Dienstag 14. Mai 1907 157. Jahrgang Drittes Blatt Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Maß zusammenschrumpfen! —=> —=? rsg’g'g.g-i to s 22° to «3 <•3'- $9^5 Z S to Ö »-• ro 2 2 § ES s s sö5= *=> x - 2 ÖS'« gb rt E> rt « 2Tc< <£.' W 5 = Fr? ts ES'o'sX u F 7 2 m8, ^*5 3'2 ZGW5 ST v L 2 er 3 £ to= 5 2.?r 2. » 5 3i Is'Ä3 rt 2. er« =•3-ST ®2Ä »$2<2~ = s 3 = 5 = 2.=- ’"*" C*y '"’ a L^§ '’Ttn * E ."2?o's IrtCO toZ.rs Xie „Gießener Familienblätter" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das „Lreirblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Der „hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. = g,S7 x 2^1- HZ = ^‘ CD — B.o- RotationSdruek und Verlag bet BrühNch« UnwersitLtS - Buch- und StetnbrudereL R. Lange, Sieben. ; — X äito( F-|?J Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- stratze 7. Expeditton und Vertag : 6L Redaktion.s^H2. Tel.-Adr^ Sinniger Gretze». e» E. !S tec et» Fr ■S.% Z’a 2 l o pf'ffg 2.arf ? = ?Sa?c 5 2 «> o- G> iSf — äT«°Q« g © Iff UZ <6 CD sr» ■=.= er-. «* G ^r=3 3 « X *■» « %" = GZWZF" 3 rt*--H •=: o 'S Sfa lijg ^3-A SZ Ans Stadt und Land. Gießen, den 14. Mai. Vom städtischen Voranschlag. VIL Die Besitzwechsel-Abgabe, deren Einführung am 4. April beschlossen worden ist, ist mit 25 000 Mk. Ertrag im Voranschlag eingesetzt, während an die Staatskasse für btc Miter- hebung der Abgabe mit dem staatlichen Jmmobilienstempel 1000 Mark zu zahlen wären. Sandgrube, Steinbru d) und Steinbrecher fuw mit 51000 (55 560) Mk. Einnahme und 14 300 (47 600^ Mk. Ausgabe vorgesehen. Davon entfallen auf den Betrieb der Sandgrube 9000 (5000) Mk. Einnahme und 6200 (3200) Mk. Ausgabe, auf den Betrieb des Steinbruchs 40 000 (46 000) Mk. Einnahme und 36 600 (40 600) Mk. Ausgabe und aus den Betrieb des brecherS 2000 (4560) Ml. Einnahme und 1500 (3800) Mk. Aus-, gäbe. Die Landesuniversität crief)eint im städtischen Voranschlag mit 80 Mk. Einnahme (Geldanschlag für 16 Triebviertel, die dem landwirtschl. Institut als Versuchsfeld überlassen sind) und 924.46 (924.46) Mk. Ausgabe, nämlich außer dem obigen Geldanschlag 308.57 Mk. Beitrag zur Universität, 514.29 Mk. Beitrag sum landwirtschaftl. Institut und 21.60 Mk. Beitrag zur Stipen- oienkasse. Desinfektionsanstalt, Cholcrabaracke, Rettung sa n st a l t. Einnahme 3500 (4000) Mk. KostenersaK für die Desinfektionsanstalt aus der Kreiskafte. Ausgabe 4190 (4160) Mk. Rente der ober hessischen Eisenbahngelände- Entschädigung. Auf die aus der Staatskasse vorgelegte Ge- lände-Enischädigung, die für die Bahn Gießen—Gelnhausen 70 323.87 Mk. und für die Bahn Gießen—Fulda 73 719.74 Mk. betrug, hat die Stadt 47 Jahre lang, eine jährliche Rente von. 4 Proz. zu bezahlen. 