Nr. 189 Zweites Blatt GMeint tSgttch mit Ausnahme des Sonntags. - DsWtdches Re!etz der ein am Kleines Feuilleton t das nnd ) t t 1 Errichtung von vier polnischen Konsumvereinen mit vorläufig 48 Zweigstellen behufs Durchführung des Boykotts deutscher Ware unö deutscher Geschäfte. Tas Gründungskapital wurde von polnischen Banken des Ostens gezeichnet. militärischen Inspektionsreise die Tour in Belfast auf. Belfast, 13. Aug. Die waren sorgfältig vorbereitet 157. Jahrgang von Connaught, der auf einer durch Irland begriffen ist, gab Berlin, 13. Aug. Dec „SLaatsanzeiger" veröffentlicht Gesetz gegen die Verunstaltung von Ortschaften landschaftlich hervorragenden Gegenden. Duisburg, 13. Aug. Eine Delegierten-Tagung polnischen Vereine des Ruhrgebietes beschloß die Heer iiiid Flotte. Berlin, 13. Aug. Prinz Joachim Albrecht von Preußen, dessen Rückkehr aus Afrika nach Berlin, wie kürzlich mitgeteilt wurde, im September erwartet wird, wird nach deut Manöver wieder in die Armee zurücktreten. .— Bei den Landungs-Manövern der Flotte, die voraussichtlich in der Zeit vom 9. dis 13. September in. der Nähe von Apenrade stattfinden werden, sollen üußep verschiedenen Automobilen vom deutschen freiwilligen Automobil-Korps ebenso wie bei den diesjährigen Kaiser-Manövern auch von Privatpersonen geführte Krafträder im Nachrichten- und Vcrkehrsdienst zur Verwendung gelangen. Tie dabe: gewonnenen Erfahrungen werden als Grundlage dienen für die geplante Bildung eines Freiwilligen Motor-Nadfahrer-Korps, wie solche in anderen Laudern, speziell in England, Frankreich und Italien schon seit längerer Zeit geschaffen worden sind. Mittwoch 14. August 1907 Notationsdruck und Verlag der Brühlffchen Universitäts - Bilch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Rochefort, 13. Aug. Lecoq, der am letzten Sonntag den Kri eg s m inister Picquart be l e id'figte, wurde au vier Monaten Gefängnis verurteilt. New York, 13. Aug. Zwei Armenier deckten das Treiben der Hunschakisten-Geheimgesellschaft auf. Tie hiesige Polizei fand eine Waffenniederlage, Dynamit und vergiftete Tolche, auch einen Falschmünzerapparat. Zahlreiche Armenier wurden verhaftet. H Ter hiesige Aus st and der Telegraphisten scheint das ganze Land nach sich zu ziehen. Hier streiken ungefähr 5000 Mann, insgesamt schätzt man die Z ahl der St re i- kenden auf 15000 Mann. — DasZentralbureau der Western UuionTelegraphen- ^^^tt^^^c^ft^nacht^gef^n^bend^ro^^usdärer^Ätnoa! AnsianS. Rom, 13. Aug. Litton i wird dem Kaiser Josef eigenhändiges Schreiben des Königs überreichen. Petersburg, 13. Aug. Ter Kreuz er „Bajan" wird Die „Siebener Zamlllenblätler" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Der „hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. gestrigen Ruhestörungen ,, _ gewesen; es waren betten quer über die Straßen gespannt, um die Kavallerie zu behindern. Es war beabsichtigt, die Straßen- und Geschästsbeteuchtung auszulöschen um dadurch den Unruhestiftern Vorteile den Soldaten diente. Anfänglich wohnten die Leute in dürftigen Erdhöhlen, von denen man Spuren noch heute an der Landstraße sieht. Dann aber, als sie, durch ihre Tätigkeit als Holzarbeiter in detr dortigen riesigen Wäldern, die beim finanziellen Niedergange der Fürsten von Witgenstein zmn Teile abgeholzt mürben, durch ihrer Frauen einträgliches Wahrsagegeichäit, wohl auch durch mancherlei weniger einwandfreie Beschäftigungen, zu einigem Wohlstand, nach ifjren Begriffen, gelangten, bauten sie sich neun winzige Hütten nahe am Dorse, die noch vor wenigen Jahren von etwa 50 Menschen bewohnt wurden. Jetzt aber gehen auch diese ihrem Verfall entgegen. Viele der Leute, besonders der Nachwuchs, haben ein neues Nomadenleben begonnen, andere haben als Artisten reifenben Kunstreitergesellschaften sich angeschlofsen, und nur noch wenige Hausen heute in Saßmannshausen mit ihrer freilich ständig sich außerordentlich mehrenden Kinderhorde, die die Bettelei mit Virtuosität auszuüben versteht. Ihrer Muttersprache haben sich die Leute fast gänzlich entäußert. Nur die alten Weiber schimpfen noch in ihrer Volkssprache auf die gelegentlich ihren entsetzlich schmutzigen unb niedrigen, vernachlässigtenZiegenställen ähnlichen Hütten ein paar neugierige Blicke schenkenden Fremden, die ihnen ihre Börse nicht biä auf den letzte,, Pfennig leeren. So ist denn hier die Zigeunersprache dem Untergange geweiht. In England dagegen hat sich soeben eine Gesellschaft für Volkskunde der Zigeuner, die feit 1892 zu bestehen aufgehört hatte, neu begründet, und sie läßt eine Zeitschrift erscheinen, deren erftc Olumnier kürzlich zur Ausgabe gelangte. Der Präsident dieser Gesellschaft, David Mae Ritchie, weist darauf hin, daß infolge der Eingriffe des mobcrnen Staates, der auch bie Zigeuner dem allgemeinen Schulzwange unterwirst, die Isolierung und die Reinheit der Rasse völlig zu verschwindeii drohen: die Nornadengewohnheiten und die besonderen Sitten, durch die sich die Zigeuner bisher ailszeichneteii, ivevbcn immer mehr aufgegeben, und auch die schöne Sprache der Zigeuner entartet schnell zu einem gebrochenen Jargon, so daß der Sprachforscher. der ihr ferne Aufmerksamkeit zuwenden w'll, schon wurde bemerkt, daß das Änrücken jeder Truppe regelrecht signalisiert wurde. Der Herzog 15. August auf 'bqc Admiralitätswerft in Petersburg vom Stapel laufen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 51. Redaktion-.L^ii2.Tel.-Adr.:AnzeigerGwßen. I efucht und ausgenommen und mehrere bisher unbekannte nach- ® iCiviefen. Von letzteren sind zit erwähnen besonders die Ring- ;6 välle vom Burgberge bei Christerode (bei Neukirchen), vom Kreuz- lt erg in der Rhön, dem Wollenberg an der Lahn, dem Heiligenerg bei Züschen unb dem Löhner Kops. — Zigeuner. Vor etwa 5 Jahren noch gab es in unserer Habe, bei Saßmannshausen, einem idyllisch zwischen den j oaltiigen Bergen des Rothaargebirges gelagerten schmucken '! >örsche,l zwei Stationen hinter LaaSphe, eine recht stattliche iigeunerfolonie. Die braunen Kinder eines südlicheren Landes atten gegen Ende des 18. Jahrhunderts ihr Nomadenleben auf- eben büiicn durch die Gnade eines Grasen von Sayn-Witgeii- ein, der sich ihrer als Boten. (SnaümnchAr und Spione be- Koloniales. Berlin, 13. Aug. Im Hinblick auf die erneute z we i fel- hlafte Haltung Moren gas an der deutsch-sübwestafri- künischen Südgrenze ist der deutsche Botschafter bei der bri-, tischen Regierung vorstellig geivorden. Daraufhin hat ihm die britische Negierung entgegenkommende Erklärungen gegeben. Sie stellt ihm iin Aussicht, telegraphische Weisungen an die Kapregierniig ergehen zu lassen, daß diese VLorengas weitere Umtriebe verhindere, da der Ausbruch eines neuen Aufstandesi durchaus vermieden rverden müsse. Dem deutschen Botschafter ist nunmehr von der britischen Regierung weiter mit- geteilt worben, der Gouverneur lwr Kapkolonie habe geantwortet, die Kapregierung sei bereit, ihr^ Unterstützung zu leihen. Es seien Maßregeln angeoronet worden, um M o r e n g a unver- z.