Nr. 162 Zweites Matt 157. Jahrgang Samstag 13. Juli 1907 Erscheint tSgNch mit Ausnahme des Sonntags. Die „Lietzener Fsmllienbkatter" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das „Ureisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Der „hessische Landwirtt" erscheint monatlich einmal. General-Anzeiger für Oberhessen RotattonSdruck und Verlag der Brühpschen UnioersitätS • und Srsmdcuckeret. öt. Laag«. Gießen. Redaktton, Exvedtttrm and Drudcttt: Schul« ftratze 7. Expedition und Vertag t 6L Redaktion: 112. Tell-Adr^ An^tgsriAteden» politische Lngesschatt. Deutschland im fernen Osten. lieber die Erfolge des Deutschtums in Oftasien haben sich äußerst gehässige, ja verleumderische englische Stimmen vernehmen lassen. Es ist daher, so schreiben die „Mitteilungen des Allg. Deutschen Schulvereins", umso erfreulicher, daß ein Engländer, der die einschlägigen Verhältnisse aus genauester Erfahrung kennt, auch einmal ohne Mißgunst und Gehässigkeit darüber spricht. Der frühere Chefredakteur der „North Cyi.ra Daily News" Ernest Br in dl hat in der „Pall Mall Gazette" einen Artikel über „Deutschland im fernen Osten" veröffentlicht, bei dem mir freilich wieder nicht vergessen dürfen, daß Driuole offenbar geflissentlich zu unseren Gunsten malt, um seine eigenen Landsleute anzuspornen. Er schreibt u. a.: Während viel über den kommerziellen Fortschritt Japans im fernen Osten gesprochen und geschrieben wird, zieht die rapide Ausdehnung der deutschen Interessen in demselben Weltteil nicht in dem Maße wie vor dem russiscli^apanischen Kriege die Aufmerksamkeit auf sich. . . Als das Unglück Nußlands gewiß war, wandelte ein geschickt geplanter und schnell ausgesührter Wechsel in der Politik Deutschland von einem osfen feindlichen (??) in einen scheinbar freundlichen Rivalen Japans um. Sowohl in Tokio als auch in Peking sind wichtige Personalveränderungen vorgenommen worden. Während nun unaufhörlich Anstrengungen gemacht wurden,, um^die deutschen Interessen in Japan zu fördern, ist die deutsche Stellung in China durch jedes Mittel befestigt worden. Ter Hafen von Tsingtau ist so schnell ein Handelszentrum geworden, wie dort eine moderne Fremdenniederlassung emfwrgewachsen ist. Ein zahlreiches und begütertes kaufmännisches Gemeiuweseti ist in dem Hafen herangewachsen, ermutigt und unterstützt durch Maßnahmen, die in direktem Widerspruch zu denen stehen, die in vielen anderen deuttchen Kolonien den Handel hemmten. Ter chinesische Gouverneur und die Beamten Schantungs sind der deutschen Arbeit und Politik güusttg gesinnt, da diese den Wohlstand der Chinesen fördern. In Han-kou, dem großen Hafen am Aangtse, stehen die deutschen Interessen an zweiter Stelle nach Großbritannien. Jede Stadt im ^angtfetal ist'tatsächlich ein Zentrum von deutschen kaufmännischen Unternehmungen geworden. Wo vor nicht zu langer Zeit nur britische Äianufatturwaren gekauft wurden, sleyen jetzt die Produkte deutscher Industrie in höchster Gunst bei dem eingeborenen Käufer. Von Schanghai aus, wo große deutsche Handels- und Schifsahrtsfirmeu ein großes Geschäft eingeleitet haben, fahren Dampfer, die die deutsche Flagge führen, nach alten Teilen der chinesischen Küste mit Kaufmannsgütern und M Passagieren. Tie Schiffe haben hinsichtlich der Sicherheit und " Nciscbequemlichkeit einen Ruf erlangt, der den der allen englischen \ Linien verdunkelt. Achtzig v. H. der fremden Residenten im 4 fernen Osten reisen mit den Schiffen des Norob-eutschen Lloyds nach und von Europa; die meisten von ihnen sind britische Untertanen, die man nicht wegen mangelnden Patriotismus an* t klagen kann. In den Straits Settlements haben deutsche Unter* 7 Nennungen sich das Schiffahrtsmonopol mit den holländischen .! Besitzungen gesichert. Die deutsche Niederlassung von Hongkong ll ist ein wichtiger Faktor in allen Zweigen des öffentlichen Lebens; m sie erfreut sich fortschreitender Wohlhabenheit. Tas Direktorium L bete Hongkong and Shanghai Bank besteht zum größten Teil aus i deutschen Großkaufleuten, und in anderen großen, finanziellen 4 Unternehmungen nehmen sie hervorragende Stellungen ein. Manche Gründe mögen für den Erfolg Deutschlands im fernen ~ Osten angeführt werden, aber der hauptsächlichste wird in den .1, persönlichen beharrlichen Anstrengungen des *9 Kaufmanns gefunden. Eä kam erst an, als der ganze HandelÄ- i verkehr schon in britischen Händen war, und er hatte Jahre zu ;. warten, ehe er dort ein begründetes Interesse erlangte. Aber H er merkte sich die schwachen Seiten in dem Handel seines Konkurrenten und zog schnell seinen Nutzen aus der Entdeckung. Die " Deutschen in China möchten beispielsweise vierundzwanzig Stuu- 6 den, die Engländer ober nur drei Stunden arbeiten. Ter Deutsche * ist mit einem kleinen Nutzen zufrieden und scheut feine Mühe, seine Käufer zufrieden zu stellen. Hinter sich hat er energische -o Hand: lSsachverständige und Konsuln, die alle Anstrengungen machen, 1 um ihn in seiner Arbeit zu unterstützen. Durchschnittlich ist der 5 nach China herausgesandte deutsche Konsul ein praktischer Ge- Ul fchüftsmann, genau informiert über den Bedarf der Zeit und vor ■ * allen Dingen bestrebt, die kaufmännischen deuttchen Bestrebungen " zu fördern. Ter englische Konsul ist nur zu häufig ein Mann, । der keinerlei geschäftliche Erfahrungen hat, ein ausgezeichneter Herr in gesellschaftlicher Beziehung, aber mit nur wenig Kennt- 1 nissen und Sympathie für die trockenen Zahlen des kaufmännischen L Lebens. Bekanntlich wird in Deutschland durchschnittlich das umgekehrte Verhältnis beklagt. D. R.) Ich ' habe häufig in China ; englische Hand längs reisende getroffen, die von deutschen, aber dl nicht von ihren eigenen Konsuln beraten waren. Solange *• Deutschland seine gegenwärtige Politik im fernen Osten verfolgt, wird es nichts von Japan zu fürchten haben. Jm Gegen- 8 teil, wir tonnen eine erhöhte Freundschaft zwischen beiden cj Völkern erwarten. Tas japanische Militär hat trotz allem, ld was Gegenteiliges angeführt worden ist, eine tiefe Bewilnderung JJ für die Nation, in deren schule es die Kenntnisse und Wissenschaft 1 der modernen Kriegsführung erlernt I>at. Die Kaufleute i in Japan studieren genau die wissenschaftlich geregelten Haudels- r Methoden Deutschlands. In japanischen Schulen ist das deutsche 1 Unterrichtssystem angenommen und damit em glänzender Erfolg S erzielt worden. Eine deutsch-französische Allianz. igt Zu den bemerkenswertesten Zeichen unserer Zeit gehör iS es, baß die Möglichkeit einer deutsch-französischen Allianz >: im Auslande jetzt ernsthafter