1907 ist die 34. Jahresrate mit 5761.74 Mk. zu bezahlen. . An auszuleihenden Kapitalien sind für zu rapitalr- fierende Stistungszinsen 1244.11 (1202.20) Mk. einzustellen. Ter Reservefonds ist mit 25 000 (2000) Mk. vorgesehen, davon 23 000 Mk. zur Verfügung der Stadtverordncten-Versammlung. Gemeinde st euer n. Rach vorläufiger Feststellung beträgt die für die Gemeindesteuer in Betracht kommende Einkommensteuer 417 781.30 Mk. und 30 Proz. der Summe der doppelten Grunds zahlen aus 612 460 Mk. Grundstcuerlapital, 391 217 üf. Gewerbesteuerkapital und 221791 Mk. Kapitalrei unsteuerkapital 785 421.70 Mk. Wenn die Gemeindesteuer in der v. rjährigen Höhe' von 120 Proz. von der staatlichen Einkommens'euer und den doppelten Grundzahlen der Realsteuern erhoben wird und Einkommen unter 500 Mk. steuerfrei zugelassen werden, berechnet sich die Gemeindesteuer auf 942 506.04 (903 649.38) Mk.^ Aus nachträglichen Veranlagungen sind zu erwarten 35 000 <27 000) Mark, außerdem hat die evang. und die kath. Kirchenkasse je 120 Mk. von den Gebühren des Steuerkommissariats für die Gießener LMM General-Anzeiger für Gderheffen 1 2.K 2. er £^3 = |t|f B d= 3s ”2^*0--- Are höfische KammerLagung. R. B. D a r m st a d t, 12. Mai. Die Beratungen der hessischen Volksvertretung haben mit dem Ablauf der Woche ihren vorläufigen Abschluß gefunden., Tie jüngste kurze Tagung war notwendig geworden, weil die Cfterfciertagc ein weiteres Äeisammenbleiben der Kammer verhinderten und verschiedene Gesetzentwürfe für die sofortige Plenarberatung noch nicht spruchreif waren. Zudem mußte von der Etatsberatung jeder übei> flüssige Ballast möglichst ferngehalten werden, da sie ohnedies mit der schwierigen Aufgabe einer Lösung der fog. kleinen Finanzreform belastet war. Aus diesem Grunde wurden auch die stets auf 3 bis 4 Tage sich erstreckenden Debatten über die Nebenbahn- schmerzen, die sich sonst gewohnheitsmäßig an das Eisenbahn- kapitel im Etat anfnüpften, diesmal vom Präsidenten für eine besondere Beratung in Verbindung mit der Nebenbahnvortage zurück- gestellt. Das bedeutungsvollste Gesetzeswerk, das in der Tagung vom 30. April bis zum 11. Mai vom Hause verabschiedet wurde, tft ohne Frage die Wertzuwachssteuer. Die Regierung hatte diesen Ennvurj nach seiner Ablehnung durch die erste Kammer im vorigen Jahre jetzt auf eine andere Basis gestellt und ihn unter teilweiser Berücksichtigung der Wünsche des anderen Hauses neu bearbeitet. Minister Braun konnte auch in der Generaldebatte auj die vorauszusehenden Klagen des Abg. Ulrich über eine angebliche Verschlechterung des Entwurfs die schlagfertige Antwort geben, daß er sich nicht verschlechtert, sondern verbessert habe, schon weil er in seiner neuen Gestalt alle Aussicht besitzt, auch von der ersten Kammer akzeptiert zu werden. Die Opposition ließ sich im übrigen auf tiefer gehende Einwendungen gegen die Vorlage nicht ein, .Herr Ulrich merkte wohl sehr bald, daß hier die Trauben zu sauer waren. Besonders bemerkt zu werden verdient aber aus der Generaldebatte noch der Umstand, daß der Vertreter für Darmstadt, Abg. Tr. Osann, gegenüber den abfälligen Beschwerden über das Entgegenkommen der Regierung betreffs der Wünsche des anderen Hauses die Gelegenheit beim Schopfe ergriff und ausdrücklich betonte, daß er und feine Freunde dieses Bestreben der Regierung nach einer Verständigung zwischen beiden Kammern für durchaus richtig und zweckmäßig halte und der Regierung dafür Dank Ein sehr erfreuliches Ergebnis zeitigte sodann die Debatte über die Aufhebung derBrückengelder, die eine