Erstes Blatt Tänze in Wort und 157« Jahrgang — Schwalm er Tänzer vorderKaiserin. Als unser Kaiserpaar aus seiner Besitzung in Sabinen (Westpr.) weilte, bereitete es ihm ein großes Vergnügen, die PolnehrLndorier in ihren alten Volkstrachten und angestammten Tänzen als ihre Gäste bei sich zu sehen. Ein ähnliches Interesse bringen sie jetzt auch den heimatlichen Sitten der ländltchen Bevölkerung entgegen, die in Kurhessen sitzt und sich ganz besonders durch die eigenartigen Äußerlichkeiten ihrer Volksfeste auszeichnet. In diesen Tagen werden junge Söhne und Töchter aus dem Schwalmgrund in Wilhelmshöhe vor der Kaiserin erscheinen, die sie entbieten ließ, um sich die originellen Schwälmer Tänze vorführsn zu lassen, für die sie schon bei ihrem vorjühriaen Besuche in der Schwalm das lebhafteste Interesse gewann. Der Schwälmer Tanz ist sehr wenig in weiteren Kreise,i bekannt. Der Tondich^- ..... n- " ~ Freitag 1«. August 1907 BezugSpreiSr monatlich 75 Pf., vierteljährlich Mt. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mr. 2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg« Zeilenpreis: lokal löPst auswärts 20 Pfennig. Nr. 191 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die (Siebener Homiliem blätter viermal in der Woche beigelegt und zweimal wöchentlich das Kreisblatt für den Kreis Glehen. Fernsprech-Anschluß f. d. Redaktion 112 Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen r Anzeiger Gießen. Annahme v-n Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. sönlicher Leitung mit dem Violinkonzert Beethovens. Der Londoner Erfolg führte einen über Nacht berühmt gewordenen deutschen Geiger nach Leipzig zurück. Mendelssohns früher Tod war der erste schwere Schickjalsschlag, der Joachim beschieden, der zweite sollte kommen, als später Stöbert Schumann ihn verließ, dessen großes, ihm gewidmetes Violinkonzert sich im reichen Mannskript- jchatz Joachims befindet. Die Freundschaft mit Schumanri stammt aus den Hannovertagen des verstorbenen Meisters, da er, Konzertmeister der köntgl. Kapelle, dem blinden König so eng befreundet war, daß dieser mit seiner Gemahlin bei seinem Ucbcrtritt vom Judentum zum Christentum ihm Pate stand. Dazwischen liegen die Tage von Weimar, wo Josef Joachim Richard Wagner und Franz Liszt, ohne deren Schaffen zwar völlig zuneigend (fein ehr- Ucher Charakter hat ihn beiden gegenüber stets zur Aufrichtigkeit verleitet), so nahe trat, das enge Duzfreundschast sie verband. Und dann kamen die bedeutunasvollen Momente, da Joachim in das Schaffen eines Johannes BrahmS so tiefen Einblick gewann, daß er — vor Hans von Bülow noch — zum Apostel des Wiener Meisters wurde. Im Jahre 1868 kam Joachim nach Berlin. Seine bedeutsame Lehrtätigkeit datiert von diesem Zeitpunkt her, wo er festen Fuß fassen lernte an einem und demselben Orte, seinen Wohnsitz nur zu Gastspielfahrten verlassend, als Virtuose seines Instrumentes in fast allen Kulturländern, Führer der Quartettvereinigung, die seinen Namen führt und deren Veran- ftaüungen im Laufe der Jahre eine Weihe erhalten yaben, daß man nicht mehr Konzerte sie zu nennen gewohnt war, sondern musikalische erbauungskünstlerische Weihestunden. Nun trauert die ganze musikalische Welt um so tiefer um den Heimgang des unvergeßlichen Vorbildes aller Geiger, als in unserer Zeit leider Ioscpi) Joachim f. Berlin, 15, August. Professor Joseph Joachim ist heute mittag 1% Uhr im Alter von 76 Jahren gestorben. Die königliche Akademie der Künste hat sofort nach dem Ableben des Meisters den Kaiser, die Kaiserin, den Kronprinzen und den Kultusminister telegraphisch von der eingetretenen Katastrophe benachrichtigt. Nun ist er dahingegangen, der große Meister der Geige. Seit ahr und Tag bereits hatte sie, die Zaubergeige, geschwiegen. In nein der letzten Winter hatte er in Berlin einen gemeinsamen onatenabend mit Eugen d'Albert angekündigt. An diesem Abende )er bereits entbehrte die Greisenhand, die den Bogen führte, der - aft, und nur gedämpft klangen die Töne durch den Raum — , als ob die Nymphe Echo die Klänge des Orpheus flüsternd lederholle. Seitdem war er dem Kon^erlsaale ferngeblieben. Am i. Juni b. I. aber konnte er in verhältnismäßigem Wohlsein die >. Wiederkehr des Tages begehen, der ihn zu Kittsee bei Preßburg Ungarn das Licht der Welt erblicken ließ. Der Geigerkönig war i seinem Ehrentage seinem Berliner Domizil entflohen, um . nab von der großen Schar derer, die ihm huldigen wollten, den ig in Ruhe zu begehen. Jetzt, da er dahingegangen, denkt man zurück an eine der änzendsten Künstlerlaufbahnen, die je gewesen. Je mehr man rücksichtigt, roie Josef Joachim, ein echtes Kind des Glückes, im den nie so recht zu kämpfen gezwungen war, desto höher miiß an es bewerten, wenn er allezeit viel um die Besserung des Loses ver bemüht mar, denen Göttin Fortuna nicht so hold zii lächeln ißte wie ihm, ihrem Liebling. Ja, ein rechtes Kind des Glückes ,ir von jeher Josef Joachim. Von der Kindheit ersten Tages bis in Mannes- und Greisenalter. Schon dem Wunderknaben Josef chelte das Glück, da er, ein Siebenjähriger, in Stanislaus ,'rwacynski zu Pest den besten Lehrmeister fand, den es für ihn den konnte: verständige Eltern, tüchtige Ratgeber und kluge hrmeisler schützten das junge Künstlerdasein vor den Dornen icr frühen Künstlerkarriöre, und mit Recht machte man den . April 1899, den Tag, wo Joachim vor 60 Jahren in Ungarns luplsladt zum ersten Male öffentlich aufgetreten war, zu einem )eutsameu Festtage für ihn, das Freudenfest in der Berliner »ilharmonie, das seine Schüler veranstalteten, mar eine imposante ilbigung von 200 Musikern aus aller Herren Länder. Im Hause Brunswick zu Budapest lernte Joachim Beethoven den und bei Böhm in Wien lernte er ihn spielen. Im Jahre 13 gewann er in Leipzig dreizehnjährig die Freundschaft und hrung Mendelssohns, Beziehungen, die zum ersten Höhepunkt in ler jungen Künstlerlaujbahii führten, dem ersten Auftreten in der ndoner Philharmonischen Gesellschaft unter Mendelssohns per- ■ der die Hand dazu bot, vag die alte Mißstimmung zwischen - ihm und seinem Neffen beseitigt wurde. Aus der Ab- i wesenheit des englischen Botschafters Lvs- : celles darf geschlossen werden, daß die Aussöhnung der ! beiden Monarchen und nicht die Aussprache über politische - Vorgänge der eigentliche Zweck der Reise König Eduards : nach Wilhelmshöhe gewesen ist. Von besonderem Interesse sind die Aeußerungen der englischen und französischen Presse über die Monarchenbegeg- uung aus Wilhelmshöhe. Tre englische Presse drückt über die Zusammentunst von Wilhelmshöhe eine große Be- : friedigung aus, die in der Tribüne in ein Lob für König Eduards große Verdienste auf politischem Gebiete und als Friedensforderer