Nr. 217 Erscheint täglich außer Sonntag». Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Zamilien- biätter viermal in der Noche beigeleqt und j-wemml wöchentlich das Kreisblatt für den Kreis Sichen. Fernsprcch-An- «chluhs. d. Redaktion 112 Verlag u. Expedition 51 Adresse iür Depeschenr Anzetger Gießen. Annahme wn Anzeigen fux die Taqesnummer: bi- vormittags 10 Uhr. Erstes Blatt leMner Hotationsbrud 157. Jahrgang Montag 16. September 1007 VezagäpreiSr monatlich 75 Ps„ vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- tu Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg« Zeilenpreiü: lokal auswärts 20 Pfennig. Verantwortlich • Ä " für den polüischen Teilt General-Anzelger sm Gberhchrn MW und Verlag der yrühl'schen Unio.-Vuch- und Steinörucletei. B. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstrohr ?. Anz°t'g-ntZ?'H."V-ck. F W ?3m vielgestaltigen, buntbewegten Leben der SegeMart nimmt die Zeitung einen bevorzugten Platz ein. Sie stellt gewissermaßen das Sammelbecken dar, das alles, was die ci.’ Gegenwart bewegt und interessiert, in sich aufnitnmt und sammelt, um es der Allgemeinheit wieder zu Gute kommen - jU lassen. 3n diesem Sinne ist auch der | Gießener Anzeiger bestrebt, seine Leser täglich von den neuesten Ereignissen \ auf allen Gebieten menschlichen Schaffens und Wirkens in v Aenntnis zu setzen. Anapp in der Form, wie es das haftende moderne Leben verlangt und zuverlässig dem Inhalt nach teilt der Gießener Anzeiger seinen Lesern alles nur irgendwie Wissenswerte und Interessante mit. _ Nicht der Sensationslust will der Gießener Anzeiger dienen, auch nicht irgendwelchen Sonderinteresscn, keiner bestimmten Partei- und Geschmacksrichtung. Der Gießener Anzeiger steht seine Aufgabe darin, wahrheitsgetreu und streng objektiv über alle Dorgänge des öffentlichen Lebens zu referieren. Gin wesentlich vergrößerter Stab von arbeiten! wird den Gießener Anzeiger im bevorstehenden neuen Quartal in den Stand setzen, die vorgezeichnete Aufgabe auch möglichst vollkommen zu erfüllen. 2Nit nicht unbeträchtlichen Mehrkosten ist es dem Den läge des Gießener Anzeigers vor allem gelungen, die Parlamentsberichterstattung noch besser auszugestalten, so daß die Leser im bevorstehenden Tagungsabschnitte der Parlamente in rascher, objektiver und fesselnder Weife von ! allen Dorgängen auf parlamentarischem Gebiete unterrichtet t? werden. Die wichtigsten politischen Tagesereignisse des In- | und Auslandes werden in eigenen Leitartikeln eingehend I behandelt werden. Die übrigen Dorgänge auf politischem I Gebiete finden in der Tages- und Wochenschau nähere 8 Berücksichtigung und ein zuverlässiger Depeschendienst ermog- licht es, in ausreichendem Blaße alle nur irgendwie be- | achtenswerten Neuigkeiten sofort mitzuteilen. Line besondere Beachtung erfahren im Gießener Anzeiger ' naturgemäß alle Ereignisse unserer engeren heffischen Heimat - und insbesondere unserer provinzial- und Universitätsstadt ■ Gießen. Um seinen Lesern noch in ganz besonderer Weife entgegenzukommen, nimmt der Gießener Anzeiger jeder Zeit I auch gern Eingesandts, Artikel und sonstige Beiträge von allgemeinerem Interesse aus dem Leserkreise auf. In dem besonders sorgfältig ausgeftalteten Unterhaltungsteile wird der Gießener Anzeiger wie bisher, so auch fernerhin ganz außerordentlich bemüht fein, feinen Lesern vom Besten das Beste zu bieten: gediegene Romane, interesfante Feuilletonartikel aus allen Gebieten der Unterhaltung, der Aunst und - der Wissenschaften, des Theaters, der Nlusik, der Technik, des Sports usw. Unsere verehrten Abonnenten werden hierdurch gebeten, das Abonnement für das neue, am (Oktober beginnende Quartal rechtzeitig zu erneuern, damit später keine Der= zögerung im Bezüge der Zeitung eintritt. , Alle Briefträger, unsere Zweigstellen und die Geschäftsstelle des Gießener Anzeiger nehmen Bestellungen auf den Gießener Anzeiger entgegen. Neu hinzutretende Leser er- halten den Gießener Aiizeiger bis zum Quartalsaiifang auf 11 Wunsch gratis zugestellt. politische Wochenschau. Gießen, den 16. Sept. Ein sehr hartes Urteil über die diesjährigen Kaisermanöver füllt der bekannte Militärschriftsteller und Oberst a. D. Gädke. „Die Strategie", so sagt er, „glänzte durch Abwesenheit, die Taktik durch ihr ehrwürdiges Alter". Das Urteil Gädkes fällt um so mehr ins Gewicht, als auch der Kaiser, wie man jetzt erfährt, nach dem Kaisermanöver manchen scharfen Tadel ausgesprochen hat. Bor allem hat der Kaiser die Kavalleriesührung und den Mangel an Initiative bei den höheren Reiterführern getadelt. Hohe Anerkennung haben dagegen die Marschleistungen der Truppe n gesunden, und der 65 Kilometermarsch der 19. Division ist in der eine ganz außerordentliche Leistung. Auch die Führung des Generals der Kavallerie v. Stirnz- n er hat hohe kaiserliche Anerkennung gesunden. In wiefern nach dem allen Oberst Gädke mit seiner Verurteilung der Strategie und Taktik bei den Kaisermanövern Recht hat, kann man als Laie natürlich nicht beurteilen. Gädke hat int russisch-japanischen Kriege reichlich Gelegenheit gehabt, alle Phasen eines modernen Krieges zu beobachten und man darf sein Urteil nicht unterschätzen, aber man wird doch auch nicht rein schablonenhaft die Erfahrungen des mandschurischen Kriegsschauplatzes auf die Verhältnisse bei uns anwenden dürfen. Die beste Lehrmeisterin bleibt unter allen Umständen der wirkliche Krieg. In Friedenszeiten und also auch im Manöver kann schließlich doch immer nur das Eine geübt und gelernt werden, daß Führer und Truppen sich den jedesmal besonderen und geänderten Verhältnissen einer Kriegslage anpassen und sich in eine jede Situation möglichst rasch hineinfinden. Wenn nun die diesjährigen Kaisermanöver mm^erlei Unzulänglichkeiten gezeigt haben, so braucht uns das noch lange nicht mit Besorgnis zu erfüllen. Die Manöver dienen doch eben nur Lern- und Studienzwecken. Nachdem die Reihe der Abgeordnetenempfänge in Norderney, zu denen zuletzt noch der Führer der frei). Vereinigung Schrader und Liebermann von Sonnenberg von den antisemitischen Gruppen herangezogen worden waren, nunmehr zu Ende sind, beeilt sich Fürst Bülow das Fazit dieser Erörterungen zu ziehen und die Regierungsentschlüsse nach den gewonnenen Resultaten zu richten. Zu diesem Zweck wurde der Staatssekretär und Vizepräsident des preußischen Staatsministeriums Herr v. Bethmann-Hollweg in Gemeinschaft mit dem Minister des Innern v. Moltke nach Norderney berufen, wo eingehende Erörterungen stattgefunden haben, die, wie offiziös mitgeteilt wird, den Aufgaben der kommenden parlamentarischen Session gelten. Man ersieht hieraus, daß es dem Reichskanzler heiliger Ernst