ü glich nach Upington zurückzubringen; ihm werde ein Wohnsitz fern vonder deutschen Grenze angewiesen werden. Falls er sich steigere, würde er aus der Kapkolonie deportiert werden. — Unabhängig von diesen Vertändlungen, meldet Unterstaatssekretär von Lindequift, daß er sich mit deck Regierung, von Betschuanaland in Verbindung gefetzt habe. Morenga sitze mit 30 bis 60 Mann nahe der deutschen 'Grenze östlich Blydewach. Es seien zwei Boten von Simon KoPPer bei Morenga eingetroffen. — Tie Heimtransporte deck Schutz t r u p p cn finb bis auf weireres sistier: worden. — Der Vorstand des Vereins für hessische Äeschichle und Landeskunde in Kassel berichtet über das verflossene Vereinsjahr: Die Arbeit an der heimischen Vorgeschichte )at in diesem Jahre nur wenig gefördert werden können, da die Hufgabe, die Neugestaltung unseres Museums herbeizusühren, be- onders viel Zeit m Anspruch nahm. Der Spaten wurde nur an >rei Orten angefetzt. Bei Volkmarsen wurden Grabfunde gemacht, die eine wenn auch mir schwache Hoffnung erweckten, Ueihengiäber fränkischer Zeil dort zu finden. Eine zweitägige »labung erwies die Gräber als mittelalterlich. Bei Brunst ar vurde ein Hügelgrab der jüngeren Steinzeit geöffnet. Es nthielt nur Scherben fchnurverziener Becher, aber bei der Selten- icit neolithischer Gräber in Hessen ivar bie Feststellung sehr er- vünscht, eine fernere Ausbeutung wird von der Untersuchung der A enachbarten Hügel ekhosst. Ein Hügel im Stadtwalde stellte sich £ 'ei der Ausgrabung als Anlage der Haltstadtzeit heraus. — Auf 5 hren Streifzügen im Lande haben ferner der Vereinsvorsitzende * Generalmajor z. D. Eisentraut unb Bibliothekar Dr. Lange eine lleihe von vorgeschichtlichen und frühmittelalterlichen Befestigungen gegenüber zu bieten. Spät nach Mitternacht wurden die Soldaten und die Polizei mit Pflaster st einen beworfen, wobei Frauen und halbwüchsige Jungen großen Eifer an den Tag legten. Wiederholte Angriffe mit dem Bajonett und Polizeiknütteln hatten nicht den Erfolg, die Menge in Furcht zu setzen, vielmehr wurden die Truppen zurück- gedrängt und die Aufrührer schienen momentan die Oberhand zu behalten. 30 Zivilpersonen wurden ins Hospital gebracht, von denen sechs Gewehrschußwunden hatten; ebenso eine Anzahl Soldaten. Die Polizei nahm 50 Verhaftungen vor. Der Polizeigerichtshof ist Tag und Nacht mit der Aburteilung der Verhafteten beschäftigt. Die bisher verhängten Strafen gehen nicht über sechs Monate hinaus. — Der unmittelbare Anlaß zu den gestrigen Ruhestörungen war geringfügig. Zwei Leute, die sich geprügelt hatten, waren von Polizisten verhaftet worden und sollten in einem Polizeiwagen nach der Wache transportiert werden. Paris, 14. Aug. Wie aus Casablanca gemeldet .oird, wagen sich die Marokkaner in Abterlungen bis zu 30 Manu in entwickelter Linie an das französische Lager, ichießen aus guter Deckung und verschwinden, um einer drei- >achen Schützenzahl Platz zu machen. Tubei lassen sie ihr Hauptziel, die Umzingelung des gesamten französischen Lagers, nicht aus den Augen. Das Zelt des Generals Drude wurde von mehreren Schüssen durchlöchert. Man entfernte oarum die Trikolore vom Generalszelt. Nach den letzten INeldungen aus Casablanca erwartet Trude die spanischen Verstärkungen, um einen Teil der französischen Truppen nach Mazagan zu senden. Tort haben dre Europäer einstweilen einen Verteidigungsdienst eingerichtet, der aber nicht ausreicht, um die Umgebung zu schützen, wo einzelne Faktoreien den Plünderungen ausgesetzt bleiben. Köln, 14. Aug. Wie die „Köln. Ztg." aus Casablanca meldet, sind die Stämme der nächsten Umgebung bereit, ich zu unterwerfen. Aus der Stadt geflohene Mauren erhalten vielfach die Erlaubnis, zurückzukehren. General Trude schreitet gegen die Zügellosigkeit seiner Truvpen ein. 9 Mann wurden vor ein Kriegsgericht gestellt. Europäische Damen wurden von Posten lelästigt. Ter englische Konsul sand einen plündernden Soldaten in seinem Haus und legte auf ihn an. Ter )eutsche Kaufmann Figge traf 12 Soldaten, die ein verschlossenes Lager bewachen sollten, beim Plündern in. Ein Offizier, den Figge um Unterstützung anrief, er- llärte, dienstlich beschäftigt zu sein. Es werden strenge Strafen gegen die Plünderer verhängt._____________" Der Besuch oes LLönigs Eduard. Berlin, 13. Aug. Tie „Nordd. Mg. Ztg." schreibt aus Anlaß des morgigen Eintreffens König Eduards aus Wil- helmshöhe: „Wir begrüßen diesen Besuch als ein besonders nach zwei Richtungen willkommenes Ereignis: Es ergänzt in erwünschter Weise die so erfreulich verlaufene Begegnung in Swinemünde und die bevorstehende Zusammenkunft des Kö'nigs mit Kaiser Franz Josef in Ischl. In dieser Folge der Monarchenbegegnungen darf man eine Bekräftigung der friedlichen und ausgleichenden Tendenzen erblicken, welche in den Beziehungen der Nationen auf allen Seiten zutage treten. Sodann entspricht die Begegnung in Wilhelms Höhe auch den freundlichen Gesinnungen,' die mehr und mehr in der Bevölkerung Deutschlands wie Englands wieder herrschen werden. Die uneigennüüigen Bemühungen um die Stärkung und Vertiefung dieser Volksstimmung werden auf beiden Seiten durch das Beispiel der Monarchen eine Förderung erfahren. Indem wir den König auf deutschem Boden ehrerbietig willkommen heißen, wünschen wir seinem Aufenthalt in Wilhelmshöhe wie seiner weiteren Reise glücklichen Verlauf." London, 13. Aug. „Daily Graphic" bezeichnet die Anwesenheit des Fürsten v. Bülow bei der Zusammenkunft des Kaisers und des Königs Eduard als ein sehr befriedigendes Zeichen der Wiederaufnahme politischen Zusammenwirkens und erwartet eine weitere Festigung der guten Beziehungen von dem sür den Herbst angekündigten Besuch des Kaiserpaares in England. — Ter König wurde auf der Fahrt zum Bahnhof vorn Publikum herzlichst begrüßt. Auf dem Bahnhöfe hatten sich u. a. die A o t s ch a s t e r Deutschlands und Oesterreich-Ungarns zur Verabschiedung eingesunden, mit denen sich der König einige Minuten bis zum Abgang des Zuges freundlich unterhielt. — Der König trat in Begleitung des Unterstaatssekretürs Sir C. H a r d in g e, des Generalmajors Sir Stanley Clarke, des Marquis Severae und des Majors Pensonby die Reise nach Port Victoria von der Charing-Croßstation aus, an. In Port Victoria wird sich der König auf der Jacht „Victoria and Albert" einschiffen. Die Kreuzer „Natal" und „Herzog Edinburgh" werden die Königsjacht bis Vüssingen begleiten. Kassel, 13. Aug. Reichskanzler Fürst v. Bülow ist heute morgen 8 Uhr in Kassel euigetrosfen und hat sich alsbald nach dem königlichen Schloß Wilhelmshöhe begeben, wo der Fürst aus Einladung des Kaisers Wohnung nimmt. Der Kaiser nahm vormittags einen längeren Vortrag des Reichskanzlers entgegen. Fürst Raoolin, der den gestrigen Tag in Norderney verbrachte und dort mit dem Reichskanzler eine längere Unterredung hatte, ist ebenfalls' in Wilhelmshöhe eingetrofsen und wird heute vom Kaiser emp- sangen werden. Ruhestörungen in Belfast. London, 13. Aug. Zum erstenmal wurde gestern abend, nachdem die Geduld der Soldaten erschöpft unb verschiedene von ihnen verwundet worden waren, auf den revoltierenden Mob gefeuert, wobei drei Tote und sechs Verwundete gezählt wurden. Es handelt sich übrigens nicht mehr um Dockstreikexzesse, sondern um w o h l o r g a n i s i e r t e r e - volutionäre Angriffe gegen das Militär. So Hartnäckige Versuche von Tumultuanten, diesen Wagen umzu- werfen, ergaben den ersten Zusammenstoß. Die Angreifer wichen zuerst mit blutigen Köpfen zurück, ihre ALenge wuchs aber schnell auf etwa 5000 an, die sich wie rasend benahmen. Das Polizeiaufgebot mußte entsprechend verstärkt und schließlich Militär mobil gemacht werden. Nachdem der Pöbel erst wiederholt aber nicht nachhaltig mit Bajonetten zurückgedrängt worden war wurde insgesamt sechsmal geschossen. Erst gegen Mitternacht trat vorläufige Ruhe ein. Belfast, 14. Aug. Während des gestrigen Aufruhrs wurden viele Häuser völlig zerstört. Ganze Sttaßen sind ohne Pflastersteine. 