ausklingt. „Dail— Chronicle" betont den Umstand, daß König Eduards Einfluß in politischen Dingen jetzt allenthalben anerkannt und das Endziel englischer Politik besser verstanden werde, das betreffs Europas im Grunde immer dasselbe und auf die Erhaltung des Gleichgewichts der Macht und die Förderung des Friedens gerichtet sei. „Daily News" sieht unter Hinweis auf die eben getroffene Vereinbarung mit Rußland in der Zu- ammenkunft die förmsliche Ankündigung, daß die englischen Abmachungen mit anderen Mächten in keiner Weise auf die Vereinsamung Deutschlands abzielen. Im übrigen gebe es leine Streitfrage zwischen beiden Ländern, die weniger Anlaß für einen Streit hätten als irgendwelche andern zwei Mächte. Die einzige Frage, die diplomatische Arbeit, aber liicht dringender Art, verlange, sei derjenige der Bagdad- bahn. Vorläufig genüe es, den herzlichen Willkomm önzu- erkennen, den das deutsche Volk und die deutsche Presse König Eduard entgegenbringe. Die Aenderung im Ton der deutschen Presse gegenüber England wird auch von den Oppositionsblättern mit lebhafter Befriedigung hervorgehoben. „Daily Telegraph schreibt: In England herrscht nur ein Gefühl, nämlich dasjenige lebhafter Befriedigung darüber, daß endlich wieder die stattgefundenen Monarchenbegegnungen und Vegrüßungsseierlichkeiten den Ton in der deutschen Presse ändern, indem sie dartun, daß die Ansicht, England bezwecke eine Isolierung Deutschlands, auf Täuschung beruht. Die lange Liste freundschaftlicher Beziehungen, die England angeknüvft hat, darf nicht als vollständig betrachtet werden, so lange Deutschland nicht aus ihr vertreten oder wenigstens in ihr einbegriffen ist. Wer die Verträge und Uebereinkommen Englands ohne Hintergedanken betrachtet, wird die Hoffnung fassen, daß die Zu- s ammenkunft den end gültigen Wendepunkt in den englisch-deutschen Beziehungen dar stellt. Ohne Zweifel ist die Marokkokrisis auf beiden Begegnungen, sowohl in Wilhelmshöhe als auch in Swinemünde, Gegenstand der Erörterungen gewesen. Man kann überzeugt sein, daß Frankreich sich an den Buchstaben der Algecirasakte halten und dre bewaffnete Intervention auf das absolut notwendige Maß beschränken wird. Ter „Daily Grap hie" nennt sie eine amtliche Bestätigung der Llussöhnung, die nichtamtlich seit einiger Zeit im Gange gewesen sei. Die ^Times" allerdings sorgt dafür, daß der Mißtlang nicht ganz fehlt. Sie jucht der Zusammenkunft jede politische Bedeutung abzusprechen. Wer von ihr eine bestimmte Verständigung erwarte, offenbare eine mangelhafte Kenntnis der europäischen Tinge. Immerhin könnte sie die Bestrebungen zur Aussöhnung, die sich allgemein in den internationalen Beziehungen rundgäben, ördern, namentlich dann, wenn der freundliche Ton der deutschen Presse andauere. Die Stellungnahme ^euttc^ lands auf der Haager Konferenz bilde den Prüfstein, auf Heimgang des uii- _ _ v unserer Zeit leider echter künstlerischer Glan^ immer seltener wird. — Tie Akademie oer Künste zu Berlin veranstaltet, wie uns aus Berlin gemeldet wird, am Montag nachmittag im Gebäude der Hochschule für Musik in CHarlottendurg eine Trauerfeier für Professor Joachim. Die Beerdigung findet auf dem Kirchhof oer Kaisev-Wilhelms-Gedächtniskirche statt- Mer Johann Lewalter hat die Schwälmer Weife in der Schwalm gesammelt und zum ersten Male herausgegeben. Wie Lewalter erzählt, wurden die Bauerntänze, Schwälmer genannt, schon vor vielen Jahren zu Fiedel und Schalmei in der Schwalm zur KirmeSzeit getanzt und sind in dem auf der Wiera und Willingshausen gelegenen Schwälmer Dorfe Wasenberg noch jetzt sämtlich gang und gäbe. Ihre packenden Weisen haben sich bet den Dorfspielleuten seit uralter Zeil erhalten und sind niemals aufgeschrieben worden. Tie Spielleute spielen sie daher nach Zigeunerart auswendig. Es gewährt einen herrlichen Anblick, wenn die Schwälmer Burschen unb Mädchen in ihren bunten Trachten unter der Dorflmde nach den eigenartigen Tanzweisen sich drehen. Die Paare tanzen erst rechts, dann links herum, die Burschen oft auf einem Bein, am Schluffe der einzelnen Teile stamvfen sie zumeist mit dem Fuße auf; oder das Mädchen dreht sich allein tanzend herum, während der Bursch, in die Hände klatschend, hinterher hüpst; oder das Mädchen erfaßt das von dem Burschen hochgehaltene rötlich-bunte Taschentuch und dreht sich unter seinem hochgehaltenen Arm. Oder Bursch und Mädchen treten sich gegenüber, nähern sich einander unter malerisch aussehenden Bewegungen und lassen bann einander wieder los. Beim Schluß des Tanzes stampfen alle Paare wie auf einen Schlag heftig mit den Füßen auf. Sind die Burschen erst in Stimmung gekommen, so jauchzen sie. Die Ausführung des Schwälmer Tanzes ist wegen der damit verbundenen, durch das sehr schnelle Zeitmaß hervor- gerufenen Anstrengungen schwer, so daß die „Schwälmer" auf der Kirmes nicht oft getanzt iverden. Aber allemal, wenn ein echter „Schwälmer" gespielt und getanzt wird, ist dies der Glanzpunkt des Kirmestages. Der „Schwälmer" Hal einen stark ausgeprägten Rhythmus, steht im Zweivierteltakt und bewegt sich nur in Dur- tonarten. Er bestehl aus zwei bis drei Teilen, von denen jeder gewöhnlich acht Takle hat, wird sehr schnell gespielt und oft zwanzig- mal wiederholt. Es sind ini ganzen zehn „Schwälmer", die uns Lewalter überliefert hat, darunter natürlich auch die berühmtesten • 3nfe Kermes zü Leßhäuse", „Seng der da die Hofebengel", „Zu Aescherob, zu Aescherob" unb „Ich hab mich in de Kech verbeugt" Jii einem der Tänze kommt eine der größten musikalischen Seltenheiten vor; der zweite Satz des Tanzes Nr. 4 erfcheim nämlich onderbarerwelse in der ungeraden Taktart von dreimal drei Takten Tie Wirkung dieses Satzes ist besonders elektrisierend. Bemerkt 'ei, daß Johann Lewalter in seiner Abhandlung Der Pankee doodle em schwälmer Tanz?, den Nachweis zu erbringen versucht bat dieses berühmteste amerikanische Volkslied sei Schwälmer Bauern zu verdanken. die Meldung in Abrede stellt, als seien in Wilhelmshöhe Verträge ähnlicher Art angebahnt worden, wie sie vorher zwischen anderen Völkern Ketrosfen wurden. Das find nach der Aeußerung des Auswärtigen Amtes lediglich Kombinationen der Presse. Die Auffassung der Reichsregierung von ber Zusammenkunft in Wilhelmshöhe zeigt immerhin, wie der Korrespondent des Blattes auf Grund der hier gewonnenen Eindrücke hürzufügen möchte, daß der Besuch des Königs von England durchaus alle berechtigten Erwartmigen erfüllt, die man von diesem Vorgang hegen durfte. Der Geist des Entgegenkommens, der zwischen England und Deutschland rege geworden ist, und der in der Zusammenkunft der beiden Fürsten seine feierliche Bestätigung gefunden hat, bietet die Gewähr, daß in der Folge, wenn sich die Erörterung bestimmter Einzelfragen