Nr. 267 Drittes Blatt whrgana Mittwoch 13. November 1907 Erscheint tSglich mit Ausnahme des Sonntags. Expedition und Druckereir Schul- General-Anzeiger für Gberheffen Stücke, die in den letzten Zeigen angehalten wurden, ange fertigt haben. Den größten Teil des fabrizierten Geldes, Wetter KpovL. Niedrigste 11.—12, Verlobte: Fräulein Ilse Schlotterer ihn Herrn Emil Logt, Vermählte: Herr Wilhelm Vorwerk und Frau Minna, * Ein Bauernkrieg ue i ,jlu nt. Redaktion, stratze ?. 6,9 0 C. 4,7 0 C. Regen Bed. Himmel haus, warfen den Kommissar die Treppe hinunter, mißhandelten ihn und jagten ihn zur Stadt hinaus. Alsdann zerstörten sie die Telegraphenleitung, um die Meldung ihrer Heldentat zu verhindern. Ter Kommissar floh nach der Nachbarimdt Piperno, erstattete dort über den Vorfall dem Präfekten Bericht, der seinerseits Militär und Polizei nach Sonnino schickte zur Züchtigung der rebellischen Bauern. Ter Vorgang, der sich in unmittelbarer Nähe Roms zutrug, ist für die italienischen Verhältnisse nach mehr als eine Richtung hin charakteristisch nicht bloß, sondern auch lehrreich. * Französische Literatenduelle. In Paris scheint sich in Schristit-ellerkreiseit die Gewohnl-eit einzubürgern, sich für eine abfällige Kritik mit der Waffe rächen zu wollen. Ein derartiges Tuell fand soeben zwischen dem Kritiker Noziere und dem Schriftsteller Robert de Flers, einem Schwiegersohn Sardous, statt. Noziere hatte de Flers gelegentlich einer Besprechung des Stückes „l'Eventail" vorgeworfen, einige Figuren des Spieles seien nicht seine Originaler,indung, sondern kopiert. De Flers verlangte in einem beleidigenden Brief Abbitte von Noziere, und dieser schickte ihm als Antwort seine.Sekundanten. Meteorologische Deooachnnrgett der Station Gießen. Die beiden Gegner wech,elten je euren vdcr natürlich keinen Schaden anrichtete. Dann reichten ne sich die Hande, und der Reklame, Pardon Ehre, war genug geschehen. Ein zweites theatralisches Duell fand zwischen dem Gründer des „jUcütin" und dem Direktor des Theatre du Gymnase, Francois Frank, 'uatt, ebenfalls w^gen einer literarischen Streitfrage. Die veüen Gegner v.riüegen sich socxar bis zu zweimaligem K.:gelwechsel und schieden dann uiweriehrl, wenn auch unversöhr11. Aus KrUSt uuo Luno. Gießen, 13. Nov. 1907. •• Land- und forstw. Berufsgenossenschaft ür Hessen. Welche Bedeutung unserer sozialen Fürsorge lUfoinmt, läßt der Geschäfts- und Rechenschaftsbericht trennen, der am Samstag, 9. l. Mts., in der Genossenschafts- lersammlung git Darmstadt von Sem Vorstand der landend forftro. Berufsgenossenschaft für Hessen erstattet wurde. $er Voranschlag für das Jahr 1908 sieht 1 122 866 Mk. 11 Einnahme und Ausgabe vor, von denen 7öO 000 Mk. für Ke Zwecke der Unfallentschädigungen angesetzt sind. Im vergangenen Jahre waren 2333 Unfallanzeigen erstattet und 1410 Unfälle erstmalig entschädigt worden. Als geeignete Mittel, die Rentenfteigerung zu vermindern, sind die gesetzlich zulässige Abfindung kleinerer Renten, sowie eine durchgreifende Reform der Heilbehandlung, namentlich ihre Ausdehnung auf die Wartezeit innerhalb der ersten dreizehn Wochen, ins Auge gefaßt-. Die zielbewußte Ausgestaltung des Heilverfahrens wird auch die Hauptaufgabe der im Großherzogtum rvirkenden Berufs - Genossenschaften sowie der Landesversicherungsanstalt sein, deren Vereinigung zum Zwecke der Losung gemeinsamer Aufgaben zu einem freien Verbände eingeleitet und nach den bisherigen Verhandlungen als gesichert erscheint. Als Hauptpunkt der Tagesordnung stand auf Anregung des Reichsamtes des Innern eine Abänderung der Satzungen der Haftpflichtversicherungs- Anstalt