Nr. 5B16 Zweites MsM Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die .Metzener KamiUenblatter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Krelsblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Der „hesfische Landwirt" erscheint monatlich einmal. 157. Jahrgang Samstag 14. September 1007 ichemr AMM General-Anzeiger für Gberheßen Rotationsdruck und Verlag der Brüh lachen Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: 51. Redaktion: 112. Tel.-AdruAnzeigerGießen» Kans Wuff-Kießcn f. Aus Dresden kommt die Trauerkunde, daß der Kammersänger Hans Buff-Gießen durch Selbstmord geendet hat. Die Nachricht lautet: Dresden, 13. Sept. Heute vormittag erschoß sich in dem nach 11 Uhr hier eintreffenden 'Berliner Schnellzuge der Kammersänger Hans Gießen, früher an der hiesigen königlichen Hofopcr. Buff entstammte einer alten Gießener Familie und ist ein Großneffe der Lotte Buff. >L>ein* * ** Vater, der Reichsgerichtsirat Buff, ist ihm schon vor Jahren im Tode vorangegangen. Buff studierte in Gießen die Rechte und war ein schneidiger Korpsstudent. Schon auf der Kneipe führte er den Reigen der Sänger und damals war es, daß er beschloß, das Studium aufzugcben und sich der Künstlerlaufbahn zu widmen. Er wurde von Professor Scharfe in Dresden ausgebildet, volontierte am Dresdener Hoftheater und fand dann am Hoftheater in Weimar Engagement, wo ihn eine herzliche Freundschaft mit dem Hofkapell- meisier Eduard Lassen und Richard Strauß, dem Komponisten der „Salome"', verband. Von 1894 bis 1897 war er am Hoftheater in Wiesbaden tätig. Diese drei Jahre schließen feine größten Erfolge ein. 1898 erging an ihn ein Ruf an die Wiener Hof- Oper. Seine tünstlerische Wirksamkeit war aber dort nur kurz, denn schon nach eines Jahres Frist siedelte er nach Dresden über, wo i hm unter außerordentlich günstigen Bedingungen das Fach des lyrischen Terrors am Hoftheater übertragen worden war. Zu seinen Glanzrollen zählten der Raoul, Anwld, Tarnino, Turiddu, Heinrich (Mignon) unb Werther. Sei cs nun, daß ihm das feste Verhältnis zur Hofbühne nicht mehr behagte, sei es,,daß ihm dauernde künstlerische Erfolge versagt blieben, kurz, er löste seinen Vertrag mit der Dresdener Hofbühne, um fortan in der Hauptsache als Liedersänger Deutschland und das Ausland zu bereisen. Sogar am „golvenen Horn" in Konstantinopel gab er vor dem Padischah und seinen hinter einem Vorhang verborgenen Damen ein Konzert. Den Gießenern wird sein Auftreten als Manrico in Verdis Trovatore unvergessen blewen. Auch in manchem Konzert hat er hier mitgewirkt, u. a. auch in Gemeinschaft mit Rich. Strauß, immer wahre Beifallsstürme entfesselnd. Buff war ein liebenswüroiger Mensch und ein vortrefflicher Gesellschafter. Seine Stimme hatte namentlich in der Höhe prachtvolle Töne. In den tieferen Lagen erwies sie sich oft Msl rauh und spröde, so daß mau bei seinem Auftreten von einer harmonisch ausgeglichenen Leistung nicht immer sprechen konnte. Auch seinem Spiet hastete erwas Dilettantenhaftes au. Immerhin stellte ec sich als eilt starkes, beachtenswertes Talent dar, das freilich in seiner Entwickelung enttäuschte. Enttäuschungen mögen es auch gewesen sein, die den Entschluß des KnnUnA herbeigeMift haben, Deutsche» Ueich. Berlin, 13. Sept. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Die Besprechungen mit dem Reichskanzler, zu denen sich die Minister von Beth- mann-Hollweg und v. Moltke nach Norderney begeben haben, bezogen sich auf die Aufgaben der bevorstehenden parlamentarischen Session. Die Minister wurden alsbald nach ihrer Ankunft vom Fürsten Bülow zu einer mehrstündigen Unterredung empfangen. — Der Abgeordnete Schrader, der Vorsitzende des Wahlvereins der Liberalen, hat sich auf eine Einladung des Reichskanzlers zum Zweck politischer Besprechungen nach N o r d e r n o-y begeben. — Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Die „Berliner Morgenpost" und andere Blätter bringen die Nachricht, daß K u l t u s m i n i st e r Holle die Entscheidung der Aussichtsbehörde bestätigt habe, nach welcher die von der Schulgemeinde Wilhelmsburg beschlossene Erhöhung der Lehrergehälter nicht genehmigt wird. Auf Grund zuverlässiger Ermittelungen können wir jeststellen, daß im Kultusministerium von der ganzen Sache nicht das mindeste bekannt ist. Weder ist eine Beschwerde der Gemeinde Wilhelmsburg eingegangen, noch ist bezüglich der Lehrergehälter in Wilhelmsburg irgend eine ministerielle Entschließung erfolgt. — Dem bisher dem Herrenhause als Vertreter des Verbandes des alten und befestigten Grundbesitzes im Land- jchaftsbezirke der Fürstentümer Schweidnitz und Jauer angehörigen Wirklichen Geheimen Rat und Präsidenten des Reichstages Dr. Udo Grasen zu Stolberg -Wernigerode