als wünschenswert und nötig erweisen sollte, stets auf klare Aussprache und Verständigung zu rechnen ist. Die Haltung verdeutschen Reichsregierung hat offenbar durch ihre Stetigkeit und ihr Maßhalten beispielsweise in der Marokkosrage durch Festigkeit und zugleich durch selbstlose Zurückhaltung bei allen Mächten das Vertrauen zur deutschen Politik gestärkt. Die deutsche Politik und die Friedenspolitik überhaupt darf, so schließt die Ausjührung, nach alledem mit den Tagen von Swinemünde, Wilhelmshöhe, Ischl zufrieden sein. Die „Köln. Ztg." schreibt zu der Monarcyenbegegnung in Wilhelmshöhe: Die öffentliche Meinung nicht'nur in Deutschland hat sich daran gewöhnt, in König Eouard den wirklichen Leiter der auswärtigen Politik Großbritanniens zu sehen und sie wird mit um so größerer Freude die Friedensbotschaft vernehmen, die von ihm ausgeht. Ta auch Bülow und Hardinge Gelegenheit zu langen Aussprachen gehabt haben, so können wir annehmen, daß ein neuer Schritt aus der Bahn gemeinsamen Wirkens zwischen den beiden großen Völkern für die friedliche Arbeit nebeneinander getan ist. Noch 'ist der Winter unseres Mißvergnügens nicht mit einem Schlage dem glorreichen Sommer gewichen, doch vor der Sonne des ernsten Willens werden nach der Hoffnung aller Kveise die sttebel allmählich verschwinden, die seit lange jeden Blick in eine bessere Zukunft verhinderten. Die Begegnungen in Swinemünde, Wil- helmshöhe unb das Zusammentreffen König Eduards und Kaiser Franz Josephs werden, wenn sich unsere Erwartungen erfüllen, einmal als Mertsteine in der Geschichte getten können. Ischl, 16. Aug. Unmittelbar nach seiner Ankunft im Hojßl Elisabeth empfing der englische Unterstaatssekretar Sir Hardinge einen seiner englischen Freunde. Aus dessen ?rage über den Verlaufher Entrevue von Wilhelms- ö h e erwiderte er: Ich kann nur sagen, wir sind äußer st befriedigt über den Verlauf. Wir haben dies nicht in solchem Maße erwartet. Kassel, 16. Aug. Aus der Umgebung des Reichskanzlers wird mitgeteilt, daß in diplomatischen Kreisen das SchwergewichtderBegegnung Kaiser Wilhelms mit König Eduard nicht in der Klärung etwaiger Fragen der auswärtigen Politik, sondern in der Wiederherstellung der früheren innigen Freundschaft beider Monarchen lag, die gestern erfolgt ist. Die Trrnksprüche konnten nicht herzlicher sein, als sie lauteten. Sie geben aber auch nach außen hin den unanfechtbaren Beweis dafür, daß die f r u h e r e n p e r s ö n l i ch e n Verstimmungen gänzlich behoben sind. Ter König hat wiederholt sein Bedauern ausgedrückt, daß der Wtlhilmshö'je. Der Trinkspruch des Ka isers auf den König von Eng- 'and hatte folgenden Wortlaut: „Ich bitte Eure Majestät, der Kaiserin und meinen wärmsten Dank entgegeimehmen zu wollen für den freundlichen Besuch, )en Eure Majestät uns beiden gemacht haben- Ich erblicke in )ie!em Besuch den AuÄrruck der verwandtschaftlichen und reu.ndschaftlicheu Gefühle, die Eure Majestät hegen ür die Kaiserin, für mich und mein Haus, Gefühle, die begründet inb in alten Beziehungen zivischen unseren Häuserir von langer Zeit her und die in unseren Zeilen ihren Ausdruck gefunden wben, als wir gemeinsames Leid trugen an den Särgen meiner üben Eltern und an der Bahre der großen Königin, meiner Grvß- Ttutter- Zu gleicher Zeit aber erblicke ich in Euer Majestät den Vertreter des großen englischen Volkes und in Euer Majestät besuch den Ausdruck guter Beziehungen zwischen unseren beiden Völkern- Auf 'der Fahrt zum Schloß Knuten Euer Majestät in den Augen der Bürger von Kassel und hrer Kinder und später bei 'unserer Rundfahrt durch die schönen yiuren und stillen Wälder in deu Gesichtern derer, welche die rhre und Freude gehabt haben, Eure Majestät zu sehcu, das Gefühl dankbarer Ehrerbietung für diesen Besuch zu lesen- Ich -ine Eure Majestät um die Erlaubnis, mein Glas zu erheben iuf das Wohl Eurer Majestät, Eurer Majestät erhnvenen Ge- nahlin, der .Wuigin, des gefamten großbritannischen Königshauses und Eurer Majestät Volkes- Der König erwiderte in deutscher Sprache: Ich bitte Eure Majestät, von ganzem Herzen meinen besten Lank aussprechen zu dürfen für die so gütigen und freundlicher! -Borte- Eure Majestät können versichert sein, daß es mir große yreilte bereitet hat, zu diesem leider sehr kurzen Besuch hierher u kommen. Eurer Majestät und Ihrer Majestät der Kaiserin ann ich uichtgenug danken für den herzlichen Empfang, der nir gehörten ist, von feiten der Armee Eurer Majestät und von lern Volk, wie es uns in den Straßen begegnet ist- Eure Majestät vissen, daß es mein größter Wunsch ist, daß zwischen in ] er en beiden Ländern nur die besten und an- e ne hmften Be ziehun gen bestehen- Ich freue mich sehr, aß Eure Majestäten mich bald in England besuchen 'erden- Ich bin fest 'davon überzeugt^ nicht nurf meine Familie, -'dern das ganze englische Volk werden Eure - aj e )1 ä tc n mit der größten Fr e u de empfangen- -.ch erhebe mein Glas auf bas Wohl Eurer Majestäten. Informationen über das politische Ergebnis der Begegnung von Wilhelmshöhe, die dem Vertreter - ,,Frkf. Ztg." in Wilhelmshöhe aus Kreisen des Auszügen Amtes aus der unmittelbaren diplomatischen Um- -Duitg des Reichskanzlers Fürsten Bülow erteilt wurden, ücn folgendermaßen: Der Reichskanzler Fürst Bülow und er englische Unterstaatssekretär Charles Haroinge hatten c|ieni vor der Galatafel eine befriedigende Unterredung, ins beiden Seiten ist dabei der lebhafte Wunsch hervorge- -etcit, daß Ruhe uud Frieden auf der Welt nicht gestört -erden möchten. In Bezug auf die Fragen der hohen - litik, die naturgemäß im Laufe der Unterredung gestreift )urden, zeigten sich im großen Ganzen eine erstaun- i ch e U e b e r e i n st i m m u n g und zwar nicht nur im Ve- reben, aus der Bahn des Ausbaues dec englifch-deutschen Beziehungen sortzuschreiten, sondern auch -dre Fragen, die ie Welt beschäftigen, möglichst gemeinsam zu behandeln. 6as die T r i n k s p r ü ch e angeht, die der Kaiser und der ö.ttg gestern in Wilhelmshöhe gewechselt haben, so ist er herzliche Ton ja bereits überall bekannt geworden. Be- -nders bemerkt wurde, daß König Eduard in fliehender eutscher Rede antwortete. Im ganzen ist abschließend zu rgen, daß her Verlauf der Zusammenkunft als urchaus befriedigend und sehr gut bezeichnet, werden muß. - Soweit die offizielle Auffassung, die übrigens gleichzeitig S«ral-Anzeiger für SbecheKn Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Unlv.-Vuch- und Ztelndrnckerei. 