157. Jahrgang Zweites Matt r. Ätt7 General-Anzeiger für Gderheffen Redaktion. Expedition und Druckerei: Schul» strahe 7. Expedition und Verlag: öl. Redaktion: 112. Tel.-AdruAnzergerAießen, Mittwoch 15. November 1907 RotattonSdruck und Vertag der Br übliche« UnwersllälS - Buch- und Stemdruckerei. R. Lange. Lietzen. ^chrtni tSgN- ntti Ausnahme d-S Sonnu^gL. k>,e ^Oietzener ZamtttendlLNer" werden dem P„zet«er' viermal wöchentlich beigelegt. das 'xretsblatt für den Kreis Giehcn" zivennal Vöchenlirch- Der ..hesstsche Landwirt" erfchemt monatlich einmal. Icr Alock. Nllr wenige Tage trennen uns noch von dem Zusarn- »nrrilt des Reichstages, für den bekanntlich eine sehr ^lige Session bevorsteht. Gilt es doch vor allem, l,rere Vorlagen unter Dach und Fach zu bringen, zu Hven 1 bie dem Negierungsblock angehörenden Parteien j.cr eine prinzipielle entgegengesetzte Haltung einnahmen bie man jetzt trotzdem für die Regierungsentwürse ‘pinnen muß, wenn man den Block nicht sprengen will, idessen darf es als ein bemerkenswertes Zeichen auf- saßl werden, daß innerhalb der verschiedenen Parteien .z Plvcks das ersichtliche Bestreben vorwaltet, soweit es irgendwie mit den Parteiprinzipien vereinen läßt, treu ii B^ock jestzuhalten und der Regierung die Gefolgschaft chi zu versagen. In verschiedenen Lagern hat es aller- ,.0s nicht an Stimmen gefehlt, die von dem Block nicht el wissen wollten, zumal die Zusammensetzung der Ne- eruugsmehrheit so heterogen ist; wie auf der Linken, V gibt es auch aus der Rechten Persönlichkeiten, die die njictjt vertreten, daß infolge der Zugehörigkeit zum egierungsblvck, eigene Parteiinteressen beträchtlich leiden id die nur ungern dafür zu haben sind, im Hinblick aus e politische Situation Konzessionen zu machen. Es ist in nicht ohne Interesse, daß kurz vor Zusammentritt »z Reichstages zwei wichtige Kundgebungen er- lgt sind, die einen Schluß aus die Haltung der am meisten ugegengesetzten Blockparteien, der Konservativen und der ccisiunigen, zulassen. In Breslau hielt der einjluß- ichsie Führer der Rechten Herr von Heydebrand eine nßere politische Rede, in der er sich für die augenblickliche iluation vollständig auf den Boden der konservativ-libe- ilen Paarung stellte unb es für nützlich erklärte, daß die nservalive Partei mit liberalen Anschauungen Hand in and gehe, er vergißt aber erklärlicherweise nicht hinzu- ijügeit, daß nicht verlangt werden dürfe, daß die kon- rvalive Partei ein prinziptelles Opfer ihrer Lebensinter- sen bringen müsse. Freilich verkennt der konservative arteijührer nicht, daß es sich bei der heutigen Gruppie- ing der Parteien um eine Situation handelt, die mög- cherweise nach einer kurzen Spanne Zeit überlebt ist, ie er denn auch den Standpunkt vertritt, daß auf die au er das Zentrum nicht von der Mitwirkung an den rutschen Reichsangelegenheiten ausgeschlossen werden mne. Eine ähnliche Tendenz, wie sie Herr von Heydebrand insichtlich des Festhaltens an den Parteiprinzipien trotz s bestehenden Blocks vertrat, kam auch in der Frank- ;rter Eiingungsversammlung der linksliberalen Parteien int Ausdruck, und nach dieser Hinsicht bildete die Frauk- irter Versammlung eine Ergänzung zu dem in Berlin ogehaltenen freisinnigen Parteitage. Indessen darf der rantfurter Tagung doch insofern eine größere edeutung beigemejfen werden, als in Frankfurt die .ei freisinnigen Gruppen zusammengetreten waren rtö das einhellige Festhalten am Block in die Er- tjeiiiung trat. Es kamen in Frankfurt Redner 16 allen drei Gruppen des LinksliberalismuS zu Worte: laimer der freisinnigen Volkspartei, der Vereinigung und r spezifisch süddeutsch gefärbten Demokratie. Ader doch ai, da — wie uns scheinen will, mit gutem Grunde — ne Diskussion von vornherein ausgeschlossen war, Männer, ie bie gegenwärtige Situation akzeptieren und auf ihrer Uundlage bauen und Mitarbeiten wollen. Bloß ein paarmal 'dachte man der ewigen Besserwisser, die draußen geblieben aren. Spielte auf den Politiker an, „der sich selbst als nen entschiedenen Liberalen" bezeichne. Versetzte auch — drigens in durchaus maßvoller Form — dem poetischen Berliner Tageblatt" einen kleinen Hieb. Aber sonst ging n erfreulicher Zug von Einmütigkeit durch die Versammlung nb fein Geringerer als Friedrich Naumann stellte sich in iren Dienst, indem er der Korona den Rüttlischwur ent- egencief; „Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, in ’.ner Rot uns trennen und Gefahr." Das hat ihm, der as Instrument der Rede als Virtuos meistert, tosenden Beifall eingebi.acht. Aber daö politisch Bedeiitjamfie ivar es nicht. Das waren vielmehr die einleitenden Ausführungen Conrad HauSmannS, der, wie neulich schon sein politische! Bundesbruder Payer, einen anerkennenswerten bon sens in der Bewertung der politischen Konstellation bewies. Nüchtern, mit sympathischer Klarheit legte er dar, wie die ganze Lag^ den gegenwärtigen Kanzler zwinge, den Liberalen entgegen» znkommen, und wie töricht es von ihnen wäre, wenn sie sich in diesem Augenblick als impotent erwiesen. Und ungemein anschaulich wars und von zwingender Durchschlagskraft, wie der württernbergische Demokrat dann den Lieblingstranm der Barth und Genossen von der Bündnissähigkeit der Sozialdemokratie an das grelle Licht des Tages zog und uju erbarmungslos zerpflückte. Auch Herr Wiemer sprach em gutes Wort. Er meinte: mit der Theorie des alles oder nichts ist nichts getan. Der verstorbene Munkel hätte gelehrt: „Kann ich nicht einen großen Schritt vorivärts machen, so mache ich zwei kleine Schritte vorwärts, aber niemals einen Schritt zurück." 