denn je erörtert wird. Be- J zeichnend in dieser Hinsicht sind folgende Meldungen: Bl Haag, 12. Juli. Willjam T- Stead schreibt heute t im „Eourrier de la Conference", daß man bemerken müsse, j wie der Einfluß Lson Bourgeois und des Frei- Herrn von Marschall ans dre einzelnen Delegierten 1 bei der Konferenz täglich an Ausdehnung zunimmt; man n müsse dies dem Umstande zuschreiben, daß diese beiden iiL Staatsmänner die Persönlichkeiten sind, welche im Vorder- gründe der Konferenz stehen. Fast scheint es, als ob die ehemaligen Feinde von 18 7 0 eine französisch- deutsche Allianz zum Zwecke, die ganze Welt zu letten, Jl geschlosssn hätten. Der „Bert. Lokalanz." meldet ans Paris: Mit der K ihr eigenen Entschiedenheit erklärt sich in einer Zuschrift ' an den „Jntransigeant" die Schriftstellerin Ghp (Gräfin Märtel) für eine deutsch-französische i Allianz, weil eine solche Verbindung ihr die einzig ö vernünftige erscheine und überdies Frankreich vor der Ge- $ sahr schützen würde, eine Allianz mit England einzugehen, f oie Franireich einige Provinzen kosten könnte. Paris, 12. Juli. D6roulöde schärft ^seinerseits 1 der Patriotenliga ein, zahlreicher .als je zum Straßburg- j Standbild am .Mnkordiaplatz zu pilgern, um gegen die neuerlich versuchte. Annäherung an Deutsch- W l a u d und besonders gegen die deutsche Reise des auftrag- 'osen, niemand als srch selbst vertretenden Wichtigtuers Etienne Einspruch zu erheben. Die neuesten Vorgänge im Zarenreiche. Petersburg, 12. Juli. Zu den Bauernunruhen am Ladogakanal wird gemeldet, daß nach >em Erntreffen von Gardeschützen mit Maschinengewehren die Ruhe wieder eingetreten sei. Das Zentralkontor der Ausständigen wurde geschlossen, das Monopol der Schlepper tour De aufgehoben. Freiwillige Schlepperdicpste werden durch Infanterie auf den Dampfern und durch Torpedoboote geschützt. — Von den Räub ern, die am 12. Juni einen Ueber- äll in einem Leihhause im Petersburger Stadtteil verübt haben, wurden drei gehenkt, die Hinricl)tung des Vierten wurde aufgeschoben, da seine Mutter sein Alrbi nachweisen will. — Die „Voss. Ztg." meldet aus Petersburg: Die kaiserlich e Jacht „Stand art" steht seit mehreren Tagen unter Dampf. Doch wird dieAbreisedesZa ren nach den Finnischen Schären von Tag zu Tag verschoben, vermutlich weil man terroristische Anschläge be- urchtet. — Der MinisterdeS Aeußern, Iswolski, wird dieses Jahr Berlin und Londott nicht besuchen, sondern nur zu seiner Erholung nach Italien reisen und den Weg über Wien nehmen. — Der „Verl. Lokalanz." meldet aus Warschau: In den letzten zwei Nächten wurden in der Warschauer Zitadelle drei Sozialisten und ein Bandit durch den Strang hingerichtet. Japan und Amerika. Während von amtlicher Seite in geradezu übertriebener Weise das gute Einvernehmen zwischen Japan und Amerika betont wird, stellen nichtamtliche Meldungen bie Lage nach wie vor als recht öfröhlich hin. Oysterbay, 12. Juli. Ter japanische Botschafter Vicomte Aoki und Admiral Pamamoto besuchten heute den Präsidenten Roosevelt auf dessen hiesigem Landsitz. Nach diesem Besuche erließ der Präsident durch seinm Sekretär folgende amtliche Erklärung: „Ter Präsident der vereinigten Staaten hatte eine längere Bestechung mit dem Admiral Pamamoto, welche in jeder Weise höchst befriedigend gewesen ist. Sie bestätigte einfach das, was bereits der japanische Botschafter Vicomte Aoki ‘klargelegt hat, nämlich das durchaus gute Einvernehmen zwischen den beiden Negierungen und die im Grunde freundschaftliche Gesinnung der beiden Nationen zu einander." Tas Berl. Tgbl. meldet aus Newyork: Admiral Y a m a m o t o überbrachte am 12. Juli dem Präsidenten Roosevelt einen überaus wertvollen Nephritsteiu als G e s ch e n k b e s Mikado. Bei dem Lunch wechselten beide Trinksprüche, in denen sie die friedlichen Absichten ihrer Nationen betonten. Newyork, 12. Juli. Aus San Diego in Sud-Kalifornien wird telegraphiert, daß dort ein Japaner als Spion verhaftet wurde, weil er dabei betroffen wurde, als er Zeichnungen vom Fort Rosecrans anbertigte. Die erregte Bevölkerung drohte, das ÄsiatenviertelderStadt anzugreifen. Tie Japaner, die auf den Pflanzungen^in der Umgebung be- fchästigt sind, begaben sich eiligst nach bet Stadt, um ihren Landsleuten, falls es zu Gewalttätigkeiten kommen sollte, Hilfe zu leisten. . London, 12. Juli. Aus Manila wird einer hiesigen xe* pesch en-Agentur berichtet, da st die Möglichkeiteinesbevor- stehenden Krieges das Hauptgespräch in allen politischen Kreisen und in (Ollen Klubs bildet. Ter Führer der philippinischen Junta, der sich augenblicklich in Tokio befindet, unterhält eine lebhafte Korrespondenz mit der Partei der Unabhängigen und gibt ihr den Rat, sich vorzubereiten, die Japaner zu empfangen, welche die Unabhängigkeit der Philippinen proklamieren würden. Tie amerikanischen Offiziere behalten die Eingeborenen streng im Auge. General Malvar, ein früherer Rebellenchef, der sich seiner Zeit ergab, hat sich erboten, ein Freischärler^ Regiment zu bilden, wenn die Vereinigten Staaten ihm die nötigen Waffen liefern würden. Paris, 12. Juli. Nach einer Meldung aus Manila wurden, um die amerikanische Flotten st ativn Olon- g,a po in besferen Verteidigungszustand zu setzen, alle Torpedobootszerstörer von Cavite dorthin gebracht. Tas nach dem Admiral Tewey benannte Trockendock in Olongapo, dessen Situations- Plan jüngst gestohlen worden ist, wird jetzt von 700 Mann beii/ad)t. Newyork, 12. Juli. Die japanische Gesellschaft gab zu E h r e n desAdmiralsHamamoto ein Frühstück, an dem Vicomte Aoki und die Admirale Evans und Ooghlan, zahlreiche Offiziere und hervorragende Finanziers teilnahnren. Ya- mamoto bezeichnete Amerika und Japan als Nachbarn, beide Nattonen wandelten die Pfade der Gerechtigkeit. Vor dem Frühstück erklärte Aoki, was die Schwierigkeiten zwischen Japan und Amerika betreffe, so seien sie bald beigelegt. Deutschs» Reich. Der Voss. Ztg. zufolge drückte die Kaiserin von Bord ihrer Dacht „Iduna" aus ihre Teilnahme an dem Unfälle der Dacht „Hamburg" wahrend der Regatta Dover-Ostende aus, und ersuchte um einen Bericht über das Unglück. Die Berliner Morgcnblätter melden aus Cöln: Infolge einer erneuten Anregung bei dem Besuche der westdeutschen Städte, und Handelskammcrvertreter in Antwerpen beschloß der Antwerpener Stadtrat, in der Kamlner eine Vorlage zum Bau eines Großschiffahrts- kanals Rhein-Antwerpen ernzubringen. Berlin, 12. Juli. Der Staatsanzeiger veröffentlicht die Ernennung des bisherigen Direktors im Justizministerium, des Wirklichen Geheimen Oberjustizrats Lisco 