Mittwoch 13. Februar 1307 LS7. Jahrgang Erstes Blatt ÜRt. 37 Erscheint täglich außer Sonntag ». Dem Giebener Anzeiger werden im Wechsel mit bent hessischen Landwirt die Siebener gomllitn- blätter otennal in der Woche betfidcfli und zweimal wöchentlich da- Kieisblatt |ür den Ureis Sieben. Femsprech-An- schlutzi.d.Redakiion 112 Verlag u. Expeditron 61 vezn ftdvreiS: monnilich75'U^DierteU inbrttrt) Mk. 2.20; durch Ad do le- il Zweigstellen monatlich 6o Pi.; durch die Post Mk.S.- viert cl- jäljrL ariSschl. Be-iellg. Annahme von Anzeigen nir die tüflesiuunmcr bi« vonimiag« lu Uhr. Zeilenpreis: lokal 15i Verlag der vrLHI'scheu Unlo.-Oud). unö Steinöruderti. H. fangt. Bcöattlon, Lspcdilion und Drudcret: Lchnlstra-t 1. ;‘(lBcl,lleJl;‘rt)Qt'1‘« Ä Aie Dculigt Kummer umfaßt 10 Seiten. Amlilcher T U. KcKannlmachimg. Betr.: FeldbereiMgung in der toemailung BellerSheiin. In der Zeit vom 16. bis einschließlich 2L Februar 19u7 liegen auf dem Amteziinmer Droßherzoglicher Bürgermelsieret Bellersyenn solgetide Akien zur Einsicht der Beteiligten offen: 1. da« iSeldaurgleichung-verzeichniS über zuviel ober zuwenig enipiangenes WclonOe; 2. das vleldnnsgleichiUigLoerjeichniL über zuviel oder zuwenig emptaugenen Cbiibaumweii ; 2. da» zu obigen -Ivel Berzelchnlssen aufgestellte Hauptgeld- ausgle>chungsver>eichni»; 4. das deiondete BerzeichniS über die Vergütungen für Zaun- veriegungen; 6. das beiüiibere Verzeichnis über sonstige Entschädigungen für Aeftungen re. Taglahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hiergegen findet aus dem Aathans zu Bellersheim slatt: Freitag, bcu 22. Februar 1007, vormittags V bi« 1U Uhr, wozu ich die Beteiligten nut oem Aniugen ciniade, daß die Nicht- ei|ct)eiiieii6iit mit Einwendungen ausgcschlohen sind. Tie Ein- wendnngen sind schri'tlich abrniafjen und zu begründen. Friedberg, den 11. Februar 1907. L ch n 11 t s v a h n, Ittcisamtmann. der die deS Der Kaiser als Watteler-AiNer. Berlin, 12. Febr. Der Kaiser empfing heule die Präsidcntcn und eine lluioersitätssahne überreichte, da nah. i sie banlenb der üüui i&cr- Scnior von der Planitz in Empfang unb sie wurde Den der llui'atia, als der ältesten Verbindung, zum ersten Male der Studentenschaft oorangetragen. Freiwillige Studentenkompanicn bildete, auf Wunsch deS Rel- torS, die Lusatia auch noch in den unruhigen Jahren 1845 und 1848. Und als im großen Jahre 18#0 Die französische ertläiung das bcutfuK Vaterland traf, da zogen nicht weniger als fünfzehn Aktive mit in- Feld, von denen eine Anzahl mir dem eisernen Kreuze heirnlehrte, andere dem Vaterlande das Leben zum Lv'cr brachten. Auf der aolergekrönren Säule, bi: bei der Rudelsourg bie deutschen Cvrosstudenten ihren im Kriege 1870/71 gefallenen Lonvnilitonen erröteten, stehen auch die Namen von vier Leipziger Lauschern verzeichnet. Lhne spezieller auf studentische Verhältnisse einzugehen, erwähnen wir solche Tasiachen, u.n zu :eigen, daß echt v- Gesinnung und deren Betätigung nid/, das Privilegium einzelner Lorporasionen, sondern gerade bei den deutschen Korps im duuul. Maße zu finden ist. Ter gute Kern, oer ce.n Korps innewohnt, har es, im schnellen &bcu,iel studemsicher föcjc .echter, über alle Fähr.ichleuen dcr Zeit hinweg unun^rbrychen bis zum zweit)-:- Cernten Semester gc.eiUL Tie Va;.r fuhren wieder ihre - re Dein Korps zu, weil sie dankbar für bie in ihm verlclne si-2 --- zeit und für die Schulung des Eharateers sind ^chon verzeichnet Lusatia Vater, Sohn und C;üel hinter einander in ihren Ziechen und stolz toim sie auf eine von Männern im StaatslehLN uaö in der Jwn'iruiden, die iyr treu an* gehören. Abordnung hervorragender Mitglieder dcS schlesischen und des rhetniändtfch.westfälischen Vereines dcS souveränen M a l- die ErneunitnzZbulle nedfl teser-Niltec-Ordens, um den Insignien deS GioßkreuzeS und zum ChirnbailliS dcS Ordens entgegetläunehmen. Ter Vorsitzende des Vereins der schlesischen Vlallejer, Ehrenbailli Graf Prafchma, über» reichte dem Kaiser die Insignien mit einer Ansprache. TaS Gelöbnis deS Crbene, so 'i’.lnte er qii£>, lautet: „Vovit peraonam auam ad tuitioneiu fldei et obaequinm pauperum.“ (Er gelobt seine Person dem Scvutze dcS Glaubens und der Wohsiohri Der Annen.) Was der Orden vom heiligen Johannes von Jerusa lern, zumal in den ersten Zeiten fernes SOOnchiigen Beliebens, ge- leistet, stein tu der Gejchichie vcrzeiüsnet. Unter den Dcrbiciifluolllicii Ordensrittern TeutsclNands war es insbefondete Graf gr-edrich Hoheuzvll.rn, wcliLer durch (emc 2opicrfcit die christliche Welt in Alaunen gejctzi und 14U7 im Aller von iiahezu IGO Jabren als erster Gropvrior von Tentjchiaud fein Leben geschlossen hat. In der gegemvärtigen Zeit ist es nicht mehr der Halbmond, der die christliche Sielt bedroht, wohl aber em noch gefährlicherer A eind, der G e i st des Unglaube n s, des ll m ft u r -es, der Veiifliuiufl der göttlichen und jeder menfd)lid)cn Autorität. Gegen dielen den ritterlichen La m vf zu führen zum Schutze von Lhron und Altar, ili die voniehmste Pflicht des alieinioiir- wiirdtgen Johanniter- und Malteser-LrdeiiS, auch des evaugelischrn siweiges desielben. Eure Aiaiestät haben als erhabenes Bevpiel |ut litte chiisllicheii Moiiarchen und Boller stets das Nicu;, in dem ahcin das Heil ist, hochgehalten und sich bsseMItch vor aller Welt nis gläubiger E b r tsi bekannt. Leim mmmehr auf aller- höchstdero Brust die Jnsigmeu beider Zivetge unjeres hohe» Cr frone vereinigt sind, so soll dies für uns Maliefer-Rnier, insbesondere jur Die ni Teutschland wirtenden beiden Genosieuschmieu, eine Mahnung und Anenerung sein, Schulter an Schulter mit u n i e r c n e v a n g c 11 f d) e n C r b e n s b r ü b e r n für bie taitio fidei christüruurum iLchmz des Ehristenglanbens) einzntreten, gleichzeitig aber auch im edlen Weuitreit nut ihnen und auch ütenn nach dem leuchtenden Beispiel uon Emer Ma,esiäi unb Ihrer Ma,e- liät der Slaiictm-Slonigin das obsequium pauperum ui Weilen der christlichen Chamas auszuiibeii tm ßneben sowohl als auch gan- besonders im Nnege unter der bewährten Führung und Leitmig des Kaiicrhd)cn Nommtiiars der frenvilligeti flrankenpftege. Ge- nehmigen E. M. nul diesem ©clöbnis auch unseren Wunich aus- sprechen zu dürfen, hierdurch zu dem von E. 0)1. wiederholt als zu Dem Wohle des Vaterlandes notwend'g betonten Zus am men- schlug d e r beiden ch r i st 11 ch e n Konfessionen bei- aitraiKn und die allernntertänigsie Bitte daran -n knup'en, un- icvcn hoben Ciben, msbeionfreie den beiden demichen Genosien- Einhundert Jahre deutsches Eorpslcbcn. Sie blühen immer noch trotz vielfacher^ Anfeindungen, du korpS aus beutjd>en Hochschulen, sie find älter alS alle iwr- porationen anderer Art, und im nächsten -Semester feiert bat- erste norddcuifche Corps sein hunderNahriges ununterbrochenes Bestehen, nachdem vier bayerische Corps in dieser Beziehung ihm vor einigen Jahren vorausgegangen sind. Wie wir einer schön mit Abbildungen ver.ehenen, kultur- geschichtlich recht belangreichen Gefchile des LoroS Luiana m Leipzig entnehmen, wurde dieses CorpS am J. -sepiember 180 < gegründet. In Leipzig bestanden unter den ^>htiententn jener Zeit nur nach Art der Freimaurer organi)iertc Heimliche j-tDui fAmicisten, Konstantisten usw.), bie sich überlebt hatten, während in Lalle die CorpS, bamalS noch Landsmanns