aus Dönnhofsstädt ist durch königlichen Erlaß vom 1. Sept, das erbliche Recht auf Sitz und Stimme im Herrenhause verliehen worden. Durch königliche Ordre vom 1. Sept, ist der Majoratsbesitzer Siegmar Freiherr v. Schrötter auf Groß-Wohnsdorf aus besonderem königlichen Vertrauen zum Mitgliede des Herrenhauses auf Lebenszeit ernannt worden. München, 13. Sept. Nach längeren Besprechungen und Erörterungen über Einzelheiten konstituierte sich gestern in später Nachtstunde auf Vorschlag des Engländers Moscheles ein deutsch-französisches Verständigungskomitee, das aus je drei deutschen und französischen Herren besteht und den Vorschlag eines Einigungskomitees zur deutsch-französischen Annäherung und Ver- nändigung ausarbeiten und ihm eine greifbare Form verleihen soll. Ge lsenkirchen, 13. Sept. Der Kultusminister lehnte die von Franziskanern nachgesuchte Gründung einer katholischen höheren Privattöchterschule a b. Arnswalde, 13. Sept. Bei der gestrigen Landtag s e r s a tz w a h l für den Wahlkreis Friedeberg-Arns- walde wurde Oberregierungsrat a. D. v. Voß einstimmig mit 246 Stintmen gewählt. Neues von Dr. Peters. Hamburg, 13. Sept. In einer neuen Erklärung, die Karl Peters in den „HamburgerNachrichten" veröffentlicht, behauptet er Folgendes: Legationsrat Helwig habe 1895 in Gegenwart des Geheimrats Schwarzkoppen den Vorschlag gemacht, dieser sollte ein formelles Abschiedsgesuch emreichen, bann werde das Disziplinarverfahren eingestellt. Freiherr o. Nichthofen habe später den Vorschlag wiederholt. Peters habe auch sein Abschiedsgesuch sertiggestellt, aber nur durch das Drängen von Dr. Kayser, der sich der Vermittlung freiwillig aus dem Leben zu scheiden. Die Musikwelt, zumal aber seine Vaterstadt wird Haus Buff ein treues! Gedächtnis bewahren. * Das Modell zur Königin Luise. Die Wiesbadener Hosbühne hat, wie schon gemeldet wurde, einen schweren Verlust erlitten, indem der vortreffliche Baritonist Kammersänger Julius Müller in Frankfurt a. M. einem langen Leiden erlegen ist. Wenig bekannt ist es, daß seine Gemahlin das Modell zu einem der bekanntesten deutschen Gemälde gewesen ist, von dem Gemälde, das Gustav Richter 1879 von der Königin Luise schuf, und das im Museum zu Köln hängt. Als es entstand, hieß die Gattin des Künstlers noch Freifräulein von Ziegler und Klipphausen. Sie war die Tochter eines Kammerherrn aus dessen Ehe mit der Gräfin Klementine Seydewitz, eine der gefeiertsten Schönheiten am Hose Kaiser Wilhelms I. Sie war eine auffallend anmutige blonde Erscheinung und 18 Jahre alt, als sie dem Professor Richter den Wunsch erfüllte, ihm für sein Bild von Preußens edelster und unglücklichster Königin zu sitzen. Das Gemälde stellt bekanntlich die Gemahlin Friedrich Wilhelms III. dar, wie sie in weißem, lang an ihren Gliedern herabfließendem Gewände, die rechte Hand leicht auf die Brust gelegt, eine Treppe niedersteigt. Als Kaiser Wilhelm. I. dieses Bild aus einer Ausstellung in Berlin erblickte, soll er gesagt haben: „Sehr hübsch, sehr hübsch! Aber auch nicht eine Spur von Aehnlichkeit!" Vergleicht man das Bild mit authentischen Porträts der Königin Luise, so wird man zu der Ueberzeugung gelangen, daß des Kaisers Urteil das richtige traf. Die Unähnlichkeit schadet indessen dem Kunstwerke nichts und so hat sich unzähligen Deutschen die Gestalt der Königin Luise dauernd unter dem Aussehen der Frau Josephine Müller, geborenen von Ziegler und Klipp- hausen, eingeprägt. — Wie die Tromsoer Zeitung meldet, ist Well mann mit dem Dampfer „Frithjof" in der lebten Nacht von Spitzbergen dort angewmmen. Wellmann stieg mit dem Ballonam 2. September auf. Starke nordwestliche Winde führten indessen den Vallon MvärH Wer Land; schließlich lvurdH der Ballon Arendts bediente, sich verleiten lassen, das Abschiedsgesuch in ein Gesuch uni Stellung zur Disposition umzuwandeln. Den von Dr. Kayser diktierten Entwurf dieses Gesuches habe er jetzt in Händen und er wisse heute, daß Dr. Kayser ihn einfach übertölpelt habe. Zentralverband der Vereine deutscher Holzinteressenten. Mannheim, 13. Sept. Unter dem Vorsitz von Himmelsbach-Freiburg tagte heute hier der Zentralverband der Vereine deutscher Holzinteressenten, der von Vertretern der Stadt, der Handelskammer und dem Mannheimer Holzindustriellenverein begrüßt wurde. Abg. Dr. Beumer erstattete den mit großem Beifall aufgenommenen Jahresbericht, in dem er die Holz-Ein- und Ausfuhr, die sozialpolitische Gesetzgebung, Eisenbahnfragen, Zollüberrechnung, Holzdiebstähle auf Schiffen in Holland usw. behandelte und das zunehmende Wachstum des Zentralverbandes feststellte. Schatzmeister Luther- Berlin legte Rechnung ab über die günstigen Geldverhältnisse des Zentralverbandes. Klo ep f er-München und Krebs-Frankfurt