Erstes Blatt 157. Jahrgang General-Anzeiger für Oberhessen Die Devliqe Kummer umfaßt 12 Seiten. irze eint (h? monatlich 65 Pf.: durch die Post Mk.2.— viert cL- jährl. au5fcf)L Bestellq. Mmiatjmc von Anzeigen für die TageSnuininer bis oormirtaqS 10 Uhr. ZeilenvreiS: lokal IbPf^ auswärts 20 Pfennig. Verantwortlich für den polit und atlqcm. Teil: P. Wittko; für wStabt und Land' und H®crid)t&iaar: E r n ft inen Ter »Franks. Generalanz/ hatte in seinem Bericht über die zu Frankfurt a. M. abqehaltene Zentru msoer» sammlung dem Berichterstatter, LandqerichtSrat Itschert, die Aeuherting zugeschrieben: , — dann kam die Botschaft auS Bückeburg rote ein Faustschlag inS Gesicht deS deutschen Volkes —Diese Acußerunq wurde vom genannten Herrn in einem Schreiben an die Redaktion als von ihm nicht ausgesprochen bezeichnet; er habe nicht »die Bot- schäft auS Bückeburg', sondern lediglich die Erklärung des Reichskanzlers, daß die Parteien keine Verantwortung tragen, alS einen .Fauslschlag für den Reichstag' bezeichnet. Tie Redaktion nahm von dieser Erklärung gebührend Notiz; das dortige Zentrumsorgan aber schrieb: »In seinem Berichte über die Zentrumsoersammlung im Hippodrom läßt der hiesige .Generalanz.' den Landgerichtsrat sagen: .Tann kam die Botfebaü aus Bückeburg wie em Kauft* schlag ins Gesicht des deutschen Volkes'. Diese Worte hat Itschert, wie wir bestimmt versichern können, nicht gesprochen. Er hat nicht die Auflösungsordre des Kaisers, ionbem die Erklärung des Reichs- kanzlers, das die Parieien feine Verantwortung trugen, als einen Faustsch'lag, als eine Ohrteige st'r das deutsche Volk bezeichnet. Es ist ihm nicht eingefallen, dem Kaiser und dem Bimdesrat das Recht zur Aitilösung des Reichstags va bestreiten, und dam in einer solchen Redewendung. Wir wollen gern annehnen, daß der Berrcht aus einem MrhverständniS beruht, halten es aber für an- Mittwoch 16. Januar 1807 Bezugspreis: monatlich 75Pf., viertel- fährlich Mk. 8.20; durch Adhole- u. Zweigstellen lat au rew^rß61 fleis*' §icdcr§trlchc^ G.M, »rem Heiscbgesi^ and praktischen fr jede Haushalte? ia tfßU Giesset h Ifuiiei uiib Humlurgei "astilien ? ®ctBuuiift:^toftcrit ui atitbci bei BeischieiMng, Hud letten unfdjavbare $iea tzL,i ---- - behauptete nach dem Bericht der „Tuisb. Volksztg.", das Deutsche Reich habe vier Milliarden Schulden, das mache 400 Millionen an Zinsen; wir zahlen aber nicht 10 Proz., sondern nur 3—31/4 Prozent, d h. nicht 400, sondern 120 bis 135 Millionen an jährlichen Zinsen. Ferner behauptete der Redner, der Bezirks- amtmann Schmidt-Togo habe eine „weiße Prosti- tuierte" zur Königin von Atakgaren bestellt. Rach der von Schmidt unter seiner Berrntworttmg geschriebenen Broschüre steht fest, daß es sich um die R e g e r i n S i s a g b e handelt, die weder weiß, noch eine Prostituierte ist. Schmidt verlieh ihr auch nicht, wie erdichtet wird, einen Ehrensübel. Die Bestellung solcher Königinnen ist an sich nützlich für die Schlichtung von Zänkereien zwischen den Cingeborenensrouen. Ferner ist die Be- reckmung unrichtig, daß btc Firma Tippelskirch in benl letzten Jahren je über 2 Millionen Mark über den legitimen Handelsgewinn verdiente: die Firma verteilte in zwei Jahren auf ein Kapital von zirka 9 Millionen zusammen 21,5 Proz. Dividende. Tie Präservengewinne waren nicht erheblich. Berechnet man den legitimen Gewinn auf 10 Proz. pro Anno, [o bleiben 115 Proz. mehr Gewinn, also 517 500 Mark auf jedes der beiden Jahre und nicht zwei Millionen Mark. — In Holzminden sand eine Beratung der fnmtli^eir Weseruferstaaten, also Preußen, Bremen, Braunschweig, Lippe-Detmold statt, um sich über die Erhebung der Schifffahrtsabgaben im Gebiet der W c r zu verständigen. Es gelang, in seinen Grundzügen ein allen Beteiligten genehmes Uebereinkommen zu erzielen. Man einigte sich dahin, die Schiffahrtsabgaben in Höhe von 0,05 Pfg. auf den Tonnenkilometer zu erheben, die für den Zweckverband eingenommen und nur für die der Schiffahrt dienenden Interessen ausgegeben werden sollen. Bei dieser Bildung des Zwcckverbandes sollen die für die Nheinschiffahrt in Vorschlag gebrachten Bestimmungen zum Muster genommen, es soll also auch eine noeitgehende Vertretung der Interessenten in dem Zweckverbande geschaffen werden. — In einer Korrespondenz der „Köln. Zta." ans Berlin betreffend die Personentarifreform heißt es: Wie wir erfahren, ist die Eisenbahnverwaltung eifrigst bemüht, alle Schritte zu tun, um unter möglichstem En tgege n- gezeigt, den Redner vor einer absichtlichen ober unabsichtlichen Entstellung seiner Worte zu schützen. Und nun beginnt das Satyrsviel. Dieses selbe ZentruniS- organ bringt auch einen Bericht über die fragliche Versammlung. WaS aber hat nach diesem Bericht Landgerichtk- rat Itschert in seinem Vortrag gesagt?--,— die Auflösung deS Reichstags, die anß Bückeburg kam und einen Faustfchlag in das Gesicht unseres Volkes bedeutete —* — Ter Optimist im Wahlkampf. Aus Berlin, 15. Jan., wird uns geschrieben: Wie den kolonialen Denkschriften Dernbnrgs, so ergeht es auch seinen Wahlreden: sie werden all ”t rosig bemängelt. Aeußerstc Linke und äußerste Rechte finden sich zusammen in der Kritik des Dernburgschen Hinweises auf die Schutzgebiets als auf Landkomplexe, geeignet, den deutschen Vevölkerungsüber^chust aufzunehmen und der deutschen Erportindustrie rasch wachsende Aufträge $u vermitteln. Die agrar. „Dtsch. Tagesztst.^ chreibt, mit solchen „wirtschaftlichen Irrtümern" die Kolonialpolitik zu begründen, sei das beste Mittel, sie in den Vollskreisen unbeliebt zu machen, die, wenn auch besonnene, o doch aufrichtige Freunde der Kolonien seien. Der „Vorwärts" andererseits spottet über die „Phantastereien" vom deutschen Bevölkerungsüberschuß. Deutschland habe nicht zu viel, sondern zu wenig arbeitsfähige Menschen, wie die Hunderttausende ausländischer Arbeiter zeigten, die Jahr für Jahr in Deutschland verwendet würden. Das Sozialistenblatt schlägt sogar agrarischeTöne an, indcnn es Dernburg vor Äugen führt, daß in Deutschland noch gegen 4 Millionen Hektar Ackerland brach liegen, auf dem rund 400 000 Bauernfamilien angefiedelt werden könnten. Also eine Empfehlung der „Heimatpolitik" ganz nach dem Herzen des Bundes der Landnnrte. Zugleich aber ein Beweis, wie in der Hitze des Wahlkampfes über Vas Ziel hinaus geeifert wird. Auch von feiten DernburgS. Er hat manches von dem, was er in den umfangreichen kolonial len Denkschriften dem erstaunten Parlament unterbreitete, freimütig preisgegcben. Er dürste ebensowenig alles buchstäblich ausrechterhalten wollen, was er in seinen Wal,l- reden sagt. Besondere Zeiten haben ihr besonderes