geben, wie sie für mich eingetreten wären, da LucaL sich für alle gerechten Forderungen unserer Partelgenofieil einz,r- treten verpflichtet hat. Langsdorf, den 14. Januar 1907. Löh ter, LandtagSabgeordneier. Allerdings wird in der vorstehenden Erklärung klüglich verschwiegen, daß Herr LneaS in erster Linie Kandidat der Nationalliberalen ist und vom Bund der Landwirte nur unterstützt wird. Aus Groß-Eichen wird unS heute geschrieben: Tie nationalliberale Partei hielt am 13. eine auf 6 Uhr angesagte A.ähleiversammtung (iwolge der Cber-Obmer bedauerlichen Vorgänge) erst gegen 8 Uhr in der hiesigen Rellau- ration Faust ab. AlS Re'erent trat Geh. Forstrat Professor Tr. W i m m c n a u e r mü, der die Kolonial'rage in erster Linie behandelte und bann auf die Kandidatur Heyligeustaedt zu sprechen kam. Er sprach sich gegen die übertriebenen Angriffe der Sozialdemokratie aus, und tarn dann auf Köhler Langsdorf zii sprechen, der bekanntlich seine Pflicht un Reichstage arg vernachlässigt hat. Er emp'ahl die Kandidatur Heyligenstaedt. Zur Tiskufsion meldete sich für die deutsch-soziale Partei Architekt Wagner, der die Sachlichkeit Wimrnenauers ar.crfannte und ibn, auch in der Kolonialfrage unterstützte. Er bedauerte, daß die Steuern dafür nicht immer von den starken Schulteim getragen würben. Er wünscht, daß durch, das spekulative Kapital belastende Steuern diese Kosten au'gedracht werden müßten. Daß die Fahrkartensteuer fast gar keine Belasttmg des Mittelstandes bedeute, leugnete er. Er fand den Beifall der Bauerii nut der Bemerkung, baß das ^Ileifchiwl- ge'chrei aufgehört habe, feit d.e Nationalliberalen auf Stirn in e n- i ang gehen.' — (Sas ist freilich eine sehr häßliche Umerichiebuna wider beffereS Wissen, beim die Fleis chp reise sind dskcuuulich eit einiger Zeit g efunten, sodaß die Klagen über hohe Lleifch- vreise oiine weiteres oerflunnnen mußten. Ter sog. ,Stinuneirang der Rationalliberalen' hat obendrein nicht tm entiemtcüen den Umfang, den der Stimmenfang der Anhänger Köhlers und der Krumms seit Jahr und Tag besitzt. Dian tveiß auf dein Vanbc ehr wodl, daß nicht bie Nationalliberalen, wohl aber die Freunde Köhlers imb KruinmS jahrein jahraus außerorbeiulich fleißig sind in der Bearbeitung der Volk-?maffen, wäiircnb die liberalen Parteien es leibcr nur zu sehr an .iquaiion fehlen taffen m polnifch minder bewegten Zeiten. T. Red.) (Sine tn Schotten stattgehabte VertrancnSmänner-Ver. sammlimg deS Bundes der Landwirte sprach sich mit recht geringer Majorität für Jöie Kandidatur Bindewalb gegen Wallau auS. Trotzdem steht c3 außer Zweifel, baß Tr. Wallau (10 gegen 7) nicht nur zahlreiche bäuerliche, sondern sogar viele Stimmen von Mitgliedern deS Bundes der Landwirte erhalten wird. Denn der Ria le r Bindewald ist wahrlich nicht der rechte Vertreter ländlicher Jntereffen, wahrend dem verdienten vormaligen Vorsitzenden deS land- wirtschafüichen Vereins des Kreises Lauterbach eine große Anzahl verständiger Landwirte größtes Vertrauen entgegen bringt. Inzwischen wandert Herr Bindeivald mit zwei Trabanten, bim Freih. Riedeselschen ftainineriefrelär Knapp und dem Lehrer an der Lauterbacher Bürgerschule Kabel, von Ort zu Crt. Diese beiden Herren agitieren außerorbent- lt:I) lebhaft für B., mieten Wahllokale jur ihn und erweisen ’bm an Liebesdiensten alles, was sie irgend tun können. Einer uns zugegangenen Zlischrift auS Lauterbach zufolge erregt das dort vielfach unliebsames Aufsehen. lieber die Taktik der hessischen Ze ntrum Spartei ln den Wahlkreisen, in denen sie im Gegensatz zu ihren sonstigen Gepflogenheiten, fc ne eigene Kandidaten aufstellt, wird jetzt so viel bekannt, daß in den Wahlkreisen, die für daS Zentrum von vornherein aussichtslos sind, die a nt lsein i tisch en Kandidaten unterstützt werden oder, wenn keine solchen vorhanden sind, Wahlenthaltung proklamiert wird. Im Wahlkreis Darmstadt läuft diese Taktik auf direkte Unterstützung der Sozialdemokratie hinaus, während im übrigen hauptsächlich die Herren Bähr, Dindewald und Nippel Ursache haben, sich beim Zentrum über diese Wahlhülse zu bedanken. Vom Kolönialdirektor Wernburg, der vom „Nationalen Verein" in Altona als Kandidat gegen den Kandidaten der Der* «rügten Freisinnigen und Nationalliberalen, Nechtsanwalt Löwenthal, ausgestellt worden war, traf folgendes Telegramm ein: „Habe ju meiner Aufstellung als Kandidat in Ihrem Kreise keine Er- w.