der Berufsgenossenschaft zur Beratung, der entsprechende Annahme fand. Es steht zu erwarten, daß nunmehr auch der Bundesrat in kürzester Zeit seine Genehmigung hierzu erteilen wird, so daß mit Eröffnung der neuen Anstalt am 1. Januar wird gerechnet werden können. Die vorgenommene Neuwahl der Mitglieder des Genossenschaftsvorstandes ergab deren einstimmige Wiedenvahl. Bon den Mitteilungen fei ■ noch angeführt, daß die Konferenz der sämtlichen deutschen Berufsgenossenschaften im nächsten Jahre in Darmstadt stattfindet, und daß die Vertrauensmänner der Berufsgenossen- stchaft behufs Durchführung der Unfallverhütungsvorschriften angeiviesen ivurden mit der Revision der landivirtschaftlichen Maschinen innerhalb ihrer Dienstbezirke in allernächster Zeit zu beginnen. h. Offenbach a. M., 11. Nov. Der in MülhKm a. M. ivohuhafte Zuschneider Josef Nau wollte am Samstag abend auf einen bereits in Bewegung befindlichen Personenzug auf» springen. Er rutschte dabei aus, kam mit dem Körper unter die Räder, die ihn zer mal inten. Der Unglückliche hinterläßt Frau und vier Kinder. st. Frankfurt a. M., 11. Nov. Wegen Münz- vergehens wurden drei Männer und eine Frau festgenommen, die Einmarkstücke angefertigt und in den Verkehr gebracht haben sollen. Es sind dies der 29jährige Kellner Theodor Finster aus Hechingen, der 25jährige Tapezierer Hugo Britting von hier, der 27jährige Kunstweber Nathan Stopnitzky aus Polamka (Rußland) und die 34jährige Helene Weck, geb. Wild, aus Hanau. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Falschmünzer auch die falschen 5-Mark- Die „Gießener Famillenblätter" werden dem .Anzeiger- viermal wöchentlich beige/egl, das „Kretsblatt für den Kreis Gießen“ zweimal wöchentlich. Der ..hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. Erpedklion und Verlag > t>L Redaktion: L^H2. Tel.-Adr. An-rherGcehea. Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen UnwerfttätS - Buch- unb 8teuU) ruderet R. Lange. Gietzeru Are ausländtichen Arbeuer. Tie crusländischen, in Landwirtschaft unb Industrie ' beschäftigten Arbeiter machen den Volkswirten und Politikern andauernd Sorgen. In Süddeutschland, so in Baden, sind es namentlich die italienischen Arbeiter, deren । Ueberhandnehmen Bedenken hervorgerufen hat, in Nord- ; deutschland die aus östlichen Gebieten kommenden, ihrer I Abstammung nach zumeist slavischen Arbeiter. Diese Ar- beiier stehen, wenn sie auch manche guten wirtschaft- | lichen Eigenschaften haben, aus einer niedrigen Kulturstufe. । Namentlich die Scharen von Zuwanderern aus dem Osten, I Die russischen Polen, Galizier, Kroaten, bilden in den mitt- | leren und westlichen Strichen Norddeutschlands entweder I ungünstig von der Umgebung abstechende Siedlungen na- । tionalen Charakters oder sie drücken sogar das Niveau der deutschen Arbeiterschaft herunter. Wenn man früher Westfalen und Rheinland als durch und durch deutsche ! Landesteile betrachtete, so trifft das, genau genommen, i schon seit Jahren nicht mehr zu. Die polizeiliche Behandlung dieser bluts- und sprachfremden Bestandteile ist außerordentlich schwierig. Eine Zuschrift an die „Köln. Ztg." fordert daher, daß die Ueberwachung der Ausländer zu ihrer eigenen Sicherheit und zur Sicherheit der Staatsbürger einheitlich vom Staate geregelt wird. Zu diesem Zwecke sollte keinem Unternehmer die Verwendung fremder Arbeiter — es werden besonders die kroatischen und italienischen Erdarbeiter genannt — gestattet werden, wenn er nicht mindestens 50 Mann beschäftigt und für Kopf und Tag eine Abgabe zu der polizeilichen Ueberwachung leistet, die wegen