5um Präsidenten des KammergerichtS. — Der Handels Minister Delbrück ist heute früh von seiner Informationsreise, die ihn durch das Rheinland führte, nach Berlin zilrückgekehrt. Die Reife diente deni Stubium der rheinischen Jndustrieverhältnisse und der dort herrrschenden Arbeitsmethoden. Der Minister wird in der nächsten Woche eine neue Reise nach Trier und dem Sieger Land antreten. — Der deutsche Generalkonsul in Triest, Stannills, hat kürzlich einen Ausflug nach Albanien unternommen und bei ber Gelegenheit sich and) nach bem Ergehen der dort befindlichen Deutschen umgesehen. Sein Besuch hat namentliä) in griechischen Blättern Aufmerk. TI r m — w,?,h ) amt eit erregt, auch zu mancherlei p ha u ta II l s ch e n Kombinationen Anlaß gegeben. So wurde erzählt, der Generalkonsul habe einen Besuch de§ Kaisers in Al. banien angefünbigt. Bei biejen und ähnlichen Geschichten, die sich an den Ausflug des Herrn Stanniiis knüpfen, Han- beit es sich nur um haltlose Gerüchte. — Gestern hat sich der aus Russen bestehende literarische Verein aufgelöst, der durch ein Protokoll, das seinerzeit bei dec polizeilichen Durchsuchung in der Tschechow-Lesehalle gefunden wurde, stark kompromittiert worden war. —» In das Herrenhaus wurde berufen durch Allerhöchsten Erlaß infolge Präsentation des Verbandes der alten und befestigten Grundbesitzer im Landschastsbezirk Krotofchin Rittergutsbesitzer Adalbert von Lipski auf Letow an Stelle des am 26. Dezember vorigen Jahres verstorbenen Rittergutsbesitzers v. Czapski auf Kuchary. Köln, 13. Juli. Zentrum und Liberale haben sich geeinigt, Samstag den Oberpräfidialrat Wallraf aus Koblenz, einen geborenen Kölner, zum Oberbürgermeister zu wähleii. Fulda, 12. Juli. Unter Vorsitz von Kardinal Kopp findet hier vom 19. bis 24. August eine Konferenz Ireußischer Bischöfe statt. Ntünster i. W., 12. Juli. Ztt dec Mitteilung, daß den Bischöfen Preußens vor Jahresfrist die gleichen Voll- machten wie dem englischen Episkopat in der Jndexsrage erteilt worden sei, schreibt der „Münstecische Anzeiger", daß die bezüglichen Vollmachten nur vorbehaltlich erteilt worden seien und daß in Deutschland eine völlige Veränderung der gegenwärtigen Verhältnisse auf religiös-philo- ophifchem Gebiet eintrete. Atünchen, 12. Juli. Im Eisenbahnrat erklärte heute der Veckehcsnnnlstec u. a., daß man mit der Neuregelung im allgemeinen gute Erfahrungen gemacht habe. Die Nichteinsührung der 4. Wagen, 'lasse habe zu keinen Anständen gesührt, wohl aber erh eb- iche Ersparungen veranlaßt. Man werde an der Nichtemführung der 4. Wagenklaffe festhalten. — Der im Petecs-Prozeß als Sachverständiger ver- nommene Asrikaforschec Eugen Wolss setzt sich in einer Erklärung gegen die Angriffe zur Wehr, die in einem Teile der Preffe wegen feiner Aussagen gegen ihn gerickM wurden. Insbesondere hält er gegenüber einer abweisenden Meinungsäußerung von Rochus Schmidt die voc Gericht gegebene Darstellung seiner sreundschastlichen Beziehungen zu Wißmann in allen Punkten aufrecht und unterstützt sie durch Mitteilung zahlreicher, in herzlichem Ton abgesaßter Briese und Einladungen, die er von Wißmann bis kurz vor dessen Tod er* halten hat. Würzburg, 12.Juli. Professor Merkle hat das Dekanat dec hiesigen katholisch-theologischen Fakultät niedergelegt. Man bringt diesen Schritt mit Profeffor Commers Schrift nub dem Briefe des Papstes an Commer in Ver-! binbung; denn beibe Publikationen richteten rhre Haupt- spitze gegen Merkle, der mit Schell befreundet war und auch den Aufruf zu Gunsten eines Grabdenkmals für diesen-, unterzeichnet hat. Bremen, 12. Juki. Die hiesige Martini.Gemeinde wählte anstelle des verstorbenen Pastors Kalthoff für den zurückgetretenen Dr. LipsiuS den Pre- digec Fel den aus Mainz, der der dortigen freireligiösen Gemeinde vorstand. AuslQttS. Sandtora, 12. Juli. Die Yacht Hohenzollern verließ Bodoe morgens 6 Uhr und passierte gegen Mittag bei wolkenlosem Himmel und glatter See den großartigen Tjeldesund. Voraussichtlich erfolgt die Ankunft in Tromsö abends 8 Uhr. An Bocd ist alles wohl. Brüssel, 12. Juli. Die Kammer hat alle Anträge betr. Einführung der vlämischen Sprache einem Ausschüsse überwiesen. Dies ist gleichbedeutend mit einem Begräbnis dec Vorlage. London, 12. Juli. Der König und die Königin von Italien werden noch vor Ende dieses Sommers dem englischen Känigspaar in London einen Besuch abstatten. — Dec Arbeitecsührec Hardie hielt eine Rede in Manchester, worin er anfünbigt, er werde die Parteileitung niedeclegen und sofort eine Erholungsreise um die Erde antreten und Sübasrika wie Indien besuchen, um namens ber britischen Gewerkveceine und Sozialisten ben Hindus mitzu- teilen, daß die britischen Arbeiter für ba§ indische Volk volle Selbstverwaltung fordern. Paris, 12. Juli. Der Senat beschäftigte sich heute mit dec Beratung des Gesetzentwurfs betr. die Wein- sälfchungen. Senator Cremieux wirft die Schuld an der Weinkrisis den Weinfälschecn vor, und verlangt gegen diefe ernste Maßregeln. — Dec Antimilitacist Pcofessor Hervö ersucht die Antimilitaristen, gelegentlich de§ Nationalfestes am 14. Juli sick) nach dem Paradeseld LongchampS zu begeben, nm dort die Minister Elemencean, Bciand und Picquart anszupfeisen und die Meuterer des 17. Regiments zu akklamieren. Als Erkennungszeichen sollen die Antimilitaristen ein rotes Abzeichen mit der Nr. 17 im Knopfloch tragen. — Jni Bureau deSKabinettschessElömenceau kani es gestern zwischen dem Präfekten Liegey deL Departements Indre und zwei Abgeordneten dieses Departements zu einem hestigen Wortwechsel. Schließlich verursachte man einen derartigen Lärm, daß Elemcnceau den Präfekten ersuchte, jein Bureau zu verlassen. Wegen Geheimbündelei hatten sich zwei anarchistische Führer heute vor der dritten Strafkammer des Landgerichts I ru verantworten. Tie beiden Angeklagten, der Schriftsteller Wer- Ein Nachspiel zum Mannheimer Auarchisten-Kongretz. Nachdruck verboten. S. u. H. Berlin, 12. .Juli. *' Die Augen klinik wird nach dem Universitätsfest — am 7. August — von der alten Klinik in den für sie errichteten Neubau in der verlängerten Friedrichstraße übersiedeln. Das neue, mit den modernsten Einrichtungen versehene Augenkliniks-Gebäude ist vom Bahnhof in drei Minuten zu erreichen. — In den seitherigen Kliniksräumen finden vom 7. August ab keine Behandlungen mehr statt. ** Einen Fernsprech -- Automa te n im hiesigen Personenbahnhof zu haben wünschen schon lange viele Interessenten, insbcs. zahlreiche Geschäftsleute. Die Postverwaltung ist auch bereit, dein Wunsch zu entsprechen und -führt, wie wir hören, schon seit längerer Zeit Verhandlungen mit der Bahnverwaltung wegen Ueberlassung eines geeigneten Platzes für die Aufstellung des Avparatcs, was bei den räumlichen Verhältnissen des Bahnhofs nicht leicht ist. Hoffentlich gelingt es den beiden Behörden, die für viele Jntereffentcn wichtige Frage bald einer befriedigenden Lösung näher zu führen. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Langd wurde am TonnerStag Landwirt Ludwig Ronthaler mit 67 Stimmen zum Beigeordneten gewählt. Der seitherige Beigeordnete Landwirt Emil Fritz erhielt 40 Stimmen. — Wie das Wiesb. Tagcbl. meldet, beschäftigte,i sich in einer chemischen Fabrik m Flörsher m die Arbeiter in der Früh st it cksp aus e mit eurem Revolver Ein Schuß ging los und traf deir Arbeiter Kraus m den Unterleib, der an dell Berletziingen bereits gestorben ist. ** Straßen-„Herstellung". Steht dieser Tage eine Anzahl Arbeiter mit Schippen und Hacken in einer hiesigen Straße und schaut den Arbeiten der Dampfwalze eine Zeitlang zu. Auf meine Frage, auf was sie eigentlich warteten, antwortete einer: »Jetzt geht die Walz noch einmal ruff im -runner, un dann fange vier wieder an uffzureiße." ** Die Anlagemusik am Sonntag, 14. Juli, ,fällt aus. Börsenwochenbericht. — Frankfurt a. M., 12. Juli. In der verflosseneit Woche sind die leichten Ansätze zu einer Besserung der Tendenz, die sich in der letzten Zeit gebildet hatten, wieder vernichtet worden. Die Erscheinungen auf dem Geldmarkt, die Erörterllngen über das Berhältiiis zwischen Amerika und Japan, der Rückgaiig des Kupferpreises und die neue Antitrustbewegung in den Vereinigten Staaten haben die Stunimmg wieder herabgedrückt und die Kaufneigung unlerbundeii. Amerika, welches in der jüngste,i Zeit einen Teil seiner Schuld an Europa abgetragen hatte, versuchte von neuem Finanzwechsel an den europäischen Börsen unterzubringen, sie wurden nur in mäßigen Beträgen aufgeiiommen, aber der Privatdiskontosatz erhöhte sich da- diirch sowohl in London, als auch bei uns, ein Beweis, daß der Geldmarkt eine Belastimg absolut noch nicht verträgt. Die Reichsbmik war nach dem letzten Ausweis noch mit rund 200 Millionen Mark in der Notensleuer, und wenn sich der Status inzwischen wohl auch gebessert hat und in den nächsten Wochen eine weitere Kräftigung erfahren dürfte, so ist doch noch keine Aussicht vorhanden, daß die Diskontoschraube gelockert werden kann. Privatdiskonto, der diese Woche vorübergehend auf 4°/4 Proz. stieg, steht noch immer 41/, Proz. Tie Ursachen für den erneuten Rückgang des Kupferpreises lassen sich noch nicht klar erkennen, man glaubte ihn auf einen veruiinderten Bedarf der Elektrizltätslndustrie zurückführen zu sollen, es wird aber versichert, daß die Eleltrizitätsindustrie für das Atisland reichlich beschäftigt sei, während man im Inland mit Rücksicht auf die Lage des Geldinarktes sich in der Ausführung neuer Anlagen Zurückhaltung aufcrlege. Trotzdem nehmen die Städte für andere Zwecke fortgesetzt neue Anleihen auf. Die Statistik vom deutschen ArbeitS markt zeigt, daß im Juni auf 100 offene Stellen nur 94,4 Arbeitssuchende kamen, ein Beweis, daß es in der Industrie immer noch nicht schlecht gestellt sein kann. Trotzdem bleibt über die weitere Entwickelung der Dinge eine gewisse Unsicherheit vorherrschend uiid da die Unter- uehnumgSlust dadurch zurückgedrängt wird, so hat sich das Kursliiveail diese Woche wieder etwas gesenkt. Deutsche Fonds gaben Bruchteile nach, auch fremde Fonds waren meist matter, namentlich Japaner, die infolge der polittschell Besürchtuiigen stärker angeboten waren und nahezu 2 °/0 verloren haben. Bankaktien etwas gedrückt, aber die Aktien der Hypothekenbai,keu sind meist etwas erholt. Oesterreichische Werte lagen auf den günstigen Verlauf der Ausgleichsvechandtungen fest. Amenkmiische Bahnen schwächer. Al o n t a n p a p t e r e 3—6% niedriger, nur Alpine 9 % besser. Von anderen Industrie- papieren wurden Höchster Farbwerte Aktiei, von anscheinend informierter Seite aus dem Markte genommen und 10 u/e hoher bezahlt. Wittener Slahlröhren verloren 10%. Aus s-ast uns stasto. Gießen, 13. Juli 1907. Schmückt Eure Fenster und Balkoue mit blühenden Blumen. ” Musikdirektor Pr^essor Trautmann. Wie .rvtr aus bester Quelle erfahren, hat Herr Professor Trautmann von einer anderen Universität ein sehr ehrenvolles Anerbieten erhalten, und es bestand ernste Gefahr, daß wir ihn verlieren würden. Dem Entgegenkomlnen unserer Regierung und den vereinten Bemühungen der Universität und der an Trautmanns Kunst besonders interessierten Vereine ist es zu danken, daß Trautmann sich entschlossen hat, an der ihm lieb gewordenen Stätte seiner Wirksamkeit zu bleiben. Bei der Bedeutung, die Trautmanns energische und zum Höchsten strebende Per-1 ffönlichkcit für das Musikleben unserer Stadt hat, begrüßen wir diesen Entschluß mit lebhafter Freude. ** Auszeichnung. Wie wir hören, ist dem aus Beuern, Kreis Gießen, gebürtigen Losrat Ranft bei der Kaiserlichen Gesandtschaft in Kopenhagen anlüß- lich des Kaiserbesuchs am dänischen Hofe vom Kaiser der Rote Adlerorden 4. Klasse verliehen worden. Eisenbahn-Personalien. TerRegierungs- und Baurat Rügenberg wurde von Essen als Mitglied der königlichen Eisenbahn-Direktion Frankfurt, der Regierungs- baumeister des Maschinenbaufaches, Israel, von Frankfurt in den Bezirk der Eisenbahn-Direktion Königsberg versetzt. ** Erledigt sind an der Volksschule zu Offenbach '11 Lehrer st ellen, von denen 7 mit evang. und 4 mit kath. Lehrern besetzt werden sollen, und eine mit einer kath. Lehrerin zu besetzende Lehrerinstelle; ferner eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rieder-Saulheim. X Langsdorf, 13. Juli. Der durch seine Pflichttreue und Gefälligkeit weithin bekannte und allgemein beliebte Landbriefträger Köhler von hier blickt am Montag den 15. d. Mts. auf eine 2 5 jährige Dienstzeit zurück. Möge er unserem Orte, sowie dem Landbestellbezirk noch lange Zeit erhalten bleiben. /^Langsdorf, 12. Juli. Nachdem der seitherige Beigeordnete Adam Roth IV. sein Amt niedergelegt hat, steht unsere Gemeinde wieder vor der Wahl eines Beigeordneten. Der seitherige Beigeordnete war erst seit kaum einem halben Jahre im Dienst. Wie verlautet, hat man nun den Rechner der Feldbereinigungskaffe, Heinrich Weller III., zum neuen Beigeordneten ausersehen. = Bad-Nauheim, 12. Juli. Bis zum 11. Juli )tnb 17 380 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 6803 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 11. Juli 197 230 abgegeben. r Schotten, 13. Juli. In unserem