äfften genannt, erblüht waren. Bon dort aus kam auch die Anregung, sie nacy Leipzig zu übertragen und ein tzallescher Marler war es, der das BcrbindungSwesen damals in Leipzig organisierte. Stern, Der Lausitzer-Senior war es, der alles, was man unter Jvonnncnt versteht, den heute noch von der Leipziger Studcnteiisaiast benutzten Gloclenschläger, kurz bie ganzen spezifisch ftubentucten ^uigc, bie jetzt noch gelten, in Le^izig einführte. Neben den ^au- sitzern entstanden noch andere Corps, von denen bie 181-^ S» stiftete Sazonia gleia-falls blühend bis auf unsere Tage gekommen ist. . .. In jener Zeit der französischen Fremüherrfchaft dursten ote neuen Corps nur im Geheimen bestehen; als geheime Zeichen galten die damals entstaildenen Zirkel, bei oen Lausitzern aus den Anfangsbuchstaben des Wahlsprucys: Libertas vita carwr. flebübet, Die IDtualiebec stammten, wenn ouüji iW ausschLieLlich, DaS HauS ist gedrängt voll. Premiorniiniiter Cauipbell-Dannerman Dcmerit wichtigste Teil der Thronrede sei bie Stelle, die uch aus Streitigkeiten zwischen beiden Lausern Parlamentes beziehe. Er erkenne die ernste Natur der Aufgabe an, welcher zu widmen bad Laus, wenn bie Zeit dazu gekommen sei, von dcr Regierung aufge,ordert wciKn fülle. CS |ci nicht mit den Geiuhlen verätzter Citelkcu, der Gereiztljeit oder des Verdrusses, bay bie Regierung bieic große Frage in An grill »u nehmen gedenke. Die Frage der Beziehungen zwilchen beiben Läufern, denn da» ist ixe Srage. ine nnr aufloerren tooilnb unb nicht die Frage bet Versal'ung des vaun'S der ^oid,e, welche Die (örössuung e«glischeu Purlamenr>S. Tie Throurcdc. London, 12. Febr. Die Erüssnung des Darlamentv ginp nach dem herkömmlichen alten Zereiiioniell vor sich. Ter König, der von der König.u und beui Prinzen und dcr Prinzessin von Wales begleitet war, verlas die Thronrede, tn der eS u. a. heißt: Ich freue mich, sagen zu können, daß die Beziehungen au Den iremben Atächten andauernd sreundlich sind. Der erste Besuch des CmirS von Afghanistan in Indien seit -wanzig J-.-reii und der Umstand, baß er sich persönlich mit den charaltenstt|chen Zugen beS »ndsichen Lebens bekannt gemacht hat, ist hier iür mich und, soviel ich weiß, auch für den Emir selbst eine Quelle groucr Genugtuung geivcian, da sie geeignet sind, em richtiges Verftandnis -u jordern, was in 5inbicn Diel wichtiger ist aiS der Abschluß jvrmeller Vertrage. Wenn auch die Starke und Einheit der ylegicrungdgewait un- geschwächt bleiben soll, so vertraue ich doch baranf, ixiu kräftige Anstrengungen gemacht werden, um Mittel unb Wege zu finden, bie Grundlagen für den Frieden unb die Ordnung und iür eine gute Regierung unter den großen BolkSgenossenichafun, die meiner Fürsorge anvertraut sind, zu euoertern. .Das Budget des neuen Finanzjahres ist mit dem Ziele aujge|teilt wurden, C c s p a r n i s i e zu bewirken, die mit einer wirtiamen Aujrechb- erljaltuno dis ösienLi^en Dienstes vcrem'oar find. Er n sie Fragen, bie die Funtewnen unseres parlamentarischen -LyinuriS berühren, suid aus den unglücklichen M e i n u n g s v e r schieden heilen dcrbeibenLäuser cntuanbciL Meine Mm Hier erwägen letzt diese wichtige Frage und suchen nach cuicr Xbiung bvr schwierig len. Die Thronrede kund.gt uaun u. il. (Seieuvor- Ich läge an, wodurch die Funktionen Der rniliturischcn »trcitirüite, kr regulären sowohl wie dcr £)üIiSTru|te, klarer beitimiut und u>rc Organisation vcrbesicrt werden soll. Dem Lxruse werden auch Urlagcn unterbreitet, bie eine Reform der UniDerf itatd» bilbung in Irland dezweeken. Andere Äonagen bettelicn die Errichtung eines ftrimmal- unb Appellationsgenchtshoics, Regelung der Arbeitszeit in den Bergwerken, Teilnahme der Frauen an lokalen Körperschaften, Bcrbcfierung bet Lohnungsverhältnisse. Die Krage der Ubschaffuug deS Oberhauses. Unterhaus. eine anbere Angelegenheit ist, ist dadurch m allem Umfange ausgewogen, daß in der letzten Tagung zwei grobe Maßnahmen, die daS Volk verlangte, durch die erste Hammer ju Nichte gemacht wurden. Tie wesentliche und eigentliche Rat.ii ist, daß sie eine Repräsentativveriasjung ist. Die repräsentative flammet und buö Repräsetitalwioitem sind die Crund.agcil dcr bruischen flvnstitution. Ich bin nicht sicher ob ich nicht lieber eine Verfassung haben möchte, in dcr die Volkövcrttctang in hohem Grade unmittelbar unter der Kon- trolle dcS dcrrfchers selbst steht^ alS eine Berjassung, in der sie in gleichem Grade unter der flpnttolle einer anbei en fta tmet steht. Ich bin nicht sicher, ob die Frage, wenn der flumvs darüber heiliger gctuirben sein w,rd, niujt leichter zu lösen sein wird, als es jetzt d.n Anschein hat. Aber auf jeben Fall muß die Frage gtregelt iwrben. (La..ter Beifall.) Die geginwürtigt Lage i ft schimpflich, gefährlich und c n 11111 c n b. ihJir müllen cut» iLldrt Neuordnung der Be-iehungen lxr beiden vauser erreichen, die uns in den <^tanb setzt, bie Wünsche des Volke- in angemessener Harmonie zur Ausführung - u bringen. Oberhaus. Im Laufe der Verhandlungen iuhrt Lord LanSdowne auS, wenn die Regierung ihren Angriff gegen das Haus der Lords aus b.e Haltung beneiden währenb der letzten Tagung zu begründen beauiiigtigt, jo sind nur votlkoinmen bereits der ul e g i e r u n g wegen bitica Angrisies innerhalb unb außerhalb dcS tzauies etitgegenjutrcten. In parlamcnbarifchen Kreisen wird angenommen, daß die Regierung tzcabfichtige, b^s Vetorecht des Oberhauses e i n i u i dj r d n r e n und nicht seine Vc^asfung zu andern. Tic Regierung sei sich nod) nidi:. schlüssig darüber, welche FvrniLn' ihre Anträge nehmen würden. fdauen, ein bnlbvolles Jntercsie unb aUcriodjiibeio UnuiiuiQuiifl ihrer Brirsiainkeit auf dein Gebiete der Krankenpflege geneigiest aiigedeihen tauen -n wollen.' Ter Kaiser envibcrte folgendermaßen: .Ich nehme au* Ihren Händen die Insignien deS Kroß- krenzes unö die Würde als (il)xenbaüli des |ouöeiä»eii MaUefer- CibcnS mit defonderer Freude eninegen unb bin L. Ununeiij dem Fürsien-lÄroßmeister des hohen Ordeiis für diefe neuiiblictie Auf- meifiainteit sehr dankbar. Aull, Ihnen, meine Herren, als den Vertreiern der in meinen t'anbi 1 bestehenden beiden lUolieier- Wenosienfcha'ten danke ich herzlich für die mit bei dieiet Q>cieacn- Ijcu daraedrachie Hiildigung. Als Protekior der Bailey Branden- burg des ritterlichen Ordens von Li. JohanmS vom Lprtai zu Jeuifolem nut dein evangelischen Zweige des Ordens auis englte verbunden, euülli es mich nut Beiriedlgnng, durch bie nur übertragene Arrirde nun auch zur katholrichen Ordensritter- fchait in nähere Bezieh r, n gen zu treten. Wenn auch un 'hanbei der Zelten die Taugkeit und der Wirknngslreis deS altf()rivuitngen Ordens eine Einschränkung erfahren hat — du alten Rittertugenden behalten immer ihre Bedeutung unb gerade in diesen Lagen ist jeder euuelne ritterlich gesinnte Mann uon unschätzbarem Werte ’ür bie Allgemeinheit. Ihr Gelübde bürgt nur öuiür, daß Lie alle auch in dem JU in p 11 gegen den m ensche n > e 1 nd I i ch en 05 eilt des Unglaubens unb des Umsturzes sich als wahre Ctbenstuter ei weifen werden. Ein vorbildlicher chriitlicher 'Lvandel, barmherzige Rachucnliebe zu freu kranken und notleidenden Brüdern, Ipoiicsiurchi, Römgeiieue und Baterlandsirende, das i|t der Boden, auf bem beide Zweige des Ordens m Einmütigkeit nebeneinander