-?r. SS//0 Erstes Blatt 157. Jahrgang 4)u VeuUgr umiaht 8 Leiten. Die Vereinigung ziemlich abfälliges Urteil fchaftSrefarmer hat ein politijd^e Widersacher des sozialdemokratischen Lager. Bild von der Arbeitsweise des liefern die Artikel »Rcgierungs- Nr. 35 und ,Ter Raifierer des ftbrene «lr Depeschen: notütion$bru(I unb Verlag der vrübl'schen Unlv.'vuch. und Steinöruderel H. Lange. Redaktion. LrpedMon und Druckerei: Zchulstrahe 7. ^.ge.'neü: Beck Auzciger Bleuen. M __________________—__ fiugblatt?) zur Unlerslützung düloivfreunDlichec ttandidatureu aufgebracht wurden, in den Geldschrank des Reichskanzlers wanderten und auS diesem wieder vom Fürsten Bülow dein Fürsten Salm in die Hand gezählt wurden". Wozu all dieses drum und dran? Doch nur, um Fürst Bülow zu ocr- leumden. jkelts Briketts klotze Bolz •» Erscheint täglich außer Sonntagt. Lem (Siebener Anzeiger .verden im Wechsel mit den» hessischen Landwirt die Siebener Familien- jlätlet viermal In der Ißoctje beigelegt und zweimal wöchentlich daS Kieisblall für den Kreis Hieben, üerusprech Anschluß s.d. Redaktion 118 IZerlag u. Expedition 61 ein Bild auS dem Man schreibt uns: Ein charakteristisches Gießener Sozialttlenblaltes gelber für Wahlzwecke^ m Donnerstag 14. Februar 1807 vezngsvretö: monatlich?» V'^oienet- ▼ jährlich Dtt. 8«. durch Kartells^ in Sie. 36. In Vereins Mitteln, sondern alles aus Reglern ngS- geldern, d. h. aus Slenerge l dern des Volkes!' Tas entspricht ja auch der Ueberjchrist. Jetzt kann das Blatt diese Behauptung nicht mehr aufrecht erhallen, denn die .Rordd. Allg. 3tg.* hat dem Dlärchen schnell em Ende ge» macht — d. h. sogar schon vor Erscheinen der 91c. 35. — Stcitt nun die Lüge .von den Steuergeldern des Volkes' Lage-schau. Grafen PosadowSky. R. Berlin, 13. Februar. der Steuer- und Wirt znrückzunehmen, dringt die genannte Zeitung den zweiten Artikel und schreibt mit dicken Lettern: »der Reichskanzler hat Geld für Wahlzweckr vereinnahmt und verausgabt' und fügt hinzu: .Tabei kommt es natürlich nicht darauf an, ob die Tansendmarkscheine und Zwanzigmartstncke, die von »privater Sette" (was sollen 'die Anführungszeichen bedeuten? vielleicht auch .angeblich" wie in dem Wahl- ilLotz" lir, Tel*111 oilen wlrto == iißWrf e A und B iabrlkpr«^' i ovrie , YieBöSE. 30 und W 7**- cb lose, da-Drogerie I 1 Seibel» 1 .«.TelepwS I leMerWM5 General-Anzeiger für Oberhessen dem ersteren steht: »Richt aus :ues 6oi ktschku I V,4u,üOu®$'. It ebnt <2k1/ / ö. öti W- I per WV\ । C'WSHI l I Pjiiiö» 1;V I ij ier^nb und bescheiden, was ich immer war, em neuer Luter oianireichs. In dieser Zell der Zerrüttung, die wir erleben, in der Zeit der Fahne auf dem Düngerhaufen und des atuten Lntimllitarrsmus will man Leute wie muy e^n^e r g, 13. Febr. Im rathenischen Nationalhause fand aeuern eine Einspruchsversauimlung gegen die - as n oer* yaftung ruthenischer StuDeiiten statt. Tie Lersamm- .ungsllllncymer gewöhn, i... Kam e f u r bie rMj Uniöeriitat nupt zu ermuoen - baiiu ieibft das Leben Ablwle- il Zweigstellen monaihch 6o Pi.: durch diePofl ü'ik.2.—vieiiel- jahvL ausschl. Be iellg. Annahme von Bnjugee >ur Die Tagesnummer bis Domüiiags lu llbc» Zeilenpieiv: io(al 151>f^ ausivarls 2U P'eiuiig. Betaniivortlich ‘üt den poliu und Iqenu Teil: P. Wiltio. iür ,<;iaDi und L'auö und iHeiichlssaal*: Ernst w ...____ v f w Auf der gleichen Höhe stehen auch die wahrhaften keil- ü'ber Die sozialpolitische Gesetzgebung gefällt. Man! tünzerkunststülle detr. Der David-Tepe sch e. Tie Depesche nannte zwar nicht Den Flamen des Grasen PosadowSky, aber an den Herrn EloS soll nicht für die Lcffcnlllchkeit bestiniiul die Kritik zielte unverkennbar ab aus diesen ,Lokomolivführei I gewesen sein. Welchen Sinn hätte sie denn da gehabt? der Sozialcesorm*. Sie kommt ihm nicht überraschend. Dem iec Versasicr des ^IrtikelS setzt doch eine grobe Ttimiii- er ist von agrarischer Seite wiederholt innerhalb und ouber- heit voraus, wenn er so etwas schreibt. Warum erzählt Heu halb de« Parlaments wegen feiner vornehmlich derArbeilei> öe cf mann nicht einmal den Verlauf feiner Unterredung mit riaife gewidmeten Fürsorge befehdet ivorden. Er gilt den beiden Herren des liberalen llonnleesr Hat er nicht Die alfl iDeltfrember Ideologe, als geheimer Gegner des Vliliel- Depesche von Tr. David als solche anerkannt und auch -landes, und die Steuer- und WlrtfchaftSieformer erklären zugegeben, dab sie nicht re,n privater Natur fern ihm daß seine Sozialpolitik nicht praktisch, sondern rann, weit Darin noch von dem Wahlkreis Erdach-Bensheini nien'lal' fei. die Rede war? Nun, die Geschichte wird schon in geeignetei Der Staatssekretär ist in der Lage, die Zensur mit Weise anfgeltärt werden, da werden alle Seitensprünge oer- Gelassenheit hinzunehmen, denn sie geht nicht sowohl an seine, s gebllch sein. B>S dahin nur ruhig weiter geschrieben! alS an Die Adresse Defl Reichskanzlers, mit Dein Graf Posa- --—=------- - dowsly in allen sozialpolitischen Fragen sich einig weiß. veutlcheo Ueich. .fehlte eS an Dieser Uebereinftimmung, Dann ivürde Der Staats- Berlin, 13. Febr. geilte bema,tc der Kaiser den sckrelär nach seiner eigenen, vor FahreSfrlst im Reichstage Reichskanzler und besichtigte daun im Läiscr Friedr.ch- u - . ~ Ian...-— urp-Lr2phis^-Lrchäor!.'2»!chr «irbellen. Zm koliigrichen orte der ktai,er Die Vorträge des Ministers des Innern jauDniiiiiilcti und empimg den Her zogRobert von Württemberg, beut er Den Schwarzen ADlerorden Gebärt, 3- u. Wein- ac>» l stlllh M reg DoV, Üllartiliraüt L llhl in Cnoko-i ou. Bonbons. lenz verliehen worden. t — Einen empiu.dlichen schlag, der ihren ersten Versuch einer militari fegen Propaganda im Keime eni.cit, hat die Berliner Porizei Den Anaregisten versetzt. Leamtcn fiel cd aus, dab Diese in der letzten Zell sehr betriebsam warm. Zerdaastig war es besonders, ixiB Die Anarchisten unter Den Arbeitern eifrig für den „Äahlfonds" sammellen. Tie Ver- mutung, dag dieser Zweck nur vorgespiegelt sei, hat sich bei tätigt. Das gesammelte Geld biene einem umfassenden Plan, Die antu militaristische Propaganda auch in Deutschland einzuführen. Em Holländer und ein Belgier wurden feftgenommen. Zhre Handkoffer rouroen beschlagnahmt, und die darin benndlichen ver- üotenen Truckschristen loniisziert. Sn der Wohnung fand man noch Den ehemaligen Redakteur des „Revolutionär", Sauter, ber ebenfalls verhaftet wurde, nachdem man auf dem Boden eine große Anzahl aufreizender Truckschristen gesunden