alte, fast alljährlich wiederkehrende Forderung der Kammermehrheit bildet. Während man sich aber sonst nur in Klagen darüber erging und die Regierung achselzuckend dabei stand, hatte der Finanzminister diesmal einen „glücklichen Tag", eigentlich zweie, wie Abg. Molthan bei einer späteren Gelegenheit hervorhob, indem er auf das System der Kreisstraßenbauten hinwies und dessen Anwendung auch für den Bau und die Unterstellung der Brücken empfahl; die Aufbringung der notwendigen Gelder resp. bereit Verzinsung erfolgt darnach zu einem Achtel durch die interessierten Gemeinden, zu je einem Viertel durch Kreis und Provinz und zu drei Achtel durch den Staat. Wie schwer die jetzigen Brückengelder gerade die ärmere Bevölkerung treffen, geht aus der von einem Redner angeführten Tatsack)e hervor, daß arme Familien in Kostheim, die in Mainz beschäftigt sind, bis 60 Mk. im Jahre für Brückengeld ausgeben müssen und daß die Bewohner dieses Ortes viel mehr an Brückengeld zu zahlen haben, als die ganze Staatseinkommensteuer der Gemeinde beträgt. Mit allen gegen die eine Stimme des Bauern- Z'X X " Hi'x'' <7^“ * a —. " 5. . . - -- , 5 ?--= ^fStoW^l •? 3 5* g* ST <2? 3 5 -r KZ L -ssdri 2.S-- z 6-5 = 5 = = n ei' — LS « = ä — er — °r 3 '-■zX—> — X Cö ro •—« p. i « 2. Z-D- s-2; MA- = = 5° =. or£-@S8>5£ Sj ” „ 2 2 2 _ = - bündlers Bäbr nahm denn auch die Kammer den Antrag Tr.SchmiU I dürften die Hoffnungen mancher Optimisten,^ schon die nächsten an, die Regierung um Aufstellung anderweitiger Grundsätze iw , Kammenvahlen vttiens int Herb't 1908 »nt Zeichen teJ btrtttöt Sinne der Anregungen des Finanzministers behufs Befetttgung Wahlrechts sich vollziehen zu leben, auf ein recht be ch^tdenes der Brückengelder zu ersuchen. ■ Zu einer sehr umständlichen Debatte gaben ferner die Daria- . mentarischen Ladenhüter inbetreff der Gewährung von Vergütungen an Schöffen und Geschworene und die Enl- schädigung rür unschuldig erlittene Straf- bezw. Untersuchungshaft Veranlassung. Staats- und Justi^mtnister Ewald gab bei dieser Gelegenheit die Erklärung ab, daß die Regierung es Tür völlig unbedenklich halte, zu den erwähnten Ehrenämtern Arbeiter mit heranzuziehen, was auch tatsächlich bereits in vielen Gegenden geschehe. Die weitergehende Forderung, aus Landesmitteln Tagegelder und Auslagen für Schönen und Geschworene zu bewilligen, sei jedoch nicht angängig, dagegen werde die Regierung dem Wunsch des Ausschußes entsprechend beim Bundesrat dafür eintreten. — Der Antrag Reinhart, betr. die Zuständein der Heimarbeit, gab dem Minister des Innern Braun Gelegenheit, die Stellung der Negierung in dieser wichtigen Frage näher zu präzisieren. Anerkennung verdient ferner, daß die Kammer einmütig den Antrag Tr. Weber befürwortete, zur Unterstützung der notleidenden Bevölkerung im oberen Vogelsberg und im Odenwald einen Betrag bis zu 10 000 Mk. zu bewilligen. em Fast die Hälfte der Tagung nahm dann die Beratung der Nebenbnhnvorlage und der weiteren Eisenbahnschmerzen der Kammermitglieder ein. Der Finanzminister, der schon zu Beginn der Debatte eine klare Heber,icht über eoent. noch für später in Betracht kommende