ächtigiurg erteilt, dieselbe erfolgte ohne mein Wissen und gegen meinen Willen. Dcrnburg." politHcbc Cagesschcru. Zur Ankündigung der Wahlreform m Sachsen bemerkt das ^B. T.', es liege tm Interesse der liberalen Parteien, dieses Zugeständnis der sächs. Negierung nach Kräften in der Wahlbewegung auszunutzen, wenn man auch nicht wisse, was die Vorlage enchalren werde und ob ihre Annahme durch die reaktionäre ÜandtagSmehrhcil wahrscheinlich fei. Tie sächs. Regierung macht kein Hehl daraus, daß sie ihre Bereilioilligkeit zur Wahlreform kundgab, um die Stellung der nationalen Parteien des Königreichs in der Wahlbewegung zu fiärfcn. Ein Vorwurf gegen sie kann daraus nicht wohl abgeleitet werden. Tie gleiche taktische Erwägung hat offenbar auch die Nationallibeialen veranlaßt, ihren Antrag auf Wahlrechtsreform im preußischen Adgeord- netenhause einzubringen, und es ist 'nur zu bedauern, daß die preußische Negierung bie Etatsdebatte vorübergehen ließ, ohne sich über ihre grundsätzliche Geneigtheit zur Blenderung des ungerechten Dreiklassenwahlrechts zu äußern. Hier war Gelegenheit, daS für die Cache der Regierung im Wahlkampf wertvolle Zeugnis abzulegen, daß ein liberaler Einschlag auch in der Politik des größten Bundesstaates zu gewärtigen sei. TaS Schweigen der preußischen Regierung kann kaum anders als in ablehnendem Sinne gedeutet werden. Ter Kurs bleibt hier der alte, reaktionäre. Sachsen zeigt wenigstens den guten Willen, und wenn auch die Negierung nicht verrät, wie weit sie den liberalen Wünschen entgegenzulommen geneigt ist, so weiß man doch vom Minister bcS Innern Grafen Hohental aus seiner langjährigen Wirksamkeit als Bevollmächtigter Sachsens zum DtmdcSrat, baß er Verständnis und Wohlwollend hat für die Erfordernisse einer zeil- gemaßen Politik. Jedenfalls ist sein politisches Glaubensbekenntnis ein anderes, als daS der preußischen Junker, und er wird auch der Mann sein, in der sächsischen Kammer etwaige Widerstände gegen die Wahlrechtsreform zu überwinden. Es ist also immerhin eine VoraiiSsctzung gegeben dafür, daß die Reichstagsuxthl eine Aendernng der Mandats- verhäktniffe in Sachsen herbeiführt. Bisher war bekanntlich daS Königreich, von einem einzigen Wahlkreife abgesehen, ausschließlich durch Sozialdenlokraten im Reichstag vertreten. Die fogenannte hessische Rechtspartei in Krirheffen hat einen ben Reichs ebenen in maßwser Aei«e b:;..ntpfenben, bat krassesten Partikularftmus predigenden Wahlausr^f verölfent- ticht, aus ftem wir iolje-ibe Stelle niedriger hängen: Seitdem in Deut'.ckftarid rerfjiir.a[;:ge attai.g :..-.ntr.ite Obrigkeiten, darunter auch unser hessisches ruhmreicheL Fi'rrstenhaus, frevelhafter Gelüste willen nach üirnuinüL; nationaler Größe und Machterweiterung, in <9..hrheit freilich nur im salschverstandenen Interesse Preußens, verirret' n i;nb ihres Vermögens beraubt, lellcem in anerftinnter Gattung zu Recht bestehende Lanbesv-rfassungen gewattiam beseirigt sir.o, ist eine 'chranienlpse, alter tiü^ificylen anf die Geoste der (Jexathtitu- keil und der Trc^ Machtpolitik zu allgemeiner Gelang gelangt und hat Herz und Sinn unseres Volkes vergiftet. Müssen wir es doch augenblicklich wieder in Braunschweig sehen, daß der angestammte rechtmäßige Herr und Fürst dieses Landes von dem ihm nach deutschem Fürsten- und Volksrechte zustehenden Throne serngehalten wird. . . Müssen wir es doch im Osten des Deutschen Reiches erleben, daß unseren Pol- Nischen M i t b ü r g er n, feierlichsten Versprechungen zuwider, der Gebrauch ihrer Muttersprache beschränkt uni> im Widerspruch zu den Grunbsätzen aller Kirchengemeinschaften selbst im Religionsunlerrici''t vcrivehrt werden soll. De«t?che» Reich. Berlin, 16. Jan. Der Kaiser hatte heute eine Besprechung mit dem Reichskanzler und dein Staatssekretär des Auswärtigen, empfing iin Königlichen Schloß den Bildhauer Professor Uphues, welcher eine Büste Friedrichs des Großen zeigte, und hörte den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts. Um 12 x/3 Uhr empfing der Kaiser den Admiral v. Ccnden- Bibran und eine Deputation von Marine-Offizieren. Die Deputation überreichte in Gegenwart des Kaisers dem Admiral v. Senden em Geschenk. — Eine Rede, die Fürst Bülow bei dem von den, kolonialpolitischen Aktions-Komitee für den nächsten Samstag geplanten Mahl halten wird, soll zusammen mit dem Bericht über die Bechandliingen des kolonial- politischen Aktions-Koinitees in vielen Tausenden von Exemplaren über ganz Deutschland verbreitet werden. Außerdem wird das Komitee einen Führer für die Kolonial-Politik herauSgeben, der von verschiedenen Gelehrten bearbeitet wird. — Kolonialdirektor Dernburg wird auch in Stuttgart einen Vortrag über Kolonialpolitit halten. Gouverneur von Lindequist wird in Hamburg, Dresden und Berlin über Kolonialfcagen sprechen. — Erzberger tjat angeblich auf Wunsch vieler Wähler im Kreise Hamm-Soest gegen Professor Berndt wegen Aeußerungen, die derselbe in der nationalliberalen Wähler- Versammlung in Hamm über ihn machte (er halte ihn den .Kolonialstänker* genannt), die Beleidigungsklage angestrengt. — Die Frage der Schiffahrtsabgaben hofft die preußische Regierung ohne Mitwirkung des Bundesrates auf dem Wege der Verhandlungen mit den Bundesstaaten lösen zu können. Ueber die Rheinschiffahrts-Abgaben ist mit allen beteiligten Staaten, mit Ausnahme von Baden, eine Verständigung erzielt. Mit den Elbestaaten wird demnächst in Verhandlungen eingetreten werden. Gnesen, 16. Jan. Heute fand im hiesigen erzbischöflichen Palais die Vorschlagswahl für die Besetzung des erz- bischöflich en Stuhles Posen-Gnesen statt. An derselben beteiligten