hatte. Letztere sind in Holland angefertigt. Hier sollten sie in erster Linie in die Kaserne eingeschmuggelt werden. Damit dies un- amfällig geschehen kann, sind Die Broschüren mit einem schwarz- .uciü-raten Umschlag versehen, auf dem der preußis che Adlet ^^^o sen, 14. Febr. In der gestrigen durch Richtannahme eines Mandats wegen Doppelwahl des Po.en Ezarlinski bedingten > Nachwahl im Watztirciie L.r.schen-P.eschen-Iar^t c. ui wurde der polnifche Rechtsanwalt Seyda mit uberwäliigenbcr Majorität gegen den deutschen Kandidaten, Rittergutsbesitzer Mylius, zum Reichstagsabgeordneten ge- '0^ Mannheim, 14. Febr. Der Redakteur Appell als Lerantwortiichcr b:r FaschingSzettung „Sch-tupstabak" wurde aui Grund eines Straskanimcroe>coiusses, veranftallet durch Die Beschwerde ber Staatsanwaltschaft, erneut verhaftet. H a m b u t g , 13. Febr. Um den Zusammen schlußal le r Liberalen und Links-Nationalliberalen des o. jchleswig-hotsteinsLpen Reia^tags.oal)llrei^s zu organisieren, wurde von Herren aus Altona und Umgegend ein Kreisverband KcgrunDet^, (gegenüber einem Bericht aus Stockholm, nach'welchem Herr Stad in einem Vorträge gesagt haben fall, >kib Fürst Aulow ihm gegenüber sich dahin geährt habe, der ft a i i e r, a 11 e ® c n e r ä l e u n D S t a a t s m a n n e r ro o 111 e n ben Frieden, nur nicht bie Ze.tungen, und daß ber Reichskanzler gesagt h^be, er wisse ein Mitte,, um im Handumdrehen Den SeUiticDen zu sichern, das fei die Erlaubnis, 12 mächtige Zeitungsredalteure zu hängen, beginnend mit dem N c d a k t c ur Der „K ö 1 n. Z t g. , bem ber Neda! te u t der „Times" folgen würde, u. s. w., fchrellt d.e „rto.n. Zbg ", sie maaje von Der Ermäßigung ^uloiu s brauch, mllza- teuen, daß dieser D.e iragiichen Aeutzerungen mall, getan An seiner UntcncDung nid ctäb Daae niajt Der Reichskanzler Derartige Pläne entuidea, sondern buoe erzi.hu, Dau er ■ Chon vor Jahren m Petersourg ho-^en ^ip^m^tcn gegeniu,^ die Aujhänguug von ÖieDa(teuren als das bette Mitte: zur ^-Drung I oeä Lvchtiriedeus empioheeu Labe. Langensalza, lu. Feor. euier . mmiung Der Vertrauensmänner d r konservativen Parteien, des lvundes Der Landwirte, ber Nation alliberalen mu> Der ly teilt n n i g c n wurde Sta-t6miniuLr v. ’j.t ö i le r cinuunmig alS Kandidat ber nationalen Parteien sur die bevor- Iicheiide Reichstagsersuluvaht an Stelle Diä auch in Remscheid gewählten Pro,. Eiahoif ausgestellt. Dresden, lo. Febr. L)wei russische Studenten der Tech. Hochschule erh(e.ten loegcn Öetciligung an der sozia 1 dein o l r a 11 f ch c n Agitation bei ixn ReichsiagSwahten Den votizeuichen UusweifungSbefcht, au, U-runb Denen ,ic uinnen aajl Tagen Sachsen veriafsen massen, v1 jen mehrere andere rufiua)c Studenten unb Studentinnen sch.o».o. die llnieriucyung noch. Tcr Öoihciüt vor dem preutz. Abgcoidnctcnsiause. Berlin, i3. Fevr. Aiü ber Tagesordnung steht zunächst die ziveue Beiauing bei ^orfieiais. Nach Boröiingunif veiichiedener Wünfche einzelner :XeDuer gehl Avg. sf > f ch b c ck (uf. Ppi., am d»e E n t f o r st u n a e n um B er t > n em. Der Wald fei iur Berlin nötig, diese Eiholimg müsse Den Bewohnern erhalten bleiben. Tie oiaDi Berlin habe das Zhrige gern», um auch Den Grünewald zu erhallen. lbU2 schon labe Die LiaDiverivallung Anfiaiien gcmaciii, nut Dem oinanz- mmifler em Llblommen zu licffcn, um Den GiuueivalD üir Beiim vi eviuerben. Bis Deine habe Die Siadi noch keine Anlivori er- uahen, tagegeu fchwiircn Gerüchte umher, Dag der Giuucivaid leiten» bes plvtus zu Spckulalioiiszwecliii au6(|tuüiji werden falle. Ulan mag hierüber Deuten wie man walle, jeDemull» dürfte man Den grasten Städten nicht die (tihalungeiiäueii neunen. CbeilanDioiftmeifier Ubef euer bemeili, e» fei austallend, daß Berlin feit lbU2 nicht au' den Wunfch zuiuclgelammeii fei, einen Leit des Grünewalds zu euveibcii. Redner empfiehlt ber Liabt Beilin, wieder llnicibanDiungen anzulnupfcn, eine Abfage wie i892 iverde Die Sioot nicht erhallen. 9tbg. o. Pappenheim ik.) meint, die Städte müßten <ür Die Geumdheil ihrer Emwahncr feibfi Aniwendungen machen; uom Siaaie tonne nicht olles verlangt luerDen. Abg. Tr. Möller (irf. BpUt: Zm Henenhaufe wurde der Antrag angenommen, ben Grünewald parlarng auiziigestalten. Ztcfet Liandpiintt fei aber vom Lberlaud'oifimeifier aulgegcbcn ivoiDen. Ter Lderlanbioifimeifier scheine den GiuncivalD mir nach 0cm fchönen ticDe zu laxieren; ^Znr GrimeivalD lsl Holzautuau'. LderlanD'orfimeisier Wefener cnigegnei, bafj es lemem Menschen emlalie, den GrnncivalD zu veiaustern. Tie groben Siädle nrüstien aber iur ihre Hungen felbsl Rollen aufmenben. G» emfpmnt sich über biefen Gegeusiand eine längere un- weseniliche Debatte. Iic Einnahmen werden bciuilligt. (iß lolgi die Beiveriung Der dauernden Ausgaben. Abg. von Bulow t.) bemängelt, Da» Die Ausbildung an denForst- akad ernten nicht ausreichend feu Cbtrlanb'oiiimeiiiec Wefener entgegnet, dast die Ausbildung der Foistanwärter ausreichend fei. Tie PiüiiUigstomnuffton fei zufrieden. Avg. Schröder (Raffel) befürrooriet Aufbefferung der Gehälter der Forst- und Foifthulfs-Auifei-er. Abg. Frhr. v. AI o l H -Melleriuch tZ ) enrpsiehlt eine schnellere Beförderung der 5oi|lbeamieiu fUbg. Gybltng (irf. Bpt) fprichl den Wunfch au5, eine a 1 l- gemeine Befserung der Beamten gehälter möge |o- ualb als möglich herbeigeiuhrt werden. Stach weuerer mrwefenllicher Leballe wird Die Beratung De5 Forueiats eiUDigi. __ ab0tflebentii EMS-ung mchl MjStunden «"«« »« '«'»«• Mm “XföÄe W’S. bleiben. Fürst Bulow Hal noch jiinflii in Der Wahlbiivegnng & feinen Zweifel Darüber gelosten, Dab die soziale Üteform .______ auch weiterhin energisch foctgesührt wcrDen soll, vertllh. _ . arr.n «’ -ann auch 9« nicht . , .