am Alain sprachen über den Gesetzentwurf betreffend die Sicherung der Handwerkersorderungen. Nach eingehender Erörterung wurde folgender Antrag Beumer einstimmig angenommen: Der Zentralverband wünscht lebhaft einen angemessenen Schutz der Bauhandwerker-Forderungen, hält aber den gegenwärtigen Gesetzentwurf dafür nicht geeignet. Er setzt eine Kommission ein, die die Aufgabe hat, die Verhandlungen des Reichstages genau zu verfolgen und letzterem eventuell Vorschläge im einzelnen aus der Praxis des gewerblichen Lebens heraus zu machen. Sodann sprach Mayer-Dinkel-Mannheim über den Scheckgesetz- entwurs mit besonderer Berücksichtigung der Zahlungsverhältnisse im Holzgelverbe. Heber Holzschiedsgerichte sprachen Michel-Mannheim und Hertzer-Freiburg; über den Entwurf des Schluhscheines G e h r i ck e - Schwerin, über Vorausleistungen bei Wegebauten Falckenberg- Lagardesmühlen, über die Arbeiterverhältnisse in der Holzindustrie Bachmann-Freiburg, über Zollbehandlung von Massengütern in Rotterdam Degginger -München, über das Interesse des Holzhandels an dem öffentlichen Wetterdienst des Reiches Otto Luther-Berlin. Verschiedene andere Fragen wurden dem Vorstande des Zentralverbandes zur weiteren Verfolgung übergeben. Die Verhandlungen verliefen sehr anregend und in großer Einmütigkeit. Ausland. Wien, 13. Sept. Die „Neue Freie Presse" meldet, daß in der Quotenfrage sich heute eine Annäherung zwischen beiden Negierungen ergeben hat. Die A u s g l e ich s v e r Handlungen werden infolgedessen nicht unterbrochen, sondern am Montag weitergeführt werden. Lodz, 13. Sept. (Von einem besonderen Korrespondenten.) Ter hiesige Fabrikant S. i l b e r st e i n ist heute von einem Arbeiter ermordet worden. , Paris, 13. Sept. Professor Herv 6 hielt gestern einen Vortrag, worin er wieder auf den Stuttgarter Kongreß und das Verhalten Jaurös zurückkam. Hervs erklärte, daß Bebel und Vollmar die patriotischsten Vertreter gewesen seien. Die Einrichtung eines internationalen Schiedsgerichtes,, wie es sich Jaurös vorstelle, sei unausführbar, wie der jetzige marokkanische Konflikt beweise. „Wir hassen," so sagte Heros, „alles was Vaterland heißt, und wenn man die Unvernunft haben sollte, uns Waffen in die Hand zu drücken, so wird Niemand es verhindern können, sie für ein anderes Ideal zu gebrauchens Vvm serbischen Thronfolger. gruppe gehörigen Offizieren in Streit und rief ihnen zu: „Ich leide euch alle nicht! Ich weiß sehr gut, was ihr gegen mich vorhabt! Ihr werdet mich schon kennen lernen, wenn ich eines Tages euer Herrscher bin! Ich erwarte von euch, daß ihr um eure Versetzung nachsucht!" In der Stadt wird dieser Vorfall selbstverständlich verschieden- artig kommentiert. Die Lage in Marokko. Tanger, 13. Sept. (W. B.) Tie Zerstörung des Lagers bei Taddert scheint in Marokko und besonders im Gebiete des Sch auj a-Stammes großen Eindruck gemacht zu haben. Von Kap Spartel und der Riffküste wird noch immer ziemlich lebhafter Waffenschmuggel gemeldet, der sogar an hellen Tagen stattfinden soll. — Ter Kaid S i Aisza von Abda ist in Marrakesch angekommen, um mit 3000 Reitern zum Sultan Muley Hafid zu stoßen. — (Agence Havas.) Die Sch aüj as haben an General Drude Boten geschickt, die ihre Hnterwerfung anbieten, sollten. Drude bewilligte einen W a f f e n st i l l st a n d bis morgen mittag. Wenn die Abgesandten der SchaujaS dann nicht ein- getroffen sein sollten, würden die Feindseligkeiten gegen sie wieder ausgenommen werden. Außerdem wurde verabredet, daß die Abgesandten von Vertretern der Buchallas-Bande, weiche die Franzosen ebenfalls angegriffen hatten, begleitet sein sollten. Die einen und die anderen sollten sich nur entstellen, wenn sie die Bedingungen des Generals Drude ohne Einschränkung annehmen. , Paris, 13. Sept. Heber die Entschädigungssrage verlautet als Ansicht Pichons, daß die Aufforderung zur Entsetzung einer internationalen Kommission nicht von ihm, sondern vom Sultan von Marokko ausgehen müsse, und daß es gut wäre, wenn diese Auffassung von allen Mächten, die an der Frage interessiert sind, durch Anmeldung der von ihnen vertretenen Forderungen bei der Regierung in Fez unterstützt) würde. Frankreich würde die Initiative zur Einberufung der Kommission jedenfalls nicht ergreifen. Bomben gegen Arbeitswillige. Das Berl. Tgbl. meldet aus Zürich: In Davos befinden sich seit vielen Monaten die Schneider im Ausstande, der bis- Ijer vollständig ergebnislos verlausen ist. Heber die Niederlage erbittert warfen in verstossener Nacht Streikende an fünf Orten Bomben gegen die Häuser von Arbeitswilligen und Meistern. Viele Scheiben wurden zertrümmert. Zwei Arbeiter wurden so schwer verletzt, daß sie ins Spital gebracht werden mußten. Die Behörden leiteteten