sich 20 Domherren. Wie verlautet, werden der Negierung sechs Kandidaten vorgeschlagen werden, an erster Stelle Weihbischof Dr. LitowSki-Posen, ferner Domherr Kloske-Gnesen und Domherr Jendzik-Posen. Wilhelmshaven, 16. Jan. Der Kaiser hat verfügt, daß die nach Ländern und Provinzen benannten Schiffe von den Mannschaften besetzt werden sollen, die aus diesen Ländern und Provinzen gebürtig sind. SüdweftafritanischeS. Die .Nordd. Allgem. Ztg.' veröffentlicht einen Artikel gegen Erzberger, in dem es u. a. heißt: Die beiden Brüder Francois, sagt E., halten gesagt, daß der Reichstag es gar nicht verantworten tonne, wenn er mehr als 2500 Soldaten dortlassen würde. Sodann sind allerdings alle erörterten Gründe, alle Gutachten der kolonialen und militärischen Sachverständigen, alle Aufstellungen der verantwortlichen Männer, des Gouverneurs und des Kommandeurs, widerlegt, wenn die beiden Brüder Francois, die vor Jahren in der Kolonie waren, dies gesagt haben! General Leutwern, der doch vor nicht langer Zeit Südwestairika erst verlassen hat, getraut sich jedenfalls nicht, zu beurteilen, wie viel Truppen vorn 1. April ab erforderlich sind. Dazu, so erklärt er, müßte ich zuerst selbst nach Südwestafrika reisen. Wir wollen gar nicht weiter prüfen, ob die Brüder Francois die angeführte Aeußernnq wirklich getan haben, und in welchem Zusammenhang und ob sie anfangs Dezember wirklich dem ganzen Lande gegenüber hätten die Verpslichlung übernehmen wollen, den Ausstaiid mit diesen Mitteln sicher und unbedingt zu beendigen und danerhait friedliche Zustände in der gesamten Kolonie zu schassen; freilich ist hierbei nie von „Soldaten" die Rede. Was weiter noch erforderlich sei, könne durch die wesentlich billigeren Polizeisoldaten geleistet werden. Der Polizeisoldat koste im Jähre 4000, ein Mairn der Schutztruppe aber 10 0U0 Alk. Selbst wenn man für 1907 8000 Alaun m Südwestasrika belasse darunter aber nur 2500 Mann der Schutztrnppe und 5300 Polizeisoldaten, so erspare das Reich in einem Jahre 33 Millionen Mark! Diese 2500 Soldaien habe aber das Zentrum ja bewilligen wollen. Anch das ist zivar em offenes, aber kein „wahres" Wort, Herr Erzberger. So lange der Krieg dauert, macht es feinen wesentlichen Unterschied, ob man die uii Felde stehenoen Mannschaften Soldaten oder Polizeisoldaten nennt. Ihre Verpflegung, ihre Unterknnst, ihre Bekleidung, ihre Ausrüstung und ihre Beivasfmmg kosten so ziemlich dasselbe, ihr Munitionsverbrauch, ihre Pferde und der ganze Apparat ihres Transportwesens siiid ebenso teuer. Tas braucht gar nicht erst bc« wiesen zu werden. Wann hat daS Zentrum einen sachverständig begründeten, genauen Vorschlag gemacht, daß für das Transport- wesen, dre technische Arbeiten, für Wegebauten u. s. w. Polizei- truppen verwendet werden? Wann hat es den Beweis erbracht, daß eine erst jetzt auszustellenbe Polizeitruppe von 5500 Manu in der Lage sein werde, noch in diesem Feldzüge rechtzeitig das gesamte Transportwesen u>id die technischen Arbeiten zu übernehmen? Jetzt handelt es sich darum, den Aufstand niederzmverien. Tie Errichtung einer Polizeitruppe ist eine Frage, die dann erst beantwortet werden kann. Im Tezemder, noch mitten in der Zeit des Ausstandes, konnte sie nicht erledigt werden. Em Telegramm aus Wtndhuk meldet: Feldgeistlicher Divisionspsarrer Dr. Hermann Jse ke am 14. Januar im Feldlazarett Kalkfontcin-Süd an Herzschiväche gestorden. parlaincnturifctyc*» Berlin, 16. Jan. Die Budgetlommissiondes Abgeordnetenhauses beriet den Iustizetat. Hinsichtlich der Vermehrung der N i ch t e r ft e 11 e n erklärt der Justiz- Minister, man habe sich in mäßigen Grenzen gehalten, well die Frage der erhöhten Zuständigkeit für die Amtsgerichte zurzeit erörtert werde, durch die eine weitere Enllastung der Oberlandesgerichte und der Landgerichte herbeigesuhrt werde Die Abänderung der TtSziplinarg.schc jur richterliche und n.cht- richterliche Aeamte würden erwogen. Die Klage darüber daß Beamte zu spät an leitende Sterten kämen, sei gegenstandslos Der Minister spricht sich gegen d.r Einführung deS englischen GerichtSverjahrenS auS. Be-uguc., der T ienstalterSstnfen hält der Minister bie GchaltSordu.il .> den DienstalterSstuien für die Richter für die bessere Form Neues (ine NuKland. Sn Petersburg ist eS oec r,.o.