‘n StieDerzwingiiNg Der Sozialdemokratie »10^1 Der tilegiening Bereinigung angcmcilKL Tcsgtcichen hat dcr in Lippe, und ben bürgerlichen Parteien bie Fürsorge für Die KicöutT-1 xictnwib gcwäh.te Lr. Adolf Neumann»Hofer mügeteüt, hnen mm erst recht zur Psticht. Gerade diese Entwicklung ^ij cr der freisinnigen Bereinigung alS Hosvitant beitreien loerde. der Tinge hat vor allen Graf PosadowSky mit Ronfeqnciid j)ie jjeifinnige Bereinigung zahlt ajo nun 13 Abgeordnete und angestrebt. Er ist eS gewesen, Der stets, im Gegensatz ju at)llgn,g{eßierunfl bic Lohagen über Die Berufs» Den .starken Männern", Den Standpunkt vertrat, Die ^oiiQl» Dcreinc unö Die A r b e i t e r ka m m e r n dem Reichstage dciuokralie werde nicht Durch Gewattakte unD AuS» zur Beratung vortegen roiil, so wird man Damit rechnen tonnen, „A hm en ei ehe fonDern Durch soziale Reformen Dab DaS HauS etwa bis Mitte oder Ende Juni wgen wird, i^ahmegesetze, «onoern o !inhrinnild,fin Ernu — Der Abg. Eaffel hat im Aogeordnetenhaufe wlgcnDen überwunden werden. Er hat mit eindringlichem Grn ju zweiten Beratung des lluitusclats emgebracht: cui die Siolwendigkeit einer .moralischen Wiedergeburt bet £aä giügforbncten wolle beschlletzen: Die Staatsreg:> Nation hingewlesen, wie sie erfreulicherweise im Siege Dcß rung zu ersuchen, Die Lehrpläne ber Volksschule und obonakn «ebantenb bei bet ffiabl 8ut Xüiiad)e gnuotben| M »»6 it. Unb schUeblich ist DaS Restart Des Grafen PosadowSki) wie kaum ein anbcreS geeignet, bie bürgerl. Parteien ohne Ausnahme zu gemeinsamer Arbeit einandei »whezubringen unb so die versöhnliche Tendenz bei ,ozialen Reform auf Die bürgerl. P a rte i b ez »eh u ngen «mwirken zu lasten. In Dec Sozlalpolstik kann DaS Zentrum nicht schmollenD beiseite stehen, mag sein Vertrauen zum Fürfien Bütow noch so gebämpft sem. , 2,76 |!k [ SlbfEjji,».^ I VS^ßif-1 ■ 5knzuseden. Nachher zogen etwa 1000 Teilnehmer nationale Lieder singend durch die Stadt, wobei eS wiederholt zu Zusammenstöße!^ mit der Polizei kam. Sofia, 13. Febr. Die aemaßregelten Universität s p r v f e s s o r e n veröffentlichen ein Manifest an das bulgar. Volk, in welchem sie das neue Universitätsgesetz scharf mißbilligen und erklären, daß kein Professor einen Lehrstuhl annehmen werde. Den gemaßregelten Universitätsstudenten gegenüber nimmt die Regierung eine nachgiebige Haltung ein. Alle strafweise in die Armee eingereihten Studenten sind heute vom Militärdienst befreit worden. Bukarest, 13. Febr. Tie Kammer beschloß eine Abänderung des Wahlgesetzes, nach dergrößereWahlfreiheit zugestanden wird. P o r t S a i d, 13. Febr. Gestern lief der türkische Trans- Vortdampfcr „Hodeida" mit 1290 Mann für Hodeida bestimmter Truppen an Bord in den Kanal ein. Um 8 Uhr abends sprangen sieben Soldaten über Bord und flohen nach El Arisch. Heule desertierten zwischen Kilometer 34 und 44 wieder 170 Mann. Von den an Bord befindlichen Truppen wurde auf die Deserteure gefeuert; füm wurden erschossen, während es den übrigen gelang, aus dem einen oder dem anderen Ufer des Kanals an Land zu kommen. Washington, 13. Febr. Das Amendement zur Ein- wanderungsbill, das vom Staatssekretär Root vorbereitet wird, enthält die Bestimmung, daß der Präsident Ausländern, welche ihre Zulassung auf das kontinentale Gebiet der Vereinigten Staaten auf Grund von Pässen nachsuchen, die auf irgend ein anderes Land als die Vereinigten Staaten oder deren insulare Beschungen oder die Zone des Panamakanals lauten, diese Zulassung verweigern kann, wenn er überzeugt ist, daß die Pass.« in einer Art benutzt werden, die den Interessen der>amerikan. Arbeiter schädlich ist. — Roosevelt hat dem Kongreß eine Botschaft inbezug aus öffentliche Ländereien zugehen lassen, in der er die Gewinnung von Kohle oder anderen Brennmaterialien auf Ländereien, die noch im Besitze des Staates sind, diesem vorbc- halten wissen will. Er erklärt, das Volk müsse sich sein Recht aus die Bodenschätze an Brennmaterial wahren. Neues aus Rußland. Nach den neuesten Meldungen |mö insgesamt 6526 Wahlmänner zweiten Grades gewählt. Davon sind 1345 Mo- narchisten, was einem Prozentsatz von 24 auf die Gesamtzahl der Gewählten entspricht, 833 Gemätzigte oder 15 Pioz., 2330 Angehörige der Linken oder 42 Pioz., 432 Nationalisten oder 8 Proz., 359 Parteilose und 227 uiibctauntcr Partei» stellnng. Die Angaben über große Veruntreuungen des AckerbaurninlÜerS Nikitin, die er in seiner Stellung als Direktor des Forstdepartements begangen hat, bestätigen sich nach Informationen in Negierungstreisen, in vollem Umfange. Außer Nikitin sind in dieie ganz scheinalisch betriebene Unter- schleife, die viele Millionen Nr«bet betragen, noch eine ganze Reihe von Beaiiiten verwickelt. In Warschau lvurde wegen Ermordung eines Schutzmannes der Revolutionär Rowltzky standrechtlich erschossen. Der Revolutionär Grabowsty wurde zum Tode und drei andere Revolutionäre zu je vier Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Die beiden H ä lle n m asch i n e n, die im Hause des Grafen Witte gefunden ivurden, sollen außer Rltrogll)cerin auch noch einen Giftstoff enthalten haben, der durch Entwickelung von Gasen auf die AtmungSorgane wirken sollte. Graf Witte selbst kann sich die Veranlassung des gegen ihn gerichteten Aitentatsvcrsuchs nicht erklären, obgleich in bei Gesellschaft offen die Vermutung ausgesprochen iuub, baß das Attentat vom Verbände g e,v l s s e r Patrioten a ii S - geht, der eines TageS sogar um Ausweisung des Grafen Witte nachgcsucht hatte. Witte gingen zahlreiche Telegramme aus Steifen der haute flnance und aus dem Auslande zu. Auch der Hofministec Fredericks suchte den Grafen als Vertreter des Zaren auf. Ter Weg über Sibirien ist von jetzt ab wieder für B r i e f s e n d u n g e n nach und auS O st a s l e n b e n u tz b a r. Tie Beförderung über Sibirien findet vorläufig mit den zwei mal wöchentlich zivischen Moskau und Wladiwostok verkehrenden Expreßzügen statt und ist auf diejenigen gewöhnlichen und eingeschriebenen Briefe und Postkarten beschränkt, für die der Leitiveg über Sibirien durch einen Vermerk des Absenders in der Aufschrift vorgeschrieben ist. Hanptversammluttg der Teutscheu Landwirtschafts- gesettschaft. (Unberechtigt!: Uinaiurmf verboten.) S. u. H. B e r l i n, 13. Februar. Heute tourtzn die verschiedenen Tagungen der Hauptversamm- luug der Deutschen LandwirtschaftsgeseUschust fortgesetzt. Zn dem „Verein zur Förderung der Moorkultur im 2Kmsa,en Reiche" verbreitete sich Professor Dr. Frank-Charlottenburg über die Ge- toiunungiu nb Verwendung von Torf zu Heizzwecten und zur direkten Kraftübertragung, Direktor Schreiber-Staab über Gewinn- ung und Verwendung des Torfs für alle anderen industriellen Zwecke. In der Bereinigung deutscher S cy w e i ne z uch t e r sprach Velcrinärrat Dr. Folh-Schlesnug üoer die Bekämpfung Der Schweinefeuchen. Im Anichruß an oieioi Vortrag schilderte Prof. Dr. Wassermann die neuesten Erfahrungen auf dem Ge- biete der Schweineseuchenbckämpfung. Weiterhin berichtete Geh. Hosrat Prof. Dr. Kellner-Möckern über die Ergebnisse der vmn Deutschen Landwirtschaftsrate veranlaßten und mit Reichsunterstützung ausgeführten Mästungsvcrsuche mit Schweinen. Gleichzeitig tagte die Obst- und