9)ht diesen Auffassungen wird sich auch der gemäßigte Liberalismus befreunden können._____________ Aie öS utuiot in öa Lunow.rijchcksr. lieber dieses wichtige Thema h.elt am Freitag un landwirtschaftlichen Bezirksverein des Kreises Gießen Professor Dr. Gisevius einen interessanten Dorr g der un nachstehenden auszugsweise wiedergegeoen .e^. Veginn seiner Ausführungen wies der Redner darauf hin, dag nicht nur die landwirtschaftlichen Großbetriebe, sondern auch die Kleinbetriebe sehr unter der herrschenden Leutenot litten. Nur durch die Gewinnung einer entsprechenden Zahl landwirtschaftlicher Arbeiter könne der landwirtschafitiche Betrieb intensiver ausgestattet und insbesondere dem .Hackfrüchte- und dem Gemüsebau mehr Au|ineru'amteit gewidmet werden. Sehr bedenilich könne der Mangel an Arbeitskräften für den Fall eines Krieges werden, da dann der Landwirtschaftsbetrieb außerordenillch euigeschränkt werden muffe. Heute schon werden in Deutschland alljährlich 500000 ausländische Arbeiter an der Landwirtschaft beschäftigt und es sei nicht ausgeschlossen, daß im Falle eines Krieges die fremden Staaten die Leute zurückhalten werden. Dadurch könne ein direkter Notstand in der Landwirtschaft hervorgernsen werden. Vielfach werde für den Arbeitermangel die Freizügigteit verantwortlich gemacht, aber sie liege weiter zurück als bie letzten 10 Jahre, in denen die Leutenot so recht in die Erscheinung geireien sei. Tie Aufhebung der Freizügigkeit, die von manchen Seiten verlangt werde, sei bei der Entwickelung unserer Verhältnisse un- denibar. Daß die verbesserten Verkehrsverhältnisse dem Lande Arbeitskräfte zugunsten der Industrie entziehen, sei richtig,.aber auch hieran tonne nichts geändert werden. Weder könne man bie bestehenden Bahnen beseitigen, noch neue Linien verhindern; das liege auch gar nicht im Interesse der ländlichen Streife, was am besten daraus hervorgehe, daß gerade vom Lande zahlreiche Wünsche betr. neuer Eisenbahnen geäußert würden. Auch bezrigtich der dritten äußeren Ursache des Arbeitermangels, der wachsenden Ausdehnung der Industrie habe man keine Mittel, sie im Interesse der Landwirtscha,t zu unterbinden. Man könne nur annehmen, daß die Industrie einmal so zunehmen werde, daß keine weitere Ausoehnung eintreten könne. Denn die Industrie brauche nicht nur Arbeitskräfte, sondern auch Kapital und gerade jetzt sei sie in dieser Hinsicht an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angelangt. Auch innere Ursachen kämen für den Wegzug der Arbeiter vom Lande zur Fabrikaroeit in Befracht. Diese inneren Urjachen liegen in Der Seele des Arbeiters. Wir verstehen sie in ihren Wirkungen nur bann, wenn wir uns in die Seele unserer Arbeiter felbst versetzen. Vor allem sei es der Wandertrieb, der tief in febem Deutschen stecke. Derselbe Trieb, der den Deutschen über das Meer führt, führt ihn auch in bie Städte, und vielfach:.ift an bie Stelle der Auswanderung die Landflucht getreten. Verstandesgemäß sei dies nicht, beim die Verhältnisse auf dem Lande unb bei der Landarbeit lägen vielfach gesünder und besser als in den städtischen Fabrikbetrieben. Ein Fehler sei es gewesen, bei Llufhebung der Leibeigenschaft eine Arbeiterschaft zu schaffen, die vollständig besitzlos sei. Die Leute wollen aus diesem besitzlosen Zustand heraus, da sie glauben, daß sie als Bergwertsarbeiter usw. eher zu einem Eigentum.kommen können. Ein weiterer Punkt, der den Arbeiter zur Industrie hinziehe, sei die Höhe des BarlohneS in der Stadt, die für den Arbeiter sehr üerlou/iiu) fei. ur Ue^eiue zwar iuu^, vap uie Kaufkraft des Geldes aus dem Lande viel artiger sei als in der Stadt. Es sei au -erwarten, daß in dieser Hinsicht im Lause der Zeit eine Umwandlung eintreten und der Arbeiter einsehen werde, daß die Landarbeit hinsichtlich des Lohnes der Jndustriearbeit gleichstehe. Dazu komme bie Geringschätzung, die man vielfach dem besitzlosen Landarbeiter auf dem Lande entgegenbringe, die Möglichkeit, in der Stadt seinen Kindern eine bessere Schulbildung geben zu rönnen. Weiter lockt oie in der Stadt ftch bicteiiue Möglictz- teit, größere Geselligkeit zu pflegen, den Arbeiter in die Stadt. Auch die hinsichtlich der Arbeitszeit in der Stadt bestehende größere Ungebundenheit trage zur Land,lucht bei. Um Abhilfe zu schaffen, müsse man terjuujen, dem Landarbeiter einige der Annehmlichreiten zu bieien, die ihre städtischen Siamerabeu hätten. Die Hauptsache sei aber, oaß man ben Landarbeitern mehr SelbiraaMng einpflanze. Das System der Wanderarbeirer sei nicht etwa aus Er- fparnisgrünben erfolgt, sondern aus Noc, denn die Lohnhöhe fei außerordentlich