eine strenge Hntersuchung ein. 31 us Stadt und Land. Gießen, 14. Sept. 1907. — Hülse für Herbstein. Bis heute vormittag gingen bei unserer Geschäftsstelle weiter ein: Durch Pfarrer Kalbhenn aus dem Opferstock in Kirch-Göns 2 Mk., H. E., Gießen, 3 Mk., Dienstmädchen E. H. 50 Pfg., C. W. Nowack 5 Mk., Gemeinde Dorf Gill 40 Mk., von der Bürgermeisterei Treis- Horloff aus der Sammelbüchse 6,60 Mk., in der Gemeinde Beuern gesammelt 44 Mk.; zusammen mit den früher quittierten 5056,73 Mk. bis jetzt 5 1 5 7,87 M k. — Unjeve Geschäftsstelle nimmt gerne weitere Spenden entgegen. Bei dem Ausschuß für die Abgebrannten in Herbstein Hingen ferner ein: Sammlung in der Gemeinde Leihgestern durch Dekan Strack und Bürgermeister Heß Mk. 85.—, Ueberschuß des Wohltätigkeits-Konzertes im Botanischen Garten am 1. September 1907 Mk. 649.18, Gemeindekasse Bersrod Mk. 20.—, Sammlung in der Gemeinde Bersrod durch Bürgermeister Reuschling Mk. 28.—. Die Berliner Morgenblätter melden aus Belgrad: Die Belgrader Abendblätter teilen einen Vorfall im Belgrader Osfizierskasino mit, der ein überaus peinliches Aufsehen hervorruft. Vor einigen Tagen geriet der dort anwesende Thronfolger Georg mit einigen zur Verschwörer- ** Neues Stadttheater. Die. Spielzeit 1907/08 beginnt am 29. September mit Shakespeare's ,Winter- niärchen" Die nächsten Vorstellungen bringen Ibsens „Nordische Heerfahrt" und den jetzt überall vielgegebenen abgeschnitten und im Sti ch gelassen, die übngen Teile wurden nach zweitägiger Arbeit geborgen. — Aus Tronnoe wird ferner telegraphiert: Wellmanns Ballon wurde am 2. '^pebtember von dem Dampfer „Expreß" etwa zwei Meilen in iwrdlicherj Richtung nach der Vogelbayinsel bug)iert. Im Ballon befanden sich Weltmann, Friesenberg und Waniman. Der Ballon war leicht lenkbar, die Maschine funttionierte ausgezeichnet. Me Fahrt war so schnell, daß der „Expreß" nicht folgen konnte Bei der Vogelbay-Jnsel wurde der Ballon bei zunehmendem Winde und Schneetreiben losgelassen. Er wurde über das tfejtlanb Spitzbergens getrieben und stieß, als das Gas ausgelassen wurde, gegen einen Eisb er g. , , — Den Rekord im Schnelldichten nicht nur, sondern auch in der Geschmacklosigkeit hat zweifellos der Berliner Sckirift-- fteller Hermann Müller-Hansen errungen, der die Affäre Tarnows ka bereits in einen Schwank verwandelt bat, brr ben Titel „Der weibliche Blaubart" führt. Das ^-tuck wurde auch ^on in Wien vom Orpheum-Theater zur Aulluhrung angenommen. Dieses Theater kennt ja wohl sem Publimm. — Beseitigung der B lindbar mentzundun g durch Impfung? Wie der Pariser „Matin zu berichten weiß, liegt Pwfessor Metchnikofi, der Direktor des ^nst-itiltsl Pasteur, Studien ob, deren Resultat die Zeitigung der Blinde darmentzündung durch Impfung sein soll. Nach diesem Gelehrten wäre die entsetzliche Krankheit, die in unieren Tagen w viele Opfer fordert, Mikroben zuzuschrciben. Er stellt Versuche mit einem Schimpansen an, der den Namen Antoine tragt und dem er Mikroben einimpft, die aus einem MeNschenblinddarm Kommen. Professor Metchnikosf erklärte dem Abgesandten des „Matm jedoch, daß seine Forschungen noch Nicht so weit gediehen lewn, daß er auf dem medizinischen Kongresse, der Ende dieies Monats in Berlin stattfindet, schon etwas Genaues darüber mitteileiti könne. Jedenfalls glaubt er, daß die plötzlichen, heftigen Lln- fälle der Blinddarmentzündung durch sein Mittel gelindert werden — Kleine Kunstchronik. Vom 24. bis 26. September wird in Darmstadt der Internationale kunsthifwrische Kongreß zum achtenmal tagen. — Der Heidelberger Hebbel-Verein ließ im Gartentheater der Peter Be hr e n s-Anc>ltellimg In Mannheim Gellerts Schäferspiel „Sylvia" aufführen. Das natürliche Spiel und der südliche Sonnenglanz, der über die Szenen schien, ließen den interessanten Versuch sehr gut gelingen. — Im Opernhaus zu Fr an kfur t a. M. gelangt in den nächsten Tagen eine einaktige eigenartige Tanzszene von Fritz Baselt, „Rokoko" zur Aufführung. — Der verstorbene französisckw Dnyter Sully' Prud Homme hinterließ der Akademie Araneaya 100 000 Francs. fett 1. ept. vermißt. Mitteilungen auö Hessen und den rrtftp'sA» ?U| ??• ^ts. wurden «raue R a i n r o d meb ■A nr °us Mischer, fm der X r Zeil, jum tpnageang cyw e ii d i u m e ab so namh, rhält vom n und daß er AlBfeld in Der Xlctue Tagcschrouik. Die Landwirtsfrau Sanders in Rechtsupweg (Ostfriesland) legte m der Trunkenheit ihr neun Monate altes Kind statt 111 das Bett i n das Butter milchsatz, wo es ertrank. In Rotenburg ob der Tauber e r st a ch der Schuhrnacher- geselle Hartmann in einem Anfälle r e l i g i ö s e n W a h n s i n n e s leinen Meuter Seufert mit ein-rn Schusterrnesser. In Sies (Schleswig) tötete en Dienstknecht seine Braut mit sechs Revolverschüssen und erschoß sich dann selbst. Beide Itohen im 17. Lebenswahre. Das Motiv der Tat ist Eifersucht. Im Walchensee in Oberbayern ertränkte sich ein unbekanntes junges Liebespaar. Da der See die Leichen nicht herausgibt, wird das über dem Doppelselbstmord schwebende Dunkel wahrscheinlich nicht enthüllt werden. 