Weinbau-Abteilung der Deutschen Londwirtschaftsgesellschaft und der „Verein der Merinozüchter", wo Herr Mergersburg-Berlin einen Bericht über die letztjährigen Wolle-Versttigerungen in Berlin und über die Lage des Woll- Marktes erstattete. Besonderem Interesse begegnete die Tagung der Kartoffel- trockner, eine Vereinigung, die in diesem Jahre zum ersten Male tagte und die ihren Ursprung in einem Preisausschreiben hat, das der Verein der Spiritus-Fabrikanten in Deutschland gemeinsam mit anderen landwirtschaftlichen Vereinigungen und mit Unterstützung der Reichs- und Staatsregierungen erlassen hatte, um eine bessere Ausnutzung der Kartofsel herbeizusühren. Verfaulen doch in Deutschland alljährlich 40 bis 50 Millionen Doppelzentrier Kartoffel während ihrer Lagerung, eine Folge der ständig wachsenden Ueberproduktion der Kartoffeln. Dieser liebet» stand legte es den landwirlscl-aftlichen Kreisen — zuiiial, da die Kartolselernten der letzten beiden Jahre wieder sehr groß waren — nahe, Mittel und Wege zu finden, n t diese Verluste der Landwirtschaft zu ersparen und eine rationelle Verwendurig des Kartoffel- überschusfes herbeizuführen. Die Möglichkeiten nun, die über- chusuge Produktion volkswirtschaftlich nützlich zu verwerten, sind ion unterer jährlichen Kartosselernte von ungefähr 430 Dppeolzerttner werden 51 Millionen zur Saat, etwa 120 Millionen als Speisekartoffeln und 175 Millionen für Futterzwecke verwendet. Eine Steigerung des Verbrauchs an Speisekartoffeln ist erfahrungsgemäß nicht in nennenswertem Um« ange zu erreichen, sie ist auch nicht einmal ein günstiges Zeichen, ba sie meist eine Vertchlechterung in der Lebenshaltung der Bevölkerung bedeutet. 25 weitere Millionen werden in der Spiiliusbrennerei verwertet, endlich 14 Millionen in der Stärke- Industrie. Aber auch diese beiden Hndustriezweige werden nicht in der Lage fein, die zu erwartenden gewaltigen Ernteüberschüsse aufzunehmen. Tie einzige Möglichkeit für eine Gesundung des Kartoffelbaues und der Kartoffeln verarbeitenden Gewerbe wird in der Kartoffeltrocknung gesehen, der man in landwirtschaftlich industriellen Kreisen einen bedeutenden volk'swirtsck/astlichen Wert beimißt. Der „Verein der Spiritus-Fabrikanten" entfaltet zurzeit eine lebhafte Agitation unter den Landwirten für die Errichtung von Kartosseltrocknungs-Anlagen, deren bereits ca. 80 bestehen. Die große Bedeutung dieser Tatsache liegt darin, daß die leicht verderblichen Kartoffeln in eine Dauerware verwandelt werden. Wenn diese Industrie sich weiter entwickelt, wird sich insbesondere die Schweinehaltung und -Fütterung wesentlich günstiger gestalten als bisher, sodaß ein erheblicher Einfluß auf bie Fleisch Versorgung Deutschlands mit im Jnlande gemästetem Vieh zu erwarten ist. Die Versammlung der Kartoffeltrockner war überfüllt. Sie wurde von dem Vorfitzenden Schulz-Kempten mit einer kurzen Ansprache eröffnet, in der er insbesondere auf die Bedeutung der Kartoffeltrocknung im Hinblick auf die außerordentlich starke Einfuhr Xin Futteomittel ausländischer Provenienz hinwies. Dr. Behrenb-Bcrlin gab einen Ueberblirf über das, was bis jetzt $ur Förderung der Industrie der Kartoffeltrocknung geschehen ist. Er erinnerte an die guten Resultate der diesbezüglichen Preisausschreiben der Jahre 1804 und 1901. Die auf das Jahr 1901 folgenden Jahre waren für den Fortschritt der Kartoffeltrocknung wenig günstig, da diese Jahre nur geringe Ernten, das Jahr 1904 sogar eine ausgesprock-ene Kartoffel-Mißernte brachte. Die ungeheure Produktionssteigerung des Jahres 1905 gab natürlich i>cr Industrie einen neuen Impuls und der Verein der Spiritus-Fabrikanten entwickelte mit Rücksicht hierauf eilte eifrige Agitation zur Forderung der neuen Industrie. Hosrat Kellner-Mö^rn sprach hierauf über die Verfutterung von Trollentarlofseln und berichtete über bie hierbei erzielten außerordentlich günstigen Resuckate. — Herr von Naehrisco- Puschkowa sprach über die zur Kartoffeltrocknung verwendeten Apparate, Freiherr von Schuarnann-Auras über die Vorzüge der Veriütterung der Kartoffelnflocken. Jin weiteren Verlause oer Verhandlungen wurde auf die Frage des Handelsvertrages mit Amerika hingewreseu. tsü wurde mit aller kic,ummti)cit erklärt, bag Deutschland heute nicht mehr «aus die Einfuhr auslän bi scher Futtermittel angewiesen sei. Insbesondere für den amr- rikaiiischen HJuuS fei in den Karlos,eslocken ein vvrlstänbiger Ersatz vorhanden. Tie deutsche 2aiii),uirticya|t brauche den ameritaniiajeii Maes heute nicht nitljr und dies müfse bei den Hanbelsoertrags- vcrljQiiblungen ganz besonders beruajiajtigt werden. Man muiie den Ameritaneru in diesem Punlte orbentlid) den Damen aufs '«Huge bruden. yoneiitiiu} Eonuiie man oaib dazu, daß Deutich- land von Den auaiaai4)qu)cii Futt.rmit.em unabhängig werde. — Hieraus er,olgte bic SLunitituierung des Verbandes der Kartoffet- iroaner, der fich i.isbe,ouoere mit der Frage der Süjuijung eines ickrarlieS für Troaeularwfiein uiid der pruktgchen Prüfung der in Betracht bniineiibeii zrüuenjoiienie Lteiern soll. — Aus Sia$t unO Land. Gießen, ben 14. Februar. ** Dernburg. Se. Kgl. Hoh. ber Großherzog haben bem fiellv. Direllor ber ftülouialabteilung beö Aus- ivärltgen Amtes unb'Bevollmächtigten ziim Bundesrat, Wirkt. Geh. 2)iat B. Dernburg die Erlaubnis zur Annahme unb zum Tragen bes ihm von Sr. Ptaj. bem Kaiser verliehenen Roten Adler-Ordens 2. Klaffe nut bem Stern erteilt. "Die Definitoriatprüfung für Lehrer findet am 2 2. April m Darmfiadt statt. ** Zur Rechtsanwaltschaft zu gelassen wurden der Gerichtsasfeffor 5t ecu zu Darmstadt bei dem Landgericht der Provinz Starlenburg, der Regierungsassessor Dr. v. Helmolt zu Büdingen bei dem Amtsgericht Friedberg, der Referendar Hom berg er zu Gretzeu bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen und dem Amtsgericht Gießen, der Gerichtsastessor Dr. Gaßner zu Mainz bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen, der Gerrchls- afsessorDr. Riat les zu Rtagdebuig bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen. — Die Rechtsanwaltschaft ausgegeben haben Dr. S alfetd zu Mainz bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen, der Rechtsanwalt Windisch zu Michelstadt bei dem Amtsgericht Höchst. •• Die srüheren Kammerprafibenlen. Anläßlich bes 10jährigen AmlsjubllärnnS beö Kammerpräsidenten Haas ,eien nachsiehenb bie Rainen feiner Vorgänger m biefeni Amt seit ber Einführung ber Verfassung mitgeteitt: Gewählt