gestiegen. Dazu komme, daß die Länbergebiete, die die Wanderarbeiter liefern, heute nicht mehr ergiebiger zu machen sind, da f\e in btejer Hinsicht erschöpft feien. <£>0)1)11 vor Jayren hat sich auaj ein lutangel an ausländischen Wanderarbeitern fühlbar gemacht. Die Wanderarbeiter seien nur eme vorübergehende Avhilse, die vielleicht für wenige Jahre helfe. Man müsse daran deuten, sich wieder eine einheimische Landarbeiterschafl zu schaffen. Manches tonne durch Arbeitervermittluiigsstellen geschehen und er könne Mitteilen, daß die hessische Landwirrschafts- tanuner dies schon in Aussicht genommen fyabe. Tie,e Einrichtung werde nur dann nutzbringend werden, wenn sie lür ganz Deur sch land gemeinsam etioigc, damit nicht durch oie Slonrurrenz der einzelnen Vermittlungsstellen die Lohne unnatürlich in die Hohe getrieben wuroen. Die Hauptjache sei aber die Schaffung einer einheimischen Landarbeiter- jchaft, die frei und nicht besitzlos sei. In dieser Hinsicht habe man in Sb er Hessen schon manches getan. Man habe z. B. bei Feld der emigung aus den sogen. Majiengruudstucken ucine Baustellen geschossen und an verschiedenen Stellen habe man Einrichtungen getroffen, daß die Landarbeiter nach und nach in den Besitz eigener Häuser gelangen. Dazu komme eine die Seele des ländlichen Arbeiters berücksill)- ligende laiidliche Wohlfahrtspflege, Volrsunterhattungs- abende, Volksbibliotheten usw., die Förderung des landwirt- schafklichen Fortbildungsschulwesens, auf welchem Gebiet ja der Kreis Gießen tatkräftig borangegangen fei. Auch die Pflege des Vereinswefens — Kriegerverein, Feuerwehren usw. — kann dazu beitragen, daß das Selbstbewutztsein des Landarbeiterstandes gehoben werde. Die Entlohnung des landw. Arbeiters sei keineswegs geringer als die der städt. Arbeiter, deshalb müsse man durch eine befere Verstandesbildung und geeignete Wohlfahrtspflege dafür sorgen, daß die Leute dies auch einsehen. Wie vor 30 Jahren, als die Getreidepreise unter die Produktionskosten sanken, sich die Landwirtschaft selbst geholfen habe dura) Vergrößerung des Ertrags, müsse und tonne sie auch in dieser Frage die Selbsthilfe in Anwendung bringen. Der Staat könne höchstens in der Uebergangszeit helfen. Die Hauptsache müsse aber auch die Lanowirtschast tun durch känokiche Wohr,ahrlspjlege und Schaffung eines freien besitzenden Arbeiterstandes. Wenn in diesem Sinn gearbeitet werde, so hoffe er bestimmt, daß es gelingen werde, aus der jetzigen diotlage herauszukommen. (Lebh. Beifall.) An den Vortrag schloß sich eine Diskussion an. Geheimerat Tr. Breidert sprach zunächst dem Redner herzlichen Tank aus und fragte ihn, ob es nicht durch die teilweise Ersetzung der Menschenarbeit durch Maschinenarbeit möglici) sei, die Dlotlage zum Teil zu beseitigen. Wasserleitungen und Ausnützung der elektrischen Kraft konnten in dieser Hinsicht viel tun und den Landbewohnern einen Teil der Vorteile bieten, die man jetzt nur in den Städten suche. Dazu müsse durch die Verbesserung des ländlichen Schulwesens ein jetzt vorhandener Anreiz, in die Stadt zu ziehen, beseitigt weroen. Wenn man all dies für das Land einführe, müsse es schließlich dahin kommen, daß man gern auf dem Lande wohne, wo es an und für sich gesunder zu wohnen sei. (Lebhafte Zustimmung.) Pro,efsor Dr. Gisev ins bestätigt, daß durch größere Verbreitung der Maschinenarbeit menschliche Arbeitskraft gespart werden könne. Wie es beim Dreschen schon vielfach geschehen sei, könne auch beim Hackfrücyteoau Mel mehr mit Maschinenarbeit geleistet werden. Er besprach sodann noch Kleine» Feuilleton. — Zu unsenn letzten (V11L) Vad - N anbeimer Bries t Ar. 265 teilt unb das Großtz. Kreisamt Friedberg mit, aß die „Darstellung über Genehmigung von Gebäuden über T er r a f s e u sllr a ße z u B a b - a u h e i m nicht richtig eht. Bei sämtlichen seitherigen Neubauten in ber Terrassen- ,Kitze hat bie Stabtvcrtretung ber Erhöhung ber vorhandenen unb bereu monumentaler Gestaltung zugestimmt, nur bei cm Prof. Gröbel'schen Neubau sprach sie sich bagegen aus. Das reisamt hat daraufhin durch Verhandlungen mit dem Architekten nd dem Bauherrn veranlaßt, baß bas oberjte Stockwerk des ^nannten s)ueubaued nach ber Parkstraße zu, von ber aus bie ’vlje bis Geöäubes vielleicht hätte auffallen können, als Dachstock usgeüiwet roiro, hat also ben Beschlüssen ber Stadtverorbnc-.en-- erfammlung soweit möglich Rechnung getragen, Im übriger, ber bas Gebäude genehmigt, weil sowohl die V o r s ch r i f - en ber Bauordnung a l s des Ortsbau st atuts zu in er anderen Verfügung gar nicht berechtigen n b \b» i e Herabminderung des ganzen Gebäudes m ein Stockwerk einen ungerechtfertigten E i n- rifs in die Freiheit des Eigentums dargeftelll ütte. Ucbetbieö hat das Projekt einer ber er ft en Archi- eklen unseres G r o ß h e r z o g t u ni s ausgearbeitet und ieser wird es auch ausslihren; von sachverständiger ^eitewirdesalseinProjektvonhohemarchitekto- i f.cy e n unb k ü n st l e r i s ch e n Wert bezeichnet, bas n feiner jetzigen Ge statt ber Stabt Bad-Nau heim um Schinna gereichen wirb. Die Herabmindernng der