8. Lange. RedaMon, Expedition und Druckerei- Schulftrafte 7. u Anzeigenteil: H. Beck. Grund dessen England das' Verhalten Deutschlands beurteile. Tas Blatt tadelt das Verhalten Deutschlands mit Bezug auf die Schiedsgerichte und die Verwendung von Minen im Seekriege. Keine Macht, die ein Verfahren wie das weitverbreitete Aussäen von Minen befürworte, könne hoffen, das Vertrauen der Völker zu genießen, die aufrichtig an die Ansprüche der Menschlichkeit und des friedlichen Verkehrs glauben. Tie Pariser stellen die Zusammenkunft von Wilhelms- Höhe als einen (Arund zur Beruhigung dar. Ter als Regierungsorgan anzusehende „N a d i c a l" schlägt einen gewissen Ton der Enttäuschung wegen der Annäherung Deutschlands und Englands an, die in Windsor werde besiegelt werden. Er gibt aber zu, daß sie die beste Lösung der europäischen Friedensfrage ist. „Petite rspublique" stellt mit Genugtuung fest, daß Teutsch- tand in den Abkommen Englands mit verschiedenen Völkern keine Spitze gegen sich sieht. Ter „Figaro" sagt, es handele sich um kein bedeutendes, aber ein für Deutschland ango nehmes Ereignis. König Eduard in Ischl. Ischl, 15. Ang. Vollständig programmgemäß traf Kaiser Franz Josef heute vormittag 10%, Uhr in Gmunden ein. Fünf Minuten später kam König Eduard an. Die Monarchen küßten und umarmten sich zweimal und fuhren sogleich nach Ischl weiter. Die Ankunft in Ischl erfolgte um 11 Uhr 47 Minuten. Eine zahlreiche Menschenmenge säumte die Straßen ein. Im „Hotel Elisabeth" erwarteten die Mitglieder des Kaiserhauses den König. Es erfolgte eine kurze Vorstellung, dann kehrte der Kaiser mit den Familienmitgliedern in die Kaiservilla zurück. — König Eduard fuhr heute mittag kurz nach 12 Uhr in Begleitung des Fürsten Dietrichstein in die kaiserliche Villa, um dem Kaiser einen Besuch abzustatten. Der Kaiser machte um 4 Uhr mit dem König Eduard allein eine Ausfahrt nach Lauffen. — Heute abend fand 311 Ehren des Königs von England eine Theater-Festvorstellung statt. Hieran schloß sich eine Hostafel in der kaiserlichen Villa. Inzwischen hatte Ischl und Umgebung prächtig illuminiert. Nach der Hostafel machten die beiden Herrscher eine Rundfahrt zwecks Besichtigung der Illumination, auf der den Majestäten überall begeisterte Kundgebungen bereitet wurden. Wien, 15. August. Das Wiener Korresp.-Bureau meldet aus Ischl: Die Entrevue in Ischl, die den Gefühlen der innigen Freundschaft zwischen den beiden mächtigen Monarchen, dem König Eduard und dem Kaiser Franz Joseph, entsprach, gab dem Unterstaatssekretär im englischen auswärtigen Amte, Hardinge, Gelegenheit, mit dem Leiter der auswärtigen Angelegenheiten der österreich-ungarischen Monarchie, Freiherrn von Aehrenthal, seinen: ehemaligen Kollegen zusammenzutreffen. Während ihrer Unterredung, in welche alle Fragen der aktuellen Politik einbezogen wurden, konstatierten Hardinge und Aehrenthal mit Befriedigung die Fortdauer der schon so lange bestehenden traditionellen Freundschaft zwischen England und Oesterreich-Ungarn. Speziell das mazedonische Problem anlangend, erkannten die beiden Staatsmänner, daß die von den Ententemächten in den mazedonischen Vilajets eingeleitete und von den andern Mächten -unterstützte Reformaktion sich in voller Uebereinstimmung mit den jüngsten Erklärungen des englischen Kabinetts befinden. Die Gleichheit der Anschauungen trat ferner bei der Frage der der hohen Pforte zu machenden Vorschläge und bei jener der Behandlung und Beurteilung des revolutionären mazedonischen Bandenwesens hervor. Da die Haltung der übrigen Großmächte mit dem Resultate des Ideenaustausches zwischen Hardinge und Aehrenthal übereinstimmt, darf man dem Erfolge der uneigennützigen Bemühungen, die Verhältnisse in den mazedonischen Vilajets ernstlich und dauernd zu bessern, wohl ein günstiges Horoskop stellen. Ischl, 16. Aug. Uebec den Gegenstand der politischen Besprechungen in Ischl erfährt das Reue Wiener Tageblatt, daß sie sich auf die mazedonische und marokkanische Frage bezogen. Während Oesterreich, um die Empfindlichkeit des Sultans zu schonen, die Justiz- resorm in Mazedonien langsam durchzuführen wünscht, ist England bestrebt, grade die Iustizreforrn zu beschleunigen. In der marokkanischen Frage vertritt England den Standpunkt, daß Frankreich und Spanien allein das Land zur Ruhe bringen sollen. — In der Konferenz zwischen Baron Aehrenthal und Sir Hardinge wurden alle einschlägigen Fragen erörtert. Die erste dieser Konferenzen hat im Salon Hardinges im Hotel Elisabeth stattgesunden und währte über eine Stunde. Nach dem Frühstück m der Kaiservilla wurde Aehrenthal dem König vorgeslellt, mit dem er etwa eine halbe Stunde allein verblieb. Hieraus suhr Aehrenthal in sein Absteigequartier ins Hotel Bauer, wo später Sir Hardinge erschien und mit Aehrenthal zirka zwei Stunden konserierte. Die Haager Friedens-Konferenz. Haag, 15. Aug. (W. B.) Am nächsten Samstag um 3 Uhr nachmittags findet eine Plenarsitzung der Friedenskonferenz statt- Auf der Tagesordnung stehl die Debatte und Abstimmung über die Fragen, welche die Abänderungen des Reglements von 1899 betreffend dicGesctzeundGewohnheiten des Krieges berühren, ferner die Erneuerung der Deklaration von 1899 betreffend das Verbot, Geschosse und Explosivkörper aus Luftballons zu schleudern, die Erörterung des Entwurfs eine^ Konvention betreffend das B 0 m- bardement von Häfen, Städten undDörferndur ch .Seeftreitkräfte, sowie schließlich die Rede des ersten Delegierten von Großbritannien über die Frage der Beschränkung der Streitkräfte zu Lande und zu Wasser. Ausland. Haag, 15. Aug. Hier verlautet, die Königin Wilhelm in a der Niederlande befinde sich in gesegneten Umständen- ' Petersburg, 15- Aug. JmLager vonKrasnoje- Selo, wohin der Zar übersiedelte, um persönlich die Manöver $u leiten, wurden mehrere Verhaftungen vorgenommcn. Anter den Verhafteten befinden sich ein Ingenieur und zwei Studenten, welche die Soldaten aufzuwiegeln und zu Attentaten zu verführen versuchten. Bei den Verhafteten wurden Waffen und massenhaft Proklamationen gefunden. Ter Sicherheitsdienst wurde verschärft. — Tas Berst Tgbl. meldet aus Petersburg- Der Minister des Aeußeren Iswolsky unternimmt Ende August eine Auslandsreise, auf der er Paris, London und Wien besuchen wird- London, 15- Aug. Nach einer Meldung der „Morning Post" aus Schanghai hat die Kaiserln-WirweTsutsian- ,gekündigt, daß sre zu Beginn des nächsten Jahres zugunsten des Sch?.U"uln'crs Kwana-Sü abdanken wird- Sie hat längst das 70. Lebensjahr überschritten und war seit 1881 bis zum Kriege mit Japan Alleinherrscherin- : Mexiko, 15- Aug. (Reuter.) In Regierungskreisen heißt es, daß innerhalb vier Taaen es in Zentralamerika zum Kriege kommen werde- Man glaube, daß Guatemala den Anfang machen werde mit einem Angriff auf Nicaragua und daß Guatemala und Salvador als Gegner Honduras und Nicaragua gegenüberstehen würden- Ans StaSt nrr- Land. Gießen, 16. Aug. 1907. •• Tut Geld aus Eurem Beutel! so rufen wir, ein Wort Shakespeares variierend, angesichts