fegensretch wulen tonnen, das sind die Wagen, denen Wau dec yevx feinen Lieg verleihen wird. Fit ^üuowirie in KLeUiu. (Uubcccujagier . vCLboten.) S. u. L>. Berlin, 12. Febr. Die Reichshauptstadt sicht im Zeicl-en der großen „Landwirtschaftlichen Lvoche". Auch bet Berliner hat die Wahrheit .1'» obiuu es criüunt: „H i D(i Bauer i^clb, io hat s bie ganze ichelt, unb so ist er jetzt während bet „lanbw. Söodx’" bas Diel» begehrte Lbicti zal)lrciu>r l-rwerbslreise. Ganz avgejehen davon, daß bie Berliner Hotels seit 8 Tagen überfüllt sind, haben auch die (peschästsleuie aller Kategorien Umsätze burch den überaus starken Zuzug ber Landwirte. Unb nach des Tages Arbeit füllen Die Landwirte nut Frauen und Töchtern die Theater und Lokale. Aber auch abgefehen von den materiellen Vorteilen, die der Landmann dem Stadler bietet, hat das persönliche Auftreten £>ur Ladwttte in Juerun bie Ant.puthien von einst in Shm- pathien umwarDeln müssen. Allen An^sinbana^i zum ^rotz ist ber Mann der Scholle der gleich ruhige, klare unb kühle Kopf gebliuen, ber nut zäher Beharrlichteit das einmal sich gesteckte Ziel verfolgte unb damit überrasa-enb schnell einen vollen m.b b bie Betreibung «m Sa,.b-lzhnr Thieriat im Namen der -tobt d« hent.g-grobe Politik von vornherein au^gefchlcfien und waren Freundschaft und Ehrenhaftigkeit bie Grundpfeiler des neuen Bundes, so trat doch schon frühzeitig bie patriotische, oft bewährte Gesinnung dcS CorpS hervor, das mit ber französischen Besatzung in Aon» jlitt geriet. Duelle waren bie Folgen, in benen der Lausitzer d. Gersdorsf von einem fran-vfifchcn Offizier erschossen wurde. Wie auch sonst bie deutschen Studenten damals in den Freihr.üs- Irieg -ogen, so auch bie Lausitzer: eines ihrer Mitglieder wurde in der Schlacht bei Leipzig verwundet. In jener Zeit erschein! audj ber Senior eines anderen Leipziger Corps, Theodor lkörner, den Lausitzern eng befreundet, und die CorpS standen unbcftrittcn an der Spitze der Srudentens haft, die bei ihnen Rechtsprechung nahm, ein Verhältnis, das erst 1818 mit der Begründung einer Burschenschaft in Leipzig fein Ende nahm. Aber so, wie die letztere, sind auch bie CorpS, und besonders bie Lausitzer von ben Behörden verfolgt wott!en, schwere Strafen wurden über sie wegen Teilnahme an ber Verbindung verhängt, freilich ganz erfolglos, da das Corps heimlich jortbestand, bis erst im Jahre 1851 bie offizielle Genehmigung erfolgte. 3n allen studentischen Angelegenheiten stand das CorpS in Leipzig stets mit an der Spitze, und als 1855 der heute alle deutschen Corps umia, ende wiener Senioren-Loiioeni-Berband gestiftet wurde, nahm sein Vertreter daran Antell, nachdem schon seit 1828 die Lu.atia in dieser Beziehung eifrig bestreut gewesen war. Riüfl spurlos gingen die großen baliiij^n Creignme des 19. Jahrhunderts an dcji Corps vorder. 'Zählend des volutionsjahres 1830 hat^, auf Wunsch der Lurgerschast die Lusatia euu Studentenlompame zum Schutze der Stadt adttUt, ben nächsten Jahren in unmittelbarer Nachbarschaft der von ,hm so arg befehdeten Börse tagte. Der Massenandrang seiner Mit- gliedcr vertrieb ihn auch von hier und gestern hat cd fid) gezeigt, hast sogar der Riesenbau des Zirkus Busch mit seinen 10 000 Plätzen zu klein für diese Generalversammlung geworden ist. Nur die Generalversammlungen der Katholiken Deutsck-lands können heute noch mit der Vundesveranstaltung an Teilnehmerzahl wetteifern, benn selbst die sozialdemokratischen Parteitage, die allerdings nur als Delcgiertenversammlungen anzusehen sind, zählen ihre Teilnehmer bet solchen Gelegenheiten nur nach Hunberlen. vielleicht ist cS gerade die planmästige Durchführung der ^dce einer Gesamtbeteiligung aller Jntcreisenten an dcrartmen Veranstaltungen gewesen, dast alle sich mitverantwortlich fühlten und nun auch alle mittun. Bei den Landwirten ist diesmal noch die Freude über den Ausfall der letzten Reicl-stagSwahlen hinzu- gekommen. Ein Abglanz davon liegt jedenfalls aus allen den gebräunten Gesichtern, die man in diesen Tagen in der Reichs- hauvtstadt zu scheu bekommt. . Uebrigens hat nicht nur der Bund der Landwirte von dem tn diesem Jahre so überaus starken Besuche der agrarischen Krem in der Reichshauplstabt profitiert, denn gleichzeitig hält auch bic „Deutsche L a n d >v i r t s ch a f t s g e s e l l s ch a f l" hier ihre Winteriagung ab, d-e bekanntlich der iür lich verstorbene würt.emb. Geh. Hvfral Dr. Mar v. Eyth 1663 ins Leben ne|. Der leitende Gedanke: es sollten die Ergebnisse der Wissenschaft und der ncuzeclliche Verkehr der Landwirtschaft dienstbar gemocht urrd die gesamte dculsä>e Lairdwirtsämft zur Lösung der grostcn Frage eines zeitgemästen Wirtstl-astsbetriebes ausgcrufeit werden. Diesen grostcn Aufgaben gegenüber sollte sich die Gescll- schaft ganz aus eigene Kraft stellen ohne unselbstält-ütges Aitlehneii oii Staatshilie. Es mustte ixiijct zur iinanzterlen tsicher- stellung der Gesellschast ein für solä/e Zwecke bisher ungewöhultch hoher Jahresbeitrag von 20 Mark erhoben weiden. Der lurcht- bare Grundgedanke der neuen Bereinigung und die idealen -t.rieb- kräste in dc-r deutschen Landwirlichcgt erwiesen sich in Verbindung mit dem Grundsatz der Ausschlietzung aller politischen Fragen so kräitig werbend, dast sich die Mehrzahl der führenden und leistungS>ahigen Landivirte in schteilcin Zuwachs dem neuen Saniinelpuntte anschloß und damit bewicS, dast die deutsche Land- wirtschalt das ihr mit der Gründung bewiesene vertrauen au, ihre Reife rcchtiertigte. von 250 Mitgliedern im Jahre 18b4 ist die „Deutiche Landwirtschait^gesellfchajt" heute auf 16 LU< gestiegen und eine gläirzendl.« .vinanzwirtscl)ajt t>lt es dahin gebracht, dast die Gefellfu.^- t bereits eiwe Rücklage von rund- 2Va Millionen Mark anzusammeln vermochte. Ter Lattdarbcitcrmnngel vor dem Preußische» Abgcoroilctenhans. Berlin, 12. Febr. DaS Haus setzt die zweite Etatsberatung bei den einmaligen, außerordentlichen Ausgaben des Et-.ls der ic.no, oirl>cyailtichen Verwaltung fort und zwar beim Titel „Forderung der inneren Kolonisation in Ostpreußen und Pommern". Damit wird die Befprechuwg eines von den Rationalliberalen gestellten Antrages verbunden, durch den die Regierung auigciordet iuuo, der durch den Land- a r b e i t e r m a n g e l entstandenen Not abzuhelfen. Abg. G l a tz e l (nl.) hofft, dast durch den Absu-lust der neuen Handelsverträge die größten Sorgen für die Landwirtschaft beseitigt seien. Die Freude darüber aber werde durch die drohende Arbeilernot stark vermindert. Dast ein Notstand hier schon vorhanden sei, bedarf keines Beweises. Wenn darüber geklagt werde, dast die Industrie der Landwirtschaft Arbeiter entziehe, so darf man auf der anderen Seite nicht vergessen, welche Vorteile die Landwirtschaft von der Industrie habe. Man habe nun die Bestrafung des Kontraklbruches vc.geschlagen. Mit kriminellen Strasen solle man aber nicht zu rasch bei der Hand sein. Nichtiger sei es, dem Arbeitermangcl auf dem Wege der inneren Kolonisation abzuhelsen. Durch Ansiedelung der Arbeiter werde ein kräftiges Bollwerk gegen die Sozialdemokratie geschaffen. Miniiter v. Arnim bezeichnet die Ansiedelung der Arbeiter als eine groste sozialpolitische Tat. Die Kluft zwischen Industrie- und Landarbeiter werde dadurch überbrückt. Die Gcncral- kvmmission habe mit