ist, seine Versprechungen, die er dem neuen Reichstage gemacht hat, sobald als möglich einzulösen und man darf annehmen, daß eine Reihe wichtiger Vorlagen dem Reichstage sofort bei Wiederzusammentritt vorliegen werde. Die B ö r s e n n o v e l l e ist im Bundesrat bereits den einzelnen zuständigen Ausschüssen überwiesen worden, so daß mit Sicherheit anzunehmen ist, daß sie bis zum November fertiggestellt ist. Außer einer Reihe kleinerer Entwürfe wird aber vor allem nach neueren Mitteilungen dem Reichstage eine Vorlage zugehen, die gleichfalls langjährigen Wünschen der Linken entgegenkommt und damit einen weiteren Beweis erbringt, daß Bülow es nicht bei platonischer Freundschaft bewenden läßt, sondern auch bereit ist, der früheren Opposition für ihre jetzige Gefolgschaft etwas Greifbares zu bieten. Es handelt sich um die Einbringung eines Reichsvereinsgesetzes, das den heutigen oft vorsintflutlichen Bestimmungen ein Ende zu machen geeignet ist. Insbesondere gilt es dabei die Anordnungen über die Beteiligung von Frauen anderweit zu regeln, und vor allem wird man, wie jetzt offiziös verlautet, auch die Vereine von der lästigen und höchst überflüssigen Einreichung eines Mitgliederverzeichnisses befreien. Auch noch einige andere Versprechungen, wie namentlich Abänderung des ^cljeftät§» beleidigungsparagraphen, wird der Reichskanzler in der. kommenden Tagung einlösen. Unter diesen Umständen darf die Regierung mit ziem-' licher Sicherheit auf eine weitere Majorität rechnen, die ihr auch bei der zu erwartendes Flotten Novelle zur Verfügung stehen wird; über die letztere sind allerlei. Gerüchte im Umlauf, indessen darf man nach dem bisher erfolgreich von Trrpitz vertretenen Prinzip, nur das unumgänglich notwendige zu fordern, annehmen, daß es sich um keine exorbitanten Forderungen handeln wird und daß man höchstens neben einer Erhöhung des Deplacements eine Beschleunigung der Bauten verlangen wird. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird unter solchen Umständen der Block trotz mancher Fährnisse zusammenhalten, zumal eben jetzt der freisinnige Parteitag sich ganz auf diesen Boden gestellt und den Führern ein großes Vertrauensvotum gegeben hat. Man hat sich auf dem genannten Parteitage bei den Beratungen über die Blockpolitik einer weisen Mäßigung befleißigt und Dr. Wie- mer hat der Regierung ausdrücklich zuerkannt, daß bei ihr das ernstliche Bestreben bestehe, den liberalen Anschauungen möglichst entgegenzukommen, wie dann die Partei ständig über den Gang der Dinge durch den Reichskanzler auf dem laufenden erhalten werde. Die Opposition gegen die neue Takitk der Partei war, wie gemeldet, eine ganz minimale und mit überwältigender Mehrheit wurde eine Resolution angenommen, in welcher der Fraktion volle Zustimmung zu ihrer sachlichen und praktischen Haltung ausgesprochen wird. Die Stimmen im freisinnigen Lager, die davor warnten, den Bogen allzu straff zu spannen und dringend rieten, sich mit dem Erreichbaren zu begnügen, haben demnach doch Oberwasser behalten und so das Zusammenhalten des Blocks für absehbare Zeit; gesichert. Reform-Bildungsanstalten für BotrsfchulLehrer. Der Abg. Kühler-Langsdorf hat folgenden prinzipiell bemerkenswerten Antrag bei der 2. Kammer der Stände eingereicht. Antrag des Abg. Köhler, die Errichtung einer/ Re form-Bi ldnngs anstatt für Bvlkss chnllehrewzui Lich betreffend. <1 Jahrzehntelang ist man bemüht gewesen, die Ausbildung _bec Volks schulte hrer auf anderen Grundlagen zu stellen, wie die feit* herigen. Manche dachten hierbei an die Ausbildung der Lehrer- Schnler auf Realanstalten mit nachfolgendem Studium, der Pädagogik. Ich erinnere nur an die Denkschrift des Hess. Landes^ lehrervereins und die zahlreichen Anregungen, Reden und M-s trage des Abgeordneten Dr. David, die sich in ähnlicher Richtungs^ linie bewegen; ja es wäre anzunehmen, daß fast die gesam^ Lehre.schäft unseces Landes' diesen Anschauungen huldigt, freilich mit mehr oder weniger abweichendem Aus- und Ausbau ,—\ Trotzdem hat die Großh. Regierung noch in keiner Weise gezeigt^ daß sie dieser Bewegung nach neuzeitlicher Umgestaltung bet Volks)'chullehrer-Ausbildung in allgemein grundlegender Weise wenigstens versuchsweise Rechnung zu tragen gewillt sei und bie neueänngs von ihr selber in den Kreis der ösfentlichen, Erörterungen gezogene Frage nach Errichtung des 4. Lehrer,eminarD scheint zu bestätigen, daß man die alten Lehren und System« noch lange nicht zu verlassen gewilll sei. — So stehen penn zwei Richtungen in unserem Lande dieser Frage einander gegenüber; auf der einen Seite faft/bie gesamte Lehver^ schäft, auf der anderen Seite die Großh. Schulverwaltung. , EA ist nicht zu sagen, ob die Großh. Regierung direkt Gegner dieser neuzeitlichen Bestrebungen sei, aber sie hat nicht bewiesen, daß sie ein Freund derselben wäre; insonderheit steht fest, daß sie bis heute nicht gewagt hat, mindestens einen Versuch in der geschilderten neuen Richtung zu unternehmen. — Dies aller veranlaßt nrich, diese brennende Frage aufs neua vor dem Landtag, damit vor der breitesten Oesfentlichkeit aufa zurollen; möchte mein Vorgehen die Veranlaffung geben zu irgend) einer Enffcheidung! Ich schlage nichts mehr und' nichts Weniger vor, als gelegen^ lich der geplmtteu Erweiterung der der Lehrerblldung gewidmete Anstalten in unserem Lande, einen erstmaligen und durchgreifenden, den neuzeitlichen Anforderungen entsprechenden Versuch anzm stellen. Ich bin der Meinung, daß beide Systeme wohl neben-q einander im Lande bestehen könnten, sowohl das seitherige, alA auch das neuau^ubildende, das im Laufe der Zeit, und ausgesetzt Hessische Landesausstellung Darmstadt 1908. Die drei Einzelhäuser. Südlich vorn 2lusstellungsgebäude von Professor Albin Müller mit der Front nach dem Platanenweg werden drei Einzelhäuser entstehen, die sich mit ihrer Architektur, ihrer ; ganzen Anlage und gärtneri)chen Umgebung dem Gesamtbild der Ausstellung harmonisch einfügen: das oberhessische Haus, das Haus Gewin und das Odenwaldhaus (Haus des Prof. Sutter). Das größte Gebäude wird das ober- hesfische Haus sein, dessen Pläne von Prof. I. M. Olbrich stammen. Inmitten herrlicher Gartenanlagen, in denen aus kleinem Raum gezeigt werden soll, was moderne Gartenarchitektur zu leisten vermag, erhebt sich das zweistöckige Haus, dessen Fassaden in schlichter, vornehmer Einfachheit ausgebaut werden. Das Haus, das, wie die 1 beiden andern, unterkellert sein wird, enthält neben Keller und Provianträumen auch eine Waschküche im Kellergeschoß. ' Das Erdgeschoß bietet Raum für große Küchenräume, eine Halle, ein Musikzimmer, Herrenzimmer und Speisezimmer, i Im Süden schließt sich