Nebenbahnbauprojekte gegeben hatte, zeigte gegenüber den weitergehenden Wünschen der verschiedenen Mgeordneten eine ziemlich kühle Reserve, und seine Worte mochten um so tieferen Eindruck, als er dabei den Umstand hervorbob, daß sich trotz der Steigerung der Eisenbahnüberschüsse von 10 622 000 Mk. 1899 auf über 14 Millionen Mark 1905 doch der Reingewinn daraus nur um 485 000 Mk. gesteigert habe. Am Ende der Beratung folgte noch die Beschlußfajsung über die drei Anträge bezüglich der Notlage des Winz er st an des in Rheinhessen, die schon bei Besprechung der diesbezüglichen Interpellation im Anschluß an die Etatsberatung eine eingehende Erörterung fand. Im allgemeinen zeigten sich Regierung und Volksverttetung darin einig, daß den notleidenden Winzern tatkräftig geholfen und ihnen von Staatswegen weitgehende Unterstützung zur Förderung des Weinbaus und besonders zur Bekämpfung der Rebschädlinac geboten werden würfe. Sowett die bisherigen Kammerberatungen. Eine einiaermaßen überrascheiide Mitteilung aber brachte noch der Abschluß derselben, in dem Präsident Haas erklärte, daß die Kammer noch einmal im Monat Juni zur Beratung des Jagdgesetzes und der Wahlrechtsvorlage werde zusammentreten müssen. Es kann sich, wie wir schon am Schlüsse unseres letzten Kammerberichts anbeuteten, bezüglich der Wahlrechtsvvrlage natürlich nicht um eine vollständige Beratung dieser schwierigsten aller, derzeitigen Kammervorlagen handeln, sondern nur um eine Schlüssigmachung und Entscheidung über die wichtigsten der neuen, von der Regierung in Vorschlag gebrachten Bestimmungm in der Vorlage. Erst wenn darüber völlige Klarheit geschaffen ist, will der Sonderausschuß der zwecken Kammer sich abermals an die gründliche Durchberatung des Gesetzentwurfs heranwagen. Inzwischen aber 1 h —. 'S 2. n psaa 3.. ■ o • ro ßns 2 .e.? 5?^ % s x i ^er> Ifeüiftertmferttginrg zu ersetzen Der Gesamtsteuerertrag beläuft sich sonach auf 977 746.04 (930 889.38) Mk. An Ausfällen ufw. siud hiervon in Abzug zu bringen 32 000 (26 000) Mk. für infolge von Reklamationen zu erlassende Steuern, 10000 (9000) Mk. .für infolge von Zahlungsunfähigkeit der Schuldner niederzu- jfchlagende Steuern, 10 000 (9000) Mk. und Gebühren des ©teuer» Kommissariats, für die Registersertigung 1600 (1600) Mk. Für j>ic ans Psarr und Schulgüter entfallende Gemeindesteuer sind SO Mk. vorgesehen. Sonach stellt sich der Reinertrag der Steuer für die Stadtkassc auf 934066.04 Mk. gegen 894 209.38 Mk. im Vorjahr. ** Gießener B autä ti g keit. In einer vor kurzem ^erschienenen Notiz wurde berichtet, daß die hiesigen Bauhandwerker infolge der regen Bautätigkeit so mit Arbeit überlastet seien, daß es ihnen nur mit Aufbietung aller Kräfte möglich sein werde, den übernommenen Verpflichtungen nachzukommen. Obwohl vor- .auszusehen war, daß nach Fertigstellung der staatlichen und städtischen Gebäude die Arbeiten nachlassen würden, hätte wohl niemand daran gedacht, daß dies in aller Kürze geschehen wird. Berücksichtigt man, daß die Fertig st ellung der m ei st en der im Bau begriffenen st a a rli ch en Geb äu de bis zu den Jubiläumsfeierlichkeiten