des fürchterlichen Brandunglücks von Herbstein allen unseren Lesern zu. Das niedliche oberhessische Städtchen, das sich so anmutreich und trutzig zugleich auf seinem isoliert liegenden Felsen aus der Ebene am nordöstlichen Abhange des Vogelsberges reckt, das so freundlich und zutulich auS lieblicher grüner Umrahmung Umschall hält über üppige Auen und wogende Getreidefelder, gleicht jetzt teilweise einer wüsten Ruinenmasse, und viele ihrer Bewohner sind in schwere materielle Nöte gestürzt. Etwa 200 Personen sind ohne Obdach, haben Haus und Hof, Vieh und alle oder doch die meisten ihrer Habseligkeiten verloren. Sie sind auf die Hülfe ihrer Mitmenschen angewiesen, retteten doch viele nichts anderes als die Kleider, die sie auf dem Leibe trugen. Schnellste Hülfe also int Not. Wir zweifeln nicht, daß in ganz Oberhesfen allenthalben offene Hände sich finden iverden, die den Darbenden zunächst das Notdürftigste, vor allem aber Geld und Geld unb. wieder Geld darzubieten gütigen Herzens bereit sind. Hat sich doch die Hülssbereitschast und Opfer- lvilligkeit der Gießener wie aller Oberhessen in ungezählten Fällen glänzend erwiesen, wenn es sich um die Linderung materieller Nöte von Unglücklichen in fernen Gegenden handelte. Jetzt aber heißt es: Helfet den hessischen Volks- gen offen, den armen Herb steinern! Wer schnell giebt, giebt doppelt! Die Geschäftsstelle des Gieß. Anz. ist gern bereit, Gaben entgegenzunehmen. Hoffentlich veranstaltet die gesamte in Hessen verbreitete Presse gleich uns Sammlungen zur Unterstützung der Herbsteiner Unglücklichen. Der Verlag des Gieß. Anz. eröffnet die Zeichnung für die bedürftigen Herbsteiner mit einer Spende von 50 Mk. ** Beim Kaiser. Der Rektor der Landesuniversität, Geheime Hofcat Professor Dr. Behaghel, war gestern auf schloß Wilhelm shöhe bei Ihren Majestäten zur Frü h stü cks t a fel geladen. Stadttheater. Die Fledermaus kann nicht aufgeführt iverden, weil die Solisten anderweit verpflichtet sind. ** Auf 5 Mark lautende Postanweisungen, bei denen der Absender das Bestellgeld im voraus zu entrichten wünscht, werden häufig über 5.05 Mk. ausgestellt, wodurch sich der Portosatz von 10 auf 20 Psg. erhöht, an muß also für die 5 Pfg. mehr ausgezahltes Bestellgeld gleich 10 Pfg. mehr für die Beförderung erlegen, weil die 10 Pfg.-Taxe nur für Postanweisungen bis einschließlich 5 Mk. gilt. Diesem Nachteil kann man begegnen, wenn man die Anweisungen mit dem Vermerk „Bestellgeld bezahlt" versieht und neben der Freimarke von 10 Pfg. noch eine 5 Pfg.-Marke aufklebt. Auf diese Weise spart man 10 Pfg. für die Beförderung. Zweckmäßig ist es, den Bestellvermerk mit Buntstift zu unterstreichen. — Lang-Göns, 15. Aug. Der hiesige Turnverein hält Sonntag den 18. August sein Abturnen> verbunden mit Tanzbeliistigung auf dem Feslplatz am Bahnhof ab. Alle hiesigen Korporationen werden daraii teilnehmen. Unser junger mehrfach preisgekrönter Turnverein, der fast 100 Mitglieder zählt, beabsichtigt das nächste Jahr sein Fahnenweihfest zu begehen. g Bad-Nauheim, 15. Aug. Leider hat sich unsere in der gestrigen Nr. d. G. Anz. ausgesprochene Vermutung bestätigt, daß der seit mehreren Tagen verschlvundene hiesige Bürger in den Tod gegangen sei. Heute morgen früh wurde der Hilt des Unglücklichen am Ufer der Wetter bei Nüdgen aufgefunden. Gegen Mittag gelang es endlich nach eifrigem Suchen auch die Leiche zu landen. Der Fall ist außerordentlich traurig, war doch der Bedauernswerte nicht allein allenthalben als fleißiger, strebsamer Handwerks- lueiiter bekannt, sondern lebte auch mit feiner Familie im glücklichsten Einvernehmen. x Burkhards, 14. Aug. Bei der heutigen Ergänzungswahl zum Gemeinderate wurden gewühlt: Ludwig Schäfer III. mit 64, Johs. Schäfer XIX. mit 63 unb Karl Schmidt mit 55 Stimmen. x Lauterbach, 15. Aug. Heute abend 8 Uhr traf Minister Braun hier ein, um morgen die Brandstätte in Herbstein zu besichtigen. O Maar, 15. Aug. Bei der gestern abgehaltenen Gemeinderatswahl wurden gewählt Peter Pfannmüller mit 82, Hch. Bönfel II. mit 81 und Johs. Euler mit 80 Stimmen. R.-B. Darmstadt, 15.Aug. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten-Verfammlung wurde nahezu einstimmig der Beschluß gefaßt, in unmittelbarer Nähe des neuen Bahnhofs ein 2. städtisches El ektr izitätsw erk zu errichten, das einen Kostenauswand ooii etwa 1 800 000 Mk. erfordert. Ferner hat die Stadtverordneten-Versammlung einen mit der preußisch-hessischen Eisenbahnverwaltung abgeschlossenen Vertrag genehmigt, wonach sich letztere bis zum Jahre 1920 zur Abnahme des gesamten Strombedarfs für die neuen Darmstädter Bahnhossanlagen verpflichtet. Während das städtische Elektrizitätswerk 1906 einen Strombedars von rund 1 500 000 Kilowattstunden zu liefern hatte, benötigt die Eisenbahn für den Bahnhof einen Jahresverbrauch von 845 000 K.-W., für die Lokomotivwerkstätte 680 000 K.-W. und für die Wagenwerkstätte 460 000 K.-W., d. i. rund 2 Millionen K.-W. bet einer Maschinenstärke von 1400 PS. ober rund 1000 K.-W., wobei % des Strombedarss auf Beleuchtung und % auf Motorenbetrieb entfallen. Ange- ichts dieser Mehrleistung erschien die Errichtung eines zweiten Elektrizitätswerkes als die beste Lösung, um so mehr, als sich 5ei Einstellung großer Maschinen die Produktionskosten wesentlich vermindern. Für die Abgabe des Stromes ist mit der Eisenbahn ein Preis von 11% bis 15 Psg. stufenweise bei einer 'Minimalabnahme von 700 000 K.-W. und einer Maximalabnahme von 1 700 000 K.-W. vereinbart worden- Kommrmalpolitisches aus Alsfeld. __ . D. Alsfeld, 14. Aug I rst wohl nicht zu viel gesagt, daß jeder vom Imiinf Bahnhof dem Stadtilmern zustrebcnde Fremde von den fä.V hgen Alleen, hübschen Gärten und Anlagen, die die präge zieren, aufs angenehmste überrascht ist. Ein n uni unhaltbareren Zustand weist aber das Pflaster der £5, und noch anderer Gassen und Straßen auf. Neuerdings man an die Regulierung zweier Straßen geschrin und — langsam aber sicher — wird man auch die an bereuter Nmvslasterung unterwerfen. Es darf hier nicht verkam werden, daß sich die Gemeinde in den letzten Jahren qrr Opfer auserlegt hat. Die Ausführung bedeutender Projek steht auch für die nächsten Jahre in Aussicht. Wir nenne nur das der O b e r r c a l s ch u l e, der neuen Stadtschul das neue Kanalisationsprojekt, verschiedene Renow rungen. Zu letztgenannten hat allerdings auch der Staat b reitwilligst seine tatkräftigste Unterstützung zugesagt. .Landes sich doch um die altehrwürdige Walpurgis kirche m um den nicht minder interessanten altertümlichen Rat hau-- b a u. — Die B a u l u ft kann h-uer wenn gerade nicht a\ günstig, so doch annehmbar bezeichnet werden. Außer einig Privatbauten ftihrt auch der gemeinnützige Bauverein Als