der Fremdsprachigkeit, der zahlreichen unsicheren Elemente und wegen anderer Umstände hohe Kosten verursacht. So ähnlich will bereits dem Vernehmen nach die Stadtverwaltung in Solingen bei dem neuen Bahnbau nach Cronenberg vorgehen. Hier ist lediglich an p o l i z e i l i ch e Aufgaben gedacht. Weiter geht ein Vorschlag, der in der „Tägl. Rundschau" gemacht wird. Es wird dort die Uebernahme der ganzen Arbeiter zufuhr und -Abfuhr in staatliche Hand, verbunden mit absoluter militärischer Sperre der östlichen Grenze, gefordert. Der Vorschlag wird folgendermaßen ausgebaut: „Ter Bedarf an ausländischen Arbeitern! könnte am Anfang fres Jahres für jeden Kreis besonders bei dem Lanbrat angemeldet reiben, der die betreffende Zahl bei der Grenzbehörde bestellt, auf Die einzelnen Gäter verteilt und die Arbeiter im Frühjahr unter militärischer (oder Gendarmerie-) Bewachung, ähnlich wie bei Re- srntentrcmsporten, an die Arbeitsstelle bringen läßt. Arbeiter )hne die besonders einzuführende Kreislegitimationstärte dürften öti Strafe nicht beschäftigt werden. Am Schluß der Arbeitssaison müßten alle Arbeiter per Schub wieder an die Grenze transportiert werden. Die Kosten der An- und Abfuhr könnten in Gestalt einer von jeden Arbeiter zu zahlenden Gebühr auf die Arbeitgeber abgewälzt werden, die dabei immer noch weit besser fahren würden, als bei jetzigem System der privaten Vermitte- .ung, das sie einer oft haarsträubenden! Ausbeutung durch die Lorschnitler aussetzt." । Wir haben es hier mit einem der sogenannten „großen Nittel" zu tun. Der Vorschlag läßt sich dem bekannten Anträge des Grafen Kanitz an die Seite stellen. Wie nach üesem Anträge den deutschen Landwirten ihr gesamtes Äetreidehervorbringen vom Staate abgekauft werden sollte, o soll nun der Staat die Anwerbung der fremden land- virtschastlichen Arbeitskräfte — gedacht ist zunächst an die polnischen — und ihre Zuführung an die Nachfrager in Regie nehmen. Während es beim Anträge Kanitz in erster Linie auf Preisbestimmung und Sicherstellung der Land- virte mit Bezug auf die Verwertung ihrer Erzeugnisse ab- zesehen war, ist bei dem neuen Vorschläge die polizeiliche and militärische Zwangsgewalt des Staates der springende Punkt. Man witl die Einhaltung der polizeilichen Be- timmungen und der Arbeitsverträge, die bei dem jetzigen Zustande, wo private Vermittler uns mit den ausländischen Arbeitskräften versorgen, nicht erzielt wird, durch eine Durchgreifende Maßregel erzwingen. Der Vorschlag verengt in der Form, wie er in der „Täglichen Rundschau" ;emacht wird, nicht eine Ergänzung der schon jetzt vorhandenen polizeilichen und rechtlichen Bestimmungen, son- )em gibt sich als eine Anregung, um diese Bestimmungen, Darunter auch die Vorschrift über die Rückwanderung der Ausländer während der Zeit von Mitte Dezember bis An- ang Februar wirklich durchzusühren. Ob der Vorschlag Durchführbar ist, möchten wir einstweilen nicht entscheiden. Vie alle „großen Mittel" berührt er uns von vornherein ncht eben sympathisch. Aber es ist auf alle Fälle Dankenswert, das überaus ernsthafte Problem wieder ein- nal zur Diskussion gestellt zu haben. Wir müssen die große Wanderflut, die sich von Osten her schier unaufhaltsam über ins ergießt, zum Stillstand bringen. Wir müssen: so Dder so. Wenn anders wir nicht wollen, daß auch uns geschehe, was in Böhmen und Steiermark, in Kärnthen ind nun gar erst in Kvain geschehen ist. Wenn nicht auch inser neues Reich durch diese neue Völkerwanderung ein halb slavischer Staat werden soll. Khiselse Erhoiuog , , ,. x Die Unterschrift des nachstehenden Briefes ist amtlich