28 Verwundete liegen in den Spitälern und viele hunderte werden in den Häusern verpflegt. 28 Rädelsführer wurden verhaftet. 30 Soldaten und mehrere Offiziere liegen verwundet im Militär-Lazarett in naher Zukunft keinen Zigeuner mehr finden wird, bet dem er sie studieren kann. Die neubegrünbete Zeitschrift will nun das Material für diese Studien zu erhalten fudjen. Sie bringt u. a. auch einen Artikel von bem verstorbenen Charles Gobfrey Leland über Shelta, den alten Jargon der irischen Kesselflicker, in dem der Nachweis versucht wird, daß diese Sprache mit der der alten keltischen Barden in Zusammenhang steht. — Eine Vereinigun g der künstlerischen und literar. Gesellschaften im westlichen Deutschland ist nach längeren Vorbereitungen kürzlich in Wiesbaden zustande gekommen. Sie führt den Namen „Südwestdeutscher Verband für künstlerische Kultur" und will ihre Aufgabe in der gemeinsamen Vertretung der Interessen der ihr angeschlosfenen Gruppen in der Oefsentlichkeit suchen; ein Austausch der Programme, Schriften und Drucksachen soll der gegenseitigen Information bienen; gemeinsame Engagements von Künsttern und Vortragenben unb Zusammenstellung vow Tournöen werden den Vereinen wertvolle praktische Vorlelle bieten, insbesondere auch, durch die Ermöglichung der Gewinmmg erstklassiger ftr- und ausländisck-er Kräfte. Bei den jährlichen Zu- fanimenfünften der abgeordneten Vertreter sollen die gewonnenen Erfahrungen ausgetauscht unb neue Anregungen gegeben werden. Angeschlofsen haben sich bis jetzt Vereine aus folgenden Städten: Bonn (Gesellsä-aft für Literatur und Kunst), Darmstadt (Zlichard Wagiter-Verein, Journalisten- und Schriftsteller-Verein, Freie literarisch-künstlerische Gesellschaft), Düsseldorf (Lfterarische Gesi'Z- schaft), Elberfew (Literarische Gesellschaft), Frankfurt a. M. (Gesellschaft für ästhetische Kultur, Freie literarische Gesellschaft^ Trarbach (Wissenschaftlicher Verem), Wiesbaden (Literariici)er Verein), Zürich (Lefe^irkel Höttingen). Tie Geschäftsführung des neuen Verbandes liegt für die ersten zwei Jahre in den Händen der Gesellschaft für ästhetische Kultur in Frankfurt a. M. $ve Lage in Marokko. London, 13. Aug. „Daily Telegraph" meldet aus i Casablanca: D i e Stadt i ft gesäubert. Der angerich- I tete Schaden läßt sich noch nicht abschätzen. Tas ganze Ju d en v i e r t e l ist zerstört. Hier zählt man hundert Tote. I Im arabischen Teil der Stadt sind die Leichen von Hunden | und Ratten, die sie ansressen, buchstäblich zerrissen worden. 1500 Leichen wurden in der Stadt gefunden. — Wie der „Times" aus Tanger berichtet wird, haben die Franzosen den Gouverneur von Casablanca verhastet und behalten ihn als Gefangenen auf einem Kriegsschisf. — Anlaß zur Berhaftungdesfranzosenseind- Zichen Gouverneurs von Casablanca mar, daß ein französischer Kaufmann, Mercier, ihn als Begün- Züiger der Plünderungen angab. Auch gegen Tiß Tikali, den marokkanischen Zoll-Ches von Casablanca, sind bie französischen Kaufleute erbittert und verlangen dessen Bestrafung, angeblich mit Zustimmung Tilalis eigener Frau, einer Europäerin. Am Casablancaer Rabat-Tor dauern die Hinrichtungen von den bei Plünderungen ertappten Marokkaiiern fort. Tie französischen Truppen mußten wegen Iber Hungersnot schon ihre Konserven angreisen. — Der Korrespondent der „Daily Mail" ist der Ansicht, daß, die Vorgänge in und um Casablanca einen heilsamen Einfluß aus die anderen Stämme längs der Küste gehabt haben. Rabat, Mazagan, Mogador und Saffi sind noch unbehelligt. Doch sind die Europäer in jeder dieser z Ortschaften an einem Platz konzentriert, damit sie, wenn r nötig, leichter verteidigt werden können. In jedem dieser Häsen liegt ein französisches Schiff. In den maurischen Häu- st,ern Casablancas wurden große Mengen Waffen ausgegraben. Darnach scheint die kriegerische Erhebung von langerHand vorbereitet gewesen zu fein. Der । dortige Importeur aus Manchester, Sa mb, hat die Hoffnung ausgesprochen, daß die s r a n z o s i s ch e B e s a tz u n g n u n - mehr permanent würde. Brandt, der Chef der größ- Jten deutschen Firma, ist nach Berlin berusen worden. Gibraltar, 13. Aug. 7 8 0 flüchtige Ju den sind ie-gestern aus Tanger und verschiedenen anderen marokkanischen Städten hier eingetrofsen. 400 von ihnen bleiben in J Gibraltar. Tanger, 13. Aug. Nach brieflich eingegangenen Nach- richten ist die Stadt Casablanca gestern von etwa ” 1000 Mauren angegriffen, der Angriff aber zurück- ' geschlagen worden. Nähere Nachrichten stehen noch aus. Paris, 13. Aug. In Cadix sind dreihundert Infanteristen und eine Eskadron Kavallerie fürCasa- olanca eingeschifft worden. Madrid, 13. Aug. Aus Casablanca wird gemeldet: Eine Tynamitgranate vom Kreuzer „Gloire" explodierte zusülligerweise in der Nähe des spani- i chen Kanonenbootes „Alvaro Baza n". Ein Boot desselben wurde zum Sinken gebracht; die Mannschast des Bootes wurde gerettet. bekannt, daß wehr neue Arvertcr um Einstellung nachgesuchk hätten, als angenommen werden könnten. Eine De p e sche aus CHLkago meldet, daß der Generalstreik für alle Telegraphisten Canadas -ind der Vereinigten ^Staaten am heutigen Tage verkündigt wird. Kin Krohseuer in Kerbstein. 3 2 Gebäude vernichtet. (Telegraph. Bericht des „Gieß. Anz.") h. Herbstein, 14. Aug. Gestern übend gegm 6 Uhr brach bei Bäckermstr. Schneider Feuer aus, das bei dem herrschenden Wassermangel, der gegenwärtigen Dürre und den meist dicht zusammenhängenden Häusern mit rasender Schnelle um sich griff und in unglaublich kurzer Zeit 32Gebäude im oberen Teile der Stadt in Asche legte. Außer zahlreichen Privathäusern sind auch das kathol. Pfarrhaus und die Schule abgebrannt, während das Amtsgerichts gebäude mit vieler Mühe gerettet werden konnte. Einen ichauerlich-schönen Anblick bot die brennende Stadt von dem hochgelegenen Bahnhof aus. Das Vieh konnte bis auf wenige Stücke gerettet, das Mobiliar jedoch nicht gänzlich geborgen werden. Aus der Umgegend waren sämtliche Feuerwehren erschienen und beteiligten sich eifrig an den Löscharbeiten. Auch ÄtetSrat v. Bechtold traf alsbald aus Lauterbach ein und übernahm die Leitung der Löscharbeiten, die sich, auf den Schutz der noch nicht vom Feuer ergriffenen, aber arg gefährdeten Gebäude beschränken mußten. Auch die Telephonleitung fiel dem Brande zum Opfer, so daß auch die Fernsprechverbind ung nach außerhalb unterbrochen ist. Später wird uns noch gemeldet: Heute vormittag 9 Uhr brannte es iroch, doch ist eine weitere Ausdehnung des Brandes nicht mehr zu befürchten. Die auswärtigen Wehren sind noci) sämtlich an der Brandstelle tätig. Das Amtsgerichtsgebäude und die Apotheke waren so stark bedroht, daß sie ausgeräumt wurden. Beide Gebäude konnten gerettet werden und sind