Recht, und in der Wah'teit ist der Superlativ gangbare Münze., Zumal bei Optimisten, denen fick) Dernburg erklärtermaßen', beigesellt, lieber sie kommt es dann flugs wie ein Begei- sterungsrausch. Jeder Kaufmann lobt seine Ware. Dernburg ist Kolonialkaufmann in gewissem Sinne. Es läßt! sich also begreifen, wenn er die Schutzgebiete sozusagen in bengalischer Beleuchtung erscheinen laßt. Ein politisch, reifes, die nationalen Beweggründe würdigendes Volk vermag sehr wohl aus eigenem das richtige Maß bei alledem herauszufinden. Deutsches Neich. Berlin, 15. Jan. Der Kaiser besuchte heute den Reichskanzler Fürsten Bülow, nahm die Fassade der neuen kgü Bibliothek im alten Akademiegebäude in Augen^ schein und hörte im fgL Schloß die Vorträge des Chefs deK Militärkabinetts Generaladjutanten Grafen von Hülsen-Häse- Aon der Wahlvtwegulig. Gießen, 16. Januar 1907. In Villingen sand am Dienstag abend eine gut be- Ha-ptc liberale Wählerversammlung statt, die einen >' r des'!'digendm Verlauf nahm. Bürgermeister R ü hl führte .a Vm-sitz ' Professor Sulch von Gießen erstattete ein auS° Lhrli^S und sehr sachlich gehaltenes Referat über die deutsche lolomalvolitik und die Ausgaben deS letzten Reicl^tags und die „ i kommenden. Stodtv. Löb er wies sodann in wirkungsvoller 5.de daraus hin, wie .Herr Hevligcnstaedt sich bemüht habe, den j. rechtsten Ansprüchen der Landwirte, Arbeiter und öc- inch’teute nach bester Möglichkeit s, ochnung zu tragen. Lehrer j Hö t-Billingrn brachte unter lebhafter Zustimmung der Der- st -'imlling ein Hoch auf K.ii'er und Vaterland au8, worauf mit -in-in Hinweis darauf, baß das Wahlrecht auch eine Wahlpflicht „deute, die Versammlung geschlossen wurde . Am Sonntag fand, wie man uns schreibt, in Ober» CT»men eine vom liberalen Wahlkomitee veranstaltete sehr Htt besuchte Wahlversammlung statt. Sie wurde gegen . IIbr von Mtbürgermeister Rühl eröffnet, der den An w senden für txi5 durch ihr Erscheinen bewiesene Interesse trifte und sodann Professor Luley das Wort erteilte. V.tt giebncr erläuterte am Anfang seiner Ausführungen die Heranlapimg zur Auslösung des Reichstages und ging bann •r sachlicher Weise auf einzelne Fragen, hauptsächlich Steuern, Wert der Kolonien usw. betreffend, ein. Er be- an Sianb seines Materials, daß die Verhältnisse in £ utschland doch noch lange nicht die schlechtesten seien. t7 > ui anderen Staaten, wie z. B. Frankreich, erheblich 7there Steuersätze und Abgaben auf den Kopf der Devvlke- 1:ng entfallen. ' Leider wurde der Redner durch einige an- send Sozialdemokr a ten, die in Lollar und Wctz- c.r auf der Hütte beschäftigt sein sollen, durch fort- wöhrende Zwischenrnfe in der ungezogensten Weise tut erbrochen. Die wiederholten dringenden Dorstel- niqen hiergegen seitens des Vorsitzenden halfen nichts, r-.-h ließ sich Prof. L. nicht aus der Fassung bringen und •.-•nberte auf die Bemerkungen, die zum großen Teil gan> cllrfie Behauptungen enthielten, eine große Unkenntnis der politischen Verhältnisse, selbst der eigenen Parteihandlungen t errieten und daneben ein maßloses Selbstbewußlsein und die unbedingte Abneigung der jungen Herren gegen jede Ve- l.'fj-ung von Richt-Sozialdemokraten bekundeten. Die So- -i.ilbemofraten hatten anscheinend die Absicht, die Versammlung zu sprengen, und es ist nur dem allzu liberalen yerbalten der Anwesenden zuzuschreiben, baß dieselben nicht -wn ihrem Hausrecht Gebrauch machten. Jl)rer Partei haben .<■ Herren ' allerdings, wie die Entrüstung aller anderen - J?rsammlungsl?,ilnehmer über ihr rohes Belagen erkennen ließ, keuien ' besonderen Dienst erwiesen. In der anschlie- • finden Diskussion wurden von gegnerischer Seite Behaup- lungeu ausgestellt, die direkt unwahr waren, und die Leine gerade-u unglaubliche Dreistigkeit beweisen. 1. Kommerzienrat Hepligenstaedt habe nur sehr selten cn den Sitzungen des Reichstags teilgenommcn. 2. In der'lib. Wahlversammlung in Gr.-Buseck fei dem ßsvz. Redner Herrn V. bas Wort abgeschnitten, resp. nicht mehr erteilt worden und dergleichen. Latere Behauptung wurde von einem Herrn ausgestellt, bet dabei gewesen sein wollte. Das nennt man bann Wahrheitsliebe ! 3. Die sozialdemokratische Partei habe für die Auto- imobilstouer gestimmt, obwohl sie das Gegenteil mit Begründung ihres Standpunttes getan hat. Mit ganz besonderer Freude aber nagelte Prof. L.. ber ausgeführr Halle, Krumm könne im Reichstag seine etwas gemäßigteren Auffassungen gegenüber Bebel usw. nicht zur Leitung bringen, fest, daß die soz. Herren mit großem Nacl'druck erklärten, Krumm dürfe auch keine gemäßigteren Ansichten in Berlin vertreten; er müsse sich Bebel fügen, das erfordere bie Partei- biszipiin. Ri ächten die Herren aus bürgerlichen Kreisen die Sjerm Krumm persönliche S'. mpathien entgegen bringen, Dieser Worte jugendlicher Sozialdemokraten am 2j. «januar gedenken. . . , ... Tnrch die lange Dauer dieser Versammlung konnte die im Anschluß daran für Großen-Eichen vorgesehene Versammlung nur mit großer Verspätung begonnen werden. Nach dem Vortrag von Prof. Luley verlas ein Herr Banner aus Gießen ein autt;emitisches Flugblatt und empfahl die Kandidatur Kohler. Der norgenuften Sei fa'.bcf konnten seine Behauptungen nicht sämtlich widerlegt und gebührend beleuchtet werden, da sonst ber letzte ou9 nach Gießen versäumt worden wäre. ler, des Chefs des Admiralftabes Admirals Büchfel und deS Chefs des Marinekabinetts Admirals von Müller. Um 12 r/iUhr empfing er anläßlich ihrer Ernennung zu Brigade- tommanbeuren die fgL sächsischen Generale von Hennig und von Larisch, sowie die Teilnehmer an der Westindien- fahrt bezw. Orientfahrt auf den Dampfern „Blücher" reip. „Moltke" der Hamburg-Amerika-Linie zur Meldung. Um 1 Uhr folgte er einer Einladung zur Frühstücks täfel bei Generaladjutant Grasen von Hülfen-Häseler. — Die „Rordd. Ällg. Ztg." schreibt: Erzberger hielt am 31. Dezember 1906 in Duisburg Ansprache, die wiederum zu „Druckfehlern" Anlaß gab. daß man, da man mit seiner parlamentarischen Tätigkeit hier zufrieden sei, bei seiner Wahl bleibe. Der größte Teil der stark bcsucksten Versammlung begleitete diese Ausführungen mit lebhaftem Beifall. Arn Montag abend sprach vor mehreren hunderten Zuhörern im Solmser Hof der seitherige Reichstag'abg. Dr. Mallau in zweistündiger Rede. Er führte aus, daß die neuen Steuern auf die leistungsfähigen Steuerzahler gelegt worden seien, daß die Reick?seinkommensteuern bereits das Rückgrat für die einzelnen Bundesstaaten bilden, sowie daß die Fleischteuerung vorübergehend sei, die Fleischzölle aber zum Sämtze der Landwirtschaft nötig seien. Seine Partei werde eintreten für Erhöhung der Vergütung für