eine herrliche Loggia an, der eine breite Terrasse vorgelagert ist. Im Obergeschoß befinden ' sich drei größere und ein kleineres Schlafzimmer, em Frühstückszimmer und das Bad. Im Westen und Osten werden Balkons vorgebaut. Im Dachgeschoß schließlich werden zwei Fremden- und zwei Mädchenzimmer, ebenfalls em Bad und ein Schrankzimmer untergebracht. Seiner Bestimmung gemäß wird das Haus zur Ausnahme besonders oberhesstscher Industrie und Kunst dienen. Das Haus Gewin trägt einfacheren Vrllencharakter. In. hervorragender Weise ist hier die Aufgabe gelöst, allen vier Fassaden ein geschmackvolles, immer gleich anziehendes Aeußere zu geben. Das Hans wird außer dem Erdgeschoß nur noch ein Stockwerk erhalten. Im Erdgeschoß werden Diele, Küche, Speisesaal, Wohnzimmer und Salon, un erften Stock zwei Fremdenzimmer, Schlafzimmer, Bad, Kinderzimmer, Hatte und Scyrankzimmer untergebracht. Eine Terrasse mif Balkon wird an der Südseite angebaut werden, der überdeckte Eingang wird sich im Osten befinden. Gärtnerische Anlagen werden auch dies Haus umgeben. Das Odenwald haus wird von Prof. Sutter errichtet und wie das oberhessische Haus zweistöckig sein. Im Erdgeschoß sotten Vorplatz, Diele, Küche, Speise- und Empfangszimmer, sowie eine geräumige Loggia, im Obergeschoß Vorraum, Bad, zwei Wohn- und zwei Schlafzimmer untergebracht werden. 'Das Dachgeschoß wird die Waschküche und vier weitere Zimmer enthalten. Mle drei Häuser sollen erhalten bleiben, nach Schluß der Ausstellung also nicht abgerissen werden. Die Inneneinrichtung sämtlicher zur Verfügung stehender Räume ist schon vergeben, mit dem Bau der Häuser ist begonnen worden. Wie immer wieder betont werden muß, sott auf der Ausstellung weniger Prunk, nur auf den Effekt Berechnetes gezeigt werden. Es sotten viellnehr praktische Gesichtspunkte in erster Linie zur Geltung kommen. * — Eine unterirdische Zeitung. Die Londoner Untergrundbahn wird von einer w großen Menschenmenge benutzt, daß sich an ihren Stationen unter der Erde eine ganze Stadt im Kleinen gebildet hat. Da gibt es Cafes. Bars imh Pvstbureaus und Buchladen, Tabakläden und Friseursalons, Lists und Schuhputzer. Ein englischer Journalist ist nun auf den mge- niösen Einfall gekor.unen, auch eine mtterirdische Zeitung zm gründen, die unter der Erde gedruckt und verbreitet wird und in diesen dunkleren Gegenden weithin Erleuchtung bringen soll. Seine Abonnenten glaubt der Herausgeber unter den 240 Millionen Menschen, die alljährlich von der Londoner Untergrundbahn befördert werden, schon zu finden. Besonders hofft er auf dre Unterstützung der Frauen, die in seinem Blatt nicht nur bie volle Befriedigung ihrer Neugier erlangen werden, sondern denen auch in dem riesigen Format der neuen Zeitung ein Schutz geboten werden soll, hinter dem sie sich in der Bahn vor allen indiskreten Blicken der Däanner verbergen können. Das Blatt ftihrt den Titel „Der Maulwurf", womit die eigenartige Stellung der Zeitung recht gut bezeichnet wird. — Kleine Kunstchronik. Enriw Caruso wird, toitf die „Frkf. Ztg." hört, vom 31. Oktober bis 2. November irw Frankfurter Opernhaus ein Gastspiel absolvieren. Deo Künstler wird in „Aida" und „Rigoletto" auftreten. — Jmt Marmor-Palais zu Potsdam hat die Konzertsängerin Leontine de Ahna vor den kronprinzlichm Herrschaften mit großem Erfolge gesungen. — Der Zustand des Komponisten 'Ignaz Br ülls ist dermaßen, haß sein Ableben stündlich erwartet wirb. — Das literarische Echo. Halbmonatsschrift für Literaturfreunde (Herausgeber: Dr. Josef Ettlinger. Verlag: Egon Fleischel u. Co., Berlin W. 35), Ziveites September-Heft. Paul Bekker: Dichterkomponisten. — Gustav Falke: Wilhelm Holzamer. — Ä. von Ende: Amerika und seine Erzälster. — Wilhelm Holzame r: Lyriker und Halblyriker. Albert Geiger: Der Weg zurl Form. — Otto Knapp: Die nwdernew Preziösen. — Echo der Zeitungen und Zeitschriften. — Äurae' Anzeigen. — Nachrichten. — Zuschriften. — Der Bü.chcrmartt.> Modernismus veröffentlichen. Dem Vernehmen noch hat die Enzyklika fast rein dogmatischen Charakter und iviCI dar- legen, daff entgegen den Behauptungen, nach denen von dein heiligen Offizium ausgegangene Verdammungen gewisse Vorschläge von besonders dein Modernismus huldigenden Persönlichkeiten im Auge gehabt hätten, diese Verdammungen im Gegenteil das Ergebnis langen Studiums seien, durch das man zur Erkenntnis gelangte, daß die fraglichen Vorschläge mit dein Dogma in Widerspruch stehen und in jeder Weise dec Lehre dec katholischen Kirche widersprechen. Der Papst hebt besonders diese Darlegung hervor, weil er will, daff erkannt werde, daff alles, was gegen die dem Modernismus huldigenden Theologen und Schriftsteller unternommen ist, nach langeti Erwägungen und auf dec Grundlage erwiesener Tatsachen, nicht aber auf Vorurteile gegen die Schriftsteller hin unternommen worden ist. ^homös Abschied. Pcälident Thonrö veröffentlicht in der »Eisenbahn-Verbands-Zeitschrift" einen Abschieds- gruff an die Eisenbahner, in dein es heißt: „Nach achtjähriger Tätigkeit als Präsident dec König!. Eiscnbahlldirektion Frankfurt kann ich nicht scheiden, ohne Ihnen allen, Beamten und Arbeitern, für die große und nachhaltige Unterstützung, die Sie auf dem Gebiete des Eisenbahnvereinswesens mir allenthalben^freudig entgegengebcacht haben, meinen herzlichen Dank auszusprcchcn. Hiermit verbinde ich sodann den aufrichtigen - Wunsch, daß die einzelnen Eiscnbahnvereine und deren Gesamtverband weiter blühen und gedeihen mögen zuin Besten der Eisenbahnbedicnstctcn, zum Nutzen dec Staats- Aus Stcr^t smO LtrsvH. Gießen, 16. September 1907. Erledigt sind die mit einem evang. Lehrer zu besetzende 1. Lehrcrstellc an der Gcmeindeschule zu Klein- Karben. Mit dec Stelle ist Organistendienst verbunden. Das Präsentationsrecht steht dem Fceiherrn. v. Leonhardi in Groß-Karben zu. Eine mit einer kathol. Lehrerin zu besetzende Lehrerinnen stelle an der Gemeindeschule zu Gau- Algesheim. dtt Krätik der gesamten mdjt langer I.