würben 1820 Obersorftrat Eigenbrob-Tarmftabt, 1823 Obec-Llppel- laUonSgerichtSral Kuapp-Tarmslabt, 1826 unb 1833 Geheime» rat Schenck-Darmsiabt, 1834 Schmitt jun., Abvolat in Atainz, 1835 unb 1839 Geheimer Staatrat Eigenbrob- Tarmftabt, 1840 unb 1844 Gehennerat Schenck-Darmstadt, 1844 unb 1849 Ober - AppellatwnSgerichlsrat Hesse, 1849 Professor Hillebrand-Gießen, 1850 Krcisgerichtsvizepräsibent De. Aiohc - Ober-Jngelheiln, 1851 Direktor Goldrncuui- Darmslabt, 1856 unb 1861 HosgerichlSbirektor Lolheisen- Tanustabt, 1861 Hofgerichtsbueltor Klippstein-Darmstabt, 1865 Prof. Dr. Solbau-Gießen, 1866 unb 1871 HofgerichtS- rat Dr. Buss-Gießen, 1872 Hofgerichlsabvokat Hofmann- Darmslabt, 1874, 1875 unb 1878 ObergenchtSrat Görz- Atainz, von 1879—1892 war Direktor Kugler-Offenbach Präsibent und von 1892 JusUzrat Weber-Offenbach, ber bis zur Wahl bes jetzigen Präfibenten ber Kammer Vorstand. *• Der Ga uturntag bes GaueS Hessen findet nächsten Sonntag vormittag 9 Uhr hier statt unb zwar, ba sich ber seither für bieien Zweck in Anspruch genommene Raum in ben letzten Jahren zu llein erwies, m der Turnhalle bcS Turnvereins. Die 13 Punkte umfaffenbe Tages- orbnung steht außer ben üblichen Berichterstattungen u. a. folgenbe BeratungSgegenslänbe vor: Wahl bes Gauausschilffes (es scheiben auS unb sind wieder wählbar ber 1. Gauvertreter, ber 1. Gauturnwart, ber 2. Gaiischriftführcr unb ber Gaurechnei), em Antrag bes GauauSschusseS, versuchsweise für biefes Jahr eine Gruppe Stabübungen ats Pfiichtüduiig beim Einzelivetliirm.» auf bem ©aufe|t ernziifchieben, bie bis 5 Punkte gewertet mürbe, und em Antrag von Schotten, auf Abhaltung eines alljährlich lüaubernben Bergfestes nut votkstürnlichem Wetturnen. Ferner wirb sich ber Turntag mit ber zukünftigen Gestattung des DünSbergturneus zu beschäftigen Haven, soivie mit ber Vergebung ber biesjährigen Gauturnfahrt unb bes nächstjährigen GaulurnfesteS. Um bie Gcmlurnfahrt bewerben sich Robherni a. b. B. unb Großen-Lrnben unb um baö nächstjährige Gaufest Lich unb Kirchham. Das biesjährige Gau» lurnfelt finbet zi, Bab-9iauheim statt. " A u ch ein Fischer. Em Lanbwiri aus Ettingshausen verunglückte mit seinem Schtitteufuhrwerk baburch, baß fein Pfcrb am Dorfeingang durchging unb lamt Schtilien und Jnsaffen in ben Bach stürzte. Tie beibcn Jmassen fielen unter ben Schtitten unb gerieten in Gefahr zu erlrmken, »vurben aber rasch hervorgezogcn. Sie kamen nut einem kalten Bad unb bem Schrecken davon. Doch der wackere Landmann hatte trotz der unangenehmen Situation den Humor nicht verloren und als ihm einer von der Straße auS zurief, was er ba unten mache, sagte er: ,Ei Fesch such ich, es sei noach ganz decke häi onnc.* ** Siewollten s i ch heiraten, nämlich der Fuhr, knecht L. von St. unb bie Gelegenheitsarbeiterin G. von B., bcibe bahier. Um bie Angelegenheit beffec betreiben zu können, gab L. zunächst seine Stellung auf, mietete mit ber Braut eine Stube, unb ba er keine Mittel besaß, unb auch die Braut über nichts verfügte als über brei uneheliche Kinder, die bei anderen Leuten sich in Pflege befanden, wurde zunächst in einem Abzahlungsgeschäft em Bett erstanden. Den übrigen nötigen Hausrat gedachten beide auf viel billigerem Wege zu erwerben. Daß L. eines Abends aus ber Bierhalle ber Liebigshohe zwei Stühle unb eine Tischdecke entwendete unb in seine Wohnung brachte, war nicht unbemerkt geblieben unb so sah sich bie Kriminalpolizei in feiner Wohnung etwas näher um. Hier fanben sich nicht allem bie gestohlenen Stühle, säubern eine ganze Rt enge Gegenstände, bie aus Diebstählen herrührten. So einen Ueberzieher, ber kürzlich m einem Hause ber Marburgerslraße gestohlen, eine Partie Stiefelwichse, die aus einem Hotelkeller oerjchwanb, eine ganze Menge Stücke, bie Eigentum beS früheren Arbeit» ge bers bes L. waren unb auch einen Sack mit Meerreltig, der aus bem Keller einer Wirtschaft verschwunden war. Daß auch L. bie Ernährungsfrage leicht zu lösen verstand, beioiejen eine Anzahl Brödchenbeutel, die sich vorfanben und die morgens mit Inhalt von den Haustüren abgehängt worben waren. Das saubere Paar würbe verhaftet und so muß die Hochzeit noch elivas hmauSgeschoben werden, auf bessere Zeiten. ** Ter Finanzausschuß der 2. Hess. Kammer nahm am Mittwoch vormittag die Berichte über bas Bubgct entgegen, bie bisher von ben Ausschußmitgliebern Reinhari, Ulrich, Osann unb Brauer erstattet worben waren. Am Rachmiitag sand eine gemeinschaftliche Sitzung mit ber Regierung statt, zu ber die Minister Ewald, Braun unb Gnautb, bie Ministerialräte Becker unb Best unb Geheimrat Lorbacher erschienen waten. Hauptsächlich würben bie Gcjetzentwürfe, betreffend ben Urkunbenstnupel, den WohnuiigsgelbHuschuß ber Beamten, sowie bie Aujbeisetung der Gehalte ber Voltsschullehrer einer Besprechung unteejogen und bie Tarisnummein, bie die Eheverträge, sowie bie Kauf- und Daufchveiträge betreuen, behandelt. Es ist allzuneh.uen, daß öie R'egieiiingSvorlagen Gesetz werden, da eine Einigung über bie strittigen Paragraphen mit ber Regierung sicher zu erwarten ist. ** Aus Dem a l e u u . v oiuuiiyeatetd. Nochmals sei auf das morgige Benefiz des Herrn RegisteurS Schlegel hingeivlefen, bas sicher bem beliebten Benefizianten ein volles Haus bringen wirb, unisomehr, als »Ptezlofa^ seit einer Reihe von Jahren nicht mehr gegeben wurde. Q Leihgeslern, 13. Febr. Unsere im vergangenen Jahr blirch einen Gewüterllurm zerstörte Kirche wird im Frühjahr wieder auf gebaut. Die Rohbauarbeiten sind zu 36 000 Atark veranschlagt. Ter Gesamtbau soll ca. 75 000 üJlart kosten. ? Grüningen, 12. Febr. Der Ad. Jsheimischc Gesangverein führte gestern abend im Saale beS Gast» mirlS Abarn L. Fay verschiebene Theater- und Gesangvor- tiäge vor, bie bem zahlreichen Publikum sehr gefielen. Die Beubersche Aiusikkapclle füllte die Parisen burch Konzertvor- träge auS. Zum Schluffe wurde noch ber Präsident des Vereins, Konrab Chr. Engel, burch ein Ehrenbiplom für 25 jährige Milgliebschas't ausgezeichnet. RB. Darmstadt, 13. Februar. Das Großherzogspaar folgte heute einer Einladung des Richard Wagner-Vereins in den Festsaal der Turngemeinde, wo der Geh. Hosrat Pros. Henry Thode aus Heidelberg einen Vortrag über 51 u n ft und Religion hielt. Hierauf nahmen die Herrschaften das Souper bei dem Prinzen Leopold zu Jsenburg-Birstein. Thodc's Vortrag sand zum Gedächtnis von Wagners Todestag und zum Besten eines Fonds zum Ankauf von I o h. S e b. B a ch's Geburtshaus in