Einquartierung und Mmlöverschüden, für die Errichtung kleiner Garnisonen, für eine Vergütung an Schössen und Ge- chworenen, da grade die ländliche Bevölkerung hier größere Opfer bringen müßte, sowie für Vermehrung der Telephonanlagen nach kleineren Gemeinden und für den Schutz unserer Stcinbruch-Jn- rustrie im Vogelsberg. Dr. Wall au sckzloß einen Bericht über seine Ehinareise an. Lebhafter Beifall wurde dem Redner zuteil^ und der Vorsitzende, Bürgermeister Jcchem, schloß mit dem Wunsche, daß eder am 25. Januar für Dr. Wallau eintreten möge, die 93er- ammlung. Professor Ir. Bierm er in Gießen hat es bekanntlich übernommen, als Atitglied der nationaliibcralen Partei im Wahlkreise Bin gen-Alzey für die Wiederwahl be5 bisherigen frcis. Vertreters Reinhart Schmidt in Elberfeld rednerisch einzutretcn. Naclchem Professor Diermer einen Jnfluenzaanfall überwunden hat, wird er am nächsten SamStag und Sonntag in Algesheim, AlzeyundBingen Wahlreden halten. Tie dortigen Liberalen hoffen, daß es dem Redner gelingt, die Wahlparole des Herrn v. Heyl, wonach die Nationalliberalen mit dem Bund der Landwirte gemeinsam vorgehen sollen, zu entkräften. Bon der Zentrumspartei aber wurden zwei Kant^daten Jür den Wahlkreis ausgestellt und zwar v. Brentano aus Offenbach und Dr. Schmitt aus Mainz. Diese Taktik geht darauf hinaus, unter allen Umständen eine StickMabl herbcizusilhren. Bei ihr wird das Zentrum für den Freisinnigen Schmidt- Elberfeld gegen den nationalliberalen Kandidaten eintreten. In WormS wurde von ber Zsntrumspartei die Parole ausgegeben: „Keinem Nationalliberalen, keinem Liberalen und keinem SoAialbemokrateu eine Stimme, weder in ber Haupt- noch in b:r Stichwahl!" Kommt also der seitherige Vertreter v. Heyl mit einem anderen als dem Zentrums- fanbibaten in bie Stichwahl, so wird bas Zentrum Wahl- enthaMlng üben. * Tie kons. Parteileitung in Wiesbaden hatte für den Wahl- lreis Herborn-Dillenbttrg-Rennroo die Parole ausgegeben, daß die Konservattven den christlichsoz. Bur ck- harbl unterstützen sollten. Diese Wahlparole stößt auf entschiedenen Widerstand, da die Konservattven den national» lib. Amtsrichter Dr. Lohmann unterstützen wollen; sie lind dsssh-alb vorstellig geworden, daß eine andere Wahlparole ausgegeben oder "den Herborner Konservativen freie Hand gelassen wird. 9lu 8 dem WahlkceiseMarburg, 15. Januar, wird uns geschrieben: Altern Anschein nach scheint man es jetzt bei den ausgestellten 5Kandidatenirn hiesigen Wahlkreise bewenden zu lassen. Man hört nichts mehr davon, daß auch die Reform-Antisemiten sich einen eigenen Kandidaten in Rechtsanwalt Harmonv in Kassel leisten. Um die Pilme des Sieges streiten sich also der seitherige Vertreter v. Gerl ach (national-so;ial), der von den Konservativen, den Bündlern und den Chcistlickt-Sozialen unterstützte Dr. Böhme, der greise Vizebürgermeister und Marburaer Ehrenbürger Siebert, den die Nationalliberalen ausstellten, der .^entrumsrnann Regierungsr't Klocke- Treysa, ber jetzt die kathol. Törf r b rf.ti ht, und s llieblich der Sczi-teemolrat D i ß m a n n. Die Versammlungen werden durchweg gut besucht, denn in den Dörsertt halten fuß jetzt auch viel Leute auf, die sonst m We|t- falen ihr Brot verdienen. Nach der „Nat.-Ztg." redeten in einer in Düsseldorf stattgehabten Versammlung angesehener rheinischer Katholiken einzelne Teilnehmer, besonders Gras Hoensbroech sowie der Oberprasident der Rheinprovinz v. Schor lern er eine sehr eindringliche ernste Sprache und wiesen nachdrücklichst die Versammlung auf den Ernst der politischen Lage hin, die durch bie Haltung des Zentrums veranlaßt sei, eine Haltung, die von allen Katholiken, denen das Wohl des Vaterlandes am Herzen liege, tief bedauert und verurteilt werden müsse. ;n ^elegenüichst Marktplatz 17. cu Sbrrfe für D-^ch-n: Noiationrdruck und Verlag der vrühCschen Univ.-Vuch- und Steinöruierei. B. c-nige. Beiottlon, «jpcötfioti und Druckerei: Lchulpratze 7. «Ä rgft wtCfiftt. ______________________ _____________________________________________ ______________ _ ________ MjM >r Lage, ca. 12 zu tocxtftuicu. trivutto nbctu Miche Amragen unter-. Giefzener Anzeiger etic chott. Schäferhrnd. jono-arbe,'/-Mr., oo^-' nrcin, rüiiercm, iftjuniv t,atizugeli. Zu ernage.au.. läneiicUe des biiev- eine Partie Weiii.b^' wcrkszcug als Diuinu!» n ui'w. vreiswen zul- Milche üniragen uniu. GiehenerAnzelger er«c KnsLchecrevnt Beicht jrLäLr-od.Ilevaem->. örü^ab°ugete^ S!r. 13 Erscheint täglich außer Sonntags. iTtem Gießener Anzeiger jerben im Wechsel mit em hessischen Landwirt le Kietzener Familien. I blätter viermal in der Loche beiqelegt unb neimal wöchentlich da« Kreisblatt fflr den Kreis ßletzen. 7ert'.sprech-An- j Ichlußf.b. Redaktion 112 . lerlafl u. Exvedition 51 Ans Laubach, 15. Jan., schreibt man uns: Der südliche Teil des Wahllreiies Alsfeld-Schotten-Lauterback beginnt mit dieser Woche in die Reichstagswahloewegung emzu- treten. Den Reigen eröffnete eine von dem Trein" 19c 11 Dchllomitee einberufene Wahlversammlung im Schützenhos am letzten Sonntag. ES sprachen die Herren Privatdozent Dr. Vogt ms Gießen und Henrich aus Darmstadt. Dr. V. sprach üoer btc (Ecünbe ber Auflösung, über bie Aufgaben des entschiedenen Liberalismus inbezug auf Abänderung deS Militärprozeßverfah- rens, der Mandatsprüfung des Reichstags unb über die Kolonial- Solitik. Der zweite Redner entwickelte bie Grüube zur Auf- g.'llung der Kandidatur R e h , die erfolgt sei, weil der Nationatewe- wliSmus zu weit nach rechts geschwenkt sei, auch habe der ent- iqiebene Liberalismus andere Anfichten über die Fahrkartentteuer, bie Schutzzölle, den Befähigungsnachweis, die Vermögens- und Erbschaftssteuer. Ihm entgegnete Bürgermeister Jochem von hier, der außer einigen.sachlichen Erwiderungen die E r k l ä r u n g Iinr Au ft cage des Bundes der Landwirveabgab.datz lex von diesem zu unterstützende Kandidat Dr. Wal lau sei und ix kommen gegen das Publikum und imter möglichster Erleichterung Lei der Abfertigung des Gepäcks die Reform zum L Mai ins Leben treten zu lassen. Auch sind bereits die beteiligten Eisenbahnstaaten zum 21. Januar zur Teilnahme an der Versammlung eingelaüen lvoroen, die im Eisenbahnministerium in Berlin tagen soll, um zu der e.ib- gulligen Ausgestaltung und Durchführung des neuen Gepäck- tarises Stellung 5.11 nehmen. —politische Lages^charr. Eine Palastrcvolu ion in Persien. Dem neuen Schah von Persien wird das Leben recht sauer gemacht. Daily Mail berichtet aus Teheran, baß der dritte Sohn des verstorbenen Schahs Gefangener der Truppen ist, die er versucht hatte, gegen den jetzigen Schah zu fuhren, um seine Ansprüche auf