der Landesuniversität erfolgt sein muß, daß weiter sowohl das Theater, wie auch die höhere Töchterschule bis dahin ihrer Bestimmung übergeben sind, so wird man zu der Ueberzeugung kommen, daß sich die Arbeiten nur noch auf die Fertigstellung der übrigen staatlichen und städtischen sowie privaten Gebäude erstrecken, wozu allerdings die für dieses Jahr vorgesehenen Neubauten hinzukommen. Von staatlichen Gebäuden sind nach den Jubiläumsfeierlichkeiten nur die im Rohbau vollendeten 11 Gebäude der Irren an st alt fertig zu stellen. Außerdem ist der Bau von weiteren 4—5 Gebäuden dieser Anstalt, sowie die Erbauung, einer H aus- meisterwohnung für den Hausbeschließer des Gerichtsgebäudes geplant, während von städtischer Seite außer der Herstellung der alten höheren Töchterschule zur Beimtzung als Stadtmädchenschule nur die Erweiterung des Schlachthause s bezw. der Kühlanlage in Aussicht steht. Hierzu kommen allerdings die für 1907 vorgeschenen privaten Gebäude. Obwohl die Erbauung eines Verwaltungsgebäudes für die Stadt Gießen schon längere 3eit in Erwägung gezogen worden ist, wird die Ausführung dieses Planes vorerst noch verschoben werden müssen. Berücksichtigt man, daß bei den Hausanschlüssen unserer Kanalisation die hies. Handwerker die Ausbesserunesarbeiten auszuführen haben, so ist anzunehmen, daß es denselben auch in diesem Jahre nicht an Arbeit fehlt, obwohl die zu überwältigenden Arbeiten in keinem Verhältnis stchen zu den in den letzten Jahren. ** Die Kriegsmarine-Aufstellung, die am Sorrutag, 26. Mai, im neuen Sacllbau eröffnet lvird, enthält eine große Zahl sehr wertvoller Kriegsschiffmodelle, Ver- - tret er aller neuesten Schiffsklassen und auch veralteter Typen. Die Panzerkolosse „Kaiser Karl der Große" und Weißenburg", Modellwert je 8000 Mk., vertreten die Klasse der Linienschiffe, sie bilden den Kern der Flotte, sie schlagen und entscheiden die Schlechten, an denen hängt das Schicksal des Vaterlandes zur See und die Ehre der Flagge. Dann folgt das überaus schöne Mcodell des neuen großen Panzerkreuzers „Prinz Heinrich", dem der geschützte kleine Kreuzer „G a ze l l e" sich anschließt, 2 würdige Vertreter der Kreuzer, die der Linienschiffsslotte Aufklärungsdienste zu verrichten und unsere gewaltigen, an Größe und Bedeutung unmittelbar hinter England stehenden iseeischen und überseeischen Jnteresssen zu schützen haben. Die Küstenpanzer, welche zum Schutze des Nordostsee- Kanals gebaut wurden, sind durch „B e o w u l f" vertreten und die zum Schutze seichter Gewässer bestimmten Panzer- kanonenboote durch die schmucke „Wespe". Auch berühmte Schiffe sehen wir, so das Kanonenboot „Meteor", das 1870 vor Havana den weit überlegenen französischen Aviso „Bouvet" nach hartem Kampfe in die. Flua)t schlug. Berühmter fast noch.ist das Kanonenboot „Iltis", das durch sein überaus tapferes, tollkühnes Verhalten im Kampfe oer Verbündeten gegen die Takuforts der Welt Bewunderung herausgefordert. Auch ein Torpedoboot ist vertreten. 