> . i gelungen, gegen siebzig Terroristen in den verschiedenen lab UCt.ai zu verhaften, die, wie ans den bei ihnen beschlagnahmten Papieren zu schließen ist, unter den Arbeitern einen bewaffneten Aufstand und einen Ueberfall aufdieStaatsbank vorbereiteten. Während der Abwesenheit des größten Teils der Truppen von Petersburg bei Gelegenheit der Wasserweche in Zarskoje Sselo sollte eine allgemeine Verwirrung und der Ausstand inszeniert werden. Trotz der zahlreichen Verhaftungen sind sehr wichtige Revolutionäre entkommen. In Minsk wurde der Kommandeur des Artillerie-Parks, Oberstleutnant B j e l a w i n z o w auf der Straße von zwei Männern durch Revolverschüsse ermordet. Beide Täler entkamen. In Odessa explodierte auf dem Dampfschiff „Grego- rius Merck" eine Höllenmaschine und riß ein Loch in die Schiffswand. Das ist binnen kurzem der zweite Versuch, Dieses Schiff zu zerstören. In L u g a n s k (Dep. Jekaterineslaw) verwundete und entwaffnete eine Gruppe von Sträflingen einen Aufseher und versuchte, aus dem Gefängnis auSznbrechen. Die herbeigeeilte Wache t öt e t e zwei Sträflinge und brachte dreien derselben schwere Verletzungen bei; die übrigen wurden zurückgetrieben. Ans SraSt unO» Land. Gießen, den 17. Januar 1907. ** Vom Großh. Hofe. Ter zweite H o f b a l l am Mittwoch, der in den herrsch mit Rosen, Vellchen, Alpenveilchen, Flieder usw. geschmückten Räumen des alten Palais stattfand, begann, wie uns aus Darmstadt geschrieben wird, nach 8 Uhr mit dem Eintreffen des Grobherzogspaares. Besonders waren diesmal die Mitglieder der standesherrlichen Familien geladen. Man bemerkte u. a. Prinz und Prinzessin Wilhelm von Sachsen-Weimar, den Prinzen Franz Josef von Battenberg und Gemahlin, welche von ihrem Weihnachtsbefuch bei dem Prinzenpaar Heinrich aus Kiel wieder zurückgekehrt sind, Prinz Victor zu Jscnburg-Virstein, Fürst und Fürstin zu Jsenburg-Birstein, Fürst und Fürstin zu Leiningen, Fürst und Fürstin zu Solms-Lich, Prinzessin Dorothea zu Solms-Lich rc. Es wurden getanzt: 3 Walzer, 2 Francaise, 1 Lancier, 1 Tischwalzer und 1 Blumen-- walzcr Die Musik stellte die Kapelle des Garde-Drag.-Regts. Nr. 23. Um 10Vi Uhr wurde ein Menü zu 6 Gängen eingenommen, wobei das GroßherzogSpaar mit nächster Umgebung in den Markgrafenzimmern Platz genommen hatten. Tas Großh. Paar beteiligte sich wiederholt an den Tänzen. Das Fest nahm um l1/» Uhr sein Ende. — Morgen Donnerstag um 1 Uhr wird im Neuen Palais im Anschluß an den Hofball eine Tafel zu 50 Gedecken stattfinden, zu der n. d. „Darmst. Ztg." die zum Hofball erschienenen standesherrlichen Herrschaslen geladen sind. — I. K. H. der G r o ß h c r z o g und die Groß Herzogin werden sich am Freitag mit Heinern Gefolge zu einem kurzen Besuch der Großh. Badischen Herrschaften nach Karls- ruhe begeben. Die Abfahrt erfolgt vormittags, die Rückkehr gegen 6 Uhr nachmittags. " 3 u m Sladtt Heater-Neu bau. Die Theater- Ban-Kommission beschloß gestern Nachmittag die Bühnen- dckoralion zum größten Teil vom Professor Lüdkemeyer in Kobnrg hcrslcllen zu lassen. Ein kleinerer Teil wurde an die Firma Franz Gruber u. Co. in Hamburg und an das SUetier Falt in Berlin vergeben. Die Lieferung muß bis spätesleitZ am 1. Juli d. I. erfolgen. Die für die Dekorattonen aufzuwendende Summe beträgt 42 000 Mk. — Tie Cchreiuerarbeiten wurden den Gießener Meistern Wilh. Müller, E. H. Müller, Beil und Schäfer sowie an Kaspar Müller in Großen-Auseck übertragen. — Die Marmorarbeiten wurden der Firma Lickerhoff und Neumann in Wetzlar zugeschlagen. In der nächsten Woche wird die in Frankfurt a. 2JL hergestellte in Kupfer getriebene Mittelgruppc hier eintreffen, die ihren Standort auf der Hanptfacade des Theaterbaues erhalten soll. ** Aus Anlaß seines 25jährigen Dienst- j u b i l ä u m s wurden dem Vorsteher des hiesigen Polizeimeldeamtes Ludwig Sier am Dienstag verschiedene Ehrungen zu teil. Früh, noch vor Tagesanbruch verkündigte ein Mnsikstänbchcn, daß der Ehrentag angebrochen. Sein Amtszimmer empfing ihn blumengeschmückt. Deputationen brachten ihre Glück- und Segenswünsche, so der Verein städtischer Beamten und die Beamten des Großh. PotizeiamtS. Abends fand in dem Saale des .Löwen" eine Feier statt. Ehrende Ansprachen des Vorgesetzten und der als Gäste erschienenen Freunde leiteten die Feier ein, die durch Musik, Vorträge und Gesänge gewürzt war und glänzend verlief. Dec Tag zeigte so recht, daß Herr Sier sich großer Beliebtheit zli erfreuen hat. ** Freifahrt karten für die Abgeordneten. Im Finanzausschuß der zweiten Kammer wurde bei der Beratung des Kapitels L a n d st ä n d e wiederholt und dringend angeregt, daß die hessische Regierung bei dem Eiscnbahnministerium Schritte tue, damit den Landtagsabgeordneten während der Session von ihrem Heimatsort aus nach Darmstadt Freifahrlkarten gewährt werden. ** Der Finanzausschuß der zweiten Kammer hat in seiner MiltwochS-Sitzung den Rest des Justizetars und die noch unerledigt gewesenen Teile des Vermögensetats durchberaten. Damit ist die erste (vorläufige) Lesung des Staatshaushaltsetat zum Absckchuß gebracht; nur die Beratung über den Antrag Köhler- Hirschel, betr. das lairdw. Institut der Landesuniversität steht rwch aus. Ter Finanzausschuß wird heute sofort in die gemeinsame Beratung des Etats mit der Regierung einrrcten. In dec nächsten Woche sollen der Reichstagswahlen wegen nicht, wie üblich, 4, sondern nur 2 Ausschußsitzimgcn abgehalten werden. ** Der internationale Bund der landwirtsch. Genossenschaften ist am 1. Januar d. I. ins Leben getreten. Ihm gehören die landwirtschaftlichen Genossenschaften von Deutschland, Oesterreich, Italien und der Schweiz, im ganzen etwa 24 000 Genossenschaften, an. Der erste Bm-drstag toiro im Mai in Wien gelegentlich des