den Thron geltend zu machen. Prinz Shoa hat versucht, sich mit Opium zu vergiften. Er erklärte, daß er ein neues Attentat gegen sein Leben unternehmen werde, wenn ihn sein Bruder nicht zum Gouverneur der Provinz Fars ernennen werde. Der Schah hatte sämtliche von feinem Vater in den letzten vier Monaten erlassenen Dekrete rückgängig gemacht. Diese Maßnahme trifft besonders den genannten Prinzen, dem vom verstorbenen Schah eine jährliche Zulage von 12 000 Lstrl. gewährt worden war. Der Schah empfing die Mitglieder der 92afiona(ocr» sammlung, welche ihm ihre Anhänglichkeit versicherten. Neues aus Rußland. Am 15. Januar, abends 10 Uhr 30 Mm., erfolgte in dee städtischen Kreditanstalt zu Petersburg eine Explosion, durch welche daS Gebäude in Flammen gesetzt wurde. Es sind Verluste an Menschenleben zu beklagen. Näheres liegt noch nicht vor. Der frühere ReichSduma-Abg. Aladjin ist aus der Wählerliste gestrichen worden. In Odessa nahm die Polizei in der Universität eine Haussuchung vor, um Wahlaufrufe der revolutionären Partei zu entdecken. Die Durchsuchung verlief aber er- gebnislos. Ausland. London, 15. Jan. „DaUi) Mail" meldet aus Tokio, Japan habe den Wunsch ausgesprochen, daß die Frage der allgemeinen Abrüstung auf der nächsten Haager Friedens-Konferenz zur Beratung gelange. Man glaubt, daß angesichts dieses Wunsches die Abrüstungsfrage tatsächlich zur Beratnng gestellt wird. Paris, 15. Jan. ,Matin" wendet sich heute in einem heftigen Artikel, der ihm offenbar von den französischen Kongo-Ausbeutungs-Gesellschaften eingegeben worden ist, gegen die angeblichen Uebergrifse deutscher Unternehmungen der Kamerun-Siedelun g, die in französisches Kongogebiet cingebrocyen seien und sich gegen 8000 Geoiert-Kilometcr dieser französischen Besitzung angeeignet hätten. Das Blatt fordert die französische Regierung aus, diesen Rechtsbruch kräftig zu- rückznweisen. ; — Ein Blatt erfahrt, daß das japanischeGeschwa- per unter Togos Befehl, das im Laufe des Sommers England besucht, auch in Brest -oder Cherbourg einen amtlichen Besuch machen wird. 1 — Tie Leute des Maghzen haben einen der Getteuen Raisulis, Sart0ur, zruir Gefangenen gemacht und ihn in die Kasbah von Tanger gebracht. Ferner ist der Gcheimfekretär Raisulis, D a 0 u d i, welcher seinen Chef Ebenfalls verlassen hatte, auf dem Wege nach Tetuan von Den Andjeras überfallen und auSgeraubt worden. jDer Stamm der Em Pau ar hat sick) fast vollständig unterworfen. Von 17 Stämmen sehtt säst nur noch ein Stamm. Nach weiteren Meldungen aus Tanger unterhandelt der mit der tzaupttruppe vor Guar lagernde Bagtadi mit dem Verwandten Raisulis Zellal. Dieser würde von Zellal schon ausgeliefert worden sein, wenn er eine Bürgschaft für die Bezahlung der vom Maghzen für Raisulis stopf ausgesetzte Prämie hätte. So aber fürchtet Zellal für seinen eigenen Kopf. (Sine zweite Sultanstruppe unter Amrani lagert im Jahelbezirke bei Larasch. Auf ein erstes Alarm- reichen hin können beide Kolonnen zusammenwirken. , — Im Senat gab der Berichterstatter Charles Dupuy seinen Rückblick über die hauptsächlichsten polittschen Ereignisse des Jahres 1908. Bei Besprechung der Lage in Marokko sagt er, sobald der Sultan spanische und französische Schiffe vor Tanger gesehen habe, sei er zu dem Entschluß gekommen, die Ordnung wiederherzustellen. Alan müsse hoffen, daß er dazu fest entschlossen sei, und damit Erfolg haben werde. Redner fährt fort: Lassen Sie nur kaltes Blut behatten und die Augen osien hatten. (Lebhafter Beifall.) Frankreich habe seiner Meinung nach von Europa das Mandat erhalten, aus Marokko für Europa das zu machen, was Frankreich vietteicht berechtigt gewesen sei, für sich selbst daraus zu machen. (Lebhafter Beifall.) Dupuh bespricht sodann die Besatzungsfrage und sagt, er sei be- trofsen über die andauernde Lage aller Länder für ihre Sicherheit. England, von dem man sage, es habe seine Kriegs- und Atarinebesatzung herabgesetzt, sei docy noch für seine nationale Verteidigung besorgt. Er bedauere die Be- sttebungen jensetts des Kanals, den Tunnelbau zu verhm- dern, der England uni) Frankreich miteinander vereinigen ,solle. (Beifall.) — Eure Versammlung der Bischöfe sandte dem P a p st lelegraphisch die Versicherung chrer Treue und ihres Ge - th 0 r s a m s. Wien, 15. Jan. Ab geordnet en Haus. Der Un- sterrichlsMinister unterbreitete dem Hause einen Gesetzentwurf über die Regelung bezw die Erhöhung der Bezüge der Professoren an den Universitäten und den denselben gleich gehaltenen Hochschulen, sowie des Lehrerpersonals an den Mittelschulen, Gewerbeschulen usw. Die Vorlage bett. die Ref 0 r m d e s I m m u n i t ä t s r e ch t e s d e r Abgeordneten enthält die Bestimmung, daß die Verjährung einer strafbaren Handlung so lange ruhen soll, als über einen Ausliescrungs- antrag noch nrnjt entschieden ist. Weiter bestimmt die Vorlage bett, das beschleunigte Auslieserungsversahren, daß bas auf Jnittative des Presidenten eintreten soll, falls ein ^Abgeordneter innerhalb der Räume des Parlaments eine strafbare Handlung verübt. Nach einer längeren Debatte beschloß das Haus die 3uicEucrroei)ung Jber Vorlage an einen .Ausschuß. Aus S.aot uaio fcuno* Gießen, den 16. Januar 1907. •• Pferde markt. Der preuß. Minister des Juncru hat der städtischen P fe rde markt ko mm issron in Gießen die Erlaubnis erteilt, zu der Ausspielung von Pferden, Foblen, landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten re., die tu Verbindung ir.it dem am 4. September in Gießen ftolt- sindenden Herbstpferdemarkt mit Genehmigung der Großh. Hess. Negierung veranstaltet werden soll, auch in den Kreisen Wetzlar und Biedenkopf Lose zu vertreiben. I m Bilderzimmer der Lesehalle wurden soeben die Hauptwerke von Nembrandt neu ausgestellt. Es sind die Bilderserien, die in der hiesigen Nembrandt- Ausflellung im November schon gezeigt wurden, nur in kleinerer Auswahl, so weit sie hier Platz finden konnten. Von den Bildern seien genannt: „Die Nachtwache", „Tie Staalmeesters", »Die Anatomie", »Die h. Familie*, »Das Frühstück", »Der Schiffsbaumeifler", „Saslia als Braut", »Die Judenbraut", »Landschaft mit der Ruine*, »Das Hundertguldenblatt", „Die drei Bämne". Ter Stereoskop- Apparat zeigt diesmal 60 Ansichten aus Italien. — In der Abteilung Verkehrswesen ist der Jahrgang 1907 der Adreßbücher von Gießen, Frankfurt, Darmstadt, Berlin mit den neuen Sladtplänen eingetroffen. " Besitzwechsel. Zu der gestrigen Notiz sei ergänzend mitgeteilt, daß Herr Gg. Hammel nur seine Hofrcite in der großen Mühlgasie an Herrn Jak. Happel verkaufte. "Ab gefaßte Schwindlerin. In letzter Zeit hat in hiesiger Stadt eine unbekannte