affade um ein Stockwerk würbe oie künsilerische Wirkung des >edäubeä schwer beeinträchtigt haben unb iüücbe daher a u ch a l s in ungerechtfertigter polizeilicher E i n g r i f f i n re Freiheit b e s k ü n l e r i s ch e n S cha ff e n s e r f chi e- cn fein. Bemerkt sei noch, baß bie Kurverwaltung, bie p W Gevaubeu in ber Terrassenjkraße wesentlich interessiert keinen Eiiuvrnch gegen bas Gebäube erhoben hat." — Die Spuren ber Meteore. Heute, Mittwoch, unb in den folgenben Tagen ist ein reicher Meteorfall zu erwarten, beim von biejcni Tage an ist ber Leonibenschwarm in ber Nähe der Erbbahn, unb wenige Tage barauf ber große Anbro- meoarschwarm. Jeber hat wohl schon bas plötzliche Aufleuchten eines Meteors gesehen unb verwundert bemerkt, batz es eine leuchtenbe Spur hinterläßt, bie manchmal bis zu 20 Minuten lang anhält unb erst ganz allmählich verschwinbet. Woraus diese leuchtenbe Spur besteht, ist noch nicht ganz sicher ermittelt. Wahrscheinlich beruht sie auf ber Bilbung leuchkenoer Gase um bie Bahn bes Meteors, bei ber elektrische Entlobungen eine Rolle spielen. Nach, ber Theorie Professor Trowbridges sind diese Spuren selbstleuchtenbe Gaswolken, untermischt mit winzigen Staubteilchen, bie wie Wolken wirken. Sie treten nur in einer bestimmten Hohe, 50—100 Kilometer, auf, ba das Leuchten von dem Druck abhängt, unter dem die Gase stehen. Das allniähliche Verschwinden wirb burch Diffusion ber Gase in die Umgebung hervorgerufen, bie auch von dem Druck unb außerbem von der Temperatur der Luftfchic;t abhäugt. Die Färbung hat eine Ähnlichkeit mit dem Nachleuchten, das man int Laboratorium durch elektrische Entladungen Hervorrufen kann. — Dr. r)i. Strecker, Religion und Polnik bei Goethe. Verlag von Emil Nolh. 6 Vorträge. Geh. Aik. 1.60, geb. Vit. 2.—. — Goethes Seelenleben liegt wie das keines andern Aienschen offen und klar vor aller Angen, und je mehr wir uns in seine Betrachtung verliefen, desto erhabener und reiner, desto herrlicher und liebenswerter tritt uns bas Bllb bes großen Dichters entgegen. Unb mchl bloß der Dichter ist es, den wir beiunnöciit und verehren, sondern saft noch mehr ber große und edle Aterisch, bas Vorbilb iuib der Lehrer eines höhereii und icineien Aienschentums. Sem Verftändnis niid feinen Euifluß in weiteren Kreisen zu veibieuen, ist daher em Stück Kulturarbeit, eine erzieherische Tat. Dies gilt cnicl) von dem vorliegenden Buche, dessen Titel wohl mit noch besserem Rechte lauten könnte „Goethe als Freimaurer", beim m dieser Eigenichait tritt er uns, ohne daß der Veifasser es beabsichtigt haben mag, m den sechs Volksvorlrägen emgegen. Es sind, um Kants Bezeichiinug (ui gebrauchen, die biet Postulate ber praktischen Vernnnu, Gott, Tugend uub Unsterblichkeit, über bie wir Goethes Ansichten ver- nehnien. Daß ber Beriasser aiis dem Reichtinn der Goethesaien Gedankemvelt hauptsächlich bas heraiisgegriffen hat, was sich in den Gesprächen nut Eckermann vorfinbet, ist nur zn billigen, da nur hier die gereiste und abgeklärte Weltanschanung des älteren Goethe fennen lernen, das schließliche Resnllat j einer re ich en Lebenserfahrung. Lob oeibient seiner die freie und tapiere Gesinnung, nut ivelcher der Ver'asier unfern Dichter gegen die herkömnillchen Anfeindungen in Schlitz nimmt, ohne daß er deshalb einem kritiklosen Goethekulcus sich hingibt. Besonders anerkeiinensivert scheint mir, was am Schluß des füniten Vorirags über Goethes Kosmopoluisrnns gesagt wird. Weniger einverstanden hum man mit der Polemik gegen Slant (Seue 83) sein, obwohl Schiller bcffen angebliche Rigorosität m den befamuen Versen noch schärfer betont. Das legte Ziel ist bei Kant, was man nicht überjehen sollte, die vollkoniinene Heiligung des Willens, bie nichts luciu von einem Streite zwischen Pflicht unb Neigung. Aber als Beleg dafür, daß das Smengesetz nicht menschlichen Urspnuigs ist, sondern einer hohern Ordnung der Dinge entstannnk, konnte er natürlich nur solche Fälle aniühren, wo die Pflicht sich der Neigung entgegcnstellt. Doch dies beiläufig. Jedenfalls sind die sechs Vorträge eine verdienstvolle Arbeit, der man einen möglichst großen Leserkreis wünschen muß; namentlich möchten wir das Büchlein ben Logenbibllotheken zur Anschaffung warm empfeljleit. Vro'cssor Dr. Gerlach. — Skleine Kun st ch r o .l i k. Frank W e b e k i n b s neues Drama „Musik", Sittengemälbe in vier Bilbern, ist bei Albert Langen ui Münu-en uiö Buch cr,chienen. — ^»i .jtü.iintr i. W. ist der Dichter b^s Weii^cen-Liedes, Altertumssorjck)er und Pro,efsor W o r m n. a l l, 80 Jahre alt, gesdoroen. — In M ä n ch e n hieck am 12. November Fürft Albert von Monaco in sranzöll- fcher Sprache einen Vortrag über Tiefseeforschung. Der Vortrag wurde durch ProieUwnsvilder und durch kinemato- graphijche Vor,ührungen erläutert, die die zur Ticjfeechrfchung benutzten Jnfrrunvenie vcr.chicoener Art, den W.lfrschsang, Wesen aus der Tiefsee, Eisberge usw. barftellteiL vermischte. Gießener Strafkammer. Telefonische Kursberichte Reichsanleihe 82.70 4% Italien. Rente . III Prinee-Hemi-Eiseubalm . 