jetzt außer aller Gefahr. (Für die Leser, die Herbstein nicht näher kennen, sei angefügt, daß das Städtchen Herbstein 9 Kilometer südwestlich von Lauterbach an der Eisenbahn Lauterbach-Grebenhain-Stock- heim liegt. Tas fast ganz katholische Amtsgerichtsstädtchen zählt 1600 Einwohner. Es hat eine katholische und eine evangelische Kirche. Reste der ehemaligen Stadtbefestigung sind noch vorhanden. Red.) Gießen, 13. Ang. ** Eisenbahn-Personalien. Se. Kgl. Hob. der Großherzog haben den vortr. Rat bei der sJlb¥ei(ung für Finanzwirtschaft und Eisenbahnwesen des Ministeriums der Finanzen, Geh. Oberbaurat Franz Conlmcinn, unter Anerkennung seiner treu geleisteten Dienste, auf sein Nachjuchen in den Ruhestand versetzt und ihm das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen, sowie ferner das Mitglied der Eisenbahndirektion zu Mainz, Eisenbahndirektor Hch. Kilian au§ Calbach, zum vortr. Rat bei der Abteilung für Finanzwirtschast und Eisenbahnwesen des Ministeriums der Finanzen mit dem Amtstitel „Oberbaurat" ernannt. — Oberregierungsrat Reuleaux von der Eisenbahn-Direktion Elberfeld ist nach Frankfurt a. M. versetzt worden, um das Amt des Präsidenten Thomch der am 1. Oktober in den Ruhestand tritt, zu übernehmen. **O rdenSverleihung. S. K.H.der Großherzog haben dem Johs. Ehrhard in Bensheim, Inhaber der Lehrmittelanstalt I. Ehrhardt & Komp, und Vorsitzender des Ortsgewerbevereins Bensheim, die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ** Polizei-Sekretär Franz Roth ist am 13. d. Mi§. nach langem schweren Leiden im Alter von 44 Jahren verstorben. Mit ihm ist ein treuer und gewissenhafter Beamter dahingegangen, der 13 Jahre lang die Stelle eines Polizeisekretärs bei dem Großh. Polizei-Amte in muster- gülttger Weise versehen hat. Alle, die mit ihm dienstlich und außerdienstlich in Berührung gekommen sind, wußten sein freundliches, entgegenkommendes Wesen, seine HülfZbereitschaft und seine Freundschaft zu schätzen; allzufrüh ift er leibet seinem Beruf und seiner Familie, der er ein treu sorgender Vater war, entrissen ivorden. Jeder, der ihn gekannt hat, wird ihm ein freundliches Andenken bewahren. Er ruhe in Frieden. •• Lebensretter. Der Ingenieur Ludw. Dörr- zapf aus Neustadt a. d. H. hat am 18. Febr. einen siebenjährigen Knaben vom Tode des Ertrinkend gerettet. Als Anerkennung hierfür ist ihm von S. K. K. dem Groß Herzog die Rettungsmedaille verliehen ivorden. ** Bestätigt wurde der von dem kath. Pfarrer und dem Ortsvorstand zu Ober-Wüllstadt auf die 1. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Wöllstadt präsentierte Schul- amtSaspirant Ludw. Henrich aus Reichenbach (Rheinpfalz) und der von dem Fürsten 511 Löwenstein-Wertheim-Rosenberg unb den: Fürsten und Grafen 311 Erbach-Schönberg auf die 3. Lehrerslelle an der Gemeindeschule 311 Höchst i. O. präsentierte Schulamtsaspirant Ludw. Mathes aus Frei- Laubersheim. Yio^mO^dentliche Lesehalle. Im Juli wurden -0 a n d e ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende 1^97, Zeitschriften 260, Jugendschrisien 1Ö7, Vers- Dichtungen 64, Literaturgeschichte 8, Länder- und Völkerkunde 44, Killturgeschichte 18, Geschichte und Biographien 65 Kunst» fauchte 13, Natnrwisfenscha't unb Technologie 87, Heer- und Seewesen 5, Haus- und Landwirlschatt 12, Gesundheitslehre 26, ^engion und Philosophie 19, Staatswissenschaft 13, Sprach,vlssen- ma! -2' Fremdsprachliches 11 Bände. Nach auswärts famen 49 Bande. Meistertitel und Submissionswesen. Aus Anlaß eines Gesuches einer Innung bei dem Großherzogl. Ministerium des Innern hat sich die Handwerkskammer in befürwortendem oinne ausgesprochen. Die Berücksichtigung der Inhaber des Meistertitels bei Verdingungen vor anderen Bewerbern verdiene allerdings den Vorzug, so daß die Forderung der Innung vollkommen berechtigt erscheine. Die Kammer habe früher bereits des Oefteren darauf hmgewiesen, ft? der heutigen Verhältnisse im Handwerk ilnd unter Berücksichtigung der 1897er Handwerkergesetzgebung, inSbef. der Bestimmungen über den Meistertitel, es für dringend erforderlich halte, dem Meistertitel ivirtschaftliche Vorrechte anzugliebern. Es solle auf eine besondere Berücksichtigung ^"dwerker erhöhter Wert gelegt werden, die zur Führung des Meis ertitels berechtigt sind, die also - sofern sie nicht bei Inkrafttreten der fraglichen Bestimmung (1. Oktober 1901) bereits selbständig waren — sich später der Meisterprüfung mit Erfolg unterzogen, da sie hierdurch ihre Befähigung bargetan haben. ** ^eßener auf Reisen. AuZ Malaga ist uns rme von mehreren Gießener Herren unterschriebene Ansichtskarte zugegangen, aus der wir erfuhren, baß eine aus 250 Deutschen ■— darunter fünf Gießenern — bestehende Reisegesellschaft eine imposante Gedenkfeier an dem Grabe, bezw. Denkmal der am 16. Dezember 1900 durch Strandung S. M. Schulschiff „Gneisenau" verunglückten deutschen Seeleute abhielt. Die Feier bestand aus Kranzniederlegung, Gesang und Ansprache. ** Eingestelltes Verfahren. Tas gegen den Schlossermeister Heinrich Schön anhängige Verfahren ist am 25. Juli eingestellt worden, da sich keine Beweise für eine Schuld des Herrn Schön ergaben. ** Ausgestellte Preise. Die von dem Oberhessischen Bienenzüchter-Verein auf der deutschen Bienenausstellung in Frankfurt errungenen Preise sind in den Schaufenstern des Herr C. G. Kl ein Henn, Bahnhofstraße, ausgestellt. ** Neutraler Guttemplerorden. Am 24. und 25. August hält die deutsche Großloge dieses neuen wirklich neutralen und aus den Grundsätzen der Toleranz auf- gebauten Zweiges dieser Bewegung (dem die Gießener Loge Lahnburg angehört) mit bereits über 50 Logen sein 1. Großlogensest in Frankfurt a. M. ab. Während die Versammlung am Sonntag geschlossen ist, findet am Samstag in der Loge Karl eine ossene Versammlung statt, die nicht nur verschiedene musitalische und deklamatorische Vorträge, sondern u. a. auch eine Rede des berühmten Gelehrten Professor Forel bieten wird. Es ist dabei jedem, der diesen zweifellos bedeutenden Mann noch nicht gehört hat, Gelegenheit dazu geboten. ** Im Kolossen m fand gestern aus Anlaß der 100. Vorstell'.mg eine Festoufführung statt, die außerorbenttich gut besucht war. DaL ben Saal fast bis auf den letzten Platz füllende Publikum nahm die Darbietungen des jetzt recht sehenswerten und reichhaltigen Programmes mit großem Beifall auf und amüsierte sich dabei sichtlich aufs beste. Herr- Felix Wagner dankte im Namen des Direktors Rappmann für das dem llnternehmen entgegengebrachte Interesse unb versicherte, daß Herr Rappmann sich auch fernerhin bemühen wolle, das Unternehmen auf seiner jetzigen Höhe zu halten, immer mehr zu einem erstklassigen zu gestalten. Den Damen wurde zum Andenken an den Jubiläumsabend ein hübsch ausgestatteter Fächer überreicht, d. h. soweit der Vorrat reichte, denn auf einen solchen Massenbesuch hatte man nicht gerechnet. ** Falsche Auffassung. Zu einem Loseverkäufer kam ein Mann, der sich gerne auch ein Los kaufen wollte, da sein Nachbar neulich soviel gewonnen hatte. Ter Kollekteur legte ihm die Lose Von verschiedenen im Reiche erlaubten Lotterien vor, worunter sich auch Lose der Marineausstellung befanden. Aufmerksam betrachtet er den Gewinnplan und fragt bann den Loseverkäufer: „Was heißt