fr! ein Wohnhaus auf. An Wohnungen für Arbeitersleute Herr so hier immerhin noch Mangel, woraus sich die mituni ungebührlich hohen Mietpreise erklären. Das neue Krei krankenhaus geht nun in Bälde feiner Vollendung en gegen. Der äußere Verputz ist nun so ziemlich vollendet un bereits läßt sich ein klares Bild von der ganzen Anlage au malen. Der geräumige Hof bietet allerdings noch ein bum Ehaos von Gestein und Sandmassen, aber auch hier wird i Kürze alle Arbeit aufs sauberste erledigt f in. — Der Bahn h 0 f hat vor einiger Zeit elektrische Beleuchtung erhaltet Außer einer Anzahl Glühbirnen in den Bureaus und de Werkstätten spenden zwei Bogenlampen für den Bahnsteig hsi reichend Licht. — In nächster Nähe des Bahnhofs ist das B ■' amtengebäube für die beiden hier stationierten Bahr meister vollendet und bereits bezogen worden. Außer be Bureau-Räumlichkeiten stehen den beiden Beamten noch je b- Privalwohnung mit allerlei Bequemlichkeiten zur Verfügun: Ein kleines Vorgärtchen fehlt ebenfalls nicht. Eine^herrliche Allee — die Marburger Straße —, um die un manche Stadt beneidet, führt von der nahen Uebersahrt in bi untere Stadt- In nächster Nähe liegt der Platz für die zu ei bauende Oberrealschule- Tas Enteignungsversahren must hier gegen widerspenstige Grundbesitzer eingeleitet werden- 23o: kamen verschiedene andere Plätze in Betracht und erst nnt wiederholten eingehenden Beratungen des Gemeinderats entschie man sich für diesen Platz- Wie überall in ähnlichen Fälst machte sich auch hier ein kräftiges „Für" und „Wider" gelten; Tie nahe Lage der Turnhalle und andere günstige Momcm fielen bei der Abstimmung wesentlich in die Wagschale. — S.- städtische Elektrizitätswerk wurde erheblich vergröstr Tie Probe-Abnahme der neuen Maschinen soll in nächster Ze erfolgen- — Hin und wieder wird unsere Stadt von Freunde mittelalterlicher Bauten besucht und tatsächlich bietet sie gar vn des Anregenden- ^Tas ließ sich vergangenen Sonntag beobacht?: als eine Anzahl Schüler der Tarms'.idter Hochschule einen Run! gang durch die Straßen machten- Wiederholt lenkte dieser c? jener Bau, der irgend eine Eigenheit aufwies, das Interesse b- gelehrten Herren auf sich- Amüsiert haben sie sich ober cn jeden Fall beim Lesen eines Plakats, in dem ein Hausbesitzi auf höchst sonderbare Art und Weise seinen leerstehenden Sah anpreift. Tie beiden großen gleichlautenden Plakate sind - den Schausensterir angebracht- Zwei blutigrote Hände deuten a die Inschrift- Sie lautet: „Nur — nur — einem sittsame ehrenhaften und reellen Protestanten vermiete ich Laden ur Wohnung billigst- N. N." Und das im 20. Jahrhundert. T Laden steht nun schon seit Jahren leer- Anscheinend hat iw kein Interessent all diesen Ansprüchen im Sinne des Vermiete entsprochen- Was der Mann damit verfolgt. Niemand tue es- — An der Romroder Straße ist vorige Woche die neue groi und umfangreiche Brau-Anlage der Fstma K- Wallach Betrieb genommen worden- Tie seitherige, im Mittelpun Alsfelds gelegene Brauerei hat ihren Betrieb völlig eingeftel — Im Herbst dieses Jahres finden hier die Gemeinderati Wahlen für die ausscheidenocu Mitglieder statt- Aller Vorau sicht nach wird sich feine lebhafte Agitation entfalten- T sozialdemokratische Wahlverein l-at sich der Angelegenheit fefn angenommen- Ohne dieser Partei das Wort reden zu wolle kann nicht abgeleugnet werden, daß immer s i e es ist, die a andere Parteien aneifernd wirkt- Tnß die Wahlen etwas me Leben in die bürgerlichen Kreise bringen werden, als es foi im Jahr der Fall ist, steht außer allem Zweifel- Harren doc wie schon eingangs erwähnt, brennende kommunale Fragen ihr Lösung. Und deshalb gilt es, Männer zu wählen, die c weitblickendes Ange besitzen, die unter Würdigung der bestehend Verhältnisse und ohne das Gemeindewesen zu gefährden, cn segenöringende Tätigkeit entfalten. Tie heutigen Verhältnis Alsfelds bedingen deshalb nicht geringe Arbeitskräfte für t neu zu besetzenden Aemter und cs gehört außerde.n eine grm Liebe und nicht minder Ausdauer dazu, um eine solche Arlu u last zu übernehmen- Hoffen wir also, die scheidenden Mitglied, wiederzugewinnen, die seither ihre ganze Kraft 'zum Wohle Stadt einsetzten. Fersnttiesr-Nachvichten. Gestorben: Herr Wilhelm Heger, Großh. Hess. Förster t. 9 in Hermannstein; Herr Friedrich Kurz, Schornfteinieger und Tac deckermeister, in Braunfels; Herr Heinrich Schars in Tieienba, Geb 0 re n: Herrn Moritz Oppe>cheimer und Frau eine Tochu 1 eietomscSie Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Hand und Industrie, Giessen. Frankfurter Börse, 16. Au».. 1.15 Uhr. 3j^°/e Reichsanleihe . . 92.151 3% do. . . 81.40 3)4% Konsols .... 92.15 3% do. .... 81.40 3^% Hessen ...» 90.85 3%% Oberhessen . . . 91.00 4% Oesterr. Goldreute . 96.60 4% % Oesterr. Silberrente 96 40 4% Ungar. Goldrente . . 9140 4% Italien. Rente . . . —.— 3-6 Portugiesen Serie I . 66.40 3% Portugiesen „ 111 — 4_%°/0 russ.Staatsanl. 1905 91.10 4J40,0 japan. Staatsanleihe 88.25 4% Conv. Türken von 1903 94.20 Türkenlose . . . . . . 141.20 4-6 Griech. Monopol-Anl.. 46.75 4% äussere Argentinier . 82.00 3°/0 Mexikaner < . . 61.20 4^% Chinesen .... 94.40 Aktien: Bochum Guss..... 203.00 Buderus E. W.....111.00 Tendenz: fester. Elektriz. Lahmeyer . . . 114. Elektriz. Schuckert ... 98. Eschweiler Bergwerk . . —. Gelsenkirchen Bergwerk . 188. Hamburg- Amerik. PaketL 128 Harpener Bergwerk. . . 188 Laurah iitte......216 Nordd. Lloyd .... 113 Oberschles. Eisen-Industrie 98 Berliner Handelsges. . . 149 Darmstädter Bank . . . 125 Deutsche Bank .... 220 Deutsch-Asiat. Bank . . 141 Diskonto-Kommandit. . , 166 Dresdner Bank . . . 136 Kreditaktieu.....197 Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . .... 89 Gotthardbahn .....— Lombard. Eisenbahn . . 29 Oesterr. Staats bahn . . . 137 Pnuee-Henri-Eisenbahn . 125 Iteriiner Börse, 16. Aug. Anfangskurse. Canada E. B......162.50 Darmstädter Bank . . . 125.30 Deutsche Bank .... 221.10 Dortmunder-Union C. . . 65.10 Dresdner Bank .... 136.20 Tendenz: besser. Harpener Bergwerk. « « — Laurahütte Lombarden E. B. . . . Nordd. Lloyd..... Türkenlose . ...» 1^1 hürlnglsches r* n ■■ hi Elektro- und Maschinen- TeGhram Jimsnam Lehrfabrik h II Ulk den nächstjährigen Genossenschaftstag in Frankfurt a. schaflstag empfiehlt ' ? ,^3E3 geb. ROM zu sich zu rufen. a. d. Sieg, den 15. August 1907. Kirchen 5229 findet in Giessen auf dem alten Friedhof, am Sonntag den 18. d. Mts., nachm. 3 Uhr vom Bahnhof aus statt. Die Beerdigung Danksagung llaii 50. Ö24Ö vom Portale des neuen Friedhofs aus statt. Giessen, den 16. August 1907. 