Frauensperson unter Benützung gefälschter, selbstgefertigter Bestellscheine Waren ausgeschwindelt und teils auszuschwindeln versucht. Gestern gelang es, die Schwindlerin in der Person der Marie Dallwitz von Gettenau festzustellen. Sie wurde verhaftet und mehrfacher Betrügereien, des Diebstahls und der Urkundenfälschung überführt; sie ist geständig. ** Die Gießener Rudergesellschaft 1877 feiert nm kommenden Samstag, 19. Januar, abends 8 Uhr in den Räumen des Neuen Sanbanes (Steins Garten) ihr 30. Stif - t u n g s f e st. Der Bedeutung des Tages und den Traditionen der Gesetlfchast entsprechend wird die Feier in glänzend^, b-ibci höchst origineller Weife begangen werden. Zu einem „Fest im Hasen von Uolohama" sind die Einladungen ergangen. Viele fleißige Hände sind bereits an der Arbeit, in den Sälen das Bild eines japaniichen Sttandes, au dem gerade eine ganze Flotte vor Anker liegt, zu schaffen und fo dem Fest einen entsprechenden, künstlerisch ausgeführten Rahmen zu geben, Reizende Geishas in ihren kleidsamen Kostümen, schöne Vertretermner. des Orients, die blauen Jungen der im Hafen liegenden Kriegs- schiffe werden b-ä Bild vervollständigen. Der sonn obligatorische Fruck ist diesmal setbjtredend bei allen Teilnehmern aufs strengste verpönt und muß dem zwanglosen Sommer-, Sport- oder Strandanzug weichen. Von den vielen geplanten Ueberraschungen bar, man leider nichts ausplaudern, nur das sei verraten, oaß Gießen bis jetzt ein derartiges Fest noch nicht gesehen hat. " Der Geflügel - nnb V 0 gelzuchtverein Gießen und Um gegend 189 7 c. V. veranstaltet nächsten Samstag, Sonntag und Montag eine allgemeine Geflügel-, Bogel- und Kaninchen-Ausstellung. Dieselbe findet diesmal im Restaurant Ph il os0p h en wa l d statt und zwar werden die Hühner und Tauben iin großen Saal, das Wcisser- geflugel sowie die Kaninchen in einem eigens zu diesem Zweck anfgeschlagencn Zelte uutergebracht sein. Die Anmclbnngcn sind sehr zahlreich ergangen, und die Ausstellung wird zirka 1150 Stück Geflügel sowie zirka 100 Kaninchen umfassen. Vogelliebhaber seien noch besonders darauf hingewiesen, daß die Vogelhandlung von Aug. Felsing eine Kollektion vieler Arten mländischer und exotischer Smg- und Ziervögel zur Ausstellung bringt, im ganzen zirka 400 Stück. Mit der Ausstellung ist eine Lotterie verbunden. Die Ziehung findet Montag mittag im Ausstellungslokale statt. (Alles Nähere siehe Inserat in heutiger Nummer) '* Die Barbier-, Friseur- und Perücken- mach er-Innung feierte am Montag, 14. l. M., in den oberen Räumen des Hotels „Kaiserhof" hier ihr 35jähriges Stiftungsfest. Die Feier wurde nut einem F e st essen eingeleitet, an das sich ein Koni m ers an schloß. Die MitglicDer der Innung hatten die Mitgründer, Herrn Christian Frutig und Franz Conrad, zu der Feier eingeladen unö beide Herren waren zu Aller {yreubc erschienen. Sie wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt und es wurde ihnen hierüber je ein Diplom überreicht. Mit bewegter Stimme sprach Herr Frutig in seinem und Herrn Conrads Namen herzlichen Dank für diese Ehrung aus und hielt einen ausführlichen Vortrag über einst und jetzt, der mit großem Beifall ausgenommen wurde. Bis zur späten Nachtstunde blieben die Alten und Jiingen in feuchtfröhlicher Stimmung beisammen. Darmstadt, 15. Jan. Prinz Ludwig von Battenberg und Gemahlin, sowie Prinz Georg von Battenberg sind gestern nach England abgereisl. Die Prinzessin Ludwig ivird Ende Januar luieöcr hierher zurückkehren. (Darmst. Ztg.) = Dlllheim (Kr. Wetzlar), 15. Jan. Ein hier m Quartier befindlicher ausländischer Arbeiter, Jos. K olle sch, der aus der Bahnstrecke Gießen-Köln beschäftigt ist, verunglückte heute vormittag. Er besorgte gerade das Abladen von Eisenbahnschienen. Dabei fiel er zu Boden und brach das linke Bein; auch an der Hand zog er sich Verletzungen zu. Auf einer Bahre trug man den Bedauernswerten zu SanitätSrat Dr. Stein in Ehringshausen, der die Unterbcingung des Verunglückten in die Gießener Klinik sofort an ordnete. □ Neunkirchen (Dill), 15. Jan. Beim Ausbohren eines liicht zur Wirkung gekommenen Tynamitfchusses explodierte auf unserem Schacht „Kaiser Friedrich" dieser plötzlich und verletzte zwei Arbeiter beträchtlich. 9iolde aus Hippe ist bereits in der Gießener Klinik gestorben. Der andere Llrbciter aus Nocken soll in Lebensgefahr schweben. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den N a ch b a r st a a r e n. Ter Volkssängerbund »Chatlia" bcichloß, jein Vundcssest am 30. Ium m Ettingshausen ab- zuhallen. ** Tageschronil. In Lübeck erschoß aus verschmähter Liebe die 30jährige Hausdame und Krankenpflegerin Schulz den B a n k d i r c k t 0 r der Kommerz- Äank und früheren fortschrittlichen ReichStagsabg. Ernst Stiller auf offener Straße. Stiklcr war sofort 10 t. Sodann flüchtete die Mörderin in ein Haus und jagte sich eine Kugel in Die Brust. Auch s i e starb alsbald. — In Posen flog das G asm ess e rh a u s der städt. Gasanstalt in die Luft unter dann er ähnlichem Getöse. Die Bewohner der Altstadt wurden uü5 dem Schlafe gerissen. Fast alle Fensterscheiben und zahlreiche Türen der Altstadt und ans Jmrere Der Wohnungen ist zerstört. Viele Decken sind eingestürzt. Im Umkreise vun 400 Meter ist .keine ea/ewc mehr ganz. Menschen sind nicht umgekommen, doch ist Posen ohne Gas. Der Schaden ist. erheblich., Die Ursache der Explosion ist noch nicht ermittelt. — Auf dem Nachhausewege wurden in der Nacht der Fuhrmann Licht und der Stellmacher Weber bei dem Eiseldorfo Sallendorf von zwei Wilderern angeschossen. Licht wurde getötet, Weber tödlich verletzt. Tie Mörder wurden verhaftet. — Im Südwest.n B e r l i n s ist das alle B a n k g e s ch ä f t von Franz Philipps- born znsammeng ebr o chen. Die Kundschaft bestand zum größten Teik ans Handwerksmeistern 2c. Philippsborn gestand, seit längerer Zeir Depot-Untersästagungen und anocre Veruntreuungen begangen zu haben. Er wurde verhaftet. — Bei M ü n ch c n wurde ein seit drei Wochen vermißtes neunjähriges MäochLn, Marie Schmelz, mit schrecklichen Verletzungen in einem Walde ermordet aufgesunden. Es liegt Lustmord vor. Ter Täter ist unbekannt. Ferner hat in München eine verstorbne Tarne der Stadt 100 000 Mk. zur Bekämpfung der Kinderstevb- lichkeit vermacht. Wettere 100 000 Mk. sind als Grundstock für eine Münchener Galerie zur Förderung der Ma- Urei und Bildhauerei bestimmt. — In Innsbruck drückten stürzende S chneem ass en das Dach einer Kunstgewerbe-Ausstellung ein. In Hall ist die Badeanstall Weißes Kreuz und in Absam eine Feilenhauerei unter der Schneelast eingestürzt. — In Glatz wurde der Eigentümer Ernst Nen/.g