denn das: Gewinne int Werte von 40000 Mark und s0 fort?" Worauf ihm die Auskunft wurde, daß Gegenstände verlost würden, die solchen Wert hätten. „So," meinte da der Biedere, „da geben Sie mir lieber ein anderes Los, wo man Geld gewinnt. Ich kann doch gar nichts damit anfange, wenn ich in der Marinelotterie s 0 ein alt Gewehr oder vielleicht eine ausrangierte Kanon' gewinne!" ** Drachensteigen! Kaum, daß der Wind über die ersten Stoppelfelder fegt, fertigen sich die Küaben Drachen an, um sie voller Freude in die Lüfte steigen zu lassen. Gestern vergnügten sich etliche Knaben mit ihren Drachen aus der Frankfurter Straße unterhalb der Jrren- klinir. Tas langgeschwäirzte Spielzeug verwickelte sich in die T e l e p h 0 n d r ä h t e und konnte nur mit Mühe von Erwachsenen in Fetzen davon entfernt werden. Ta nun die Eltern für den hierbei von den Kindern an den Telephonleitungen angerichteten Schaden haftbar sind, sei die Mahnung an die Kinder, ihr luftiges Spiel außerhalb des Bereiches der Telegraphen- und Telephondrähte auszu- sühren, angebracht. △ Grünberg, 12. Aug. Gestern fand die Feier des 30jahrrgen Bestehens der Klein-Kinder- 1 ch u l e statt. Vormittags 10 Uhr war Festgottesdienst in der Stadtkirche. Pfarrer Z i e g l e r von Nonnenweier hielt die Festpredigt. In packender Weise schilderte er das Wesen und den Zweck der recht geleiteten Kleinkinderschule und die Wohltat, die eine solche Anstalt für die Kleinen und auch für die Gemeinde bedeutet. Tie erste Schwester, die an der hiesigen Anstalt wirkte, war vom Schwesternhaus rn Nonnenweier entsandt. — Nachmittags 3 Uhr fand die Nachfeier in der Turnhalle statt, mit Ansprachen, Gesang- und Musitvorträgen unter Mitwirkung des Kirchengesangvereins und Mufilvereins. Tie geräumige Turnhalle reichte nicht, um die Erschienenen alle zu fassen. Tie Kleinen konnten aber bei dem herrlichen Sommerwetter sich auf dem angrenzenden Turnplatz vergnügen. Dekan Wagner von hier begrüßte die Festgäste, unter denen sich eine Anzahl Schulschwestern befand, und brachte u. a. die Liste der ersten Schüler der Anstalt sowie die Namen der Gründer, insbesondere der verstorbenen Frau Dekan Pullmann, die durch eine Spende von 1000 Mark viel zur Erbauung des jetzigen Anstaltsgebäudes beigetragen hatte, zur Kenntnis. Früher befand fich der Schulsaal im städtischen Hospital- gebäude. Am 11. August 1877 hatte Charlotte Kühn als Schulschwester zum erjtenmal hier gewirkt. Die Jubilarin, die heute noch im Ruhestände hier lebt, wurde besonders geehrt und von den früheren Schülern beschenkt. Einer von den ersten Schülern, Obersinanzassessor Balser von Darmstadt, gedachte in einer warmen mit Humor durch- wirkten Ansprache seiner Erlebnisse und Erinnerungen aus dieser Zeit. Unter seiner Leitung war schon einige Zeit vorher in Grünberg, besonders von früheren, Schülern und Schülerinnen der Anstalt, eine namhafte Summe gespendet worden zum Zwecke einer Stiftuna für die Anstalt. △ Butzbach, 14. Aug. Erst gegen 10 Uhr gestern abend konnte das Wahlresultat der Gemein d erats- wahl bekannt gegeben werden. Es wurden wiedergewählt die Herren Grauer (230 Stimmen), Wilh. Jae.' Heil (220 St.) unb G r ü n i n g er (182 St.), ferner neugewählt wurden die Herren Tröster (243 St.), Herbold (177 St.) und Braubach (222 Stimmen). Von etwa 50 weiteren Kandidaten vereinigten auf sich eine größere Zahl Stimmen die Herren Schwarz (76), Wießler (55), Schaum (52) und Hcyd (48). — Bei Leberfabrikant Heinrich Küchel entstand geftern früh ein Zimmerbrand, dem Gardinen, Wand- bekleidrmg unb ein Teil ber Möbel zum Opfer fiel. Man konnte jeboch noch zeitig deZ Feuers Herr werden, ehe es weiter um sich griff. Das Feuer soll durch Kurzschluß in der elektrischen Lichtleitung entstanden sein. -in. Friedberg, 12. Aug. Heute nacht verläßt Musikdirektor Fried. Aug. Kern unsere Stadt, um sich nach Amerika (St. Louis) zu begeben. Er hat ein Engagement des deutschen Sängerbundes Arion in St. Louis angenommen. Er war Dirigent sämtlicher hiesigen, sowie vieler Wetterauer GeLanavereine. Kern war ßrüher Kapellmeister bei den 118ern in Mainz und bekannt geworden durch die seinerzeit Aufseher erregende Majestätsbeleidigung. Friedberg war ihm zu zweiten Vaterstadt geworden und die Nachricht von seine plötzlichen Abreise erregte lebhaftes Bedauern. — Die in den Ockstüdter Wald gefundene Leiche soll die eines städtischei Taglöhners von Homburg v. d. H. sein, dessen Frau sie Ol den Kleiberresten erkannt haben will. Ta die Schädeldeck zertrümmert ist, glaubt man an einen Mord, zumal man fid nicht erklären kann, wie ber Mann zu der Fundstelle de Leiche — 2* 1 2 3/, Stunden von seiner Arbeitsstelle — gcfomniei sein soll. Man vermutete, baß die Leiche mit einem gewisse: Eugen Müller von hier, bem Sohne eines verstorbene: Pfarrers, ibentisch sei. Müller, der seit längerer Zeit hie vermißt wird, war früher in glänzenden Verhältnissen un. sank durch Trunksucht, insbesondere nach bem Tode feine Eltern, so tief, daß er auf die Straße kam. Er war u letzter Zeit obdachlos unb man glaubte, baß er infolg Mangel an Nahrung einem Schwächeanfall zum Opfer gc fallen sei. Nunmehr würbe bekannt, baß M. von der Frank furtcr Polizei wegen Bettelns verhaftet worden war uni längere Zeit im ZlrbeitshauS zubringen mußte. -f-Bad-Salzhausen, 13. Aug. Eine große Besucher, zahl hatte sich am gestrigen Sonntag hier eingefunden. In Park konzertierte die Kaiser Wilhelm-Negimentskapelle nute Leitung ihres Musikdirektors Krauße unb im Restauran Germania fand Ball statt. Beide Veranstaltungen waren seh zahlreich besucht. △ Ortenberg, 12. Aug. Die heutige Bürger, meister wähl verlief äußerst ruhig, wenn sich auch fast di. Gesamtwählerschaft des Städtchens beteiligte. Man war un der Amtsführung des bisherigen Bürgermeisters Hebbel ii allen Teilen wohl zufrieden und die Bürger übertrugen ihn daher m Einstimmigkeit das Amt auf weitere 9 Jahre. An Abend brachte ber Gesangverein ein Stänbchen mit verschiedenen Ansprachen unb Erwiderungen. Die Gemeind, feierte mit ihrem Oberhaupt in Würde und Ruhe die Wah mit einem fröhlichen Trunk in den Gasthäusern der Stadt. — Auch in dem nahen Bergheim verlief die Wahl bei Bürgerm eiste rs Seitz ruhig. E. B. Darmstadt, 13. Aug. Das Elektrizitäts. werk hat infolge der rapiden Zunahme der elektrischen A:n lagen und der Erweiterung des Straßenbahnnetzes schoi 1903 eine sehr wesentliche Vergrößerung erfahren müssen Nachdem jetzt die Bahnhofsumbaiifrage geregelt unb di< Arbeiten für die 9teuanlagen m Angriff genommen roorbei sind, ist der Eisenbahnfiskus auch mit ber Stadtverwaltung bezüglich der Lieferung des Strombedarfs für die neue: Bahnhofsanlagen in Verbindung getreten. Durch die lieber- nähme dieses Strombedarfs würde sich, da die Bahn nahezi dasselbe Quantum Strom verbraucht, wie jetzt die Stad Darmstadt, die Leistungsfähigkeit des Elektrizitätswerks un gefähr verdoppeln müssen. Die Stadt hat deshalb den En! schluß gefaßt, auf einem Teil des Terrains des alten Bahn Hofs in der Nähe des neuen Bahnhofs ein zweite: El ektrizitätswerk zu errichten, dessen Kosten sich au 1 725 000 Mk. belaufen würden, lieber die Höhe des Strom Preises finden z. Z. noch nähere Verhandlungen statt. Währen: die Stadt