beglaubigt: Mainz, den 2o. Ium 190/. Der Bezirts-Komrmssär I. B. Kammersdorf. iiAainz, den 23. Mai 1907. Infolge Btmar.nut mhlle ich nucu fehr schwach und hatte ein sehr blaßes Aussehen. Mute Dezember vortgen Wahres wurde tch von btippemeüentzünduna befallen , und gezwungen, etmge Wochen das Bett zu Hütten. Um diese Seit las ich von Ihrem Bioiou und sah mich veranlaßt, eine kleine Kur damit zu machen. Ich gebrauchte drei Palete im Zeitraum von vier Wochen und nahm dasselbe dreimal täglich zu' nur morgens, mittags und abends und zwar unter Zulun von Schokolade. Ich nahm e^ aus dlefe Weise gern zu mir und fühlte mich von ^ag zu '-LQfi wohler. -onwiewelt das Bioson auf die Blulerneueruua emwirkte, kounte ich wayrnehmen, als ich wieder zu arbeiten annncr icO war nicht nur arbeltssrcudiger, tuid trästiger, fouderti ich wurde auch von allen Denen, die wich farmten, ob meines wischen Ansehens bewundert und dadurch wurde es mir klar, daß es t ur Bw ou fein tonnte, we ches d.te,es midjere Aussehen hervorrien Zch -i cke mich heute woh er wie zuvor ntid schreibe dies - wie schon ob--n aeiagl - der Wirrung des Bioson zu. Dies der Wabrben Hochachtend! H. Georg. Bioson ist in Avotbet Paket zu 3 Mk. erhält!., welches für ea. 14 Tage ausreicht, b1/* namentlich 2-Mark-Stücke, wollen sie auf dem letzten Hochheimer Dtarkt in Verkehr gebracht haben. — Der Kaufmannslehrling Bruno Nathan aus Kpblenz, der in einem hiesigen Geschäft angestellt und seit einigen Tagen spurlos verschwunden war, ist am Freitag abend in Nürnberg von einem Kaufmanii in Darmstadt wiedergefunden worden. — Der in der Neugasse 26 wohnhafte 32 Jahre alte Schreiner Gg. Höfling ivohnte mit der 28 Jahre alten Prostituierten Auguste Sutor aus Bürgel zusammen. In der Nacht zum Sonntag geriet er mit der Sutor in einen Wortwechsel und warf sie die Treppe hinunter. Die Fran erlitt dabei einen Schädel- n n b Genickbruch, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. Höfling stellte sich selbst der Polizei und wurde verhaftet. Die Leiche kam auf den Frankfurter Friedhof, wo heute die gerichtliche Sektion erfolgte. fc. Ems, 11. Nov. Beim Martini-Essen am Samstag in eiirem hwschon Gasthanse suchte ein Train- leutnant durch besonoers scharfes Auftreten zu incpv- nieren. Bald tauchten Zweifel an seiner Echtheit auf, man holte einen Schutzmann und lie^ ihn festnehmen. Es stellte sich heraus, daß man es mit einem Kaufmann aus Wiesbaden zu tun Hache, der zum Tragen der Cpau- letts nicht die geringste Berechchgung hat. Er behauptet, es habe sich um einen Scherz gehanoelt. Höchste Temperatur am 11.—12. Nov. Gestorbene: Frau Emma Schäfer, geb. Zwick in Grünberg. Frau Wlve. Jakob Haus in Hermannstein. Frau Hebamme Alaria Stefsan, geb. Hitger in Weckesheim. Herr Konrad Pfarrer in . . Weckesheim. Herr Georg Schul in Schlitz. Frau Kmügnnde * Ein Bauernkrieg uet ucu m. In Sonnino, nahe bei Heujer geb. Bog in Nlarburg. Frl. llllartha Röddmg in Marburg. Rom, hatte der königliche Kommissar, der an Stelle des abge- $rau Wüive Nlartha Roth tu Wetzlar. Herr Bahnarbeiter i. P. setzten Bürgermeisrers die Stabt verwaltet, einem Mönch, der ein Friedrich Philippi in Friedberg. Frau Witwe Johann Kornder der Stadt gehöriges Grundstück ohne Miete bewohnt, Wer J Rau in Weist ar. ^err Jakob Böckmq in Romrod. native der Zahlung oder des Auszuges gegellt. Darüber erzürnt,1 ----- riirmten etwa 2000 dem Mönche befreundete Bauern das Rat- — O Fußball. Tas angeiagte Spiel der ersten Mannschast des Gießener Fußballklubs von 1900 gegen den Frankfurter Fußballverein mußte leider ausiallen. Dafür erschien jedoch 'Marburg