Eisenach statt. — Eil Einbrecher in Maske hat am Dienstag nachmittag hier eine verheiratete Frau, bereit Mann nicht zu Hause war überfallen, mit einem Tuch geknebelt und beraubt Der Einbrecher, der in völlig unkenntlicher Ataske war, schellte, als der Rtann kaum nach dem Bureau gegangen war, an dem Abschluß. Beim Oeffuen trat er sofort auf die Frau zu, hielt chr den Mund zu und steckte ihr einen Knebel in den Mund um sie am Schreien zu verhindern. Er band ihr dann mit einem rnitgcbrachten Strick die Hände auf den Rücken und legte sie auf die Erde, worauf er mit den Schlüsseln die Kommode durchsuchte» Ec sand an Bargeld ca. 120 Mk., die er ebenso wie eine Uhr mit» nahm, doch hängte er die Uhr auf dem Vorplatz an bas Treppengelänber. Man hat von bem Räuber feine Spur, beim bie geknebelte Frau, würbe erst lange banach auf- gefunben. •• Rodheim a. d. Bieber, 13. Febr. Lehrer Freitag ist auf seinen Wunsch an eine städtische Schule zu Köln a. Rh. versetzt worden. Sein Weggang muß um so mehr bedauert werden, da er unter den schwierigsten Verhältnissen im Dienste bet Allcrkleinsten gestanden hat und zugleich als tüchtiger Lehrer unserer gewerblichen Fortbildungsschule bekannt t|U Wetzlar, 13. Febr. Der Eisenbahnminilter hat die erneute Eingabe der hiesigen Handelskammer, die Frachtsätze für Steinkohlen und Koks für baS Lahn- unb Dillgsbiet herabzusetzen unb denen des Siegerlandes gieichzustellen, abermals ab gelehnt. X Niederlemp (Er. Wetzlar), 13. Febr. Beim Heu« rupfen verunglückte unser früherer Gemeindevorsteher Witt Hauer. Dec Haken, mit dem er die Arbeit besorgte, hatte nicht gefaßt. Witthaner zog kräftig nach Außen, verlor dabei bas Gleichgewicht und stürzte den Heuboden herunter in die Scheuertenne. Außer einem Beinbruch hat ec nach der heute augestellten ärztlichen Untersuchung keine Verletzung erlitten. a Marburg, 13. Febr. Hier steht die Gründung eines Spar- unb Bau Vereins, Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht bevor, beffcn Aufgabe eS sein wird, minderbemittelten Familien gesunde und zweckmäßig eingerichtete Wohmingen zu billigen Preisen zu verschaffen. Frankfurt a. M., 14. Febr. Großfeuer wurde, n. d. Frkf. G. A., gestern abend kurz nach sieben Uhr a m Ost bahn Hof gemeldet. Die Wachen Burgstraße unv iRünzqasse Tvaren alsbald zur Stelle. Es brannte auf bem Terrain be5 Güterschuppens ein Holzlager der KjS l«3 * ben«1 S&JP «Ss 3”btl"9 ti i SS». ' -Kleinc -- JfAr'i»'“ * »Ä M ^demLkim Jt KimofenW1 ten r o v. - ö l * ib 1. 'My.deii6 iirleMkscdä'ie.— • Dom R« polizeiliche unb ge von Reeden hcit e dessen Pertrauensc Milungen, ehe i kichelheMampe insainmllmgen zu um S Uhr an je 61/, Uhr bereits v iit e» unmöglich, d f« Herd der Exf sihlen. Dleichwc ttlhr gemeldet, gdtrroeg der ger ti 'Diontag flat fälle dem 'Lorsl ivenigstens diefen Meldung hin h seitigung der Sc glück wäre fonv nicht zur Beran den Toten. — nehmigt, daß Linderung der s betroffenen Bergl an tut mit ber D gaben betrauten f ^jfifchen Ltac irei befördert roe * Die Kri bürg sowie bii N eifrig an be eruieren, bie b Jiö&tem Raffine! F'skiiS um 2 Walter Nach Nfn btS Ianu ®"itrbat)n()öien je i,e von Berlin na ^en Aeiiiimnung .^vollen Begleit ^»ecichrift verseh« ^ben. Ter Be Dst empseh Set ‘5. den 15 ■ ft An 'lllskl! in ®ütfrbat)nl)ören je 3560 Mark erhoben für merllose Sendungen, die von Berlin nach Hamburg aufgegeben worden waren, aber Lcr Vorstand. aller MMeder. Orpheum Schanzenstr. 18 Schanzenstr 18 13 ©- a Ad. 38^imnu’ -aalt des M und Gesang csi« j| r gefielen. £4 j licch Roii^rfwf» ' t Präsi-m/ M ti Lhlech.m i- | ? Großen, des Nichaid Turngenieindr, ve aus Heidel' Eligionl)idi| >ou^er bei dm g.Ä-rsteiir von Wagner« im Ankauf voj Vcrinijdilct. * Dom Needener Grubenunglück. Die berg- polizeiliche und gerichtliche Untersuchung des Grubenunglücks von Reeden hat ergeben, baft der Borfahrer Philipp Mmgcl, dessen BcrtraiienSaufgabe darin bestand, die Grubenbaue der Abteilungen, ehe die Belegschaft zur Schicht anfuhr, mit einer Sicherheitslampe auf das Vorhandensein voll Schlagwetter- ansannnlungen zu untersuchen, frühestens um o Uhr anstatt um 8 Uhr an jenem Unglücksniorgen eingefahren und um 5l/t Uhr bereits wieder ar,sgefahren ist. Während dieser Zeit ist es unmöglich, die Abteilung des Steigers Klein, in der sich der Herd der Explosion befunden hatte, vollständig zu befahren. Gleich,vohl hat ec dem vorgesetzten Steiger k> rz vor 6 Uhr gemeldet, datz alles in Ordnung sc,. Die im Haupt- welterweg der genannten Abteilung in der Zeit von, SanrStag bis Montag slaltgefundene Ansaunnlung von Schlagwettern hätte den, Borfahrer nicht entgehen können, luemi er nur wenigstens diesen Weg befahren halte. Auf eine diesbezügliche Wklöung hin hätte der Steiger die Belegschaft big zur Be- seitigung dec Schlagwetter nicht einsahren lassen und das Un- glück wäre somit vermieden worden. Mingel kann jedoch nicht zur Verantwortung gezogen werden, denn er zählt zu den Toten. — Ter preutzijche Minister der Arbeiten hat genehmigt, daß freiwillige Gaben jeder Art, die zur Linderung der Rot der von bem Gcubenunfall in Reeden betroffenen Bergleute und ihrer Hinterbliebenen bestimmt und an die mit der Verteilung oder Weiterbeförderung der Liebesgaben betrauten Komitees gerichtet sind, auf den p reu tzlsch- h es fischen Staatsbahnen bis zum 80. April d. Js. frachl- itei befördert werden. • D>e Kriminal-Polizei inBerlin und Hamburg sowie die Eisenbahn - Verwaltung in beiden Städten sind eifrig an der 9lcbcit, um die Spur mehrerer Schwinblec zu eruieren, die durch einen sorgfältig vorbereiteten und mit größtem Raffinement ausgefühctcn Coup den Eisenbahn- 5i6fii5 um 2 3,000 Mark betrogen haben. Auf Grund gefälschter Rachnahme-Begleitscheine wurden in den letzten Togen des Januar an den Stationskassen von sechs Berliner Samötag, den 16. und Sonntag, den 17. Februar 1050] »r- Vorletzte und letzte *Sa Gala - Abschieds - Vorstellung. Schluß der Wimeriaison. Samstag: Bcucsiz-VorstcUuug für Fräulein Ada Miranda. Sonmaa: Vcuenr Vorstellung jur Tuen Riedel Hctdcl. Eintritt ä Person L Platz tiO P,g., 2. Platz 40 P,g. Es ladet ergebeint ein L. Wagner. ihren Bestimmungsort niemals erreicht haben, während die wertvollen Begleitscheine ordniingSgemäß mit Amlssiegcl und Unterschrift versehen von der Hansasladt nach Berlin geschickt wurden. Der Verdacht richtete sich in erster Reihe gegen mehrere Eiseudahn-Angeslellte sowohl in Berlin als auch in Hamburg. Wahrscheinlich wird der Betrug zu einer Revision dec Dienstvorschriften über die Auszahlung von Nachnahine- lLeldern führen. -Karlsruhe. 