internationalen landiowtschastrichen Kongresses stattfinden. Den Bundesvorstand bilde-'. Generalamralt Haas- Darmstadt, Generalanwalt Freiherr v. Stvrck-Wien. Abgeordneter Professor Faineri-Piaeenza und Nationalrat Jenny-Bern. Da Geh. Rcgierungsrat Haas zum Bmrdesvorsitzenden gewählt wurde, ist der Sitz des Bundes in Darmstadt. ** D ie StaatSoei träge an bedürftigen Gemeinden z u den Kosten der Wasserleitungen, die früher jährlich 50 000 Mk. betrugen und im letzten Jahre im Voranschlag ursprünglich gar nicht vorgesehen waren und erst in der Kammer mit 20 000 Mk. eingestellt wurden, sollen nach dem Voranschlag der Negierung künftig ganz in Forlsall kommen. Demgegenüber beantragen die Abgg. Dr. W.e b e r und Brauer im Interesse der ärmeren im Vogelsberg und Odenwald liegenden Gemeinden, die bis jetzt noch keine Wasserleitung besitzen, den srühcr stets vorgesehenen Lc..ag von 50000 Mk. auch diesmal wieder cinzustcllen. D ie Vi seuchen nehmen üi unserer Provinz fortgesetzt ab. Tie Schw eines euche (Schweinepest) herrscht nur uoü) in Osiheim, Nieder-llsclchach, Wahlen und Oberbreitenbach, der Schi ; n e r o 11 a u t in Gießen, Watzenborn, Birklar, Ranstadt, Stcinftirt, Ober-Morls, Zahmen und Holzmühl, der Rausch, brand in Büches und Oberseemen, der Milzbrand in Daucruheim und die Schafräude in Angenrod. # Klein-Linden, 16. Jan. Die vor kurzem hier gc- grünbete Vereinigung für Volksbildung wird nächsten Samstagabend ihren ersten Unlerhaltungsabend abhalten. Re;st- amtmann Schäfer-Gießen hält einen Vortrag über „Tie Hexenprozesse in der Wetterau". Gleichzeitig mit der Vereinigung ist auch eine Volksbibliothek begründet worden, die bereits über ca. 90 Bände verfügt. Die Gemeinde hat hierzu in an- crtennenSluerfer Weise einen Jahresbeitrag bewilligt. Der Rhcin- Main-Verband überwies der Bibliothek eine größere Anzahl von Büchern. HHolzheim, 16. Jan. Ein neues Eisensteinberg - . werk wurde hier eröffnet, nachdem fdjon längere Zeit mit bestem Erfolg geschürft worden war. DaS Ereignis wird von der Be- , völkerung mit Freuden begrüßt. — Unser Schul hausneubau ist im Ikvhbau vollendet; demnächst werden die Arbeiten zum inneren Ausbau vergeben. Die Einweihung des Gebäudes soll im Herbst erfolgen. cp Dorf-Gill bei Lich, 16. Jan. Ein höchst tragische j Geschick traf die Famille des Landwirts und Schmieds Sam cs. I Ter einzige Sohn, der seit Herbst in Cuxhaven bei der I Marine-Artillerie diente, starb dort an einer Lungen- 1 entzündung. Am Sonntag fand die Beerdigung des Verstorbenen unter äußerst zahlreicher Beteiligung der Gemeinde und deZ Kriegervereins statt. Der erst 21 Jahre alte Sames war die | einzige Stütze und Hoffnung seiner Ellern, deren herbes Geschick allseitige Teilnahme findet. -u- Ufingen, 16. Jan. Unsere Stadt entwickelt sich zu einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt. Haben doch in diesen I Tagen die Erdarbeiten der schon lange geplanten Bahn U s i n - 1 gen-Weilrnünster begonnen. Tic neue Strecke ist nur als Mittelglied an der Durchgangsstrecke Frankfurt-Weilburg anzu- \ sehen, zumal die Linie Weilmünster-Weilburg schon vor nahem 20 Jahren erbaut wurde. Der Kreistag hat für die Bahn nicht das obere Weiltal, sondern das Wiesbachtal ausgewählt. Tie interessierten Ortschaften tragen zu den Baukosten 100 000 Mk. B bei und stellen den Grund unb Boden kostenlos zur Verfügung, l Die neue Linie berührt die Orte Wilhelmsdorf, Hundstadt, Grävenwiesbach, Mö'.lstabt und Audenschmiede. Mit ihrer Volltndung^ wird auch die fahrende Landpost durch das Weiltal zur Einst c l l u n g Io m m e n. vermischte». • Berlin, 16. Jan. Rach den bisherigen ErmittelungenAf ist ber Umfang ber bucch ben Bankier Ph >.lippSb orn ausgeüöten Veruntreuungen größer als nach den ersten jjlelbungeii verlautete. PhilippSdorn hat nicht nur bie Depots seiner Kunden angegriffen, sondern and) erhebliche Geld- ' betrage mehreren ihm anvertrauten Kaffen entnommen. Ec verwaltete als Schatzmeister bie Kasse einer Aktiengesellschaft für Bauwesen, bet deren Revision schon einige Tage vor ber Verhaftung bes Philippsbvrn ein Fehlbetrag in Höhe von 19000 Mk. ermittelt würbe. Ebenso würbe eine bebeutenbe Differenz bei bem Barbestaube ber ebenfalls von bem Bankier verwalteten 5lasse eines Wohltätigkeits-Unternehmens fesl- geslellt. Die Verluste, welche bie Kunben Philippsdorns erlitten haben, bürften sich auf weit über 100000 Mk. bc* siffern. — Heute brachte ber wohnungslose Arbeiter Friede. Schatz seiner von ihm getrennt lebenden Frau Wilhelmine mit einem Messer tödliche Stiche in den Unterleib und Rücken bei. Schon vor ihrer (Sinliefcrimg in das Krankenhaus erlog die Frau ihren Verletzungen. Dec Mörder rourbe verhaftet. * Kleine Tagcs ron > . In der vergangenen Nacht b r a cf) ans der Irren an staltDallbork der L n ft mürber Gravowskt aus, ber tm September 1903 feine Ehefrau et» morbet hat, unb als gemeiugAährlicher Geisteskranker m der Irrenanstalt untergebracht ivotbcn war. — In Berlin wurden zwei Arbeiter bet der Reparatur eines