Übergangszeit ' llm festen und beständigen. Formen zn gelangen. ^schlage vor, am ^itz der gegenwärtigen Präp.irandenanftalt in der Provmz Oberl^ncn, in der Stadt Lich, und als Ersatz für düü X $lc Berluü der Präparandenanstatt nur unter großen Opsern ertt'agen könnte, eine Realschule für Ausbildung von Vollst tchnllehrern zu errichten. Ich denke mir, daß diese Schule, umfassend Serta und Ober- Sekunda (also 8 Klaffen), mit eigens zum Zweck der Lehrerausl- vitdung eulzurichtendem Lehrplane, besonders auch der klassischen u /^"öntuchen deutschen Literatur auszurüsten sei, das heißt mit stärkerer Betonung besonders des Deutschunterrichts, und mit takultativein unterrichr in dec Musik, unter Auslassung desUntcr- ricyts ui Pädagogik, dec dem späteren Studium zu überlassen kvare. vom. 1. Jauua ab eine allgerneinoe Erhöhung des Zinsfüße um 1/2 ProZ. eintreten zu lassen. Die Zinsen für Einlage. Lesern -Lage ab 4 Proz., die Zinsen von Tur sehen aus Oblrgatwnen 4y2 Proz. unü die Zinsen von Darlehen aus Schuldscheine gegen Bürgschaft o Pcoz. — 4u Erweiterung d«S Bahnhofs Lauterbach ist ü. Enteignung von 2o06 Quadratmeter im Privatbesiu befind Alande erforderlich. Es ist deshalb vom Kteisam ^auterbach --vagsahrt auf den 23. Orrober anberaumt worden P. V a d e n r o d, Kr. Alsfeld, 14. Sept. Gestern ab"m brannte n hier die in der Neugasse gelegenen Gehöft der Landwirte Johs. Greb und Karl Scharch nieder QrtiiVUeu^c Wahlsche Wohnhaus kvn..te nuc mi |gwßec Muhe gerettet werden, zumal in der hochgelegene Gasse großer Was-errnangel herrscht. In Fässern rubr mm aus der Schwalm herbei. Solch. Vorkommnisse liefern den besten Beweis, daß auch ff UtI eq?n^°^T€rn Wasserleitungen dringend iwtwendig sind h - d- Darmstadt, u- Sept. Der seit einigen Tage: verschwundene Gymnastast Eugen Abrie von hier hat sicl polizeilichen Ermittelungen zufolge am 6. und 7 Septembei m -oL-emcn au,gehalten und ist vatin nach Bremerhaven aba' reist vermutlich um sich dort aus ein Schiff zu begeben . W. Homburg v. d. H., 15. Sept. Die Rosen blübei noch und alles steht noch in der Sonunerpracht. Die Kvn- zerte tonnen selbst abends noch im Kurgarten ab geh alter UP sorgens an den Brunnen erscheint beim Früh io inert u nm emp ..____1 2 ' Lwlschen Anwalt und Klienten nach 5 Jahren veriäüreu__ ^araus wurde der 18. Deutsche Anwaltstag geschlossen. , >^elb|wersiändlich müßte mit dec Absolvierung der Ober-Se- runoa pie Eliffahrlg-Freirvilligen-Berechtigung ohne besondere Prü- pung, )o löie in anderen Realschulen, verbunden und der Besuch dreier un,ialt auch .allen denjenigen gestattet werden, die nicht dem -^ehroeruse sich widmen wollen. Der Unterschied zwischen Lehrer-Schülern hätte nur darin zu bestehen, daß die Erft'eren zur Entrichtung des Schulgeldes verpflichtet wurden, während den Letzteren gegen Ausstellung eines R-Verses das letztere zu erlassen wäre. — Indern ich bemerre, daß ich keinesfalls strikte auf diesen Forderungen, Ivie ich sie hier skizzierte, im speziellen mich sestzu- legen ivuniche und nur im Auge habe, int allgemeinen die vorliegende r^rage tu den Kreis dec öffentlichen Erörterungen zu ziehen, ]o mcajtc ich bitwn, den folgenden Antrag vom selbigen $ aud- 5U betrachten. Mein Antrag macht nicht den Anffwuch daraus, vollendet schon eine fertige Sache in die Wirk-! IidjEeit zu uoerfuhren, nur darauf möchte ich, unabänderlich für nnd) selber, ein besonderes Gewicht legen darauf, daß in jedem! s?« die neue Lch»rb-.ibrmgS«isMt auf bem Land, speziell zu Lrch, zu errichten |e:. ö Ich beantrage. Kirche mm» Schule. Rom, 15. Sept. Der .Osseroatore Romano" roitb morgen abend eine Enzyklika des Papstes über den politische Tagesschar». Zur Beförderung des preußischen Kriegsmiuifters. Selten ist die Laufbahn eines Offiziers so glänzend gewesen, wie die des zum General der Kavallerie forderten preupi,chen Kriegsministers v. Einem Er siebt noch im mittleren Lebensalter und erfreut sich jetzt Wiede/ einer gefestigten Gesundheit, wahrend noch vor Jahresfrist ern hartnäckiges Magenleiden sein Verbleiben im Amt nicht ganz zweifellos erscheinen ließ. Daß Herr ti. Einem so ifynetlbum nahezu höchsten militärischen Rang aufgestieaen ist, verdankt er ohne Frage seinen hervorragenden Leistungen b.er Spstze der Militärverwaltung. Er ist nicht nur ^nbern aut£) Si-wiegter Diplomat und treuliche, Redner. Von durchschlagender Wirkung auf das 2"'unb Island war es, als es zur Zeit, da die Kriegs- le,lbt b"'nederhing, im Reichstag mit kurzen, Ü’°rten btc ^<"sache der Kriegsbereitschaft des ®s u-ar wie ein Klang auf Ersen. Allbekannt ift, daß General v. Einem im Parlament Sa£ernLÄCLL9„en^..»ie.A' seiner . ~;c verehr l m/c 2. Kamm ec wolle beschließen, Grvffh Re- gterung zu ersuchen: i. Neben dem bestehens seitl^rigen System, der Volksfchullchccr- au^oiwung in den ^cmümrien, bad hierdurch in keiner Weist twrcrit noch beeinträchtigt weroeu soll, v-ersuck-sweise die LoAs- fchullehcer-Ausbitdung zu gründen auf: 1. den unentgeldlichen Be>uch einer zu diesem Zweck eigens c i u zu ui ch tcriLcn Jh c al ichule mit besonderem Lehrplan und nachiohgeudes Studium der Pädagogik auf der LaudeA- Unwerittat. 2. Diese neue Resorin-Bildungsanstatt für VolGfchullehrer in der -Ltadt Licy ernzurichten. . , ______ o..... m 81 S«x».E»tricht»mg eines ange.I"senbahnverwaltung nnd zum Wohle des Vaterlandes. Si -qcr L-Sr-r-Ausbildungs-s Thome erhielt den Kronenorde.. 2. Klasse mit Stern. Langsdo rf, 14. September 1907. Verdienste, die der siegreiche Divisionsführer im ftrTp, ‘1870 sich erworben hatte. Lebhaft tauschten die anwesend Veteranen ihre Kriegserinnerungen aus; besonders ni ziehend waren die Erzählungen des im 80. Lebcnsiob stehenden Veteranen Anwn S t ü ck l e, der als Düchsenmach der Division den Feldzug mitgemacht hatte und in ßftpi Berührung mit dem Divisionskommandeur gekommen tun Als z. B. nach der Schlacht bei Gravelotte er die Frage n den Prrnzen richtete, was er mit einem von ihm erbeuten Wägelchen anfangen sollte, wurde ihm die Antwort- « halten Sie doch-den Wagen, bis der Eigentümer Sie bano fjagt!" Stückle behielt den Wagen bis zum Frieden Ichlujie, er wurde ihm während des Feldzuges ein beauewi Beförderungsmittel. n " tb Nidda, 15. Sept. Oberlehrer Dr. S t r e ck e r - Bo! vmuherm tzrelt gestern vor einer stark besuchten Versammlvp von Volksfchullehrern einen Vortrag über die Le h r e r b st du ngs frage. Seine Forderung gipfelt in der Ei^ le UL e' dem Universitätsstudium hJ llehrer und in dem Zusammengehen h höheren Lehrer mit den Volksschullehrern. Durch die Volk schule müßten die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forst ungen Gemerngut des deutschen Volkes werden. Auf Antw eines Lehrers wurde einstimmig folgeitde Resolutio angeiwmmeu: „Tie in Nidda tagende Versammlung b-.s Icher Volksschulletzrer errlärt sich durchaus mit den Ford riingen einverstanden, die in er Denkschrift des befrifcfip Landeslehrervereins bezüglich der Lehreroiloung cufoeL und eingehend begründet worden sind. Sie würde es s hierzu in schroffstem Widerspruch stehend halten, wenn ei neu zu begründendes viertes Lehrerseminar auch wieder i em kleines Landstadtchen gelegt werden sollte. " x Schlitz, 14. Se.pt. Der Landwirtschaft^ ka in me r-Äusschuß für die Provinz Oberhessen bie ge|ient hier, unterhalb Schlitz, eine Ortsschau fürst Sa,>l itz er land ab, die von Landwirten aus