2 heimtückische Gesellen erblicken wir ferner als Vertreter des allerneuesten Kriegsschifftypus, 2 Torpedobootzerstörer — die Husaren des Meeres —, welche Schichau in Elbing gebaut hat. Es sind unheimliche Fahrzeuge, welche mit fast Schnellzugsgeschwiudigkeit in die feindlichen Torpedobootsflotten brechen, um die Torpedoboote int Anrennen zu vernichten. Ein wunderbares Gegenstück zum neuen Linienschiff, dieser schwimmenden Festung bildet das alte stolze Linienschiff,Menown", ein großes schönes Modell, das volle Takelage und Segelausrüstung zeigt und als Verkörperung alter seemännischer« Poesie die Aufmerksamkeit des Beschauers in hohem Maße fesselt. Ein Modell eines Kriegsschiffes aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts ist ganz besonders geeignet, den gewaltigen Fortschritt im Kriegschiffbau vor Augen zu führen. Modelle der alten gedeckten Korvetten „Elisabeth" und „Prinz Adalbert", auf welch' letzterer Prinz Heinrich von Preußen seine Wellumsegelungsreise machte, der alten preußischen Brigg „SdcIq" und eines alten preußischen Ruderkanonenbootes aus dem Jahre 1848, sowie Kamerun, Südafrika und Südseewaffen vollenden die vorzügliche Modell- sammlung. 0 Kinzenbach, 13. Mai. Der hiesige Krieger- und Militärverein, gegründet am 100jähr. Geburtstag Käiser Wilhelms I. am 22. März 1897, blickt nunmehr auf ein 10 jähr. Bestehen zurück. Dem Verein wurde die Genehmigung zur Führung einer Fahne erteilt, die die Bonner Fahnenfabrik liefern wird. Der Verein beabsichtigt, für nächstes Jahr um den General- Kriegerappcll einzukommen und damft seine Festlichkeit zu verbinden. Autialkohol-Bortrag. Gießen, 14. Mai 1907. Für Samstag abend war in der Turnhalle ein Vortrag angekündigt über „Alkohol und Volkswohl mit Berücksichtigung der Arbeiterfrage". Leider war der große Saal nur äußerst schwach besetzt (etwa 50 Personen),, immerhin noch stärker als bet einem gleichen Vortrage vor einigen Jahren, der nur sieben Zuhörer hatte. Die Provinzialbehörde und der Verein gegen Mißbrauch geistiger Getränke hatten Vertreter entsandt. Der Vortragende, Dr. med. Thinnes aus Kassel, wich von dem angekündigten Thema ab und behandelte „Die nation nie Bedeutung der Alkoholfrag e". Er betrachtete den Alkohol als den inneren Feind unseres Volkes, der gefährlicher sei als alle äußeren. Der Redner führte daun dieses im einzelnen aus. Er konstatierte eine Abnahme der Rassenkraft, wodurch die Grundlagen der nationalen Wohlfahrt unterminiert wurden. Der Alkohol führe zu Volkskrankheiten, denen vorgebeugt werden müsse. Unter anderem verwies der Vortragende auf die geringe Zahl der selbststillenden Mütter in den Großstädten und auf die erschreckende Abnahme der wehrtüchttgen jungen Männer. Er streifte dann noch den studentischen Trinkzwang und ging dann zu Urteilen von ausländischen Autoritäten vor, während er gegen manche deutsche Hochschullehrer und Aerzte schwere Vorwürfe richtete. Schließlich sprach er noch über die Stellung von Mann und Weib in dieser Frage und brachte Beispiele aus Amerika dar. Reicher Beifall lohnte den einstündigen Vortrag. Nach ihm wies zunächst der V o r s i tz e nd e auf die Veranstalterin des Abends, auf die Guttemplerloge „Lahnburg", hin und bat alle, die aus dem Vortrage Anregung geschöpft