mit seiner ersten Rlannschait. Tas Spiel verlief m äußerst feiner und anständiger Weise. Besonders leistete die hiesige Mannschaft an technischem Spiel und an Kombinationen sehr Gutes. Bis zur Pause tonnte keine Partei einen Erfolg erzielen. Nach der Pause schlägt die Gießener Stürmerreihe ein sehr flottes Tempo an, dem! beide in Butzbach' auch Ni ar bürg zum Opfer fällt. In kurzer Ausemaiideriolge erzielt Leci Gießen 3 Tore und sichert sich so den Steg mit 3:0 Toren. Bon Geb Verebter in Wedlar maiburg ist bejonbeis bei- Torhüter lohend heioorzuheben, nur J ’ 5 seinem guten Spiel verdankt Marburg die Knappheit der Niederlage. LrttgejcrttSt. ' (Für Form und Inhalt alter ;nuer Die.cv Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Es ist gewiß mit Freuden zu begrüßen, daß die Direktion des neuen StadttHeaters in Gießen in so ausgiebigem Maße durch Veranstaltung von Volksvorstellungen auch für die kleinen, geringeren Leute unserer Stadt sorgt. Belanuclich sind sowohl bei Volks- wie auch bei den anderen Vorstellungen btc bordeten Reihen des II. Ranges die gesuchtesten Plaüe". Um einen recht schönen Platz zu bekommen — die schönsten sind doch in der mittleren ersten Reihe — muß man bei Begmn des Vorverkaufs an der Theaterkasse sein. So dachte auch ui) in bezug auf die heutige Volksvorstellung und war sehr erstaunt, daß gestern vormittag um 10 Uhr, als die Tageskasse geöffnet wurde, fast sämtliche Plätze der ersten mittleren Reihe nicht ! mehr zu haben waren. Wer sind die Leute, die vor den anderen denselben Preis zahlenden den Vorzug haben? Gießen, 12. November 1907. L. * Aus dem Vogelsberg. Letzthin brachien verschiedene Zeitungen einen Artikel, der die Anlage einer ^l u t o mobile Ji e n ii b a h n betraf und den Vogelsberg zu dieser Anlage als geeignet vorjchlug. An der Atöglichleit, einen solchen Plan un Vogelsberg zur Ausführung" bringen zu können, herrscht gar fein Zweifel, aber ob es für den Vogelsberg von Vorteil und Zweck wäre, das ist die andere Frage, die ich indessen vollstäncig verneine. Alan Hal nun ja auch weiter gelesen, daß die Automobil- Rennbahn int Taunus wahrscheinlich zur Ausführung kommt, was wohl alle Vogelsbeiger, die ihren Berg lieb haben, mit Beine- bigung aufgenommen haben werden. Ten Behörden aber möchte man eä dringend ans Herz legen, niemals für einen derartigen Zweck, für eine solche Verschandelmtg unseres Vogelsberges ein geneigtes Ohr zu haben. Es könnte lang und breit erörtert werden, was dadurch aus dem Vogelsberg würde — ein Stinkberg — und welche Verluste es der Gegend brächte, doch da ja wahrscheinlich bei* Taunus der Glückliche ist, so brauchen wir nicht gar zu sehr vorzubeugen. Aber zurnien möchte ich doch allen, die em Wort mi 15meben haben: ^agt um alles in der Welt ja nicht mehr viel am Vogelsberg heruntmurksen, laßt nur den Vogelsberg ja so, ww er jetzt ist. In der Staturlichkeit, in der Ruhe hegt der Reiz, und der Fremdenverkehr, der ja stets zunimmr, wirb sich noch gewaltig vergrößern. Wenn etwas geschehen soll, so sei es das, an den gern besuchten Orten für hinreichend geeignete Wohnstätten der Fremden, für gute Verpflegung und Unterkunft zu Jörgen. Alles andere findet sich von felb|t, resp. ist schon da. Wenn Ulrichstem noch eine Eisenbahn bekommt (die Notivendigkeit haben andere Leute aus- ge'prochen), dann sollte Schluß jein. Auch sollte Schlug gemacht werden darin, daß man an den Abhängen des Vogelsberges dem Gebirge noch mehr Wasser entzieht für die Städte. Wir brauchen auch gutes Wasser und müssen das, was wir noch baden, uiibebmgt behalten. Mag es ableugnen, wer will, ich