den Ansiedelungen gute Erfolge gehabt. Der Ansiedler müsse so gestellt werden, dast er in der Lage ist, die Bewirtschaftung seiner Ansiedelung mit seiner Familie selbst zu bewirken, von heute auf morgen könne nichts anders werden. Die Einwanderung fremdsprachlicher Arbeiter werde nidyl ganz beseitigt werden können. Es kann sich allerdings bei dieser Frage ebenso wie bei der Entschuldungsfrage um die Aufgabe eines Jahrhunderts handeln. Abg. Graf v. G r ö b e n (Ions.) erklärt, daß der Arbeitermangel eine Kalamität ohne gleichen bilde, Millionen von Nationalvermögen gehen dadurch verloren. Allerdings gäbe es kein Mittel, der Lculcnot von heute auf morgen zu steuern. Die Regierung zeige sich zur Hülfe bereit. Dem Staat bleibe hier aber jedenfalls noch viel zu tun übrig. Er wolle den nationallibcralcn Antrag gern aitiicl)nieil, da er auf die Landeskolonisation von günstiger Wirkung sein kann. Redner bittet die Zentralbehörde um ein etwas schnelleres Tempo bei ihren Arbeiten in der inneren Kolonisation, und geht sodann aus die über die Verwendung der Fonds für die innere Kolonisation in Ostpreusten und Ponimern herausgegebenc Denkschrift in verschiedenen Einzelheiten ein. Landwirtschastsminister v. Arni m lehnt den Vorwurf deS Vorredners ab, dast die Regierung nicht genügend Eifer gezeigt hätte; die Kolonisation habe int Jahre 1006 bedeutend zugenommen. Abg. W o h n a (freifonf.) bemerkt, daß eine der Hauptaufgaben die Kolonisation im Westen zu erfüllen habe. Dort seien gewaltige Oedländereien, die der Kultur erschlossen werden müssen. Tas kann aber nicht von der Regierung allein aus geschehen, sondern das ganze preußische Volk müsse sich daran beteiligen. Abg. Goldschmidt lsreis. Vpt.) führt aus, daß die Leute- not auf dem Lande nicht aushören werde, wenn nicht das ganze Volk, vor allem die Großgrundbesitzer, kolonisiert, ehe nicht höhere Löhne gezahlt, die Bildung besser werde. Die Leute auf dem Lande müstten, sich mit ihren Familien in ihren Wohnungen wohl fühlen. Mehrfamilienhäuser passen für daS Land nicht. Der Landarbeiter must zum kleinen Besitzer gemacht werden. Die Herren wollen aber billige Arbeiter, daher der Vorschlag der wcstpreustischen Landwirtschaftskammcr, Kulis einzusühren. ES würden daun all die Seuchen ins Land kommen, mit denen der Chinese behaftet sei. Das nationale Schwein werde gestützt, — aber auch der nationale Arbeiter? Redner will dem nationallib. Antrag zustimmen, Abg. v. Bocke l.bc r g ltonf.» entgegnet dem Vorredner, daß er vergesse, welcl>e Werte die Arbeiter auf dem Lande in Naturalien beziehe und ziehe nur das bare Geld in Vergleich mit dem Lohne der Fabiilarbeiler. Darüber bestehe kein Zweifel, dast die Wohnungsverhältnisse auf dem Lande viel besser seien als in der Stadt. Tie meisten Bcstimmungeii der alten Gesindcordnung seien allerdings überlebt, daS Koalition 3 r e et) t könne man allcrdings den Landarbeitern nicht gewähren. Abg Ghstling (frcif. Vpt.) führt aus, daß die Ausbildung der Arbeiter auf dem Lande nid)t gleich gut sei wie in der Stadl. Die Volksschule in der Stadt sei jedensatlS besser wie auf dem Lande. Tie Koalitionsfreiheit für die Landarbeiter sei eine Forderung, von der man nid>t abgehen könne. Die Denkschrift über den Kolon st ationsfonds enthalte recht fpärliche Angaben. Die Aus- chhrungen deS Landwirlschaftsministers waren insofern sehr er- fruilid), als er gesagt hat, die Ansiedler dürften in kein Abhangig- kcitsvcrhaltNlS gebracht werden. Minister v. Arnim teilt noch mit, dast die Denkschrift über die AnsicdelungsfondS in späteren Jahren ausführlicher gestaltet werde. Abg. Dr. Heisig (Ztr.) hebt dem Abg. Goldschmidt gegenüber hervor, datz die Löhne auch der ausländiscl-en Arbeiter in der letzten Zeil unausgesetzt gestiegen seien. Mit dem Inhalt dcS nationallibtrülcn Antrages sei seine Fraktion im allgemeinen einverstanden. Abg. Kreth (!onf.) hält die vom Abg. Goldschmidt gehaltene Rede für etwas verspätet. Das Koalitionsrecht der Landarbeiter mache sich in der Theorie sehr gut; cs konnte gefährlich werden, wenn sie während der Saat oder Ernte in einen Streik einträten Unb sic würden auch wohl nid)t den Winter zum Streik wählen. In Berlin sei festgcstellt worden, dast 12 Personen in einer Küche gewohnt haben. Solche Zustände existieren auf dem Lande nid>t. Der Titel wird nach einer persönlichen Bemerkung des Abg. Goldschmidt mit dem nationalliberalen Anträge angenommen. Tas Extroordinarium des landwirtschaftlichen Etats ist hiermit er [ tbigt.________________________________________________________ politische Lagesschau. ©eßen die übe. aus hohen Reichsbant-Zinssatze hat die Bereinigung der Steuer- und Wirts chaftS- refornier einstimmig einen geharnischten Beschluß angenommen. Der Landesdireklor der Provinz Brandenburg, Frhr. o. M anteil ffel-Krossen, der aus fernem Herzen keine Mördergrube macht, bciuerlte in der Eröfsniingsrebe, unter Hinivels auf die wesentlich niedrigeren Diskontsätze in Frankreich, Oesterreich, Italien, Holland und in der Schweiz: „Ta muß man doch sagen, daß wir dem Großkapital ganz ungeheure Summen ohne jeden Vorteil in den Rachen werfen!' Tas kräftige Bild von der Wolfs- gier deS Großkapitals fand den lebhaften Beifall der Bei- lüinmlung. Em ostprenstifcher Gutsbesitzer ging m der Debatte noch weiter, er bezeichnete die Praxis der Reichsbank, so enorme, für die Landwirijchaft unerschwingliche Zinsiätze zu ,ordern, als „wucherisch'. Rechtsanwalt Efchenbach (Berlin) gelangte zu bem Schluß, daß bie Reichsbank ein Institut lediglich für Großspekulation unb großindustrielle Banken sei. In alledem liegt gewiß Uebertreibung, und der reichsparteiliche Abg. Dr. Arendt halte iltechl, wenn er bezweifelte, bau die Stellung des Rclchübankp'asibenten Dr. Koch eischütiert sei. Aber bas wirb ivohl allgemein in unseren EriverbSzwelgen zugegeben werben: Solünnen die Dinge nicht bleiben. Solche Reichsbank-Zmsiätze sind in ihrer Wirkung auf bas Wirtichaftsleben gradczu em Verderb. Die Großindustrie, solange sie viele und gnlbezahlte Aufträge hat, die Speliilation können sich mit den hohen Zinssätzen allenfalls abfinden; das Kleiugeiverbe, das nicht in der Lage ist, dem Besteller Preise zu diktieren, muß, statt z>i ver- öiencn, vielfach bei Erteilung von Aufträgen zu setz en, wenn Bankgeld in Anipciieh genommen wird. Tas eine een 11 c Kalamität vorhanden ist, bestreitet auch nicmanb. 9liu wird zur Beschwichtigung gettend gemacht: Tas ist nun einmal nicht anders. Es gibt lein anderes wirkiames Mittel, die Ansprüche an bie Reichsbank zu beschränken, als die Erhöhung des Bankdiskonts. Ticste Aiiffassung hat nue den Vorzug der Einfachheit. Es lassen sich doch wohl noch 'Dlutel unb Wege ftnben mindestens zur Llndcruiig eines Uebelstanbcs l Tas, ivas der alte Herr von Kardorff der Haiiptversammluug der Steuer- und Wirtichaftsreformer vorgeschlagen hat, scheint durchaus der Erwägung wert: unverzügliche Einsetzung einer U u ter s uch un g s -K o m m iss ton durch den Reichskanzler. Werden tn diese Kommlssion die tüchtigsten Wirlfchaftükeiiner, nicht etwa nur Finanzmänner, berufen, so wird man schon weiter kommen, als wenn man mit Gemütsruhe sich beicheidet, daß nichts zu ändern sei. * Neue RlistungSkredite Italiens. Man schreibt uns auS R o m: Zu den mißtönenden Präludien, welche der zweiten FriebeuSkonferenz im Haag vorankluigen, gehören auch die neuen RüllungSkredite Italiens, die nicht weniger als 200 Millionen Lire hoch sind. Ein gewaltiger Betrag für em Land wie Italien, dessen Steuerkraft ohnehin schon auf das Aeußerste angespannt ist, trotzdem die Bevölkerung zum größten Teile eine sehr geringe wirtschaftliche Leistungsfähig, (eit aufweilt. Außerdem fordert aber auch der Marine- niinister noch 150 Millionen Lire für den Bau vier neuer gewaltiger Schlachtschiffe. Wenn es eine Grostmacht in Europa gibt, welche einen Stillstand in ihren Rüstungen eintreten lassen kann, ohne ihren Besitzstand zu gefährden, so Ut dies Italien, denn mit Oesterreich - Ungarn ist cs aliiert und mit Frankreich auf das engste befreundet. 