bei einem Verbrauch von 1 Million Kilowatt tunben einen Einheitspreis von 14 Pfg. unb bei 1 400 00< । Kw. 12 Pfg. in Vorschlag brachte, wünscht ber Eisenbahn iskns mehrere Stufen zwischen 15 unb ll1/^ Pfg. zu ver einbaren. Da der Bahnhossneuban bis zum 1. Oktobe 1910 fertiggestellt werden soll, müßte von diesem Termin al auch die Stromlieferung erfolgen können. R. B. Darmstadt, 12. Aug. Eine entseAlich. Bluttat hat in der Nacht zum Montag hier der Möbel transporteur Ludwig T r e s e r begangen. Er hatte bis spä in der Nacht in einer Wirtschaft Dem Alkohol zugesprochei und war schließlich von seiner Frau nach Hause gehol worden, da sie selbst noch mehrere Stunden nächtlichen Auf wartedienst zu leisten hatte. Als sie früh um 5 Uhr ii die Wohnung zurückkehrte, tarn es nach heftigem Streit zi Tätlichkeiten zwischen beiden, wobei der betrunkene Ehe mann einen scharf geladenen Revolver zog mib mehrer. Schüsse auf die Frau abfeuerte. Tie Unglückliche tourd. am Halse getroffen und lebensgefährlich verletzt, so daß si. heute im städtischen Krankenhause eine Operation bestehe mußte. Ter Revolverheld wurde verhaftet. (sd.) Darmstadt, 13. Aug. Der Inspekteur bei 3. Armee-Inspektion, der das 7., 8., 11., 13. und 18. Armee korps untergeordnet sind, General der Infanterie v. Linbc quist nimmt z. Z. innerhalb des 18. Korps auf dem Trup lenübungsplatz und in der Umgebung Besichtigungen vor Auch der Komm. General des 16. Armeekorps mit dem Si; ' in Metz, General der Jnfant. v. P r i t t w i tz mid G a s f r 0 ri ist mit seinem Stab eingetrosfen, um die zurzeit aus den Truppenübungsplatz liegenden Teile seines Korps einer M - ichtigung zu unterziehen. □ Krofdorf, 14. Aug. Mit Freuden muß man v begrüßen, daß die hiesige Bürgermeiste rei und da Polizeiamt an das F e r n s p r e ch n e tz angeschlossen Witt Den vielen Ortschaften der Bürgermeisterei Atzbach-Launo > bach kommt diese 9Zeuerung sehr zu statten, zumal manch dringende Angelegenheit schnell seine Erledigung ftndei kann. △ Kirchhain, 13. Aug. Gestern abend gegen 6 Uh wurde aus Der Ohmtalb ahn Der 27 Jahre alte ver heiratete Hilssheizer Georg Ka l e t s ch aus Langenstein durc t Abstürzen von der Maschine so schwer verletzt, daß er bat darauf verschied. (H-) Frankfurt a. M., 14. Aug. Gesteon nachmitta ereignete sich in der Küche des Hotels Kölnischer Ho ein blutiges Drama. Vor etwa acht Tagen geriet de italienische Knpferputzer Jarrin mit einem anderen i Streit. Der Koch Mampe trat dazwischen und schlichtete de: Streit. Vor einigen Tagen war der Italiener aus de Stelle ausgetreten und kehrte gestern nachmittag uner wartet in die Küche zurück. Nach kurzer Unterhaltung zo f er einen Revolver und richtete Die Waffe gegen den Koc > Mampe, der durch einen Schuß schwer verletzt zu Bode kürzte. Dann gab der Italiener einen Schuß auf sich al Ter letztere starb auf dem Transport nach dem Krankenhaus. der Koch liegt im Sterben. X. Hanau, 13. Aug. Auf bem Hosgute Maisen jausen bei Michelbach wurde eine äußerst rohe Tat verüb Zwei Knechte gerieten aus einer geringfügigen Ursache i Streit, der Damit endete, daß ber eine Knecht seinem Gegm: namens Ufftring aus Groß-Auheim mit einem scharfen Jr trument, jedenfalls mit einem Beile, Den Kops spaltet Scknver verletzt wurde der genannte Ufftring in das Kranker I nii de id) Mit । N h Mei & big f)an3 gebracht; an seinem Auskommen wird gezweifelt. Der Täter wurde in Hast genommen. 4). U s ni g c n, 14. Aug. (Tel.) Im nahen Wilhelms- aors kam cs gestern abend zwischen Ortseinwohnern und böhmischen Arbeitern zu einem Straßenkampf, bei dem von beiden weiten mit Flinten und Revolvern geschossen wurde. Ein Böhme wurde erschossen. Tie Gendarmerie stellte die Ruhe uneder her und nahm 10 Verbaftungen vor. Zum Aalle Kau. Olga Molitor. Ein Korrespondent der „N. Fr. Pr." hatte in Pont- resina zufällig Gelegenheit, mit Olga Molitor und deren Schwager, dem Oberstleutnant Bachelin, ein längeres Gespräch zu führen, in dessen Verlauf sich Olga Molitor auf das entschiedenste gegen die Vorwürfe Lindenatts sowie gegen die Anschuldigungen, die die Verteidiger Haus erhoben haben, zur Wehr setzte. Im Laufe des langen Gespräches gewann der Korrespondent die Ueberzeugung von der gänzlichen Unschuld Olgas. Er telegraphiert darüber folgendes: Wer könnte dieser heitere u, naive il, lebenslustigen, 26 jährigen Dame ansehen, daß sie unter der fürchterlichen 'Anschuldigung des Muttermordes steht? Dieses Mäd° chen weiß gar nicht, in welcher entsetzlichen Lage sie sich befindet. Es ist rührend anzusehen, wie sie über die Behauptung lächelt, daß sie stets einen Revolver bei sich getragen haben soll, sie, die im Leben noch nie eine Waffe in der Hand gehabt hat. Mit welcher leichten Selbstverständlichkeit widerlegt sie den gegen sie geschleuderten Vorwurf, indem sie darauf hinweist, daß ihre Mutter sie von einem Tee abgeholt habe, als sie mit ihr den verhängnisvollen Weg zu den Lindenstaffeln antrat. Die Anschuldigung, es habe zwischen Mutter und Tochter ein getrübtes Verhältnis bestanden, widerlegt Oberstleutnant Bachelin aufs entschiedenste. Im Gegenteil, Olga sei der Liebling und Augapfel d e r M rr t t e r gewesen. Ueber das angebliche Tragen des Revolvers gab Olga folgenden Aufschluß: „Ich habe nie einen Revolver besessen und hatte stets vor jeder Schußwaffe Angst." Sie findet es unbegreiflich, daß man glauben könne, sie sei mit einem Revolver zur Jause in ein benachbartes Familienhaus gegangen. Den Verdacht der Intimität nut Hau lehnt sie entschieden ab. „Wir nannten uns," so erklärte sie, „Alister Hau und Fräulein Molitor und redeten uns niemals anders als mit „Sie" an. Auch meine Mutter sagte „Sie" und „Mister Hau". — Frau Hau habe Dr. Dietz ein Fläschchen mit Opium gegeben, um es Hau im Gefängnis zu übermitteln, aber nur weil sie in Hau den Al ö r d e r der Mutter sah. Soweit der Wiener Journalist, der freilich mit seine Interview die Lage keineswegs geklärt hat. Gleich die Einleitungsworte von der „heiteren, lebenslustigen" jungen Dame müssen verblüffen angesichts der entsetzlichen Aufregung, die ihr die letzten Zeiten brachten, namentlich aber angesichts des furchtbaren Todes ihrer Mutter! Die Freiherren von Lindenau. Ter Vater des vielgenannten Frhr. von Lindenau leitete die Strafanstalt in Trier und gab diese Stelle auf, als seine Tochter einen Gefangenen, den sie in der Strafanstalt kennen gelernt hatte, nach dessen Entlassung heiratete. Im Jahre 1864 floh der jetzige Zeuge Frhr. von Lindenau mit dem Sohne des Hauptmanns Perger aus dem Gymnasium nach Mainz und beide stellten sich m Oesterreich der Militärbehörde. — Der Fall Hau auf der Bühne. Den Gipfel der dramatischen Fixigkeit hat eine Theatergesellschast erklommen, die unter der Direktion Wolff im Stadttheater zu — Köpenick gastiert. Schon für Donnerstag, 15. d. M. hat der allen überraschenden Ereignissen vorauseilende Bühnenleiter eine Tragödie angekündigt, die den verheißenden vollen Titel „Zum Prozeß Hau" führt und voraussichtlich sämtliche Rätsel der geheimnisvollen Affäre sprelend lösen wird. Ob Staatsanwalt, Verteidiger und Geschworene jenes Prozesses der Vorstellung beiwohnen werden, um sich endlich die einzig richtige Ausklärung zu verschaffen, wird nicht mitgeteilt. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Donnerstag den 15. August: Wolkig, doch trocken, mäßig warm. Leichte südliche Winde. Märkte. k. Schotten, 13. Aug Am heutigen zweiten Som- wermarkttag waren aufgetrieben 65 Stück Rindvieh, 1'172 SZweme. Ter Handel in Rindvieh war nicht beachtenswert; Schweine Meten schwere ourch gern ästete der feineren Rassen 56, ausnahmsweise o7 Pfg. das Pfund Lebendgewicht, geringere 54 bis 5o Pfg. Gegen Schluß des Marktes wurden Käufe der besseren Qualität zu 55 Pfg. und 1 Mk. pro Kopf abge- schlossen. Mehrere Frankfurter Händler waren anwesend, griffen aber m der^Handcl nicht ein. Ferkel und Einlegschweine waren etwa 950 v=otucf vorhanden, die Nachfrage blieb hinter dem Angebot zurück. , Z. Kirchhain 13. Aug Aus dcm gestrigen V i e h m ar kt herrschte flaues Ge chast Kühe und Rinder warm nur etwa 300 aufgestellt, wahrend die Zufuhr von Schweinen auf 700 geschätzt wurde. Ferkel kosteten pro Paar 22—30 Mk, Läufer 40—60 Mk. Frankfurt a. M., 14. Aug. lOrig.-Telegr. des „Gieß. Anz.") V i e b m a r k t. Zum Verkaufe standen 00 Kälber, 00 Schafe n. Härnmel, 276 Schweine, 0 Ziegen. Schweine: 1. Qual. 74—00 Pf., Lebendgewicht 58—00.00 Pf., 2. Qual. 73—00 Pf., Lebendgewicht 57.00-00 Pfg., 3. Qual. 63—65 Pfg. Kälber 1. Qual. 00—90 Pf. Lebendgewicht 00-00 Pfg., 2. Qual. 00-00 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 00—00 Pfg. Schafe 1. Qualität 00 00 Pfg., 2. Qualität 00—00 Pfg, Geschäft bei Schweinen: Markt gilt, Ueebrstand gering. GerkchtssaQl. X Grün berg, 13. Aug. Eine exemplarische Strafe wegen Tierquälerei gab das hiesige Schöffengericht in ferner letzten Sitzung. Der Dachdecker und Bürstenmacher Kaspar Christian Meier hier wohnt im städtischen Armenhaus, was ihn aber Nicht abhielt, einen oder manchmal zwei Hunde zu halten und sein Mütchen an den Tieren zu kühlen, wenn er m emem „Treffen" mit anderen Insassen der zahlreichen Armen- kolome an der Alsfelder Straße den Kürzeren gezogen hat. So hielt er auch im letzten Frühjahre einen Hund, der wegen der an ihm verübten Mißhandlungen mit seinem Geheul die Anwohner in Aufregung brachte. Wenn das arme Tier die rohe Behandlung durch Beißen abzuwehren suchte, stach Meier mit einem Messer nach seinem Maul und durchstach ihm die Zunge Als der Hund sich wieder einmal gegen die brutalen Mißhandlungen zur Wehre setzen wollte, knebelte ihn M. erst, indem er einen handlangen Eisenstab, an dessen beiden Enden sich je ein Ring befand, ihn quer ins Maul schob, dann mit einem daran befestigten Stricke das Maul zusammenschnürte und nun das arme Tier mit dem Kopfe an einem Pfosten aufhing, um es dann bequem und ohne Gefahr mit einem Prügel und mit Fußtritten zu bearbeiten. Wegen dieser brutalen Quälereien mit einem Strafbefehl über drei Wochen Haft bedacht, erhob M. dagegen Widerspruch. Die überaus gefühlsrohen Tierquälereien veranlaßten aber das Schöffengericht, M. anstatt der 3 Wochen zusammen eine Haftstrafe von 12 Wochen zu geben. Grkginal-DrahLmeldringerr. Lemberg, 14. Aug. In dem Badeort Szczawnica stürzte die hölzerne M a g d a 1 en en-Brücke ein, wobei 40 Personen, darunter 13 Kinder erheblich verletzt wurden. Belfast, 14. August. Tas Militär und die Polizei wurden zurückgezogen. Gestern abend redeten Parlamentsmitglieder und Geistliche der Bevölkerung in den von der Unruhe betroffenen Bezirken zu, Ruhe zu halten. Bis 8 Uhr kamen auch keine Ruhestörungen vor, obwohl man Volksmassen in den Seitenstraßen sah, die Steine Herausriffen. Paris, 14. August. Das Echo de Paris bestätigt den gestrigen Angriff auf Casablanca und berichtet, daß die Marokkaner unter dem Schutz des Nebels versuchten, die französischen. Truppen zu überraschen. Da. aber der Nebel bald wich, wurde die Stellung der Marokkaner offenbar und die Granaten der Loire zerstreuten schnell die Angreifer. In der Umgebung von Casablanca stehen 6000 Marokkaner. Marseille, 14. August. In der sensationellen Mord- a f f ä r e G o o l d ist Klarheit geschaffen ; Goold gestand ein, unter Mithilfe seiner Frau Frl. Livey aus gewinnsichtigen Absichten ermordet zu haben. Ottawa, 14. August. Die Telegraphisten der Nord- West-Kompagnie in Montresil und Taranto weigern sich, mit den Nichtorganisierten Telegraphisten in New-York zu arbeiten und sind in den Ausstand getreten. Der Telegraphenverkehr ist davon nicht betroffen. Tang er, 14. Aug. Ten letzten Nachrichten aus Casa- 92.35 Elektriz. Lahmeyer . 81.80 91 55 Portugiesen III 90.20 ISörse, 14. Aug. Anfangskurse. Geradezu Wunder bewirkt. wirb. Zu näherer Auskunft bin ich Frau Helene Selma Schindler. B 4% Öesterr. Goldrente.. . 4l/6 % Oesterr. Silberrente 204.00 111.85 Ungar. Goldrente . . Italien. Pente . . . Portugiesen Serie I . Harpener Bergwerk Lanrahütte Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose . . . 29 80 . 138.50 . 127.00 Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat Bank . Diskonto-Kominandit. . Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio- Eisenlahn . . . . Gotthard bahn . . . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staatsbahn . . Prince-Henri-Eisen bahn . 163.60 . 125.70 . 222.10 . 65.80 136.60 3% 3% 3z4°/r 3% 3M 7c 3% do. Konsols do. Hessen Oberhessen . 190.00 . 218.00 . 30.10 . 114.40 . 142.40 4%7o russ.Staatsanl. 1905 4%7n japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose ...... 4% Griech. Monopol-Anl. . 4% äussere Argentinier . 37<) Mexikaner < « . 4>$7o Chinesen . . Aktien: 67.00 67.20 91.20 88.20 94.20 142.20 48.00 8150 61.20 94.50 Bochum Guss . . . . Buderus E. W. . . . Tendenz: fest. Keriiner Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: fest. 92.60 81.80 91.10 91.00 96.90 bl-Zca zufolge bestätigt, cs sich, das; 5000 Marokkaner gestern Die ^tadt Gnqrtfrcu. Es fanden insgesamt 10 Gefechte statt, des Kreuzers Loire intervenieren r a ral Trude I;ibc die französische! Regierung benachrichtigt, daß erweitere 3 00 0 M a n n b e-, nvMqe, nm Herr oe.- eifitpiion zu werden. des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen. . ---------------114.90 Elektriz. Schlickert . . 100.20 Eschweiler Bergwerk . . 199.80 Gelsenkirchen Bergwerk . 188.70 Hamburg-Amerik. PaketL 129.25 Harpener Bergwerk. . . 189.25 Lanrahütte. .... 91« nn Nordd. Lloyd 1^40 Ubeigchles. Eisen-Industrie 98.30 Berliner Handelsges. . 150.00 Darmstädter Bank . , , ] 25.40 ' 222.40 . 141.20 . 167.00 . 136.30 . 