Hosbrimnens verfchültet unb von der Feuerwehr tot heiausgezogcn, wobei ein Feuerwehrmann nachstnrzte aber gereuet wurde. — In Partenstein (linier« tranken) stürzte von einem Personenzuge der Bremser Knebert an4 Würzburg über bie 12 Mtr. hohe Brücke in bie Lohrbach und wurde als verstümmelte Leiche aus dem Wasser gezogen. — In R i o d e Janeiro hat ein furchtbarer Brand Vas deutsche Gesaiib- I ch a f t s h o t e l zerstört. Eämilickie Archive verbrannten. Tas Personal rettete nur mühsam fein Leben. — Auf offener Strafe wuröe der Rechtsanwalt Nols in Lüttich erschojsen. Sie Tat wurde begangen von dem Wemhändler Nenberbnrger, dem er bie Verlängerung des Zahlungstermines abjdjliig. Der Mörder wurde verhaltet. — In Vullendorf (Elsaß) wurde auf zwei , Männer, einen Stellmacher und einen Fuhrmann, aus dem Ticucht geichossen, wobei der Fuhrmann tot liegen blieb und der Stellmacher lebensgefährlich verletzt wurde. Tie Mörder sind zwei Wilddiebe die vorher mit den Erichossenen in einem Wirtshaus einen Streit hatten. — Ein heftiger Znklon hat ans den Inseln Lette unb Sama r im chinesischen Meere große Verhee- ■ vungen angerichtet. Unter anberem wurde auf ber letzteren Insel V das Oifizterskasino zerstört. Man spricht von mehreren bun- H dert To l en und Verletzten. Weitere Einzelheiten fehlen nod).j Handel und verkehr, volkswirtichaft. Stäbteanleiheu. Auf bie neue 4 proz. Mainzer Stadi-M aiileche wurden fünf- Gebote abgegeben, davon das höchste nut 100,8/ Proz. trau einer Gruppe, die sich aus ben Bankhäusern Mendelssohn u. Co., Berlin, Säamberger u. Co. in Mainz, L. u. D C. Wertheimer in Frankfurt a. 9Jä unb bcc Deutschen C)iclieii- und Wechseibank zusammensetzt. — Wie aus Gnescn geschrieben I, wird, bat die St- dt eine Submission aus eine 4 proz. Gnesencr Stadta.ileche im Betrage von 512 Mill. Mk. ausgeschrieben. Die Banken unb Bankhäuser sind ausgesordert, bis zum 2L d. Aä Offerten abzugebew Märkte. Ie. F r a n k f u r t a. M., 17. Jan. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der bentigen Viebmarkl- p reife. Zum Verkaufe stauben: 30 Ochfeu, 2 aus Ociterreich 12 Bullen, 0 aus Oesterreich, 52 Kühe, Fersen, Stiere und ckiinder 0 aus Rumänien, 712 Kälber, 177 Schafe unb Hammel, 8 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 0 Schallämmer. Bezahlt yuxbe niv das Pfund Schlachtgeivicht: Ochjen 1. Qualität 8u—83 9)1 L, 2. Qualität 72—74 All., 3. Qiialitä'r 62—65 Mk.; Bullen 1. Qual. 72—75, 2. Qual. 70—72; Kühe 1. Qualität 74—76 M., 2. Qual. 70—72 9)1 k^ 3. Qual. 60—62 Mk., 4. Qual. Ou—00 i’iff i 5. CuaL .OO—00 9)lf. Kälber 1. Qual. 102—104 Pfg., Lebendgewicht i 61—62 Pfg., 2. Qualität 85-91 Psg., Lebend:,ewicht 50-55 P'g-, I Schlachtgew. 00—00 Pfg.; Schale; 1. Qual. 78—8u Pfg., 2. Quäl. | 00—00 Pfg. Geschält bei Horuviet) ichleppend, Ueberftcmö bedeuten), bei Kleinvieh flott, fern Ucbei|imiö. timburg a. d. L., 16. Jan. Fruchtmarkt. Turch* schnittspreiie pro Alalter. dloter Weizen (Nassauischer) 15.00 'M, weißer Weizen 00.00 Alk., Korn 12.30 M., Gerste 10.85 'l'lf, | Ha'cr 8.35 Mk. Erbsen 0.00 SDlt^ Kartoffeln u.00 Alk. △ Kirchhain, 15. Jan. Auf bem heutigen diesjährigen ersten B i e h m a r k t waren über 700 Stück Riiiboieh ausgetrieben. Der Handel ging flott. Der © d> to c i n e m a r U war mit 75J 2tuck befahren. Kleine Ferkel kostetet'. 25—30 Mr unb Läufer 60—110 Mk. pro Paar, je nach Größe unb Qualität Gerichte?aal» bo sen , 16. Jan. Die Wir...eau Therese S ulski aus Wola-Wamposla hat Wegen aiigcblidjer Atißhanbluug ih.es .Lohnes ben dorllgen Lehrer in Gegenwart sämt.t.cher Scyulkitider liebe im . $ien|L)clt B Tn Bora •tom 26. ^anw ligten offen. ^iemhein ES»» stz' rrlgo'^. 'S&A Straßl'u oetfuät g)"g « fosi Uinversiläl loqi'che 6°k"lla Landsman" gBinitden|(lier,, bäiiöerleuie in* tß aklwen uii»' Kne.ter 1906 i» ttll Alle Herret jcöaitcn geweien. 2übi«9.cl »«rsilölsproielior sunii wyii roltoriubii K,even Hai oi nUiit und ein < üdiMichen lafici Berdi , >3ür die doch ruititilniiifl tiege jttjn . Tie Bordi 1 wcöc irtijreni •Wen in Brozer iMHftei und nut 81* d. Alls., vo ”ciyi Ciionnung ■Vicnejicr Bieter Wiegen, ber ^tll In. a?OtUlctäta P ^anöheege 1 Eselsöps i WM ccaffMoeeg hißSSS Mobii a;S: 53 annar 11)07. B1T/i Grosch. Kulturinspektion Giessen. Wis; mann. Schweinefleisch 50 Pfg. [B1^ Bekanntmachung. Ter Voranschlag der Gemeinde Steintjciui niv 1907 liegt dorn 26. Januar L Js. ab 8 Tage lang zur Einsicht der Belei- ligien offen. Slemheim, den 16. Januar 1907. Grosch. Buigermeislerei Steinheim. enfS schwerste beschimvst und wurde dafür vom Gericht mit einem Monet Gefängnis bestraft. — Die Schachtmeisterin Fran Smil- jowski ans Lohensalza, die ihren Sohn aus der wegen des Schulstreiks verhängten Arrcststunde herauöholte, erhielt eine Woche Gefängnis. Bozen, 16. Jan. Bor dem hiesigen Ksteisgericht sand Mineralwasser Emser Kränchen, irische Jlillung eingenonen. Gleichzeitig bringe meine iamtliajen uiedizinifchen und nur erfttlassigen wast'er in empsicht. Erimierung. ZLieicrung frei Haus. Telephon 235. Lomienstr. 