9(ber auch ohne diese besonderen Garantien brauchte das apenninische Königreich iiicht Besorgnis zn hegen, mit feinen beiden einzigen Rachbarn in einen Krieg verwickelt zn werden. In Wien beult man nicht daran, bie Lombardei und Venezien zurückznerobern, unb ebenso wenig hat man in Paris Appetit auf italienisches Territorium. Andere Staaten aber kommen als Gegner Italiens überhaupt nicht m Betracht. Wenn also trotzdem die italienische Regierung auf das Eifrigste weiterrü|lct, so muß sie- offensive Absichten haben. Unb so ist eö and). Was auch immer die offiziellen Federn Italiens versichern mögen, eS bleibt doch eine Tatsache, daß man m Rom ebenso auf das Tentino und Triest wie auf Albanien spekuliert. Zu diesem Zwecke unb zu keinem anderen wirb gerüstet, mag auch das arme italienische Volk noch so sehr unter den immer wachsenben Militär- unö Marinelaslen seufzen. Tie starken Befestigungswerke, ivelchc Italien an seiner östlichen Grenze anfführen läßt, zeigen ebenfalls ben Weg, den die italienische Politik eiuzn- ichlagcn gebeult, sobald der günstige Augenblick gekommen ist! Bebel kommt ans dem .Sicheittrü'len" nicht heraus. Er stellt jetzt den Leitern deS Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie fürchterliche Abrechnung im Reichstag in Aussicht, weil von dieser Seite bie Legende in die Welt gesetzt worben sei, Bebel habe mit feinem Frennbe Singer m einem Weinlokal des Berliner Westens unlängst em „Ehampagnergelage' veranstaltet. Tas wirb ;a eine ergötzliche Auseinandersetzung werden, denn der 311111 erstenmal tn den Reichstag gewählte Vorsitzende des erwähnten Verbandes, Generalleutnant z. D. v. L ledert, ist nicht bet Mann, bem weißbärtigen Heist- iporn von der äuücrften Linken die Antwort schuldig zu bleiben. Uebrigens sollte Bebel nicht vergessen, dast der !chäumende Wem in seiner Partei keineswegs über alle Masten verpönt ist. Bei der Beratiing des Lchaumwelusieuergejetzes proieitierte ein wurttembergischer Parteigenosse Bebels sehr lebhaft gegen diese Steuer, weil auch die Arbeiterklasse im Lüdiveslen Deutschlands Schaumwein lonjumiere. Unb bann gibt es woljl kaum einen Sozialdemokraten, der nicht den „SUtmciflem' Bebel unb Singer mal eine Erholung beim guten Tropfen gönnen würbe. Dr. David aus Mainz de. merkte gelegentlich im Reichstage, man solle doch nicht immer auf den villenbesitz Bebels in der Schweiz anspielen. Tie gesamte Partei freue sich, daß dieser hervorragendste Führer un Frieden des eigenen HeunS neue Kraft sammeln könne für seine aufreibende Arbeit un Dienste der Besitzlosen. Unb der diesmal auf der Strecke gebliebene Herr Fischer-Sachsen meinte gar im Wahlkampf, um anständig leben zn können, sei für einen Mann wie Bebel ein Jahresoerdienst von 20000 9)1 a rf nicht zu hoch. Bebel sieht also, dast seine Parteigenossen keine »Unmenschen^ sind, unb daß fein Ansehen im eigenen Lager keine Einbuße erleiden würde, wenn er in der Tat seine Lebensgeister mal mit Sekt anffrischte, besonders jetzt nach den schweren Enttäuschungen, die bie Wahl ihm brachte. Die Sache ist viel zu harmlos, um auf eine Verleumdung hinauSzulaufen und Bebet zu galliger Gegenrede zu veranlassen. Unter ,ehr-, schäm- unb gewissenlosem Treiben", von dem Bebel im .Vorwärts" spricht, versteht man wohl doch etwas anderes. Deutsches tteich. Berlin, 12. Febr. Es verlautet noch nichts Sicheres davon, baß ber Kaiser auch in diesem Frühjahre eine Mittel- meersahrt zu unternehmen vorhabe. Dagegen scheint es fest- zuftehen, daß der Kaiser am 16. April zur Teilnahme an der silbernen Hochzeit deS Fürsten unb ber Fürstin zu Schaumburg-Lippe in Bückeburg anwesend sein wirb. Von Bückeburg will der Kaiser auf einige Zeit nach Homburg fahren. — Die Eröffnung des Reichstages finbet am 19. b. Mts. im Weißen Saale des Kgl. Schlosses statt. — Tie nationalliberale Fraktion beS preußischen Abgeordnetenhauses hat zur Beratung des Etats der Eisen- bahuverwaltiing den Antrag emgebracht, bie Regierung zu ersuchen, mit Rücksicht auf bie Verteuerung b e 8 Personenverkehrs durch die Einführung der Reichsfahrkartensteuer unb bie baburch hervorgemfene Verschiebung in ber Benutzung der einzelnen Wagenktassen auf einen angemessenen Ausgleich durch Ermäßigung der Eisenbahn perso neu tarife Bedacht zu nehmen. 9)1 ü hl Hails en i. Th., 12. Febr. Freiherr v. Zebtlitz teilt mit, er verzichte im Interesse ber nationalen Einigung auf bie Wiederauf Heilung ferner Kandidatur ni 9)lühlhausen, wo infolge Toppeiwahl des freisinnigen Abg. Eickhoff cme Nachwahl statisinden muß. Dresden, 13. Febr. Das Minlsteciilm deS Innern hat bei den Kreishaupimannschasten angeregt, angesichts der großen Ueberschüsse der Cchtachthüfe die Gebühren für die Benntzling dec Schlachthof-Einrichtungen zwecks Lindcriing der Fleischlcuerung herabzusetzen. München, 12. Febr. Mehrere Abendblätter melden, daß in den letzten Tagen hier Vorbesprechungen slattgesnnden haben bchiifs Gründung einer konservativen Partei bezw. eines rechten Ftügels der ZentrumSpartei aus den Reihen des Zentrums heraiis. Neues aus Rufflaud. Zu dem geplanten Bomben-Attcntat auf dcn Grafen Wi.tc (bergt. unsere gestrigen Telegramme) wirb iwch gcmclbct: Vor einigen Tagen erjchicn Nachts bei bem wacht- haoenben Hausknecht ein unbekannter Mann und erkundigte sich danach, in welchem Flügel beS Gebäudes ber Gras schla,c. Der Hauslaccht gab keine bestimmte Antwort barauf unb ber Unbe. kannte eni.urnle sich mit den ©orten, er warne ben Gra,en, biefei möge sich einen anderen Flügel des Gebäudes zum Schlafen luagien. Der Hausknecht sprach darüber mit niemandem und legte dcr Warnung ocs Fremden keine Bedeutung bei. Die chemifcye Unteriudjung der Höllenmaschine ergab, baß bei ihrer Herstellung Nilro-Giycerin verwendet war. Jedeuialis ist Q/m Witte nur mit knapper Not einen Bomben- AttentcU entgangen. Tie Gräfin be(anb sich im Theater, wahrend der Graf zu Hause rJ.ir unb gerade seinen Arzt empfangen hatte. Mählich embeate ein anwescnocr Freund eine Bouibe un Kamin. Dic Bombe war mit einem Zedzunder versehen und der Apparat in voller Tätigkeit. Die Bombe hatte wahrenv Oer Nacht c^plod.eren falten. Sie wurde sdstemiigst entfernt unb der Polizei übergeben. Die Aussindung der Hüllenmasdstne erfolgte im Ofen eines ber Zimmer, bic früher eine Tochter Wittes bewohnte, bie jehl aber von niemanb bewohnt werben. Die hölzerne Kiste, in ber fich die Maschine bcjano, war mit Weister Leinwand überzogen. Der Aunahme, dast bie Kiste durch ben Schornstein in beu Ofen hinab- gelassen roorben sei, wibcrsprichl bie