bin fein Fachgelehrter, aber ich bin der Ansicht, daß die bedeutenden Wasserentnahmen bei Lauter und Inheiden Quellen des Vogelsberges sind; daß durch solche Entnahmen der Rückstau nach dem Gebirge avnimmt und damit das Nachlassen der Wassermengeu verschiedeiier Vogelsberger Wasserleitungen in Verbindung zu bringen ist. Auch ist ui Betracht Sii ziehen die durch noch größere Wasserentnahmen erfolgende Verödung des Gebirges und Nachlassen der Kultur. (Tie Antomobüe brächten ja allerdings wieder Leben in die Gegend — ?) Tas sind meine Ansichten, wer andere hat, soll sie Vorbringen. Was der Vogelsberger Höhenklnb seither getan, ist ersprießlich, und ich habe die Ueberzeugung, daß bei Weilerverfolgnug des gesteckten Zieles m dieser Weise noch viel mehr 311 erreichen ist, jeden'alls mehr, als UNS eme oder mehrere Auto-Rennbalm.-n bringen können. K. November 1907 Barometer aut 0° reduziert Temperatur der LnK Absolute Feuchtigkeit <»Z II es -0 Windstärke 12. 2»6 740,5 4- 6,9 7,2 98 N Z 12. 742,1 4-6.9 7,3 99 N 2 13. 7’1 742,6 + 6,4 6,6 91 SW 2 Hervorragend? Neuheit Ziehung 16., 18. u. 19. Novbr. 1907 j Altenburger Geldlose z.B. des Herzog Ern[t-Wald | ä Los 1 Mark. Hauptgewinn 20000 ML bar, g Ziehung am 3.-3. Dezbr. 1907 g Jenaer Schriftstellerheim- j GeBd'ose Hanptffewinn 20000 ML bar I ä Los I Mark Porto u. Liste pro Lotterie K 2ö Pfg. extra empfehlen und versenden Gustav Seiffert | Lotteriebank G. m. b. H. ® Eisenach, sowie alle Königri Preuaa. Lotterte-Einnehmer FS nnd die durch Plakate kennt- iß liehen Verkaufsstellen. Rich. Buch acker, Fritz Flimm, Wilh. Semmler F Seltersweg 25, Gg. Carl L Volk, Phil. Weiler. [b”/to f in 6922 Wringmaschinen eingetroffen; ferner empfehle Biangeimaschinen Waschmaschinen f Bank für Handel und Industrie (Darmstädter Bank) Depositenkasse Giessen Giessen Telefon 120 ----- Bankgebäude: Johannesstrasse 1 (Am neuen Stadttheater). Aktienkapital und Reserven: 183% Millionen Mark. Niederlassungen in: Darmstadt, Berlin, Cottbus, Forst, Frankfurt a. M, Frankfurt a. O, Guben, Halle, Hannover, Lahr, Leipzig, Ottenbach a. M, Stettin, Strassburg i. E, Agenturen in Alsfeld, Butzbach und Herborn vermittelt alle in das Bankfach einschlagenden Geschäfte wie: An- und Verkauf von Wertpapieren, Geldsorten etc. Einlösung von Coupons --- Conto-Corrent-, Check- und Wechsel-Verkehr mit und ohne Kredit. Gewährung von Darlehen gegen Hinterlegung von Wertpapieren etc. Uebernahmc von Wertpapieren zur Verwahrung und Verwaltung in dem Bankgewölbe. 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Ministerium zur Anlage von Mündelgeldern geeignet ÄlrDie.Ba"k ®r1Handd und Industrie ist unter dem Namen „Darmstädter Bank" allgemein bekannt und auch le Aktien des Instituts werden an der Börse und in den Coursblättern mit „Darmstädter Bank" bezeichnet Die Bank beschäftigt mehr als 1200 Beamte. Kassestunden: Vormittags von 8 bis 12 Uhr, nachm. von 2 bis 5 Uhr, Samstags nur bis 4 Uhr. Bitte Besonders preiswertes Angebot. Beim Einkauf von ächt Grosse Auswahl FRANCKI aS zu achten auf diese SCHUTZ MARKE Burgstr, 2a an der Moselbrücke ’ 6631 ZerMiieoe Fens Weite ersetzt schnell und billig «4 cnc-1 ’d),,eU U"d billig 11 Wilhelm Schmitt, Arien Kaan jr., Shaifi- poonieren und Damenkopfwaschen mit elektrischen Luft-Trocken- Apparat | ist die gesündesten, angenehmste Haartroknung. Ferner im Frisieren u. Manieuven in und äusser dem Hause empfiehlt sich bestens [6435 Frau Fmil Koch. 62 Bahnhofstrasse <»2 am Brand. [6987 ] Telefon 575. Fluß- und Seefische, Mastgcftügel, anerkannt nur allerf. 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