Städtchen weilen zurzeit eine große Zahl von Sommerfrischlern, namentlich von Frankfurt und Darmstadt. Ta in der Residenz erst mit Beginn der nächsten Woche die Ferien ihren Anfang nehmen, so haben sich von dort für diese Zeit noch viele Erholungssuchende in hiesigen Privat- und Gasthäusern an- Automobil- und Automobil-Unfall-Statistik im Grostherzogtum Hessen. (Nachdrnck — auch auszugsweise — verboten.) Aach einer von Reichswegen angenommenen Statistik gab e§ am 1. Januar 1907 im deutschen Reiche 27026 Automobile- davon enthalten auf das Großherzogturn Hessen 264 Kraftfahrzeuge, von denen 10 vorzugsweise m der Lastenbeiörderung Verwendung fanden während die übrigen 254 dem Personenverkehr dienten. Der Art nach bcjtanben diese aus 135 Motorrädern, 71 Automobilen bis m 8, 28 dis zu 16 und 20 mit mehr als 16 Pferdestärken. Die meisten Ainomobile un Reiche zählte das Königreich Preußen (16942), die loenigltcit das Fürstentum Schaumdurg-Lippe (13). Von unfern 254 Personeuautomobilen dienten 80 tediglich Vergnügunos- und ^porlzweckeu. lieber die Verwendung der übrigen fei hervor- gehoben, daß 7 im Dienst öffentlicher Behörden, zwei un öffentlichen ^uhrverkehr, 36 (für irgend weiche Berufszwecke (Aerzte, Handwerkern ufw.) und 129 un Handel und in der Industrie Verwendung fanden. d lieber bie bei dem Betriebe mit Kraftfahrzeugen vorgekommenen „schädigenden" Ereignisse gibt die uns vorliegende Statistik leider nur Auskuiist über die Zeit vom 1. April 1906 bis zum 30. April gleichen Jahres. Aber die Uebersicht genügt: Es ereigneten sich in dieser Zeit innerhalb der Grenzen des deutschen Reiches 2290 Antomobilunfalle. 173 Personen büßten dabei ihr Leben ein und lol9 wurden mehr oder minder schwer verletzt. Ter dabei angerichtett Schaden belief sich — soweit es überhaupt ermittelt werden konnte - auf mehr als 300000 Mark! In Hessen ereigneten sich während jener Zeit 31 Unfälle; das macht auf je 100 Automobile 117 Uiifälle, währeiid un Reiche die Verhättnüziffer nur 8,5 betrug, in Preußen sogar nur 7,5; am höchsten war sie — wohl nur ein unglücklicher Zufall — mit 53,3 Unfällen auf je 100 Autos in Reust ä. L. Die wenigsten Unfälle kamen in Mecklenburg-Strelitz und im Fürstentum Lippe vor, in beiden Bundesstaaten waren in der fraglichen Zeit überhaupt feine Unfälle zu verzeichnen. In 10 Fällen suchte sich bei uns der Krafttvagensührer durch feige Flucht der polizeilichen Ermittelung zu entziehen. Siebenmal wurde eine Polizeistrafe festgesetzt und ebenso oft wurde ein gerichtliches Strafverfahren emgeleitet. Es sei nur erwähnt, dafe 10 Personen überfahren wurden; eine Kollision mit Radfahrern fand in fünf Fällen statt; zwölfmal erfolgte em Zusammenstoß mit Wagen oder anderen Znggcschirren. Siebenmal fuhr das Auto eine Böschung herab. Daß stch die Pserde bei uns an das moderne Beförderungsmittel noch immer nicht gewöhnt haben, geht daraus hervor, daß 6 Unfälle durch Schellen und Durchgehen von Pferden entstanden. In 14 Fällen ist als Ursache zu schnelles unvorsichtiges Fahren beziv. Unterlassen des Hupen-Signals festgestellt worden. Rur in zwei Fällen konnte die Schuld dem Verletzten selber nach- gewiejen werben. Alan sieht also, das Konto der Herren Automobilisten ist auch bei uns recht schwer belastet! 8-3. lam heule^ ein Vergleich zustande. Letzterer War feinen^ von der etnaffammer freigesprochen worben, bas ReichsgeriZ batte aber das Urteil aufgehoben und die Sache zur nochmalig Ver.Mnbiung an die Strafkammer zurückverwiesen, weil in poln 2IngclegcnI;eiten den Journalisten ein Anspruch auf den Schubes § 193 (Wahrung- berechtigter Interessen) nicht zustehe. & dem letzt geschlonenen Vergleich nimmt der Beklagte die ktbigenben Äußerungen mit dem Ausdruck des Bedauerns Zurück- Er übernimmt sämtliche Kosten und zahlt 50 Mk cm bte Tjieiijj« Walderhvlungssiätte. ,2er Kläger erkennt seinerseits an, daß H. bas Lpfer einer Täuschung geworden ist, Ter Ver° dIeic^ in drei Zeitungen veröffentlicht werben. D ü f Je I b o r f, 12. Juli. Die Strafkammer verur- terlte den praktischen Arzt Tr. Georg Weisbrod aus ^ujfelborf wegen Erpressungsversuches, begangen an dem Amts, ricyter Heymuth, der durch 'Lelbftmorb endete, zu einem Iubr Gefängnis und ließ ihn sofort verhaften. Hijimm, 12. Juli. Tas Schöffengericht verurteilte den na» ^ualliberalen Landlagsabgeordneten Berndt zu 20 Mark Geldstrafe, weil er in der Lritze bes Wahlkampfes in eineu Beriammlung bet Besprechung bei vom Abg. Roereti gegen Term. bürg angeichlostenen Tonart ben Abgeordneten Erzber- gor einen „Ko loni;alst.än ker^ genannt hatte. N ü r n b e r g , 12. Juli. Vor dem Schwurgericht wurde gesterit tn später Nachtstunde das Urteil gegen den Bürg ernt eilt er Paulus Le ist ne r auä Neu-Eöersbach gefällt, der er fuchs an seiner Tiensttnagd angeklagt war. unch wllle er verlacht haben, das Mädchen zu vergewaltigen Wie dem ^„Berl. ^gebl." aus Nürnberg telegraphiert wird Seiitner nur wegen Totschlagsversuchs zu drei Jahres Gesanguts und ,ünf Jahren Ehrverlust verurteilt. d) io e r i n , 12. Juli. Der berüchtigte Silberdieb Rickert der tm Vorjahre bei zahlreichen Offizieren in Parchim und Luvwtgslust Einbrüche verübte, würbe vom hiesigen Lanbgericbt zu 9 Jayren Zuchthaus verurteilt. , n Ivy ork, 12. Juli. In La Plata wurde am 12. Juli ba§ llrtetl gegen ^yrau Mollie Bovie, die gemeinsam mit thrent ^ohne den V c r r ü fy r e r ihrer To chter getötet hatte geiprochcn. Tte Geschworenen berieten npr fünf Minuten und urteilten baß hier ein ungeschriebenes Naturrecht gelte und > Hilft rh 01t ht0 tilrtnöH |rei w ** Zum ocste be§ kath. Gesellenvereins schreibt Man uns von geschätzter Seite: Wie bereits mitgeteilt würbe, begeht der katholische Gesellenverein bafjier am Sonntag, den 21. Juli, jnn 10. Stiftungsfest, verbunden mit Fa hnen- Ä vorübergegangen, o- ^igeuagien, oer ^cyristtietier Mr- sem, seinem der Verein durch den damaligen Kaplan von Gießen, ner Karfunkelstein und der Redakteur und Mechaniker jetzigen Stadtpfarrer Kroueuberger von Offenbach, unter maniüg- Otw Weidt sind beschuldigt, an einer Verbindung teilgenommen tr .die. Diaspora mit sich bringt, zu haben, die vor den Vchörben geheimgehalten werben^soll. Tic ! INS Leben gerufen würbe Anfangs em kleines, schwaches Reis, Verhandlungen wurden von Landgerichtsrat Busch geleitet, die 'umsichtigen und vpfer- Anklage vertrat Staatsanwalt Figen, während Rechtsanwalt Fn:ieb- ’rhla9en [etn-E 93üritaiTde_unb leitenbcit mann die Verteidigung übernommen hatte. Karfunkelstein hat ^rstenzsahigew Zweige am mel mit russischen Anarchisten verkehrt