Tatsad)e, daß bie weiße Lcinwanb, mit ber bie Kiste überzogen ist, nicht deschmuhl war. Sdwrnstcinseger fanben in einem anderen Schornstein eine Schnur. Cs wurde zur Polizei gesd-ickt, bie in bem Ofen beS Zimmers einer Dienerin noch eine zweite Höllenmaschine bcrselbcn Konstrullion fanb. Währcnb bas Uhrwerk ber zuerst ausgefun- Denen Bombe auf ÖV2 Uhr gestellt war, war bas der ^lueiten auf 8 Uhr pcflcllt Audj bic Leinwanb, mit ber diese Höllenmaschine, tote die erste, bezogen war, hatte keine Flecken. In ber Kohlengrube Petromarieff kProvinz 3eia- terinaslaw) ist ein 23 r a n b audgebrodjen, bei dem zahlreiche Personell umgefontmen sind. Vierzig Leichen find bis jetzt geborgen. In verschiedenen Städten, bic eigene Vertreter in bie Duma entsenden dürfen, sanden Wahlmänncrwahlen statt. Jede Stadt wählt 60 Wahlmänner. In Astrachan befinden sich baruiitec Io S adettcn unb 21 Sozialbemokraten, in Jetaterinaslcuv 21 eosialbemoiratcn, 14 Äaoeuen, 12 Mitglieber der Arbeitsgruppe unb 28 Ltntsstehenbe ohne bestimmte Parteizugehörigkeit, in Tula 40 Lktobristen uno Monarchisten sowie 40 Kabelten unb MiigticDer ber Partei ber srieblichcn Erneuerung, in JaroStaw 75 Kabelten. AuslanS. Haag, 12. Febr. Bei ber Eröffnung ber heutigen Sitzung der zweiten Kammer erklärte der Ministerpräsident de Meesler, daß infolge der Ablehnung des KnegS- budgels durch die erste Kammer ber Minister sich veranlaßt gesehen habe, der Königin das Entlassungsgesuch des RlinisteritlmS zu unterbreiten. Washington, 12. Febr. Tas KrlegSbepartement veröffentlicht einen Bericht deS Hauptmanns Whittey, weicher als Armee-Inspektor ziim Stndiiun ber Organisation dec nationalen Garde nach Pennsytvaiilen gesandt worden war. 91ach diesem Bericht bestätigt cS sich, baß bie syndizierten Arbeiter, speziell bie Grubenarbeiter unabhängige und bewaffnete Kompanien gcbilbct haben, um bei A usstä 1, den oder soilstigen Unruhen den Truppen bewaffn e 1 e it Wider st and zn leisten. Whittey versichert, daß mindestens 37 solcher Aibeiterverbände bestehen und ist überzeugt, daß diese un 9lotfalle den Kanipf mit den Miliz- truppen ausnehmen, sodaß für den Fall eines Streiks m dec w* * (lUi)ci . I W» 9«“ b»l h° 2h Sie 1#''® L la«» d* 6tS.. u St. «»Ie 1 m 8ei«i»tS W» n„ btt iBetlami«1111 M-, -d-t dl-de° t«i ei« tagte »«Ute«» dlMttullut ii« der paup flügelzüchter fp embldjüg bei Ai vlltjchaftt'che Bedei niirbt mehrfach dc ikruniijung Teutfä QnimÜe enkgegengl um bie große, liän. ShUionc» Äiark be chn auch nur em Ferner tagte t Strein. Hier ref küI6 und 'l'iolfe« hii Lage der öci Lide Ükeferenten l obreren Eegendei uiiieinommei Jam den letzten :.-.i Erfolg beg -loßiiädtcn Berti die 2age der 5)ld bie Filitcr- wie t feien. Ueber neu Verwertung beriet Für die Ha ichaitsgefeüjchaff bemedbar, da ei fitzenden des 2?or, lürzlich jnm pn wurde, 'Dian nun proonij Dr. Frelhi nehmen wird. *’ L.ehrer öchiilaiiilsafpirai dcr Genicindefchi Beller nuZ A>il kakh. Schule z„ n,,§ Fiieöberg er Ufiwcn, " Wichtigf nicht allgcn, ^Befähigungszel ;3n leiten der Sc vefreili.ig von wnneifcn iß. ""'erricht, was ? n*Dainist 3 3ei"ndhcilüchen gewährt '^lliig. freiwillig, wnncii. ö I Teilnahn "Der 0 p ft y n'"“ '8 gut Wie, tuaven Ol erster Gbe war her •2ji uJlUHtli. ben ÄTt^rmftanö *erhielt Freiherr LorrieliuS wirb Zentrum gegen die Erzb.schose, Prälaten und hervor ragendes Vattt in^d^ Blitzeb« FLerkommi^'ver^hcim konservativen Leute wegen ihrer Haltung bet den Stichwahlen- unb Gerftrubeit bei ^Oberstdorf ün bayerischen Allgäu enliacßt rorrocn ui. hat bvn (cyten Anstoß da,u gegeben. Für die überaus zahlreichen Beweise freundlicher sagen herzlichsten Dank. Teilnahme bei dem V erluste trauernden Hinterbliebenen: Im Namen der Scharmann Louis 1028 Giessen, den 13. Februar 1607. 1626 a v.Zrdlliz malenliini. llünbibatu! :ci)innißtn W Lardenbach, Butzbach, den 12. Februar 1907. Die Beerdigung findet nächsten Freitag um 2 Uhr statt n beS Innra angesichts br Gebühren st! ungen zivtL in. 'blättrr melde en flQllgtjuiiir tlven Patli itcumSpacli Uttiverjitats-riacyrictzten. Seinen 7U. toebuttfctoq feiert cnn 16. Februar der Geheime Rat Dr. med. Feld. Hehrer, ordentlicher Prolesjor der GebnrlShülse und Gynäkologie a. D. an der Uinversuät Heidelberg. Geboren 1837 -u Guntersblum in Rheinhessen, studierte Kehrer in Gießen, München und Wien als Schüler von v. Rügen, v. Hecker und v. Braun-Fernmald und promovierte 1859. Tann ließ er sich als praktischer Arzt in Gießen nieder. 1863 wurde er Pro- 'essor und physiologischer Assistent bei R. Eckhard an der Gießener Universität nnd habilitierte sich hier 1864 als Prioatdozent. Bier Jahre später ivurde ec Extraordinarius und 1872 ordentlicher Prozessor der Gebuilsyülse in Gießen. 1881 folgte er einer Berufung luuo ViiOdbcrg. dJlu 1. CUober 1901 trai er m den Ruhestand. Todes-Anzeige Es hat Gott dem Allmächtigen gefallen, heute Mittag um 2 Uhr unseren lieben Bruder, Schwager und Onkel Herrn Johannes Solcher Gastwirt nach ganz kurzem Krankenlager in ein besseres Jenseits abzurufen. Im Namen der Hinterbliebenen: Heb, Molchen XI. Karl Molchen, Gefangenaufseher itat idcgrcm fcrf ' 13 beitawti- ö erluiünn - ras schiaic , und bff Uni» rne btf Mc, \ jOl Msitm uub leM u £ic d^mnoc ijrtc löertldlunj t einen SBonibs- :6eaiec, iwbtaj niDianitn ijuij mibe im bet ÄM- Nacht cM-ii et '15014« w I ’t im DI®11 >hnte,d»D^ »kille, »c«,. d I n ben 6* I { daß dit v ? ■ M dest-mB ^ I njlcin eitttvi^ I jen De» I afdjine^1- H r baS del «gl der diese ö^l keine M5. (Provinj chen stnd1,14‘*1 relermdi-^l brM kM! Ian» »'chiS Kich^j ,tf ''ne Mittel Weint es Mmr an ött " iu Schaum, • ^on tzülh» 3butfl fallen. " finbtt aq °!!eS halt, )eS preußische, lat8 dec lti|iR, Negierung j, 'g des Per. Ne'chssahr. u ^erjdjiebunj auf einen an. der folaen: er ist Tr. jur. Hess. Sammerjunker und Leutnant der Reserve des vreuß. 1. Garde-Dragoner-RegimentS. Geboren am 27. Juli 1874, sicht der Freiherr v. veyl im 33. Lebensjahre. Seine Traut, die Prinzessin Mathilde Isenburg, wurde am 26. März 1880 in Büdingen qLS eine Tochter del am 2G. Januar 1906 verstorbenen Fürsten Bruno »u Isenburg und Büdingen auS dessen zweiter Ebe mit der Gräfin Bertha Castell, ei.u i Schwester de» Fürsten zu CasteH-Rfidenhaufen, geboren. In ‘ st nm einer Prinzessin von HodensolmS-l. .ch Alle Frauen sind schlau wenn sie Müller’» Pnlmitiu-Selfenpnlver verwenden, eie schonen ihre Wäsche, sparen Zeit. Mühe, Geld und haben den besten Ersatz für Rasenbleiche. Alleiniger Fabrikant: Joseph Müller, Seifenfabrik, Limburg a. L. ;4St "'«h niPieltn ? |tnbile fahr fn s>"d, 2 llbl,6? erteil mal nii, 6<(i JllQuid)unin, iu hQCuiljj 1,10 Sbebtl J ilham. ur- ^US'sp^ neugebotenen Kindes aufgesunden, dem der Schädel eingedrückt war. Die heute eisolgeude gerichtliche Untersuchung wird feslstellen, ob das ttmd nach der (Seburt gelebt hat. Bis jetzt kannte nur festgestellt werden, daß die Leiche zwischen Oppenheim und Worms an die genannte Stells gebracht worden ist. Von dec Täterin fehlt jede Spur. lFrkf. ßtq.) Worms, 12. gfebr. Die Verlobung des Freiherrn Lo melius von Hehl zu Herrnsheim mit der Prinzesim Mathilde zu Isenburg und Pudingen erregt hier grobes Interesse. Der Bräutigam ist der älteste Sohn des Geh. »Dm- mcrzienrates Frhrn. Wilhelm von Deyl, der 1886 vorn Grobherzog Ludwig IV. I 7 " einst