5242 Giessen, den 16. August 1907. [6842 5235 - 51 ' i 'iö der des Ge- Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schweren Verluste unseres treuen, unvergesslichen Gatten und Vaters, für die überaus vielen Blumen- und Kranzspenden und für die zahlreiche Begleitung zur letzten Ruhestätte besonders von Seiten des Grossh. Polizeiamts, der Beamten der Stadt Giessen, des Kriegervereins, des Vereins städtischer Beamten und des Katholischen Gesellenvereins sagen wir hiermit allen unseren herzlichsten Dank. Gießen, den 15. August 1907. Senßfelder Kreisstraßenmeister. dies geschehen, zu ihnen zurückzukehren." Verbandsdirektor und Stadtättester K l e t k e - Breslau lvies darauf hin, daß die in diesen Thesen ausgesprochenen Grundsätze in den auf Selbsthütfe beruhenden deulscyen Erwerbsund Wirtschaftsgenossenschaften allgemein anerkannt und beachtet werden, daß aber die Nachteile, welche die Nichtbeachtung in sich birgt, von der obengenannten „Neuen Richtung" nicht erkannt werden. Die Genossenschaften der neuen Richtung huldigen der Kontrahierung von Schulden, der Borgwirtschaft und vernachlässigen die Barzahlung. Nach dem Geschäftsbericht der Einkaufsgenossenschaften hatten diese im Jahre 1905 ausstehende Forderungen von 3 400 586 Mk. bei einem allgemeinen Geschäftsumsatz von 38,8 Millionen Mark. Die Summe der ausstehenden Forderungen stieg im Jahre 1906 um 26 Proz., während der Umsatz nur um 20 Proz. stieg. Da sei es richtig, wenn man behaupte, daß dort das Borgsystem und das Schuldenmachen fortschreire. In den Jahren 1902 bis 1905 ist der Kredit der Kreditgenossenschaften um 9,1 Proz. gestiegen, während er un allgemeinen Verband um 16 Proz. abgenommen habe. Bei der Besprechung wies Weichsel- München darauf hm, daß die im Zentralverband zusammengeschlossenen Konsumvereine Förderer der Bestrebungen der Sozialdemokratie seien. Der Anim Namen der trauernden Hinterbliebenen Elisabeth Roth geb. Einig- sind Kinder ich r it h toi N; Is IÄ es ' M en toi en 4 die t .b > 'n, (b ic fl i!G. > 48. Genossenschaftstag der deutschen Erwerds- und Wirtschastsgenossenschaften. (Unberechtigter Nachdruck verboten.^ Im Namen der trauernden Hinterbliebenen. Karli SemmeSnraeyer, Königl. Gerichtsvollzieher. oder dauernd Bestände in Wertpapieren anlegen, die BUdung einer besonderen und ausreichenden Effektenreserve, aus der etwaige durch Kursrückgänge entstehende Verluste Deckung finden können." Morgen werden die Verhandlungen zu Ende geführt werden. (Fortwtung folgt.) oder Mobiliar-Kredit) der Rückzahlungstermin nach der normal^ Verwertung der Ergebnisse der einzelnen Produktionen zu bemessen, bei festen Kapitalanlagen (Real- oder Jmmobiliar-Kredit) dagegen auf den allmählichen Wiederumsatz in einer größeren Zahl von Produktwnen Rücksicht zu nehmen sei, ist auch heute noch als! gesunde Grundlage für die Tätigkeit der genossenschaftlich organisierten Bankinstitute anzuerkennen; 2. danach kann die Entschuldung des, ländlichen Grundbesitzes von Hypotheken seinen ^hürfniiicn entsprechend nur herbeigeführt werden durch unkündbare, m regelmäßigen Abzahlungen zu tilgende Hypotheken- Tarlehen; 3. solche Darlehen entweder selbst zu gewähren oder für ihre vertragsmäßige Tilgung Bürgschaft zu übernehmen, ver^ langt die Eingehung für Jahrzehnte int voraus berechneter Verbindlichkeiten, die außerhalb des gesetzlichen Rahmens der Per- sonalgenossenschaft liegen, und ist deshalb den KreditgenoN'en- schäften dringend zu widerraten; 4. ebenso muß dringend widerraten werden die Ueberlaftung mit Hypotheken ersetzen zu wollen durch einen erweiterten Personalkredit, weil das eine bedenlliche Verquickung von Personalkredit und Realtredit zur Folge hat und die Liquidität der Genossenschaften gefährdet, die man allseits aufrechterhalten will; 5. vielmehr gehören solche die Entschuldung des ländlichen Grundbesitzes bezweckende Darlehen üt den Wirkungskreis der genossenschaftlich organisierten, mit unkündbarem Kapital ausgestatteten Landschaften und sonstigen Pfandbriefinstitute sowie der Hypothekenbanken, die Beteiligung der Perivnal-Kredttgenossenschaften dabei kann sich nur auf die Vermittelung von Zahlungen ohne eigenes Risiko beschränken." Die Besprechung des Antrages nahm den ganzen Vormittag in Anspruch. Er wurde schließlich nach Zuständiger Debatte zurückgezogen. Im weiteren Verlaufe der Verhandlungen kam ein Antrag des Gefanttausschusses zur Beratung: „Der Allgemeine Genoffen- scyaftStag erblicke in dem vorläufigen Entwurf zum Scheckgesetz ein Mittel, welches geeignet ist, dem bisherigen Zustande der Rechtsunsicherheit auf dem Gebiete des Scheckverkehrs ein Ende zu machen und hofft, daß der Entwurf bald Gesetz werde." Der Antrag fand allgemeine Billigung, ein Beschluß wurde jedoch nicht gefaßt. Darauf sprach der Berichterstatter Dr. Peter (Karlsruhe) über den „Scheck- und Ueberweisungsverkehr und, die Kreditgenossenschaften". Er richtete die Mahnung an alle Kreditgenossenschaften, alles zur Förderung des Scheck- und Ueber- weisungsverkehrs zu tun unter Hinweis auf die Förderung des Gemeinwohles und der direkten und indirekten geschäftlichen Vorteile, welche den Kreditgenossenschaften aus der Pflege des Scheckverkehrs erwachsen werden. Die Kreditgenossenfchaftsvorstände sollen das Interesse für den Scheckverkehr zu wecken suchen und aus eine zweckmäßige Verwendung des Schecks Hinweisen durch Zirkulare, Ausgabe von Merkbüchern, Inserate und öffentliche Vorträge. Schließlich kam noch ein Antrag der Genossenschaftsbank ib - ö ft Lebensjahre sanft entschlafen ist. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. In deren Namen; Fraei Oar-i Pl&sik Wwe« Giessen (Moltkestr. 28), den 16. August 1907. Die Beerdigung findet Sonntag, 18. August, nachm. 4yg Uhr 'm & Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute mittag 121/2 Uhr nach langem, schweren Leiden meine innigstgeliebte Frau, unsere gute Schwester, Schwägerin und Tante ,111 . st abzuhalten. Hierauf wurde in die Beratung der Angelegenheiten Konsumvereine eingetreten. Hierzu lag ein Antrag Verbandes schlesischer Konsumvereine vor: „Der Allgemeine nossenschaftstag bahnt im Interesse des Gemeinwohles an: 1. die Konsumvereine Deutschlands auf die ideellen und materiellen Nachteile hinzuweisen, lvelche ihnen erwachsen durch: a) das Kontrahieren von Schulden und die Borgwirtschaft; b) durch Vernachlässigung der Barzahlung; c) durch Gründung und Ausdehnung von Konsumvereinen ohne Vorhandensein des, Bedürfnisses der nötigen Kräfte und Mittel; d) durch Ausschaltung der Offerten leistungsfähiger Lieferanten; e) durch leichte Her- betführung von Konkursen in Folge Nichtbeachtung nicht bewahrter geiwsienschaftlicher Grundsätze und Verquickung mit ernsecugeu wirtschaftspolitischen Bestrebungen. 