116.00 Tendenz: ruhig. Berliner Börse, 13. November. Anfangskurse. Canada E. B. . 114 50 . 101.90 . 206.50 do. Konsole do. Hessen Oberbessen w< 3% Wlt 3% Wl c Wk 98.00 151.00 124.00 224 00 136 00 167 60 137.25 196.30 82.00 27*40 137.40 193.50 217.70 27.30 108.10 . 141.80 . 123.70 . 223.70 . 57.30 130.90 Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank Tendenz: schwach. Öekonomierat Klein machte darauf aufmerksam, daß auf eine Anregung des Vereinsausschusses das hiesige Regiment sich bereit erklärt hätte, in Fällen der Not auszuhelfeu. Er selbst habe wiederholt davon Gebrauch gemacht und benutze die Gelegenheit, dem Regiment hierfür öffentlich w danken. Nach weiterer Debatte wurde beschlossen, die Besprechung des Vortrags in der nächsten Vereinsversammlung fortzu- I X Japan. Staatsanleihe 4% Conv. Türken von 19U3 Türkenlose 4% Griech. Monopol-Aul.. 4% äussere Argentinier . 3°/0 Mexikaner . . . . 4^°/0 Chinesen . . . . Aktien: Bochum Guss Buderus E. W Harpener Bergwerk Laurahütte . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . l'ürkenlose . . . 196.50; 111.201 Berliner Handelsges. . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat. Bank* . Diskouto-Kommaudit. . Dresdner Bank . Kreditaktien . . Baltimore- und Ohio- Eisenlahn . . . . Gotthardbahu . . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staalsbabn . . 93.50 82.70 91.60 92.40 96 40 96.40 91 90 61.45 62.60 91 55 86.80 91.75 139.60 46.10 80 80 92.95 Esch weil er Bergwerk . Gelsenkirchen Bergwerk . 192.00 Hamburg-.Imerik. Pakett 121.00 Harpener Bergwerk. . . 194.50 Laurahütte 217.00 Mrdd. Lloyd 108.10 Obeischles. Eisen-Industrie 3% Portugiesen Serie I . 3-6 Portugiesen 4 XA X russ. Staatsaul. 1905 3n Amerika verstorbene Hessen. Oberst Karl Euker aus Marburg, zu Richmond, Virginia. — JohS. Dietzer aus Offenheim, 75 Jahre alt, zu Buffalo, N.-Y. — Ludwig B r o m m aus I^auschenberg, 68 Jahre alt, zu Richmond, Va. — Johs. Helmus aus Alzey, zu Washington, D. C. — Daniel Maul, 84 Jahre alt, zu Madison, Wis. — Konrad Reitz, 60 Jahre alt, zu Berlin, Ont. Butzbach, 12. Roo. Kammacher Joh. Gg. Lieberich, der älteste Einwohner von Butzbach, ist gestern mittag im! Alter von über 92 Jahren gestorben. Ganz unerwartet ist ihm der Tod genaht; während er beim Essen saß, hat ihn ein Schlaganfall betroffen und er ist sanft entschlummert. Dec Verstorbene war am 1, Juli 1815 geboren und konnte stch bis vor einem Jahre noch seltener körperlicher und geistiger Frische erfreuen. Im letzten Jahre allerdings machte stch das Alter bemerkbar und ließ die Spannkraft nach. Verschicdenfach, besonders aber an feinem 90. Geburtstage, roc,r ii. d. Butzb. Ztg. Herr Lieberich der Gegenstand vieler Ovationenen und Verehrungen. Er war Mitbegründer des Gesangvereins „Orpheus", des ältesten Butzbacher Vereins, außerdem bekleidete er mehrere Ehrenämter. Durch den Besuch einer Anzahl Märkte in den Nachbarstädten besaß der alte Lieberich dort eine gewisse Popularität. — Der römische Wachtturm auf dem Schrenzer, ein Geschenk des Oberrealschuldirektors Jäger an den Altertums- und Geschichtsvereins ist gestern nachmittag bis auf den unterem Teil Niedergebra nut. Ueber die Entstehungsursache des Feuers verlautet nichts bestimmtes. Nochmals sei auf das heutige Gastspiel von William Bül- l c r als Registrator hingewiesen. ** Die von dem G c r n h a r d t s ch e it Zither- un d n < 111 c o r am Sonntag abend veranstaltete musikal. Ab end unter Haltung erfreute sich wieder sehr reger Beteiligung Das von dem Dirigenten Gernhardt aufgestellte Pro- graimn war sehr abwechslungsreich. Eröffnet mit einem Festmarsch stir Zitherchor von ^ohs. Pugh wickelten sich die Darbietungen m Kompontwnen von Spiegelberg, Haybn und Laustein ab. Bc- wnoers die für obligate Flöte mit Lautenbegleitung eingerichtete Serenade von Haybn wurde mit stürmischem Beifall begrüßt, ebenso zwei von dem rührigen Dirigenten für Gesang eingerichtete Lieder „Wohin' und „Du liebe alte Heimat mein". Der zweite Dell des Programms, der Musikstücke von Wimmer, Schiffe! > anderen brachte, wurde ebenfalls sehr geschmackvoll ausge- des Publikums gelangten vor dem am av cPS t)on, ^em Gießener A. Arnold komponierten „Hoch Hassia ..carsch noch zwei weitere Musikstücke und zwei steierische Lieder zur. Ausführung. Nicht unerwähnt darf man die von dem „Man- dolmcnstreicher" gegebenen Weisen lassen, die hauptsächlich mit ^ogleltung der Gitare recht nett ausfielen. Es folgte ein gemütliches Beisammensein. Daß der Chor auch das Wohlwollen anderer Vereme genießt, beweist der Umstand, daß der Marburger Zitherverein einige Mitglieder zu der schön verlaufenen Abend- untcrhaltung enyandte. l>ie Prüfungsstelle für landw. Maschinen, die der hessische ^andwirtschaft^rat auf seine Anregung hin hier geschaffen habe. ~tc Lhaschrne sei ein Freund des Landwirts und der Arbeiter, denn sie nehme ihnen die schweren und lang- werügen Arbeiten ab. Aus diesem Gebiet könne noch sehr viel geschehen und er betrachte es als eine wichtige Aufgabe ™ .Gelostenfthaften, in diesem Sinne zu wirken. Auch die Elektrizität könne dein Landwirt viel Arbeit abnehmen. ^TCn^x’CII-^c»e