und steht in dem Ver- ^}^Derb?nrbex butwrckelt, so daß er bacht, ber Letter eurer russisch-anarchistischen Bewegung zu sein, Zurzeit 32 umve und /0 Ehrenmitglieder zahlt; für Kenner die auch in Deutschland verbreitet ist. Weibt ist Rebatteur i-eilt uennenswerter Erfolg, zu der anarchistischen Wochenschrift „Ter Anarchist". Die beiden ^-b/bbuden Verein von ganzem Herzen beglück- Angeklagten veAeiblgen sich recht gewandt, besonders Karfunkel- barj. ^eit einer Reihe von Zähren regte sich deshalb stein, der ein Heiner schmächtiger Mann ist, ebenso wie Weidt au'?, ?eifku^er?t RS ,.ren Kolpmgssohnen der innige Wunsch, der sich durch eine nervöse Beredtsarnkeit auszeichnet. Als eine ttcfjt balb m ben Besitz eurer entibrechenden Vereinsfahne zu Reihe von Briefen verlesen wirb, die bas anarchistische Treiben der kommen. Im Vertrauen auf die Sympathie, deren fid) ber ©eieUen^ - - « - • nerven oer ijtter der katholischen Bevölkerung erfreut und' die sich, /alsiahrirch anlatzlrch ber Werhirachlsbescherung der Gesellen in so opferwilliger Weise bewährt, glaubte der Vorstand, diesem Vergangen ohne Bedenken willfahren zu können. Und unsere Er- warttrngen hoben uns nicht enttäuscht; reichlich find bte Gaben jur Unterstützung des Fahnenfonds geflossen, wofür wir auch an >dieser Stelle herzlich danken. Möge dieses rege Interesse der kath Gemeinde Gießen für unsere Gesellen zum ferneren Gedeihen! des Vereins immer .fortdauern. Die Festvredigt bei der kirchlichen wie auch die Fesstrede des Abends, wobei mtercn'tayitj Lichtbilder auä dem geben Vaters Kolping^zur Tarstellung kom-! dem heutigen Zage als Ersatz für die ausscheidenbe Tyroler- 'ItbalIon „Koblenz der an demselben Tage von der Gesellschaft noch einige erstklassige Spezialitäten-Nummern b^ichnamigen etabt aufgestiegen war, nieder. Die Herren sihichuengagierl. Tie neuengagierten Künstkräfte (siehe fuhren von Ludwigshütte ans zurück. Annonce) werden bereits heute Samstag, 13. Juli, ins X Marburg, 12. Juli. In, Walde bei dem Franen- Treffen geführt. Gleichzeitig teilt uns die Tirection mit, berg fuhr gestern ein Stufoinoktl aus Wiesbaden mehrere - d ber Orchesterraum öeD2Utcnb tiefer gelegt würbe, sodaß Schafe tot. Der Schaden winde sofort befahlt. man einen besseren Ausblick auf die Bühne hat. • ** ----- «« ■< - - 1 ** Vom Johanniterorden. Der Herrenmeister .des Johanniterordens Prinz Eitel Friedrich von Preußen (bat ii. d. Darmst. Ztg. u. a. den nachgenannten Ehrenrittern des Johanniterordens.' dem Landgrafen Ch'lodwig von Hessen H. tit Schloß Augustenau, dem Kammerherrn und Kreisrat Hermann Freiherrn Schenck zu Sch Weinsberg zu Alzey in Rheinhessen und dem Major a. D. Wilhelm v. Goerne zu Darmstadt am 25. Juni er. in der ' Johanniterordens-Kirchc zu Sonnenburg den Ritterschlaa i und die Jnvesiirur erteilt. beiden befunden sollen, bittet Karfunkelstein, einen darunter befindlichen Liebesbrief ian ihn nicht zu verlesen. Tas Gericht erfüllt diesen Wunsa). Als Zeugen waren eine Reihe von Kriminalbeamten geladen, u. a. die Berliner Kriminalkommissare von Arnim und Kunze, ferner Oberpvlizeiinspektor Stechen aus Mann- heim. Tie beiden Angeklagten haben zu Ostern an einem Anarchistenkongreß, der in Ptannheim unter freiem Himmel 'stattfand, teilgenommen. Sie erhielten darauf eine Anklage wegen Ver- öehens gegen bas Vereinsgesetz. Im Anschluß daran wurden bet Weibt mehrere Haussuchungen avgehalten, die Material zu ^age förderten, woraus sich der Verdacht ergab, daß in Berlin .----- ,------t 7m ö“*' , eine anarchistilch-terroristische Geheimverbindung bestehlt, die die 0 3061,2 bec .^äzc^npräses Marrer ru,suchen Revolutionäre mit Sprengstoffen und Waffen versorgt v°n Mainz übernommen unl> «nder die beiden AngeklagL- beteiligt sein sollen '2?- . u'?tLeeI n.‘x 11,0 e”' Jun. Zu dem morgen statt- beiden Angeklagten leugneten mit aller Stuft das Bestehen einer nttDenocn 5t r t e g e r f e ft H)t unser Ort auf baä schönste her- solchen Geheirnverbinbung, bte der Staatsanwalt aus den vor- gertchlet und auf dem Festplatz, der für weit über 2200 Per- gefundenen Dokumenten wachzuwetsen suchte. Der Staatsanwalt sonen Platz bietet, herrscht reges Treiben, um alles zum beantragte gegen Karfunkelstein wegen Vergehens gegen die §8 128 würdigen Empfang der zahlreich gemeldeten F-eslaäste em. - • Gefängnis und gegen Weibt vier Monate Ge- zurichten. Ter Festplatz liegt am Einqana der Wetzlarer Gericht verurteilte Karfunkelstein zu vier Straße m herrlicher Lage mit schöner Aussicht na£ bem ™*J®tibt zu einem Monat Gefängnis. Labntat Tie Gi t st e n e r Dm rt i h n a cVet Weidtwuroe die ^tr«ase als« durch die erlittene Unterfuchungs- haft für nerbüftt erklärt. , fttafmtfcljlein wurde ein Monat als ton 0 er Zeller s yo ye 0 1 szum Fe stp latz und zurück verbüßt in Anrechnung gebracht von Uhr ab eine regelmäßige Wagenverbin - —------ j .... .......................— ■, £>ung eingma;tcL Auf dem Festplatze ist für Uuterhalluug durch larussels, Schv goudcil 2c. Sorge getragen. Unsere w m . r , _ Turner werden AvsinariU, Stabturnen uuo Vtzrainidentms I ■ — *itm|iaot, lu. Juli. (Tel.) In dem Beleidi- stel unK vorfuhren -taotuincn u.no byranndenauf- gungsprozeb des früheren lorv-d-nwüratischen Reichstags- fteuung oorsuyren. IAbgeordneten Berthold gegen ben BchMeux Hannemann t gemeldet. — Sonntag, 14. Juli, feiert der Radsahrer-Ber- ein sein diesjähriges Sommer-Sportfest. Hoffentlich macht der Hunmel endlich einmal ein freundliches Gesicht. • Rainr 0 d, 13. Juli. Da die Aleffnng der Wasser- m c n g c der Duelle für die hier demnächst zu erbauende Wasser- leitimg baS anßerorbenllich günftige Ergebnis gezeitigt hat, baß ba5 Quantum für miiibe|ten§ brei Orte ausreichenb fein dürfte, fo wird geplant, bie Gemeinden Eichelsd 0 rf und Ulia 011511= schließen. Es finden 511 biejem Zwecke beshalb bereits Höhen- meffungen statt. Namentlich für lll’a wäre ber Bau einer Wasserleitung ein brmgenbeS Bedürfnis, da dort bei einer Einwohner-1 urteilten, vatz ijier em zahl von fast 1100 Seelen nur sehr wenige gute Brunnen vor- sprachen die Angellagten f Händen find, und au feer bem für einen Teil ber Beivohner bas Herbeischaffen bes Wassers mit großer Mühe und erheblichem Zeitverlust uerbunben ist. fc. Büdesheim i. Lberh., 11. Juli. Tas 81. Infanterieregiment hält am 3., 4. und 5. August bei unserem 2rt gefechtsmäßiges Abteimngsschießen ab. Das In- santerieregiment Nr. 168 hält ebenda baranschließend die gleiche Hebung ab. b. Biedenkopf, 13. Juli. Dem Hinterländer Rettungsverein erwächst die Ausgabe, alljährlich etwa für 40 