den Orte Huaoori, Queck, Lerusyausen, Nieder-Stoll und ryiautctr ball) mit über 70 Stück Rindvieh beschickt war. Die Beteii gung würde wahrscheinlich noch stärker gewesen sein men iiiajt viele Lanvtvirte infolge des zurzeit recht günstige ab gehalten $etoe)eu wären. An Preisen wurz. 430 jjct vergeben und waren es vor allem Landwirte au । und Wernshausen, die die ersten Preise erzielst^ , ----- Am Nach Ansicht der Preisrichter war das aufgetriebene Man oamstng uoinntfag 11 Ahr stellte doc scheidende Eisenbahn- Vial recht gut; im Schlitzerlande ist auf dem Gebiete der Rint . __Köhler-Langsdorf. I ^u'ektoc Thome seinem tstachsolgcr Reuleaax die Direktions- diehzucht in den letzten Jahren ein recht erfreulicher Fori -^^^ stH^gOeder und Hülfsbeamtcn des Bezirks'vor. Das war die {'Su verzeichnen. — Im Anschluß an die Tierscha Deutscher Anwaltstag. letzte Amtshandlung Thomßs, der bereits am Nachmittag Po t7°nbto- Bezirksverein Lauterbach im Gasthau «nberecktigter Nachdruck verbotest Frankfurt verließ. unter dem Vorsitze seines Direktor- sä 6? ws* auwälte voraus. Wie Justizrat Dr. Seeiia I A Vizewachtmetster Mösch ke (1 Darmstadt) des I Lerthiger-Alsfeld über bi gehören der Kasse etwa 5500 Mitgsteder an^ D-r Feldart.-Regts Nr. 27 Oranicn. — Fr hr. v. Ga ll Neinertrag auf d-f Kaprtalgrundstock beträgt rund 1200 000 Mk Mr Unter ^st'-^ Lerbgaroe-Jnf.-Regt. (1. Großh. Hess.) Sir. 115, an baß bie^^hrn reQte f000«” wt stutzungszwecke wurden im letzten "kabre e ist- n^Of.a we' btr ^bichred bewilligt. ° ? Gemeinden bei Bedarf von jungen Bullen bei «Wegeben. Die Anwaltsratninem gewährten de^Knssc " 5ür Vogelsberg . Wa nberer. An schönen Äeneralversam^no'iE? bewirken möchten. An di N"ftn. An Mitglieberbeiträgen gingen V°rbsttagen greift wohl noch mancher zum Wanberstabe. Sie £ an 1 1 9 V ) Sememsames Mittag Q)tetUefSS Abrechnung -eicht das unglückliche Herbstein besuchen, seien auch auf das Mssp-ckkasse Lauterwach h^t b-schlvsse^^vom 7. F^iua bete Wagenkasse"fur i>eu tf ebe I 'UC .?ei.9.borf Reiches — anderthalb Stunden nordwestlich I. ab eine allgemeinbe Erhöhung des Zinsfüße die zugleich.auch als Rubcaebal'-st^und^ ^b|,cm ~ mlt altehrwürdigen .Totenkirche-'" ö T B «gerichtet ist. Die Kasse bar oeu AVn-w em- aufmerksam gemacht. Am Nocdost-9lbhauge des Hügels, der ^xÄ^bnder Jnvalitntät ein Ruhegehaft und de"r Witwen ^ndet der Naturfreund und Sammler ein üer?x>rj)eTter Mitglieder eine Rente zu gewähren Geslcm, den Nephelmdolecit. (Ebenso schöne Formen Ms Gruudungsstock sollen der Kasse 500 000 Dck. Minerals weist in Deutschland nur dec Läbauec Berg w^den. ^ujtizrat Kolsen (Berlin) sprach sich qeaeu bie ln (^nc^1'en QUM ^uf den jetzt abgeernteten Getceideseldecn b« 50000) Mb aus, ba^derstrtige KZK aÄ-ictm bic Steine offen zu Tage und führen den Suchenden Ao^umiswn sollte die Frage noch einmal ä" reicheren Fundstellen. schieben chr^dte"teeiwMoMünchen) tritt eut- .. De r u f s g e n o f s e u s ch a f te n u u b L a n b e s v er- tzarobftchi iBerliiO Dr S Rechtsanwalt h4etungsanstalt. Auf Eiulabung der land- unb forst- ^ckh Mrubera urewen unb Justizrat wrrtsch. Berufsgenos,enschaft für bas Großherzogtuin Reffen Mark S ? Eg 5 bte Vergabe von 500 000 hat am Freitag in A a r ui stabt unter bem Vor,itz von Geh Ru toesnpii^, beschloßen, der Sti])e 500 000 Mk. Regierun^rat Bichmanu eine Versammlung von Vertretern sthloffen Darauf würbe bie Generalversammlung ge- stew im Großherzogtum wirkeuben Berufsgenossenschaften b5 Jätungen bes RegieSRat^ Dr°Dietz^stallg^ st^nb ir^ G Widerspruch, weil ber BorPchaften unb ber LanbesversichSrungsanstalt zum Zwecke Umi mÄÄcT ^gelehnt hatte, des Zeg.nseitigen Austausches der gemachten Erfahrungen ($^016 '11 entitirp^p,, r^I?art$n unterzeichneten unb Unterstützung in ben Aufgaben gutgeheißeu, die sich orbwitlickten Äaültocel h^nn ^lyns außer- Surgemem,amen Behanblung unb Durchführung im gegen« teterm^ gSiUM tSefi t ? ß öur Reichsjustiz- sertigen Interesse eignen. Als biefe Aufgaben sind nach staube ba/ Serfraven her «nem Referate oes Sekretärs Pieper insvesonbere zu Bel nach lanoer erregter ^ipruht, würbe trachten, bte Rentenkontrolle unb Abschätzungsfrage, die ge- werben unb morgens an den Brunnen erscheint steim^rüb überwiegenber Maioritä- leöha^m Beifall mit meuMme Durchführung des Heilverfahrens, Abschlüsse und ponzert noch eine stattliche Anzahl von Aüraästen tourte Cf Ent?aMng erteZt - Dr" B l o w Apothekern, Schass eines st Tagen dürfen wir hier'ein Fest begehen w^^ ^ch n behandelte noch die ^-raae ob r l Wmcfcn) ©xnrirfjtung von Unterrichtskursen für tn Homburg, ja in Europa stattgefunüeu hat Der Kü ni lung zwischen Anwalt' f 6 1 * e S c 9 c ‘ n m LC T' mit besonderer Befriedigung festge- von Siam beabsichtigt in vollem Glanze ud chorientel Er verneint im allgem?inen bte --upfiehlt. stellt werden, daß die Versammlung in völliger Ueberein- ^r Pracht seinen G e b u r t s t a g hier zu feiern , Abmackmn» bnr schlagt aber eine stEUngder Anregung der land- und forstwirtsch. Berufs- ramestschen Gesandtschaften an den europäischen 'tzöte genossenschaft in anerkennender Weise näher getreten ift treffen zur Gratulation hier ein. Am Wend oll im Kur kkilnbi^ einer Bereinigung zum Zweck der Durch-I ha^le Ed im Kurgarten eine fe st l i che B ew ir tu n- gemeinsamer Aufgaben für zweckmäßig und wün- durch di e sra m e j i sch e M aj e stät v o n Tau en de ^aertauut hat. lieber den weiteren Ausbau der erfolgeii und eine Illumination sowie Feuerwerk wie c ju schaffenden Organifatwn sowie darüber, ob durch ein v°ch »w m Homburg dageweseu ist. Eine Konsultation bpl GÄ ^bttsamt bie einschlägigen Fragen behandelt «--»te des Königs, zu tuelcher Gehpimrat Lraus^erlln werden sotten wird eine demnächst einzuberufende besondere ^heimrat v. Lreyi.Hetbelberg, Professor Maier Lterlte D 5°"tzrenz beichließen nachdem die einzelnen Bernssgenossen- sti Noorden und Lecharzt Dr. Boehmer Lim ' schaftsvorstande zu den gcsaßten Beschlüssen Stellung qe- 9'ps°lte in der Hoffnung, daß die hi/fi-w Ku^von^Wcha^ i nommen haben. Soviel steht heute'schsti fest, daß du?ch st°llen Zufriedenheit vollendet n-erd^würdeDas 5 k L;L9^"^d-rm.i ein Schritt weiter geschehen ist Geburtstagsfest, an ivelchem sich and) ein großer siamesischer “nb5«JÄ:rrou:f(ia)ullg der Zwecke und Ziele L^"s°9L"- e.°a»b-n tuteo, soll eut Zeichen der EM" unferer loztalen Verftcherungsgest-tzgebung und daß eine klt vom König sein. ° 1 °cr uianttwr- M zutage getretenen einheitlichen Be- ** Rod heim a. d. Bieber, 14. Sept Die ?>prfiff, fejrre?« säfsä« WW-MMkKrr.'xsÄ wenigerjjuieS 2^^ war ben Dor^ergelxitben Sen- »änben ^ie Referate lagen in den hP^Cn,^ffr u£nte^ei^?