2. Allen Konsumveretnen zu raten, die Schulze-Delitzschen Lehren nicht zu verlaßen und wo .14 f.14 .14 q .ul > 14 .11 .11 y ■! .14 -it i tuguj bieij in I iut jl H| ■ntjoi Nil gelle, hma Arlseirsverizehung Die Weißbinderarbeiten am Schulhause zu Großen- Buseck veranschlagt zu 1158 Mk. 47 Psg. sollen im Sub- nnfstonswege vergeben werden. Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum 21. August l. Is., nachmittags 2 Uhr auf Großh. Bürgermeisterei Großen-Buseck abzugeben. Moabit" zu B er lut zur Besprechung. „Der Allgemeine Genossen- , ? ; denjenigen Genossenschaften, die zeitweise Frühkartoffeln. L ZenMer 2.75 Mk., hat abzugeben (Larl Puth Nachs., 05807!_________Marburgerstr. 24. 'in Li ibM eiento M 9TÖF5 lerz rem, ba6i, tSu itij elfe I bei 1 sbesij t&i sind titRl tsmt a m t r XÖl nnito >d n bürg erstatteten Kassenbericht ist zu entnehmen, daß der Voranschlag des Verbandes für 1908 sich auf 71630 Mk., das Vermögen auf etwa 116 000 Mk. beläuft. Dann wurde beschlossen, -------- . - ----- - ■ M. Todes-^nzeEge. Hierdurch machen wir die traurige Mitteilung, dass unser lieber, guter Sohn, Bruder, Schwager und Onkel nach kurzem, schweren Leiden heute morgen 3 Uhr im hllvl cht SniJ w Herr Wu Watt Dr. Krüger vermißt den Nachweis, baß diese Genossenschaften sozialdemokratisch seien. Was gegen sie einzuwenden sei, daß sei die politische Gesinnung, die Tendenz, von der sie geleitet werden. Sie smd gegründet ohne Rücksicht auf das Bedürfnis um den kleinen Gewerbetreibenden auszuschalten. Welcher politischen Richtung sie angehören, sei ganz gleichgültig. Ebensowenig wie man in der Oitmarc nur aus nationalen Gründen Genossenschaften errichten soll, ebensowenig soll man es aus parteipolitischen Rücksichten tun. Jeder Konsumverein sei willkommen, der auf dem Boden der heutigen Wirtschaftsordnung stehe. Die Konsumvereine müßten sich hüten, sich mit den Gewerkschaften solidarisch zu erklären. Die Produktivgenossenschaften, wie sie der Zentralverband fordere, seien dummes Zeug. Der Antrag wurde schließlich angenommen. Es wurde dann folgender Antrag des Konsumvereins Görlitz beraten: Mit Rücklicht darauf, daß auch die beste Warenkenntnis nicht vor Benachteiligung durch Verunreinigung und Verfälschung der Waren schützt, daß vielmehr die chemische bezw. mikroskopische Untersuchung die taufmännischen Erfahrungen ergänzen nruß, erscheint es Pflicht der Konsumvereine, sich im weitesten Umfange der chemischen Warenuntersuchung zu bedienen. — Verbandsdirektor I 0 rd a n - Görlitz betonte, daß auf diesem Gebiete Selbsthütfe eintreten müsse. Die Konsumvereine und Genossenschaften seien die Berufsanwälte gegen Lebensmittelfälschung. Der Antrag wurde angenommen. Ebenso stimmte die Versammlung im wesentlichen einem Antrag des Konsumvereins Holzminden zu, welcher Grundsätze bei der Feststellung der Liquidität der Konsumvereine aufstellt. Danach soll zur Aufrechterhaltung der Liquidität der Konsumvereine die Dividende mit mindestens Ve des Betrages in barent Gelde oder Scheckguthaben vorhanden secn. Das Bestreben jedes Konsumvereins muß darauf gerichtet sein, unausgesetzt eine Liquidität der vorhandenen Mittel zu unterhalten. Schließlich wurde noch ein Antrag des Breslauer K 0 n - sumVereins besprochen, der den Koniumvereinen empfiehlt: „Auf Erzielung eines möglichst oftmaligen Umschlages des in Waren angelegten Kapitals, der für Kolonial- und Materialwaren ein minde|tens siebenmaliger sein soll, Bedacht zu nehmen, alljährlich die Umschlagzahlen nach folgenden Grundsätzen zu ermitteln und in den Geschäftsberichten bekannt zu geben: 1. der Ermittelung ist lediglich der Wareicumsatz im eigenen Geschäft zu Grunde zu legen; 2. von seiner Summe ist der Betrag des im eigenen Geschäft erzielten Beuttoüberschusfes zu kürzen, bevor festgestellt wird, wie oft in ihr die Summe des nach den Einkaufspreisen ermittelten Warenbestandes enthalten ist." S. u. H. Leipzig, 14. Aug. Der Genossenschaftstag beschäftigte sich heute mit den Angelegenheiten der Kreditgenossenschaften. Hierzu lag em Antrag des Anwalts Dr. Erüger vor mit folgendem Wortlaut: „In Erwägung, daß die Bestrebungen für Entschuldung des ländlichen Grundbesitzes wegen der nach seinem Beschlüsse des preußischen Abgeordnetenhauses den Erwerbs- und Wirtichafts- genossenschaften dabei zugedachten Mitwirkung insbesondere für die Kreditgenossenschaften größere Bedeutung gewinnen tonnen, beschließt der allgemeine Geuofsenschaftstag: 1. Der von Schulze- Delitzsch vertretene Grundsatz, oatz oie Befristung des Kredits mit der Wiedererzeugung des Kapitals in Einklang stehen müsse und deshalb bei Darleihung von umlaufendem Kapiral (Personal- {Danksagung. Für die herzliche Anteilnahme an ihrem schweren Verluste danken aufrichtig Geschwister Tasche ge ci bim} ütb Aue Hkükl'Fivskli per Pfund 38 Pfg. L. Steinhäuser, Selterswcg27. Neue-Bäue17. 15204 whhhhhhhhhhii Verbandsdirektor Justizrat Dr. Alberti-Wiesbaden und Verbandsdirektor Suber» München berichten dann über einen Antrag: „Die Schulze-Delitzschen Genossenschaften legen den größten Wert auf wohlwollendes Verhalten der Behörden ihren Bestrebungen gegenüber. Sie erheben insbesondere den Anspruch, daß gut fundierte und gut geleitete Genossenschaften bei Be- w ' Ziehungen zu Kommunen, öffentlich rechtlichen Körperschaften, -' 4 sowie bei der Pflege des Kautionskredits geschäftlich nicht zurückgesetzt werden hinter anderen Kreditinstituten." Beide Refe- .D k reuten begründen den Antrag mit Rücksichtm der Billigkeit. Der Genosfenschaftstag stellt sich auf den gleichen Standpunkt. Aus dem vom Verbandsdirektor O pperm ann-Magde- M Bekanntmachung, B16/8 Großherzogliches Amtsgericht. B16/« Grotzer Ne« oermirteu. 5166] Carl Schwan, klläusburg 16 X)' 5240] den Herrn als [hv13/a Lonuenstratze 25 3576 Sonnen,rratze 25 Lack. Bettstelle und Tisch btüig abzug. Stephanftr. 29, III. [05828 ler, Lollar, den 17. August 1907. D“/8 Rezepte gratis von fng5/. Dr. A. Oetker, Bielefeld. r9. Itci-k ni.fr ii iint-viciiiuic ÜverfitiHen Geschäfts-Empfehlung. Den verehrten Einwohnern von Lollar und Umgegend hierdurch die ergebene Ntitteilung, daß ich das, früher lange Jahre unter der Firma August Zimmermann Hierselbst bestandene Moiml- unD Eiseilivilrell-KesPst, Sailftstraße 93 übernommen und mit dem heutigen Tage eröffnet habe. Es wird mern eifrigstes Bestreben fein, nur gute und reelle Ware zu mäßigen Preisen zu liefern und glaube ich, gestützt aus langjährige Tätigkeit m der Branche, allen Anforderungen gerecht werden zu können. Ich bitte mein Unternehmen güttgst unterstützen zu wollen. WWWtzitt. LWüM-u.LMöülltt. MdoÜ|h|L LWeizerkäje ä Psö. 1.20 M. Wier Monier ä Pst. 1 — Lik. Ater nikr iSonöa ä Psö. 1.101t WMiiiembert. iljiirinotr Stan^niflie» LPriazer il Lrki!ll,Hioclgcl MMen. tomit. reiner ÄlcucnWtz. Luxemburger H. B. 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