seinem Vater in dem Be-itze der Fit bei Worms und Gerftruben bei Oberstdorf —----- - bei s&\ i::.d ■» X I U||D L 1 oerhe».a1et. die 1867 starb. _________________________ ♦ Ä i e 11< c co/tjLMv.H, en Berlin ereigueie sich ein eigenartiger Bei kedr-unsall ani Palmbo'e 8llexauderplatz. Irin unter bei Bahnüberiühriiug fahrender 'Jluiomobiloinnibul kam plötzlich uiS Schleudern. Sein Hiiiterteil flog mit solcher Macht gegen den Tckkandelaber der Clrabciibeleuchlung, daß der obere Teil der Laterne abbrach und auf das Trottoir stürzte. Em voi- überaehduder sünfzehiijähnaer Laufbiirlchc ivurde oon ben herab» gelaßenen Eiseutcileu am Äopfe getrosten, zu Boden geworfen und blieb besimmngsloS liegen. Ter Schastner deS AulouiobilomnibuS siel vor Sd)tcd in Krämpfe. — Iu London wurde aus der ttunliq a llerie von Ltiarleü Werlbcimer cm Gemälde von GaiuL- boroilgh unb em von Cir Joshua Reyiioids aus ben Rahniei» geschnitten unb gestohlen. Blenheimer erklärt, die beiden Bilder besäßen zusammen einen Wen von 60VOUU Tlarf. Außerdem würben andere Bilder durch den Versuch, sie auszuschneiben, beschädigt. Tie Einbrecher stahlen miet) mehrere cmmUieric goldene Elms. Zusammen soll der Schaden eine Tlüli o« Al art be- iragen. Bon den Tätern fehlt jede Spur. — In Woolwich sind durch die Explosion im Arsenal 200 Häuser beschädigt wordeii. In mehreren Eijenbahnzugen sind sänilllche Fenster durch bat Lultbruck euigebrileki worden. l)aitvci iine r-erLeyr, Velt»u>irt|diaft. Von der Berliner 'Börse. Ter Rew-dorler Spekulation ist wieder einmal seitens des Schatzamtes gegolfen worden und in'olgcbcsscn war auch unsere Born: wieder teuer, jedoch nach wie vor sehr ruhig, zumal die Provinz noch mit Verkäufen an den Marit (nm. Für Montamveilc i einiges Animo vorhanden, das sich in Rinkkaii'en lund gab, nud) durch den mehrprojen- iigen jtursrückgang dec Aktien dc. .uijch-Luxeinburglschen Berg- werls-GenUschait zunächst nicht beeinträchtigt wurde. Bon Banken ivarcn Taimilädter Bank-2lltien eher erholt; die übrigen Banken aber lagen lustlos. Desgleichen waren Russen gebessert, da vom Weuciticmaxft eine Heine Avichwachung gemeldet ivard. Im weiteren Verlaut war die Börse ziemlich behauptet und Haudelsanteile angeregt, iveil die Bochumer Aknen eine Steigerung ersahrdn Hal en. Tresdener Bant noticrieit 158,75, Schasthausenlcher Bankverein 158,50, Pnnee penn 146,40, Marichau-Bjlener 128, Eanada Pacisic 183, Baltimore 11b nach 116,5V gestern, Pennsylvania 180,10, Türkeulose 145,10, PrivatdlSkont 4%70. Märkte. le. Frankfurt a. Di., 13. Febr. Heil- und Stroh- markt. Ala>i notierte: Heu Dlk. 3.10 bis 3A0, Stroh Alk. 3.— bis Alk. O.UV. Nachfrage schwach, Geschäjt flau. Ic. F r nun u r t n. Pt., 13. Febr. .Ong.-Telegr. de« .Gieß. Anz.") B > e li m a r t t. Zum Verkaufe standen 00 Halber, 00 Schale u. Hammel, 1754 Schweine,0 Ziegen. Schweine : 1. Qual. 63—64 Ps. Lebendgennchl 50.00-00.00 Ps., 2. Qual. 62—00 Pf., Lebendgewicht 40.00-0V P!g., 3. Qual. 54—06 Pfg. Halber 1. Qual. 00-00 Ps., LcbendgciVichl GO—00 P«g., 2. Qual. 00—00 Pig., Lebendgewicht 00- 00 Pfg., Schlachigewicht 00-00 Pfg. Schake 1. Qualität 00—00 Plg., 2. Qiialiiäl 00-00 Pfg. Geschäft bei Schweinen:, ,.diiic!i, 11eb<• t <.inic> 11111~cc11c11. geschmackoölle Aofifime neben „Lumpen* und anderen von ' der unglaublichsten 91 rt. Ungrt)eure Mengen Konfetti, Luft. ; schlangen jc. flogen über die lUadfen, und eine ausgelassene Fröhlichkeit herrschte. Criminelle Masken waren allerdings : fast gar nicht zu sehen, selbst der Hauptmann von Köpenick hielt seine Anwesenheit in der guten Stadt Dießen für über» 1 flüssig. Wie immer beteiligte sich die Studentenschaft lebhaft und mit großem Fleiße an dem fröhlichen Treiben; mehrere Berbmdungen hatten insbesondere auch die Bestreitung deS Milsik. Programms übernommen, so daß die stonsetti'chlacht von harmonischen Klängen der mannigsaltlgsten Art begleitet war. Degen Abend wurden Markt und Straßen stiller. ToS muntere Volk zog sich in die Restaurants und TosöS zurück und tagte, bezw. nächtigte weiter. Auch einige Vereine sorgten mit löblichem (hierfür die Unterhaltung ihrer Mitglieder und zwei Maskenbälle (un Gießener Feslsaal und im Lrpheum) boten 93er» gnügungSlusiigen Gelegenheit zur Gihähimg ihrer Lust. Grsi am frühen Morgen trat die AschermittwochSsiimmimg in ihre Rechte. Ein leichter Schneefall sorgte dafür, daß auch die papierenen Spuren des Karnevals raich verschiounden waren — Im Ausschuß sür Volksvorlesungen setzt Privatdozent D r. E h r. R a n ch seine Vonrage zur Lmsi->hrung in die deutsche u n st g e s ct, l ch t e »ort. Ter ziveile Vortrag sindet heute (Mniwoch) abend S'„ Uhr in der TunihaUe des Realaymnasiiims statt. ** Der Wiännert urnver ein hielt gestern bei sehr zahl» reichem Besuch seine alljähLich ftattiinbenoc FastnachtKlneipc ab. Heitere Skrträgc wechselten mit hutnoristischcn Liedern in bunter Reihenfolge und erst spät trennte man sich in froher Stimmung. Ein jebtr 2eilnd)mer nahm daS Bewußtsein nut nach Hause, wieder cinnul ein p^ar schöne Stunden im Mann er turn- verein verlebt zu haben. ** Verschiedene Mühlenbvs.itzeio ander Detter haben sich an bic 2. Hess. Kammer mit dem Er.uchen gewandt, daß ihnen eine angemessene Entschädigung sür ben Schaden zuteil werde, der sstr sie durch die Anlage der ftaatiidjen Gruppen- waiservenorguiig für Bad Nauheim usw. entstehen wird. Abg. Z v u v hat den Inhalt der betr. Eingabe alS Antrag bei bet Wammer eingcbracht. ][ Lich, 12. Febr. Hier fand am SamSlag eine Sitzung des Bahnkomitees für die Erbauung der Bahn- il recke Lich-Ettingshausen-Grün berg statt, berauch em RegierungSvertreter beiwohnte. Tic Verhandlungen drehten sich hauptsächlich um ben Bahnbetrieb und bie Zahl der verkehrenden Züge. Tie Regierung hat in Vorschlag gebracht, daß täglich nur drei Züge nach jeder Richtung verkehren sollten und zwar morgens, mittags und abends. Tagegeu wünschten die Vertreter der interessierten Gemeinden täglich ie vier Zü g e — früh, vormittags, nachmittags, abends — mit durchgehendem Verkehr bis Butzbach, also gemeinsam mit der früher vollendeten Strecke Lich-Vutzbaeh. Tie Verhandlungen werden fortgesetzt. Tie Erbauung der Bahn beginnt im Frühjahr. — Schon jetzt regt sich bei den Geuiemden, Industriellen usw. der Unternehmergeist. Außer der bereits gesicherten Inbetriebsetzung des Braunkohlen- bergwerks .Hesienbrücker Hammer^ sollen die früher sehr ergiebigen Eisensteinlager bei Ettingshausen und Rieder- Bessingen wieder betriebsfähig gemacht und die großen Basaltbrüche bei Ober-Bessingcn, Ellingshausen und Queckborn intensiver bewirtschaftet werden, ebenso die alten Okergruben bei Münster. So viel ist schon jetzt gewiß, die neue Bahn wirb einer seither abgelegenen, mit Bodenschätzen gut bedachten Gegend Industrie unb Verkehr und der Bewohnerschaft lohnetiden Verdienst bringen. x Bad Nauheim, 11. Febr. Eine üoeraus lebhaite Debatte entstand in der letzten Stadtverordneten sitzung über dieJnstandsetzung derBa hnhofSallee vom Bahn- Hos biS zu ben Neubauten trsi -V-.Lsts. Sm Dtryingeiten Sabre ivurde durch die Bahnhol-Lallee die Fernheizleitung Dom Elektrizitätswerk cm Goldberg bis zu den staatlichen Neubauten — Verwaltungsgebäude und BadcHäusern gelegt. Die Regierung verpflichtete sich tzur Wiederherstellung der Straße, die