^’ bes Lchxers bt stauben und D r e scher- L»ock)Llb?ii^ bht -Lützellmden unb Lehrer deren Zahl erwas beträchtlicher wur, beschteben. Die <5tabt fitbrunnpir fnirJmv burchaus praktischen Aus- Gießeu wirb mit beu Resultaten, die bteW™in^r ^eöna Grunbe lag: Die hohe U LUrb? u Perpslegung im Solmser Hof ben unseres Vaterlanbes^i7^!üP bie gedeihliche Entwicklung Schulern gebracht hat, Ursache zur Zufriebenheit haben. — ben breiten bringend notwendig, daß in vorigen -vvnnerstag abend versammelten sich mr cwMpr fhüihnP c-> J Ä^bvlkerung Interesse unb Ver«! “ ies aw‘ - - «*• •**»' 40 Pfg. ä b des Handel . 113.00 Obei sohl es. Eisen-Industrie 100.70 Portugiesen III 92.60- Prince-Henri-Eisenbabn . Berliner Börse, 16. Sept. Anfangskurse. 222.00 113,10 •Thüringisches« alphabetisch geordnet, nebst Armee-Einteilung und Verzeichnis! sämtliche^ ReM^euter hezw. Bataillone der Deutschen Arnree. 1 W^Wi Dr. M. Scbnlze-Knhleyss, Nervenarzt. Sanatorium Hofheim im .Taunus, Ungar. Goldrente . Italien. Rente . . Portugiesen Serie I Bochum Guss . . Buderus E. W. « Tendenz: fest. Harpeuer Bergwerk Laurahütte Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Tilrkenlose . . . 119.75 104.40 212.70 197.40 129.10 197.50 222.00 Harpener Bergwerk Laurahütte . . . Nordd. Lloyd . . Berliner Handelsges. Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Deutsch-Asiat Bank Diskonto-Kommandit. Dresdner Bank Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio- Eisentahn . . . Gotthardbahn . . . Lombard. Eisenbahn Oesterr. Staatsbahn . 93.70 83.70 94.00 83.70 92.10 91.00 98.30 98 20 93 60 102.60 66.00 66.70 91.80 90.75 93.50 141.80 48.10 84 50 62.20 95.50 4% 3% 3% 30.40 141,90 127.00 Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: lustlos. 3X% 3% 3X7o 3% 3M7o 3^°/0 Reichsanleihe do. Konsols . . do. Hessen Oberhessen — Der wissenschaftlichen Stiftung zur Errichtung einer Ham- u r q e r Universität siel ein weiteres Vermächtnis in Höhe 4%°/o russ.Staatsanl. 1905 4%% japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose...... 4% Griech. Monopol-Anl. . 4% äussere Argentinier . 3°/0 Mexikaner « . . 4Chinesen . . « . Aktien: Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schuckert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik. PaketL xates Anderson-Koblenz war Seminardirektor Krämer-Neu toicb erschienen. Auch Landrat Dr. Sartorius, die Kreisschnl- Inspektoren des Bezirks, sowie viele Geistliche und mehrere «Seminarlehrer hatten der' ergangenen Einladung Folge geleistet. Als zweiter Vortrag stand „Das Turnen im Lehrplan der Volksschule", gehalten von Seminarlehrer G-ern- hVetzlar auf der Tagesordnung. Ter Referent verstand es, itn klarer Weise neue Ansichten über den bisherigen Turnunterricht der Konferenz mitzuteilen. Er führte aus, daß Nicht das Gerät, sondern der Körper des Kindes als Mittelpunkt für alle Hebungen gelten muß. Als solche kommen in erster Linie in Betracht: a) Laufen und Springen (Hebungen zur Kräftigung von Herznnd Lunge), b) Hebungen zur ausgiebigen Betätigung der Rumpfmuskulatur und endlich c) Hebungen zur Streckung der Wirbelsäule (Schwedisches Turnen). Das anstrengende Turnspiel gilt als die Krone des Schulturnens. Zum Schlüsse wurde die Frischholzsche Schulbank .mit geräuschlosem Subselliensitz vorgeführt. — Liedervorträge trugen viel zur Hnterhaltung der Konferenzteilnehmer bei. Märkte. Gießen, 14. Sept. Marktbericht. Aus heutigem Wocbemnarkte kosteten: Butter pr. Pfd. 1.20—1.30 Alk., Hühnereier 1 St. 8—9 Vfg., 2 Stck. OO—OO Pfg., Gänseeier 10—00 Vfg., Enteneier 8 Pfg., Käse pr. Stck. 6—8 Pf„ Kasematte 2 Stck. 5-6 Pfg., Erbsenp.Pfd. 18-24 Pfg, Linsen p. Psd.25-4OPfg., Tauben pr.Pr.0,80 — 1,00Mk.,Hühnerpr.St. 1,00—1,60 Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse vr. Pfd. 00—00 Pfg., Ochsensteisch pr. Psd. 82—88 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 80—82 Pfg., Schweine- leisch pr. Pfund 70—84 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psd. 88 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 80—90 Pfg., Hammelfleisch pr. Psd. 64—84 Pfg. Welsche per Pfund —.— Kartoffeln pr. lOOKg. 6—0 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,00—7,00 Mk., Milch ver Liter 20 Pfg., Nüsse 100 Stück 50—00 Pfg., per Ztr. 0—00 Mk., Weißkraut per Stück 10—20 Pfg., per Zentner Mk. 0.00—0.00. Marktzeit von 8—2 Uhr. Zur LiriminaLstlUiftik im Großhcrzogtum Hessen. (Nachdruck — auch auszugsweise — verboten.) Mag es auch dem Rufe nach der „guten alten Zeit" vielfach au innerer Berechtigung fehlen, eins steht fest, die Statistik über Verbrechen zeigt ein ständiges Anwachsen in der Zahl der Verbrechen. 520 356 Personen wurden im Jahre 1905 im ganzen deutschen Reiche wegen Verbrechen und Vergehen gegen das Strafgesetzbuch abgeurteilt. Leider nimmt die Zahl der verurteilten Personen von Jahr zu Jahr zu. 1904 waren cs nur 517 000; vor 10 Jahren betrug ihre Zahl nur reichlich 4% Oesterr. Goldrente 41/e% Oesterr. Silberrente TeEefomsche Kursberichte Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen. Frankfurter Börse, 16. Sept., 1.15 Uhr. GerichLsHasL, fc. Frankfurt a. M., 11. Sept. Vor einiger Zeit wurde hier der Zahntechniker H. Plechatsch wegen Kuppelei zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Er wurde gegen Stellung enter Kaution von 6000 Mk. auf freiem Fuße belassen. Als er schließlich die Strafe antreten sollte, erschien statt seiner sein Schwager, der Anstreicher Bill, und ließ sich einsperren. Nachdem Bill einen Teil der Strafe verbüßt hatte, stellte sich der Betrug heraus und Bill wurde wieder in Frecheit gesetzt. Plechatsch aber wurde feftgenommen und hinter Schloß und Riegel gebracht. Beide werden sich nächstens wegen Hrkundensülschung bezw. Anstiftung dazu vor dem Schwurgericht zu verantworten haben. Zugleich aber hat das Landgericht die Kaution von 6000 Mk. für verfallen erklärt, da in der Entsendung eines Stellvertreters ein Entziehen der Strafvollstreckung zu erblicken sei. Die vom Verteidig er des P. gegen diese Entscheidung eingelegte Beschwerde beim Oberlandesgericht wurde verworfen. . 165.80 . 126.70 . 226.50 . 66.40 . 139.40 . 154.30 . 127.20 . 226.90 . 141.00 . 168.75 . 139.75) . 202.00j Darmstädter Möbelfabrik Darmstadt, Heidelbergerstr. 