aus Waltersdori, der vom Schwurgerichte zum Tode üerurieilt worden war, weil er die achtjährige Tochter des Schmiedemeisters Strauch vergewaltigt und ermordet hatte, durch den Schars-i richrcr Schwietz aus Breslau hingerichtet. — In Wieg erschoß sich in einem Hotel ein junger Mann, der als Privatier Gottfried Schenker aus Dresden gemeldet ist. Aus ver- schiedenen Aufzeichnungen vermutet man, daß der Selbstmörder mit dem aus Kiel zugereisten Fähnrich zur See Franz Lib- berts -identisch ist. — In Leipzig verhafteie die Pvli-ei ein löjähriges Dienstmädchen, bas verdächtig ist, einen bei seiner Herrschaft wohnenden Studenten mit Lysol z u vergiften versucht zu bauen. Der Beweggrund ist unbekannt. — In Frenz bei Köthen sind die 10 und 6 Jahre alten Geschwister Otto und Marie Götsch beim Schlittschuhlaufen eingcbrochen und ertrunken. — In Diesdorf (KreisSalz- wedcl) ist die Lüjährige Frau der Arbeiters Eilert erstickt und verbrannt. Die Leiche wurde halb angekleidet vor dem Bette .irgend aufgefundcn. Tie 5ileider und das Bett hatten Feuer gefangen. — Zwischen dem Nordostseekanal und Schleswig .vurde eine junge Dame Namens Margarethe Fock aus Großrheide ermordet anfgefunden. Der Kops lag int Wasser. Als Mörder wurde der Dienstrnecht GrabzynSki verhaftet. — Eine Diebesbande, die schon zahlreiche Einbrüche in Pfarrhäusern und Kirchen der Rheinlande verübte, schlich sich in das Haus eines Pfarrers in Mülheim (Rhein) ein und stahl dem schlafenden Pfarrer 3500 Mk. — Aus Den Sevenncn ivird neuerdings heftiger Schneefall gemeldet. Der Sd.iiee ist stellenweise 5 bis 10 Meter hoch vom Winde zusammengcwcht In verschiedenen Ottschasten sind die Häuser vollständig im Schnee oegraben. Die Bewohner sind genötigt, sich u n t c r i r b i U; e Gänge zu graben, um miteinander verkehren zu können. Anttst mifc Lvmenschast. — In 9)1 und) en ist der (Uiieralmienbant Freiherr von Verfall gestorben. Karl Freiherr von Perfall war 1824 in München geboren. Er siudierie Die Rechtsrvissenjchanen, wibinete sich aber Dann Der Musik unb übernahm 1851 Die Kettung der Münchener »Liederlaict", 1854 grünbeie er Den Oratorienöercin unb leitete ihn bis 186-1; in letzicrein Jahre wurde er Hoiinustk- mteubant. 1867 wurde er, nachDem er die Musikschulen m Würzburg und SDlüncbcn organisiert hatte, zur Leitung DcS Alim . euer Hoflheaters bevuien, 1872 wurde er Gcneraluuendant. 1893 trat er von dieser Stellung zurück unö wurde bann Generalintendant der königlichen Ho'imisik. Auch als Komponist Hal er sich betätigt Paris, 15. Jan. Proiesjor Charles Aloiiod hielt in der heutigen Sitzung der Akadanue der 'Medizin einen Borlrag übet das A n t 1 - T u b e r k ii l 0 s e s e ru m des ösierreichischeii Bakterie- logen M arm 0 rek, in welchem er einen Ucberblicf über die mit diesem Serum gcroonnenen Erfahrungen gab. Aiouod zitierte insbesondere die Ärbeilen Hoffas, Somieburgs und van Hüllens in Deutschland, Lewin m Schweden, LUlmaiut in Ceflerreid), ßrey und Stephani in der Schweiz, Haberjhon in England unb iiiat- twuy in Kanada und konstatierte, daß nach den bisherigen Ber- sucheii nur 39 ungünstige, dagegen 5 9 0 günstige Beobachtungen vorhegen. 'Dionob hob bic eriahrungsgemäß kcstgestellt« vollständige Unschädlichkeit des 'Marmorekscheli Serums hervor, ermneiie sodann an die ablehnende Haltung, welche die Akademie der Aiedizm vor drei Jahren diesem Serum gegenüber an den Tag gelegt habe und erklärte, er halte gleich Prosessor Hoffa daran, das; dei,i Aull-Tuberkulojejerum Aiarmoreks der ihm flcbülnenbe Platz int Kampie gegen die Tubettuloje nicht mehr verweigert werocil könne. — Die Häufigkeit der Blinddarmentzündungen. Auf Veranlassung des Staatsseiretärs des Jnnerä l-at im Kaiserlichen GesundhettSamt eine Beiprecyung von Sach« verstänbigen aus verschiebenen Bundesstaaten über die Blind- bar menrz und ung uns chre Ausbreitung srnttgesunben. Die üuci> wiegenSe Auffassmtg ging dahin, daß eine Zunahme der Blinddarmentzündung in den letzten Jahren, wie sie in wetten Kreisen angenommen wirb unb zu einer gewissen Beunruhigung gesuhlt hat, wijsenschastlich nicht erwiesen ist, vielmehr vermutlich nur scheinbar vorliegt. Viele Fälle ron Blinddarmentzündung seien wahrscheinlich ftrn-er mit der Sammel- bezelckmung „Unterleibsenrzündung" oder „Bauchfellentzündung" oder einem ähnllcheir ‘‘Jiamen belegt ober nicht genau erkannt worden oder überhaupt nicht zur ärztlichen Behandlung gelangt Lim indes bic Frage per znnehmenbcn Häufigkeit der Errrank- ungen naher prüfen zu können, wurde befutuoonet, in Der Todes- Ursachen- und in der Hcilanstaltsiiatisttt das Deutschen Reiches künstighin eine besondere Gruppe einzuschalten, in der ausschließlich die Falle von Bliudbarmentzünbung aufgezählt werben. Weiterhin wurden bic Punkte besprockren, mela-e bei einer gegebenenfalls über das gesamte Reichsgebiet zu erstteckenbea Itattstischen Erhebung über d.c BLtnbdarmcntzündung zu berücksichtigen sein wurden. L-auScL und Verkehr, Volkswirtschaft. 2 i e G e l d m a r k t l a g e hat sich roieber von neuem versteift, d.e Großdiskonteure in Berlin und F-rankfutt a. M. Der- leiten sich recQt reserviert, da Amerika in London, Berlin und an enberen Orten lieber auf der Gelbsuche ist Wie wir schon müteiltcii, haben Amerikaner Versuche gemacht, bei Beriiner Banken Finanzwechsel uiiicrgubriitgen, sanden jedoch nicht das nötige Entgegenkommen. Auch am Londoner Markt sollen ame- rumische Tratten vielfach zurückgewiesen worben sein. Hingegen hätten fota-e mit einer Laufzeit von drei Monaten Untertunft in Paris und bet Schweiz gesucht und namentllch an ben letzteren Bankplätzen auch gefunden. Bei bcr Deutschen Reichsbank herrscht immer noch Spannung, doch hegt bie K. Z. die Hoffnung, Du6 die Reichsbank noch bicic oder spätestens nächste Woche Den Tisivnt ermäßigen kann. Anderencits ist bie F. Z. der Ansicht, es könne dies nur bann gesck)ehen, wenn der Status ber Bank wenigstens wieber einigermaßen gutes Aussehen erhalt. Augevölickiich vielleicht den Tiskoitt l>erabsetzen, um ihn gegen Enbe Akonats wieder heraufzusetzen, möchte denn doch wohl nicht anhängig erscheinen. Jedenfalls läßt sich heute noch nicht entfernr fügen, ob noch int Januar ober noch im Laufe bes Februar eine Dislonl- Herabsetzung in Vorschlag gebracht werden kann. Für ben Augenblick crfdieüicn die Aussichten nach dieser Richtung noch rcÄ gering. Märkte. Ic. Frankfurt a. 9)1., 15. Ian. Heu- und 61r0b* markt Ulan notierte: Heu 'Mk. 3.10 bis 3.50, Stroh Mk. 3.00 >i5 Mk. 30. Alkes jüv 50 Kilo ab hier. Tendenz: fest. , c r a 1’ Ä" SÄ i orde"'l Dl' R T yilti sL ferner? lac ^Libelst Sannov binuna von t herq b’Ct sie b«roei'< jünntt 1»» • üneinbmb, nn die W Tochter unb ci LeiVN? d-S «U'f) b:r am 20. w rciiung « leiten gE dreies voraus^ Ihn 17. Hanna ovnMe 98Le(f wirb ben reionberd aub« iwmeNeii lG ürhrem eigenen ■Tamen Leuten äedigunn ihres! Seinem Iin den siedend W w 6o^n, werden kann.1 auch in den ®i Wrunbitilden i Gieße 0 AnS der ■ bie lialbiähric würdige und neben. Anmi ixoif unserem Gießen Ali Die Feid- «amstag M hiesiqen & MS Jahre v, Burkhard- Gv versteuert? I DttllP now? 151 3| Ifi 1 U 21 M 3 2 59 10$; 31e3**«5nt @l=6en,t tt^^Groß Ho! „ «-bet äS !tzW rS' 9ioSaci 3tt,\ "t'n. itp! *= ^garcthe Foci rj uw Kops lüg ini Saiitt srabzynski verhaftet. - -lnbrüche in Pfär» anbc verübte, schlich h imn (Rhein) ein uni 'jhi • Aus den StDtnn:: l gemeldet. Ter Lü/>n u Winde zuiammengcn^- (vier vollständig im id? ■9t sich unterirdijtz vwichren zu tonnen. leHorf hur<- et ’°n Fran; 1||J» sc* » c.