jetzt eine unhaltbare Beschasscnheit, große Senkungen usw., zei^t. Der F.slus har mut der Stadt zur Instandsetzung der Slratze nur 3öU Mk. geboten. Die Stadlov. Jakobi unb Klinkersuß, sowie der Bürgermeister sprechen sich erregt dagegen auS, sic schützen die Kosten aus das 10- bis 12fache, nämlich 2500 bis 3000 Mk. Tie Versammlung lehnte die angeöotcne Enlschödiaung entschieden ab und erklärte, der Staat sei zur Wiederherstellung verpslickstet. BZ or m S, 11. Febr. In dem 4 Uhr 55 Minuten gestern nachmittag hier eingetroffenen Personenzug Mainz-ÄormS wurde in dem Abort der 4. Wagenklasse die Leiche eines Herr Oberlehrer Dr. Wcrucr hält tfc für angebracht, in verschiedenen Zeitimgeu emerseilS über den Gießener Anzeiger bet- zuzieheii, andererseits ihm gute Ratschläge zu erteilen, beides offenbar mit der Absicht, ben ®. A. in der öjfeutlicheu Meinung herab- zusetzen, resp. chm eine Schädigung zuziifügen. Wenn Herr Tr. Werner persönlich etwas ge^eu Herrn Witiko hat, mag er e* persönlich mit chm abmachen, auBcrbcm bin ich als Berleger gerne bereit, ihn auzuhöreu. Ten von ihm beschritteiien Weg halte ich für verwerflich. Für seine guten Ratschläge, die er mir erteilt, danke ich perru Tr. Werner bestens, muß aber doch bemerken, daß ich allein weiß, was »ch zu tun habe und, daß ich meine 'Maßnahmen nach eigenem Ermessen treffe, daß Herr Tr. Werner sich also die Mühe sparen kann, durch öffentliche Artikel ohne NamcuSimterschlijt einen Truck auf mich aueuben zu wollen. Vielleicht nimmt Herr Sberlehrer Dr. Werner von mir einen Rai an, der dahin geht, entweder seine Tätigkeit auf sein Lehramt zu beschranken oder sich ganz dem politischen Leben zu widmen. Niemand kann zween Herren dienen, das lut nicht gut. R. Lange. """"Griginal-Vrahtinelduiigen. München, 13. Febr. Ucuer die konservative Sezession ist iwch zu berichten: Bisherige Zentrums-Mitglieder-, die namentlich die Stallung der Parteileitung bei den Reichstags-^ Stichwahlen mißbilligt haben, haben wiederholt Besprechungen wegen Gründung einer konservativen katholischen Parte, in Bayern abgchaltcn, deren Grundsätze entschieden, aber maßvoll vertreten werden sollen. Tie Bewegung, die im Pennsykvanien dieser sich zu einem Bürgerkrieg ent- wickeln würde. 91 cw york, 12. Febr. Nach einer Meldung deS New- York Herold behaupten die RegierungSoertreter der Republik giicaragua, daß Truppen von Honduras Bürger ihres Staates gelötet hätten. Deshalb sei eine friedliche Schlichtung der Streitfrage nicht möglich. (Fr. Ztg.) Kaup vrisammlung der Dlvtschen Landwirllchaslsgesessschast. (Unberechtigter Nachdruck verboten.) S. tu H. Berlin, den 12. Februar. Tie geschäftlichen Versammlungen der Winlertaguug der .Deutschen LandwirtschaftSgesellfchasi^ nahmen am Montag int Ausichußsttz'mg der Saatabteilungen, de» SonderauSschufleL für Pflanzenichutz re. ihren Nusang und diese Versammlungen wurden heute mit 20 weiteren Versammlungen der Gesellschaft fortgesetzt. Irn 1Uud der Landwirte tagte der Sonderausschuß für Pferdezucht, Rinderzucht und Boden-Bakteriologie. Gleichzeitig sand eine Versammlung der Eaatzuchtabteistmg statt. Hier hielt Professor Fru iv ir t-Hohenheim einen Vortrag über ,daS Blühen bcö Getreides*, während Geh. DiegierungSral Prof. Dr. Bre fei b-Berlm die Frage der Brandkrankheitcn deS Getreides und ihre natürliche Verbreitung behandelte. In der Versainrnliing der Betriebsabteilung der Gesellichafl würbe über bie beabsichtigten ArbeitSauSstcUungen in Düsseldorf em Bericht erstattet. Im Restaurant /UddhelmStjoi* tagte während dieser Zeit ,Ter Verein ziir Förderung der Moorktillur im Deutschen Reiche*. In der Hauptversammlung ber deutschen Geflügelzüchter sprach der StiflgulSpächter Schivarz aus Grubichütz bei Bautzen über ^Wirtschaftlichen Betrieb unb Wirtschaftliche Bedeutung dec Geflügelzucht". In der Tebatte wurde uiehrfach darüber geklagt, bau den Beitrebungen bei Vereinigung Deutscher Geflügelzüchter noch nicht genügendes Interesse etttgegengebracht werde. ES fehle noch immer viel, tun die große, ständig steigende und jetzt nahezu zweihundert QJhUioncn Mark betragende Einfuhr an Geflügelzucht-Erzeug- Nissen auch nur einigermaßen einzudämmen. Ferner tagte heilte der deutsche m i l ch wirts chaftl i ch e Verein. Hier referierten Direktor Dr. EichSloff-Greife- wald und ^'iolkeretiuspektor 111e insch in id t«Hannover über die liege der deutschen Milchwirtschaft im Jahre 1906. Bride Referenten konstatierten übereinstimmend, daß die in mehreren Gegenden deö Deritschen AieicheS seitens der Landwirte unternommenen Versuche auf eine kleine Erhöhung der m ben letzten Jahren fast stagnierenden Vlilchpreisi von Erfolg begleitet gewesen seien, besonders auch in den Großstädten Berlin, Viünchen und dlürnberg. Immerhin sei die Lage der Rlilchivirte überwiegend noch recht prekär, zumal die Futter- wie bie Transportkosten noch fortgesetzt gestiegen seien, lieber neuere Forschungen auf bem Gebiete der Milch- Verwertung berichtete Ingenieur Holm-Berlin. Für die Hauptv.rjammlung ber .Deutschen Landwirt- ichastsgesellschaff am Freitag macht sich besonderes Interesse bemerkbar, da eS bie Neuwahl für ben bisherigen Bor- sitzenden des Vorstandes Henn von Arnim-Cnewen gilt, der kürzlich zum preußischen LandwirtschaflSniinister ernannt »juide. Man nimmt an, daß der Oberpräsident der Rhein- piovinz Dr. Freiherr von Schorlerner-Lteser baS Amt über- Nehmen wirb. 2lu* 94'ili»digkS MädlytN für morgens gesucht. [1021 ______________Moltkcstrafre 7. ErbctitliäirS Müdchcn sofort ober 1. März gesucht. 1024s LLalltornr. '< 1, IL, Suche für Samstag mittag enu luubert Puljsrn». 1025]_______Frankfurier Str. 4. Saubere u. tüchtige Lausfrau sosorl ges. Ludivignr.52,1. (0024 hhr»!ä^kll°WLr°L«' gründlich erlernen wollen. (tofB slläheres Gvetbestratze 46 v. EinTicniimädchrnALf Näheres in der Geschältsilelle beö Gtetzeiter Anzeigers. (1173 Ein fll) X s X»..» das bürgerl. tüchtiges 11 Oll) "kochen hum unb auch HauSarbcit besorgt fiir 20. Februar evtl. 1. 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Sil. w «ittzkiltt *" - Sienna ,Wfer fl!r poi U"1 >i|<« Ö sK KÄ Linie iuineiAi beiticbigenhe urn« einen t^bliü) J bitnidjt io leM eng juiammen W ßuinaljnien soM jtiwnen iver^i. nuten und nuttietö mill zurucigeyen, iu übrig ließe. 1 pnb MBmengM tecrtNiii. ,, ‘jmii Schlüsse se Jin, bJB von einer Itnannten lMMivei nu jitwiien RMbeii bnjninur idiamuien Ktfciiä allocnieiii i i„ir Umiiyivuiig ü y ywudK nM U i ribrr Freis. ßt< witaltt tail)i)L-)tu £.ii ubci b:n sie >r öirtlttn Ui htitn zu verdank K öaupt* uud be1 tnitt Äerüüjichtic Otten, daz etiua (tilimmt haben m kt (leiiinnige !ka iül Lummen erh, 181) (teijuiiiige, n, ' oiiQlbenwfr. übgc( dr>ri rouroeii bei ä 54 iojid^ntofr. uni tüafol aba öl Lmfcrv I vn bei Stichwahl 6 J lüflcgcben, nachdem b iüjiaibenwtc, ui kiicinöeiipitUu.bie ;1t btuihG) ersuhlliä ^hrüllchtn Teil tx nalltn such wnb jü litt I^tde, Qli;k,0l9iing r'^t to®"' W ver : %en TMi i KStS1 ’6twi Däb, bedauert jetzt oie Z."burg an U A-U- le/en in her ES mürbe üi M Vertuer Mn MiWtr Ljuüimi senden des Liien -lnoatt, daß die g jusgaven, auch bat Unb bad । & 11 m nt f r e i fj e i jnet Stimmabgabe Ke lem ionne U das 2)icb' .W der direkt i frenbibi ÄsYijf Okbenheun durch N MaiL? 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