3n der Kasse der Pfarrei Großmartin zu Köln wurde ein Fehlbetrag von etwa 24000 M a r k festgestellt. Der Kirä-enkassenrendant Bill soll diesen Betrag veruntreut haben. Bon einer Verhaftung des Beschuldigten wurde abgesehen, da fern Fluchtverdacht vorliege. gesteuert, kleine \ c b r o rf) t macht, itteitamt ■L wurdi Ikrnüiditcf. * Gin Großherzog int Küchenwagen! Don der letzten Fahrt des Elroßherzogs von Oldenburg nach seinem Lnstschlosse Rastede erzählt man folgendes lustige Kandel. — R ü ckgang de r Getreidepreise. Infolge der an! haltend günstigen Witterung haben an den Produktenbörsen di Preise für Weizen und Roggen einen recht erheblichen Rückgan I ersahren. Auch ist 'anzunehmen, daß noch ein großer Teil de Rückstands der Kärtosfelselder eingel/ilt werden kann. Ferner koimi, hinzu, daß das Angebot von inländischer Ware sich nicht un I wesentlich vermehrt hat. Die von 9cr'rdriißland vorliegenden An I Itcüungcn von Getreide stellen sich vorläufig noch zu hoch, um nai | t en r iii’ii. ~ lenptäiH n 'n end e i nein ui bieten. — In F r a n f । n 11 a. 1 legcnheit ein Mann na kirchliche Nachrichten, Evangelische Gemeinde. Nächstkünstigen Sonntag, den 22. September, wird ein VC o 11 c f t c zum Besten des Kirchbaues der armen Gemeind i Wcliibar erhoben werden. unterwegs mit einem Steiuwagen zusammen und konnte dann nicht weiter. Der Großhcrzog stieg deshalb in den nachfolgenden Küchenkrastwagen. Als man nun in Rastede nur diesen ankommen sah, fragte einer von der Tiener- schast vorwitzig den Fahrer: „Wo heft Ii denn August laten?" — und erhielt vom Großherzog, der mittlerweile aus dem Küchenwagen geklettert war, selber die Antwort: „Hier is he, sünd Ii üin em verlegen?" * D e r R e ch t S a n w a l t Hau der Unterschlagung beschuldigt. Bei dem Gericht zu Washington ist gegen den in Deutschland zum Tode verurteilten Rechtsanwalt Hau eine Strafanzeige wegen Betrugs in Höhe von 39 000 Dollars ein* geleitet worden. Die Unterschlagung soll Hau gegenüber zwei Gc,ell|chasten ncriibt haben. * Z n dem P i st o l c n d n e l l im Grünewald bei Berlin, daS, wie wir berichteten, zwischen dem stud. jur. Max. S. uud dem Banlbcamten Walter L.' zum Austrag kam, werden uns noch folgende Einzelheiten gemeldet: Das Befinden des S. hat sich derart verschlimmert, daß die Acrzte wenig Hoffnung auf Erhaltung seines Lebens, haben. Tie Kugel ist unterhalb der Herzgegend in die j Lunge cingedrungen, während sein Gegner nur einen ungefährlichen Streifschuß am linken Arm und an der linken Brustseite erlitten hat. Ein Streit um eine junge Dame war die Deraulassung zu dem Zweikampf. S. uud L. waren bis vor einem Jahre intime Freunde; beide besuchten als Knaben dieselbe Lehranstalt in Berlin. Vor zwei Jahren ging S. au die Universität Jena. Als er im vorigen Jahre nach Berlin zurückkehrte, traf er seinen Freund in Gesellschaft einer 18jährigen Dame, die er ihm als seine künftige Braut vorstellte mit dem Bemerken, daß er (L.) sein Studium aufgegebcn hab', um sich dem Banksach zu widmen. Nun trat S. hinter dem Rücken seines Freundes in Beziehungen zu dessen Geliebten und soll sich gegenüber Bekannten der besonderen Gunst der Dame gerühmt habe«. kam zu heftigen AuSeittander» I setzungen zwischen den ehemaligen Freunden. Als S. seine Angaben über seinen Verkehr mit der Geliebten des Wer den Ti werden kann, Freundes nicht widerrief, ließ ihm dieser eine Pistolen- sorderung zustellcn. S. aber nahm diese nicht an und ging nach Jena zurück. Ende vorigen Monats führte ein Zufall den Studenten mit L., der inzwischen seine Beziehungen zu der Da.ic abgebrochen hatte, in einem Caf6 zusammen. Es kam zu einem erneuten heftigen Wortwechsel, der mit Tätt-chleiten cnoete, als S. der Forderung des L., seine Beleidigungen zurückzunehmcn, nicht nachkam. Nach der Schlägerei schickte L. dem Gegner eine neue Forderung, die nunmehr von diesem angenommen wurde. Es wurde einmaliger, gleichzeitiger Kugelwechscl bei 12 Schritt Entjernung vereinbart. S. siel bei dem! Lchuß bewußtlos zu Boden und hat die Besinnung noch nicht wieder erlangt. L. vermochte bei seiner leichten Verletzung ohne Gefahr seinen Dienst in der Bank wieder aufzunehmen. — Dem Austrag des Zweikampfes gingen längere ehrengerichtliche Verhandlungen voraus. L. ist Mitglied einer Burschenschaft, wälzend Max S. sich niemals einer studentischen Verbindung angeschlosf:.i hatte.J Als das Ehrengericht seine