6. .An di"'"r Woche von beute bis Sonntag finden jeden i Abend 8 Ubr im Bercinodausc der Stadtmunon (Voberur. 11 Vorträge «U btt» ^»dchhL°°L '■ St *■ ■ 'S mit -• ldtt ioorb n ? »d° bat i. '16».. LÄZL tc I i Sames teer t' urt a. M. — Ter Verband der im Loburger L. L. vereinigten Landsmannschaften am deutschen -Hochschulen zählt im Wintersemester 1906/07 unter enlsprechendein Abzug der Aiehr- banderleute 1173 Aktive und Inaktive, sowie 3484 Aste Herren in 36 aktiven und 6 siispendieiten Landsmannschastcn. Im Lommer- semenec 1906 war der Bestand 1161 Aktive und Jnaliive, sowie 8411 Alte Herren in 37 aktwen und 5 suspendierten Landsmann- schalten gewesen. Tübingen, 16. Jan. Ter Senior der hiesigen aktiven Uni- oersitälsproseijoren Geh. Rat Pros. Dr. L. v. Schwabe (geb. 21. Fuin 1835), feierte, luie wir bereits kurz meldeten, setn 50jährtges T 0 k t 0 r j n b i l ä u m. Die philosophische Fakultät der Universität H te gen hat ans diesem Anlaß Schwabe sein Toklordiplom erneuert und em entsprechendes Dokument durch Prof. Dr. Sauer überreichen lassen. Statt jeder besonderen Anzeige. Heute morgen entschlief nach langem, schwerem Leiden meine liebe uaitin, unsere gute Mutter, Schwester und Schwägerin Frau Margarethe Schäfer m «v im Alter von 38 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen »Origen Ermitlelun^-, litt PH'.lippZdoti er üls nach den etju. >at nicht nut die Depss auch erhebliche (Sti lassen entnommen, i ? einer AsiiengesM- 011 einige Tage vor Fehlbetrag in hohe -r । wurde eine bebeuie. enialls von dem Bau!, nts-Unternehrnens j. Kunden PhilipM.. über 100000 Hilf. ngSlofe Arbeiter Fniii uben (jrau Wilhelm: 1 Unterleib und 'Jliid )as ftranten^au?,-:..; irber rourbt Den; der «ergangenen M ort der tiül'tmöilr. 1903 seine Ehesm : ^cvile^iQnter in: — In Berlin winit jdrunnens veischüim r obei ein Fcnenvehru Partenstein O1’’. der Bremser lineben 0 m die Löhrbach und 1... r gezogen. - )aS deulscye lÄel-i! Archive veibrnnnttii. - en - Ans ossencr n Lüttich erscho j ihändleiReiidelliirg-r,^ ines abschlug. Ter^u. t (tzlsav) wurde ai« !• juhrinann, au« hem -«• lot liegen blieb unj * irde. .nett in einem Illiri-.- ■ r Zuklon hat au " sss? tzM boLkslvirtjchalt. , hrn- Mainzer.2^ tue 4 Ms- ;• cjAfy a Vb«’Ä*" iw- £^«3 £,|iaä iaie , 1. mit; Ä KLL«- "ebeUrÄ toßeln u n W» :. i i^Ätcb auiü1^, - en ,rc H 0! zv erstei gern n g. Donnerstag, den 24. Januar 1907 werden aus den Distrikten Gänsheege 1 und 3, Bemiewatd, Burgwald 1,2 und 9, Eichheege, Haag, Sselstopf und Keilstopf der Jorftwarlei Merlau versteigert: ' Stamme: 8 uidjen 3. SiL (40—49 cm) - 7 J-stin. (Schniitholz), 7 stachen v ML (30—39 cm) - 5 Jfun. (Bauholz), 28 laichen .'. ML (25—29 cin) = 12 tyftiiL (Bauholz), 57 Eichen 0. ML =■ 15 Jsun. (Bau- u. BZagiicr- Holz), 1 Birke - 0,40 6lün., 3 Linden - 2 Fstm., 2 Kiefern L Ml. M und 55 cm) - 2,4 J-stui. (Schnittholz), 7 Miccrn 2. ML (40-49 cm) = 6 Fstm. (Schnittholz), 45 Micicni 3. ML (30—39 cm) = 4b b)tm. schnitt- und Baichost), 35 Kiefern 4. ML (25—29 cm) - 29 6'iun. Bauholz), 10 Mietern 0. ML (unter 25 cm) => 8 Öitnu, 1 'vrititc 1. ML 5) cm) ----- ö öftui. (Schnittholz), 5 Jidsten 2. ML (40—49 ernt --- 12 oiun- Schnitcholz), 4 Jichten 3. ML ,30-30 cm) - 8 J-stul. Schnittholz,, 18 vkchten 4. Ml- (25—29 cm) - 19 J-stm', (Bauholz),-436 B-chten u.ftL luntcr 25 cm) - 133 Jimi. (Bauholz), barchen «Schnit'- und tiau= ioh): 1 Stück I.MLlm cm) =- 2,85 aimu.l Stück 2. ML (42 cm) - W J-stm-, 8 ^>tiid 3. ML (30-39 cm) = 14 J-stm., 1 Stuck 4. ML (2/ cm) -- 126 Gitin., 1/8 Jichterrderbstangen 1 ML = 15 ultuL Borgezcigt werden die Mietern, stochen uni» tiarojen in den diftrlllen 'Erchheege. GanSheege und Burgwald 2. Das ^)vlz lagert cn. 3 lan von Bahnstation iDiuae. Ausrunit erteilt Grogb. Jormvart Hüller zu Asticke, llstrmmerauszüge werden Mausern größerer tuaniiiäien bei rechtzeitiger Annieldung tostenlos geL; er ^»uitMuiitcutunfi: Bormittags 91/« Uhr aut der ,taai0itraicu 21. Januar, nachm. 2 Uhr. werden ' Marv.irger Str. 9 nachverzeichnete, gut ecv Gegenstände, a;§: 5 Lompl. Betreu mit Sprungs-der. und teUs Sioßhaarurairatzen, Stühle, Tische, Sofas, SLach>- und Lajchtifchc, SUcibcigrünte, Spiegel, Bilder, Gartcn- Löl-cl, Kiichcugeräte. guterhalienes Böeißzeug^ und Kleider, 1 Flügel, joiüic sonstige .Hausutensilien öffentlich gegen 8arzahtting r-rileigert. K 95 06 [Bd/, Douucrötag, den 24. Januar 1007, nachm. 3 Uhr, iverden aut hiesigem Cusgeucljt, die vor dem Namen des Marl Nesseldreher u. Ehefrau geb. Lchunk stehenden Parzellen ber ©emaitnng stilehen, 2/38 — 617 qm Grabgänen 1111 Garlseld 2/38,5 — 247 qm Hosreite daselbst öffentlich meistvielend versteigert. Auswärtige Bieter haben sich über ihre Zahlungsfähigkeit durch ein Zeugnis ihrer Hennaisbehörde auszuiveijen. Gießen, den 19. Dezbr. 1905. Großh. Ortsgericht Gießen. ________Gros. ______ K 94,06 [B"/. Louuerstag, 24. Januar 1007,' nachm. 