Pfleglinge zu sorgen und sür mehrere Lehrlinge die Kleider zu beschaffen. Der an sich niedrige Pflegesatz von 72 Mk. wird aufgebracht durch den Beitrag der Heimatgemeinde (je nach der Vermögenslage 20 bis 35 Mk.) und durch den Zuschuß der drei Sparkassen des Bezirks in Höhe von loOO Mk. Der Rest ist durch Kollektcnertrag zu decken, der diesmal 482.50 Mt. betrug. An Kapitalvermögen besitzt der Verein nur etwa 2400 Mk. Die Erfahrung, die man mit den Pfleglingen macht, sind, wie das in der Natur der Sache liegt, manchmal betrübender, sehr oft aber auch erfreulicher Art. In nicht wenigen Fällen bildet sich zwischen ihnen und den Pflege-Eltern ein Verhältnis herzlicher Liebe heraus, das auch noch für das spatere Leben standhält. Manche Kinder kommen aus sehr traurigen Verhältnissen und es ist nicht zu verwundern, wenn es oft nicht leicht ist, ihnen ihre mancherlei Unarten abzugewöhnen; aber im garizen darf Attttst ttnd rvissenschaft. Uttiversitäts-Nachrlchten. ic. B12'; Bu/r IB»/, !ii— rl Ueber das Vermögen des Cafetiers Gustav Eckler zu Darm- * jt a b t, Rheinstraße, wurde am 9. Juli, vorm. 11 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet, da der Gemeinschuldner zahlungs- MjcchiL ist M feine ZahlMgen eingestellt untz Leshaltz Ur-i u s e u m s. _ _ B u da pest', 10. Juli. Der bekannte ungarische Schriftsteller i g t) hat sich heute vormittag krankheitshalber erschossen. hat nur ein Alter von 57 Jahren erreicht. ebei Slaviansk (Gouv. Charkow), 12. Juli. Infolge eines *4 Stunden lang anhaltenden Platzregens mürbe das Bahner leis ausgeweicht. Em Güterzug entgleiste in der jiirstähe der Stadt. Eine Llnzahl Personen ist da'bei ver- kl" inglüekt, 20 beladene Brägen wurden zertrümmert.^ deui * Kleine Togeschronik. Der Millionär Schulte- irüü y e e n f i n g aus Langendreer verübte Selbstmord. Er EI^ itt au nervöser Ueberreizuug. —- In dem alten Gasthofe zu Gautzsch wurden ein 45jähriger Kaufmann aus dcaum- wrg und eine 30sährige Fab r i la r b e i t e r in erfchvfsen usgefunden. Aus hinterlassenen Briesen geht hervor, daß beide emciniam wegen Familienzwistigreiten aus dem Leben geschieden •• ind. — Bei Schießversuchen in einem irländischen ili tär lag er explodierte em Gcschürtzvhr, wobei,vier Salaten schwer verletzt wurden. — Auf einem Dampfschiff der r lngariscyen Flußschissahrts-Gesellschast kam es zu einer Revolte. • 5:in Teil der Mannschaft beuroeigeric den Gehorsam und ging ein! ;egen den Kapitan mir Gewalttätigkeiten vor. Bei der Ankunft atiö n Waizen wurden die renitenten lpeizer und Matrosen entlasfeir lad mb eine gerichtliche Untersuchung ttngeleitet. — Ein Athlet u" lamens Tournier hielt sich 24 Stunden in seinem Hause in truf To u lo u se verbarrikadiert und feuerte zeitweise gegen die >iebt Polizei, bie beauftragt war, ihn zur Verbüßung einer Gesangnis- ük strafe abzusühren, Revolverschüsse ab. Schließlich richtete er, iwj m dem Fewner seines Hauses stehend, den Revolver gegen seine eua Stirn und tötete sich selbst. — Auf der Penzberger Stein- ko hlen g ru b e ist in der zweiten Tiefbausohle ein Gruben- h brand ausgebrochen, dessen Ursache bisher noch nicht ermittelt ß in werden konnte. Tie Brandstelle wurde durch Schutzmauern isoliert 3 and die Belegschaft zurückgezogen. — Ter Streit um L ,e n- ru8 rachs Erbe ist heute durch Endurteil des Oberlandesgerichts M Münch en erledigt worden. Lenbachs Tochter Erika aus seiner ochr.rsten Ehe mit der Gräfin Moltke, jetzigen F-rau Geheimrat Au! Schwenninger, ist mit ihrer Klage auf Herauszahlung weiterer fam 127 000 Mk. über ihren Achtelsanieil am Gesamtnachlaß hinaus ftie abgewiesen worden. — In Budapest brach in der geburts- l)ülflichen M'linif des Professors Oellinger ein Brand Je’ aus, durch welchen das Dach des' Operatioussaales zerstört wurde. Uta! Unter den Kranken entstand eine große Panik, jedoch konnten! .»ii« ernstere Unfälle verhindert werden. — Wegen Unters chlagung) C6( oon 130 000 Mk. wurde auf telegraphisches Ersuchen der Ber- , m t i n e r Kriminalpolizei durch den Amtsvorsteher von Rominten Dulder Buchhalter Karl Leutloff, der feit, 7 Jahren in dem 3 2ie5tiln^arej Engros-Geschäft von Gebrüder Simon beschäftigt war, g verhaftet. f Griginal-DrahimetHungen. Berlin, 13. Juli. Staatssekretär Dem - bürg tritt heute die Reise nach Ostafrika an und trifft morgen in Oieapel ein. In seiner Begleitung werden sich Oberstleutnant Ouade vom Oberkommando der Schutztruppe, Geheimer Bai.rat Balzer vom Kolonialamt und Niittmeifter Graf Henckel von Donnersmarck von den Garde-5lürassieren, zugeteilt dem Lolonialamt, befinden. Berlin, 13. Juli. Die Vorbereitungen zur Ausgabe von 10 Mark-Scheinen sind fetzt soweit gefördert, daß mit der Ausgabe des neuen Scheines in n a h e r Zeit begonnen werden kann. Hamburg, 13. Juli. Das Hamburger See amt hat gestern drei Schiffe für verschollen erklärt und zwar den Hamburger Dampfer Elisabeth, den Cranzer Fischkutter Neptun und den Hamburger Fischdampfer Jürgensen u. Wettern. Die Schiffe hatten 20, 3 und 10 Mann Besatzung. Schleswig, 12. Juli. Der Kaiser begnadigte den Landmann Schröder aus Stexwig bei Schleswig, der den Ehemann seiner Geliebten ermordet hatte und vom Schwurgericht zum Tode verurteilt worden war, zu lebenslänglichem Zuchthaus. Die Geschworenen hatten das Gnadengesuch besürivortet. Elbing, 13. Juli. Ein dem Trünke ergebener arbeitsscheuer 19jähriger Schlossergeselle wurde unter dem Verdacht verhaftet, seine Mutter, eine Witwe, erschlagen zu haben. Posen, 13. Juli. Zwei Gymnasiasten sind hier wegen Beteiligung an einer geheimen S ch ü l e r v e r b i n - düng relegiert worden. Die Behörde hat vier Verbindungen sestgestellt. Wien, 13. Juli. Eine Deputation der Prager Rechtspraktikanten sprach gestern beim Justizmmifter vor und bat um Berücksichtigung ihrer Wünsche. Der Justizminister sagte eine wohlwollende Prüfung zu und bezeichnete als Voraussetzung zu ihrer Erfüllung die Einstellung d e r p a s s i v e n R e s i st e n z. Die Rechtspraktikanten erwiderten, sie würden diese sofort veranlassen. Wien, 13. Juli. Das Wiener Landesgericht entschied gestern in geheimer Verhandlung über den Einspruch Hermann Bahrs gegen die Konfiskation seines in Stuttgart erschienenen Buches über Wien. Der Gerichtshof fand den Einspruch für gerechtfertigt mit Ausnahme von vier Stellen, in denen direkte Beziehungen zum Kaiserhause gesehen wurden. Wien, 13. Juli. Der seit 48 Stunden eingetretene Wettersturz hält ungeschwächt an. Aus den Gebirgsgegenden wird Schneefall gemeldet. Im Rax- und im Schneeberg-Gebiet ist die Temperatur bis auf 1 Grad unter 9lull gesunken. Zell am See, 13. Juli. Auf einer Tour in bie Reichenkitzgruppe stürzten zwei reichsdeutsche Touristen ab, als sie photographische Aufnahmen machen wollten. Wahrend der eine nur leichte Verletzungen davon trug, ist der andere schwer verwundet. I T>eplitz, 13. Juli., Auf 'einem hiesigen Schacht ist ein Streik ausgebrochen. Messina, 13. Juli. Dec allgemeine Ausstand D Biburg, 10. Juli. Tie Hamburger Bürgerschaft be- lligte 1 435 000 Mk. für den Neub.au deS Kultur hi stör.