n'^ldarbeit könne allerdings noch iiicht durch die Elektrizität betrieben werden, aber viele .Lofarbeit könne durch die elektrische Kraft verrichtet werden. Mit der Be- schaffung landwirtschaftlicher Maschinen könne gar nicht früh genug begonnen roerden. Auch durch die Einführung des elektrischen Lichts könne viel geschehen. Es gebe noch eine Reihe anderer Maßnahmen, durch beren Anwendung man den Bedarf an Arbeitskraft herabmiiidern uiid somit indirekt Abhilfe schaffen könnte. Das alles setzt aber voraus, daß doch ein gewisser Stamm einheimischer guter und zufriedener Landarbeiter geschaffen und in seinem Bestände gesichert werde. Aus Stadt unS Land. Gießen, 13. Nov. 1907. *• Von der VerfassungZfreiheit hessischer Städte. Unter dieser Ueberschrift finden wir in der .Hessischen liberalen Wochenschrift" (Organ der freisinnigen und liberalen Vereine in Hessen) einen Aufsatz, der den vom Ministerium nicht genehmigten Bebauungsplan in der Schwarzlach einer Besprechung unterzieht und die Nichtgenehmigung einer scharfen Kritik unterwirft. Der Artikel schließt mit dec Förderung, daß die Städte nicht solch kleinlichen Bevormundungen ausgesetzt werden. Mindestens aber dürfe man verlangen, daß derartige Beanstandungen, wenn sie erfolgen, nur von durchaus sachverständiger Seite und nicht m so oberflächlicher Weise geschehen, sondern nur nach vorausgegangener eingehender Information über alle Verhältnisse und über die Gründe, die zur Ausstellung des betc Planes geführt hätten. Herborn 12 Nov Nachdem der Landesausschuß die Entscheidung gefallt, daß die 3. Laiides-Jrren-Heil- und Pflegeanstalt hierher verlegt wird, sind die Vorarbeiten dazu im Gang. Herborn hat sich erboten, an der Straße nach °It ?em 190 Morgen städtisches Gelände kostenlos abzutreten und weitere 310 Morgen links von dieser q?1 i fau^TÄ zu, erwerben und sie zum Preise von 12 Mk. für die Rute zur Verfügung zu stellen. Ferner hat die । SjWafferwerk mit Pumpensystem zugesichert, das Sn« ^°s° ^Ä^er Was,erj liefert. Als Quellgebiet hat man den Driedorfer Wald, der das obere Rehbachtal umsäunll, in Aussicht genommen. m ^.Kleine Mitteilungen aus Hessen und den N a ch b a r f t a a t e n. - Am Montag sprach im Frankfurter 7. E/Z ' st g - G y m n a s, u m auf Veranlassnna des Vereins für Voltswirtschaft und Gewerbe Professor Dr. W. Sievers aus Gieven über die w i r t s ch a f t l i ch e n B e z i e h u n g e n D e u t s ch- ln"b.§ ^Südamerika. Er schilderte die geographischen Verhaltniße Südamerikas und ihre Bedeutung für die Bodenproduktion. | gelangen, mußte er durch ein Zimmer, in dem eine sstbe' -Taschenuhr mit Kette hing. Als vielfach vorbestrafter $ konnte er der Versuchung nicht widerstehen, weshalb er die 1 an nch nahm, nm bann noch um ein Almosen nachznsuchen w lhm auch gewährt wurde. Der Diebstahl >var aber beob'aä worden und erfolgte alsbald seine Verhaftung. Erst im vorn in tlln er ivcgen Diebstahls von der hiesigen Strafkawn init 10 Monaten Gefängnis bestrast luorbcn, sodaß angenomn werdeii mußte, daß er die Tat alsbald nach Entlassung der Strafanstalt verübt hat. Unter diesen Uniständen war angezeigt, bap er mit dem Zuchthaus Bekanntschaft nun wurden ihm 1 Jahr, 3 Monate zugesprochen und i ^^bürgerlichen Ehrenrechte auf fünf Jahre aberkannt. Dettelnv erhielt er eine durch die Untersuchungshaft als Verb zu erachtende Hastnrafe von 2 Wochen Dl * (staatlidj angestellte Schnakentöter. T Schnakenplagc des vergangenen Sommers ist bei uns , Gießen wieder nahezu unerträglich gewesen. T abscheulichen kleinen Tiere haben jetzt ihre bequemen Brr statten in den Wasserstellen des P h i l o s o p h c n w alde und so sieht man denn noch jetzt an schönen Herbstlao, Schnakenschwärme in der Luft sich tummeln. In unfetc Znnmcrn aber sitzen sie an den Wänden, namentlich ; Winkeln und Ecken, in erschrecklicher Zahl, und jede Gu ßcncr Hausfrau wohl kann erzählen, daß sie bei der große Herbstreinmachung Hunderte von Schnaken aufgestöbert Unsere Kinder aber werden in den Nachten noch jetzt vo Schnaken belästigt und böse zugerichtet. Es ist unb'edin» von nöten, daß die „Sch n a ke n ko m m is s i o n" “ diesem Winter wieder ihr verdienstvolles Werk der Au^ räucherung aller Kellerräume der Stadt ausführt Tew im Sommer vorigen Jahres ist nach der vorwinterliche, Tätigkeit dieser wackeren Kommission eine wesentliche Bc, Minderung der Schnakenarmeen zu verspüren gewesen. ®Q] fattn es aber auch machen wie in Amerika. Dem strebsame jungen Amerikaner eröffnet sich nämlich fortan eine neu Staatskarriere; er kann es mit Eieduld und — sagen wir Geschick zum staatlich angestellten Schnakentöter bringen Ernstweilen freilich sind nur zwei dieser neuen Stellen qe schaffen worben unb zwar in bei* Nationalbruckerei :i Washington. In biejern Sommer herrschte in bett Druckerei räumen eine fürchterliche Schnakenplage, wie sie in solchen Umfang bort noch nicht vorgekommen war, unb man wuß^ UL. nicht mehr zu helfen. Ter Leiter bei* Anstalt qrif Ichlteßltch zu Gewaltmaßregeln. Zwei ber ältesten Be amten, zuverlässige Leute, bie für ihre Aufgabe auch