3 Uhr, werden aui hiesig. Ortsgericht die vor dem Namen des Zranz Alaas fteheiiden Parzellen der Gemarkung Gießen, 4/194,2 = 348 qm Hofreite Ni der Stephansmark 4/193,2 — 307 qm Grabgarten, daselbst öffentlich meistbietend versteigert. Ausivärlige Bieler haben sich über ihre Zahlungsfähigkeit durch em Zeugnis ihrer Heimatsbehörde anszuivelsen. Gießen, den 19. Tezbr. 1906. Großh. iLusg.ciL.,. u-i.ueu. Gros. Voß in (Sollt, fix und fertig ohne , tierische Felle; sowie sämmlliche J. w eisel Boß'sche Vogelsiltter-Aklschuiigcn w. stets vorrälig bei 1108 und der angerichtete Schaden beläuft sich auf 10 Millionen TollarS. Telefonesche Kursberichte des Giessener Anzeigei mitgeteilt von der Bank fllr Handel und Industrie, Glessen. Frankfurter Börne. 17. Januar. 1.15 Uhr. 3j4e/e Eeichsanleiho . . 98.00 3« do. . . 86 65 3^e/# Konsols .... 98.10 3% do. ... s6 70 oxA*!6 Hessen . . . 36.90 dH*Io Oberbessen . . . 95.50 4 % Ocsterr. üoldrente. . 99.80 41/, 9ö Uesterr. Silberrcuto 109.10 4,°o Ungar. Goldreute . . 96.13 4,“e Italien. Beute . . . — .— Portugiesen Serie l . 69.40 396 Portugiesen „ 111 70.30 4Ji°/0 russ.Staatsanl. 1903 91.75 41V 0 Japan, fctaatsanleibe 94 GO 4 9® Uouv. Türken von 1903 95.30 Türkculoso .... . . 147.GU 4 56 Griceh. Monopol-Aul. öl SU 4% äussere Argentinier . 89 00 3°/0 IlciiKauer . . . 66.70 4>tu/0 Chinesen .... 97.53 Aktien; Bochum Guss..... 249.50 Buderus L. W .... 130.00 Tendenz: fest. Berliner Kurse, 17. Cauada E. B......191.80 Darmstadter Bank . . . 140.60 Deutscnc Bank .... 243.20 Dortmunder-Union C. . . 89.25 Dresdner Bank . . . 159.7 Temleii/.: behauptet. Elektnz. Lahmeyer . . . 143.05 Elektriz. Schlickert . . . 123.70 Eschweiler ßer"\Tcrk . . 251.90 Gelseukirchen Bergwerk . 221.20 Hamburg - Amerik. Pakelf. 157.50 Uarpeuer Bergwerk. . . 219.40 Laurablltte......241.50 .\ordd. Lloyd.....132.80 Obci-chlt'3. Eisen industrie 126.40 Berliner Handelsges . . 175.00 Darmstädter Bank . . . 140.60 Deutsche Bank . . . 243.30 Dcutscli-A»iaL Baiiii . . 173.80 Diskuntu-Kumuiandit. . . 187.25 Dresuner Bank . . . 159.70 Krcuitaktien.....217.00 Baltimore- und Ohio- Lisentauu . . . 120.30 Gottnardbahu.....—.— Lomuard. Eisenbahn . . 3510 Uesterr. btaatsuunn . . . 148.00 Pnuce-lienri-EisenuaUa . 151.00 Januar. Aidangbkurse. Hurpeucr Bergwerk. . . 218.90 L.auraiiütta .... 244.00 ..umbardeu E. B. ... —.— Nurdd. Lloyd.....132.50 fürkenluse . .... 147.60 Tie mannigfachen Vorzüge guten Tees sind von ersten mediz. Autorilalcn ost gerühmt und bestätigt worden. Feiner Tee ivirkt atiiheiternd und erquicfeui) und iji der beste Erja:; für Bier uub Alkohol. Meßmers englische und russische Mischung sind auS den reinsten Teejorten sachgemäß zusammengesctzi unO genießen ißeltruf. [ss ”/B 3lrbeitsvee,;eduttg. ^Dic iiachstehendcn Arbeiten und Lieferungen ziun Neubau des Staörttreaters in Gießen ioUcn im Stiege deo ösfentllchen Angebotes vergeben werden. ßn/, 1. ca. 950 qm Gstrichbüden für Linoleunm:steilage 2. ca. 1600 qm Linoleum einschließlich Auftleben. Zeichimngen, Arbeitsbeschreibungen, Bedingungen und An- gebotöfvrmulare liegen un Bureau des Lrchiter.en iö. '.üleucr, ^ßcftanlagc G dahier zur Einsichtnahme osten uuö können baiclbit zum SeUnttosrenvreise erhoben werden. Die Angebote sind bis zum EröstnungSlermin. am Donnerstag den 31. Januar, vormittags 11 Uyr, mit entsprechender Ausschrist pexs^hen, portofrei an. mis einzureichen. G testen, den 17. Januar 1907. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _______________________Ateeum. NtttzhoLzverfteigerttUg. Dierrstag, den 22. Januar d. Js. werden ans dem v. Harnicr'schen Wald am Häujerhof versteigert: Stämme: 122 Fichten == 34,69 Fstm., 3 Lärchen = 4,57 Fstm. 1261 Fichleuderbstangeu — 71,13 Fstm. und 501 FichtenreiSftangen — 8,92 Fstm. [456 Ztisammentunft vormittags 9*/3 Uhr am Waldeingang obcc* halb des Häuserhofs. H ä u s e r h 0 f, den 16. Januar 1907. Erb, Verwalter. Gelegenheitskauf. Ein Posten trüb gewordener 317 FaBtenhemeSeM wird zum TurchschnitiSpreife von Mk. 2 — abgegeben. Regulärer Preis Mk. 3.50 bis Mk. 4 50. Frisdr. Teipel. Vorrätig bei: 100 'OB mit drehbarem Fleischgestell, billigste und praktischste Räucherei für jede Haushaltung. »5. Mäaiser, Eisenhandiung, Giessen. ’T Psa. dyauö ”'T" (Hebe Geld aus Gold, Silber i'.nd Waren aller Art. Günstige Gelegeulicitskäiife findet man daselbst in Gold- u. Siloeriacheu sowie Uhren aller ArL Auch werden Reparaturen 455 an Uhren ichnell und billig ausgeführt. Prima lebendirische Schellfische auf Eis soeben emgetroßen u. billigst bei August Vraüenieis vorm. H. E. 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Aber auch sich mit bewasi' Petersburg, bei ab und zu B allzu reichtichei hungrigen Ma^ em Giitshof ü, kmmt, blajen Herren Leuten Sericht, weiches M Vernunft, t N nach einem I“ allen Zeiten (ähren gewesen, pal't'schen ed)(o »andwirtes is '»Politik un ®enn cs ihm fin Stevaluiion , $'es gilt Boni d au fln“ l)o(iet »«" bm '"liWeit ®uMl, Ab-r autl) t W Wittelil °^dlich fott, ur ft1™’ Sinjig Wtititn J'1» Sie°e (ch«»- es 0 ö beeilen. 1r, ^Enn bie et| iä^ •^letn üoriA "»iich- Ä* ^"'"Peltt^J“ '*<5.