12. Febr. Nack einer Mitteilung der „Bad. Presse" hat beute früh beim Forchheimer Exerzierplatz zwischen WM für W- unö Merkuick. Sechster- Vortr*ag Freitag, den 15. Februar, B1/* ülir, in der grossen Aula der Universität: Herr Rudolf Zabel (Dresden): Rtistll in RllWliS nah Wchsieii währellb öer Kliosstmszcit. (Mit Lichtbildern). v«/, ,|”6' "nb llQnbtn. T * c»terteit: Im Rathause sanden sich am 12. d. M besonders viel Leute ein, mit der Bitte, an das Krankenbett Tr. Luegers ges.ihct zu werden. Doch nur Angehörige des eng. fielt Kreises sanden Zutritt in das Krankenzimmer. Unter den Abgc.v.csenen befand sich auch ein aiücJ Jude. Er tarn ins RathauSzimmer und erkundigte fick zuerst nach dem Bc> nben Tr. Lu«.gers. Tann brachte er icinc «Bitte vor: Er fei ein Gesundbeter und wolle ans Kranleiioett Tr. Luegners gesührt werden, um dort zu beten. Dem Manne konnte dieser Wmuch ebensowenig erfüllt werden, wie einem jüngeren Herrn, der s.ch absolut bagegen sträubte, feinen Namen anzugeben. Er deutet: Hob an, büß er ein geheimes Mittel wisse, mit dem Tr. Luegev in einigen Stunden wieder hcrgestellt fei Als man ihm sagte, er möge seinen Rat zu Papier bringen, dieses Papier iveebe dann dem B irgermeisrer gezeigt werden, zog er sich unter heftigen ?iuviäi,en gegen die b.chande.r.den ?k-r;te zurück. lliitucvptäti«2Tad>rid)tcn, — AuS Tübingen schreibt man uns: Im roürttembcr- gischen StaatShanshalsetat für 1907 - 19U9 ist die Umivanblung der crtraoxbimuiaie für Geogravhie und für alle Geschichte an der Tübinger Universität in Oröniaviate vorgesehen. Dian schuf mit Beginn des Sommcrfemeuers 1903 cm etatsmayigcS (ixtraoibmanai lür alte Geschichte und berief in dasselbe Profehor Tr. Ernst Korne m a n n (trüber Privatdozenl in 0> i e B e ni. Nachdem nun die hiesigen aufterordentlichen Proiessiirci für romanische und englische Philologie zu ordentlichen Piofcfsuren ei hoben worden sind, Ui es billig, bas nicht minder wichtige Rad) der alten Geschichte ebenso zu behandeln, ebenso den Lehistnht für Geogiaphte. Be»- ticter dieses Faches an der Tübinger Hochschule ist Pro,. Tr. Karl ■■sappC V. ztag nadjmina unb berflü-1*- her M Bureau - rat er steckte „ }tt achten eins w die Erde, b uchte. 6t Kefe Lorplatz ant. über ferne @5 nge danach .....-ffjk ””oi d., ö'ä ti(uw6'; ®n* tai »“■ •*> " 1“ ,t O|Qnö( beioitjc 3n6tn und h ßet)öngt roorbr el "»-> io muj )en> °us dessen eff. Äantmti Budget au. Man, Ulli- Nachotith, Sürunz sich, u e MiiiiftcliallK ;n rooetn. beut;. Urlunbenft :mud. die läuibeiitiui; ijung unKtjOjd •ic die flam'. UE; inehuien, tjjj 02 nigung übet bv iu trwautn if uiiyeatei« penn Regtsseuü en Aenesiziaiiin als.Pleztost' ben roueöe. im vetgongetu! irche wird ci (arbeiten sind s. soll ca, 761>- Akademischer Gesangverein. Die nächste Probe zu I. S. Bach, Matthäus-Pafsiou sinder [v14/i Freitag, den 15. Februar 1907, abends pünktlich 8 Ubr in der Turnhalle des Realgumuasiums dahier ftott Dir bitten driugeuo tun allseuigeL und pünktliches Erickeruen Firma JnliuS fiilienft ein. Ms die Web- ankam, stand das Lager in Hellen Flammen und durch fünf Schlauch- linicn, zu denen zwei Maschinen das Wasser herbeiführten, konnte erst gegen 10 Uhr das Flammenmeer überwältigt werden. Gegen 1 Uhr wurde mit den AusräumungSar^ beiten begonnen, die bis heute früh dauerten. Durch die aewaltige Hitze des Feuers waren die unteren Reihen der väuser des ylübcrbcrgroegS in großer Gefahr, in vielen Gebäuden sprangen die Fensterscheiben. Ter Schaden ist sehr grotz, doch ist er durch Versicherung gedeckt. Tie Ursache des Feuers konnte iwch nicht festgeslellt werden. In dem großeti Schuppen befand sich sehr viel Packmaterial, Dachpappartikel und hauptsächlich Holz, welche Stoffe dem Feuer die beste Ätahrung gaben. — Friedberg, 13. Februar. Die Friedberger Handelskammer beschloß in ihrer letzten Sitzung, an die Etsenbahn-Tircklion Frankfurt a. Al. das Ersuchen zu richten, auf den Strecken Frankfurt—Bad-Nauheim, Fried- berg—Hanau, Friedberg—Ridda und Friedberg— Hnn gen Alkuinulatorenzüge einzufübren. Kieme 'jjt i r'r ,• 11 ii n g : n n u y Hesse n und den Nachbarstaaten. Erstarrt aufgeinnben wurde zwischen Nieder-Mörlen und B a d N a »i h e l m der Hausierer Schaiay von ßriebberg. — Ter Turnverein Dorheim hall am 2. Juni d. I«. seine F a h n e n >v e i h e ab. — In Frankl u r t muroe in der Allerheiligenstrave ein ca. 40jähr,ger obdachloser 9)1 a n n erfroren aufgetunben. Tie Reiche wurde nacl) dem Frankiiirier Friedhof übCt ühit. — Ein Arbeiter der Ringoten-Ziegelei in 911 e be r m o d) ft a b t stürzte auf dem Dege nach dem Bahnhofe eine Böschung hinunter und fand dabei den Tob. — In D i e s b a d e n vertügte bei Regierungspräsident eb 1. März den 8 Uhr-Ladens chlutz audgenonunen für Zi- tarrengeschälle. Feiustcu, garantiert reinen Mten-Honig vom Zemral-Derein für Bienenzucht, fc. Frankfurt a. 'JJL, 13. nebr. Tie im 2. Jahr dienenden Füsiliere Andreas Eptmg, Engen Spielmann und 'Diatlnns Aiallcn- fang von der 12. Komp. 80. Rgts. haben an» Abend des 12. Januar den Rekruten Butz im Bett überfallen und mit Klop»- v e i t s ch e »i derartig verhauen, das; er zahlreiche blutunterlaufene Striemen und wunde Stellen am Körper hatte. AlS Grund gaben die Angeklagten an, daß sich der l)?etrui gegen einen .alten 'Diann" stech benommen habe. Epting und Spielmann nnirben vom Frank- ’tirter Kriegsgericht zu je 14, '-Wallemang zu 10 Tagen Gefängnis verurteilt. AlS strafmildernd kam m Betracht, datz sie sich selbst als Täter bekannt hatten. Leipzig, 13. Febr. Vor dem zweiten und dritten Strafsenat deS Reichsgerichtes unter dem Vorsitz des Seuatspräsibenten Treplin wird heute wegen Landesverrats gegen den 25 jährigen Bilderhänbler A.ichael Roman Pr chrz aus 'l'Oliancc in Polen verhanbelL Ter Angeklagte foll im Sommer 19u6 an verschiedenen Orten Lsipreutzens versucht haben, sich Kenntnis militärischer Tinge zu vcrchiasfen, die geheim zu hatten sind, besonders von Zeichnungen und jd)riitlid)en Erläuterungen von Festrmgswerten. Es sind 21 Zeugen geladen. Als militärischer Sadwerständiger »st Major von Bergmann vom preugisd)en Kriegsnnmfterium zugegen. Ttc Verhandlung nimmt einen sd)ivierigen Verlauf, da der Angeklagte erklärt, zwar Teutld) zu verstehen, sich aber nicht deutsch ausbrüden zu können, >v es halb nut Hülfe eines Dolmetschers verhandelt wirb. Prinz