-sjs xr-D -^'tknord unchen ein h °.L < t SYÄ: «ÄS ?“ü»« bati- k | >et ®™, g®taiir auär ch °9 7 &*=& $ ^ut bert Friedrich B e r n e r van ber Berliner Uni- oerfiiät, ist nach kurzem Leiben zu Eharlottenburg im 89. Jahre gestorben. (fierldtfsfaaL Hannover,15. Jan. Das Gericht verurteilte den biSberiaen nelsischen ReichStagSabg. Frbr. ran oben berg wegen Beleidigung von Toftbenmtcn ui 300MarkGelb strafe. v. Habenberg hatte die Wahrung deS Briefgeheimnisses in der Cumberland- Fraae bexroeifelt. M. -Glabbach, 15. Jan. Die Strafkammer verurteilte die jsinalt von Belgien auSaelieferte Frau tzeckniann an« Nheydi -n einen,halb Fakiren Gefängnis. Sie batte nachts einen Reifenden in die Wohnung ihrer Tochter gelockt und ihm gemeinsam mit der Tochter und dem Schwiegersohn 352 1 Mark geraubt. Leipzig, 15. Jan. Des Reichsgericht Hat die Revision >-6 Grafen Pückler-Klein-Tschirne verworfen, ?rr cm 20. Oktober v. I. vam Landgericht Berlin I wegen Auf. tei jung verschiedener Bevölkerungsklassen zu Gewalttätig, leiten gegeneinander, begangen durch Red.m und Flugblätter, p drei Monaten 04 e f an gniS verurteilt worden war. Kirchliche Nachrichten« Evangelische Gemeinde. Donnerstag, den 17. Januar, abends 8 Uhr, im Matthäus- kcal, »tbelstunde. (Qffeub. Johs. $L 11, 12.) Pfarrer v. Schlosser. Giessener Wetterdienst. Poran-ffchtNche rvitternng für (teften am Donnerstag, tun 17. Januar: Teilweise heiter. Trocken. Frost. Schwache 10'flliche Winde. Vriainal-Drahtmeldungen^ Berlin, 16. Jan. Der 22 jährige ehemalige Fähn- :ch Horst von Thielen wurde von der hiesigen Straf- Bekannriunchung. AnS der Hcichclbcimifchen Stiftung sind am 27. April b. FS. Me halbjährigen Zinsen mit 525 Mk. an eine in (Stehen wohnhaste, würdige tmb bedürftige christliche Familie ober Verfon zu ver- iicf'cn Anmeldungen werben von heute an bis 10. Februar 1907 huf unterem Geschäftszimmer, Neuen Baue 25, entgegen genommen. Gießen, ben 11. Januar 1907. Großheriogliche Bürgermeisterei Gießen. I_____________ ____F. B.: Curfchma njr__________________B,g/i Bekanntmachung. Nm für den konnncnden Sommer der Schnakenvlage bo^rksam entnenenAutrctcn, ist es jetzt notwendig, daß die übet- ’no nternben Schnaken in Kollern, Ställen und sonstigen Gelassen vertilgt werden, ehe sie nuSfliegen und ihre Eier ablegen; -u diesem ;3iue(f wird demnächst die Stadtoerwaltung durch Leute, die hierfür beionderö auögebildet sind, die Vertilgungöarbeit in den Kellern vornehmen lassen. Die Einwohner unserer Stadt bitten wir in ihrem eigenen und im allgemeinen Interesse, den hiermit beaus- hcigten Leuten bereitwillig entgegemukommeu und ihnen bei Erledigung ihres Slustrages icbc mögliche Unterstützung »u leisten. Seinerzeit wird sich hieran die Vernichtung der Schnakenbrut ft den stehenden Gewässern, Wasscr-tiimveln ufw. anschließen und siebt au hoffen, daß auf diese Weise die Schnakenvlage unterdrückt werden kann. Daö ist jedoch nur dann möglich, wenn die Vertilgung euch in den Glcbiütbcn planmäßig erfolgen kann und jeder auf feinen Grundstücken die Vornahme der erforderlichen Arbeiten gestattet. Gießen, den 13. Fanuar 1907. Bie/i GroHHerzogliche Bürgermeisterei Gießen _____________*3. D.: Curfchmann. Jagd-Verpachtung. Die Feld- und Waldjaqd der Gemeinde Burkhards soll Samstag, den 2. Februar nachmittags 2 Uhr im hiesigen Gemeindewirtshaus in drei Abteilungen auf UkHS Jahre verpachtet werden. Burkhards, den 15. Januar 1907. 439 Großh. Bürgermeisterei Burkhards. __________________Klein.___________________ Holzversteigerung im Gießener Staldtwald. vald oerstemert: b*8;. 398 Fichten-Derbstangen mit AM Jestm. 15 Eichen- » „ 0,79 , 3 Rm. Buchen-^:cheilhol^ 10 880 Eichen- Eichen- n Birken- n Nadel- Buchen-KnüppelHol- Eichen- * Afven- Efchen-Stockhol- Nadel 9lont, 124 km. Knüppel, 102 Nm. Stöcke, 4010 Wellen: Eichen: 10 Rm. Scheiter 6 Rm. runb), 49 Rm. Knüvvel, 3»> Rm. Stöcke. 1050 Wellen: Nadel- |o!s: 48 Nm. Knüvvel, 44 Rm. Kiefern, 4 Rm. Wichtel, 29 Nm. Stöcke «ieiern), 800 Dellen. 4 NuchemAbschnitte --- 2,96 F-sttu. 44 bis 48 cro turchmefser, 4 bis 5,2 m lang): 319 Fichten-Derbstangen--8L5 Fittn., tl Fichten-ReiSstaugen --- 0,12 Fstm., 7 Uhr im Distrikt v^Ssttaauch: Buchen: 249 Rm Scheiter, 269 Rnt. Knüvvel, 120 Rm. io de, 3590 Wellen: Eichen: 1 9h n Scheiter. 44 3hn. Knüppel, 28 Rm. locke, 910 Wellen. 2 Stück Eichen-Schnittholz = 2,04 Fstm. <44 und I em Durchmesser, ie 6 m lang): 12 Stück BuchemSchnittholz = ISO Fstm. (40 bis 57 cm Durchmesser, 5 bis 10,8 m lang: 51 Stück ich en Wagner-, Gruben- und Pfostenholz = 3,49 Fstm.; 26 Eichen hpneritauqeit = K57 Fstm.: 26 Stück leichtes Fichtenbauliolz = ii Ffttn. 19 Stück Flchtenderb.Mngen -- 234 «Gerüststangen» ob geringer». Die Zusammenkunft ist mn Walbdiärikt Fuchö'>rauch «r.ru Sauclacker aus dem Weg von ÄoUchausen her. Fammer wegen wiederholter Einbruchs!) iebsiable zu sechs Monaten ®cfänqni6 verurteilt. Thielen behauptet, auS Not gebandelt zu haben. 91 n schwere Handarbeit, für die er sich wiederholt verdunqen habe, sei er nicht gewöhnt gewesen, sodaß er sie nicht habe auShalten können. 9(nbcre 9(rbeit habe er nicht gefunden und so sei ihm beim Versagen seiner Verwandten und beim Fehlen jeglicher Mittel (er habe seinerzeit den Deq von Westpreußen bis Berlin zu Fuß zurückgelegt) nichts übrig geblieben, als zu stehlen. Köln, 16. Jan. Nach einer Meldung der ,Ä5In. Btq.' wurden im Dorfe FrieSheirn sozialdemokratische Flttgblattverteiler durch ZcntrumS-9lnhänger überfallen, mißhandelt und gewaltsam in die ZentrumS- versaiiimlung geschleppt. (Einern Verlangen nach polizeilichem Schutz wurde seitens der Beamten nicht entsprochen. Sozial- dcmokratischerseits wird Strafantrag wegen Mißhandlung gestellt. Diedenhofen (Lothr.), 16. Jan. Der Bürgermeister hat, nachdem er vom Gemeinderat die Vollmacht erhalten hatte, einen Fleischverkauf im städtischen Interesse einzurichten, an alle Schlächter ein Schreiben gerichtet, worin er ihnen mitteilt, daß er von dieser Vollmacht Gebrauch machen wurde, wenn die Schlächter nicht inner- halb acht Tagen mit den Preisen herttnterginqen. Brüssel, 16. Jan. Die Rechte wird in der Kammer einen Antrag einbrinqen, der bringend eine Abänderung deS Wahlgesetzes fordert. Paris, 16. Jan. In Lavarnöde kamen in einem Bergwerk 2 Arbeiter durch den Einsturz einer Galerie ums Leben. — In Courz on stürzte ein HauS ein, wodurch 3 Personen getötet und eine verletzt wurde. 