hätten, die Loge zu unterstützen. Sodann forderte er zu einer regen Besprechung auf. In der Diskussion ergriff zunächst Oberstaatsanwalt Theobald das Wort, nm dem Vortragenden zu danken. Er beschäftigte sich des längeren mit dem Zusammenhang zwischen der Mäßig- keftsbewcgung, die er vertritt, und der direkten Abstinenz und hob das Gemeinsame hervor. Bor allem Aeißelte er dann die akademischen Trinksitten und den dort herrschenden Trinkzwang/ Dr. med. Arndt möchte zunächst Gewißheit erlangen über den Vorwurf, den Dr. Thinnes gegen die Universitätslehrer gerichtet hatte. Er ging näher auf das Verhältnis zwischen Alkoholschädigung und der arbeitenden Bevölkerung ein. Den größten Widerstand gegen die Bewegung verursachte die Verteuerung der nichtalkoholischen Getränke. Herr Riedel fand es lobenswert, daß der Referent sich von Uebcrtreibungen ferngehalten habe, vermißte aber in allen Ausführungen den Weg der Bekämpfung. Für ihn war die Alkoholftage doch nur ein Glied in der großen sozialen Frage unserer Zett. Diese werde aber nicht durch den Kampf gegen den Alkohol gelöst, sondern durch posittve Arbeft, indem es das Bestreben eines jeden sein müsse, das gesamte Volk kulturell und ethisch auf eine Höhe zu bringen. Dazu trage z. B. Sport, Volksbildung und Kunst bei. Die von der Natur Begünstigten, die eine große Bildung genossen hätten, hätten die Pflicht, denen, welche es nicht so gut getroffen wie sie, auch den Weg zur Bildung fteizumachen. Der auf ein so hohes geistiges Niveau gebrachte Arbeiter werde seine Zeit bann schon mit anderen Dingen als mit Wirtshausbesuch aus füllen. Der Vorsitzende entgegnete, daß der Beifall zwar bewiese, wie recht der Vorredner habe, daß die Ausführungen desselben auch durchaus im Programm der Loge enthalten seien, daß aber ihre Verwirklichung an der geringen Beteiligung scheitere. Er forderte daher noch einmal zur Unterstützung auf. Nach ihm ergriff Eisenbahndirektor de Terra das Wort, um zunächst einige praktische Erfahrungen mitzuteilen. Es gehöre ja gar kein besonderer Mut dazu. Abstinent zu sein. Dann ging er näher auf die angeregte Frage der Ersatzgetränke ein und kam zu dem Schlüsse, daß diese gar nicht notwendig seien, daß vielmehr bei richtiger Erziehung und Lebensweise es auch sehr wohl ohne Durst gehe. In seinem Schlußworte setzte Dr. med. Thinnes dieses fort und meinte, daß der Frage bet Ersatzgetränke vorläufig noch viel Aufmerksamkeit zuzuwenden sei. Er empfahl Sport und die Nacktgymnastik. Weiter rechtftrtigte er aus Beispielen seine vorhin erhobenen Vorwürfe. Zum Schlüsse begrüßte er dankbar die Anregungen des Herrn Riedel. Er habe darüber in seinem Vortrage nickst gesprochen, um das Thema nicht zu weit auszuspinnen. Er stimmte aber jenen Ausführungen zu. Noch einmal forderte er auf, aus seinem Vortrage zu lernen, und auch danach zu handeln, da er sich belohnt genug fühlen würde, wenigstens nur einem die Augen geöffnet zu haben. Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 13. Mai 1907. Höchste Schlachtviehpreise in F r a n k s u r t a. M. Fleischpreise in Gießen Ochsen Kälber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 80—82 Alk. % Kg. Schlachtgew. 