Entscheidung dahin traf, daßl im Hinblick auf die Schwere der gegenseitigen tätlichen Beleidigungen der Zwcikampf nicht zu umgehen sei, wollte sich anfänglich Max J. dieser Entscheidung nicht unter werfen. In den letzten 14 Tagen aoer scheint S. gewissen I Einwirkungen erlegen zu sein. So erklärte er sich schließlich bereit, die Forderung anzunehmen. Jetzt haben die Aerzte die Kugel entfernt, vic seine Lunge durchbohrt hatte. Es zeigen sich Eiterungen der Wunde, die zu den schwersten Bedenken Anlaß geben. ** L e h r e r Pers o n a l i e n. liebet tragen wurde dem Lehrer Adolf Lind zu Rohrbach (Kr. Büdingen) eine Lehrer stelle nn der evang. Schule zu Bensheim; dem Lehrer Pet. Hedrich zu Maittbach die 1. Lehrerstelle an der Gemeindeschule und dem Schulan-lsaspiranten Adolf Mayer aus Friedberg eine Lehrerstelle an der Gemeiudeschule zu Homberg (Kr. Alsfeld). .+ Hungen, 14. Sept. Am nächsten Samstag findet Lier Gemernderatswahl statt. Fünf Mitglieder des jGemeinderats sind neu zu wählen und zwar 3 auf 9 und je einer auf 6 und 3 Jahre. Es scheiden ans Landwirt Jak. Karl Seibert, Rentner Phil. Karl Bender, Schmiede- «meister Gg. Hch. Scheid, Zimmermeister Friedr. Wilh. Müller und Landwirt Hch. Schmidt I. -r Stangenrod, 13. September. Gestern fand hier Gemeinderatswahl statt. Von 71 Stimmberechtigten machten 63 von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Von den drei ausgeschiedenen Mitgliedern wurde nur emer wiedergewahlt, nämlich Gastwirt Peter Schäfer mit 43 Stimmen. Für ein verstorbenes Gemeinderatsmitglied mußte ein Ersatzmann gewählt werden und zwar auf drei Jahre. Von den drei Neugewählten erhielt Johannes Meid 49 Stimmen, August Becker 42 Stimmen, Johannes Maus 38 Stimmen. Tie Stimmen der 63 Wähler verteilten sich auf 12 Namen. 3)ie beiden alten GememderatSnutglieder Johannes Erb II. und Wilhelm Becker blieben mit 37 resp. 21 Stimmen m der Minderheit. (g.) Bad-Nauheim, 13. Sept. I. K. H. die G r o ß - Herzogin stattete heute nachmittag in Begleitung der 'Prinzessin von Battenberg dem hiesigen städtischen Kranken hause in der Karlftraße einen Besuch ab. Zum Empfang standen bereit Bürgermeister Tr. Kayser nebst Gemahlin, sowre der leitende Arzt des Krankenhauses Tr. meb. Hae berlüt und Gemahlin. Beim Eintritt überreichte bad einjährige Böhnchen des An;taltsarztes der hohen Frau einen herrlichen Rosenstrauß. Sehr erfreut dankte sie ihrem klernen Geber. 97un fand ein Rundgang durch das >>aus statt, bei dem Bürgermeister Tr. Kayser die Führung übernommen. Tr. Haeberlin gab die nötigen Er.äutc- ^urgen. In liebenswürdiger Weise unterhielt sich die hohe ^rau mit jedem Kranken. Nach ungefähr halbstündigem .Aufenthalt fuhren die Herrschaften wieder nach Friedberg rZriefkasten 0er Redaktion. (Auouyurc Eiusenduugcu bleiben nubcrüasichtigt.) G. L. Die Sendllng ist hier nicht cingegangcn. Reklamiere! Sie bei der Polt. _____________ Gießener Wetterdienst. voraussichtliche Witterung sür Hessen am Sonntag bei 15. eeptembev: Witterungswechsel. Trüb; leichte Reacmälle.'Küh Weltliche Winde. Vorkommnis. Der Kraftwagen des Großherzogs stieß Darmstädter Möbelfabrik, Darmstadt Heidelbergcretr. 129. Fabrik ationabetrieb bedeutend erweitert. — Neueste Belx- trockuungeanlagen mit bewegter Luftzirkulation. Grösste existierende übersichtlich arrangierte Ausstellung ca. 300 Zimmereinrichtungen, in allen Preislagen. Freilioferung - 10jährige Garantie - Sonntags geoff. von II -1 Uhr. «hW7- Mau verlange Preisliste und Abbildungen (Photographische Auluahmen der einzelnen Zimmer Schwank .Husarensic bcr". Das PersonalvcrzeichniS wird in nächster Zeit mitgeteilt. Die Abonnements iverben vom 20. September ab nn der Tageskasse des neuen Stadttheaters auSgegeben. Paris. 14. Sept. In Lala Mancca wurde der frübci t I imb Ktjigc Scheik von Udschda gefesselt eingeliefert, wei | |ie bei einem Etamin in der Umgrgeiid gegen die Fran I r 0 seu Stimmung machten. — Der komniandicrende Gel neral von Algerien hat sich nach Udschda begeben. Es handel I sich um einen Vormarsch französischer Truppen voi l Udschda aus tu das Innere Marokkos. Petersburg, 14. Sept, (is dürste nicht leicht seins den „Sla ndard", der nach den letzten Meldungen fehlI feft sitzt, wieder flott zu machen. Tie kaiserliche Fa | m H i c bleibt weiter in den Scharen und zwar an Bord dei l o..ri._v.. g Marinetreisen herrscht groM Ntedergeschlagenhett. Andere Streife machen aus der Em | pörung über den Vorfall kein Hehl. Bisher ist noch nichi| fcstgcftellt, ob der erprobte Lotse im Moment beiI Katastrophe an Bord war. Es wird vermutet, das, bei I Kommandant die Exkursion >hne Lotsen nntcrnom I men hat. ** U m das vierte h e s s i s ch c L 2 hrerse m i nur, bad demnäu'st errichtet werden soll, sind