9iom, 16. Ian. 9luf der Insel Casa micola wurden heftige Erdstöße verspürt. Unter ber Bevölkerung herrscht große Panik. Die telegraphischen Verbindungen sind unterbrochen. New.York, 18. Ian. DaS Erdbeben auf St. Thomas ist neueren Nachrichten zufolge nicht so groß als ursprünglich angenommen wurde. In der Stadt Kingston wurden nur einzelne Gebäude zerstört, darunter allerdings das größte Hotel. Der Verlust an Menschenleben durfte die Zahl hundert nicht übersteigen, außerdem wurden mehrere hundert Personen verletzt. Der auSge. L Stämme. Ban- und Nutzholzversteigerung der Gräflichen Oberförsterei Arnsburg. O1, ,A'"Woch, den 23 Januar 1907, nach Zusammenkunft 9 /, Ubr vormtttags am Enaelfcken (Steinbrmhc auf ber .Kreisstraße Lieh—ArnSburg, werben üerfteigert in ben Distrikten Seife, Seewald, Hard, Heim usw.: 137 Eichen mit bis 80 cm Durchrn. — 85,39 fm 42 Rotbuchen „ „ 64 149 Fichten „ „ 50 63 Kiefern „ „ 44 4 Lärchen „ „ 34 26 Hainbuchen mit 17 cm , , - 36,46 „ " . - 91/4 , : : - 44;i5: M. Kopf und 2 m M. 2. Stangen. Schnitt-, Bau- u. Wagnerholz Schnitt- und Bauholz Länge = 345 fm. 569 Sichlm I., n. und m Stoffe - 31,71 fm } „ lo^g^rren. Holzversteigernng. SamStag, den 19. Januar 1907 kommt folgendes Holz im hiesigen Gemeindcwalb zur Versteigerung: 215 Rm. Buchen-Scheitholz, 120 Rm. Buchen-Knüppel, 60 Rm. Eichen-Knüppel, 333 Rm. Bttchen-Reisig, 120 Rm. Eichen-Reisig, 16 Rm. Fichten-Reisig, 70 Rm. Buchen-Stöcke, 25 Rm. Eichen-Stöcke, 23 Rm. Ficbten- Stöcke; 29 Eicken-Derbstangen 2,82 Fstm. zu Deichseln geeignet, 75 Fichten-Derbstangen 6,00 Fstm. zu Leiterbäumen geeignet. Die Zusammenkunft ist morgens 9l/3 Uhr bei Holz- Nummer 1 am Gabrielszimmerplatz. Ettingshausen, den 14. Januar 1907. 434 Großh. Bürgermeisterei Ettingshausen. Keil. Hören, sehen und staunen! gelassen. Hause des ießen 1907. 437 mich hier als neuuisäu iu und Wohnung befinden sich Bindefeld ans Offenbach ist bet mit Riescnlaa i* im Restaurant ;nm Pfau (Neustadt). Große? Sortiment in Spitzen, Stickereien, Portttzren, LamberautnS, Plüfchbccken, Tuche und Seinen. Stoares BH*c- btsen. Ronleaux und Fitraaen. Ssbaevaßte Vorhänge, Sttick- hnttc und Rette. Piau6-Rcttc, Kattnn-Restc. Seide oer Meter 65 Pfg. Seidene Blniei- und Faket? in ben modernsten Fassons und noch viele andere Sachen. Besichttgung ohne Kaufzwang ist acttattet._________________________________________________ 404 VI. MWeilttWMl- Nlld Logel-AMellllNil sowie II. Allgm.AHtllMg d. SüHia^en all. Rasse» im Restaurant Philosoptreriwald Lamstast, bett 19., Sonntag, den 20. und Montag, den 21. Januar. 1150 Stück Gestügct, ca. 400 Sing- und Ziervögel, ca. 100 Stück Kaninchen. Eintrittspreis: Samstag von mittags 2 Uhr an Mk. 1.—, T^M,, Sonntag „ vormittags 8 „ „ „ 0.50, D*/i Montan » 8 „ „ „ 0.30. Kinder unter 14 Fahren die Hälfte. Die Mitglieder des Geffügel- und Vogelzucht-Verein^ Gießen und Umgegend 1897 E.V. haben für ihre Berfon freien Eintritt. Lose ä 50 Pfg. sind noch zu haben in den bekannten Verkmn.-- stcllen, in der Slusstellung, sowie bei Herril Aug. Felnng, Marllss-.- Ziehung: Montag ben 21. Januar, mittags 4 Uhr, im rtnsstclluugslokal. brochene Brand ist noch nicht gelöscht, man hofft jedoch) daß die? im Lause bc§ Tages gelingt. Der nördliche Teil der In'el wurde nicht in Mitleidenschaft gezogen. New-Pork, 16. Ian. lieber das Erdbeben auf. Jamaika wird noch gemeldet: DaS Erdbeben begann uni) 3 Uhr 80 Min. nachts und dauerte bis in ben Nachmittag! hinein. Alle Gebäude wurden durch die Erdstöße zerstört" oder beschädigt. Im Garnisonß-Lazarett sind beim Einsturz deS'elben und dem ausbrechenden Feuer 40 Sol« baten umqef om m en. Auf Anweisung des MarineamteS soll ein Geschwader zur Hilfeleistung nach Jamaikas obgehen. Ferner soll Marine-Infanterie von Kuba nachj Jamaika abgchen, um bei den RettungSarheiten zu hclfeni und die Qrdnuna aufrecht zu halten. (!) Telefonisch» Kursberichte des Giessener Anzefspr«. mitcreteilt von der Bank für Bandel nnd Industrie. GlesMcn. Frrnkfnrter J64e(e rnss.Staatsnnl. 1905 91.69 4>4° n japan. Staatsanleihe 94.45 4 % Conv. Türkeu von 19U3 95.2o Türkenlose ... . . 147.80 4 96 Griech. Monopol-Anl. 51 80 1-6 äussere Argentinier . 89 00 3°/e Mexikaner . . . 66.80 4>s°/0 Chinesen .... 97.65 Aktien: Bochum Guss 250.50 Buderus E. W . . 130.60 Tendenz: ziemlich fest. . 16. Januar. 1.15 Uhr. Elektriz. Lnhmeyer . . . 143.50 Elektrir. Schnckort . . . 124.50 Eschwciler Bertrwerk . . 252.50, Gelsenkirchen Pcrgwork . 221 00! Hamburg- Amerik. Paketf. 157.00 Harpener Bergwerk. . . 219.25 Lanrabrttte ..... 245.60 Nordd. Lloyd 183.00 Obci scliles. Eisen-Industrie 126.80 Berliner Handelsges . . 174 50 Darmstädter Bank . . . 14100 Deutsche Bank . . . 243.40 Deutsch-Asiat Bank . . 173.00 Diskonto-Kommandit . . 187 40< Dresdner Bank . . . 159.70« Kreditaktien 217.90 < Baltimore- und Ohio- Eisenlabn . . . 120.60^ Gotthardbahn .... —j Lombard. Eisenbahn . . 3510" Gesten. Staatabahn . . . 148.20 j Prince-Henn-Eisenbahn . 151,00./ Berliner Börne, 16. C&nada E. B 193.30 Darmstädter Bank . . . 140.60 Deutsche Bank .... 243.40 Dortmunder-Union C. . . 88 70 Dresdner Bank . . . 159.90 Tendenz: ruhig. Januar. Anfangskurse. \ Harpener Bergwerk. . . 219.00! Laurahötte .... 246.00* l.ombarden E. B. ... 35.00; Nordd. Lloyd 132.80* Türkenlose 148.00) J 3uschneide-8chule. Unterricht im Zuschneiden der Damen» und Kinder-, garderobe, foroir im Einrichten, Auf stecke»» und Garniere»* erteilt mich leicht faßlicher Methode, Veginn eines Kursus täglich ' Ij. Weinhardt, ansgeb. Lehrerin,, ltzoetbestraße 46, parterre. 11 Bester Mülleimer Verzinkte Wannen oval und rund Waschkessel Eimer empfiehlt billigst (430 Ludwig Kröll Baas- a. Köehengert(e-laffMin Plockstrassc 10. Frische Fische! Pfund * a,6/r Gebr. Berdux per w Pfg- u ) Feinster Angelscheltfifch . . ff. Bratstsche Feinsten blütenheüen Eabliau im Ausschnitt . . Donnerstag eintreffend ff. großen Schellfisch im Ausschnitt ff. 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