wird wegen versuchten Verrats militärischer Geheimulsse an die russisdie Regierung in zwei Fället» zu drei Jahren sechs Dl o n a t e n Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Flensburg, 13. Febr. Das Schwurgericht pcrurteilte den Landniannssohn Hans S d; r ö d e r, dec am 4. November bei» Ehemann seiner Geliebten, den Arbeiter JönS, i n einen» Wasser- t n m p e l er tränt le, »vegen Dior des z »» n» Tode. Frau Jöns tvltcde wegen Beihülie zu acht Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrwcrlust verurteilt. Posen, 13. Febr. Ter 14jäljrige Scküler SBlabislauS Pera au5 Ritsdtenwalde, der infolge der Sd)ulltretkverhetzung seinen Lehrer h » u t e r r ü d s »i b e r f a 11 e n und g e j d) l a g c i» haue, wurde zu vier Wochen Gefängnis verurteilt. K a 11 o iu i lj , 13. Febr. Ter polnische Arzt Dr. Smier- s ch a ls k» geriet mit dem Oberkellner Scholz tvegeu Bezahlung einiger Flaschen Wem in Streit, beschimpfte ihn nut den Worten: .Verfluchter deutscher HundI" und versetzte ihm nut einen» Spazierstock einen Hieb auf ben K o p *. Tas Schöffengericht verurteilte Tr. Smierschaiskl zu einem Dl onal Gefängnis. — Em Bild von höchstem Jnteresfe gibt Frehtag's Reich S - tags wahlkarte des Tentichen Reiches 1907 (G. Freytag 6. , ocrl(t)nxin: |tul><«n Atbtii. 11,11 Stamuh Ilö(n war. $C1 per Pfuud 2)U. 1.10, per '/, Dfuud Mk. 0,60 mit Glas I empfehlen [au/$ M Gebrüder Berdux. i iiiiiiiiJLf fMnar1- ! empsehleu: W Feiutteu groften b—Zpsündig, per Pfund im ganzen Fllck im Anschnitt 38 Psg. per Psmrü 21 Pfg. [aM/> skinßtll Cabliau lthiit flHs Pfund im ganzen Fisch 28 Pfg., im Anschnitt 36 Psg. Alles garantiert blutsrisch in starker EiSpackung. Hochachteud Berndt. Wien 711,1. In übersicktlicher Form gibt sie die Zu- fammenfegung deS neuen Reichstags durch eine Karte TeutschlandS, auf der jeber Wahlkreis durch se ne Farbe die Parteizugedörigkeit bcs Gewählten zeigt, dessen Raine überdies dem Bezirke aufgedruckt »st. Dis »Monters micreffani fei von bem Inhalte der Kaue noch die .Vergleichende Grove der Fraktionen bcs Reick.ttages feil 1877', die „Anzahl ber abgegebenen Stimmen*, bic „Wahlbeteiligung*. Taten über Zölle, Heeres- und Vlanue-'Ansgaben, ben Handel des Reich- und bei Kolonien etc. etc. ermahnt. 2Ctrd?lid)< nad?ridyim, Fsraclittfchc SieltgiousgcfcUjchaft. Sabbatfeier am 16. Febr »i ar 1907; Freitag abend 5.10 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr. Nachmittag 3.30 Uhr. Caboat-Ausgaiig 6.30 Uhr. WochengottcSdienst: morqcnS 7.00 Uhr, abends 8.00 Uhr. Jöraclitischc Rcltgiouögcmcindc. Hottcsvien't in der £-o aflogt (-udavlagc). Samstag, den 16. Februar 1907. Vorabend 5.30 Uhr. Morgens 0.00 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Lchriftcrkläruug. Saboatausaang 6.30 Uhr. der Station Gicftctt. Februar 19U7 . ■ : bsolule Feuchtigkeit 2 ® n s c CO Windrid'Nmcil 1 *7q "i Welter Barornete aui 0’ Temperat» der Lust 13. 2- 734,1 1,4 4,2 83 S 2 Bed. Himmel 13. 9,L 73«,9 1.3 4.6 ■J1 88 W 2 14. 743,4 0,6 4,4 92 8SE 2 e • Höchste Tenrpcratur am 12.-13. Februar — 4- 1,8*0. Vlicvrigfte .. . 12.-18. „ = - 1,4*C, viicftciicv tticttcrbtcnit. Voraussichtliche Witterung für Hefjeu am Freitag den 15. Februar: Meist trüb. 'Jliebci|d)läge; Regen, in höheren Lagen D.ai'ia? »rx-'ilitt.c ^'iic-. Herr Oberlehrer Tr. Werucr hat mir auf Ehrenwort ver« sichert, bay er den von mir erwähnten Artikeln völlig fern siehe. Ich bedauere, bau >ch unrichtig informiert worden bm und infolge- befiel» Herr:» Tr. Werner angegriffen habe. Mir liegt cs durchaus fern, irgend Jemand zu Unrecht zu nahe zu treten. Aber eS wurde mir am das B e U i m m teile versichert, bau Herr Tr. Werner der geistige Urheber dieser 'Artikel sei, und ick) hatte um so weniger Dcranlafnmg die Richtigkeit dieser Dlelbmig zu bezweifeln, da Herr Tr. Werner kurz vorher in einem mit seinem Namen unterzeichneten Inserat den „(tfieüener 'Anzeiger" in besonders ausfälliger Wepe ongcgrifien hatte. Jedenfalls hat Herr Tr. Werner mit diesem Inserat den Reigen von Publikationen eröffnet, die von ben beiden antisemitischen Blättern bereitwillig aufgenommen und als 'Hgitauonsmittel veriverflichster Art benutzt luerben. Ein solche! Gebaren niuft einmal öffentlich niedriger gehängt werden. ______________________ R. Lange. Original-VrahtinclSungcn. Breslau, 14. Febr. Der sozialdein. Redakteur Rabl off lehnte in einem Beleibigungsprozeft die Strafkain in e r unter bem Vorsitz des Landgeridsts-Direktors Janske wegen Bcsangenheit a b, weil man vor dieser Kammer nie f e t ii Recht fände. Ter Ablehnungsantrag wurde a b gelehnt luoraui Ankläger und Verteidiger auf jede Teilnahme an ber Verhanblung verzichteten. Laag, 14. Febr. Nach Meldungen aus Celebes erstürmten bollänbische Truppen am 6. Februar 10 hohe und steile Verteidigungowerle, in denen der Feind sich verichanzt hatte. Am b. Februar waren sie sä,ntlich erobert oder vom Feinde geräumt. Tic Auistaiidigeti ließen 20 Tote zurück. Ter Führer Puang Tilu enttarn. Xloubon, 14. Febr. Die heutigen Morgenblätter kam. mentieren lebhaft bic gestrigen Zusammenslötze der Polizei mit den Frauenrcchtlerinnei». Ermähnt wird, daß hierbei viele Frauen durch den Kot gezogen und den meisten die Kleider vom Leibe gerissen wurden. Paris, 14. Febr. Ter Kolonialministec befaßte sich mit der Prüfung der Vorschläge, »velche der Budget-AuSfchuß hinsichtlich der Einschränkung der militärischen Ausgaben für fran z ösifch -Westafrika und das Kongo-Gebiet machte. Zu diesem Zweck sind von ben Militär- und Zivilbehörden dieser Kolomeen genaue Erkundigungen über die Notwendigkeit eingeholt worden. Die vorhandenen Effektivbestände werden beibehalten oder noch vermehrt. Gleichzeitig mit diesen Untersuchungen wurden Erkundigungen emgezogen über den VerteidlgungS-Zustand der betreffenden Kolonieen. Mittwoch, Donnerstag und Freitag, 13.—16. Febr. hält dec Vunvesagent bcs blauen Kreuzes aus Barmen nn Bereiushaus der Stadtmiffion, Löberftraße 14 jeden Abend Uhr religiöse Vorträge. In denselben gibt er auch Streif sichrer über das Elend der Trunk,ucht und wie wir an der Rettung der durch die Truntfudn Verlorenen michelien lonnen 1007 (Eintritt zrei für jedermann. Zu Aufarbeitungen von galvanisch vernickelten, verkupferten, und von Bronze-Gegenständen und zu Neu-Galvanisierungen u. -Bronzierungen empfiehlt eich Engen Kaufmann 788; Schilfenberger W eg 50. K 5,07 CB«/X Tonuerstag, bcu 7. 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