bi- Unerschrockenheit zu gewährleisten schienen, mürber sererltch zu Schnakentötern bestellt unb sie haben keim anbere Arbeit, als in ber Nationalbruckerei zu Washinatoi nehmen ben Segen bie kleinen Missetäter aufzu ! % Oesterr. Goldrente Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . . *^^nbahn un fälle. Abcnb des 11 Nov führ en aus Franksurt a. O kommenber Güterzug in Wriezen a C m ^7.. Flanke. Eine Lokomotive und ß PI wurden zertrümmert. Ein Lokomotivführer er>! burrfi^^rhfh11^ Qnt' V? ubrlgen Zugbeamten konnten fid burch Abfprmgen rechtzelltg in Sicherheit bringen 6-mem in ber Nocht barauf von Ber na u ausfahrenben Güi 5ug ist em von Berlin kommenber Cstlgüterzug in bie Tvlaii der Lokomotivführer ben letzteren nach feineren gäbe vor dem auf „Halll stehenben Einfahrtssignals nickt h* Stehen bringen können. Ein Schaffner wurde getötet "Nb 13 Wagen würben beschädigt, bavon ent gleisten 10 Wagen unb em mit Sviritus belabener Wagen her B" , - Am 12. .November stieß in S ch w ieut ° chlöw U rMfrifAp0 kr drcmsc ein von Beuthen kommen Straßcnbahnzug mit einem von Katwlvitz kom Eden Straßenwagen zuiammcm Beide Wagen wurden >cv und 8 Personen schwer verlebt. Wh dek -f5nnte durch AbspriNMN retten, währeM «chwn verletzt in das Krankenhaus gebrach cr «bedenklichem Zustande darniederlicgt n Zusammenstoß eines Straßenbahnwagens mit einem emral/renbcn Guterznge ber Linie Hall e—L eivzia wurden in Eutritzsch vier Personen verletzt. Der Materialschaden ist bebeutend. J2er Zuiammenftvß wurde durch Nebel verschuld! * Brände. In Gnesen fanden 2 Kinder bei einem ^Brande den Tod m ben Flammen. — Aus Portsmouth jwtrd telegraphiert, daß dort ein Feuer im Proviantlager der Docks ausbrach, welches nach langer Arbeit gelöscht werden konnte. „ Ein deutscher Kreuzer sandte eine Abteilung ^"trolen zu Hülfe bet den Löscharbeiten und leistete auch durch Anwendung seiner Scheinwerfer erheblichen Beistand. ^öimggrätz ist die große Maschinenfabrik Brontowsku, Schulz und Sohr größtenteils niedergebrannt. Mehrere hundert Arbetter sind brotlos. Der Schaden ist bedeutend, jedoch durch Versicherung gedeckt. — In Moskau steht das Solodownikow -Opernhaus in Flammen. Der Braud konnte bisher nicht gelöscht werden. Der Bühnenrauiu ist vollitandig ailsgebrannt. Alle Dekorationen sind vernichtet. m - Revision des a m t s g e r i ch t l i ch e n Verfahrens hat sich die M a i n z e r H a n d e l s ka m - vier in ihrer letzten Sitzung entschieden gegen eine Erweiterung der Kompetenz des Amtsgerichts .ouf 800 Mark, wie sie im Gesetzentwurf le0t 6etm 2euti^en Handelstag an, daß er gegen die Kompetcnzerweiterung energisch Einspruch erhebt. xie Kammer begrüßt und unterstützt dagegen alle Leftimmungen des Gesetzentwurfs, die unter Bcibehal- o“nA und Handelskammern in ihrer bisherigen Zuständigkeit dazu geeignet sind, zur Vereinfachung, Ber- billrgung und Befchleunigung des Prozeßverfahrens bei« pfnnhb"' Xk ,§anbetitainlner steht übrigens auf dem Standpunkt, daß eine gründliche Besserung in der Rechts- ^[^eac nur durch eine Reform des gesamten Gerichts- Verfahrens erntreten kann. zum Freispruch inso- «ar, ba nicht''«ttt werden' wnnte,"daß' st? sich waren aegon den Willen des Wirts im Lokale geblieben znsew Im übrigen fand bas Urteil feine Bestätigung Ein Mefferheld. Taglöhner L. M. von Heuchelheim stieß .eJner Wirtschaft mit zwei Leuten -uiamm n ®r ftccftc em Streichholz an und leuchtete dem Taglöhner W St" damit ins Gesicht, so daß dieser ihn zurechtwies M Ha itp ll\ bcr)c^esn d^acht operiert werben mußte. Der Ange- klagte, ber an bem Tage angetrunken unb seht rauflustig war S>tl>ntCh lt^r n°d) no . ^^fchiebenen Stellen seiner Tat. Der Ver- der längere Zett in Lebensgefahr schwebte, ist bis ielll noch arbellsuniahig unb befmbet sich in ärztlicher Bebanbluna nh I hielt6 borgestellt wirb, ist unbeftfmmt Das Gericht für am ^fahe^11???bS’bfr ^^lagten eine empsinbliche Strafe Verletzung 1^ Um wegen gefährlicher Körper- Weiter wurde das zur Begehung der $at ^Strafe -ng^chn"s^^°n ein Monat Untersuchungshaft aus - n. » Gelegenheit macht Diebe. kam hJr ß a rm- bcr @ d,(rc/-n c = 3- Sch. aus Erfurt auf seiner " Parlamentarisches ans Hessen Der Sonderausschuß für die Revision der Verwaltungsgesetze hat in seiner gestrigen Sitzung die Beratung über die Regierungsvorlage, die Stad re- ordnung bete., so weit gefördert, daß in der Hauptsache die Schlußab,tmnnung erfolgen konnte. Fertiggestellt sind die einzelnen Artikel bis 190, .vorüber die Ausschußreferenten Dr Glass,ng und Dr. Frenap ihr-Berichte ausgearbeitet haben. Rach deren Drucklegung werden sie der Regierung !zur Kenntnisnahme unterbreitet. Nach der schriftlichen Rück- außerung der Regierung tritt dann der Ausschuß nochmals zur endgültigen Fertigstellung des dem Plenum der Kammer vorzulcgenden Ausschußbecichts zusaknmen. Die vom Ausschuß Jfers‘eö Abgg. Kohler und Uebel gefaßten U ile5,a..ndgemeindeordnung haben insofern noch ver,chiebene Abänderungen erfahren, als bie Beschlüsse übet bie analogen Bestimmungen in dec Städteordnung dies erforderten, jn der heutigen Sitzung wird der Ausschuß sich noch m,t der Magistratsvorlage und den Bestimmungen über indirekte Abgaben dec Städte und die Staatsaufsicht über die letzteren beschäftigen. Der Finanzausschuß der 2. r.