129 ■— Knnstschreinerei . - ■ Werkstätte für Wohnungs-Einrichtungen jeden Stils. Grösste, existierende, stets wechselnde Sonderaussteliung; von ca. mustergültigen Wohnrüumen in jeder Preislage. Man verlange Preisliste mit Abbildungen. "WI b12/8 von 100 000 Mk. zu, die Frau Fides Brach, geb. Feist- Belmont, zum Andenken an ihren verstorbenen Gatten Rudolf Brach dem Kuratorium überwies. Tie Stiftung hat damit eine Höhe von rund 4 400 000 Mk. erreicht. gs p og 0 3 Elektro- und Maschinen- Teehmkym J’manaü ksä rNNverftttits-Nachrlchte«. Halle a. d. S., 13. September. Ter frühere Professor in Tokio, fetziger hiesiger Hniversitätsproiessor Ludwig Busse, Vorstandsmitglied der Kantgefellschaft, ist in der letzten Nacht an einer Tarmoperation hier v e r st o r b e n. vermischtes. * Ein entsetzliches Grubenunglück hat sich am Sonntag in einem lothringischen Bergwerk zugetragen. Wir erhielten gestern folgendes Telegramm: F o r b a ch, 15. Sept. Durch Explosion schlagender Wetter in Grube Merlenbach wurden 15 Arbeiter betroffen. Davon sind wahrscheinlich 12 tot, 3 schwer verletzt. Eine spätere Meldung lautet: Die Explosion schlagender Wetter auf Schacht 5 der Saar- und Moselgesellschaft in Merlenbach hat sich als nicht ganz so schwer herausgestellt, wie die ersten Meldungen besagten. Es kamen bei der Explosion vier Bergleute im Alter von 21, 28, 29 und 46 Jahren um, drei Bergleute wurden verletzt, einer schwer, der jedenfalls seinen Verletzungen erliegen dürfte. Die Verunglückten, unter ihnen auch der Schießmeister, befanden sich nur 52 Meter von der Stelle, wo der Schuß gelöst wurde. Man nimmt an, daß durch den Schuß eine Gasansammlung getroffen wurde, die mit furchtbarer Gewalt explodierte. Die Toten sind entsetzlich verstümmelt. Im Moment der Explosion befanden sich 12 Mann im Querschlag, von denen sechs kurz nach der Katastrophe vermißt und deshalb tot vermutet wurden. Die Untersuchung durch den Bergmeister von Braunmühl-Saargemünd ergab, daß die Katastrophe nicht durch fremdes Verschulden herbeigeführt worden ist. -Brände. In Könitz (Weftpr.) brannte wohl infolge böswilliger Brandstiftung, in der Nacht das Hotel Priebe vollständig nieder. Da das Feuer zuerst das Treppenhaus ergriff, mußten sich sämtliche Reisende, sowie die Hotelbediensteten durch Hinausspringen aus den Fenstern retten. Hierbei wurden der Kaufmann Adolf Friedländer aus Breslau und die Wirschafterin Gervin, die aus eine eiserne Treppe stürzte, schwer, mehrere andere Personen leichter verletzt. — In Mailand wurden die Gctrcidelagerhäuser der Damps- mühle Merello mit ihrem Inhalt im Werte von einer Million Lire durch Brand zerstört. * Epidemien. In Antonienhütte (Oberschles.) gibt es z. Zt. viele Typ h us* Erkrankungen mit Todesfällen. — In San Francisco sind seit Ende Mai ds. Js. 2 4 Pestfälle festgestellt worden, die mit Ausnahme eines einzigen tätlich verlaufen sind. — Gerüchtweise verlautet, es breite sich die Cholera in Ungarn und Rumänien aus. In dem Krakauer Vororte Gai sind tatsächlich Erkrankungen an Cholera vorgekommen. Das russ. Gouvernement Wtatka wurde für choleraverdächtig erklärt. In Moskau und Umgegend sind vier neue Cholerafälle vorgekommen, von denen drei tätlich verliefen. Stundenpläne für höhere Schüler gelangen in hochküustlerischer farbiger Ausführung durch die bek. Theeffrma Ed. Meßmer, Frankfurt a. M., zurzeit zur Ausgabe. Allen Interessenten stehen Gratisexemvlare zur Verfügung. ss7/0 Mrchliche Zladyric^tcn, Israelitische Neligionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südantage). Mittwoch, den 18. September 19 0 7: Bersöhnungsfeft. Vorabend 6.30 Nhr. Predigt nm 7 Uhr. Morgens 7.30 Nhr. Predigt mit Seelenfeier nm 11.30 Uhr. Schlußpredigt um 5.30 Uhr. Festesansgang 7.15 Uhr. NB. Während der Predigt ist der Eintritt nicht gestattet. Walter H o mann, Tagebuch einer männlichen Braut. Die Geschichte eines Do ppelwcsens. Berlin, D. Dreyer u. Co. Moderne Kunst. Illustrierte Zeitschrift. XXII. Jahrg., Heft 1. Berlin. Richard Bong. Jährlich 26 .Hefte ä, 60 Pfg. Erdmann Graeser. Lemkes sel. Wwe. 1. Zur unterirdischen Tante. Hum. Roman a. d. Berliner Leben. 6. Aufst Berlin, Herrn. Seemann Nachf. Preis 1 Mk. 400 000 und vor 20 Jahren gar nur reichlich 300 000. Der größte Prozentsatz aller Verurteilungen betrifft die Körperverletzung; mehr als 125 000 Personen oder 24 Proz. wurden wegen Körperverletzung verurteilt uud bestraft. Am nächsten dieser Kategorie kommt der Diebstahl, wegen dessen mehr als 100 000 Personen abgeurteilt wurden. Auch die Beleidigungsklagen waren nicht gering, nahezu 60 000 Personen mußten ihre ehrabschneiderische Tätigkeit vor Gericht büßen. Am geringsten war erfreulicherweise die Zahl derer, die man des Mordes und des Totschlags anschuldigte. 271 Verurteilungen fanden dieses Verbrechens wegen nur statt. Nicht allzuhoch waren auch die Verurteilungen wegen Raub und Brandstiftung; wegen der ersteren Untat fanden 556 Verurteilungen statt, wegen Brand- tistung nur 443. Bemerkenswert ist der Rückgang wegen beider Verbrechen seit dem Vorjahre (1904), wo 70 Brandstifter mehr verurteilt wurden als 1905. Auffallend und der allgemeinen Ansicht nicht entsprechend ist ein, wenn auch nur geringer Rückgang, in den Verurteilungen wegen Sittlichkeitsverbrechen, den 5422 Unholden im Jahre 1905 standen 5433 im Jahre 1904 gegenüber. Was die Beteiligung des weiblichen Geschlechts an der deutschen Kriminalstatistik betrifft, so wurden im ganzen 81000 Frauenspersonen abgeurteilt. Den höchsten Prozentsatz finden wir bezeichnenderweise bei Bestrafung wegen Beleidigung, von denen 1/4 auf das Konto des weiblichen Geschlechts kam, während ihre Beteiligung am niedrigsten bei Raubanfällen war. Hervorgehoben sei noch, daß von den im Jahre 1905 Verurteilten mehr als 50 000 das 18. Lebensjahr noch nicht erreicht hatten. Bei uns wurden im Jahre 1905 wegen Verbrechen und Vergehens gegen Reichsgesetze überhaupt 8703 Personen verurteilt. Im Einzelnen verteilten sich die Verurteilten auf folgende Gattungen. Wegen Wider st andes gegen die Staatsgewalt wurden 233 bestraft; des Hausfriede nsbruches machten sich 299 schuldig; Verletzungen der E i d e s p f l i ch t kamen 17 vor, Sittlichkeitsverbrechen mußten in 116 Fällen geahndet werden. Auch bei uns war wie im ganzen Reiche die Zahl der Verurteilungen wegen Körperverletzungen am größten. Leichte Körperverletzungen kamen 562 vor, gefährliche dagegen 1982. Die Ehreihrer Mitmenschen tasteten 1076 an; an fremdem Vermögen vergriffen sich 1298. Wegen Unterschlagung wurden 384 verurteilt, wegen Raub 6, Erpressung 6, Hehlerei 104 und Betrug 521. Schließlich sei noch erwähnt, daß wegen Urkundenfälschung 113, wegen Sachbeschädigung 441 und wegen Brandstiftung 11 Personen verurteilt wurden. Totschlag kam bei uns im Jahre 1905 6 vor und ALörder gab es 3! . . 207.90 . . 