199.00 Frankfurter Börse, 14. Aug., 1.15 Uhr. Beichsanleihe Die Unterschrift des nachstehenden Briefes rst amtlich beglaubigt: Bautzen, 5. April 1907. Otto Weiser, Kgl. Sachs. Notar. Bautzen, 11. März 07. Holz- mnnt 3, III. Ich bestätige Hhnen gerne, daß Ihr Broson bet nur geradezu Wunder bewirkt hat. Ich war durch meine drei hintereinander gehabten mit großem Blutverlust verbundenen Entbindungen gänzlich herabgetommen. Ta stellte sich auch noch ein böser Lungen- eüt Ich war völlig hoffnungslos. Mein Rücken hielt mich nicht mehr aus- „ recht) ich schlich nur so herum. Mein Arzt verschrieb mir schon seit Langem nichts mehr. Immer wieder hörte ich von den Erfolgen, welche mit Bioson erzielt wurden. Als ich aber das erste Paket kommen ließ, reute es mich schon Aber was war denn das! Mein Körper richtete sich strammer in die Höhe, der Appetit nahm zu, die Schwindelanfälle hörten auf. O' letzt wußte ich, daß neues Leben in mir eingerehrt war. Und das schon nach Verbrauch des ersten Paketes. Einige weitere Pakete gaben mir auch meine Gesichtsfarbe wieder. Die Backen wurden runder — mit einem Wort — ich hatte meine frühere Rüstigkeit wieder erlangt. Ich betone ausdrücklich, daß ich absolut nichts weiter als nur Bioson gebraucht habe. O'möchten doch alle .Kranken einen Versuch damit machen und ich bin sicher, daß es auch ihnen Helsen w "ch gerne bereit. Hochachtungsvoll! ------- Bioson ist in Apotheken, Drogerien usw. das Paket zu drei Mark erhältlich, welches fiir em 14 Tage ausreicht. Moderne Verlobte Möbel kaufen keine Einrichtung ohne vorher das grosse Ilnster- Hanptausstellungshaus der Darmstädter Slöbel- fabrik, Heidelberger-Strasse, welches als Sehenswürdigkeit 1. Ranges und bedeutenstes Haus seiner Art bekannt ist, besichtigt zu haben. Man verlange Preisliste mit Abbildungen. (Perspektiv-Aufnahmen von kompL Zimmern). 10jährige Garantie, freie Lieferung, Sonntags von 11—1 Uhr geöffnet. b12/8 Bekanntmachung. Durch Beschluß der Stadtverordneten-Versammlung vom 12 August 1. Is. ist für das Gebiet zwischen Frankfurter Straße Leihgefterner Weg und Aulweg ein Bebauungsplan aufgestellt worden, und soll dazu die nachstehende Ortsbausatzung erlassen werden: § 1. In Block I—XI sind Anlagen der in § 16 der Gewerbe- Ordnung erwähnten Art nicht zulässsg. § 2. Die Baublöcke II—VI sind der villenmäßigen Bebauung Vorbehalten. Zu diesem Zweck werden folgende Sonderbesümmüngen getroffen: a) Grundstücke von weniger als 700 qm Flächeninhalt dürfen mcht bebaut werden. b) Von jedem Grundstück müssen mindestens 450 qm Flüche unbebaut bleiben. c) Eine größere Vorgartentiefe, als im Bebauungsplan vorgesehen und eine von der Baufluchtlinie abweichende Stellung der Gebäude kann zugelassen werden. ( d) Alle Gebäude müssen von der Nachbargrenze mindestens 3 m und von anderen Gebäuden auf demselben Grundstück mindestens 6 m entfernt bleiben. Bebauungsplan und Ortsbausatzung liegen bis zum 15. Sept, d. Js. bet unserem Ttefbauamt zur Einsicht offen. ™ .. Einwendungen dagegen find binnen der gleichen Frist bei Meldung des Ausschlusses bet uns oorzubringen. Gießen, den 13. August 1907. Großherzogliche Bürgermeisterei. , ___________________ Meenm._______________________B14/s Ortsstatut, betreffend Erhebung einer Bcsitzwcchsclabgabe in der Stadt Meßen. Auf Grund der Bestimmungen in Artikel 3 des Gesetzes, zur Slbändernng des Gesetzes über den Urkundenstentpel vom 12. August 1899, vom 28. März 1907 wird auf Beschluß der Stadtverordneten- -bersammlung vom 4. Avril und 12. August 1907 und mit Genehmigung (ürogherzogltchen 'Ministeriums des Innern vom 27. Juli 1907 zu Rr. M. <1. J. 27456 für die Stadt Gießen folgendes bestimmt: Bon der Stadt Gießen wird in Ansehung der in ihrer Gemarkung gelegenen Grundstücke ein Zuschlag zu dem nach den Nr. 45, 63 des Stempeltarifs sich bemessenden Jmmobiliarstempel für den nicht unmittelbar auf Erbfall (§§ 1922—1941 B. G. B. beruhenden Wechsel des Eigentums an einem Grundstück erhoben. Der Zuschlag beträgt die Hälfte des staatlichen Stempelsatzes. Dieses Ortsstatut tritt mit seiner Veröffentlichung in Kraft. Gießen, den 13. August 1907. Großherzogliche Bürgermeisterei. ____________________________Meeum.___________________________[BI3/fi Bekanntmachung. An der Volksschule zu Gießen ist die Stelle einer Handarbeitslehrerin auf 1. Oktober 1907 anderweit zu besetzen. Diese Lehrerin soll auch zur Erteilung des Hausbaltungsunterrichtö befähigt sein. Mit der Stelle ist ein Ansangsgehalt von 1000 Mk., steigend von drei zu drei Anljren um 150 Mark bis zum Höchstgehalt von 1600 Mark verbunden. Bewerberinnen wollen sich unter Vorlage ihres Lebenslaufes und ihrer Prüfungszeugnisse bei der unterzeichneten Behörde bis zum 1. September l. I. melden. Gießen, den 13. August 1907. Großherzogliche Bürgermeisterei. Lllecum- [B14/s Bekanntmachung. Durch Beschluß der Stadtverordneten-Versammlung vom 12. August 1907 ist für das Gebiet zwischen Ebelstraße und Aulweg an Stelle des Bebauungsplans vom Jahre 1906 ein netter Bebauungsplan ausgestellt worden und soll dazu die nachstehende Ortsbausatzung erlassen werden. § 1. Die Grenze der Bebauung wird gebildet durch den Leih- gesternerweg und den Aulweg, § 2. Zur Bebauung werden eröffnet die Wilhelmstratze von C IV bis C I und die Vervindungsstraße B III, C III und B II, C II. Der früher für dieses Gebiet ausgestellte Bebauungsplan ist aufgehoben. Der Entwurf des neuen Bebauungsplans und die Ortsbausatzung liegt bis zum 15. September 1907 auf unserem Tiefbauamt offen. Einwendung gegen Plan und Satzung sind binnen der gleichen Frist, bei Meldung des Ausschlusses, bet uns vorzubringen. Gießen, den 13. August 1907. Großherzogliche Bürgermeisterei. ____________________________Meeu m.___B14, s EMWr MeijMWeis Wen. Garteustraße 2, Zimmer 2. Cs können eingestellt werden: 3 Bauschlosser, 2 Bauschlosser (auswärts), 1 Schmied (austvärts), 1 Maschinenschlosser, 1 Wagner (ausw.), 1 Glaser, 1 Glaser (auswärts), 3 Schreiner, 6 Schreiner (auswärts», 1 Tapezierer, ein Drechsler (auswärts), 1 Anstreicher, 1 Bäcker (auswärts, 2 lattdw. Arbeiter (ausw.), 1 Flickfrau, 4 Schuhmacher, 3 Installateure, 3 Lauffrauen, 4 Dienstmädchen, 3 Hausburschen, 23 Arbeiter, 2 Kutscher. Lehrlinge: 1 Kaufmann, 1 Mechaniker, 1 Glaser. Es suchen Arbeit: B14/8 1 Gärtner, 1 Tapezierer, 1 Maschinenschlosser, 1 Schreiner, 1 Friseur, 1 Schuhmacher, 1 Schneider, 4 Arbeiter, 1 Hausdiener, 1 Haushälterin, 7 Lauffrauen, 4 Hausburschen. Lelirlingc: 1 Mechaniker. Bekanntmachung. Die von dem Großherzoglichen Steuerkonttniffariat Gießen anfgestellten Hebregister für die Beiträge zu den Kosten der Handelskammer für das Rechnungsjahr 1907/08 liegen 10 Tage lang vom 15. bis einschließlich 24. August 1907, vormittags von 10—12 und nachmittags von 3—5 Uhr, im Bureau der Handelskammer, Nordanlage 15 (Kaufm. Vereinshaus) zur Einsichtnahme offen. Einwendungen gegen den Inhalt der Hebregister sind innerhalb dieser zehntägigen Frist bei der Handelskannner schriftlich vorzubringen. Nach Ablauf dieser Frist wird die Handelskammer über die vorgebrachten Einwendungen entscheiden und die Hebregister nach Maßgabe dieser Entscheidungen, soiveit nötig berichtigen lassen. Gegen diese Entscheidungen ist innerhalb zweier Wochen Beschwerde an das Großherzogliche Ministerium des Innern zulässig. Gießen, den 13. August 1907. Die Großherzogliche Handelskammer. I. A.: D r. Zeidler. Extrafeines Prevenzar-Oef per Flasche 50, 100, 150, 200 Pfg., Prima C. Zimmermann Heuen Baue 15 Hel- und Ausstattungs-Geschäft Bis zum 1. September gewähre auf sämtliche Zimmer-Einrichtungen, Einzelmöbel, Vorhänge, u. s. w. 10% Nachlaß. Große Auswahl in Brandmalerei!, Schnittkunst. [4938 Pfaff - Nähmaschinen Neueste Verbesserungen! Grösste Dauerhaftigkeit! Höchste Leistung! Zur Kunststickerei vorzüglich geeignet. Eigene Reparaturwerkstätte. ^Zubehörteile stets auf Lager. 3654 Kraftj Neuenweg 46. per Flasche 50, 75, 100, 150, 200 Pfg. empfehlen a11/ Bahnhofstraße. Wanzentod einzig sicherstes Mittel. 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