n. d. „Darinst. Ztg-" aus den drei Provinzen überaus zoh^reichc Meldungen eingelausen. Große uud mittlere Geuieiiidcu wünschen oie neue Anstatt in ihre Mauern auszunchmen uud erklären sich bereit, zu den sehr bcirächllichen Kosten, die der Seminarbau erfordern wird, einen Btt trag zu leisten. Die Eiitscheidnug über den künftigen Seminarort steht indes nicht so nahe bevor, wie vielfach geglaubt wird. Die Angelegenheit verlangt nach verschtedeuen Richtungen eine sehr eingehende Prüfung, und die Einstellung einer ersten Baurate wird erst im Hauptvoranschlag sür 19t 9 möglich fein. ** Etwa 400 Re s ervisten trafen gestern vormittag aus Oberhessen hier ein. Sie wurden im Kasernen Hof der Zeughaustaserne verköstigt und mittags mit der Bahn nach Darmstadt befördert, um zu dem auf den Truppenübungsplatz gebildeten Reserve-Regiment zu stoßen. Tas Regiment übt bis zum 27. Sept. ** Kirchweihe feiern morgen Watzenborn-Steinberg, Ullendorf a. d. Lumda und Flensungen. **Der hiesige Anglerklub hielt am Donnerstag fein Preis-Angeln ab. Tie Beteiligung war sehr rege und der Erfolg günstig. Das beste Resultat erzielte Herr August Kretz schm ar mit einem Gewichte von 9 Pfund Hechten, worunter sich ein Achtpfünder befand. Er wurde als „Anglerrönig" proklamiert. Am Abend vereinigten sich die Klubgenossen mit ihren Damen und Sportsfreundeti im Klublokal, woselbst die Preisverteilung und eine gemütliche Feier startfand. Griginnl-Drahtmeldungen. (-m) Friedberg, 14. Sept. Gestern nachmittag fuh' | im hiesigen Bahnhof eine R a 11 g i e r m a s ch i n e auf einige | leere Wagen auf, die zum Teil erheblich beschädig! wurden. Heute vormittag ist es auf dem Bahnhof Bocken! hei m zu einem ähnlichen Unfall gekommen. Es wurdei j dabei mehrere Wagen ans dem Gleis geworfen und erheb I Ucher Materialschaden ist entstanden. Menschen wurde: \ in beiden Fällen nicht verletzt. Berlin, 14. Sept. In der gestrigen Nachmittags! sitzung des Telegiertentages der freifinnigen öoHS | Partei wurde Über die zur Frage der Blockpolitik ein I gegangenen Anträge debattiert. Der Abgeordnete Wie l nier verteidigte das bisherige Verhalten der Fraktioi l und erklärte, daß zurzeit Verhandlungen mit den maß I gebe.»Den Instanzen schwebten und daß die Partei über bei jl t^ang der Dinge unterrichtet sei. Zweifellos bestehe be | der Reichsregierung das e r tr st e st e Bestreben | den liberalen Änschauungeir möglichst ent l' gegenzukommen. Nachdem eine oppositionell gefärbte | Resolution der Rostocker Liberalen zurückgezogen wordei | war, gelangte der Antrag der Parteileitung zui A n tr a h m c. Hicl, 14. Sept. Die Linienschiffe der HochseeZ flotte sind nach Beendigung der Landungsmanöver be k Apcnrade wieder hierher zurückgekehrt. Dresden, 14. >Lept. Nach den bisher bcfiinitt gewordener! (Ergeb ntffen her sächsischen Landtagswahlen fini I 16 M'jnfevvdtio: und 10 Nattonallibecale gewählt worden. Mehrer I Kreise neben rwch aus. Es sind noch einige Nachwahlen nötig! bei denen wahrict-emlich 2 Freisinnige gewählt werden. Luxemburg, 14. Sept. Bei Lesart ereignete sich eii | Automobilunfall. Der Wagen des ft'ammerabg. Baroi I be Ternacot stürzte um und sämtliche Insassen wurden heraus-1 geschleudert. Der Baron blieb unverletzt, feine Schwieger-I mutter ist tot, seine Frau, seine Tochter, eine andere jungtI Dame und der Chauffeur sind, zum Teil erheblich, verletzt Ter Wagen wurde zertrüminert. <ßcrid?8s5aale R. B. Darrn st adt, 13. Sept. Vor dem Kriegsgerich ' hatte sich heute der Gardist Tobias Harth aus Kloppenhein wegen Körperverlehung zu verantworten. Er war vor feinen£ Dienstantritt auf dem Gut seines Vaters Philipp Harth schäftigt. Dieser hatte sich durch einen Agenten einen neuen Vitt! schweizer NamenS Stark zuweisen lassen, der auch in ttloppen beim an kam und sich vorstellte, aber dann sofort ans ein pag Stunden in die Gastwirtschaft wanderte. Das schien dem Hari wenig zn behagen, denn als der Schweizer abends gegen 9 Ur. in angetrunkenem Zustande zurückkehrete und sein Nachtessen t>C( i langte, wünschte fein Herr erst die Vorlage seiner Legitimation^ - resp. Versicherungspapiere. Dabei kam es zu einem heftig,. Streit und zu Tätlichkeiten und schließlich fielen Harth un feine beiden Söhne über den Schweizer her und bearbeiteten ch derart mit einem Stock, einem Peitschenstiel und einem Gumm, schlauch, daß er besinnungslos liegen blieb. Er trug eine klaffend Kopfwunde und einen blauangeschwollenen Arm davon und wo acht Tage arbeitsunfähig. Harth Vater und der eine Sohn wurde deshalb wegen Körperverletzung unter Zubilligung wildernde Umstände vom Schöffengericht zu Vilbel zu je 10 Mk. Geld strafe verurteilt. Ueber Tobias Harth fällte heute das Kriegs gencht unter Bewilligung mildernder Umstände