- BetanutmachunA. Frau Elisabeth Völpel, Rittergasie 23, ist aemäf? § 54 ber Friedhofs- und Begräbnis-Ordnung als Leichenttau bestellt worben. Gießen, den 11. Juli 1907. Großherzogliche Bürgermeisterel Gienen. I. V.: Curschmann. , sitzer Federan in Willenberg, der infolge des Marien- trger Bankkrachs 45 000 Mk. verloren hat, wurde trr- nnig. Der Schlossermeister Neubert aus Marienburg, Vr durch das Fallissement der Privatbank gleichfalls größere N crlufte erlitten hatte, starb am Herzschlag. DerFehlbe- a g der Manenburger Bank erhöht sieh unter Hinzurechnung 55 -§ ebenfalls verlorenen Aktienkapitals auf 10174 000 Mk. n • Opfer der Berge. Der 11jährige Sohn Karl in Mayerhofen im Zillertal in der Sommerfrische ' eilenden Oberrealschuldirektors Hack aus Kattowitz stürzte ibean einer hohen Felswand ab und wurde schwer verletzt usgefunden. — Em Wiener Tourist stürzte beim Ab- ieg zu der Steyrer Hütte von der TabareEtamanb ab ?s!nb erlitt schwere Verletzungen. a bi * Automobilunfälle. Im Forstenriederpark bei tifi| tünchen geriet gestern Vormittag ein Wildschwein Filter ein Automobil der Sanitätskolonne. Tas Auto- n|ue” obil kam von der Straße ab, stürzte um, indem es explo- njoi icrtc und verbrannte vollständig. Der Chauffeur wurde ict-hwer verletzt, zwei Sanitätsleute erlitten leichtere Ver- tzungen. — Bei der Probefahrt eines Mannfchaftsautomoblls ’ »urbe in Wien infolge Versagens der Bremse der Oberinspektor ient er städtischen Feuerwehr Ehitil aus deul Wagen ge- Ikiöi hleudert und schwer verletzt; der Führer kam mit leich- xrcn Verletzungen davon. — Tas Automobil des . ommerzienrats Sedelmayer in München passierte h'h eftern abenb den Ort Schliersee. Unmittelbar hinter chirt cm Fahrzeug fuhr der Postbote Adler. Dieser gerie lttl nter cm aus entgegengesetzter Richtung kommendes ^'lutomobil und wurde schwer verletzt. Tie Sanitäts- ,6i$ olonne brachte ihn ins Krankenhaus. r er • Neue Eisenbahn-Unfälle. Bei der Station z elz (Galizien) wurde ein herrschaftlicher Wagen beim Ueber- hreiten des Gleises von dem Zuge ergriffen unb zertrümmert. Jraci im Wagen befindliche junge Damen imiröen zee - butt ii a l m t, eine andere, sowie der Kiitscher tätlich verletzt. BekanttLmachnng. Der Plan über die Errichtung einer oberirdischen Telegraphenlinie in Mainzlar liegt bei dem Kaiserlichen Postamt in Lollar von heute ab 4 Wochen aus. Darmstadt, den 12. Juli 1907. Kaiserliche Ober-Postdirektion. . I. V.: D in gel d ey.__ LwtWtt WshlliiUSwOkis 8ictzki. Gartenüranc 2, Zimmer 2. (GeschästSsnmden von 8—1 unb von 3—6 Uhr.) l"Womiung^^vrn^7 Simmern, 1 Wohnung von 6 Zimmern, 4 Wohnungen von 5 Zimmern, 8 Wohnungen von 4 Zimmern, 2 Wohnmigen von 3 Zimmern, 1 Wohnung von 3 Ammern mtt Laden, 1 Wohnung von 1 Zimmer, 1 Werkstatt, 2 möblierte Öffnung des Konkursverfahrens beantragt hat. ^Rechtsanwalt Alois Kern zu Darmstadt wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 3. August bei dem ^Amts- Märkte. Gießen, 13. Juli. Marktbericht. Auf heutigem Wocbeumarkte kosteten: Butterpr. Psd. 1.20—1.25 Mk., Hühnereier 1 St. 7—8 Vfg., 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 10—00 Psg., Enteneier 8 Psg., Käse pr. Stck. 6—8 Pf., Käseniatte 2 Stck. 5-6 Psg., Erbseii p.Pfd. 18-24Pfg^ Liiisen p. Psd.25-40Pfg., Tauben pr.Pr.0,80-1,00Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Alk., Enteil pr. Stück 1,80—2,20 9)IL, Gänse vr. Psd. 00-00 Pfg., Ochsenfleisch pr. Psd. 82—88 Psg., Kilh- unb Rindfleisch pr. Pfund 80—82 Pfg., Schweine- leisch pr. Pfund 64—76 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Psg., Kalbfleisch pr. Psd. 80—90 Psg., Hammelfleisch pr. Pfund 61—84 Psg. Welsche per Psuud —Kartoffeln pr. 100 Kg. 10—12 Alk., Zwiebeln pr. Ztr. 10,00—12,00 Alk., Milch per Liter 20 Psg., Kirschen das Pfund 25—30 Pfg., Nüsse 100 Stück 50—00 Psg., per Ztr. 9—15 Alk., Weißkraut per Stück 15—30 Psg., per Zentner Alk. 0.00—0.00. — Marktzeit von 7—1 Uhr. I. Nidda, 12. Juli. Bei dem hier abgehaltenen Schweinemarkt wurden sowohl für Ferkel als auch für Einleger gute Preise erzielt. Für die fetten Schweine zahlen die .Händler hier und in der Umgegend zurzeit 43—44 Pfg. für das Pfund Lebendgewicht, sodaß also auch hier ein deutliches Steigen der Schmeinepreise zu verzeichnen ist. () M a r b u r g , 12. Juli. Auf dem heutigen Schweinemarkt zogen die Preise bei 'größerer Ware etwas an. Es kosteten Saug- serkel 14—16, Läufer 30—40 und größere Schweine 80 bis 100 Mark per Paar. Tie Zufuhr betrug 700 Stück. Avszug eua 6ru AtsMsmlolkzislcru irr Slaii Litern. Aufgebote. Juli, 8. Heinrich Höhn, Bantechinker dahier, mit Josephine Steffan. in Wöllstein; Heinrich Heuser, Tienstknecht, mit Elisabeth Klengel, beide dcchter; Gustav Linsel, Installateur, nrit Theresia Tanz, beide dahier. — 9. August Nopp, Glaser m Geisenheim, nut Helene Kransse, dahier; Heinrich Cteinhanser, Buchbinder dahier, mit Anna Süßel m Schotten. — 10. Franz Philipp Albrecht Haustein, Buchhändler dahier, mit Elli Gertrlid Fischer m Crenzthal. — 11. Philipp Weidemann, Großhzl. Gerlchtsassessor, mit Thekla Kümmich, beide dahier. — 12. Otto Diehl, Postbote, nut Margarete Gnngel, beide dahier. Ehcschlicßuugeu. Juli, 6. Heiiirich Wißiier, Kaufmann, mit Marie Toll, beide dahier; Liidivig Wahl, Heizer, nut Emma Tislel, beide dahier; Erlist Aiamiewitz, Techniker, mit Marie Wallbott, beide dahier; Liidivig Göbel, Schlosser, mit Luise Kranz, beide dahier, s- 9. Wilhelm Ruhl, Feldwebel in Mörchmgen, mit Ottilie Keller dahier; Wilhelm Gaul, Pfarrvikar in Beedenkircheii, mit Julie Mecke dahier. Geborene. Juli, 4. Dem Rammaim Earl Rudy eine Tochter, Johanna. — 8. Dem Metzgermeisler Konrad Malkoinesius em Sohn, Georg. — 9. Dem Weitzbindermeisler Philipp Bauer eine Tochter, Johanna. Gestorbene. Jnli, 5. Kurt Riehl, 10 Monate alt, Kaplaneigasse 9. — 7. Wilhelm Klee, 1 Jahr alt, Kleine Mühlgalfe 3. — 8. Eduard May, 24 Jahre aft, Buchhändler, Walltorstraße 24. 05038 Hammstraße 15. a 4412] Tammttraße 39. Telephon 6205. [4659 Tücht. Mädch eu f. Küchen. 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