92—96 Pf. V« u - 55—00 „ xk Kg- 82-88 Psg. 7, . 80-84 , 7, . 64-76 , Getreidepreise in Mannheim Brotpreise in Gießen Werzen 100 Kg. 20.75-00.00 Alk. Roggen 100 Kg. 20.00-00.00 Mt. Weißbrot 2 Kg. 58 Pw. Schwarzbrot 2 Kg. 54 Psg Couverts mit Zirrna Zs vrübllche Unioerfität$=DrudereL Siekro. I ei I <9- Ä 3-> ö G, O Ov» LZ 2 Ä S 'v* c L LSQ a s g c § — — m 1 = ® 1 s * S5 rr Q CS <=>JO o — u S> iS a> Z ff s -B l» o s 1 £ = 2 2, — a . 15 § W tj u«tiü r- CJ -r- -- V jO er. uO f 56) c ■- o r*5 CO-" 3-° cqE o e-o -V _ »» e EL - =$co = 1M « ___=. uO o 5. »W“ o (U0 v "KZ r-’ O o N — cs CTi ti S e e N -3 e e 3 s 2 c 3 8 S 3 /D 5 Z Iiehl Wiesb Irr Ein m der gro' burg^tteli Minister v. m der Go den Kriegs^ M den HauslNlMlt Die 4 .Wien, bekannt, dar Milten fin Putsch-Fort Zentrum, 2 deutscher, 1 nÄen bföfy 5 mal, Teu Mal. Die bi tvachlen der 23 Sozi der Mldeutscl den Cozialdei c‘£ni5erg m Stfe aiii11 -*& hie ««l* Hitt« AZ rum des 5 laut ?tDl gte? rIEaiierz h Ofeneialidb' uister v. D: Minister L direstor ÄnpsanA -Die nach den : fahren. 2 eine Hina afrika tvir dieses Geb des Kolon mmgen sü - Le. Angelegenh Auch Her) iß i)iei rar. -Sn« Menwiirtig in Nom, Gel in Änssichi - Da 2. Beratun schlüsse an Zagügesetz mmgssache Flen letzten Lo verein, । die Erhallt Nordrnark i vereine err bnreaus in lose - . 128.30 . 112.35 . 231.00, dter Bank ; Bank . !v. j. 1.15 lihi. Lahmeyer. Schnckert . berichte der Bank tür Uanlel, . 145^0 . 137.00 r Bank Wien . . ■ re- nnä Ohio- bahn ■ . 228.1« . .171.0« dbahu • • d, Eisenbahn gtaatsbahn. Henri-Eisenbabu . 172.» . . 14ll0i . 207.50 97.70 Anlangskurse. er Bemerk- •Asiat Bank j-Kommandit - die 9 lbt9et Uebe!r^^°r 5et^*en (2;* i!,rW 15 er Bergwerk S-5 i Bergwerk. . . »M ud 119.8». 'es. Eisen-Iudustrie 110.1» Band*. ■ • «JS *■ '*.'5; Sä •-‘4-£ , VMw «ach 5 Sollt, t,m ltt «-Ichiedmw Turi. 5. nachts seine L ^Benzin üb-r^ .MU wurde tot aus. inb^L?13^ er ^der haben kaum mit dem 'c durch die Fenn, ^uzier (ytanftei^) “ auigelunden. - ’Vrtu des ‘Urbeiteti )ei" Tat verdächtig ift nach Unterschlag. Neumann flüchtig m Scheck über 500001 QllCinwcm, entwendet voraus er verschwand, chen Bergwerks -ä Leichen wurden ie. die Werksiätlen zur rtschaitliche Maschinm wa JassyinBeau- Mich. - )u Halle sel aus Zeih ichwer whneu. Zwei Kinder rden ins KrankenhM ecklenburg brachen die sind bereits qeitorbtn. pent. Sämtliche Bin- ien und im Baigt^ it wolkenbruchartigein chlag entstanden grobe it i stürzte sich von dem kseu in die Tieie. 6tf n Teil der phärömischen eil ruiniert. Ta bie gen auf ctaatifoflen! )er ihn jiim eettff-; 309.80 ’ 228.4» ütte ■ • . 23.20 ■den E. 5- * ’ 120.60 Lloyd - - ' ' 141.20 ,Mig uel0'L die den» S K t«* «14® b®( «»«««'“1 litt« Ä* L'^Lk,L§ srssgsf oan i^em E gftr* *<51 bCbtt i" d^Mikvd '?'LcrleitunS3 «er 2J habe"- ^ron- Si-^S SS--, 192.0« . 28.10 3325 Giessen (Lndwigstrasse 35), den 14. Mai 1907. Gestern verschied in Kirchhain infolge eines Herzschlages unsere liebe, gute Matter, Schwiegermutter und Grossmutter Frau Margarete Oestreich verw. Köhler geb. 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