das gleiche Strai m a ß. Lijettdnhu-Aeituug. ♦♦Der Wintcrfahrplan des Eisenbahn-Direk- t 10 n S b e z 1 r k s Frankfurt wird gegen den Sommerfahrplan lolgenbc wichtige Acuderungeu für unsere Gegend bringen, streck e G ießen — -Ut a r b u r g: Neu eingelegt wird ein 2Ärk- -0-OÄ^O l>lenen ab G Uhr 55 Miu. vorm., Marburg an 7 Uhr ul6ui° nb. 10 Uhr vorm., Gießen an 10 Uhr 51 Mim .'lut der ^tredc Gießen — Koblenz wird ein neuer Pcr- tmien^ug gciübrcH/ Olicßcn ab P/n Uhr nachm., Braunseis an - Uln 6 Mui. Auf der streck Hanau-Friedberg vvrfelyrt ein neuer -wnutagszug zwischen Friedberg (ab 11 Uhr 10 Min.! vmm / und veidenbergen Wnwecken (an 11 Uhr 37 Min) und! umg, lehrt Heldeiibergeii Wmdecken ab 10 Uhr 5 Min vorm , 1 1 1 J l0 Uh 32 Min uurm. Ein neuer Gonntagsuig wiro auch auf ^icecke Stockheim gelben berg en ein- i'iifit um. zwar ^lockheim ab 10 Uhr 10 Mui. abends und veidenbergen- Windecken an 10 Uhr 5'J ^Un Nefcrvlst des ^ußarttllerie'RegimenlS Nr. 3, bhlyaftct. — Der, — Die Zahl bet Eikz llg • wird bedauerlichenoeis' »ick Jahre alte Guninasiast 'Eugen Abrie von Darmstadt wird vermehrt. Auf der Strecke Gießen—Frankfurt verkehren ,f ticrnnuf 1 jeder Richtung nach wie vor nur 2 Eilzüge neben 7 Schn eil z ich? und auf der Strecke Gießen—Kussel ein Eilzug neben 6 Sch.'.tt zügen. Nach Köln verkehrt überhaupt kein Eilzng, aber 2 Schn, f. züge, wäl-rend nach Koblenz neben 2 Schnellzügen ein Eilzu, Ä_____________________■ = Bad-Nauheim, 13. Sept. Bis zum 12. Sept. Jinb 28 030 Kurgäste angckammen, wovon an genanntem Tage nach 3310 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 12. Sept. 367 976 abgegeben. Ura'rt2' 3eptr i>at sich seit einigen Jahren Die Unsitte eingebürgert, bei dem sogen. Polteravend Vor die Houslnrc zu wer,en, wa° Gluek bedeuten ,oll. Tiefer Unfug artet so aus, da st am ^mstag abend vor die Hausture Des Bräutigams zwei SSagen voll Unrat geworfen wurden. 2er Bater des Brän- ^ams, ein sonst ruhiger Bürger, hat in das Pnbutum gefchofsen, ohne zum Glück jemanden zu verletzen h. Frankfurt a. D!., 13. Sept. Ter um 4 Uhr 2 Mm. hier abgehende Eilzug F ra n k su rt — W i e S . baden wurde gestern, wie die Frks. Zig. melbet, zwifchen Hochhe"" und Kastel, da er unruhig lief, in voller Fahrt vom Zugpersonal durch Ziehen der Notbremse gestellt. Tie llntersuchung ergab, daß eine rote Signal-Laterne von der Ma'chmc abgestürzt und auf die Schienen gefallen war. Daö Vorkommnis hatte Verspätungen des EttzugeS und eines P».-Zuge3 zur Folge. — Im Hauptbahnhofe wurde heute früh em etwa 20jährigec gut gekleideter Mann fi flirt, sich cmffallig benahm. Er kann weder Flamen noch HeimatSort angebcn und will auch nicht wißen, wie er nach Frankfurt a. M. gekommen ist. Ter Mann der bayrischen Dialekt spricht, kam in die Irrenanstalt. X; n 11 “u' ‘ ,L 3 in bayerischen Dorfe .Hösbach trug sich ein ttnsail'u, ocr nnbereu-envare Folgen hätte nach |jiq TPtl IT7A I rt H 11 i rt» \ l 1 n Jusanterieregrment maten etwa 70 Mann im (*ifli)o[e zum „Hvchspefiart" ein- quartiert, bte in einem waatc auf Ttrah uächtjgwn. (Astern abend gegen 3 Uhr geriet nun durch eine tzerabsaUendc ^.ampe oas Lage r in Brand und Äusrüftungs- und Be- kutoungsflucke nelcii uei.i verheerenden Elemente »um «‘, “nu"tcrbco,d'c,llcr Reihenfolge explodierten die Gefahr tatlraftlge lioscharbciten wurde der x>n Ostrowo verhaftete die Polizei den Dienstknecht Heinze und den irübcren Lehrling Sikorski, weil sie wiederholt Steine und größere Etsenstücke auf die Schienen der Eisenbahnstrecke ^strowo-Skalmiercyce gelegt hatten. Sie gaben an, sie wollten bcobaa)ten, mit welcher Kraft die Lokomotive die Steine und Eisenstücke zermalmte. Drei Züge gingen darüber hinweg. Bei dem vrerten Zuge trat ein Radbruch ein. 3n dem belgischen Orte Do l Hain wurde ein Kind Oon | unfHrtrfct gffprrtMhrirt e,nein nach Eupen durchfahrenden Automobrl getötet. Aus ay cme Drahtmeldung hin hielt die Eupener Polizei bad Automobil Vtphl>rn<>frfirnrtp1lfv,tf an, wober sich herausstellte, daß das Automobil das dcS Ber- tteters Brasiliens auf dem hygienischen Kongreß in Berlin war. Dieser erklärte sich zur Verantwortung aller Folgen bereit. Heraus koirnte drc Geiellschast ihre Reise nach Berlin fortsetzen. KkrrflWlicht Whnniig In meinem Hause Sud-Anlage 7 ist die 2. Etage, 8 Zimmer n. .Shidje vollständig neu hergerichtet, der Neuzeit enlspr., elektr. Vidjt und Gasanlage, Badezimmer, Garten- anteil, lsamtl. Fugböden mit L'.no- Icnni belegt) per 1. Sept., spürest. 1. Oktober zu vermieten. [4730 Pctcr fronend ec g. 7 Zimmer In dem städlstchen Hause Aster- ,veg 9 ist ine Wohnung tm Erd- gejchob bestehend ans 7 Zimm, nebit Zubehör alsbald zu verm. ___n___ Die 2. 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