^n nächsten Dienstag wieder zusammen. Er wird stch hauptsächlich mit den Abänderungen der W-rt- -!leue^'.iÖ0nP“Qe' biebie ’• Kammeroorgenommen hat,be,chastig-n. Die Nationalliberale Fraktion der 2. ilammec hielt amMontag nachmittag unter Vorsitz desAbq.R ein« bier9«nnh(Ianle^ Beratung ab, in der besonders die Wahlrechtsvorlage einer eingehenden Erörterung unterzogen wurde. a )( Gießen, 12. Nov. Eine Schlägerei. der Wirtschaft an der Eisenbahnstation Mücke S ? S c einer Tanzbelustrgung zwstchen dem Wirt PH. E. und dem Bahnspediteur St., der in der Wirtschaft tätig war und den Bergleuten K. D., K. Th. und G. B. von Flechungen wegen ber Zeche zu einem Wortstreit, weshalb bcr^Wirt bll Bergleute auftorberte, sein Lokal zu verlassen. Die Bergleute die ber Ansicht waren, ber Spediteur habe ihnen unrecht getan' fefe und traktierten ihn mit Fäusten unb beförderten ihn schließlich zum Lokal hinaus. Der Spebitcur, ber Wirt unb ber Bergmann D. trugen Verletzungen bavon. Letzterer will feine Verletzung von bem Wirt mit einem Bierglas zugefügt bekommen haben. Der Wirt stellte gegen bie Bergleute Straf- antrag wegen ^oussriebensbruch unb Körperverletzung, was zur ^lge hatte, daß me)c unter Anklage gestellt warben, die ich im Laufe ber Uiitermchung auf den Wirt ausbehrlle. Bei der! N^^ngerrchtlichen Verhandlung schloß sich ber Spebiteur ber ftlaQC gegen bic Bergleute als Nebenkläger an, um eine Buße von ihnen zu erlangen; basselbe tat ber Bergmann D. bem Wirt gegenüber. Die Schöffengerichtsverhanblung endigte mit Ver- stLafe Tl?o 1.N?' Neogen Körperverletzung zu 20 Mark Geld- 10 9T?nrF■ HioOn ^^relten wegen desselben Vergehens ieL-n-a, w. ......... —- imu wlhiujuu -u 3 ÄÄXtS ^L^^u^usfciedensbruchs -sher wurde die L e ^ch - Angestellten verkohlt a.ifgefundeu. ÄÄUÄ ÄSÄd G TelefonischelCursberichte-- lesunakn"AuckL> XXXX fY Volks-Vor- -a a. , f = «‘"i —.—.—.—,— UM MM - M M 6. Ziehung 5. Kl. 217. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 12. November 1907, nachmittags. Nur die Gewinne Uber 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr.) (Nachdruck verboten.) 464 9o 95 528 858 80 039 69 70 1232 537 816 968 2057 136 372 3044 74 213 351 [3000] 483 514 4167 80 333 407 505 624 73 745 50 824 77 942 77 91 5102 5 25 829 773 810 [3000] 940 6053 182 246 81 7010 356 [500] 409 45 549 667 [500] 79 94 828 33 58 8141 62 306 486 505 736 800 4 6 936 9067 183 307 27 [1000] 36 750 871 [500] 10133 69 464 89 695 11078 159 339 635 758 95 [500] 12 050 215 39 4 43 1 70 [500] 568 779 986 13028 [1000] 149 [1000] 314 565 [3000] 94 [1000] 600 74 80 14121 997 15103 46 [1000 ] 91 427 578 631 797 890 909 16181 286 521 690 [500] 908 1 7155 851 426 57 6 4 603 84 853 1 8141 377 436 44 [1000] 759 975 1 9 997 20178 337 [1000] 53 451 696 762 99 [500] 854 21006 [3000 ] 231 38 79 525 613 18 948 22078 271 425 614 733 832 23165 200 64 [ 500] 872 89 764 2 4062 278 886 2 5171 [1000] 284 [3000] 315 484 664 704 829 26027 357 [500] 458 589 681 [500] 827 2 7009 69 190 301 536 5 7 664 [500] 818 [1000] 43 7 6 2 8196 317 73 494 659 2 9 067 129 267 604 15 83 30370 424 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470 534 63 617 757 917 [1000] 81 60019 446 535 [7000] 719 61128 401 544 695 960 [500] 62071 90 103 6 240 338 87 [3000] 652 739 816 63197 [500] 365 411 506 80 [500] 61.9 963 64147 202 49 59 566 613 719 51 65213 24 597 637 [500] 45 794 66101 63 [1000] 261 479 [500] 535 720 853 930 6 7003 643 843 906 40 49 68500 634 717 69 6 9061 [500] 83 99 368 477 [3000] 80 616 [500] 851 70 70068 [3000] 82 151 422 44 808 [ 500] 26 99 915 71156 254 59 355 [500] 496 563 86 [500] 892 948 7 2141 272 [500] 310 710 56 863 919 [1000] 86 7 3390 466 [500] 659 829 7 4 058 7 2 424 503 35 [3000] 827 [1900] 62 7 5118 216 [500] 361 576 702 4 9 7 6 03u [1000] 39 86 111 35 [500] 204 26 29 68 307 493 667 89- 766 96 956 77172 443 604 23 65 90 925 [3000] 78157 229 744 79009 102 75 409 13 96 819 948 80059 [500] 63 [500] 69 435 567 [1000] 614 726 [1000] 801 15 968 [500] 81095 102 380 463 95 777 [ 3000 ] 850 [15 000] 52 82444 752 89 877 83019 [ 500] 257 92 [500] 454 520 34 690 834 961 80 84326 425 [500] 517 29 52 93 749 69 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Großherzogliche Bürgermeisterei Großen-Buseck. , _______________Schwalb._______ 7084 •ledeai iihnlichen Produkt voi znziehcn sind C1S/» NiitionalUderüler herein. Jeden Donnerstag abenö Jivasgisje Msümuitnkuttst ______im Kaiserhof. |p%, Lektlii SttNlitiouiiilibttüleiiZiijit^ Jeden Donnerstag abend zivtt^bje ZnjalllMkttklllljt im Kaiserhof. LDaoia Beumteu-Vrreiil Gießen. Auf die am Samstag, den 16. Skovember d. Js., im Colosseum ftattfindende vu/H Aiiendmiterhaltunji werden die Mitglieder freundlichst auftnerksam gemacht. Anfang Eintrittskarten für Mitglieder, ihre Angehörigen unb einnelabene Gäste find im Borvertaus bei dem 1. Borsitzenden ^andgrasein Strabe 4 unb abends am Saal- Eingang zu haben. »