116.30 nutzte, nahm unter der Garnison der Skorbut einen immer größeren Umsang an. Maßregeln dagegen ergriff Stößel nicht; dagegen beschäftigte er sich mit der Verteilung von Lob. So erließ er am 27. November einen Tagesbefehl an die Garnison, in welchem es unter anderem heißt: „Jetzt sind es gegen zehn Monate seit Beginn des Krieges. Zel)n Monate hält sich Port Artur, ohne Verstärkungen, ohne Geschosse und Mundvorrat, zu erhalten. Was kann höher stehen als diese Zähigkeit und Kühnheit? Ruhm sei Gott, dem himmlischen König, Ruhm euch ruhmvollen Helden, den Truppen des russischen Väterchens Zar." — Wes Geisteskind Fock war, von welchen Gesichtspunkten ec sich bei der Verteidigung Port Arturs leiten ließ, das bezeugt am besten die Denkschrift, die er am 21. Oktober 1904 Stößel einreichte. Wir wollen aus diesem geradezu komisch wirkenden Elaborat wenigstens einige Sätze anführen: „Eine belagerte Festung kann man mit einem vom Brand befallenen Organismus vergleichen: Wie ein solcher Organismus früher oder später zu Grunde gehen muß, so muß auch die Festung fallen. Der Doktor und der Kommandant müssen hiervon vom ersten Tage an durchdrungen sein, da man den Doktor zum Kranken ruft, dem Kommandanten die Festung anvertraut. Das hindert den ersten nicht, an ein Wunder zu glauben, und das hindert den zweiten nicht, eine Wendung zum Besseren zu erhoffen. Dieser Glaube ist für den Kommandanten noch notwendiger als für den Dottor. Der Brand ergreift den Organismus an feinen Extremitäten, z. B. an den Zehen. Der Doktor muß rechtzeitig den infizierten Teil entfernen. Die Ausgabe des Dortors läuft darauf hinaus, die Existenz des Organismus zu verlängern, die des Komandanten — den I ul der Festung hinauszusch ieben. Das ist die Tragik ihrer Lage. Der Dortor oars nicht einen jähen Tod zulassen, der Kommandant nicht einen unerwarteten Fall der Festung aus einer nicht vorhergesehenen Zufälligkeit. Der Organis- nms muß allmählich zu Grunde geben, beginnend mit den 'Extremitäten. Ebenso muß der Fall der Festung allmählich folgen, beginnend mit ihren äußeren Werken." In dieser schülerhaften Manier wird der Vergleich zwischen Arzt und Kommanoant noch weiter ausgesponnen, und die Quintessenz der Fockscheu Salbaderei ist, daß der Kommandant das Wesen seiner Aufgabe immer nur im rechtzeitigen Uebergeben erblicken muß. Die Wahrheit über Port Arthur. In Petersburg ist dieser Tage der dritte und letzte Band des großangelegten Werkes von E. K. Noshin „Die Wahrheit über Port Arthur" unter dem Sondertitel „Das Ende der Belagerung von Port Arthur"" erschienen. Aus der Fülle des Interessanten, das in dem Buche enthalten ist, wollen wir einige fleine Stichproben wiedergeben. Eine ganz eigentümliche Geschichte, von der man allerdings nicht weiß, ob sie ironisch oder ernst gemeint ist, erzählt Noshin von hypnotischen Versuchen der Generale Fock und Nikitin. „Man erzählt sich mit großer Bestimmtheit," schreibt er, „daß Fock nnb Nikitin bei ihrem beständigen Nichtstun unerwartet in sich einen Ueberschuß von tierischer Energie entdeckten und sich mit hypnotischen Seancen beschäftigten. Als Medium erwählten sie den Generaladjutanten Stößel in eigener Person. Nach einer Reihe von Seancen gelang es ihnen endlich, ihrem Ches einzuslößen, daß er in den Telegrammen an den Kaiser nur ihre Namen erwähne. Die Hypnotiseure kamen aber bald zu der Heberzeugung, daß dies doch zu auffällig sei, und fügten den Namen Kondra- tcnkos hinzu und dann von Zeit zu Zeit, je nach ihrer Stimmung, noch einen oder den anderen Namen; mit einem Wort, sie taten mit ihrem Chef, was sie wollten. Wiederholt flößten sie Stößel auch ein, die Festung zu übergeben; damit hatten sie zunächst aber keinen vollen Erfolg. Der Generaladjutant sprach nur von der Hebergabe der Festung, übergab sie aber noch nicht. Kondratenko fiel. 9hm vermochten sie Stößel zu suggerieren, daß er die Leitung dec Verteidigungslinie Fock übergeben müsse — und die Seance ergab ein günstiges Resultat: Fock wurde trotz des energischen Protestes von Ssmirnow ernannt. Wieder begann er ihn die Hebergabe der Festung zu suggerieren, und als die beiden Hypnotiseure erfuhren, daß Ssmirnow sich anschicke, Stößel zu beseitigen, daß er die Festung bis zum letzteti Bajonett verteidigen wolle und zu Reiß gesagt habe: „In Port Arthur werden alle Generale mit mir an der Spitze umkommen," beschlossen sie zum letzten Mittel zu greifen; sie veranlaßten in der Hypnose Madame Stößel, ihren Mann zur Hebergabe der Festung zu bewegen." Am 26. 9kovember gab Stößel ein Diner zu Ehren der Georgsritter. Der Kapitän (jetzt Oberstleutnant) Sheltenko schrieb darüber im „Nowy Krai" unter anderem: „Cs war seltsam und angenehm zugleich, die Tische zu sehen, auf welchem im Ueberfluß Gegenstände der kulinarischen Kunst prangten, von denen wir gegenwärtig nur träumen können. Und in der Tat, wer kann jetzt ein großes Diner ausrichten mit einer solchen Fülle von Fleisch und Ferteln? Aber die Wirtschaft der Gemahlin Stößels ist so groß und wird so gut geführt, daß Madame Stößel auch jetzt, nach einigen Monaten der Belagerung, bei sich ein großes Fest ausrichten kann!!" Das Pendant zu dieser -Beschreibung ist, daß Generaladjutant Stößel der Garnison auch die Tagesration von 1/4 Pfund Pferdefleisch pro Köpf entzogen hatte! Durch die Nachlässigkeit Stößels, der die vorhanoenen Vorräte nicht richtig aus- 7. Ausg., n. d. Stande vom 1. Okt. 1907.. Leipzig, F. A. Verger. Pr. 20 Pfg. A. Nothnagel, Die Blätter des Menschentums. Poesre und Prosa. Leipzig, L Fernau. Pr. 3.20 Mk. Gartenlaube-Kalender für das Jahr 1908. Leipzig, Ernst Keil's Nächst (August LcherÜ. Zur guten Stunde. Illustrierte Familien-Zeitschrift. Jahrgang 1908. Heft T. Berlin, Bong u. Co. Jährlich 28 Hefte Zur Verhütung der Brechdurchfälle und Sommerdiarrböcn! eignet sich am besten die Ernährung der Säuglinge mit „Kufete"- .Nindermehl. Die Darin enthaltenen Eiweimtoffe bilden für die Krankheitserreger einen sehr ungünstigen Nährboden, wodurch ba£ Auftreten von Brechdurchfällen hintangehalten wird. Der Milch, .^gesetzt, macht es dieselbe leichter verdaulich und steigert deren- Nährgehalt in hohem Matze. lö/9 * Kamtpflege ist Schönheitspflege daher die großen Erfolge der Mrirrholin-Seife,- denn sie ist die! einzige, feine hygienische Tolletteseise, welche den kosmetischen Be. 1 taub teil — das Myrrholin — mit anerkannter und bewährter Schönheckswirkung auf die Haut enthält. b1(77 > - -— ------f Lehrfabrik ss16/u Neue Bücher. Eingegangen vom 7. bis 13. September. (Besprechung erfolgt nach Auswahl. Eine Verpflichtung zur Besprechung und zur Aufbewahrung unverlangt eingesandter Bücher wird nicht übernommen.) 1 Rudolf Böhmer, Die Bedeutung und Aufgabe des nationalen Blocks im ReichAtage, zugleich ein Bettrag zur Beurteilung und zum Verständnis der Zentrumslpoltttk. München, I. F. Lehmanns Verlag. 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